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#101

RE: Religion in der DDR

in DDR Staat und Regime 28.10.2017 00:24
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Zitat von bürger der ddr im Beitrag #91
An die Elisbeth erinnert eine Gedenktafel und riesen Gedöns, doch für das Andenken an Fritz Erbe blieb nur ein kleiner Stein mit den Initialen F. E.



Und eine nach ihm benannte Strasse.


Warum wachsen wohl BRD und die 5 neuen Bundesländer nicht zusammen bzw. werden es nie tun? Man merkt es zum Teil auch hier im Forum.
Ich für meine Person werde mich jedenfalls politisch nicht mehr äussern und mich an Diskussionen mit politischen Seitenhieben und nach unten treten nicht mehr beteiligen.
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#102

RE: Religion in der DDR

in DDR Staat und Regime 28.10.2017 06:22
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Zitat von Blitz_Blank_Kalle im Beitrag #81
Ob Gott das auch so sieht? Mit anderen Worten, wer nicht getauft wurde ist ein Ungläubiger?

Aus lutherischer Sicht ist dem nicht so. Google mal nach "sola fide".

Zitat von Rainer-Maria Rohloff im Beitrag #89
Sollte also Gemeinde vielleicht eher mal rausgehen, " dahin zum Alten Altar, zu ihren Problemkindern auf die Parkbänke, ohne jetzt auf bestimmte Zeiten zu achten?" Ich denke schon.

Du - bist die Gemeinde.


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#103

RE: Religion in der DDR

in DDR Staat und Regime 28.10.2017 06:37
von Blitz_Blank_Kalle | 876 Beiträge | 2176 Punkte
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Zitat von Mart im Beitrag #102
Zitat von Blitz_Blank_Kalle im Beitrag #81Ob Gott das auch so sieht? Mit anderen Worten, wer nicht getauft wurde ist ein Ungläubiger?Aus lutherischer Sicht ist dem nicht so. Google mal nach "sola fide".


Ist schon klar, da brauche ich nicht zu googeln. Kurz um, meiner Meinung nach hat es herzlich wenig mit der Taufe zu tun, was mal aus einen Menschen wird. Wahrscheinlich wurde Hitler auch getauft. Will sagen, die Taufe macht dich nicht automatisch zu einen "guten" Menschen. Noch weiter ausgeholt, Adam und Eva brauchten glaube ich auch keine Religion, keine Kirche und getauft hat sie sicherlich auch niemand.
Für mich sind das alles Erfindungen der Menschen. Um an irgendwas zu glauben braucht man nur sich selbst und das daraus resultiernde Gewissen.


EMW-Mitarbeiter, Freienhagener, Rainer-Maria Rohloff, furry und bürger der ddr haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 28.10.2017 06:37 | nach oben springen

#104

RE: Religion in der DDR

in DDR Staat und Regime 28.10.2017 13:03
von Früher Beobachter | 31 Beiträge | 519 Punkte
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Freunde, einer Religion kann man nicht angehören - allerdings einer institutionalisierten Kirche.Die komplett unterschiedlichen Begriffe Religion und Kirche werden leider immer wieder vermischt.
Mensch kann sich religiös fühlen, ohne einer Kirche anzugehören.
Kirchangehörige sind leider viel zu häufig viel zu wenig religiös...sie leben nicht in ihrer Religio, ihrer Rückverbindung zu Eigentlichen


furry, Freienhagener, Huf3 und Lutze haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#105

RE: Religion in der DDR

in DDR Staat und Regime 28.10.2017 15:28
von Freienhagener | 7.344 Beiträge | 15540 Punkte
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Die Kirche kann zur Zwangsjacke werden.
So jammern die katholischen Laien schon lange über Dinge "von gestern". Jede Äußerung des Papstes ist Gesetz. Und diese Äußerungen enttäuschen regelmäßig.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)


bürger der ddr hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#106

RE: Religion in der DDR

in DDR Staat und Regime 28.10.2017 15:55
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Zitat von Freienhagener im Beitrag #105
Jede Äußerung des Papstes ist Gesetz. Und diese Äußerungen enttäuschen regelmäßig.
Vor allem die, die gar nichts mit der katholischen Kirche zu tun haben ...


