Feindbild der Bundeswehr zu DDR-Zeiten

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13.07.2013 13:13
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#1
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Meine lieben ehemaligen Soldaten der Bundeswehr zu DDR-Zeiten,

es war ja damals so, dass die NVA ein Feindbild hatte, in welchem die Bundeswehr ein integraler Bestandteil (huuuuch, das habe ich wieder einmal sehr schön formuliert ) war.

Wurde damals in der Bundeswehr auch so ein "Feindbild" vermittelt?

Liebe Grüße

Ecki


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13.07.2013 15:30
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#2
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Meines Wissens nach wurde schon der Warschauer Pakt und die NVA als Gegner dargestellt.

Genaueres könnte hier ein paar andere User berichten.


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10.12.2013 12:58
#3
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Der Feind war immer Rot und er kam immer von Osten.

Die Frage an die Leitwölfe, (Zeit um 1988/89 rum) warum der Feind bei den Planspielen nicht mal aus Norden oder Süden kommen
könnte, löste tiefe Sinnkrisen bei den Leitwölfen aus


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10.12.2013 13:29
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#4
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Ich habe ein authentisches Bild vom Feind gefunden.


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10.12.2013 16:17
#5
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Mein Eindruck:

Die im Westen haben uns mehr gefürchtet als umgekehrt.

Das lag sicherlich auch an der Darstellung im TV. Da waren wir präsenter und wurden "martialischer" gezeigt. Dazu die vorbereiteten Aussagen von Soldaten in der Richtung.

Dagegen war uns in der DDR bekannt, daß es beim Bund lockerer zuging, mit Feierabend und sogar bezahlten Überstunden, wenn ich recht informiert bin.
Dazu wurden die Leute möglichst in der Nähe stationiert, so daß das Zivilleben immer präsent war.
Im Westfernsehen kam die Bundeswehr kaum zu Wort, oder wie heute mit inneren Problemen.

Gruß

Micha


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10.12.2013 17:14
#6
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Für uns und damit auch für mich war der Feind immer der Russe, der ja nicht weit von der CSSR Grenze stand. Das damit auch der Warschauer Pakt und die DDR gemeint war versteht sich von selbst.


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10.12.2013 18:24
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#7
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Ich zitiere hier mal die Pusteblume

Zitat von Dandelion im Beitrag RE: Gewissenskonflikte beim Wechsel von NVA/Grenztruppen zum Klassenfeind ?
Ich habe mich gerade mal gefragt, wie sich die Zeit- und Berufssoldaten der Bundeswehr wohl verhalten hätten, wenn es genau "anders herum" gekommen wäre, wenn sich die alte BRD der DDR angeschlossen hätte.

Ich vermute, dass die meisten "Verteidigungsbeamten" (so eine Bezeichnung eines Z12) keine großen Probleme damit gehabt hätten, die eine Uniform aus.- und dafür die andere anzuziehen. Das mag auch mit der geringen oder besser nicht vorhandenen ideologischen "Erziehung" bei der BW zusammenhängen: Wenn ich mich recht erinnere, hatten wir während der Grundausbildung einmal pro Woche eine Stunde einer Art von "politischem Unterricht" beim Kompaniechef. Dort ging es aber nicht um einen "Klassenfeind" (das Wort war absolut verpönt), sondern mehr um Rechte und Pflichten eines Soldaten, Verhalten in der Öffentlichkeit (in Uniform) usw. Danach für den "Rest" der Dienstzeit nicht mehr. ch bitte um Nachsicht, wenn die Erinnerung nach mehr als 40 Jahren nicht mehr so ganz präsent ist.

Natürlich hatten wir auch dort Typen mit einer (vorsichtig ausgedrückt) national-konservativen Einstellung. Typen, die davon faselten, wie stolz sie doch seien, Deutschland dienen zu dürfen. Doch spätestens wenn sie mit dem Spruch "Süß und ehrenvoll ist es, für das Vaterland zu sterben" kamen, waren sie sehr allein. Und das während, aber noch viel mehr nach den Dienststunden. Diese Typen hätten vielleicht Gewissensbisse bekommen, wobei ich die Frage, ob die überhaupt so etwas wie ein Gewissen hatten, lieber nicht stelle.
.
Edit = Ergänzung


LG von der grenzgaengerin


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10.12.2013 18:25
#8
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Zitat von Freienhagener im Beitrag #5
Mein Eindruck:

Die im Westen haben uns mehr gefürchtet als umgekehrt.




