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#1

Studiumgebühren in der DDR

in DDR Zeiten 27.08.2013 13:23
von Lutze | 8.696 Beiträge | 3311 Punkte
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gab es sowas in der DDR?,
und wenn,wie hoch waren sie?,
welche Universitäten waren angesagt?
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren


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#2

RE: Studiumgebühren in der DDR

in DDR Zeiten 27.08.2013 13:59
von 94 | 11.501 Beiträge | 2842 Punkte
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Da verhilft Dir sicher ein Blick in die Anordnung über die Gewährung von Stipendien an Direktstudenten der Universitäten, Hoch- und Fachschulen der Deutschen Demokratischen Republik, kurz Stipendienordnung genannt, welche am 4. Juli 1968 im Gesetzblatt Teil II Nr. 72 auf Seite 527 veöffentlicht wurde zu etwas Einblick, besonders der §4 ...
http://www.ddr-schulrecht.de/Schulrechts.../pdf/1968-b.pdf


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 27.08.2013 13:59 | nach oben springen

#3

RE: Studiumgebühren in der DDR

in DDR Zeiten 05.06.2016 22:25
von Ährenkranz | 1.069 Beiträge | 1704 Punkte
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Ich hatte eine Fachschule besucht und da gab es keine Studiengebühren.
Wir bekamen monatlich 90 DDR - Mark und das Essen war kostenlos ( Früh, Mittag, Abend) - Wohnheim war auch kostenlos.

Ausländische Studenten bekamen im Monat 300 DDR - Mark und hatten auch alles kostenlos.


"Die Dummheit von Regierungen sollte niemals unterschätzt werden" - Helmut Schmidt
Lutze und Freienhagener haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#4

RE: Studiumgebühren in der DDR

in DDR Zeiten 05.06.2016 22:34
von Harzwanderer | 3.277 Beiträge | 1093 Punkte
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Gab es West-Deutsche, die in der DDR studiert haben, Medizin zum Beispiel? Und was haben die bezahlt?



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#5

RE: Studiumgebühren in der DDR

in DDR Zeiten 05.06.2016 22:54
von Ährenkranz | 1.069 Beiträge | 1704 Punkte
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Da ist mir nichts bekannt, das Westdeutsche in der DDR studiert haben - tut mir leid.


"Die Dummheit von Regierungen sollte niemals unterschätzt werden" - Helmut Schmidt
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#6

RE: Studiumgebühren in der DDR

in DDR Zeiten 05.06.2016 23:02
von Hanum83 | 7.332 Beiträge | 9687 Punkte
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Hier im Forum wurde mal darüber geschrieben das Westdeutsche die sich länger in der DDR aufhalten wollten den DDR-Behörden überaus verdächtig waren, trifft ja sicherlich auch auf Studenten zu.


zuletzt bearbeitet 05.06.2016 23:02 | nach oben springen

#7

RE: Studiumgebühren in der DDR

in DDR Zeiten 05.06.2016 23:51
von Ährenkranz | 1.069 Beiträge | 1704 Punkte
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Fällt mir gerade ein - es gab ja ab 1949 bis 1989 wohl ca. 500 000 Menschen, die in die DDR umgesiedelt sind.
Sicher war da auch ein Teil dabei, um in der DDR ein Studium aufzunehmen, da eben die doch recht gute Situation gelockt haben könnte.., Frau Merkel hat ja auch von 1973 - 78 an der Uni Leipzig studiert.

In wieweit diese nun dann in der DDR geblieben sind, als DDR - Bürger geführt wurden oder nach einem Studium wieder zurück durften / konnten, da habe ich absolut keine Ahnung und habe mir ehrlich gesagt auch noch nie darüber Gedanken gemacht.

Ansonsten wüßte ich absolut nicht, das Westdeutsche in der DDR studiert haben - nach der Wende waren da jedoch sehr viele, die Studiengebühren waren ja gleich, aber die Miete z.B.war mitunter doch günstiger und auch das Fachliche war im Osten mitunter besser.


"Die Dummheit von Regierungen sollte niemals unterschätzt werden" - Helmut Schmidt
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#8

RE: Studiumgebühren in der DDR

in DDR Zeiten 06.06.2016 00:02
von Harzwanderer | 3.277 Beiträge | 1093 Punkte
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Mitunter wäre ein reales Beispiel gut.



