AK47 und Platzpatronen Verschießen

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03.01.2014 18:35 (zuletzt bearbeitet: 03.01.2014 18:36)
#31
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Der Sicherheitsabstand beim Schießen mit Platzpatronen war 50 Meter.

Über 10 Meter Entfernung waren Verletzungen weniger wahrscheinlich, aber noch möglich. Nachts konnte man besonders gut sehen, wie weit zum Teil der Gasstrahl austrat. Es war eine Sicherheitsnorm, die bei Übungen durchaus auch unterschritten wurde, teils bewusst, teils unbewusst. Ich habe mal bei einer Nachtübung an der Offiziershochschule auf ein vermeintliches Ziel mit einem langen Feuerstoß draufgehalten aus ca. 10 Meter Entfernung. Hinterher stellte es sich raus, dass ich taktisch recht hatte, denn es war die "gegnerische Führungsstelle" mit 4 oder 5 Mann drin. Aber praktisch waren es die Leute des anderen Zuges unserer Ausbildungskompanie. Die Jungs haben ordentlich geflucht, aber außer leicht verblitzten Augen und kurzzeitig dröhnenden Ohren war kein weiterer Schaden entstanden.

ciao Rainman

"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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03.01.2014 18:39
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#32
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Zitat von Bugsy im Beitrag #11
Zitat von utkieker im Beitrag #6
Zitat von Bugsy im Beitrag #1
Da gerade von Waffen die Rede ist: Gab es für die Kaschi ein “BFA“? Ich weiß nicht, wie die Dinge auf Deutsch heißen. “BFA“ ist die englische Bezeichnung und bedeutet “Blank Firing Attachment“. Das ist so ein Gerät (meistens gelb), das vorn an der Mündung angebracht wird, damit die Waffe beim Abschießen von Platzpatronen den nötigen Druck für den Durchladevorgang aufbauen kann.

So sehen einige Ausführungen aus:
http://www.google.com/search?hl=en&site=...img.YmFaYLmwfd4

MsG

Ja Bugsy,

eine Mündungsdüse für das Verschießen von Platzpatronen (PP) gab es. Ich habe PP äußerst sparsam verwendet, denn es war eine Drecksarbeit die Waffen hinterher zu reinigen. PP wurde nur in der Ausbildung verschossen und dort wurden die Waffen auf den Flur gewartet. Später in der Grenzkompanie haben wir die Waffen mit auf die Stube genommen und mit kochend heißen Wasser "gespült" anschließend abgetrocknet und neu geölt, ich glaube in der Ausbildungseinheit hätte der Spieß einen Anfall bekommen, wenn wir so die Waffen gewartet hätten!

Gruß Hartmut!

Ja, das mit dem Reinigen hinterher war auch immer so eine Sache bei uns. Die ganze Waffe war vollgeseicht. Zusätzlich hatten wir aber eine weitere Schwierigkeit.

Das ist die Waffe, die wir seinerzeit benutzten:
http://t0.gstatic.com/images?q=tbn:ANd9G...BAGRwQvn4XLejBm

Die Platzpatronen dafür waren wie die echten, bloß mit einer Hartpappekugel und nicht FMJ. Das Dingsbums vorne an der Mündung war mit so einer Art "Schreddersieb“ versehen, und nach ungefähr einem Magazin (20 Schuss) musste man das Ding abmontieren und mühsam wieder freipopeln, um weiterschießen zu können. Und wie gesagt, von der Schmierei nachher beim Reinigen ganz abgesehen.

MsG

Hartpappkugel kenn ich nicht. zu meiner zeit waren die Platzer oben verkniffen oder so ähnlich


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03.01.2014 19:11
avatar  Berni61
#33
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Zitat von EK 70 im Beitrag #28
Hallo
Hat jemand Erkenntnisse,daß durch die Platzerdüse Platzpatronensplitter austraten?

EK70



Hallo EK70

Uns wurde das bei der Ausbildung vorgeführt, aus 5m Entfernung wurde auf eine hängende Zeitung geschossen. Die Zeitung hatte viele kleine
Löscher.

MfG Berni61


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03.01.2014 19:30 (zuletzt bearbeitet: 03.01.2014 19:31)
#34
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Bein Schießen damit gab es drei Typen:

1. Diejenigen, die sich beim Schießen lieber zurückhielten, um nicht mühsam eine mit Platzern verdreckte Kaschi reinigen zu müssen.

