Die Beziehungen zwischen der DDR und der VR China

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02.07.2013 17:10
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#1
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Wie sah die Beziehung zwischen der DDR und der VR China nach dem chinesisch-sowjetischen Zerwürfnis aus?

Gab es nennenswerte ideologische Auseinandersetzungen mit diesem Thema in den Medien oder im Schulunterricht der DDR?

Gab es wirtschaftliche Beziehungen? Gab es Bildungsaustasuch (Studenten etc.)?


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02.07.2013 17:19
avatar  Alfred
#2
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Hallo,

es gab da immer gewisse Schwankungen in den Beziehungen zur VR China.

Aber auch im militärischen Bereich gab es verschiedenste Kontakte.


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02.07.2013 18:29
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#3
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02.07.2013 19:20
avatar  Uleu
#4
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Mitte der 80 iger zumindestens gab es wieder Studentenaustausch, kurzfristige Sprachraktika am Fremdspracheninstitut Beijing. Der auf Alfreds Foto abgedeckt ist, ist auch dort gewesen, er könnte mehr darüber sagen.

" Die geheime Aufklärung ist ein Dienst, der nur Herren vorbehalten ist " ( Oberst Nicolai, Leiter der dt. Militäraufklärung im 1. WK )


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02.07.2013 20:10
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#5
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Bin kein Experte, aber Briefmarkensammler. An den DDR Briefmarken kann man auch erkennen welche politische Großwetterlage war. Nach der Gründung der Volksrepublik müssen die Beziehungen besonders gut gewesen sein. 1951 gab es diese Briefmarken
Erinnere mich an meine Kindheit da lernte ich noch in der Schule das Lied vom großen Führer,
China ist jung,
Osten erglüht,
Rote Sonne grüßt Mao tse tung.

Später wurde es ruhiger. Ich denke die Beziehungen der DDR zu China hing auch mit zusammen wie gerade die Beziehung der Sowjetunion zu China war. Da gab es doch einige Grenzauseinandersetzungen. Sich offen auf die Seite von China stellen wagte man bestimmt nicht.
Sicherlich haben wir hier User mit besseren Wissen. Wollte trotzdem meine Einschätzung als Laie schreiben. Lerne gern hinzu sollte ich so falsch liegen.


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02.07.2013 20:50
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#6
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turtle, du hast mir aus der Seele gesprochen. Ich sehe das auch so. Gab es da nicht auch diese Schriftstellerin Alex Wedding, die eine Zeit lang in China gelebt hat und vor allem Kinderbücher über dieses Land geschrieben hat, z.B. "Das eiseren Büffelchen"? Wurde auch in der Schule vor 1960 behandelt. Dann wurde es ruhiger um China.
Gruß schmiernippel


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02.07.2013 21:14
#7
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Hier ein interessantes Buch zu diesem Thema. Oberst Biermann war NVA-Aufklärer, Gehilfe des Militärattache in der VR China und danach Militärattache in Belgien. In seinen Buch gibt er interessante Einblicke über das Leben in China und über das Wirken der Militärattaches der DDR und anderer Nationen. Interessant seine Darstellung über den Krieg Vietnam-China 1979.




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02.07.2013 21:34
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#8
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Als es zwischen der VR China und Vietnam zu bewaffneten Auseinandersetzungen kam, hat man uns in der Schule erzählt, daß in China eine verbrecherische Clique an der Macht ist, welche unter dem kommunistischen Deckmantel seine Macht ausdehnen will.
Dazu mußte ich als Agitator dann eine Wandzeitung anfertigen und fand im Neuen Deutschland sogar ein Foto vor, welches einen abgeschossenen T55 zeigte, dessen Turm neben der Wanne lag. Das Foto kam gleich in die Mitte der Wandzeitung...
Ansonsten wurde die VR China genausowenig "zu uns gehörig" auf den Schulatlanten dargestellt, wie Albanien und Jugoslawien.


