Auto-Bestellung

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09.07.2013 16:49
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#1
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Ich habe ein paar Fragen bezüglich der Autobestellung und allgemein rund ums Auto. Ich habe bereits die Suchfunktion genutzt, im sehr langen "Autos in der DDR" Thread aber auf die Schnelle nichts gefunden.

Wo musste die Bestellung aufgegeben werden? Was beeinflusste die Wartezeit? Wie war das mit verschiedenen Marken (Trabant, Wartburg)? Wie kam man an Import-Autos aus dem RGW-Raum?

Bei Schäden: Wie war die Ersatzteilversorgung? Wie waren KFZ-Betriebe organisiert?


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09.07.2013 17:30
#2
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Kann dir leider nicht helfen, aber meine Eindrücke als Besucher der DDR schildern.
Es gab in Senftenberg eine "Autovertretung". Das war eine Tafel, auf der alle gängigen Autos aufgeführt waren plus je ein Datum (Monat/Jahr), das weit in der Vergangenheit lag. Ich fragte meine Gastgeber, was das sein soll. Das sei das Bestelldatum. Wer in jenem Monat bestellt hatte, konnte jetzt mit der Lieferung rechnen. Es wäre also ratsam, schon für Neugeborene ein Auto zu bestellen oder auch als Nichtautofahrer. Los würde man das Auto problemlos. Gebrauchtwagen waren nämlich um ein Vielfaches teurer als Neuwagen.
Ausserdem hielten meine Gastgeber überall, wo es was gab, kauften alles zusammen, was haltbar war, besonders Ersatzteile, und lagerten es ein. Im Falle, dass sie ein Ersatzteil brauchten, was es gerade nicht gab, fragten sie bei Nachbarn usw und kriegten es auch, aber nur wenn sie selber etwas zu tauschen hatten.
Das Prinzip habe ich (als Ausländer aus dem Kapitalismus) nicht so durchschaut, denke aber, dass deshalb Mangelwirtschaft war. Es gab vielleicht genug von allem, aber es wurde vieles auf Vorrat weggekauft, irgendwo privat gelagert und in den Läden hatte es Lücken im Regal. Schon simple Zündkerzen zu bekommen, wäre ein Problem gewesen. Ob ich das glauben sollte, wusste ich nicht.
Theo


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09.07.2013 17:37
#3
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So weit ich mich erinnern kann gab man die Bestellung in einer Niederlassung des VEB IFA-Vertrieb ab.
Ersatzteile, wenn vorhanden, ebenfalls in einem Laden des IFA Vertriebes.

bernd

Mein Erzgebirge,
hoch über dunklen Schächten lauscht deiner Halden wilde Einsamkeit.
Still raunen sie von guten Himmelsmächten,
von Berggeschrei aus längst vergangener Zeit.
(Edwin Bauersachs)


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09.07.2013 17:55 (zuletzt bearbeitet: 09.07.2013 17:57)
avatar  Gohrbi
#4
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Viele Jahre, bevor man das Geld für ein Auto hatte, mußte man, wie schon erwähnt in
einer Filiale ein Fahrzeug bestellen. Nicht wie heute mit der und der Ausstattung und Farbe,
nein Auto Marke "Trabant" und fertig. Man konnte sich was wünschen, aber ob es dann, wenn man dran war so zur Verfügung stand?
Mein damaliger Werkstattchef war für Wartburg Tourist angemeldet, bekam die Benachrichtigung, ging
hin und es war nicht so, wie er es wollte. Also nochmal Wunsch notiert und nach nur 9 Monaten war der gewünschte dabei.
Man mußte viel Geduld haben.
Ersatzteile gab es in Fachgeschäften, wenn es welche gab. Leipzig hatte einen großen Laden für "Sapo" "Moskwitsch" "Lada".
Da stand ich oft in der langen Schlange und hoffte, wenn das was man brauchte nicht da war, dann kaufte man halt was im Angebot war
und tauschte. Mit Beziehungen war das alles etwas leichter. Ich habe auch direkt in ner Werkstatt die benötigten
Teile kaufen können. Mühseelig, aber man bekam was. Eine andere Alternative war "Sausewind" in Jüterbog.....der hatte ALLES.
Von dem bin ich noch nie ohne das benötigte Ersatzteil vom Hof.
Wenn man verdienter Aktivist oder super Arbeiter beim AWE "Wartburg" war, gab es die Auszeichnung:
"Vorzeitiger Kauf eines Wartburg" Bedingung war eine laufende Bestellung für diesen. So konnte mein Schwager
schon nach 6 Jahren der Bestellzeit einen Wartburg erwerben. Er lief im Werk nebenher und schmierte dieArbeiter,
damit sie sich besonders Mühe gaben.


