mein Grenzdienst-und die Freundin ist weg

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09.01.2020 11:32
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#61
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schönen guten tag,
man stöpert durchs forum und liest so einiges, sind wunderbare bericht und aber auch weniger schöne. so ein unschönes habe ich auch erlebt, zwar nicht persönlich aber es ging einen nahe.
was ich beschreibe kommt aus der erinnerung, wäre schön und gut sollte dies jemand bestädigen. jedenfalls war es im januar 1977, wir fuhren zur nachtschicht und eine unterhaltung auf dem lo war, dass sich ein grenzer von der 1.gk , 10 gr. in lehesten erschossen haben soll. grund war, seine freundin oder verlobte hat sich getrennt und das auch noch im weihnachtsurlaub. der vorfall geschah auf dem lo, rückfahrt aus dem grenzdienst in die komp. wir haben uns nicht gerade laut unterhalten und jeder war von einer minute zur anderen in sich gekehrt. war keine gute nachtschicht.
ich hatte mir am anfang meiner dienstzeit vorgenommen, kein festes verhältniss einzugehen. mein vorsatz habe ich durchgezogen, obwohl es nicht leicht war, aber in den jahren meiner dienstzeit, 3 jahre, habe ich einige trennungen und scheidungen von ehen welche mit kinder, erlebt.
solch erfahrungen habt ihr bestimmt auch erfahren.

wünsch euch einen schönen tag.


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11.01.2020 09:25 (zuletzt bearbeitet: 11.01.2020 10:09)
avatar  Hanum83
#62
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Bei uns in der Kompanie erwischte es damals einen von den etwas älteren GWD-Leistern kurz vorm Heimgang, er war wohl 26 oder 27 mit zwei Kindern, der war am Boden zerstört.
Wenn ich mich recht entsinne wurde er ins Battallion versetzt.

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Wer nichts weiß muss alles glauben.

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11.01.2020 14:15 (zuletzt bearbeitet: 23.09.2020 11:13)
avatar  Fred.S.
#63
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11.01.2020 16:53 (zuletzt bearbeitet: 11.01.2020 16:54)
#64
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Zu meiner Zeit erwischte es einen Kameraden aus der Diensthundestaffel, er kam aus dem Urlaub und er vertraute sich mir an, dass seine Frau sich trennen wollte und er nicht mehr weiter wusste. Das war 5 Monate vor seinem Abgang!
Kinder hat er noch keins gehabt, er war völlig fertig. Mit jedem Tag verschlechterte sich sein Zustand und nach etwa 4 Wochen machte ich ihm den Vorschlag mit unserem KC zu reden, er war nicht in der Lage dazu.
Er bekam sofort Sonderurlaub (glaube 4 Tage) mit der Maßgabe, sich mit seiner Frau auszusprechen und eine Trennung abzuwenden. Ich freute mich für ihn, als er wieder da war sagte er nur, dass es sinnlos war.

Mitte der 90-er habe ich ihn besucht, er war wieder verheiratet und hatte einen Sohn

gruß h.


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11.01.2020 17:12
avatar  furry
#65
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Der eigentliche Irrsinn bestand doch in dem Widerspruch, dass die Familie als kleinste Zelle der Gesellschaft von den führenden Genossen propagiert wurde, für Jungehen Kredite gegeben wurden und wenn diese Jungehen im Wachsen waren oder schon Bestand hatten, wurde der werdende oder reale Gatte zu seinem Grundwehrdienst an das andere Ende der Welt befördert, nur nicht zu nahe an heimische Gefilde. Aber es bestand die Aussicht auf 18 Tage Urlaub (ohne Zivilerlaubnis). Der Antritt dieses Urlaubs konnte noch mit einigen Schikanen etwas in die Länge gestreckt werden, damit man auf dem nächsten Bahnhof nur noch die Rücklichter des Zuges sehen konnte, oder wenn man nicht so ganz lieb war, total gestrichen werden.
Irgendetwas passte da nicht zusammen.

"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)

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11.01.2020 17:14
#66
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Die Erfahrung habe ich auch gemacht, dass bestätigte Grenzer von den Kompanien zum Innendienst und zur Objektwache ins Battallion versetzt wurden, bei solchen Vorfällen
oder anderen Sachen.
Unter uns hieß es: der Kamerad ist "staubig", die Vorgesetzten sahen gewisse Risiken für den Grenzdienst und den Frieden.

Mich selbst betraf es auch mal, mein Schwager reiste zu einem runden Geburtstag in die BRD, ich durfte diese 6 Tage nicht in den Abschnitt, war zur Objektwache eingeteilt und hatte Zwingerdienst.

gruß h.


