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#1

eigene Erinnerungen vor dem Mauerbau

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 26.06.2013 17:28
von Lutze | 8.353 Beiträge | 1292 Punkte
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mein Vater ist vor dem Mauerbau viel nach West-Berlin
mit Schulfreunden dort gewesen,Western-Filme in den
Kinos waren angesagt,
wer erinnert sich an diese Zeiten?
gruß Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren


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#2

RE: eigene Erinnerungen vor dem Mauerbau

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 26.06.2013 20:41
von seaman | 3.487 Beiträge | 5 Punkte
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Zitat von Lutze im Beitrag #1
Ich.
wer erinnert sich an diese Zeiten?
gruß Lutze


Ich.

seaman


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#3

RE: eigene Erinnerungen vor dem Mauerbau

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 26.06.2013 20:49
von Greso | 2.412 Beiträge | 407 Punkte
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An Sonntagen bezahlte man als Ostler immer 1:1 fürs Kino .
Greso



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#4

RE: eigene Erinnerungen vor dem Mauerbau

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 27.06.2013 01:06
von Zaunkönig | 646 Beiträge | 119 Punkte
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Im Kino war ich auch ab und zu mal. Aber meistens habe ich mir die SOS Hefte am Bahnsteigkiosk gekauft. Hat mir die ein Kontrolleur abgenommen, mit der nächsten S-Bahn wieder zurück gefahren und ein neues Heft gekauft. Ein paarmal hat der Verkäufer nur gelacht, als ich mir das selbe Heft eine halbe später Stunde nochmal gekauft habe.
Möönsch -- und 6 Monate später hab ick in Pullezeiuniform selber uffe Straße jestanden und hab die Leute die Schmöcker abjenommen.
Peter, der Zaunkönig


März 1959 bis Mai 1962 an der Grenze in Berlin vom Norden bis an die Stresemannstraße
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#5

RE: eigene Erinnerungen vor dem Mauerbau

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 27.06.2013 08:05
von eisenringtheo | 9.765 Beiträge | 1756 Punkte
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Zitat von Zaunkönig im Beitrag #4
Im Kino war ich auch ab und zu mal. Aber meistens habe ich mir die SOS Hefte am Bahnsteigkiosk gekauft. Hat mir die ein Kontrolleur abgenommen, mit der nächsten S-Bahn wieder zurück gefahren und ein neues Heft gekauft. Ein paarmal hat der Verkäufer nur gelacht, als ich mir das selbe Heft eine halbe später Stunde nochmal gekauft habe.
Möönsch -- und 6 Monate später hab ick in Pullezeiuniform selber uffe Straße jestanden und hab die Leute die Schmöcker abjenommen.
Peter, der Zaunkönig


Die "Militarisierung" der westdeutschen Gesellschaft! Ein Propagandaschwerpunkt der DDR Propaganda zu jener Zeit. War das nur Propaganda oder war da was dran?
Theo



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#6

RE: eigene Erinnerungen vor dem Mauerbau

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 27.06.2013 09:46
von Zaunkönig | 646 Beiträge | 119 Punkte
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@ eisenri...
Na ja in den Heften wurden zwar auch deutsche Kriegsschiffe beschrieben, aber auch die Handelsschifffahrt. Hielt sich wohl die Waage mit christlicher Seefahrt und der grauen gepanzerten Schifffahrt.
Es war doch verboten, westliche Druckerzeugnisse (egal was es war, ob Zeitungen oder diese Hefte) in die DDR einzuführen, deshalb haben sie mir die Heftchen auch abgenommen.
Gruß von
Peter, dem Zaunkönig


März 1959 bis Mai 1962 an der Grenze in Berlin vom Norden bis an die Stresemannstraße
zuletzt bearbeitet 27.06.2013 09:50 | nach oben springen

#7

RE: eigene Erinnerungen vor dem Mauerbau

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 27.06.2013 11:07
von thomas 48 | 3.992 Beiträge | 1311 Punkte
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Mein Vater war oft in WB nach der Arbeit und hat für sich den Spiegel, für meine Mutter die Frauenzeitschriften Constanze und Brigitte gekauft.
Wir 2 Söhne bekamen Liliput und die Rasselbande.
Western und andere Hefte erhielten wir nie!!!
Die SOS Hefte weren heute mit 1.50-6,00 Euro pro Heft angeboten.
Ich selber sammle gute Schund und Schmutzliteratur, und besitze sehr viel



