#21

RE: Selbstmorde in der DDR

in DDR Zeiten 22.06.2013 18:08
von Pit 59 | 10.125 Beiträge

Egal wie auch immer,zu einem Suizid gehört auch eine ganze menge Mut


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#22

RE: Selbstmorde in der DDR

in DDR Zeiten 22.06.2013 18:10
von Merkur | 1.018 Beiträge

Zitat von Batrachos im Beitrag #17
Gab es auch eine Statistik über Suizide von AGT und NVA?
Wäre mal interessant zu erfahren,kann mir mir nämlich gut vorstellen das dies öfter vorgekommen ist.




Statistiken dazu gab es bei der MStA bzw. im Kaderorgan des MfNV.
Zu den Suiziden im MfS:
Da das Untersuchungsorgan des MfS die Suizide innerhalb des Organs zu klären hatte, sind mir eine Reihe von Fällen und auch die Zahlen bekannt. Es lässt sich einschätzen, dass es trotz umfangreicher und vorbeugender Maßnahmen in der Kaderarbeit mit suizidgefährdeten bzw. Suizidabsichten bekundenden Angehörigen, immer wieder zu Suiziden kam. In den 1980er Jahren gab es ca. zehn Suizide von hauptamtlichen Mitarbeitern im Jahr. Auffällig hoch waren dabei die Suizide in den Einheiten, welche Wach- und Sicherungsdienst versahen. Dementsprechend wurde die Mehrzahl der Suizide in Dienstobjekten mittels Schusswaffe begangen.
Motive waren familiäre Probleme, gesundheitliche Probleme oder Konfliktsituationen.



ABV hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 22.06.2013 18:11 | nach oben springen

#23

RE: Selbstmorde in der DDR

in DDR Zeiten 22.06.2013 18:16
von Lutze | 8.028 Beiträge

Zitat von Merkur im Beitrag #22
Zitat von Batrachos im Beitrag #17
Gab es auch eine Statistik über Suizide von AGT und NVA?
Wäre mal interessant zu erfahren,kann mir mir nämlich gut vorstellen das dies öfter vorgekommen ist.




Statistiken dazu gab es bei der MStA bzw. im Kaderorgan des MfNV.
Zu den Suiziden im MfS:
Da das Untersuchungsorgan des MfS die Suizide innerhalb des Organs zu klären hatte, sind mir eine Reihe von Fällen und auch die Zahlen bekannt. Es lässt sich einschätzen, dass es trotz umfangreicher und vorbeugender Maßnahmen in der Kaderarbeit mit suizidgefährdeten bzw. Suizidabsichten bekundenden Angehörigen, immer wieder zu Suiziden kam. In den 1980er Jahren gab es ca. zehn Suizide von hauptamtlichen Mitarbeitern im Jahr. Auffällig hoch waren dabei die Suizide in den Einheiten, welche Wach- und Sicherungsdienst versahen. Dementsprechend wurde die Mehrzahl der Suizide in Dienstobjekten mittels Schusswaffe begangen.
Motive waren familiäre Probleme, gesundheitliche Probleme oder Konfliktsituationen.


ich denke eher,es waren Konfliktsituationen,
konnte man beim MfS selber kündigen?
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#24

RE: Selbstmorde in der DDR

in DDR Zeiten 22.06.2013 18:17
von werner | 1.591 Beiträge

@Lutze

Merkur hat alle bekannten Motive erwähnt, Konfliktsituationen ist nur eines davon.

Ja, man konnte sicht entpflichten.


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
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#25

RE: Selbstmorde in der DDR

in DDR Zeiten 22.06.2013 18:17
von Bugsy | 454 Beiträge

Zitat von Merkur im Beitrag #20
In der DDR wurde über viele Jahre gleichbleibend ein Tötungsdelikt pro Jahr auf 100.000 Einwohner registriert. Das war ein sehr niedriger Stand. Die Zahl der vollendeten Suizide war wesentlich höher, ca. 3.500 im Jahr, was eine Häufigkeitsbelastung von 22 Suiziden auf 100.000 Einwohner ausmachte.
Im Vergleich dazu hatte die Bundesrepublik statistisch 19 Suizide auf 100.000 Einwohner. Negatives Spitzenniveau hatte Westberlin mit 33 Suiziden auf 100.000 Einwohner.

[In deinem Beitrag rot hervorgehoben] Ich meine in Erinnerung zu haben, dass die vergleichbare Zahl in der BRD 13,5 Tötungsdelikte pro 100 000 Einwohner (sofern es möglich ist, eine halbe Person zu töten). Irre ich mich da?