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#9

RE: Studiumgebühren in der DDR

in DDR Zeiten 06.06.2016 00:07
von Josef | 631 Beiträge | 1 Punkte
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Ich weiß nur von Westdeutschen, die nach der Wende im Osten studiert haben, wegen der vergleichsweise niedrigen Mieten und der sehr günstigen Preise. Ich weiß noch, wie ich 1995 in Erfurt einen Döner für 2,50 DM hatte und eine dicke Kugel Eis für nur 20 Pfennig. Selbst heute sind zB in MV die Preise sehr niedrig im Vgl. zu hier. Oder auch die Preise in Berlin (mal abgesehen von den "hippen" Vierteln). Mediziner, die hier keinen Studienplatz kriegen, gehen zT nach Ungarn. Dort müssen sie dann mW bezahlen.


Ährenkranz hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 06.06.2016 20:39 | nach oben springen

#10

RE: Studiumgebühren in der DDR

in DDR Zeiten 06.06.2016 00:28
von Harzwanderer | 3.277 Beiträge | 1093 Punkte
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Ja, genau das Ungarn-Beispiel hatte ich auf vor Augen. Gegen Devisen haben -nicht unbedingt westliche- Ausländer ja sicher auch schon in der DDR studiert.



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#11

RE: Studiumgebühren in der DDR

in DDR Zeiten 06.06.2016 00:44
von Ährenkranz | 1.069 Beiträge | 1704 Punkte
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@Josef
Ja, hauptsächlich wegen der geringeren Miete haben nach der Wende viele im Osten studiert und so nach und nach ist eben auch durchgesickert, dass die ganze Qualität und Betreuung eine Studiums im Osten mitunter besser war / ist.

Bei einem meiner Kinder haben z.B. 4 Westdeutsche an der Uni ein Informatikstudium absolviert, eben aus den obengenannten Gründen, Miete von 250 EURO(Studentenwohnheim) war da schon gegenüber 700 EURO günstiger...- nach Ende sind sie aber wieder zurück, weil sie hier keine Arbeit gefunden haben bzw. zu wenig das Gehalt war.
Mein Sohn z.B.hat nach 5 Jahren Informatikstudium (Diplom) an der Uni eine Halbtagsstelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter angenommen, für 800 EURO brutto - das hat kein Westdeutscher gemacht für die paar Kröten, aber er war froh, überhaupt was zu bekommen.
Nach einem Jahr bekam er dann wenigstens eine Vollzeitstelle, aber die Bezahlung war noch weit unter dem, als ein wissenschaftlicher MA an einer "Westuni" erhalten hat.
Aber man muß halt auch mal Kompromisse eingehen, und Geld ist nicht alles.

Nach 5 Jahren hat er dann noch seinen Doktortitel gemacht, die Bezahlung während diesem Jahr war dann 20%..., aber auch das hat er so hingenommen.
Es ist schon mitunter eine Sauerei, was im Osten mit Menschen gemacht wird - aber sollen denn alle in die Altbundesländer auswandern..? Das kanns ja nun nicht sein, zumal es ja auch dort "Ecken" gibt, wo die Arbeitslosigkeit hoch ist und sich einer abmüht, einen Job zu bekommen.


"Die Dummheit von Regierungen sollte niemals unterschätzt werden" - Helmut Schmidt
bürger der ddr hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 06.06.2016 00:58 | nach oben springen

#12

RE: Studiumgebühren in der DDR

in DDR Zeiten 06.06.2016 06:45
von damals wars | 14.319 Beiträge | 5979 Punkte
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Zitat von Harzwanderer im Beitrag #10
Ja, genau das Ungarn-Beispiel hatte ich auf vor Augen. Gegen Devisen haben -nicht unbedingt westliche- Ausländer ja sicher auch schon in der DDR studiert.


Wir hatten in senftenberg eine Studentin aus Lesotho. da hies es, der Vater hat das Studium bezahlt.


Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
https://www.youtube.com/watch?v=4tlhDA1_w2U
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#13

RE: Studiumgebühren in der DDR

in DDR Zeiten 06.06.2016 08:05
von eisenringtheo | 10.183 Beiträge | 3703 Punkte
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Die meisten DDR Universitäten führten internationale Hochschulsommerferienkurse für ausländische Studenten durch. Daneben gab es sogenannte DDR Seminare.
Ausserdem konnte man sich (wenigstens aus der Schweiz) auch für ein Austauschstudienjahr bewerben.
http://newprairiepress.org/cgi/viewconte...510&context=gdr
https://www.flickr.com/photos/ken_mayer/...in/photostream/
(Zum lesen mit der maximalen Auflösung herunterladen)
Theo


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#14

RE: Studiumgebühren in der DDR

in DDR Zeiten 06.06.2016 08:15
von Stuelpner | 192 Beiträge | 117 Punkte
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Wir hatten Ende der 70er/Anfang der 80er einen Studenten (Raphael, Spitzname Raffi) aus Tansania an der TH Karl-Marx-Stadt, der hatte vorher in Italien studiert und ist dann zu uns gewechselt. Bezahlt hat er Gebühren in Dollar, aber ich kann nicht mehr sagen wieviel. War jedenfalls ein prima Kumpel. Und dann noch die Libyer, für die wurde ein ganzer Wohnheimblock (Thüringer Weg 3) hergerichtet sowie eine Mensa ("Libyermensa") neu gebaut. Auch die bezahlten angeblich in Dollar.