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09.07.2013 18:14
#5
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@Gohrbi
Das war doch der Laden gegenüber dem neuen Rathaus? Ecke Otto-Schill-Straße.

März 1986 - Herbst 1986 Uffz. Schule Perleberg, GAR5. Glöwen
Herbst 1986 - Februar 1989 GR Heiligenstadt I. GB Klettenberg, 3. GK Silkerode


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09.07.2013 18:27
avatar  Lutze
#6
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wir hatten in unserer PGH-Kfz Werkstatt einen W 50-LKW,
einmal im Monat fuhr unser Lagerist mit Anhänger nach Wittstock,dort
befand sich ein Zentral-Lager für Kfz-Ersatzteile an
Werkstätten,wir konnten fasst alles von dort bekommen,
eine Anmeldung für einen Pkw konnte man erst mit 18 Jahren
Lutze

wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren


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09.07.2013 18:28
#7
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Zitat von RudiEK89 im Beitrag #5

Das war doch der Laden gegenüber dem neuen Rathaus? Ecke Otto-Schill-Straße.

@RudiEK89
Nööö, Otto-Schill war Motorrad+Moped ,
Lada usw. war in der Jahnallee. Ab der Jacobstrasse waren da glaubich 3-4 verschiedene
Autoersatzteilnichthabenläden.

Gruß aus Leipzig
I/1979-II/1979 GAR05 GAK9
II/1979-II/1980 GR6 3.GB 10.GK Zarrentin


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09.07.2013 18:33
avatar  Pit 59
#8
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Das Geld für einen Neuwagen hatte man,aber einen gebrauchten konnte man sich nicht leisten


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09.07.2013 18:38
avatar  Lutze
#9
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Zitat von Pit 59 im Beitrag #8
Das Geld für einen Neuwagen hatte man,aber einen gebrauchten konnte man sich nicht leisten

da fällt mir noch der Film "der Baulöwe" ein
Lutze

wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren


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09.07.2013 18:48
avatar  furry
#10
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Lieber @Marienborn89,
das mit dem Erwerb eines neuen Autos habe ich so erlebt:
Irgendwann 1975 habe ich mich für einen Trabant bei dem VEB IFA Vertrieb angemeldet. Im Laufe der Wartezeit kam es zu einem Wohnortwechsel, über den man den für den neuen Bezirk zuständigen IFA Vertrieb informieren sollte.
Im Herbst 1988 bekam ich dann von diesem VEB IFA... eine Einladung, um meine Wünsche bzgl. dieses Trabantes zu konkretisieren. Dafür musste ich aber ca. 25km durch die Gegend reisen. Dort habe ich mitgeteilt, dass gern ich einen Trabant aus dem Programm der "Sonderanfertigung" hätte. Normal (oder wie nannte sich das) und de luxe waren auch möglich. Nach etwa einem halben Jahr kam wieder Post vom VEB IFA..., dass ich am x.ten März 1989 in Weißenfels einen neuen Trabant käuflich erwerben kann. Von unserem Wohnort bis Weißenfels waren ca. 70 (oder mehr?) km zu bewältigen. Dort angekommen, wurde man in einen Warteraum mit einer großen Sichtscheibe verwiesen, in dem auch schon andere in freudiger Erwartung saßen. Hinter der Scheibe waren einige von diesen Automobilen aufgereiht. Einer nach dem anderen wurde dann aufgerufen. Wir wurden von einem netten Herrn in einem blauen Nylonkittel empfangen, der sich dann vor eines dieser Mobile stellte und uns sagte, das ist ihr bestelltes Auto. Sehen sie es sich bitte an, sollte das Auto nicht ihren Wünschen entsprechen, dann müssen wir die vor einem halben Jahr getätigte Voranmeldung korrigieren, aber diese Änderung wird wohl ein halbes Jahr in Anspruch nehmen. Aber nein, das wollten wir nicht. Die Karre war sahara-braun (oder wie diese Farbe hieß). Alle rein in die Kiste, eine Runde um den Hof und danach die abschließende Frage: Möchten sie dieses Auto? Aber jaaaaa. Danach wurde noch bar bezahlt, so richtig ein Schein neben dem anderen, Versicherung und Zulassung nebst Nummernschild gab es auch noch. Und damit hat für 11.880 Mark ein Trabant den Besitzer gewechselt. Für kurze Zeit waren wir Besitzer von zwei Trabant, mit der alten Klamotte ist meine Frau und mit dem Neuen bin ich die vielen Kilometer nach Hause gefahren.

