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#1

Überhaupt nichts los im Grenzabschnitt - gab es so etwas?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 17.07.2013 13:57
von Grenzgänger (gelöscht)
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Ich habe gerade nochmal einiges rund um die GÜST Marienborn gelesen.
Mir fiel auf, dass einer geschrieben hat "es gab zu meiner Zeit keinen einzigen Durchbruch" - ein anderer hat geschrieben "es gab mehrere Durchbrüche".
Beide werden recht haben, der unterschiedlichen Zeiten wegen.

So kam ich zum Thema:
Gab es Grenzabschnitte der GKn in denen über einen langen Zeitraum, sagen wir mal 2 bis 3 Jahre, nicht ein einziger Fluchtversuch oder eine gelungene Flucht stattgefunden hat?
In welchen man den "Zaun" hätte abbauen können, ohne dass es jemand ausgenutzt hätte..
Wenn ja, wie wurde die Truppe "wachsam" gehalten, wenn das, was eigentlich verhindert werden sollte "leider" nicht stattfand?

Danke schonmal

Siggi


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#2

RE: Überhaupt nichts los im Grenzabschnitt - gab es so etwas?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 17.07.2013 19:23
von jecki09 | 424 Beiträge | 19 Punkte
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[quoteSo kam ich zum Thema:
Gab es Grenzabschnitte der GKn in denen über einen langen Zeitraum, sagen wir mal 2 bis 3 Jahre, nicht ein einziger Fluchtversuch oder eine gelungene Flucht stattgefunden hat?
In welchen man den "Zaun" hätte abbauen können, ohne dass es jemand ausgenutzt hätte..
Wenn ja, wie wurde die Truppe "wachsam" gehalten, wenn das, was eigentlich verhindert werden sollte "leider" nicht stattfand?

Danke schonmal

Siggi[/quote]


Ja, auch in der GK Ifta war mal lange Zeit - über Jahre - "Ruhe". Wachsamkeit wurde auch oft genug nur noch geprädigt und fast keiner glaubte mehr an einen möglichen Grenzdurchbruch. Das war für die Führung der GK schon schwer. Kein UaZ und auch kein ZF hatte zu meiner Zeit Erfahrung was dann los ist. Nur der KC, Hauptfeld, paar Gakl und 2-3 Frauen aus der Küche hatten einen Durchbruch bereits erlebt. Alle 4 ZF´s und der StKC kamen nach 1984 (2) 1985 (1) 1986 (2).

Nur wenn ein Angriff in einer der Nachbar-GK´en war - hätte der auch bei uns gewesen sein können, wenn der GV an einer Kreuzung oder Gabelung einen anderen Weg genommen hätte - wurde das in der TAPi und bei den Belehrungen zum Grenzdienst weidlich ausgeschlachtet. Auch die Festnahmen der Kräfte der TRAPO und der VP wurden dazu genutzt. Manchmal kamen auch Informationen wo die GV´s durch wollten oder woran sie sich orientieren wollten (z.B. Güst Wartha - links liegen lassen, oder Ortslagen). Mehr ging oft nicht um die "Wachsamkeit" hoch zu halten.

Ergebnis: Dann wurden ein paar mehr wieder für kurze Zeit wach. So lange es gut ging, o.k.

Als es dann aber soweit war - Herbst 1987 - , waren alle auch erst einmal platt. Ursachenforschung war angesagt. Wie das vor sich ging hatten wir gerade in einem anderen Thema.


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#3

RE: Überhaupt nichts los im Grenzabschnitt - gab es so etwas?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 17.07.2013 19:30
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Wenn du die Durchbrüche auf die 1300 Kilometer Grenze aufrechnest, war Grenzsoldat ein ruhiger Job, theoretisch, weil dummerweise gerade wo du rumstandest hätte er ja kommen können.
Hat mal wer die Wahrscheinlichkeitsquote ausgerechnet?
Denk waren bestimmt 0, 00... %


Schmiernippel hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#4

RE: Überhaupt nichts los im Grenzabschnitt - gab es so etwas?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 17.07.2013 20:18
von utkieker | 2.964 Beiträge | 150 Punkte
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Die meisten (nahezu 100%) der Grenzsoldaten konnten nach Absolvierung ihres Grundwehrdienstes sagen "Abschnitt ohne" und damit war der Drops gelutscht! In meiner dreijährigen Dienstzeit gab es folgende nennenswerte Zwischenfälle:
1.) 1979 wurde ein britischer Staatsbürger an der GüSt Salzwedel festgenommen, der versucht hatte mit einem Fahrrad in die DDR einzureisen.
2.) 1980 zwei fahnenflüchtige Pionierkräfte verschwanden auf Nimmerwiedersehen im Abschnitt 2 (24. GR)
3.) Beschuß eines Postenpaares mit Gummigeschossen von unbekannten Tätern (Neonazi- Wehrsportgruppe?) ebenfalls '80 Abschnitt 2

kurios das ZDF- Filmteam an der GüSt Bergen (Dumme) 1979 (Kennzeichen D)
An keinen dieser Zwischenfälle war ich unmittelbar vor Ort, aber es waren genau die Abschnitte wo ich auch eingesetzt wurde und somit in der Aktuell Politischen Information (API) ausgewertet wurden.
Die "Festnahme" eines Ehepaares während meines Grenzpraktikums an der CSSR- Grenze 1978, möchte ich nicht überbewerten, denn erstens war es nur die Feststellung von Personalien von friedfertigen Bürgern die beim Pilze sammeln zu weit ins Territorium der CSSR eingedrungen waren und zum anderen geht die "Festnahme" voll auf die Kappe des Grenzunterabschnittsbevollmächtigten.
Ansonsten Lange Weile und Tristesse pur an gut 1000 Tagen.

