ZDF-Planspiel - Der Dritte Weltkrieg

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16.07.2013 21:59
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#1
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Kennt jemand dieses "Planspiel"?
https://www.youtube.com/watch?v=IpodgUrmXjE

In diesem fiktiven Planspiel des ZDF aus den 90er Jahren werden zeitgenössische Fernsehaufnahmen um 1990, Politikerreden, Manöveraufnahmen, nachgestellte Nachrichtensendungen und "Zeitzeugen" so zusammengeschnitten, dass sie eine Eskalation des Ost-West-Konfliktes 89/90 zeigen.

Wird hier ein realistisches Szenario gezeigt oder ist dies "typisch Guido Knopp"? Meinungen und Kommentare würden mich interessieren!

PS: Ich denke diese Pseudo-Doku gehört zur geschichtskulturellen Auseinandersetzung mit dem Kalten Krieg. Ich hoffe, dies ins richtige Forum eingestellt zu haben. Falls nicht: Bitte verschieben


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16.07.2013 22:46
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#2
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Zitat von Marienborn89 im Beitrag #1
Kennt jemand dieses "Planspiel"?
https://www.youtube.com/watch?v=IpodgUrmXjE

In diesem fiktiven Planspiel des ZDF aus den 90er Jahren werden zeitgenössische Fernsehaufnahmen um 1990, Politikerreden, Manöveraufnahmen, nachgestellte Nachrichtensendungen und "Zeitzeugen" so zusammengeschnitten, dass sie eine Eskalation des Ost-West-Konfliktes 89/90 zeigen.

Wird hier ein realistisches Szenario gezeigt oder ist dies "typisch Guido Knopp"? Meinungen und Kommentare würden mich interessieren!

PS: Ich denke diese Pseudo-Doku gehört zur geschichtskulturellen Auseinandersetzung mit dem Kalten Krieg. Ich hoffe, dies ins richtige Forum eingestellt zu haben. Falls nicht: Bitte verschieben



99 Luftballons


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16.07.2013 23:21
#3
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Meine persönliche Meinung im Jahre 1989 war, dass schon nach kurzer Zeit die Meldung vom "Rücktritt" Gorbatschows kommen und dann ein neuformiertes ZK der KPdSU den Reformbewegungen im Ostblock ein zügiges Ende setzen würde. Ich wäre jede Wette eingegangen, dass die Ereignisse des 9. Novembers in der DDR eine Episode bleiben würde: Man hätte alle rausgelassen, bis die grössten Protestler weg gewesen wären und nachher wieder dicht gemacht. So etwa wie 1953 oder 1968 in der CSSR.
http://de.wikipedia.org/wiki/Augustputsch_in_Moskau
Deshalb finde ich den Film nicht so ganz unrealistisch.
Theo


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16.07.2013 23:30
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#4
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Zitat von eisenringtheo im Beitrag #3

http://de.wikipedia.org/wiki/Augustputsch_in_Moskau
Deshalb finde ich den Film nicht so ganz unrealistisch.
Theo


Ja, sieht ja so aus, als wären hier einige Nachrichtenbilder und Politikeraussagen bezüglich des Augustputsches verwendet worden


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16.07.2013 23:31 (zuletzt bearbeitet: 16.07.2013 23:34)
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#5
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Das ist reine Spekulation. Im ersten Moment hatten glaube viele Oppositionelle den Gedanken gehabt: "Die wollen uns los werden."

Die "großen" Protestler waren aber sehr vorsichtig mit ihrem ersten Westbesuch nach der Maueröffnung. Die "kleinen" hatten das DM -Zeichen in den Auge - und vieles andere mehr. Es gab aber auch sehr viele, besonders in Berlin, den die ganze Politik pup egal war - und nur froh waren, dass die Mauer gefallen ist.

LG von der grenzgaengerin


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17.07.2013 01:48
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#6
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Guido Knopp, der für diesen Film zeichnet, ist Journalist http://de.wikipedia.org/wiki/Guido_Knopp , kein Historiker.

Ich gebe zu, an der Stelle des Vorspanns als Herr Knopp ins Spiel kam, habe ich "stop" gedrückt.

Meine Meinung.

LG von der grenzgaengerin


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17.07.2013 09:20 (zuletzt bearbeitet: 17.07.2013 09:20)
#7
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Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #6
Guido Knopp, der für diesen Film zeichnet, ist Journalist http://de.wikipedia.org/wiki/Guido_Knopp , kein Historiker.

Ich gebe zu, an der Stelle des Vorspanns als Herr Knopp ins Spiel kam, habe ich "stop" gedrückt.

Meine Meinung.

LG von der grenzgaengerin


Einen Doktortitel hat er auf jeden Fall, denn er hat 1975 an der Uni Würzburg promoviert
http://d-nb.info/760703418/about/html
Einigungsdebatte und Einigungsaktion in SPD und USPD 1917-1920: unter besonderer Berücksichtigung der "Zentralstelle für Einigung der Sozialdemokratie"
Schon damals hatte er den Riecher, was die Leute interessieren könnte.
Theo


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17.07.2013 10:59
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#8
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Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #6
Guido Knopp, der für diesen Film zeichnet, ist Journalist http://de.wikipedia.org/wiki/Guido_Knopp , kein Historiker.

Ich gebe zu, an der Stelle des Vorspanns als Herr Knopp ins Spiel kam, habe ich "stop" gedrückt.