"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)

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09.07.2013 18:53
avatar  Pit 59
#11
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. Alle rein in die Kiste, eine Runde um den Hof und danach die abschließende Frage: Möchten sie dieses Auto? Aber jaaaaa. Danach wurde noch bar bezahlt, @Furry

Vergessen haste aber zu Fragen wo die nächste Tankstelle ist,ich glaube da waren nur 5 Liter drinn Also so wars bei mir.
Als Ich meinen 320er in Frankfurt/Main abgeholt habe war der Vollgetankt.


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09.07.2013 18:59
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#12
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da fällt mir noch der Film "der Baulöwe" ein
Lutze

... bei diesem Thema?

Das wäre doch ein supi supi neues Thema: "Wie hat man ein Haus gebaut - in der DDR?" - wer machts?

.. zum eigentlichen Thema:
Ich ärgere mich gerade, dass ich meine "PKW- Bestellung" nicht finde, obwohl ich sie vor kurzem noch in der Hand hatte (meine Frau würde wieder etwas von Schlamperwirtschaft sagen..)
Aber wird noch.
Jedenfalls habe ich 1980 einen Lada 2105 bestellt, den ich nach damaligem Stand schon im Jahre 1998 bekommen hätte.
Wäre also genug Zeit gewesen, die "paarndreißigtausend Emmen" zusammenzusparen..


Siggi


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09.07.2013 19:13
avatar  Lutze
#13
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Zitat von Grenzgänger im Beitrag #12
da fällt mir noch der Film "der Baulöwe" ein
Lutze

... bei diesem Thema?

Das wäre doch ein supi supi neues Thema: "Wie hat man ein Haus gebaut - in der DDR?" - wer machts?

.. zum eigentlichen Thema:
Ich ärgere mich gerade, dass ich meine "PKW- Bestellung" nicht finde, obwohl ich sie vor kurzem noch in der Hand hatte (meine Frau würde wieder etwas von Schlamperwirtschaft sagen..)
Aber wird noch.
Jedenfalls habe ich 1980 einen Lada 2105 bestellt, den ich nach damaligem Stand schon im Jahre 1998 bekommen hätte.
Wäre also genug Zeit gewesen, die "paarndreißigtausend Emmen" zusammenzusparen..


Siggi


würde vorschlagen,du kannst das Bau-Thema aufmachen,
ein Kollege von mir hatte eine Pkw-Bestellung für einen 1500 Lada,
nach 15 Jahren Wartezeit wurde ihm ein Dacia vom IFA-Vertrieb angeboten,
den hat er dann genommen,wollte nicht noch länger warten
Lutze

wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren


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09.07.2013 19:14
#14
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Zitat von Grenzgänger im Beitrag #12
(...)
Jedenfalls habe ich 1980 einen Lada 2105 bestellt, den ich nach damaligem Stand schon im Jahre 1998 bekommen hätte.
Wäre also genug Zeit gewesen, die "paarndreißigtausend Emmen" zusammenzusparen..


Siggi



Vielleicht kommt er ja noch??

Theo


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09.07.2013 19:17
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#15
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( gelöscht )

mmhh.. könnte sein - leichte Verzögerungen gibt es ja heutzutage auch noch!
(Wo kriege ich jetzt das Ostgeld her..?)

Siggi


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