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#107

RE: Religion in der DDR

in DDR Staat und Regime 28.10.2017 16:09
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Das stimmt nicht. Vielleicht erst mal schlau machen, bevor man so einen Quatsch äußert.



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#108

RE: Religion in der DDR

in DDR Staat und Regime 28.10.2017 20:59
von der sturmbahn könig | 1.085 Beiträge | 5945 Punkte
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Hatte im beitrag #77 was vergessen, im religionsunterricht ( 1956-58 ) hatte ich immer einsen,,meine oma und die tante frieda (beide sehr christlich ) waren immer in der hoffnung ich würde pfarrer werden konnte ihnen den wunsch leider nicht erfüllen,sie sind auch sehr früh verstorben 1964-65 .. ich hatte beide aber sehr lieb



vs1400 und Rainer-Maria Rohloff haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 28.10.2017 21:03 | nach oben springen

#109

RE: Religion in der DDR

in DDR Staat und Regime 28.10.2017 21:08
von eisenringtheo | 10.396 Beiträge | 4615 Punkte
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Unfehlbarkeit: Lumen gentium
Art. 12 (...)
Die Gesamtheit der Gläubigen, welche die Salbung von dem Heiligen haben (vgl. 1 Joh 2,20.27), kann im Glauben nicht irren. Und diese ihre besondere Eigenschaft macht sie durch den übernatürlichen Glaubenssinn des ganzen Volkes dann kund, wenn sie "von den Bischöfen bis zu den letzten gläubigen Laien ihre allgemeine Übereinstimmung in Sachen des Glaubens und der Sitten äußert
http://www.vatican.va/archive/hist_counc...gentium_ge.html
(das folgende ist jetzt nicht so konstruktiv.


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#110

RE: Religion in der DDR

in DDR Staat und Regime 29.10.2017 00:04
von berndk5 | 1.036 Beiträge | 7422 Punkte
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Ich hatte in meiner ehemaligen Kompanie einen Spieß mit über 20 Dienstjahren, der seine Ehefrau aus dem katholischen Eichsfeld hatte.
Er war wie in vielen GK`n üblich, Parteisekretär in unserer GK. Da er mit Ehefrau logischerweise regelmäßig ihre Eltern und Geschwister besuchte, hat es wohl auch gemeinsame Besuche in der Kirche gegeben. Irgend jemand hat das dann wohl auch der V 2000 zugetragen, dann war der "Mops munter" ! Hat wohl jede Menge Ärger mit der Politabteilung gebracht, aber man hat weitestgehend den Deckel `drüber gehalten. Gab längere Zeit keine Prämien, Orden Auszeichnungen oder Beförderungen für ihn. Ca. ein halbes Jahr nachdem ich als KC übernommen hatte, wurde ich dazu vom MA V 2000 des GB befragt, ob es da neue Feststellungen gibt.
Habe das konsequent verneint (trotz anderem Wissen), aber Wilfried war inzwischen mein Freund geworden und unterstützte meinen zähen Kampf, um meine Parteistrafe wieder los zu werden. Hat ja auch geklappt.
Habe es ihm zeitnah in privater Wohnung bei Familienfeier unter 4 Augen erzählt, wie ich dazu befragt wurde. Es gab danach nie wieder Probleme, obwohl diese Kirchenbesuche bei besonderen Familienfeiern (gold.Hochz., Taufe, Konfim. etc.) immer mal wieder vorkamen.
Er hatte mir das auf einem Zettel dann immer schriftlich (lt.Vorschrift) gemeldet, ich hab die Meldungen leider immer vergessen abzugeben.
Wegen meiner "Schussligkeit" habe ich die Zettel dann immer aus Angst vor Bestrafung vernichtet. Es hat nie wieder jemand danach gefragt.
Ich denke dass die DDR daran wohl nicht zu Grunde gegangen ist- oder doch ??? . Ich könnte damit leben, berndk5


NVA/BW: 04.06.1974 - 31.03.1992 ; bei GT: 1975 in Harbke, 3./I./.GR-25 ; bis 1990 GR-1, GK`n: 9.(Lauchröden),11.(Großensee),7.(IFTA),5.(Schnellmannshausen) und 4. (Treffurt), später wurde daraus die 3.GK
damals wars hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#111