2. Die "Schießgeilen", die erst hinterher beim Putzen fluchten.

3. Die Fiesen, die sich zum Platzerschießen die Waffe eines Untergebenen "ausliehen" und zum Putzen zurückgaben (bei einigen Gefreiten üblich).

Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)


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03.01.2014 19:39
#35
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Zitat von Freienhagener im Beitrag #34
Bein Schießen damit gab es drei Typen:

1. Diejenigen, die sich beim Schießen lieber zurückhielten, um nicht mühsam eine mit Platzern verdreckte Kaschi reinigen zu müssen.

2. Die "Schießgeilen", die erst hinterher beim Putzen fluchten.

3. Die Fiesen, die sich zum Platzerschießen die Waffe eines Untergebenen "ausliehen" und zum Putzen zurückgaben (bei einigen Gefreiten üblich).


Freienhagener,
ich habe einmal mit Platzer in der Ausbildung geschossen und beim nächsten Schiessen diese an die von
Punkt 2. freudig weiter gegeben.

xxx


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03.01.2014 19:58
#36
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Hallo Micha,

an deiner Aufzählung da ist schon was dran !

VG H.

Erst stirbt der Baum und dann der Mensch !


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03.01.2014 20:07
avatar  linamax
#37
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Zitat von Freienhagener im Beitrag #34
Bein Schießen damit gab es drei Typen:

1. Diejenigen, die sich beim Schießen lieber zurückhielten, um nicht mühsam eine mit Platzern verdreckte Kaschi reinigen zu müssen.

2. Die "Schießgeilen", die erst hinterher beim Putzen fluchten.

3. Die Fiesen, die sich zum Platzerschießen die Waffe eines Untergebenen "ausliehen" und zum Putzen zurückgaben (bei einigen Gefreiten üblich).

Hallo Freienhagener
Ich war erst die Nummer zwei nach dieser Putzerei wurde ich Nummer eins .


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03.01.2014 20:10
avatar  Telamon
#38
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Ich kenne das Schießen mit den "Platzern" auch nur von der Grundausbildung bei der NVA. Da ging es hauptsächlich um das Einnehmen von
"feindlichen" Gräben. Hat man den Graben erreicht sollte man immer reinhalten und Dauerfeuer geben. Dabei sollte man aber darauf achten wenn jemand im Graben ist, nicht direkt auf ihn halten. Das mit dem Dauerfeuer hat man aber nur einmal gemacht, dann wusste man welche Drecksarbeit es war die Waffe wieder zu reinigen.
Später bei der Wachkompanie in Straußberg haben wir nie wieder mit "Platzern" geschossen. Das Übungsschießen war nur mit scharfer Munition.
Ich habe beim Übungsschießen kaum das Ziel erkannt und nur auf Verdacht geschossen. Trotzdem habe ich eines Tages feierlich die Schützenschnur erhalten, ich glaube heute noch, da lag ein Irrtum vor. Ich kann das bis heute nicht verstehen.
Gruß Winfried


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03.01.2014 20:24
avatar  ( gelöscht )
#39
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( gelöscht )

@Telamon Da wird wohl jemand anders geschossen haben !
Weiland war es bei uns usus nach Vernichtung (treffen) der eigenen Scheiben dem Nachbarn zu helfen .
Durfte man sich aber nicht erwischen lassen . Sonst kam schonmal von der Leitstelle " Bahn X Schiessen einstellen !
Fritze


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03.01.2014 20:25 (zuletzt bearbeitet: 03.01.2014 20:26)
avatar  S51
#40
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S51

Und dann gab es noch die Platzpatronen "Blau". So genannt, weil sie an der Bördelung eine blaue Farbmarkierung hatten. Diese Munition kene ich allerdings erst aus VP-Zeiten, nicht bei GT.
Diese Patronen wurden für den Abschuß von Wurfkörpern (Handgranaten, Reizwurfkörper, Nebelbecher) aus dem Schießbecher verwendet, sie waren mit normalem Pulver geladen und erheblich stärker als die üblichen Platzpatronen. Es gab bei ihrer Benutzung nicht mehr Schmutz als mit üblicher, scharfer Munition. Für ihren Abschuß durfte keine Platzpatronendüse verwendet werden. Die hätte es sonst abgerissen. Manuell nachladen musste man auch bei dieser Munition.

GK Nord, GR 20, 7. GK, GAK
VPI B-Lbg. K III


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03.01.2014 20:28
avatar  Telamon
#41
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Das glaube ich auch. Ich habe nie und nimmer gut selbst geschossen. Es hat sich aber nie jemand bei mir gemeldet.