Gruß Stuelpner



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#15

RE: Studiumgebühren in der DDR

in DDR Zeiten 06.06.2016 08:36
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Na und an der Jugendhochschule Wilhelm Pieck gab es sogar Studenten aus der Bundesrepublik und Westberlin. Hier ein thread u.a. mit Berichten von @Vierkrug als Zeitzeuge West-Kommunisten zur einjährigen Kaderschulung an die Jugendhochschule Wilhelm Pieck

Moskwitschka


„Nichts ist schwieriger und nichts erfordert mehr Charakter, als sich im offenen Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein!“

Kurt Tucholsky


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#16

RE: Studiumgebühren in der DDR

in DDR Zeiten 06.06.2016 09:34
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Zitat von Moskwitschka im Beitrag #15
Na und an der Jugendhochschule Wilhelm Pieck gab es sogar Studenten aus der Bundesrepublik und Westberlin. Hier ein thread u.a. mit Berichten von @Vierkrug als Zeitzeuge West-Kommunisten zur einjährigen Kaderschulung an die Jugendhochschule Wilhelm Pieck

Moskwitschka


Das hat aber jetzt weniger mit dem Thema zu tun, hier ging es um ein 1-jähriges Studium hauptsächlich im Bereich Marxismus - Leninismus bzw. sich intensiver damit auseinanderzusetzen und nicht um ein Studium zB.im Maschinenbau, Medizin usw., was hier in diesem Thread zur Diskussion steht - ich kenne da auch einen, der das mal gemacht hatte und der konnte sogar ohne Visum in die DDR einreisen, erhielt da auch nur ein "Einlegeblatt" in seinen Paß....- das war alles mit der DDR - Führing abgestimmt.


"Die Dummheit von Regierungen sollte niemals unterschätzt werden" - Helmut Schmidt
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#17

RE: Studiumgebühren in der DDR

in DDR Zeiten 06.06.2016 09:42
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Studium ist Studium Marxismus - Leninismus kompakt für künftige Kader. Sag das mal einem Absolventen der Jugendhochschule, dass dort nur "gefeiert" wurde.

Wie war das mit der Teilnahme an M/L Seminaren von ausländischen Studenten an den "normalen" Hoch - und Fachschulen und Universitäten der DDR. Waren sie davon freigestellt?

Moskwitschka

Edit


„Nichts ist schwieriger und nichts erfordert mehr Charakter, als sich im offenen Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein!“

Kurt Tucholsky


zuletzt bearbeitet 06.06.2016 09:46 | nach oben springen

#18

RE: Studiumgebühren in der DDR

in DDR Zeiten 06.06.2016 09:52
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Zitat von Moskwitschka im Beitrag #17
Studium ist Studium Marxismus - Leninismus kompakt für künftige Kader. Sag das mal einem Absolventen der Jugendhochschule, dass dort nur "gefeiert" wurde.

Wie war das mit der Teilnahme an M/L Seminaren von ausländischen Studenten an den "normalen" Hoch - und Fachschulen und Universitäten der DDR. Waren sie davon freigestellt?

Moskwitschka

Edit


Entschuldigung, aber ein Jahr sich auf dem Gebiet des ML weiterzubilden, ist kein "normales" Studium, die das ganz speziell studiert hatten, das ging über mehrere Jahre.
Und der Ausdruck" Kaderschulung" sagt eigentlich schon alles.
Das das als Studium von den Teilnehmern angesehen wurde, ist ja auch in Ordnung und diese kamen aus den verschiedensten Bereichen / Unternehmen.

Und ja,bei uns an der Fachschule gehörte ML zum Maschinenbaustudium dazu, auch für ausländische Studenten und zog sich über 3 Jahre mit hin und da waren auch Prüfungen, war aber nicht das Hauptmerkmal des Studiums, denn da ging es um Technische Mechanik, Physik, Mathe, technologische Fertigungsabläufe usw.


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zuletzt bearbeitet 06.06.2016 09:57 | nach oben springen

#19

RE: Studiumgebühren in der DDR

in DDR Zeiten 06.06.2016 10:18
von Moskwitschka | 3.297 Beiträge | 1908 Punkte
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Hier mal ein Artikel über die Auslandsstudenten in der DDR aus dem u.a. hervorgeht, dass das Studium aus Mitteln des Staatshaushaltes und des Solidaritätsfonds finanziert wurde. Aber auch die Wege, wie Ausländer einen Studienplatz in der DDR bekommen konnten.