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#8

RE: eigene Erinnerungen vor dem Mauerbau

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 27.06.2013 11:30
von matloh | 1.249 Beiträge | 54 Punkte
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Zitat von Zaunkönig im Beitrag #6
< ...cut... >Es war doch verboten, westliche Druckerzeugnisse (egal was es war, ob Zeitungen oder diese Hefte) in die DDR einzuführen...< ...cut... >
Wieso waren denn westliche Druckerzeugnisse eigentlich (gesamthaft?) verboten? Hatte man Angst um den gefestigten Klassenstandpunkt der DDR-Bürger? Wieso durfte denn ein DDR-Bürger nicht selbst entscheiden, was für seinen Klassenstandpunkt gut oder schlecht war?
Waren im Westen auch (alle) Druckerzeugnisse aus dem Osten verboten?

cheers matloh

ps: Sorry für OT


Aus gegebenem Anlass temporär: Nein, die Erde ist keine Scheibe!

"Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren." (Benjamin Franklin)


zuletzt bearbeitet 27.06.2013 11:31 | nach oben springen

#9

RE: eigene Erinnerungen vor dem Mauerbau

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 27.06.2013 11:34
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von matloh im Beitrag #8
Zitat von Zaunkönig im Beitrag #6
< ...cut... >Es war doch verboten, westliche Druckerzeugnisse (egal was es war, ob Zeitungen oder diese Hefte) in die DDR einzuführen...< ...cut... >
Wieso waren denn westliche Druckerzeugnisse eigentlich (gesamthaft?) verboten? Hatte man Angst um den gefestigten Klassenstandpunkt der DDR-Bürger? Wieso durfte denn ein DDR-Bürger nicht selbst entscheiden, was für seinen Klassenstandpunkt gut oder schlecht war?
Waren im Westen auch (alle) Druckerzeugnisse aus dem Osten verboten?

cheers matloh

ps: Sorry für OT



Dieser Schund und Schmutz hätte unsere gefestigten sozialistischen Gehirne aufgelöst, konnte man nicht riskieren.
Man sieht ja was 23 Jahre "Bild" aus uns gemacht haben


thomas 48 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 27.06.2013 11:36 | nach oben springen

#10

RE: eigene Erinnerungen vor dem Mauerbau

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 27.06.2013 11:45
von icke46 | 2.652 Beiträge | 213 Punkte
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Die Einfuhr westlicher Druckerzeugnisse war nicht in ihrer Gesamtheit verboten.

Aus einer Information für Reisende, herausgegeben 1982:

Verboten sind:

Zeitungen und andere periodisch erscheinende Presseerzeugnisse, soweit sie nicht in der Postzeitungsliste der DDR enthalten sind; Kalender, Almanache, Jahrbücher; Briefmarken und Briefmarkenkataloge, ungültige Zahlungsmittel und Münzen;

Literatur und sonstige Druckerzeugnisse, deren Inhalt gegen die Erhaltung des Friedens gerichtet ist oder deren Einfuhr in anderer Weise den Interessen des sozialistischen Staates und seiner Bürger widerspricht.

So, wie es dort beschrieben ist, ist es natürlich immer eine Auslegungssache.

Gruss

icke



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#11

RE: eigene Erinnerungen vor dem Mauerbau

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 27.06.2013 12:14
von Kurt | 933 Beiträge | 2 Punkte
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Zitat von matloh im Beitrag #8
Zitat von Zaunkönig im Beitrag #6
< ...cut... >Es war doch verboten, westliche Druckerzeugnisse (egal was es war, ob Zeitungen oder diese Hefte) in die DDR einzuführen...< ...cut... >
Wieso waren denn westliche Druckerzeugnisse eigentlich (gesamthaft?) verboten? Hatte man Angst um den gefestigten Klassenstandpunkt der DDR-Bürger? Wieso durfte denn ein DDR-Bürger nicht selbst entscheiden, was für seinen Klassenstandpunkt gut oder schlecht war?
Waren im Westen auch (alle) Druckerzeugnisse aus dem Osten verboten?

cheers matloh

ps: Sorry für OT



Das stimmt so nicht. Manche Westzeitschrift konnte man sogar im Abo beziehen. Seit 1987 bekam ich vom Delius Klasing Verlag die VW/Audi Zeitung "Gute Fahrt" monatlich zugeschickt, bezahlt von meinen Großeltern im Westen, ausgeliefert im Bezirk Cottbus.
Auch auf Matchbox- und Lego-Kataloge mußte ich ebensowenig verzichten, wie auf "Bravo" und "Popcorn". Die beiden Jugendzeitschriften schlechthin.


