Überzeugte Kommunisten in der DDR bis heute

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10.02.2022 20:05
avatar  icke46
#541
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Zitat von Alfred im Beitrag #540


(….)


Was kosten denn BND, Bundeswehr und Co. und was erwirtschaften diese ?


Ich weiß ja nicht, aber in meinen Augen ist die Frage falsch gestellt. Wenn man tatsächlich eine Vergleichbarkeit der Sicherheitsaufwendungen DDR damals - Bundesrepublik heute herstellen will, geht das eigentlich nur, wenn man die Kosten in Prozent des Bruttoinlandsprodukts angibt. Ansonsten kann man zwar mit astronomischen Zahlen hantieren, hat aber keinen Anhalt, was diese Zahlen im Gesamtkontext des Staates ausmachen.


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10.02.2022 20:07
avatar  Fall 80 ( gelöscht )
#542
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Fall 80 ( gelöscht )

Was kosten denn BND, Bundeswehr und Co. und was erwirtschaften diese ?[/quote]

@Alfred Diese Organe sind aber keine Erfüllungsgehilfen bei der Käfighaltung eines großen Teiles der Bevölkerung. Ich bin mir auch sicher, dass die keiner fragt, ob sie mit der Schusswaffe verhindern würden, dass jemand das Land verlässt.

Uli


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10.02.2022 20:09
#543
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Das Verhältnis dieser Kosten zur Wirtschaftsleistung des Landes ist heute ganz sicher günstiger.

Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)


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10.02.2022 20:15
avatar  Gert
#544
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Zitat
Was kosten denn BND, Bundeswehr und Co. und was erwirtschaften diese ?



@Alfred ein Bruchteil dessen, was das MfS die DDR Bevölkerung gekostet hat. Immer gemessen an volkswirtschaftlichen Kennziffern wie Bruttoinlandsprodukt usw.

Der Hauptgrund für Stress ist der tägliche Umgang mit Idioten!
Mauern sind Monumente der Angst

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15.02.2022 21:49
#545
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avatar GKUS64
„Was ich meine ist aber, daß es durchaus eine Chance gegeben hätte in einem solchen Kosmos die Rahmenbedingungen für eine moderne Gesellschaftsordnung zu schaffen.“
Zitat aus Beitrag #502 von @Hackel39

Hier fällt mir sofort der berühmte Ausspruch „hätte, hätte, Fahradkette“ ein.
Die Bedingungen in der DDR waren doch für diesen Kosmos ideal:
- eine, mit fast undurchdringlicher Mauer umgebene, Region (besser Käfighaltung!)
- die deutsche Mentalität mit ihrer beispielhaften Gründlichkeit
- auch Bildung und Wissenschaft waren vorzüglich

Selbst bei diesen optimalen Bedingungen ist es nicht gelungen (Ironie aus!)


So ideal waren die Bedingungen ganz und gar nicht. Das kann vielleicht ein Staat von sich behaupten, der in allen Dingen autark ist, egal was Nachbarn tun oder lassen. Östlich gelegen waren, sagen wir mal, wohlgesonnene Nachbarn. Westlich ein stärkerer Nachbar, der eher daran interessiert war, seinen östlichen kleineren Nachbarn über Kurz oder Lang in seinen Einflussbereich zu bekommen. Dazu wurde alles unternommen, was unter der Schwelle der offenen Gewalt lag. Durch meinen Vater erfuhr ich so einige Aktionen des Westens, die nur dem einzigen Zweck dienten: den kleineren östlichen Nachbarn so zu schwächen, daß ihm nichts weiter übrig bleibt, als die Kapitulation. Wird zwar von den bekannten Usern vehement bestritten werden, aus Ahnungslosigkeit/Nicht-wissen oder prinzipieller politischer Einstellung, ändert aber nichts an den historischen Tatsachen. Klingt ganz selten mal in medialen Auftritten von Historikern an.


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15.02.2022 21:52
avatar  Ebro
#546
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Ob sich unsere Väter kennen???

Jeden Tag nehme ich mir aufs Neue vor, mich hier nicht mehr aufzuregen. Und dann treffe ich wieder auf einige Idioten, die das erfolgreich verhindern!!