Hmmmm also wir haben zu meiner BW Zeit (88-89) da gar nichts mehr gefürchtet. Jedem halbwegs Gebildeten war klar, dass da nichts
passieren konnte, denn ergal in welche Richtung da die Ideologien die Stossrichtung vorgegeben haben, hätte es den Untergang der
Welt bedeutet.
Es war auch jedem klar, dass bei einem Angriff ..... sagen wir mal von Ost nach West.....mehr als 50-60% der BW-Soldaten das Weite
gesucht und den eigenen Arsch als erstes gerettet hätten.

Zitat von Freienhagener im Beitrag #5


Das lag sicherlich auch an der Darstellung im TV. Da waren wir präsenter und wurden "martialischer" gezeigt. Dazu die vorbereiteten Aussagen von Soldaten in der Richtung.




Nein.....wie gesagt.....mit ein bischen Bildung war klar......TV.....ist TV....hat aber mit der Realität nix zu tun.
Natürlich war den Offizieren bei der Ausbildung der Rekruten Lehrmaterial an die Hand gegeben, was einer gewissen Doktrin unterlag, aber
allenfalls den geistig etwas einfach gestricken die Denkrichtung vorgeben konnte.

Ich erinner mich da noch an eine nette Anekdote aus meine Grundausbildung. Themengebiet Nurklearkrieg und das Verhalten des Soldaten.
Heinweis.....fast wörtlich. Wenn ihr am Horizont den Atompilz seht, dann werft euch den Gummiponcho über und ihr habt eine Chance das
zu Überleben.

Ich habe dem unterrichtenden Offizier noch im Unterricht gefragt, ob .... wenn er das wirklich ernst meinen würde.....er das gerne selber mal
ausprobieren möchte.

Er war im ersten Augenblich etwas irritiert und fragte, wie ich das meinen würde.

Naja....er würde mich nur ein kurzes Telefonat kosten und er könnte sich gerne einer netten Strahlenbelastung ausetzen und ausprobieren
ob der Gummiponcho das abhält.

Zu diesem Zeitpunkt war sein vorgegebenens Unterrichtskonzept sowieso schon über den Haufen geworfen, aber er fragte dann wieder nach
wie ich das meinen würde.

Ich habe ihn dann aufgeklärt. Ich habe meine Ausbildung in der Kernforschungsanlage Jülich, Institut für Kernphysik gemacht. Teil des Instituts
war der damals grösste Massenspektrograph Europas "Big Karl".
Zur Strahlzeit hatten wir eine Alphastrahlenleistung von ca. 1,5m in Beton. Alphastrahlen sind die kürzesten Strahlen.
Wenn er also meine, dass der Gummiponcho das abhalten würde, dann würden sich die Forscher in Jülich sich sicher glücklich schätzen würden,
dass sie jede Menge Gelder für die Abschirmung der Versuchsanlage einsparen könnten und mehr Geld für die eigentlich Forschung übrig wäre.
Der Aufwand der in Jülich getrieben wurde war ja ungleich höher.
Ich hielte es aber trotzdem für sehr sinnvoll, wenn man sich den Poncho überwerfen würde, denn nach der ersten Explosionswelle, käme dann ja
die Hitzewelle. Mit dem Poncho würde man dann ja direkt vakuumverschweist und würde dann in Hinblick auf die Überlebenden die Seuchen-
gefahr sehr abmildern.

Ende vom Lied war, dass ich und noch ein paar andere die so die eine oder andere kritische Frage gestellt hatten, vorläufig vom Unterricht
befreit wurden.


Zitat von Freienhagener im Beitrag #5

Dagegen war uns in der DDR bekannt, daß es beim Bund lockerer zuging, mit Feierabend und sogar bezahlten Überstunden, wenn ich recht informiert bin.
Dazu wurden die Leute möglichst in der Nähe stationiert, so daß das Zivilleben immer präsent war.



Das traf aber nicht auf den einfachen Soldaten zu.

Die geänderte Dienstzeitregelung, die bei Überstunden eine 1:1 Freizeitausgleichsregelung vorsah, kam erst MItte '89. Voirher gabs da für
Übungen eher so gut wie nichts als Ausgleich. Geld schon mal gar nicht.