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#12

RE: eigene Erinnerungen vor dem Mauerbau

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 27.06.2013 12:18
von schnatterinchen (gelöscht)
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Zitat von Kurt im Beitrag #11
Zitat von matloh im Beitrag #8
Zitat von Zaunkönig im Beitrag #6
< ...cut... >Es war doch verboten, westliche Druckerzeugnisse (egal was es war, ob Zeitungen oder diese Hefte) in die DDR einzuführen...< ...cut... >
Wieso waren denn westliche Druckerzeugnisse eigentlich (gesamthaft?) verboten? Hatte man Angst um den gefestigten Klassenstandpunkt der DDR-Bürger? Wieso durfte denn ein DDR-Bürger nicht selbst entscheiden, was für seinen Klassenstandpunkt gut oder schlecht war?
Waren im Westen auch (alle) Druckerzeugnisse aus dem Osten verboten?

cheers matloh

ps: Sorry für OT



Das stimmt so nicht. Manche Westzeitschrift konnte man sogar im Abo beziehen. Seit 1987 bekam ich vom Delius Klasing Verlag die VW/Audi Zeitung "Gute Fahrt" monatlich zugeschickt, bezahlt von meinen Großeltern im Westen, ausgeliefert im Bezirk Cottbus.
Auch auf Matchbox- und Lego-Kataloge mußte ich ebensowenig verzichten, wie auf "Bravo" und "Popcorn". Die beiden Jugendzeitschriften schlechthin.




Wie jetzt Bravo und wie hieß die andere gleich Popcorn? auch im Abo?


zuletzt bearbeitet 27.06.2013 12:19 | nach oben springen

#13

RE: eigene Erinnerungen vor dem Mauerbau

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 27.06.2013 12:23
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Wie jetzt Bravo und wie hieß die andere gleich Popcorn? auch im Abo?[/quote]


Nein, die beiden nicht im Abo, sondern nur dann, wenn etwas zu Depeche Mode oder U2 drin war.
Andere Gruppen interessierten mich nicht so.
Die "Gute Fahrt" lohnte sich im Abo deshalb, weil jeden Monat gute Tipps um den VW Bus enthalten waren. Seit Februar 1985 hatten wir unter anderem dieses Auto.


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#14

RE: eigene Erinnerungen vor dem Mauerbau

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 27.06.2013 12:37
von schnatterinchen (gelöscht)
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Ich gehörte zwar zur herrschenden Klasse der DDR und habe immer feste die Knochen hingehalten, aber von diesen Dingen hatte ich keinen blassen Schimmer.
Mit finanziell potenter und spendabler Verwandtschaft im Westen, konnteste richtig kommod leben in der DDR und denen ohne Westkohle mal zeigen was sie für armselige Eierköppe sind in ihren Wisentjeans und in ihrer Jugendmodekluft.
Die Vorzüge des Sozialismus gepaart mit den Annehmlichkeiten der westlichen Konsumgesellschaft. Prima Sache war das.Hat leider nicht lange gehalten.


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#15

RE: eigene Erinnerungen vor dem Mauerbau

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 27.06.2013 12:56
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Zitat von schnatterinchen im Beitrag #14
Ich gehörte zwar zur herrschenden Klasse der DDR und habe immer feste die Knochen hingehalten, aber von diesen Dingen hatte ich keinen blassen Schimmer.
Mit finanziell potenter und spendabler Verwandtschaft im Westen, konnteste richtig kommod leben in der DDR und denen ohne Westkohle mal zeigen was sie für armselige Eierköppe sind in ihren Wisentjeans und in ihrer Jugendmodekluft.
Die Vorzüge des Sozialismus gepaart mit den Annehmlichkeiten der westlichen Konsumgesellschaft. Prima Sache war das.Hat leider nicht lange gehalten.