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16.02.2022 20:31
avatar  Gert
#547
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Zitat
So ideal waren die Bedingungen ganz und gar nicht. Das kann vielleicht ein Staat von sich behaupten, der in allen Dingen autark ist, egal was Nachbarn tun oder lassen. Östlich gelegen waren, sagen wir mal, wohlgesonnene Nachbarn. Westlich ein stärkerer Nachbar, der eher daran interessiert war, seinen östlichen kleineren Nachbarn über Kurz oder Lang in seinen Einflussbereich zu bekommen. Dazu wurde alles unternommen, was unter der Schwelle der offenen Gewalt lag. Durch meinen Vater erfuhr ich so einige Aktionen des Westens, die nur dem einzigen Zweck dienten: den kleineren östlichen Nachbarn so zu schwächen, daß ihm nichts weiter übrig bleibt, als die Kapitulation. Wird zwar von den bekannten Usern vehement bestritten werden, aus Ahnungslosigkeit/Nicht-wissen oder prinzipieller politischer Einstellung, ändert aber nichts an den historischen Tatsachen. Klingt ganz selten mal in medialen Auftritten von Historikern an.


@DoreHolm
Ich weiss nicht ob deine Allgemeinplätze, die man sowieso nicht auf Wahrheitsgehalt überprüfen kann, wie damals die SED Propaganda, auch richtig sind aber wenn sie richtig sind sage ich heute noch Bravo. Man hätte die DDR schädigen sollen, so oft es ging mit dem Ziel der Beseitigung der Teilung Deutschlands. Dazu war jeder deutsche Patriot nach 1949 verpflichtet. Das zunächst unwahrscheinliche Ziel wurde ja auch erreicht, weil es im östlichen Teil eine große Menge Patrioten gab, die die Anschubfunktion hervorragend anleierten. Die paar Russenknechte, die dagegen waren, konnte man getrost vernachlässigen, da ihre "Meister" inzwischen auch auf dem Wege zum politischen Exitus waren. Ich habe daraus gelernt, man soll nie aufgeben auch wenn die Erreichung eines Zieles noch so unrealistisch erscheint.

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17.02.2022 20:44 (zuletzt bearbeitet: 17.02.2022 20:53)
avatar  ErWiWo ( gelöscht )
#548
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ErWiWo ( gelöscht )

Zitat von DoreHolm im Beitrag #545
Westlich ein stärkerer Nachbar, der eher daran interessiert war, seinen östlichen kleineren Nachbarn über Kurz oder Lang in seinen Einflussbereich zu bekommen. Dazu wurde alles unternommen, was unter der Schwelle der offenen Gewalt lag. Durch meinen Vater erfuhr ich so einige Aktionen des Westens, die nur dem einzigen Zweck dienten: den kleineren östlichen Nachbarn so zu schwächen, daß ihm nichts weiter übrig bleibt, als die Kapitulation. Wird zwar von den bekannten Usern vehement bestritten werden, aus Ahnungslosigkeit/Nicht-wissen oder prinzipieller politischer Einstellung, ändert aber nichts an den historischen Tatsachen. Klingt ganz selten mal in medialen Auftritten von Historikern an.


Das müssen dann aber sehr harte Aktionen gewesen sein, an die ich mich so nicht erinnern kann.
Ich wüsste also wirklich gerne, welche Aktionen dein Vater damit meint.

Politisch werden wir uns aber sowieso nicht einigen, denn ich bin der Ansicht, dass die DDR eben nicht durch Aktionen des Westens oder dem Missmanagement einiger Greise im Politbüro gescheitert ist.

Meines Erachtens enthält der M/L nämlich schon immanente Fehler, die eigentlich zwangsläufig zum Misserfolg führen müssen:

Nach Marx müsste sich die soziale Organisation eines Volkes, wenn auch nicht streng determiniert, so doch von der allgemeinen Tendenz her, immer mehr vervollkommnen, bis sie am Schluss im Kommunismus ihre Vollendung erlangt.
Eine allgemeine voraussagbare Tendenz setzt aber voraus, dass Menschen wenigstens als Masse (oder Klasse) berechenbar handeln.
Das durfte Marx nach dem rein mechanistischen Standpunkt der Wissenschaft zu seiner Zeit annehmen, diese Annahme gilt heute aber als überholt.
Damals hielt man alles, sogar das Universum als Ganzes theoretisch voraus berechenbar, hätte man nur alle Daten des gegenwärtigen Zustands; dass es chaotische Zustände geben könnte, war vollkommen undenkbar.
Nach der gegenwärtigen, doch wohl besser fundierten Theorie ist ein Masse von Menschen ein sich selbst organisierendes dynamischen System, für das die Chaos-Theorie gilt.

