Warum hat man in Russland mit Schwulen ein Problem?

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15.08.2013 11:47 (zuletzt bearbeitet: 15.08.2013 11:47)
#1
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Journalist Dmitri Kisseljow in einer Fernsehsendung zum Thema Homosexualität“:

Ich finde, es ist zu wenig, Schwule für homosexuelle Propaganda unter Minderjährigen zu bestrafen. Man muss ihnen Blut- und Samenspenden verbieten, und ihre Herzen nach einem tödlichen Autounfall in der Erde vergraben oder verbrennen, da sie für eine Lebensverlängerung – ganz gleich für wen – ungeeignet sind.”
http://eurasiablog.de/blog/2013/08/13/di...chen-staats-tv/

Mittlerweile gibt es in den News viele Infos darüber. Auch russ. Sportler outen sich. Wie seht ihr diese Entwicklung?


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15.08.2013 12:00 (zuletzt bearbeitet: 15.08.2013 12:03)
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#2
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Ich würde gar kein Aufhebens darum machen. Wer schwul / lesbisch ist, soll in seiner Privatsphäre tun, was ihm / ihr beliebt.
Akzeptanz würde Russland gut tun. Aber wer will Putin und seine Garde stoppen ?
Meine Meinung :
Was soll das ganze öffenliche Rumgezeter ? Müssen Heteros jetzt zukünftig auch auf die Straße gehen, bunte Fahnen
schwenken, Umzüge veranstalten , ihre sexuelle Neigung kundtun ?
Für mich ist das alles maßlos übertrieben, mir ist´s egal, wer wann wo und mit wem, solange mich niemand zu irgend etwas
nötigt.


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15.08.2013 12:03
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#3
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Nicht nur Russland
!http://antiislam.wordpress.com/2009/01/2...ei-schwule-hin/

Da entnommen ,
Ein Versuch, Homosexualität weltweit straffrei zu stellen, ist im Dezember fehlgeschlagen: Frankreich und die Niederlande haben bei der UNO eine Resolution dazu eingebracht, die aber von den meisten Staaten nicht unterzeichnet wurde.


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15.08.2013 12:15 (zuletzt bearbeitet: 15.08.2013 12:16)
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#4
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Minderheiten haben es grundsätzlich schwer. Egal in welchem Land oder Gesellschaft.

Das "staatliche" Anti - Homosexuellen Gesetz in Russland öffnet der Hetze Tür und Tor. Es gibt nicht wenige, auch in Russland, die diese Entwicklung kritisch sehen und auch schon vor Monaten gewarnt haben.

Auch hier im Forum war es schon einmal Thema, bei dem es heiß her ging : Homosexuelle in Russland

LG von der grenzgaengerin


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15.08.2013 12:16
avatar  Mike59
#5
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Zitat von turtle im Beitrag #3
Nicht nur Russland
!http://antiislam.wordpress.com/2009/01/2...ei-schwule-hin/

Da entnommen ,
Ein Versuch, Homosexualität weltweit straffrei zu stellen, ist im Dezember fehlgeschlagen: Frankreich und die Niederlande haben bei der UNO eine Resolution dazu eingebracht, die aber von den meisten Staaten nicht unterzeichnet wurde.



Keine Ahnung weswegen das besondere Interesse für die Schwulen in Russland besteht. Es gibt wichtigeres.


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15.08.2013 12:31
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#6
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Bedenkt, in Russland sterben Männer im Schnitt 20 jahre !!! früher als im Rest Europas, Hauptgrund Wodka, deshalb ist Förderung Heterosex. ernshafter Überlebenskampf des Russentums, Schwule zeugen zusammen nun mal keine Kinder...


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15.08.2013 13:29
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#7
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Solange Russlands Präsidenten mit nackten Oberkörpern öffentlichkeitswirksam U-Boote steuern oder sibirische Bären erwürgen wird sich an dieser Stimmung in dem Land nichts ändern.


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15.08.2013 15:18 (zuletzt bearbeitet: 15.08.2013 15:30)
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#8
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Zitat von schnatterinchen im Beitrag #7
Solange Russlands Präsidenten mit nackten Oberkörpern öffentlichkeitswirksam U-Boote steuern oder sibirische Bären erwürgen wird sich an dieser Stimmung in dem Land nichts ändern.


Ich dachte immer, Herr Putin hatte einen Fisch am Haken, als er mit freiem Oberkörper angelte. Woher weißt Du, daß es ein U-Boot war?
Und in Sibirien einen Bären erwürgt? Da wäre doch gleich der WWF zur Stelle...
Die Stimmung in Russland ist doch gar nicht so übel. Aber als alter Russlandkenner kannst Du uns bestimmt mehr darüber berichten.