Ja und nein, Schnatterinchen. In Wisentjeans bin ich nie herumgelaufen. Das stimmt....
Für die in Ungarn gekauften Puma-Schuhe, bin ich 2 Wochen im TKC arbeiten gegangen. Wenn man nach etwas strebt, muß man auch etwas dafür tun.
Die Autos wurden aber immer in Mark der DDR bezahlt, da nie über GENEX gekauft. Auch die Ersatzteile dafür gab es für Mark der DDR.
VW-Werkstätten gab es in unserem Bezirk in Kleinkoschen und Cottbus.
Falls Du einen Volvo hattest, mußtest Du nach Berlin-Schöneweide, wenn etwas daran war. Aber für die meisten PKW aus dem NSW gab es in den Bezirken Werkstätten mit sehr guter Ersatzteilversorgung. VW lieferte innerhalb von 48 Stunden jedes gewünschte Teil.
Meine Eltern haben ganz normal in der DDR und der Sowjetunion gearbeitet. Allerdings brachten sie natürlich mal etwas mit, wenn sie im NSW unterwegs waren.
Westverwandte hatten in meiner Klasse fast alle. Insofern gab es diesbezüglich keine Spaltung.
Wenn es Probleme gab, kam man mit einer Staatsratsbeschwerde weiter.
Beispiel: Die Simson S51 Comfort erschien 1983. Da sie aber zu diesem Zeitpunkt nicht im Laden zu kaufen war, half eine Beschwerde beim Staatsrat, und wir konnten sie dann 6 Wochen später vom Güterbahnhof abholen.
Versuche doch mal, in diesem Staat mit einer Beschwerde weiterzukommen. Das führt selten zum Ziel.
Insofern lobe ich mir die DDR.
Aber wir schweifen ab, denn der Thread bezieht sich auf die Zeit vor dem Mauerbau.


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#16

RE: eigene Erinnerungen vor dem Mauerbau

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 27.06.2013 13:04
von turtle | 6.961 Beiträge | 93 Punkte
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Ich hatte die Absicht einmal Westberlin anzuschauen.1961 war ich gerade in der Lehre und meine Kohle reichte nicht hinten und vorne. Glaube im ersten 3. Jahr waren es 90 Mark pro Monat Vorher noch weniger. Hatte sich danach erübrigt, mal in die U-Bahn setzen war nicht.
Erinnere mich aber sehr gut das Druckerzeugnisse und Tonträger verboten waren. Die wenigen Wild West ,Jerry Cotton, Landser etc., Romane die jemand hatte wanderten von Einem zum Anderen. Bei meiner Anklage wegen R. Flucht lag bei mir gefundene "Schundliteratur" auf dem Richtertisch als Beweis für meine negative Beeinflussung und an meiner negativen Einstellung zur DDR hatte diese Literatur auch Mitschuld.
Hätte ich doch nur Marx und Engels gelesen ,wäre mir das bestimmt alles so nicht passiert.


thomas 48 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#17

RE: eigene Erinnerungen vor dem Mauerbau

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 27.06.2013 13:08
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Zitat von Kurt im Beitrag #15
Zitat von schnatterinchen im Beitrag #14
Ich gehörte zwar zur herrschenden Klasse der DDR und habe immer feste die Knochen hingehalten, aber von diesen Dingen hatte ich keinen blassen Schimmer.
Mit finanziell potenter und spendabler Verwandtschaft im Westen, konnteste richtig kommod leben in der DDR und denen ohne Westkohle mal zeigen was sie für armselige Eierköppe sind in ihren Wisentjeans und in ihrer Jugendmodekluft.
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Ja und nein, Schnatterinchen. In Wisentjeans bin ich nie herumgelaufen. Das stimmt....
Für die in Ungarn gekauften Puma-Schuhe, bin ich 2 Wochen im TKC arbeiten gegangen. Wenn man nach etwas strebt, muß man auch etwas dafür tun.
Die Autos wurden aber immer in Mark der DDR bezahlt, da nie über GENEX gekauft. Auch die Ersatzteile dafür gab es für Mark der DDR.
VW-Werkstätten gab es in unserem Bezirk in Kleinkoschen und Cottbus.
Falls Du einen Volvo hattest, mußtest Du nach Berlin-Schöneweide, wenn etwas daran war. Aber für die meisten PKW aus dem NSW gab es in den Bezirken Werkstätten mit sehr guter Ersatzteilversorgung. VW lieferte innerhalb von 48 Stunden jedes gewünschte Teil.
Meine Eltern haben ganz normal in der DDR und der Sowjetunion gearbeitet. Allerdings brachten sie natürlich mal etwas mit, wenn sie im NSW unterwegs waren.
Westverwandte hatten in meiner Klasse fast alle. Insofern gab es diesbezüglich keine Spaltung.
Wenn es Probleme gab, kam man mit einer Staatsratsbeschwerde weiter.
Beispiel: Die Simson S51 Comfort erschien 1983. Da sie aber zu diesem Zeitpunkt nicht im Laden zu kaufen war, half eine Beschwerde beim Staatsrat, und wir konnten sie dann 6 Wochen später vom Güterbahnhof abholen.
Versuche doch mal, in diesem Staat mit einer Beschwerde weiterzukommen. Das führt selten zum Ziel.
Insofern lobe ich mir die DDR.
Aber wir schweifen ab, denn der Thread bezieht sich auf die Zeit vor dem Mauerbau.


