Wachkommando-Missionsschutz

Wachkommando Missionsschutz

Das so genannte „Wachkommando Missionsschutz“, kurz WKM, gehört trotz der einst unübersehbaren Präsenz in (Ost)Berlin, zu den heute eher unbekannten Diensteinheiten der „Deutschen Volkspolizei“. In den Fokus medialer Berichterstattungen geriet das WKM meist im Zusammenhang mit Vorkommnissen an der „ Ständigen Vertretung der Bundesrepublik“ und / oder der Botschaft der USA.

1. Aufgaben des WKM

Offiziell bestand die Aufgabe des Missionsschutzes lediglich im Schutz der diplomatischen Einrichtungen, inklusive Residenzen und Wohnhäuser, in der Hauptstadt der DDR. Zumindest an den Botschaften / Residenzen „westlicher“ Staaten, wurden die Diplomaten sowie deren Personal, von den Posten des WKM auch überwacht. Zum Beispiel wurde die Ankunft und Abfahrt des leitenden Botschaftspersonals, auf speziellen Vordrucken akribisch notiert. Zum Dienstschluss wurden diese Vordrucke beim Diensthabenden abgegeben. Dieser gab diese dann an das „Kommando“ weiter, wo eine Auswertung erfolgte.
Weiterhin war jeder Posten angehalten, so genannte Informationen zu erbringen. Dabei konnte es sich um besondere Beobachtungen oder in mit Diplomaten oder Personal geführten Gesprächen „abgeschöpfte“ Erkenntnisse. Diese Informationen wurden ebenfalls auf einen speziellen Vordruck notiert. Zur Tarnung waren diese Vordrucke mit dem Stempel eines fiktiven „ Milchhof Pankow“ versehen.

2. Gliederung des WKM
Das WKM unterstand dem Volkspolizeipräsidium Berlin. An der Spitze des WKM stand Oberst der VP Benno Tuszeck. Das WKM gehörte zum Dienstzweig „Schutzpolizei“ der VP.

Das WKM gliederte sich wie folgt:

a) Kommando (Sitz Berlin-Kaulsdorf )

Im „Kommando“ befand sich die gesamte Führung des WKM, inklusive des Stabes und eines im 24-Stundendienst tätigen „Operativen Diensthabenden“.

Ferner:
Die ausschließlich in Zivil agierende „Beobachtergruppe“

Die „ Zentralen Einsatzkräfte“, eine Art „Feuerwehr“ des WKM. Deren Mitarbeiter konnten im gesamten Zuständigkeitsbereich des WKM eingesetzt werden. Sie kamen vorwiegend an besonderen Brennpunkten und zur Unterstützung bei akutem Personalmangel zum Einsatz.
Zum „ ZKE“ gehörte auch eine spezielle Verkehrspolizeitruppe. Deren Aufgabe bestand darin, bei größeren diplomatischen Empfängen, Verkehrslenkende Maßnahmen durchzuführen.

Die Objektsicherung

b) Wache Mitte
Diese befand sich am Reichstagsufer in Berlin-Mitte. In den Zuständigkeitsbereich der „Wache Mitte“ fielen unter anderem die Botschaft Groß Britanniens, der Volksrepublik Polen, der CSSR und Schweden. Sowie ein ausschließlich von Diplomaten und akkreditierten Journalisten bewohntes Wohnhaus an der Leipziger Straße, in unmittelbarer Nähe des „Checkpoint Charly“.

Im Gebäude der Wache befand sich ein separates Zimmer für die Erstvernehmung von „Botschaftsflüchtlingen“ durch das MfS. Weiterhin verfügte die „Wache Mitte“ als einzige WKM-Dienststelle über Gewahrsamzellen.

Offiziell gehörten die für den Schutz der USA-Botschaft zuständigen Wachabteilungen ebenfalls zur „Wache Mitte“. Tatsächlich handelte es sich jedoch um die Kräfte an der USA-Botschaft (WKM - interne Bezeichnung „Objekt 70“, um besonders ausgesuchte und bestätigte Volkspolizisten.

c) Objekt 80
Dahinter verbarg sich die WKM-interne Bezeichnung für die „Ständige Vertretung der Bundesrepublik“, in der Hannoverschen Straße. Die Dienststelle befand sich, getarnt in einer angeblich früher von „Dissidenten“ genutzten Wohnung. Genau gegenüber der „ StÄV“.
Eine Etage tiefer, angeblich in der ehemaligen Wohnung Wolf Biermanns, befand sich eine Dienststelle des MfS. Deren Mitarbeiter waren ebenfalls für die Be und Überwachung der „StäV“ zuständig.
d) Wache Karlshorst
Zuständig für die im Stadtbezirk Karlshorst vorhandenen diplomatischen Einrichtungen. Darunter die im Zusammenhang mit dem „ La Belle-Attentat“ unrühmlich in Erscheinung getretene Botschaft Libyens.

d) Wache Pankow (A)
Zum Bereich der sich in der Hadlich-Straße befindlichen „ Wache Pankow (A)“ gehörten sämtliche diplomatischen Einrichtungen in Pankow

e) Wache Pankow (B)

Deren Bereich konzentrierte sich auf die diplomatischen Einrichtungen, inklusive der Residenzen und von Diplomaten genutzten Wohnhäusern in Niederschönhausen. Als besondere Schwerpunkte galt dabei die Residenz des „ Ständigen Vertreters der Bundesrepublik“, die Residenzen der Botschafter der USA und Groß Britanniens, sowie die Vertretung der „PLO“.

Zu den Tätigkeiten des WKM siehe auch hier:
http://www.google.de/imgres?hl=de&biw=12...29,r:5,s:0,i:98

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du wirst ja schon mitbekommen haben, dass die wenigsten aktiven schreiber hier einen grenzbezug haben.bei römhild ende der 60er jahre fallen mir auf anhieb ein, linamax- unteroffiziersausbildung in römhild, küchenleiterlehrgang in dittrichshütte. fahnenflucht von der gk unterbreizbach. feuerwerker19...
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Hallo , ich diente in Gr. Kliniken von 1981 bis 83 . Frank
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