Fahnenflucht südlich von Helmstedt

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16.07.2009 21:26
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#16
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Feldwebel 88,
grüsse dich.
Was für ein Ereignis meinst du? Vllt. kann ich etwas dazu beisteuern??
Schönen Abend dir.
Th.


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16.07.2009 21:42
#17
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hallo torsten

meinte damit die 2 geschichte die ich aber auch bei ,,falsche richtung ,, mit reingeschrieben hab

musste mal schauen

mfg heiko


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16.11.2010 21:11
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#18
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hatte das alles miterlebt-war den abend -nacht -große graben schicht!
und so nwie geschildert war das auch-soweit ich weiß!


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22.11.2010 23:12
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#19
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Zitat von wotan
hatte das alles miterlebt-war den abend -nacht -große graben schicht!
und so nwie geschildert war das auch-soweit ich weiß!


Hallo Wotan,

warst Du in Ohrsleben ?

Vielleicht weißt Du ja noch was aus dem Posten vom Gefreiten L. wurde.
Würde mich mal interessieren was die Folgen für die nicht ganz den Vorschriften entsprechende Dienstdurchführung des Soldaten war.
Was waren die Konsequenzen einer Fahnenflucht für den zurückgebliebenen Rest der Kompanie?

Gruß
MATTHIAS


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23.11.2010 00:00 (zuletzt bearbeitet: 23.11.2010 00:00)
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#20
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Zitat von muts
In einem Beitrag in diesem Forum über die Ausrüstung der GT, habe ich gelesen, daß das Avatar von Karl 143 aus einer Fahnenflucht südlich von Helmstedt stammt. Ich habe eine Geschichte dazu, vielleicht ist sie ja die Geschichte zu diesem Bild.

Ich war von 11/87 bis 4/89 bei den GT, zuerst im GAR 7 in Halberstadt und wurde dann nach der Ausbildung versetzt in die 12.GK Hötensleben im GR23.
Diese Kompanie gehörte zum 3.GB, also zu den sogenannten Hinterlandindianern, die vorallem Zufahrtswege in Richtung Grenze im Sperrgebiet ausserhalb des Schutzstreifens absicherte.

Die im Abschnitt sichernde Kompanie müßte mit Standort in Ohrsleben die 4.GK/2.GB/GR23 gewesen sein.

Da der Bereich Hötensleben durch seine geografische Lage und der guten Aufklärbarkeit eine Hauptangriffsrichtung darstellte, wurde durch unsere Hinterlandkompanie in der Zeit von 18:00 bis 06:00 im Abschnitt eine zweite A-Gruppe eingesetzt. Es war,außer selbstverständlich bei Lagen,in dieser Zeit keinen Einsatz im Abschnitt vorgesehen, so daß die 12Stunden Schicht aus 6Stunden Nachtruhe und 6 Stunden Beobachtungsposten auf dem B-Turm bestand.

Wenn man heute das Grenzmuseum in Hötensleben besucht sieht man aus Richtung H.kommend rechts auf einer kleinen Anhöhe eine Führungsstelle. Zumindest als ich in Hötensleben stationiert war,wurde dieser Turm nicht als FÜST verwendet (diese befand sich weiter südlich), sondern wurde als Unterbringung für die A-Gruppe der 12.GK und möglicherweise am Tage als B-Turm genutzt.

1988 so etwa Anfang/Mitte März quittierte ein Gefreiter im letzten Diensthalbjahr der als Postenführer eingesetzt war, etwa 2 km nördlich von diesem Turm seinen Dienst bei den GT der DDR.

Es war mein zweiter Dienst in der A-Gruppe und somit der zweite im Grenzabschnitt überhaupt für mich.
Ich hatte Nachtruhe, als von draussen Rufe zu hören waren. Vor dem Turm stand ein Soldat der versuchte sich bemerkbar zu machen. Er stammelte irgendetwas, daß sein Postenführer auf dem Vorgelagerten sei, weil dort ein Flüchtiger ist. Er hat es aber nicht über den 3m Zaun geschafft, deswegen wolle er Hilfe holen. Verwundert tat er, daß wir von der Lage nichts wüssten.

Ich habe mich später immer wieder gefragt, ob er das geglaubt hat was er da erzählte, und ich meinte er sagte das im vollem Ernst.