Beispiel: Es sollte eine geradezu selbstmörderische Ideologie wie der Faschismus spätestens nach dem Übergang vom Feudalismus zum Kapitalismus im mechanistischen Weltbild gar nicht mehr möglich sein, sie ist aber aufgetreten, indem es Hitler erreicht hat, einen großen Teil des Volkes in eine Art Massenhysterie (und die ist ein chaotischer Zustand) zu versetzen.

Lenin begeht sogar einen noch größeren Fehler.
Spätestens zum endgültigen Übergang vom Sozialismus zum Kommunismus benötigt er nämlich tatsächlich einen "neuen Menschen" der die Interessen seiner Klasse immer über seine eigenen stellt.
Ein solcher Mensch, gäbe es ihn denn, wäre natürlich sehr schön, nach christlicher Terminologie wäre er ein Heiliger.
Aber mit Heiligen funktioniert natürlich jedes System zum Wohle aller, vollkommen unabhängig davon, wie man die Wirtschaft organisiert, ob kapitalistisch oder sozialistisch oder kommunistisch.
Dieser neue Mensch hat nur den einen Fehler, dass er schlicht und ergreifend nicht als Masse (oder Klasse), sondern höchstens sehr vereinzelt existiert und zwar so vereinzelt, dass er es nicht erreichen kann, eine ganze Gesellschaftsordnung ohne andauernde Zwangsmaßnahmen (siehe DDR) auf Dauer zu verändern und genau diese Zwangsmaßnahmen tragen den Keim der Selbstauflösung schon in sich.


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17.02.2022 21:56
#549
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Zu 545
Den Osten Deutschlands Schwächen mit allen Mitteln . Man schreckte vor nichts zurück.
Ich erinnere mich als Kinder haben wir mal irgendwelches Propagandazeug eingesammelt was an kleinen Fallschirmen in die DDR flog. Oder die Kartoffelkäfer die von drüben kamen um der Landwirtschaft eins auszuwischen 😂


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17.02.2022 22:23 (zuletzt bearbeitet: 17.02.2022 22:32)
#550
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Zitat von ErWiWo im Beitrag #548
Zitat von DoreHolm im Beitrag #545
Westlich ein stärkerer Nachbar, der eher daran interessiert war, seinen östlichen kleineren Nachbarn über Kurz oder Lang in seinen Einflussbereich zu bekommen. Dazu wurde alles unternommen, was unter der Schwelle der offenen Gewalt lag. Durch meinen Vater erfuhr ich so einige Aktionen des Westens, die nur dem einzigen Zweck dienten: den kleineren östlichen Nachbarn so zu schwächen, daß ihm nichts weiter übrig bleibt, als die Kapitulation. Wird zwar von den bekannten Usern vehement bestritten werden, aus Ahnungslosigkeit/Nicht-wissen oder prinzipieller politischer Einstellung, ändert aber nichts an den historischen Tatsachen. Klingt ganz selten mal in medialen Auftritten von Historikern an.


Das müssen dann aber sehr harte Aktionen gewesen sein, an die ich mich so nicht erinnern kann.
Ich wüsste also wirklich gerne, welche Aktionen dein Vater damit meint.

Politisch werden wir uns aber sowieso nicht einigen, denn ich bin der Ansicht, dass die DDR eben nicht durch Aktionen des Westens oder dem Missmanagement einiger Greise im Politbüro gescheitert ist.