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11.01.2020 17:50
avatar  Hanum83
#67
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Zitat von furry im Beitrag #65
Der eigentliche Irrsinn bestand doch in dem Widerspruch, dass die Familie als kleinste Zelle der Gesellschaft von den führenden Genossen propagiert wurde, für Jungehen Kredite gegeben wurden und wenn diese Jungehen im Wachsen waren oder schon Bestand hatten, wurde der werdende oder reale Gatte zu seinem Grundwehrdienst an das andere Ende der Welt befördert, nur nicht zu nahe an heimische Gefilde. Aber es bestand die Aussicht auf 18 Tage Urlaub (ohne Zivilerlaubnis). Der Antritt dieses Urlaubs konnte noch mit einigen Schikanen etwas in die Länge gestreckt werden, damit man auf dem nächsten Bahnhof nur noch die Rücklichter des Zuges sehen konnte, oder wenn man nicht so ganz lieb war, total gestrichen werden.
Irgendetwas passte da nicht zusammen.

Solche Ty... wie der olle a.D. wollten uns damit hart machen wie Stahl aus dem Ural und nicht von Krupp.

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11.01.2020 18:25 (zuletzt bearbeitet: 11.01.2020 19:11)
#68
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Das Phänomen war weit verbreitet und man kann sogar allgemein sagen "Wehrdienst und die Freundin weg".

Das ging langsam los und steigerte sich von Woche zu Woche.
Das Erscheinen in "Pferdedecke", mit abgeschnittenen Haaren im Urlaub gab oft den Ausschlag. Jedenfalls war in den 70ern die Verwandlung vom haarigen Bartträger zum Milchreisbubi abschreckend.

Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)


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11.01.2020 19:10
avatar  Perle
#69
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Zitat von hundemuchtel 88 0,5 im Beitrag #66
Die Erfahrung habe ich auch gemacht, dass bestätigte Grenzer von den Kompanien zum Innendienst und zur Objektwache ins Battallion versetzt wurden, bei solchen Vorfällen
oder anderen Sachen.
Unter uns hieß es: der Kamerad ist "staubig", die Vorgesetzten sahen gewisse Risiken für den Grenzdienst und den Frieden.

Mich selbst betraf es auch mal, mein Schwager reiste zu einem runden Geburtstag in die BRD, ich durfte diese 6 Tage nicht in den Abschnitt, war zur Objektwache eingeteilt und hatte Zwingerdienst.

gruß h.

Zitat von hundemuchtel 88 0,5 im Beitrag #66
Die Erfahrung habe ich auch gemacht, dass bestätigte Grenzer von den Kompanien zum Innendienst und zur Objektwache ins Battallion versetzt wurden, bei solchen Vorfällen
oder anderen Sachen.
Unter uns hieß es: der Kamerad ist "staubig", die Vorgesetzten sahen gewisse Risiken für den Grenzdienst und den Frieden.

Mich selbst betraf es auch mal, mein Schwager reiste zu einem runden Geburtstag in die BRD, ich durfte diese 6 Tage nicht in den Abschnitt, war zur Objektwache eingeteilt und hatte Zwingerdienst.

gruß h.


Ich hatte auch mal das Vergnügen. Meine Mutter fuhr zu ihrem Bruder (mein Onkel) nach Duisburg (BRD) zur Silberhochzeit. Das muss so 1981/82 gewesen sein. Mein Vater durfte nicht mit , musste sozusagen als,, Pfand '' zu Hause bleiben.
Ich hatte zu dieser Zeit gerade ,, zufällig'' Urlaub. (EU 10 Tage) An meinen zweiten Urlaubstag fuhr meine Mutter los und an meinem vorletzten Urlaubstag kam sie wieder zurück.
Und zwar ist sie über den Grenzabschnitt Oebisfelde/ Wolfsburg mit dem Interzonenzug gefahren. An dem Abschnitt wo auch mein Grenzabschnitt war. War aber, wie gesagt zu dieser Zeit gerade auf Urlaub. Als ich wieder nach meinem Urlaub zurück in die Grenzkompanie kam ,wurde ich erst mal vom gerade Diensthabenen , diesbezüglich befragt.