Auch das mit der heimatnahen Stationierung stimmt so nicht unbedingt, denn der Begriff "Nato-Rallye" am Freitag bzw. Sonntag kam auch nicht
von ungefähr.
Abgesehen von den Fahrgemeinschaften, die dann mit Bleifuss quer durch die Republik bretterten gab es auch bei der Bahn darauf abgestimmt
Linien, die den Transport ermöglichten.

Zitat von Freienhagener im Beitrag #5

Im Westfernsehen kam die Bundeswehr kaum zu Wort, oder wie heute mit inneren Problemen.



Das lag daran, dass die Bundeswehr an sich in der Bevölkerung keinen all zu guten Ruf hatte, denn sie wurde sehr mit ausuferndem Alkoholgenuss in Verbindung gebracht.

Allerdings ist man gerne zum Bund gegangen und hat sich verpflichtet, wenn man nach der Schule noch kein konkretes Berufziel vor Augen
hatte, denn es bedeutete einen geregelten Tagesablauf und über die Zeit erstmal gesichtertes Geld. Darüber hinaus waren die Möglichkeiten
einer Berufsausbildung oder eines Studiums über die Bundeswehr auch nicht die Schlechtesten.

Es gab nen schönen Witz, der eigentlich die festgefahrene Situation zwischen den Blöcken sehr gut widerspiegelte.

Geht um das Gespräch eines Bundeswehrgenerals mit seinem Gegenstück auf russicher Seite.

BW: Sag mal.....warum kommt überfallt ihr uns nicht einfach am Wochenende. Da ist doch kaum einer in den Kasernen da. Ihr könntet uns
einfach überrollen.

Russe: Ja....wissen wir.....haben wir ja auch schon mindestens ein Dutzend mal probiert. Klappt aber nicht, da bei uns die Soldaten am Wochenende alle besoffen sind.


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10.12.2013 18:30
avatar  Marder
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Zitat von Freienhagener im Beitrag #5
Mein Eindruck:

Die im Westen haben uns mehr gefürchtet als umgekehrt.

Das lag sicherlich auch an der Darstellung im TV. Da waren wir präsenter und wurden "martialischer" gezeigt. Dazu die vorbereiteten Aussagen von Soldaten in der Richtung.

Dagegen war uns in der DDR bekannt, daß es beim Bund lockerer zuging, mit Feierabend und sogar bezahlten Überstunden, wenn ich recht informiert bin.
Dazu wurden die Leute möglichst in der Nähe stationiert, so daß das Zivilleben immer präsent war.
Im Westfernsehen kam die Bundeswehr kaum zu Wort, oder wie heute mit inneren Problemen.

Gruß

Micha


Nee gefürchtet hat man sich nicht. Ansonsten hätten sich die Kasernen nicht jeden Abend und zum Wochenende geleert.

Dann mal zum "Feindbild". Ich hatte hier schon mehrfach geschrieben, dass das Wort Feind bei der BW anders als bei der NVA
verpönt war. natürlich habe auch welche vom Feind geredet, was ich nie geduldet habe.
Es gab einen Gegner , der sich logischerweise aus den beiden Lagern NATO und Warschauer Pakt rekrutierte.
Dieser Gegner war in der einschlägigen Literatur zur Ausbildung erfasst, mit seinen Waffen und Fahr- bzw. Flugzeugen ( Bei der Marine natürlich auch mit seinen Wasserfahrzeugen)
Dies Tatsache führte zu einer Lagebeurteilung, die für die Truppen der BW und auch der Nato dazu führte, dass man sich normalerweise nicht akut bedroht gefühlt hat ( Das mag beim WP anders gewesen sein).
Eine wirkliche Bedrohungseinschätzung hätte sich aus Konfliktsituationen ergeben und wäre dann neu beurteilt worden mit evtl. Heraufsetzung der Gefechtsbereitschaft.
Die ständigen Gefechtsbereitschaft des Warschauer Paktes ist für mich eine sagen wir mal Paranoia, die sich nur aufrecht erhalten lässt wenn ich den Personen ein ständiges Bedrohungsbild ( Feind) liefere. Das hätte man der BW nicht wirklich ohne die entsprechende Agitation vermitteln können.
Daher als Fazit. Es gab eine verhältnismäßig genaue Gegnerbeschreibung um entsprechend vorbereitet zu sein, aber kein ausgesprochenes FEINDBILD.
MfG Marder
PS. Ist länger geworden als ich vorhatte.