Meines Erachtens enthält der M/L nämlich schon immanente Fehler, die eigentlich zwangsläufig zum Misserfolg führen müssen:

Nach Marx müsste sich die soziale Organisation eines Volkes, wenn auch nicht streng determiniert, so doch von der allgemeinen Tendenz her, immer mehr vervollkommnen, bis sie am Schluss im Kommunismus ihre Vollendung erlangt.
Eine allgemeine voraussagbare Tendenz setzt aber voraus, dass Menschen wenigstens als Masse (oder Klasse) berechenbar handeln.
Das durfte Marx nach dem rein mechanistischen Standpunkt der Wissenschaft zu seiner Zeit annehmen, diese Annahme gilt heute aber als überholt.
Damals hielt man alles, sogar das Universum als Ganzes theoretisch voraus berechenbar, hätte man nur alle Daten des gegenwärtigen Zustands; dass es chaotische Zustände geben könnte, war vollkommen undenkbar.
Nach der gegenwärtigen, doch wohl besser fundierten Theorie ist ein Masse von Menschen ein sich selbst organisierendes dynamischen System, für das die Chaos-Theorie gilt.

Beispiel: Es sollte eine geradezu selbstmörderische Ideologie wie der Faschismus spätestens nach dem Übergang vom Feudalismus zum Kapitalismus im mechanistischen Weltbild gar nicht mehr möglich sein, sie ist aber aufgetreten, indem es Hitler erreicht hat, einen großen Teil des Volkes in eine Art Massenhysterie (und die ist ein chaotischer Zustand) zu versetzen.

Lenin begeht sogar einen noch größeren Fehler.
Spätestens zum endgültigen Übergang vom Sozialismus zum Kommunismus benötigt er nämlich tatsächlich einen "neuen Menschen" der die Interessen seiner Klasse immer über seine eigenen stellt.
Ein solcher Mensch, gäbe es ihn denn, wäre natürlich sehr schön, nach christlicher Terminologie wäre er ein Heiliger.
Aber mit Heiligen funktioniert natürlich jedes System zum Wohle aller, vollkommen unabhängig davon, wie man die Wirtschaft organisiert, ob kapitalistisch oder sozialistisch oder kommunistisch.
Dieser neue Mensch hat nur den einen Fehler, dass er schlicht und ergreifend nicht als Masse (oder Klasse), sondern höchstens sehr vereinzelt existiert und zwar so vereinzelt, dass er es nicht erreichen kann, eine ganze Gesellschaftsordnung ohne andauernde Zwangsmaßnahmen (siehe DDR) auf Dauer zu verändern und genau diese Zwangsmaßnahmen tragen den Keim der Selbstauflösung schon in sich.


In Wesentlichen unterscheiden sich hier Deine und meine Meinung nicht sehr. Ich will hier nicht eine ellenlange Abhandlung meiner Sicht darlegen, aber nach den Erfahrungen der Wende, die bereits vorher schon begannen, hatte die DDR aus mehreren Gründen nie eine Chance, autarke eine Gesellschaft aufzubauen, so wie sie den Theoretikern vorschwebte. Das war Utopie. U.a. wurde der subjektive Faktor, insbes. bis in die 70er, nahezu völlig außer Acht gelassen. Ich schrieb schon mal ausführlich dazu in einem früheren Beitrag. Der subjektive Faktor, der aus den genetisch bedingten Verhaltensweise aus der frühen Urgemeinschaft herrührte. Diese wirkten auch beim "Neuen Menschen" in großen Teilen weiter.

Hätte ich gewust, daß ich dieses Wissen einmal hier brauchen werde, hätte ich mich ausführlicher mit meinem Vater drüber unterhalten. Es klingt banal, ist aber nur ein kleines Ding, lachhaft eigentlich, aber wirksam. Als in der DDR Zwiebeln, vermutlich wegen Mißernte oder falscher Planung, knapp wurden, wollte die BRD unbedingt von der DDR Zwiebeln kaufen. Wegen Devisenmangel unter Druck, wurden diese trotz Mangel dann exportiert. Ein Imageschaden für die DDR bei der Bevölkerung. "Nicht mal Zwiebeln gibt es ". Es hat einen Grund, daß es Schalk Golodkowski gab.