RE: Religion in der DDR

in DDR Staat und Regime 29.10.2017 01:04
von andy | 1.540 Beiträge | 2045 Punkte
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Ich hatte es hier wohl schon einmal geschrieben. Mein bester Freund in der Lehre war der Sohn eines evangelischen Pfarrers. Das war 1977 und ich erzählte das auch meinen Eltern. Mein Vater, damals Reg.Kdr. an der grünwässrigen Grenze bestärkte mich in dieser Freundschaft. Ich hatte damals überhaupt keine Ahnung von Religion und hatte in unserer mecklenburgischen Kleinstadt nichts von einem vermeintlichem Problem zwischen Staat und Kirche mitbekommen. Wir waren als Familie mit dem CDU-Bürgermeister bestens befreundet.
Wir wollten beide nur unsere Berufsausbildung mit Abitur machen und studieren - ich war damals Offiziersbewerber und mein Freund Friedemann wusste das. Das hat unsere Freundschaft aber nicht behindert. Leider ist er 1978 an genau der Krankheit erkrankt, die mich 24 Jahre später auch erwischen sollte. Er ist daran gestorben, ich habe es überlebt. Als ich von seinem Tod erfuhr war ich tagelang wie gelähmt und hörte in meinem Zimmer auf dem Dachboden in einer Endlosschleife "April" von Deep Purple

https://www.youtube.com/watch?v=2eRTQnSzoUI

Kein anderes Musikwerk konnte damals meine Gefühle besser ausdrücken als dieses Musik - Werk. Die Rede zu seiner Beisetzung hielt damals sein Vater - ich kann mich daran noch heute gut erinnern. Mich hat die Beisetzung meines Freundes damals sehr bewegt und beindruckt und ich bin bis heute regelmäßig an seinem Grab. Am Tag nach der Übergabe des Abi-Zeugnisses bat ich meinen Vater, mich zu seinem Grab und zu seinen Eltern zu fahren. Er hat es getan und mir alle Zeit der Welt gelassen. Damals habe ich gelernt, dass heulen befreien kann und auch heute noch stehen mir an seinem Grab regelmäßig stark laufende Tränen in den Augen.

Ich habe in den 90'er Jahren meinen Vater gefragt, ob ihm aus dieser, meiner Verbindung zu meinem Freund irgendwelche Probleme entstanden sind. Er war nach meinem Abitur Chef Grenzaufklärung im KGT und er hat meine Frage verneint. Vielleicht hat diese Freundschaft ja auch nur keiner bemerkt - ich wundere mich heute noch darüber, dass ich in meiner Jugend nie als IM geworben wurde. Im Fokus der Abwehr (HA I) habe ich als Sohn eines Reg.-Kdr. bestimmt gestanden. Auch später, als ich selbst MA des MfS war hat mich niemand danach gefragt - wussten sie nicht alles oder interessierte sie das eben einfach nicht oder konnten sie das vielleicht sogar verstehen?

andy


Komm, wir essen Opa. Satzzeichen können Leben retten.


damals wars und berndk5 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 29.10.2017 01:39 | nach oben springen

#112

RE: Religion in der DDR

in DDR Staat und Regime 29.10.2017 03:13
von Mart | 898 Beiträge | 637 Punkte
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Zitat von andy im Beitrag #111
Ich habe in den 90'er Jahren meinen Vater gefragt, ob ihm aus dieser, meiner Verbindung zu meinem Freund irgendwelche Probleme entstanden sind. Er war nach meinem Abitur Chef Grenzaufklärung im KGT und er hat meine Frage verneint. Vielleicht hat diese Freundschaft ja auch nur keiner bemerkt - ich wundere mich heute noch darüber, dass ich in meiner Jugend nie als IM geworben wurde. Im Fokus der Abwehr (HA I) habe ich als Sohn eines Reg.-Kdr. bestimmt gestanden. Auch später, als ich selbst MA des MfS war hat mich niemand danach gefragt - wussten sie nicht alles oder interessierte sie das eben einfach nicht oder konnten sie das vielleicht sogar verstehen?

andy
Hallo @andy ,
Du kannst komplexe Fragen stellen ... mit dem Thema kenne ich mich durchaus aus, sehe mich aber kaum in der Lage, das Thema in drei Sätzen zu erörtern. Daher die Bitte, meinen Beitrag in Ruhe zu lesen.