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02.07.2013 21:52 (zuletzt bearbeitet: 02.07.2013 22:13)
avatar  seaman
#9
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Na ja,
die Zeit mit Mao war damals in China schon recht gewöhnungsbedürftig für einen Europäer,egal aus welchem politischen Lager er kam.
Für uns,die dieses Land als Bruderstaat mal vermittelt bekamen,war Asien schon andersartig von der Kultur am Anfang,Maos China war aber garnicht vermittelbar.Eine Mao-Bibel bzw.ähnliches Material in die DDR einführen eine Todsünde.
Sehe heute noch die Gruppen Chinesen mit grauen Anzügen und asiatisch ins Gesicht gestanztem Lächeln vor mir.
Der Handel lief mit China wohl immer und ich habe ausserhalb dieser Epoche die Chinesen immer als ein sehr gastfreundliches und interessantes Volk kennengelernt.Nicht nur in Hongkong.
Der ganze Maokult und Auswirkungen wurde dann noch von Albanien getoppt.Es ist unbeschreiblich was da damals ablief.Es war schon ein Horror,wenn es nach Durres oder Vlora ging.

seaman

Dann gab es da noch Radio Tirana in deutscher Sprache....


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02.07.2013 22:02
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#10
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Zitat von Kurt im Beitrag #8
Als es zwischen der VR China und Vietnam zu bewaffneten Auseinandersetzungen kam, hat man uns in der Schule erzählt, daß in China eine verbrecherische Clique an der Macht ist, welche unter dem kommunistischen Deckmantel seine Macht ausdehnen will.
Dazu mußte ich als Agitator dann eine Wandzeitung anfertigen und fand im Neuen Deutschland sogar ein Foto vor, welches einen abgeschossenen T55 zeigte, dessen Turm neben der Wanne lag. Das Foto kam gleich in die Mitte der Wandzeitung...
Ansonsten wurde die VR China genausowenig "zu uns gehörig" auf den Schulatlanten dargestellt, wie Albanien und Jugoslawien.


Gab es nicht auch direkte bewaffnete Auseinandersetzungen zwischen China und der Sowjetunion?


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02.07.2013 22:07
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#11
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Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #10
Zitat von Kurt im Beitrag #8
Als es zwischen der VR China und Vietnam zu bewaffneten Auseinandersetzungen kam, hat man uns in der Schule erzählt, daß in China eine verbrecherische Clique an der Macht ist, welche unter dem kommunistischen Deckmantel seine Macht ausdehnen will.
Dazu mußte ich als Agitator dann eine Wandzeitung anfertigen und fand im Neuen Deutschland sogar ein Foto vor, welches einen abgeschossenen T55 zeigte, dessen Turm neben der Wanne lag. Das Foto kam gleich in die Mitte der Wandzeitung...
Ansonsten wurde die VR China genausowenig "zu uns gehörig" auf den Schulatlanten dargestellt, wie Albanien und Jugoslawien.


Gab es nicht auch direkte bewaffnete Auseinandersetzungen zwischen China und der Sowjetunion?



Ja, ich erinnere mich daran.....
http://de.wikipedia.org/wiki/Zwischenfall_am_Ussuri
Danke für die Gedächtnisauffrischung, Grenzwolf

Gruss Hartmut


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02.07.2013 22:08
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#12
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Interessant ist doch auch die revidierte DDR-Verfassung von 1974, Art. 6 Abs. 2:

"Die Deutsche Demokratische Republik ist für immer und unwiderruflich mit der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken verbündet. Das enge und brüderliche Bündnis mit ihr garantiert dem Volk der Deutschen Demokratischen Republik das weitere Voranschreiten auf dem Wege des Sozialismus und des Friedens."

Meines Wissens weltweit ein Unikum, dass ein Staat einem anderen in seiner Verfassung ewige Verbundenheit garantiert?!
Das kann man vielleicht vor dem Hintergrund verstehen, dass Albanien aus dem Warschauer Pakt und dem RGW 1968 ausgetreten ist und sich (zunächst) an der VR China orientiert hat?!


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02.07.2013 22:08
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#13
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Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #10
Zitat von Kurt im Beitrag #8
Als es zwischen der VR China und Vietnam zu bewaffneten Auseinandersetzungen kam, hat man uns in der Schule erzählt, daß in China eine verbrecherische Clique an der Macht ist, welche unter dem kommunistischen Deckmantel seine Macht ausdehnen will.
Dazu mußte ich als Agitator dann eine Wandzeitung anfertigen und fand im Neuen Deutschland sogar ein Foto vor, welches einen abgeschossenen T55 zeigte, dessen Turm neben der Wanne lag. Das Foto kam gleich in die Mitte der Wandzeitung...
Ansonsten wurde die VR China genausowenig "zu uns gehörig" auf den Schulatlanten dargestellt, wie Albanien und Jugoslawien.