Nachdem der verbliebene Rest des Grenzpostens (der Soldat)das Geschehen an die FÜST weitergegeben hatte, wurden wir an den Ort des Geschehens zur Absicherung befohlen.
Nach Ankunft am PoP sollten wir absichern, zu retten war zu diesem Zeitpunkt eh nichts mehr, obwohl der Posten mit voller Inbrunst davon ausging, daß sein Postenführer mit durchgeladener Waffe das Vorgelagerte nach GV´s absuchte.
Der Posten war ein Soldat im 1.Diensthalbjahr, seine Grenzdiensterfahrungen war also eigentlich gleich null.

Der Ablauf der Flucht hatte irgendwie auch etwas Komisches. Nach Angaben des Zurückgebliebenen war folgendes passiert :
Der Posten war gerade dabei das Abendessen zuzubereiten.

Als wir am Ort des Geschehens eintrafen konnten wir den "Herd" noch sehen.

Es sollte Kohlrouladen geben.
Der Posten ist also mit der Zubereitung des Essens beschäftigt, der PF meldet sich am GMN bei der FÜST .
Nach dem fingierten Gespräch packt er den Hörer ein und geht zu seinem rührenden Posten.
Er erzählt ihm,das sich auf dem Vorgelagerten, Grenzverletzer befinden, und ihnen befohlen wurde über den Zaun zu steigen, um nachzuschauen.
Beide gingen über den K6 zum Zaun.

Ich glaube der PF ließ sogar noch durchladen.

Dann hat der Unselige für den Postenführer Räuberleiter gemacht, so daß es mit Benutzung von Handschuhen eine recht leichte Übung war den Zaun zu übersteigen.
Nach dem was der Posten erzählte hat sein Postenführer noch eine Weile auf der anderen Seite des Zaunes gestanden und ihn ermutigt rüberzusteigen. Er habe es versucht, aber nicht geschafft.
Irgendwann hat sich sein PF umgedreht und ist gegangen.

Nach relativ kurzer Zeit, nachdem ziemlich viele Gestalten mit ziemlich vielen UaZ eingetroffen waren durften wir den Bereich verlassen.
Kurios war noch, das der Postenführer das Funkgerät feindwärts am Zaun hat hängen ließ. Absicht oder nicht?Aufgedreht auf volle Lautstärke brüllte der dann einsetzende rege Funkverkehr in die ruhige Nacht.

Zurück auf dem A-Gruppenturm durfte ich, in den frühen Morgenstunden, noch den, ich glaube, stellv. Regimentskommandeur begrüßen. Ich glaube aber meine vorschriftsmäßige Meldung, daß es während meiner Dienstzeit, ein Vorkommnis im Postenbereich gab, wollte er nicht wirklich hören.


Vielleicht passt das ja mit Karl143 Avatar zusammen.
Was von dem was der Posten über den Hergang berichtete, Dichtung und Wahrheit ist, weiß ich nicht. Zumindest waren seine Ausführungen mit dem was wir vorfanden plausibel.

Gruß
Matthias




sehr interessante Geschichte, liest sich gut dein Bericht. Insgesamt klingt das abgelaufene aber auch etwas verworren. Der junge Posten muss aber sehr unerfahren oder naiv gewesen sein, um das alles für bare Münze zu nehmen was der Postenführer da als Befehl oder Anweisung sagte.

Gruß Gert


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23.11.2010 00:15 (zuletzt bearbeitet: 23.11.2010 00:15)
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#21
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die geschichte liest sich sehr gut,nur fallen mir sofort 2 dinge auf.ich war ja 81/82 dabei.
kamen 88 die soldaten schon im 1.diensthalbjahr an die grenze und 2.lernten sie nicht das posten nichts hinter dem 3 meter streckmetallzaun zu suchen haben?dies war nur auf anweisung gestattet zur gakl-absicherung und einen gv zu stellen durch rüber klettern?der rennt 30 meter und ist in der brd,also irgendwie etwas wahrheit glaube ich schon,aber mit fantasie gemischt.
andy


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23.11.2010 10:58
avatar  josy95
#22
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Zitat von EK 82/2
die geschichte liest sich sehr gut,nur fallen mir sofort 2 dinge auf.ich war ja 81/82 dabei.
kamen 88 die soldaten schon im 1.diensthalbjahr an die grenze und 2.lernten sie nicht das posten nichts hinter dem 3 meter streckmetallzaun zu suchen haben?dies war nur auf anweisung gestattet zur gakl-absicherung und einen gv zu stellen durch rüber klettern?der rennt 30 meter und ist in der brd,also irgendwie etwas wahrheit glaube ich schon,aber mit fantasie gemischt.
andy



Gut @EK 82/2, wir waren beide nicht direkt dabei, Du hast das direkte Insiderwissen.