Ich lebe seit [lange, lange] in einer Stadt, die ein ganz besonderes Verhältnis zu Religion hat. In der am Heiligen Abend auch in DDR-Zeiten die Kirchen brechend voll waren, nicht selten auch gläubige SED-Mitglieder. In dieser Stadt hat nach der Wende eine sehr sachliche Aufarbeitung stattgefunden: Wer war MA, wer war IM, was waren eigentlich die Ziele, wurden die Ziele erreicht? Warum, warum nicht? Da gibt es einiges, ich habe Akten und Ausarbeitungen gesehen. Allerdings war der Fokus immer auf Kirche, Kirchenglieder, Stadtgesellschaft. Eine primäre Betrachtung des MfS stand meines Wissens nie im Mittelpunkt, mir fällt auf die Schnelle auch keine Veröffentlichung ein.

Als erstes muss man wissen, dass die (ev und rk) Kirchenstrukturen sich nie an die neue Staatsgrenze gehalten haben, siehe den Vater der Kanzlerin. Damit war die DDR in einer Situation, die sich von anderen sozialistischen Staaten unterschied - zumal die immer klamme DDR auch kirchliches Westgeld nicht verschmähte. Obwohl so mancher Christ (je nach Zeit und Ort) dransaliert wurde (Stichworte Abitur, Studium) muss man insgesamt sagen, dass das alles kein Vergleich zu den Zuständen in der UdSSR und zeitweise auch anderen sozialistischen Ländern war - aus vorgenannten Gründen.

Zur Rolle des MfS bei Kirchenfragen:
Primär zuständig war die HA XX. Und die hatte wenig Freude an dem Thema: Obwohl sonst die "führende Kraft" eher selten dem MfS rein redete, war das bei Kirchenfragen (siehe oben) anders. Die Damen und Herren der XX mussten sich mit ständig ändernden politischen Großwetterlagen rumschlagen - und mit einen Staatsekretär, der alles andere als auf den Mund gefallen war. Für die HA I war das Thema Kirche daher auch nur mit spitzen Fingern anzufassen. Zumal man nicht primär zuständig war und das Thema Kirche für die innere Abwehr kaum bedeutend war. Das war eher einfach, da auch die Amtskirchen versuchten, den Ball flachzuhalten.

Das führte dazu, dass in erhaltenen Akten von Grenzern das Thema Kirche entweder gar nicht auftaucht - oder nur dann, wenn der künftige Soldat sich in KIrchenkreisen bewegte, die der DDR Schüttelfrost bescherten: Friedensbewegung usw. - Und das ansich große Thema Wehrdienstverweigerung bzw. Wehrersatzdienst spielte bei Grenzers nun wirklich keine Rolle, die kamen ja nicht zu uns.

Eher war es der vorauseilende Gehorsam, den wir, die Soldaten und Offiziere der GT so an uns hatten: Was man nicht wusste, das glaubte man. Für viele war Kirche so etwas ähnliches wie Feindberührung ... ob man das melden muss?

Zu meinem persönlichen Erleben:
Ich kam ja (wir sprachen darüber) Anfang der 1980er an die US VI - und durfte da die kompletten drei Jahre bleiben. Ich hielt als Uschi den Ball auch flach, auch in dem Glauben, dass dort Kirche irgendwie wie Westverwandschaft gesehen werden könnte. Der fehlende Kirchgang machte mir nichts aus, als Lutheraner brauchte ich das schon im Zivilleben nicht. Es dauerte (noch in meiner Zeit als Uschi) nicht lange, da stellte ich erstaunt fest, dass im Winterlehrgang (80% UaZ, die meisten Abitur, Nachrichten-UAK) eine erstaunlich große Minderheit gläubig war - und sich ganz leise und mit Angst "vor der Stasi" darüber austauschte.

Als ich dann Ufw war, drückte mir mein ZF die Wehrstammkarten samt Einlegern sowie eine Schreibmaschine in die Hand. Die Einleger waren mehrere Einschätzungen, unter anderem ABV, ich nehme an, dass das ein Durchschlag der Eingangsunterlagen war, den auch der verantwortliche MA der I bekam. - Ich hätte das weder sehen noch machen dürfen: "Nur durch Offizier". Mir war in dem Moment klar, dass eine solche Gelegenheit selten ist - und meine Gefährdung nahe Null, es hätte im Falle des Falles ja den Oberlolli gegriffen ... daher kann ich aus meiner Erinnerung berichten:

Je Uschi waren das verschiedenste Einschätzungen, Fragebögen. ABV, Betrieb, fallweise SED. Die Stichprobe ist also knapp 30. - Eine Kirchenmitgliedschaft oder Taufe, Konfirmation hat praktisch nie eine Rolle gespielt, wurde nie erwähnt. Ich erinnere mich, dass da mal "aktiv in der jungen Gemeinde" stand - aber ohne weitere Würdigung.