Gab es nicht auch direkte bewaffnete Auseinandersetzungen zwischen China und der Sowjetunion?


Ab 1960 entstand ein offener Konflikt zwischen China und der Sowjetunion und während der 60er wies die chinesisch-sowjetische Grenze am Amur die höchste Militärkonzentration auf der Welt auf. Höhepunkte waren die bewaffneten Auseinandersetzungen an den Flüssen Ussuri und Amur und in Sinkiang (1969).
Durch diesen chinesisch-sowjetischen Konflikt,spaltete sich das sozialistische Lager . China zählte ab jetzt nicht mehr zum soz.Lager nach Moskauer Lesart.
seaman


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02.07.2013 22:40
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#14
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Wir wurden in China von Bord abgeholt, mit einem Kleinbus fuhr man uns in so was wie ein Seemannsheim. Wir durften uns nicht frei Bewegen.
Im Seemannsheim bekam jeder die Mao Fibel auf deutsch. Hübsche Mädchen erzählten uns von Maos langen Marsch usw. Ich ging nie wieder an Land. In Hongkong war das natürlich etwas anderes ,aber da ging man nicht an Land sondern musste mit dem Boot fahren. Die Puffschute war sofort längsseits Die Ersten die mit an Bord kamen war die Puffmutter mit ihren Damen. Albanien war für mich immer ein Land ,das ich noch besuchen wollte. Seit den Film Skanderbeg Ritter der Berge interessierte ich mich schon für Albanien,da war ich noch Kind. Vor zwei Jahren da gewesen. Von der Herzlichkeit der Menschen sehr angenehm überrascht. Das Erbe von Enver Hoxha all gegenwärtig. Rückständig ,miserable Infrastruktur. Da gibt es viel nachzuholen. Und China ? China ist heute mit eine Weltmacht. Ich denke Albanien hatte sich noch mehr abgekapselt wie heute Nordkorea. China hat einen riesigen Lernprozess hinter sich ,schlimm war die Kulturrevolution die hat China sehr geschadet. Mit dem Prozess gegen die sogenannte Viererbande ,darunter die Frau von Mao dürfte eine Wende angefangen haben. Die Ereignisse auf dem Platz des Himmlischen Friedens 1989 war da sicher ein großer Rückschlag. Zur blutigen Niederschlagung des Studentenaufstandes auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking äußert sich Krenz mit den Worten es sei "etwas getan worden, um die Ordnung wiederherzustellen". Eine Verurteilung des Massakers Fehlanzeige. Zu diesem Zeitpunkt dürften die Beziehungen der DDR zu China fast "Normal" gewesen sein.


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02.07.2013 23:05
#15
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Wimre, wurde mir bezüglich der Auseinandersetzungen am Amur und Ussuri von meinem Vater, der zweifellos über einige Insiderkenntnisse mehr als der Normalo verfügte folgendes erzählt. Die SU wollte diese sache so schnell wie möglich beenden und hatte angeblich einen chemischen kampfstoff eingesetzt, der nicht tödlich wirkt, aber deaktiviert. Die Rote Armee hat dann die "schlafenden" Chinesen nur noch eingesammelt. Ob´s so stimmt, weiß ich nicht. Bei dem Terroranschlag in einem Moskauer Theater wurde wohl ein ähnlicher Kampfstoff verwendet.
Was die wirtschaftliche Zusammenarbeit betrifft, wurde uns das so dargestellt, daß ein Export nach China etwa gleichbedeutend wichtig ist wie in das NSW. Von dort bekamen wir nämlich Güter und Rohstoffe, die ansonsten gegen Devisen auf dem Weltmarkt eingekauft werden mußten.
Von Bedeutung war auch die Tatsache, daß chinesische Studenten im Ausland automatisch auch die Ideologie dieser Länder mit nach China nehmen. Trifft natürlich allgemein für jeden Studenten im Ausland zu. Das soll der Grund gewesen sein, daß China seine Studenten lieber in die SU, die DDR o.a. soz. Staaten geschickt hat als in die kapitalistischen Staaten. So wurde uns das damals gesagt, erscheint mir aber auch logisch.


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