Wirklich sehr interessante Schilderung, für so ungewöhnlich halte ich das alles nicht. Hab während meiner NVA- Zeit auch einige Naivitätskorifeen kennengelernt. Wenn Du denen erzählt hättest, Amis, Engländer oder Franzosen von der MVM verschenken vor der MHO- Verkaufstelle Kaugummis und Sarottischokolade..., die wären sofort dahingegangen

Entweder wirklich so ein Bleppo oder das Soldat- Schwejk- Syndrom...


josy95

Günter Schabowski hatte es in seiner legendären Pressekonferenz am 09.11.1989 wahrlich nicht leicht und vor allem keine Zeit, den genauen Zeitpunkt der Einführung der neuen DDR- Reisegesetze bei Krenz oder im SED- Politbüro zu hinterfragen.
Jeder kennt das Ergebnis.
Politiker von heute haben den Vorteil, nicht unter Zeitdruck zu stehen wie einst Schaboweski und das Politbüro der SED.
Und bevor sie in die Öffentlichkeit gehen, nocheinmal die Lobbyisten zu fragen, die ihnen die Gesetze geschrieben haben ...

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23.11.2010 17:46
avatar  muts
#23
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Zitat von EK 82/2

kamen 88 die soldaten schon im 1.diensthalbjahr an die grenze


Ja, die Grundausbildung betrug zu dieser Zeit 3 Monate zumindest in Halberstadt,Glöwen,Plauen und Eisenach (k.A. ob es noch andere GAR gab). Somit wurden die im November 87 Gezogenen, Ende Januar in die GK versetzt und hatten dann noch 3 Monate im 1.DH.

Zitat von EK 82/2
und 2.lernten sie nicht das posten nichts hinter dem 3 meter streckmetallzaun zu suchen haben?dies war nur auf anweisung gestattet zur gakl-absicherung und einen gv zu stellen durch rüber klettern?der rennt 30 meter und ist in der brd



Wie auch ich, wird auch er, gelernt haben, dass man :

-im Grenzdienst nicht schläft,
-sich mit dem Kocher aus dem Teil 1 kein Essen kocht,
-während des Grenzdienstes und überhaupt kein Westradio hört,
-seine Waffe nicht aus der Hand legt
-seinen Postenführer/Posten nicht aus den Augen lässt
-usw.usf.

Zitat von EK 82/2
,also irgendwie etwas wahrheit glaube ich schon,aber mit fantasie gemischt.
andy


Tja, die kuriosesten Geschichten schreibt das Leben selber!

Gruß
MATTHIAS


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25.11.2010 01:44
#24
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Zitat von muts
...Die im Abschnitt sichernde Kompanie müßte mit Standort in Ohrsleben die 4.GK/2.GB/GR23 gewesen sein.


@muts
Nur für Dich zur Info, Linieneinheit Ohrsleben stimmt, war allerdings die 8./II./GR-23.

Gruß,254


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25.11.2010 11:45
avatar  Sonne
#25
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Schade das der junge Posten nicht auch noch über den Zaun gekommen ist!!!

Gruß Sonne

05/66-10/67
18 Monate meiner Jugend
in Glowe, Rothesütte, Elend

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21.03.2014 20:36
avatar  ( gelöscht )
#26
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( gelöscht )

Interessant was hier geschrieben wurde.
Dann möchte ich mich outen, wie man das heute in Neudeutsch spricht.
Ich war von Oktober67-Juli68 in Hötensleben, damals 9.GK. im 2.GB-Barneberg, im 25.GR-Oschersleben, der 7.GBrigade Magdeburg.
Am Bahndamm, südlich vom Ortsrand zwischen Minensperre und Hundelaufzaun ist mir die Flucht gelungen. Großen Dank noch heute an das Herstellerwerk der Betonsäulen für die 3,2m hohen Metallgitterzäune. Alle 40-60cm waren in den Säulen Löcher gewesen und diese waren so groß, dass der Kaschi-Lauf genau reinpasste. Eine bessere Fluchthilfe konnte es nicht geben.
Gruß MusikMan


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