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03.01.2014 20:32
#42
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Zitat von Fritze im Beitrag #39
@Telamon Da wird wohl jemand anders geschossen haben !
Weiland war es bei uns usus nach Vernichtung (treffen) der eigenen Scheiben dem Nachbarn zu helfen .
Durfte man sich aber nicht erwischen lassen . Sonst kam schonmal von der Leitstelle " Bahn X Schiessen einstellen !

Fritze



Kenne ich auch. Beim Zuggefechtsschießen war ich der Linksaußen. Hinter uns der SPW mit dem schweren MG. Irgendwann tauchten ganz rechts an einem Hang Stehendscheiben auf. Da vor mir kein eigenes Ziel auftauchte, habe ich mit Einzelfeuer draufgehalten und sie fielen um. Also etwa im 45° Winkel geschossen.

Eine Menge Platzer hatten wir bei den KG, bei denen ich seit der Entlassung 68 bis zur Wende noch dabei war. Die Putzerei hatte ich auch irgendwann über und die Mumpeln wanderten eben bei einem anderen Kämpfer in die Hosentasche, in´s Gestrüpp oder aber nach Hause für Silvester. Schade, daß ich nicht mehr genau weiß, wo ich die weggeworfen habe. Die liegen bestimmt heute noch dort, allerdings total verrostet, vermute ich, denn es waren die lackierten Kartuschen.


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03.01.2014 22:10
#43
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In einigen Ausbildungseinheiten an der Offiziershochschule kamen die Ausbilder mit einer sehr geringen Ausstattung an Platzmunition. Pro Mann waren das manchmal nur drei bis fünf Schuss. Es wurde aber auch peinlichst genau darauf geachtet, dass wir die laden und verschießen. Danach das Waffenreinigen für nüscht und wieder nüscht. Naja, nach dem Studium wussten wir zumindest, wie man eine verkeimte Waffe ordentlich reinigt und waren selbst genug geladen, jeden, der es nicht richtig hinbekam, mit den Grundzügen von Disziplin und Ordnung vertraut zu machen. Und das Schießen mit Platzpatronen überließ man ab da auch den anderen.

ciao Rainman

"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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03.01.2014 23:39
#44
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Zitat von WernerHolt im Beitrag #26
[...]

jeden hausbesitzer erfreute es ...uns auch



Wegen der Panzerkolonne in Gütersloh: Den Trick hat schon Rommel in Afrika angewendet.

Guß
Ari

______________
Alles wird gut!

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04.01.2014 10:07 (zuletzt bearbeitet: 04.01.2014 10:09)
#45
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Zitat von Telamon im Beitrag #38
Ich kenne das Schießen mit den "Platzern" auch nur von der Grundausbildung bei der NVA. Da ging es hauptsächlich um das Einnehmen von
"feindlichen" Gräben. Hat man den Graben erreicht sollte man immer reinhalten und Dauerfeuer geben. Dabei sollte man aber darauf achten wenn jemand im Graben ist, nicht direkt auf ihn halten. Das mit dem Dauerfeuer hat man aber nur einmal gemacht, dann wusste man welche Drecksarbeit es war die Waffe wieder zu reinigen.
Später bei der Wachkompanie in Straußberg haben wir nie wieder mit "Platzern" geschossen. Das Übungsschießen war nur mit scharfer Munition.
Ich habe beim Übungsschießen kaum das Ziel erkannt und nur auf Verdacht geschossen. Trotzdem habe ich eines Tages feierlich die Schützenschnur erhalten, ich glaube heute noch, da lag ein Irrtum vor. Ich kann das bis heute nicht verstehen.
Gruß Winfried


Moin Winfried, die Ziele wirst Du wohl schon getroffen haben, hast es nur nicht wahrgenommen vor Aufregung... so wie die Renn-Leitung es nicht bemerkt hat, daß einer quergeschossen hat... an ein Irrtum glaub ich weniger...

Feierlich übergeben wurde mir meine Schnur nicht, einfach nur so auf´n Tisch geworfen, und dann ist sie noch 50cm weitergerutscht, mit den Worten "hier du Wichser"...da war ich 3 Dhj. Ja, unser Staffelführer konnte nicht mit Menschen umgehen, was ich ihm hochanrechne ist, daß er im Gegensatz dazu nie einen seiner Untergebenen angeschi..en hat!

gruß h.


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