Wir haben uns auch mal beschwert, ging nicht um eine Simme sondern um einen ganzen Wald der an den Klassenfeind verhökert wurde.
Auch nicht ganz Oben beim Staatsrat, nein, paar Nummern kleiner beim Rat des Bezirkes.
Leider kam nicht wie bei dir lieberweise die Simme vom Staatsrat, sondern wegen unserer Unverfrohrenheit Bildmaterial zu fertigen was anderes.
Hatten faktisch wohl die falschen Prioritäten gesetzt, hätten lieber auch um ein Moped bitten sollen, was lohnt schon die Aufregung um so einen blöden Wald, war ja genug davon da..


zuletzt bearbeitet 27.06.2013 13:10 | nach oben springen

#18

RE: eigene Erinnerungen vor dem Mauerbau

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 27.06.2013 13:11
von Kurt | 933 Beiträge | 2 Punkte
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Hallo Turtle,

naja, die Landserhefte waren bestimmt nicht so gern gesehen. Das kann ich mir gut vorstellen.
Aber Du bist doch Deinen Weg gegangen.

Gruß, Kurt


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#19

RE: eigene Erinnerungen vor dem Mauerbau

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 27.06.2013 13:22
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Eigene Erinnerungen vor dem Mauerbau sind für mich gleichbedeutend mit zahlreichen Kindheitserlebnissen, einem Leben an und mit der Grenze.
Erste, noch illegale "Grenzverletzungen" bestanden darin, dass wir noch an der Elbe baden durften und dabei die Gelegenheit nicht ausliessen, die Elbe zu durchschwimmen. War u.a. auch eine der sogenannten Mutproben, die man unbedingt bestehen wollte. Die Grenzer sahen uns anfänglich noch zu, wie wir das riskante Unternehmen angingen, denn die Elbe ist kreuzgefährlich nicht nur durch die Strudelbildungen an den Bunenköpfen, sondern auch durch ihre starke Unterströmung. Einige mußten dieses Wagnis auch mit dem Leben bezahlen. Nachdem das Grenzregime etwas straffer wurde, war es auch mit der Schwimmerei nicht mehr so einfach, da die Grenzer uns ermahnten, nicht durch den Fluß zu schwimmen. Einige taten es trotzdem, auch ich, nur wendeten wir eine neue Taktik an - die hieß, abwarten bis ein Elbkahn kam - der wurde dann bugseitig so angeschwommen, dass man auf der anderen Seite des Schiffes war und somit sich auch aus dem Sichtbereich der Grenzer begab - dann noch das Stück bis zum westlichem Elbufer und dann hieß warten und frieren, bis die Grenzer ihre Streife fortsetzten. Dann hieß es ganz schnell wieder zuück.
Mit dem 13. August war dann diese Möglichkeit für uns verschlossen, wie auch das Angeln in den toten Armen der Elbe.