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10.12.2013 18:52
#10
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Noch so eine kleine Anekdote aus der Zeit, denn 88/89 hatte das Ost-West-Zusammenleben schon streckenweise skurile Züge.

Einmal im Jahr gab es in Nimwegen die sogenannten "vier-dagse". Ein Volkslauf über 4x 40km an dem auch alle europäischen Armeen teilnahmen.
Bei der Bundeswehr waren das Reservistengruppen, die dafür extra vorher ins Trainingslager nach Ehra-Lessin bei Wolfsburg zogen.
Ich hab 1989 als LKW-Fahrer Transportunterstützung gefahren. (nach neuer Dienstzeitregelung.....13 Tage weg von der Kaserne = 13 Tage Dienstausgleich. GEIL....was hab ich mich drum gerissen diese Tour zu fahren Besser konnte man das Ausgleichskonto nicht füllen.)

Die Resevisten waren da noch irgendwie anders gestrickt, als wir einfachen Soldaten damals. Das durfte ich erfahren, als ich mal unseren
Busfahrer begleitet und die Jungs nach einem Trainingsmarsch irgendwo abgeholt habe.
Die haben nicht einfach so mal die 40km abregissen....nein nein.....
Da wurde im im Zugrahmen maschiert.....im Gleichschritt....die Knifte über der Schulter, schön mit Daumen am Lederriemen.
Vorne in der Mitte eine Fahnenträger mit riesiger Deutschlandfahne und ein Lied auf den Lippen.
Das war so die erste skurile Szene.
Die zweite gabs dann in Nimwegen.
Dort lagen alle Armeegruppen in einem gemeinsamen Lager.
Die deutschen.......voll durchorganisiert.....mit Wache laufen rund um die Uhr und Wecken um 0400.
Kein Wunder, wenn ich jetzt von den Norwegern den Spruch "Ordnung muss sein" an den Kopf geworfen bekomme.

1989 waren auch das erste mal die Russen dabei. Die sah man aber nicht als Feind an, sondern eher......der Russe....das unbekannte Wesen,
die da selbst nicht so ganz wussten was sie dazwischen sollten. Man wusste nicht so recht was man miteinander anfangen sollte.

Dazu muss man aber auch das Lager an sich vor Augen haben.

Uns Deutsche hab ich ja oben schon beschrieben.....Ordnung muss sein.

Der Ami....ja...so wie man sich Ronald Reagen im Western vorstellt. Cowboy-Hut, Sporen an den Stiefel, die blinkende 45er rechts und Links im
Holster und......ganz wichtig.....das eigene Diner und nen Pizza-Hut-Wagen dabei.

Die Schotten die haben jeden Abend im Hauptzelt ihre Dudelsack und Trommelshow abgezogen.

Im Hauptzelt gab es dann auch noch jeden Abend den Wettkampf wer es denn schafft die eigene Flagge in den First zu hängen. Die unten
Stehenden waren natürlich nicht müde denjenigen der dabei war in den First zu klettern mit Dosen zu bewerfen, damit er abstürzen sollte.
Die Dosen war nicht unbedingt leer, sondern hatten jedweden Füllgrad bis voll und verschlossen.
Wenn die Stimmung dann irgendwann überkochte wurde das Zelt von der amerikanischen und britischen Militärpolizei dann geräumt.
Gut wenn man von den Holländern rechtzeitig gewarnt wurde und sich in Sicherheit bringen konnte, denn zimperlich war die Militärpolizei nicht.

Und zwischen all diesem Trubel.....die Russen, die nicht so recht wussten was sie da sollten. Genauso wenig wie wir "Westler" nicht wussten
wie wir uns verhalten sollten, denn jahrelag war uns ja eingetrichtert worden, dass wir ja Todfeinde sind........oder etwa doch nicht ??
So ganz passte das ganze .....sonst so einfach gestrickte Feindbild......überhaupt nicht mehr.


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10.12.2013 18:59
#11
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Das organisierte Planungschaos der Nimwegen-Tour beschreibe ich besser gar nicht erst, sonst verliert das Wort "Klassenfeind" aus östlicher Sicht
völlig seine Bedeutung.