Zum nächsten Absatz muss ich eine Bemerkung voran stellen: In der 7. UAK waren die Uffz/Ausbilder eine Macht. Ohne uns ging wenig. Auch von daher war unser Verhältnis zum KC und den ZF ein vertrauensvolles, wir haben viel mehr erfahren als sonst üblich war.

Irgendwann meldeten sich in einem anderen Zug zwei Uschis: Sie begehren am Sonntag Ausgang zum Gottesdienst ... in der Hand die DDR-Verfassung. Das ging in der Kompanie wie ein Lauffeuer rum - und wir Uffze guckten interessiert: Wie geht die Heeresleitung denn damit um, dass scheinbar der Klassenfeind mitten in der Kaserne steht? Was wird Hptm Maxxx (der zuständige VNuller) machen? Zeltbahn ausbreiten, Schrank drauf kippen, Versetzung nach hinter Torgelow? (Wir kannten durchaus solche Versetzungen, aus anderen Gründen.)

Als unser KC aus dem Koma erwachte, fiel ihm ein, dass das mal lieber der Polit der Fachrichtung, OSL Dixxxxxx klären solle. Wie wir (siehe oben) recht schnell erfuhren, erwachte auch OSL Di....... wieder dem Koma - und fand, dass es im Stab ja auch noch einen Polit gäbe ... Dessen Koma dauerte mehrere Tage. Danach gab es die mündliche Weisung (wir reden über 1983, da war der 500. Geburtstag Luthers), dass gläubige Christen selbstverständlich am Sonntag zum Gottesdienst dürfen. Zudem erzählte der KC, dass unser VNuller schmalen Fuß angeraten habe, keine übertriebenen Ausgangskontrollen.


damals wars und berndk5 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 29.10.2017 03:19 | nach oben springen

#113

RE: Religion in der DDR

in DDR Staat und Regime 29.10.2017 04:04
von damals wars | 15.610 Beiträge | 11933 Punkte
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Zitat von Harzwanderer im Beitrag #107
Das stimmt nicht. Vielleicht erst mal schlau machen, bevor man so einen Quatsch äußert.


Der ist doch Gottgleich, und seine Verkündigungen
damit Gottes Gesetz!:
https://de.wikipedia.org/wiki/P%C3%A4pstliche_Unfehlbarkeit


Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
Heinrich Heine: Fatal ist mir das Lumpenpack, das, um die Herzen zu rühren, den Patriotismus trägt zur Schau, mit allen seinen Geschwüren.
https://www.youtube.com/watch?v=_fh8j2mULzc
zuletzt bearbeitet 29.10.2017 04:07 | nach oben springen

#114

RE: Religion in der DDR

in DDR Staat und Regime 29.10.2017 06:10
von Mart | 898 Beiträge | 637 Punkte
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Zitat von damals wars im Beitrag #113
Zitat von Harzwanderer im Beitrag #107
Das stimmt nicht. Vielleicht erst mal schlau machen, bevor man so einen Quatsch äußert.
Der ist doch Gottgleich, und seine Verkündigungen
damit Gottes Gesetz!:
https://de.wikipedia.org/wiki/P%C3%A4pstliche_Unfehlbarkeit
So geht es aus, wenn Atheisten den Christen ihre Welt erklären ...

Ich als Lutheraner bin nun zwar nicht aufgerufen, Atheisten die katholische Welt zu erklären. Aber vielleicht versuchst Du mal, den Artikel zu lesen und auch zu verstehen? Ja, man muss sich auf diese Gedankenwelt einlassen. Wenn man sich nicht darauf einlassen will, sollte man es eher mit Dieter Nuhr halten ... Denn der Papst ist selbstverständlich nicht gottgleich. Sondern Gott spricht (in einigen Fragen) durch ihn.