Wege zum Studium an Universitäten, Hoch- und Fachschulen der DDR

Das Ausländerstudium wurde im wesentlichen von 4 Grundprinzipien geprägt:

-Delegierungsprinzip
-Akzeptanz ausländischer Bildungsabschlüsse
-Integration
-politische Organisation


http://www.auslaender-in-der-ddr.com/hom...nd-fachschulen/

Zitat aus dem Artikel

Anfang der 80er Jahre wurden die Universitäten, Hoch- und Fachschulen als Devisenquelle entdeckt. Einige Außenhandelsbetriebe schlossen mit ausländischen Partnern Verträge ab über die Ausbildung von Studenten (z. B. Libyen: Militär­Industrie-Organisation - MIO, Atomenergie-Gesellschaft - SAE) oder die post­graduale Weiterbildung zur Erlangung des Doktor-Grades (über 600 Aspiranten aus Syrien). Dieses sog. "kommerzielle Studium" stellte einen Bruch mit dem bis dahin geltenden Prinzip der solidarischen Hilfeleistungen für Entwicklungsländer dar und unterschied sich auch insoweit grundsätzlich vom traditionellen Ausländerstudium, als bei diesen Studierenden finanzielle und materielle Erwägungen stets Vorrang hatten vor den Studieninhalten und -Ieistungen. Einzelzimmer und die Unterbringung von Ehepartnern in den Studentenwohnheimen mit "Vollpension" nach Rezepten der heimatlichen Küche (einschließlich der rituellen Schächtung von Schafen) oder die Einrichtung von Gebetsräumen waren wichtigere Kriterien für die nächste Dollar­Überweisung als das eigentliche Studium. Naturgemäß war dieses weder den anderen deutschen und ausländischen Studierenden noch den Hochschullehrern zu vermitteln, zumal diese Praxis in eine Zeit fiel, in der Mangel an Dingen des täglichen Bedarf stetig zunahm und sich die Arbeits- und Lebensbedingungen an den Hochschulen permanent verschlechterten.

Kann das so bestätigt werden?

Moskwitschka


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Kurt Tucholsky


zuletzt bearbeitet 06.06.2016 10:30 | nach oben springen

#20

RE: Studiumgebühren in der DDR

in DDR Zeiten 06.06.2016 11:37
von Nostalgiker | 2.743 Beiträge | 682 Punkte
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Es geht hier, so habe ich die Ausgangsfrage verstanden, weniger um "Studium ist Studium" und auch nicht dauerfeiernde Studenten .......
Es geht auch nicht um Spezialeinrichtungen wie die erwähnte Jugendhochschule, die gehörte zur FDJ und nicht zum Ministerium für Hoch- und Fachschulwesen, sondern um Einrichtungen die Letzterem zugeordnet waren.

Bei Auslandsstudenten war schon erstmal die Unterscheidung aus welchem Land bzw. politischen System sie kamen wichtig.
Aus den sozialistischen Staaten studierten in der DDR gefühlt eine Handvoll von Studenten, ich gehe mal davon aus das mehr DDR Studenten in den Ländern des RGW studierten als umgedreht.
Dann gab es die Gruppe der Studenten aus den jungen Nationalstaaten, vorrangig Afrika, Asien und Mittelamerika.

Vereinzelt gab es auch Studenten aus dem NSW an ausgesuchten Hochschulen und Universitäten der DDR.

Die Studenten aus den Nationalstaaten und NSW wurden von speziell dafür qualifizierten Dozenten betreut.
Eine Teilnahme an dem für DDR Studenten obligatorischen M/L Grundlagenstudium war für sie freiwillig.
Allerdings boten Universitäten/Hochschulen speziell für diese Studenten gesonderte Vorlesungsreihen/Seminare im Bereich Philosophie und Wirtschaftswissenschaften an.

Als Kind/Jugendlicher ergaben sich für mich dadurch interessante Kontakte zu Studenten aus Indien und damals noch Ceylon .....
Denn die betreuenden Betreuer waren auch dazu angehalten diese Studenten auch außerhalb des Unterrichtes zu betreuen und sie mit dem Alltagsleben in der DDR bekannt zu machen.

In der Nähe der damaligen Wohnung meiner Eltern war auch ein Studentenwohnheim in dem vorrangig Afrikaner wohnten.

Inwieweit und wenn ja in welcher Höhe Studiengebühren entrichtet wurden entzieht sich meiner Kenntnis, einfach aus dem Grund weil es mich damals nicht interessierte.

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler


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