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10.12.2013 19:09
avatar  glasi
#12
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Zitat von ChristianAC im Beitrag #3
Der Feind war immer Rot und er kam immer von Osten.

Die Frage an die Leitwölfe, (Zeit um 1988/89 rum) warum der Feind bei den Planspielen nicht mal aus Norden oder Süden kommen
könnte, löste tiefe Sinnkrisen bei den Leitwölfen aus

Rotland gegen Blauland.


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10.12.2013 19:26
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#13
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Wenn wir ehemaligen NVA -Soldaten über unser Feindbild berichten , dann kommen meistens gleich Erklärungen aus tiefsten politischen Überzeugungen
Feind Nummer 1 waren die Armeen ,welche den Kapitalismus ihres Landes zu verteidigen hatten .
Feind Nummer 2 war das Wetter zu den unterschiedlichen Jahreszeiten.
Interessant mal etwas mehr aus der BW zu erfahren .Nicht jeder von uns hier hat eine schlechte Meinung über Eure Dienstzeit .
Wie gut sich beide ehemaligen Gegner verstehen , sieht man hier vom jährlichen Reservistenlauf in Helmstedt . MfG ratata


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10.12.2013 19:34
avatar  Alfred
#14
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Was zur Gefechtsbereitschaft.

Ab Seite 37

http://books.google.de/books?id=B51ll7Z7...Lautsch&f=false


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10.12.2013 19:34
avatar  glasi
#15
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Zitat von Marder im Beitrag #9
Zitat von Freienhagener im Beitrag #5
Mein Eindruck:

Die im Westen haben uns mehr gefürchtet als umgekehrt.

Das lag sicherlich auch an der Darstellung im TV. Da waren wir präsenter und wurden "martialischer" gezeigt. Dazu die vorbereiteten Aussagen von Soldaten in der Richtung.

Dagegen war uns in der DDR bekannt, daß es beim Bund lockerer zuging, mit Feierabend und sogar bezahlten Überstunden, wenn ich recht informiert bin.
Dazu wurden die Leute möglichst in der Nähe stationiert, so daß das Zivilleben immer präsent war.
Im Westfernsehen kam die Bundeswehr kaum zu Wort, oder wie heute mit inneren Problemen.

Gruß

Micha


Nee gefürchtet hat man sich nicht. Ansonsten hätten sich die Kasernen nicht jeden Abend und zum Wochenende geleert.

Dann mal zum "Feindbild". Ich hatte hier schon mehrfach geschrieben, dass das Wort Feind bei der BW anders als bei der NVA
verpönt war. natürlich habe auch welche vom Feind geredet, was ich nie geduldet habe.
Es gab einen Gegner , der sich logischerweise aus den beiden Lagern NATO und Warschauer Pakt rekrutierte.
Dieser Gegner war in der einschlägigen Literatur zur Ausbildung erfasst, mit seinen Waffen und Fahr- bzw. Flugzeugen ( Bei der Marine natürlich auch mit seinen Wasserfahrzeugen)
Dies Tatsache führte zu einer Lagebeurteilung, die für die Truppen der BW und auch der Nato dazu führte, dass man sich normalerweise nicht akut bedroht gefühlt hat ( Das mag beim WP anders gewesen sein).
Eine wirkliche Bedrohungseinschätzung hätte sich aus Konfliktsituationen ergeben und wäre dann neu beurteilt worden mit evtl. Heraufsetzung der Gefechtsbereitschaft.
Die ständigen Gefechtsbereitschaft des Warschauer Paktes ist für mich eine sagen wir mal Paranoia, die sich nur aufrecht erhalten lässt wenn ich den Personen ein ständiges Bedrohungsbild ( Feind) liefere. Das hätte man der BW nicht wirklich ohne die entsprechende Agitation vermitteln können.
Daher als Fazit. Es gab eine verhältnismäßig genaue Gegnerbeschreibung um entsprechend vorbereitet zu sein, aber kein ausgesprochenes FEINDBILD.
MfG Marder
PS. Ist länger geworden als ich vorhatte.


Klar gab es ein Feindbild. Sonst hätte es nicht schon 10 Jahre nach Ende des 2 Weltkrieges die BW gegeben. Ich bin mir auch sicher hätte es keine Atomwaffen gegeben dann wäre der Osten marschiert.


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