Gruß Perle


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11.01.2020 19:18
#70
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Zitat von furry im Beitrag #65
Der eigentliche Irrsinn bestand doch in dem Widerspruch, dass die Familie als kleinste Zelle der Gesellschaft von den führenden Genossen propagiert wurde, für Jungehen Kredite gegeben wurden und wenn diese Jungehen im Wachsen waren oder schon Bestand hatten, wurde der werdende oder reale Gatte zu seinem Grundwehrdienst an das andere Ende der Welt befördert, nur nicht zu nahe an heimische Gefilde. Aber es bestand die Aussicht auf 18 Tage Urlaub (ohne Zivilerlaubnis). Der Antritt dieses Urlaubs konnte noch mit einigen Schikanen etwas in die Länge gestreckt werden, damit man auf dem nächsten Bahnhof nur noch die Rücklichter des Zuges sehen konnte, oder wenn man nicht so ganz lieb war, total gestrichen werden.
Irgendetwas passte da nicht zusammen.


Willkürliche Streichungen von Urlaub hatte ich in unserer GK nicht erlebt, zumindest erinnere ich mic nicht daran. Wenn, dann waren es große Ausnahmen. Wenn ich so das geschilderte kompanieleben anderer, meist jüngerer User mit meinen Erfahrungen vergleiche, waren wir doch ein relativ liberaler Haufen, was aber nichts an der Ausführung des Dienstes änderte. Es wird wohl so gewesen sein, daß die Vorgesetzten die Order hatten, solche willkürlichen Sachen zu unterlassen, schon im Interesse eines sicheren Grenzdienstes, damit nicht ein hoher Prozentsatz der GK dermaßen die Nase voll hat, daß unüberlegte Handlungen zu befürchten sind.


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11.01.2020 19:28 (zuletzt bearbeitet: 23.09.2020 11:14)
avatar  Fred.S.
#71
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11.01.2020 19:45
#72
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Zitat von hundemuchtel 88 0,5 im Beitrag #66
Die Erfahrung habe ich auch gemacht, dass bestätigte Grenzer von den Kompanien zum Innendienst und zur Objektwache ins Battallion versetzt wurden, bei solchen Vorfällen
oder anderen Sachen.
Unter uns hieß es: der Kamerad ist "staubig", die Vorgesetzten sahen gewisse Risiken für den Grenzdienst und den Frieden.

Mich selbst betraf es auch mal, mein Schwager reiste zu einem runden Geburtstag in die BRD, ich durfte diese 6 Tage nicht in den Abschnitt, war zur Objektwache eingeteilt und hatte Zwingerdienst.

gruß h.
.. ja ja der Begriff "is aber staubig" ... war auch unter uns ein Schlagwort und das so tief eingebrannt das ich es heute noch hin und wieder gebrauche.
UND staubige Kunden gab es bei uns auch ... nur eben so rum staubig das wir im Nachhinein davon überzeugt sind das der Eine oder Andere für die MusikfachSchule gearbeitet hat, den wenn jemand mehrfach nach Haus fahren durfte weil sich seine Frau scheiden lassen wollte, er aber im Grenzdienst bleiben durfte und dann noch als Uffz entlssen wurde .... das ist schon mächtig staubig ... gehört aber eben auch zur Geschichte.

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Grün ja grün war'n alle meine Streifen
-- Harbker EK-Zappel 79-2 --


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11.01.2020 23:00 (zuletzt bearbeitet: 23.09.2020 11:16)
avatar  Fred.S.
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11.01.2020 23:06 (zuletzt bearbeitet: 11.01.2020 23:12)
#74
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Willkürliche Urlaubsvergabe und ähnliche Schikanen waren nicht allein für die Misere verantwortlich.

Das Ganze ging doch bereits kurz nach der Einberufung los. Nicht wenige (nur) Freundinnen haben sich beim Gedanken an die bevorstehenden 18 Monate neu orientiert, ohne die Schikanen zu kennen.
Meine hat immerhin ein Dreivierteljahr gewartet.
(Schön, daß ich es hinterher ungebunden treiben konnte beim Nachholen des Verpaßten )

Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)


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12.01.2020 07:22
#75
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Ich glaube bei uns in KWH gab es mit Urlaub nicht so einen Stress. Wir wurden immer zum Zug nach Kaltennordheim gefahren und da passte der Spiess schon auf das alles klappte, denn die Züge fuhren bloß 3mal täglich. Mit Sonderurlaub wegen Frau oder Freundin waren sie auch nicht so pingelig. Das haben viele (auch ich) ausgenutzt, egal ob was war oder nicht. Konnte ja keiner so richtig nachprüfen. Vielleicht kann "Sojus" was dazu sagen, der ist ja kurz vor mir dort gewesen.
Grüße Hauptmann


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