Meine Meinung.

LG von der grenzgaengerin


Nichtsdestotrotz ist Guido Knopp ordentlicher Professor für Journalistik, deren Bereich natürlich auch gesellschaftswissenschaftlich angelegt ist und es hier viele Bezüge zur neueren und neuesten Geschichte gibt. Interdisziplinäres Arbeiten auf diesen Gebieten ist an Universitäten durchaus nicht ungewöhnlich.

Aber es ist keine Frage, dass Guido Knopp mit seiner Art und Weise des sog. "Ducotainments" generell und unter Historikern höchst umstritten ist und gerne und häufig kritisiert wird.


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17.07.2013 11:11 (zuletzt bearbeitet: 17.07.2013 23:44)
avatar  glasi
#9
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Zitat von eisenringtheo im Beitrag #3
Meine persönliche Meinung im Jahre 1989 war, dass schon nach kurzer Zeit die Meldung vom "Rücktritt" Gorbatschows kommen und dann ein neuformiertes ZK der KPdSU den Reformbewegungen im Ostblock ein zügiges Ende setzen würde. Ich wäre jede Wette eingegangen, dass die Ereignisse des 9. Novembers in der DDR eine Episode bleiben würde: Man hätte alle rausgelassen, bis die grössten Protestler weg gewesen wären und nachher wieder dicht gemacht. So etwa wie 1953 oder 1968 in der CSSR.
http://de.wikipedia.org/wiki/Augustputsch_in_Moskau
Deshalb finde ich den Film nicht so ganz unrealistisch.
Theo

Da sagst du was. Nur der Zeitpunkt und das es nur eine Komandozentrale gibt finde ich unrealitisch. Ende der 80 Jahre. Da war meiner Meinung die Luft raus aus dem Kalten Krieg. Egal wer in der UDSSR an die Macht gekommen wäre. Was mich noch intresieren würde wie weit die Nato denn Warschauer Pakt zurückgedrängt hätte. Lg Glasi


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17.07.2013 12:21
avatar  werner
#10
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Zitat
Was mich noch intresieren würde wie weit die Nato denn Warschauer Pakt zurückgedrängt hätte. Lg Glasi



Was meinst Du mit zurückgedrängt? Von wo?

Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984

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17.07.2013 12:50
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#11
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Zitat von werner im Beitrag #10

Zitat
Was mich noch intresieren würde wie weit die Nato denn Warschauer Pakt zurückgedrängt hätte. Lg Glasi


Was meinst Du mit zurückgedrängt? Von wo?



Naja, im Film stößt die Nato bis Westberlin vor und es wird erwähnt, dass die sowjetischen Truppen sich an die polnische Grenze zurückziehen, bevor die Atombombe gezündet wird.


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17.07.2013 13:14
#12
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Bei der Sendung geht es um den Dritten Weltkrieg. Da wird schon ein richtiger Rums erwartet und bei Guido Knopp hat die Filmabteilung "Special Effects" ohnehin immer viel Arbeit. Gewaltige Kernwaffenexplosionen usw. sind bei diesem Thema bei Knopp ein Muss . In der Realität hätten die Grossmächte ihre Einflusssphären verteidigt. Die Nato wäre in erhöhte Bereitschaft gegangen und die Diplomatie hätte viel Aktivismus vorgetäuscht. Einen Weltkrieg hätte es nicht gegeben. Doch bei einem solchen "lahmen" Szenario hätte niemand den Film angeschaut.
Theo


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17.07.2013 13:25
#13
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Hallo,

so wie @ eisenringtheo sehe ich es auch, in Realität wäre das Arbeit für die Diplomaten gewesen.
Das war ja das schöne am Overkill, wenn beide Parteien ihn besitzen, greift man doch eher zum Telefon als zum Säbel.

Nicht ohne Grund war die Zeit des Kalten Krieges die friedlichste Periode der Menschheitsgeschichte. Nach seinem (offiziellen) Ende ist bekanntlich die Zahl der kriegerischen Auseinandersetzungen weltweit explodiert.

Grüße aus Hessen

„Leben lässt sich nur rückwärts verstehen, muss aber vorwärts gelebt werden.“ Sören Kierkegaard


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17.07.2013 13:31
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#14
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Auf jeden Fall hat man bei der Figur des General-Sekretärs ganz tief in die Klischee-Kiste gegriffen, dem war ja alles zuzutrauen.
Aber so leicht hat es mich doch gefröstelt, wir hatten schon Glück das der Frieden gehalten hat.


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17.07.2013 14:07
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#15
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Hallo,
die tiefe Problematik dahinter wurde ja nie offen ausgesprochen. Es gab BRD-Bürger, auch Offiziere der BW, die dachten lieber Rot
( wie in der DDR ) als tot.

Und für etliche SED-Genossen galt wohl auch, eine kapitlistische DDR so wie Finnland zu vermeiden ist auch keinen Atomkrieg wert.

Das galt aber NICHT für die Imperialisten in den USA, die sahen lieber ein zerstörtes Europa als ein an der Seite der UdSSR geeintes.
Das galt auch gegen de Gaulles Vision "Haus Europa"! Daß der Frieden wichtiger als förmliche Ideologie war zeigte ja auch die
Besonnenheit der NVA und Staatsicherheit im Herbst 1989, es wurde NICHT mit den Kampfgruppen "blankgezogen"!


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