Das muss man nun alles nicht so sehen, das sahen ja nichtmal alle Teilnehmer des Vatikanischen Konzils so. Aber wenn man es nicht so sieht, dann sollte man in gesetztem Alter auch mal das Wasser halten können: Das Thema ist ausdrücklich "Religion in der DDR".

Das Thema ist ausdrücklich nicht "ich erzähle allen mal, wie ich die Welt sehe" und klugscheißere hier rum. Im Sinne der Fragestellung ist es völlig bedeutungslos, wie Du die Rolle des Papstes siehst. Wenn Du nichts zum Thema dieses Threads beitragen kannst - halte Dich doch einfach raus.


berndk5 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#115

RE: Religion in der DDR

in DDR Staat und Regime 29.10.2017 09:17
von Harzwanderer | 3.834 Beiträge | 3368 Punkte
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Dann fang doch gleich bei Dir an, wenn de keine Ahnung hast.

Religion in der DDR war für viele ein Freiraum, wo der Staat nur sehr begrenzt reinreden konnte. Vom Kindergarten über Krankenhäuser (für alle) bis zum Altersheim und Friedhof. Ausbildung mit Schulen und sogar Hochschule. Man konnte auch ohne entwickelte sozialistische Persönlichkeit sein Leben leben. DAS war ja wohl der entscheidende Punkt. Hat man innerhalb der bewaffneten Organe vielleicht nicht so mitbekommen. Die ständige Rotlichbestrahlung ist bei einigen heute noch abrufbar, wie man hier sehen kann. Statt hier seine alten, halb verstandenen Hetzparolen zu verbreiten, kann man das heute alles nachlesen, wenn man sich dafür interessiert.

Das mit dem Westgeld: Die DDR hat versucht die Kirchen abzukassieren, wo sie nur konnte. Baumaßnahmen gingen oft nur gegen West, auch wenn es Ost-Kombinate bauten. Oder man hatte die Teile sonst plötzlich doch nicht.

In West-Berlin gab es eine russische Kirche, steht heute noch. Da waren z.B. zu orthodoxen Ostern zu tiefsten Mauerzeiten "immer" russische Generäle in Uniform zur Messe. Selbst die waren dann doch religiös.

In Berlin hat die katholische Kirche übrigens die Mauer ignoriert. Es war immer ein ungeteiltes Bistum mit einem Bischof. Da musste nichts wiedervereinigt werden, weil man den Scheiß gar nicht erst mitgemacht hatte.



zuletzt bearbeitet 29.10.2017 09:19 | nach oben springen

#116

RE: Religion in der DDR

in DDR Staat und Regime 29.10.2017 11:02
von Freienhagener | 7.344 Beiträge | 15540 Punkte
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Kirche in der DDR kann man nicht vollständig mit Religion in der DDR gleichsetzen.
Gerade Freiraum Suchende gingen in die Kirchen, ohne zu glauben.

Die "Blueskunden" haben das Angebot der "Bluesmessen" gern angenommen. Aber Bekehrungen wird es dabei kaum gegeben haben, geschweige denn Eintritte.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)


berndk5 und bürger der ddr haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 29.10.2017 11:03 | nach oben springen

#117

RE: Religion in der DDR

in DDR Staat und Regime 29.10.2017 11:32
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Die Religion hat eine Insel im Sozialismus gebildet, auch für Leute, die nicht unbedingt Christen waren und sein mussten.



Freienhagener, berndk5 und Rainer-Maria Rohloff haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 29.10.2017 11:33 | nach oben springen

#118

RE: Religion in der DDR

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Nee, die Kirche!

(Oder meinst Du Hare Krishna usw.?)


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#119

RE: Religion in der DDR

in DDR Staat und Regime 29.10.2017 11:35
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Religion als Dachbegriff für die Kirchen. Waren ja mindestens schon zwei christliche. Jüdische Religion gabs und gibts ja auch und weitere.



zuletzt bearbeitet 29.10.2017 11:35 | nach oben springen

#120

RE: Religion in der DDR

in DDR Staat und Regime 29.10.2017 11:36
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Dann Harzwanderer muss es aber ne Menge Inseln im Sozialismus gegeben haben....für alle Diese eben,die sich gerne vom Staat zurückzogen. Das könnte man sogar aufs Heute übertragen.Also falsch liegst du nicht, mit der Aussage.

Rainer-Maria



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