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)


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zuletzt bearbeitet 17.07.2013 20:31 | nach oben springen

#5

RE: Überhaupt nichts los im Grenzabschnitt - gab es so etwas?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 17.07.2013 20:44
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In den 12 Monaten in der GK hatten wir soweit es mir noch geläufig ist
- 1 Durchbruch an der Elbe
-1 versuchter Durchbruch an der Elbe,kam aber zurück(Wasser war zu kalt)
-1 abgängiger Angehöriger der GT aus der Nachbar -GK
Streß und Hektik bei allen 3 Delikten zusammen ca. 1 Woche,also geruhsamer Dienst gesamt gesehen



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#6

RE: Überhaupt nichts los im Grenzabschnitt - gab es so etwas?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 18.07.2013 03:59
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Also gut, ich hatte einige Festnahmen und dazu noch gut 300 VGO, einige "Lagen" auch bei 13/81 sowie genügend "Böcke", um öfter mal Gesprächsthema zu sein aber trotzdem war während der überwiegenden Anzahl der Schichten nichts los, gar nichts.
Und so gut wie alle meine damals aktiven Kameraden haben in ihrer Dienstzeit selbst im recht "gut" frequentierten Schierker Abschnitt keinen Grenzverletzer auch nur gesehen.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#7

RE: Überhaupt nichts los im Grenzabschnitt - gab es so etwas?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 18.07.2013 09:16
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Während meiner Zeit,gab es bei uns im Bat..Eine Fahnenfucht und eine Rückkehr.
Und nun was für die Hartliner.Grenzverletzungen waren täglich gang und gebe,durch Meister Lampe und Borstel.Aber alles lief ohne die Anwendung der Schußwaffe ab.


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#8

RE: Überhaupt nichts los im Grenzabschnitt - gab es so etwas?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 18.07.2013 10:00
von Jobnomade | 1.380 Beiträge | 8 Punkte
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Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #3
Wenn du die Durchbrüche auf die 1300 Kilometer Grenze aufrechnest, war Grenzsoldat ein ruhiger Job, theoretisch, weil dummerweise gerade wo du rumstandest hätte er ja kommen können.
Hat mal wer die Wahrscheinlichkeitsquote ausgerechnet?
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Hallo Grenzwolf,

hier
Visuelle Darstellung der Grenzdurchbrüche
gab es mal eine DIskussion dazu - und auch ein paar Zahlen.
Ansonsten, in meiner Zeit 1979 in der Rhön, war es gottseidank ruhig.
Abgelegene Gegend, tiefe Hinterlandssicherung durch Trapo etc.
Mir ist nur ein Fall in Erinnerung:
Fluchtversuch in Melpers, Sommer 1979



Gruss Hartmut


u3644_Jobnomade.html
94 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 18.07.2013 10:04 | nach oben springen

#9

RE: Überhaupt nichts los im Grenzabschnitt - gab es so etwas?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 18.07.2013 11:17
von nimmnix | 196 Beiträge
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zu meiner zeit war man froh wenn Wochenende war und sich feindwärts ein paar Seelen gefunden hatten die einen ausflug an die grüne grenze machten .oder einen schönen volksdeutschen feiertag .da hatte man wenigstens was zu schauen, zu zählen und am schichtende eine sammelmeldung an die Führungsstelle abgeben konnte .mit angaben zu Fahrzeugen ,wieviele Männlein ,Weiblein,kinder usw.
bei Militär oder zoll oder bgs natürlich eine sofortmeldung an die Führungsstelle .bei Feiertagen konnte man sich ja nie sicher sein das nicht feindwärts gakl gehandelt haben .
ansonsten vertrieb man sich die zeit mit allem möglichen Blödsinn .
auch grenzverletzer nie zu gesicht bekommen .in meiner Dienstzeit 1/83-1/84 im abschnitt treffurt / katarinenberg /wanfried (ca 15 km langer abschnitt, bewacht durch vier postenpaare und der Führungsstelle) sind mir nur 2 Grenzverletzungen bekannt .eine tödliche am hellichten tag durch sm70 in höhe mainzer köpfe (Name des jungen ist mir bekannt )und eine mit 2 Personen aus dem grenzort katarinenberg nachts im nebel die auch durch sm70 in höhe strasse wanfried nicht glückte und zum glück nur verletzt wurden .

es haben viele Gedanken im kopf das ein Massenandrang an Flüchtlingen herrschte an der innerdeutschen grenze ,so wie jede nacht an der mexikanischen / amerikanischen grenze .
dies ist nicht der fall gewesen .was im Hinterland an festnahmen stattgefunden hat wurde an die einfachen grenzer nicht weitergegeben .


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