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15.08.2013 16:25 (zuletzt bearbeitet: 15.08.2013 16:27)
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#9
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KID

Die Russen haben nur ein Problem damit, wenn es in der Offentlichkeit diskutiert oder gezeigt wird. Im Privatleben sieht es oft ganz anders aus. Das Perverse ist, dass das Haendchenhalten der Soldaten, oder gar das unschuldige Nacktsein und gegenseitiges Peitschen in der Banja klare homoerotische Zuege besitzen. Das ist in vielen Kulturen so, wo 'Maennerliebe' nicht offen akzeptiert wird.

Dass heute neueinberufene Soldaten Mobbing durch Zwangsprostitution erleiden muessen, ist fuer Russland eine Tragoedie. Es geht hier nicht um Sexualtiet, nicht um Sex an sich - es geht um Macht. Es ist die Macht einer Maennerkultur.

In der DDR konnte man ohne Weiteres den Kontakt zu Sowjetsoldaten finden, war man so eingestellt. Den 'Russenstrich' gab es in Karlshorst. Es geht hier nicht um den Ruf der Sowjet- oder russichen Armee, sondern um die einfache Tatsache, dass es auch bei den Russen Schwule und schwule Soldaten gibt. Die kapieren es schon, haben aber irgendwie ernsthafte Probleme damit. Es erinnert mich an die 'Gleichberechtigung der Frau in der SU' : "Frauen duerfen in der SU Busse, Laster, Kipper, und Strassenbahnen fahren, doch das Familienauto gehoert nicht dazu: dieses faehrt der Mann!"

In Belarus gibt es auch eine handvoll Schwulenkneipen in Minsk. Wie es scheint, sind die 'boesen Weissrussen' etwas toleranter. Das ist aber auch nur relativ.

Wie gesagt, das ist nur meine Betrachtung der Sache.

Jens


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16.08.2013 16:46
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#10
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Issinbajewa im Westen am Pranger.

Zitat:
"Wir verstehen uns als traditionelles Volk", sagte Issinbajewa am Rande der Leichtahletik-WM in Moskau, wo sie ihren dritten WM-Titel gewonnen hatte. Männer sollten Frauen lieben und umgekehrt. "Dies ergibt sich aus der Geschichte. Ich hoffe, dass dieses Problem nicht die Olympischen Winterspiele in Sotschi belastet", meinte die Weltrekordhalterin.

Diese Aussage ist nach westlichem Empfinden "ein Skandal".
So skandalös das jetzt auch sein mag. Ich "oute" mich. Als Mann stehe ich auf Frauen - tut mir leid...

Hier der ganze Artikel:

http://de.eurosport.yahoo.com/news/leich...-160508743.html

Viele Grüße,

Kurt


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17.08.2013 09:35
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#11
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Zitat von Kurt im Beitrag #10
Issinbajewa im Westen am Pranger.

Zitat:
"Wir verstehen uns als traditionelles Volk", sagte Issinbajewa am Rande der Leichtahletik-WM in Moskau, wo sie ihren dritten WM-Titel gewonnen hatte. Männer sollten Frauen lieben und umgekehrt. "Dies ergibt sich aus der Geschichte. Ich hoffe, dass dieses Problem nicht die Olympischen Winterspiele in Sotschi belastet", meinte die Weltrekordhalterin.

Diese Aussage ist nach westlichem Empfinden "ein Skandal".
So skandalös das jetzt auch sein mag. Ich "oute" mich. Als Mann stehe ich auf Frauen - tut mir leid...

Hier der ganze Artikel:

http://de.eurosport.yahoo.com/news/leich...-160508743.html

Viele Grüße,

Kurt


@Kurt ,
was möchtest du denn der geneigten Forengemeinde mittteilen?
Die von dir angeführte russische Patriotin ist einen Tag später wieder zurückgerudert.
Möchtest das alles bischen ins Lächerliche ziehn.
Kaum jemand kennt dieses russische Antischwulengesetz und es gibt anderswo auf der Welt viel drastischere Gesetzte gegen Homosexuelle und doch geht es um die Richtung , in die sich dieses Land bewegt.
Wir können es nicht mit anderen Staaten sonstwo auf der Welt vergleichen.Es gehört zu Europa.


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17.08.2013 10:15
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#12
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Ich habe nichts davon, wenn ein Homosexueller in seiner Liebe totunglücklich ist. Ihm geht es wahrscheinlich auch nicht anders als Heterosexuelle in ihren Liebeskummer. Wer hat überhaupt etwas davon? Homosexualität passt ebend nicht ins Bild der "hochheiligen Familie", mit der Frau am Herd und dem Mann, der sich im Betrieb zu Tode abrackert für eine handvoll Euro oder Rubel und wenn das Abendessen nicht pünktlich auf dem Tisch ist setzt es Hiebe. Gewalttätigkeit in einer heterosexuellen Partnerschaft wird noch eher hingenommen als eine harmonische Liebesbeziehung unter Gleichgeschlechtlichen. Schon seltsam wie die Kirche die Moralkeule schwingt und Putin sich in Dinge einmischt, die ihm nichts angeht.