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17.02.2022 22:27
avatar  ErWiWo ( gelöscht )
#551
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ErWiWo ( gelöscht )

Zitat von Rimbach 86 im Beitrag #549
Den Osten Deutschlands Schwächen mit allen Mitteln . Man schreckte vor nichts zurück.
Ich erinnere mich als Kinder haben wir mal irgendwelches Propagandazeug eingesammelt was an kleinen Fallschirmen in die DDR flog. Oder die Kartoffelkäfer die von drüben kamen um der Landwirtschaft eins auszuwischen


Brauchten wir gar nicht, die haben sich selbst genug geschwächt.
Die Berliner Mauer war propagandistisch eine absolute Steilvorlage.
Wenn z.B. ein Staatsgast aus Afrika da war, der mit dem Sozialismus geliebäugelt hat, dann hat man ihn nach Berlin geflogen und ihm die Mauer gezeigt.
Wenn man Glück hatte, war da auf dem Podest, wo man rüberschauen konnte noch ein altes Mütterchen, das zu ihren Enkeln in den "demokratischen Sektor Berlins" hinüber gewinkt hat - und da war fast immer Eine.
Mussten wir bösen Wessi's noch nicht mal stellen, war dank DDR 100% echt.
Und wenn man dann bedenkt, wie Afrikaner auf Familienzusammenhalt stehen, war das als antisozialistische Propaganda absolut tödlich.

Danke, Herr Ulbricht

Liebe Kommunisten, seid mir nicht böse, ich weiß, dass sich das nach Häme anhört, aber das ist tatsächlich so passiert und es war wirksam und natürlich propagiert jeder sein eigenes System so gut er eben kann.


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17.02.2022 22:29
avatar  Gert
#552
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Zitat von Rimbach 86 im Beitrag #549
Zu 545
Den Osten Deutschlands Schwächen mit allen Mitteln . Man schreckte vor nichts zurück.
Ich erinnere mich als Kinder haben wir mal irgendwelches Propagandazeug eingesammelt was an kleinen Fallschirmen in die DDR flog. Oder die Kartoffelkäfer die von drüben kamen um der Landwirtschaft eins auszuwischen 😂


an die Kartoffelkäfer erinnere ich mich auch noch sehr gut. Die mussten wir von der Schule auf den Feldern einsammeln. Es wurde uns gesagt, dass diese Käfer von den amerikanischen Imperialisten abgeworfen wurden. Was waren doch der Ulbricht und seine Entourage für Idixxxx

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17.02.2022 22:34
avatar  ErWiWo ( gelöscht )
#553
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ErWiWo ( gelöscht )

Zitat von Gert im Beitrag #552
an die Kartoffelkäfer erinnere ich mich auch noch sehr gut. Die mussten wir von der Schule auf den Feldern einsammeln. Es wurde uns gesagt, dass diese Käfer von den amerikanischen Imperialisten abgeworfen wurden. Was waren doch der Ulbricht und seine Entourage für Idixxxx


Da war Mao aber noch besser.
Da mussten die Schüler statt in die Schule zu gehen, den ganzen Tag herumlaufen und Krach schlagen, damit die Spatzen vor Stress eingehen und die rotchinesische Reisernte nicht mehr durch Körner aufpicken schädigen können.
Das waren wahrscheinlich fliegende amerikanische Saboteure.
Würde heute jeder für einen Fake halten, aber in der Kulturrevolution war wirklich ALLES möglich.


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17.02.2022 22:46
#554
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Richtig.
Und ohne die Spatzen vermehrten sich schädliche Insekten.

Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)


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18.02.2022 08:38
#555
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Zitat von ErWiWo im Beitrag #548
Zitat von DoreHolm im Beitrag #545
.


Politisch werden wir uns aber sowieso nicht einigen, denn ich bin der Ansicht, dass die DDR eben nicht durch Aktionen des Westens oder dem Missmanagement einiger Greise im Politbüro gescheitert ist.