Zu den Kindheitserinnerungen vor dem 13. August gehörten auch die zwei Reisen von Boizenburg nach Glückstadt an der Elbe, um die Urgroßmutter zu besuchen. Meine Mutter mußte u.a. auch einige rechtliche Dinge klären, denn sie war Miteigentümerin am Haus, welches sich direkt hinter dem Deich der Blomesche Wildnis befand. Über die Kontrollen in Büchen hatte ich schon einmal im einem Beitrag geschrieben. Als Kind war der Hamburger Hauptbahnhof ein Erlebnisbereich ohne Ende. Die Eindrücke, die auf mich einstürmten mußten erst einmal bewältigt werden. So kam es, wie es kommen mußte, ich ging im ganzem Trubel dem familiärem "Empfangskomitee" abhanden und erst mit polizeilicher Hilfe und Unterstützung wurde die Familienzusammenführung wieder vollzogen. Mit dem Postbus (ein Büssing mit Schnauze) ging es dann von Hamburg in die Blomesche Wildnis - Neuendeich. Vorbei an der Marineschule Glückstadt, die während meines ersten 4- wöchigen Aufenthaltes auch zu einem speziellem Erlebnisort werden sollte.
Das Haus der Urgroßmutter befand sich gleich hinter dem Deich - das Grundstück nur getrennt durch einen Überlaufgraben. Erste Bekanntschaft mit den Gezeiten - Ebbe und Flut und einem etwas rauherem Wind.
Die Deichkrone sollte der Ausgangspunkt meiner ersten "Sprungversuche" werden, wozu ich Urgroßmutters übergroßen Regenschirm zweckemfremdet benutzte. Die Landungen waren mehr als glücklich und mit dem Überlaufgraben schloß ich mehrmalige Bekanntschaft.
Die rechtlichen Dinge konnten damals nicht umfassend geklärt werden, so dass wir Urenkel es vor einigen Monaten endlich zu Ende bringen konnten.

Den 13. August 1961 erlebte ich dann im Betriebsferienlager der Fliesenwerke "Kurt Bürger" Boizenburg in Tressow (zwischen Bad Kleinen und Wismar). Ein altes Gutshaus mit Vorwerk, Marstall und einen wunderschönen Badesee - hier habe ich auch das Schwimmabzeichen als Fahrtenschwimmer abgelegt.
Am besagtem 13. August wurden gegen Mittag die älteste Mädchengruppe und die älteste Jungengruppe (wir waren 12 bzw. 13 Jahre alt) in den Fernsehraum gebeten und dort verfolgten wir am RAFENA Patriot I die ersten Berichterstattungen über die Grenzsicherungsmaßnahmen, wie es in der offiziellen Berichterstattung hieß. So richtig hat es von uns damals wohl keiner verstanden. Aber dann wurden wir mit bestimmten Sachverhalten konfrontiert, die uns nachdenklich stimmten und uns auch den Ernst dieser Lage vor Augen führte. Nach dem Mittagessen rollte eine Mot.-Schützeneinheit der NVA mit BTR 152 und G 5 bis kurz vor das Ferienlager. Die obligatorische Mittagpause mit Schlafstunde entfiel, denn die Soldaten und vor allem die SPW´s waren weitaus interessanter, als die Ruhe. Am spätem Nachmittag traf dann noch zusätzliches Betreuungspersonal aus den Fliesenwerken ein - Jungingenieure in Blauhemden, die sich mit um die anwesenden Gruppen kümmerten.
Nach der Rückkehr aus dem Ferienlager wurde uns dann erst richtig bewußt, was da am 13. August passiert war. Wir mußten uns als Kinder mit den neuen Gegebenheiten erst einmal zurechtfinden, denn sie bestimmten in den Folgejahren maßgeblich unser Leben in jeder Hinsicht.

Das waren Eindrücke meinerseits aus dem Leben vor dem und am 13. August 1961.

Vierkrug


Kurt, Lutze, turtle, furry und Gohrbi haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 27.06.2013 14:13 | nach oben springen

#20

RE: eigene Erinnerungen vor dem Mauerbau

in Fragen und Antworten zur Berliner Mauer 27.06.2013 15:21
von Gohrbi | 575 Beiträge
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....ich war da gerade Schulkind geworden (60) und so waren meine Kindheitserinnerungen an Ferien und an viel Badespaß auf/an der Badewiese in Gatow gebunden. Nach der Wende konnte ich die Erinnerungen an die Altstadt Spandau auffrischen und die die ich noch an den Schokoladenladen meiner Tante hatte.
Hätte nicht gedacht das ich das später, als ich nicht mehr hin konnte, so klar vor Augen noch hatte. Kindheit prägt und so war ich gleich wieder zu Hause in Berlin.


zuletzt bearbeitet 27.06.2013 15:22 | nach oben springen



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