Gruß Hartmut!


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17.08.2013 12:56 (zuletzt bearbeitet: 17.08.2013 13:28)
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#13
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Wie ich das verstehe geht es hauptsächlich um den Schutz jugendlicher und offene zur Schaustellung der Homosexualität. Das Gesetz ist für mich eine interne russische Angelegenheit. Sozialistischer Bruderkuss ist damit wohl auch endgültig vorbei. Der Christopher Street Day hat mir nie gefallen. Ansonsten kann jeder lieben wem er möchte wenn beide Erwachsen sind !
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/ru...a-a-905108.html




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17.08.2013 13:13
#14
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Die Fragestellung des Threads ist etwas problematisch für mich, da es hier schnell zu einer Vermengung grundsätzlicher Fragen mit aktuellen politischen Beertungen kommt. Ich selbst bin kein ausgewiesener Kenner zu dieser Frage. Aber ein wenig habe ich mich damit beschäftigt. Daher ein paar Sätze dazu.

Rein rechtlich ist Homosexualität in Russland legal. Damit haben wir einen Zustand, den Deutschland auch erst 1994 offiziell hergestellt hat. Aber: In Russland gibt es keinen Schutz gegen Diskriminierung (in Deutschland auch erst seit 2006 mit dem AGG gegeben) und es gibt keinen staatlich erkennbaren Willen zur Aufklärung (wozu es in Deutschland im übrigen auch keine klaren und verbindlichen Regeln gibt). Das erst mal zur Ausgangssituation.

Dann kommt oft der Hinweis auf eine kulturell stark verwurzelte Homophobie in Russland. Dazu kann ich aus eigener Anschauung nichts sagen. Ich koppele nur mal wieder zurück auf unsere Musterschülerdemokratie. Es reicht, hier im Forum die Beiträge zur Homosexualität zu lesen, um zu sehen, wie tief die Homophobie auch noch bei uns reicht. Auch "positive Diskriminierung" ("ich hab ja nichts gegen Die ...") ist ein Ausdruck tief verwurzelter Homophobie. Aber sei es, die Menschheit hat 500 Jahre gebraucht, um vom Erkennen, dass die Erde eine Kugel ist, zur weitestgehenden Akzeptanz dieser Tatsache zu kommen. Da wollen wir es mal mir dem Erkennen, dass Homosexualität ein Teil der Natur von Menschen und Tieren ist, nicht übers Knie brechen

Die eigentliche Crux der gegenwärtigen Diskussion ist aus meiner Sicht eine andere. Das im Gesetz vom Juni 2013 verhängte Verbot von "Homosexuellen-Propaganda" droht auch Ausländern bei öffentlicher Zurschaustellung von Homosexualität Sanktionen an. Theoretisch können also bei Olympia Festnahmen erfolgen, wenn Sportler oder Zuschauer sich händchenhaltend oder sich umarmend in der Öffentlichkeit zeigen. Das ist ein Punkt, der unbedingt geklärt werden muss. Inzwischen gibt es weltweit 17 Staaten und 13 US-Bundesstaaten, in denen die gleichgeschlechtliche Ehe legal ist - Tendenz steigend. Insofern haben die Debatten um einen Olympiaboykott einen handfesten Hintergrund.

Die andere Seite der Medaille sind die politischen Spielchen, die damit laufen. Grundsätzlich zielt das Gesetz auf eine Akzeptanz durch konservative, national orientierte und kirchlich gebundene Kreise. 'Nun gut', könnte man sagen, 'Putin zielt auf eine Mehrheit, wer soll es ihn verdenken'. Hier muss man klar die Gegenfrage stellen: Auf wessen Kosten tut er das? Auf der anderen Seite ist das aber auch Wasser auf die Mühlen der westlichen Kreise die eine Isolation Russlands vorantreiben wollen. Und warum würde es mich nicht wundern, wenn in kurzer Zeit von der russischen Politik ein Signal Richtung Westen kommt: Wir nehmen das Gesetz zurück, aber nur wenn ... (Natürlich würde das nicht öffentlich so kommen).

Fazit: Im Angesicht von Politik grundsätzliche Haltungen zur Homosexualität diskutieren zu wollen birgt die Gefahr in sich, die Probleme durcheinanderzubringen.

ciao Rainman

PS: Ich bitte, Schreibfehler zu entschuldigen. Solche Texte sind auf einem Smartphone schwer zu überblicken.

"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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17.08.2013 17:18
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#15
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Sehr schön erklärt Rainman ! "Eins " setzen !

MfG Fritze


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