MsG


Fünf Minuten vor der Zeit ist des Soldaten Pünktlicheit, der Sanitäter kommt zehn Minuten später.
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#26

RE: Selbstmorde in der DDR

in DDR Zeiten 22.06.2013 18:18
von Merkur | 1.018 Beiträge

Zitat von Pit 59 im Beitrag #21
Egal wie auch immer,zu einem Suizid gehört auch eine ganze menge Mut


Definitiv.
Hatte aktuell Berührungspunkte zu einem Suizid "Sturz aus der Höhe". Wenn man dann aus der Höhe der Ereignisortes nach unten schaut........



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#27

RE: Selbstmorde in der DDR

in DDR Zeiten 22.06.2013 18:22
von werner | 1.591 Beiträge

Zitat von Bugsy im Beitrag #25
Zitat von Merkur im Beitrag #20
In der DDR wurde über viele Jahre gleichbleibend ein Tötungsdelikt pro Jahr auf 100.000 Einwohner registriert. Das war ein sehr niedriger Stand. Die Zahl der vollendeten Suizide war wesentlich höher, ca. 3.500 im Jahr, was eine Häufigkeitsbelastung von 22 Suiziden auf 100.000 Einwohner ausmachte.
Im Vergleich dazu hatte die Bundesrepublik statistisch 19 Suizide auf 100.000 Einwohner. Negatives Spitzenniveau hatte Westberlin mit 33 Suiziden auf 100.000 Einwohner.

[In deinem Beitrag rot hervorgehoben] Ich meine in Erinnerung zu haben, dass die vergleichbare Zahl in der BRD 13,5 Tötungsdelikte pro 100 000 Einwohner (sofern es möglich ist, eine halbe Person zu töten). Irre ich mich da?

MsG




Mensch, @Bugsy - nun enttäuscht Du aber. Das ist ein statistischer Wert und wie der errechnet wird, muss Dir doch sicher keiner erklären.


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
Bugsy hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#28

RE: Selbstmorde in der DDR

in DDR Zeiten 22.06.2013 20:29
von studfri | 762 Beiträge

Zitat von Merkur im Beitrag #26
Zitat von Pit 59 im Beitrag #21
Egal wie auch immer,zu einem Suizid gehört auch eine ganze menge Mut


Definitiv.
Hatte aktuell Berührungspunkte zu einem Suizid "Sturz aus der Höhe". Wenn man dann aus der Höhe der Ereignisortes nach unten schaut........


Das muß ein furchtbarer Anblick sein, wenn ein Mensch aus größerer Höhe gesprungen und auf der Erde aufgekommen ist......



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#29

RE: Selbstmorde in der DDR

in DDR Zeiten 22.06.2013 23:33
von Fritze (gelöscht)
avatar

Zitat von Pit 59 im Beitrag #12
Ich habe Berufsbedingt (Rettungsdienst) schon mit einigen Selbstmördern zu tun gehabt. Die sehen auch manchmal nicht besonders gut aus.
Bahnleichen sind hier am schlimmsten.Vieleicht können die Jungs von der Bahn mal was schreiben,ob sie oder Ihre Kollegen schon mal so etwas erlebt haben.
Für den Lokführer ist das auch nicht einfach. Viel passiert das in der Weihnachtszeit.


Warst Du auch schon in der DDR Rettungssanitäter ????


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#30

RE: Selbstmorde in der DDR

in DDR Zeiten 22.06.2013 23:35
von Fritze (gelöscht)
avatar

Zitat von Pit 59 im Beitrag #21
Egal wie auch immer,zu einem Suizid gehört auch eine ganze menge Mut


Na klar, ist auch heldenhaft , sich vor Problemen davon zu schleichen !


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#31

RE: Selbstmorde in der DDR

in DDR Zeiten 22.06.2013 23:39
von SET800 | 3.094 Beiträge

Hallo,
MUSSTE sich jemand in der DDR selbst töten? Weltweit wären es die wenigsten die sich töten weil sie in Schmerzphase schwerstens erkrankt sind, ein unabwendbares Gesundheitsschicksal.
War das Leben als sozialer Bürger vollkommen beeendet ohne Chance auf spätere Rehabilation wenn jemannd unpolitisch durch Fahrlässigkeit ( nach gerichtlicher Bewertung eben ) schwerste Unfälle verursachte? Z.B. Der Schrankenwärter von Langenweddingen bei Magdeburg?
Daß "politische" ggf. aus Angst vor Bautzen selbst töteten oder Schwerkriminelle ist denen ja nicht von aussen umständehalber aufgezwungen worden.



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