Meines Erachtens enthält der M/L nämlich schon immanente Fehler, die eigentlich zwangsläufig zum Misserfolg führen müssen:

Nach Marx müsste sich die soziale Organisation eines Volkes, wenn auch nicht streng determiniert, so doch von der allgemeinen Tendenz her, immer mehr vervollkommnen, bis sie am Schluss im Kommunismus ihre Vollendung erlangt.
Eine allgemeine voraussagbare Tendenz setzt aber voraus, dass Menschen wenigstens als Masse (oder Klasse) berechenbar handeln.
Das durfte Marx nach dem rein mechanistischen Standpunkt der Wissenschaft zu seiner Zeit annehmen, diese Annahme gilt heute aber als überholt.
Nach der gegenwärtigen, doch wohl besser fundierten Theorie ist ein Masse von Menschen ein sich selbst organisierendes dynamischen System, für das die Chaos-Theorie gilt.

Beispiel: Es sollte eine geradezu selbstmörderische Ideologie wie der Faschismus spätestens nach dem Übergang vom Feudalismus zum Kapitalismus im mechanistischen Weltbild gar nicht mehr möglich sein, sie ist aber aufgetreten, indem es Hitler erreicht hat, einen großen Teil des Volkes in eine Art Massenhysterie (und die ist ein chaotischer Zustand) zu versetzen.

Lenin begeht sogar einen noch größeren Fehler.
Spätestens zum endgültigen Übergang vom Sozialismus zum Kommunismus benötigt er nämlich tatsächlich einen "neuen Menschen" der die Interessen seiner Klasse immer über seine eigenen stellt.
Ein solcher Mensch, gäbe es ihn denn, wäre natürlich sehr schön, nach christlicher Terminologie wäre er ein Heiliger.
Aber mit Heiligen funktioniert natürlich jedes System zum Wohle aller, vollkommen unabhängig davon, wie man die Wirtschaft organisiert, ob kapitalistisch oder sozialistisch oder kommunistisch.
Dieser neue Mensch hat nur den einen Fehler, dass er schlicht und ergreifend nicht als Masse (oder Klasse), sondern höchstens sehr vereinzelt existiert und zwar so vereinzelt, dass er es nicht erreichen kann, eine ganze Gesellschaftsordnung ohne andauernde Zwangsmaßnahmen (siehe DDR) auf Dauer zu verändern und genau diese Zwangsmaßnahmen tragen den Keim der Selbstauflösung schon in sich.


Die Heiligkeit wäre meinerseits und auch als Team möglich gewesen jedoch streng gebunden an den Dienstplan, will heißen daß es sehr wohl vorstellbar war, innerhalb der Arbeitszeit so strukturiert und überzeugt vorzugehen.
Es war vermutlich ein kapitales Mißverständnis meinerseits, daß man langfristig eine totale Kommune der einheitlichen Lebensweise vorgesehen hatte, das wurde in der Schulzeit unterschwellig kommuniziert, nicht aber im Parteilehrjahr oder der FDJ- Versammlung, so etwas war unverkäuflich.
Bahnbetrieb ist eine Mannschaftsleistung und da mußte jeder an seinem Platz das Öl und nicht der Sand im Getriebe sein, das hätte reichen müssen und reichen können wenn sich alle und überall daran gehalten hätten.
Die Beschränkung Kommunismus als reine Disziplinkategorie innerhalb eines Arbeitsvertrags zu verstehen, nicht aber als Religion wäre damals schon ein Fortschritt gewesen, schließlich geht es ja um die Produktionsverhältnisse und die sind normalerweise arbeitszeitgebunden und somit isoliert vom Privatleben zu betrachten.
Zwar hing auch am Anglerheim am 1. Mai die Fahne draußen und in der Verbandszeitung war auch Politik ein Thema, das hat man aber hingenommen und überflogen und nicht verinnerlicht, da ging es um Köder und Taktik und auch wenn mir jemand flüsterte, daß der Weltfrieden nur bei einem dreijährigen Wehrdienst sicher ist und jeder eine Familie mit zwei Kindern haben muß hielt ich mir eben die Ohren zu, ich hatte andere Pläne und keinen hat‘s wirklich gestört aber das nur nebenbei.

Tut mir leid für das ellenlange Zitat aber Dein Beitrag war so gut, daß kaum etwas zu kürzen ging.

Viele leben zu sehr in der Vergangenheit.
Aber die Vergangenheit soll ein Sprungbrett sein und kein Sofa.


Der Hahn mag krähen, aber die Hennen legen die Eier.

(Margaret Thatcher)

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