#321

RE: 17. Juni 1953

in DDR Staat und Regime 22.06.2014 14:27
von Heckenhaus | 5.158 Beiträge

Zitat von glasi im Beitrag #318

Durchgeschlängelt haben sich doch viele in der DDR.


Aber nur schlängeln half allgemein beruflich nicht weiter. Wer unbedingt nach oben wollte !
Ich habe mich nur bis zum Handwerksmeister geschlängelt, zum Kapitalisten ,
und schon konnte ich nicht zur auserwählten Garde gehören.

.


.
.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
.
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#322

RE: 17. Juni 1953

in DDR Staat und Regime 22.06.2014 14:28
von glasi | 2.815 Beiträge

Zitat von Heckenhaus im Beitrag #321
Zitat von glasi im Beitrag #318

Durchgeschlängelt haben sich doch viele in der DDR.


Aber nur schlängeln half allgemein beruflich nicht weiter. Wer unbedingt nach oben wollte !
Ich habe mich nur bis zum Handwerksmeister geschlängelt, zum Kapitalisten ,
und schon konnte ich nicht zur auserwählten Garde gehören.

.

Das ist doch gut!!



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#323

RE: 17. Juni 1953

in DDR Staat und Regime 22.06.2014 14:30
von Moskwitschka (gelöscht)
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Und so schlängelt sich die Diskussion immer weiter vom Thema weg.

LG von der Moskwitschka


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#324

RE: 17. Juni 1953

in DDR Staat und Regime 22.06.2014 14:39
von Heckenhaus | 5.158 Beiträge

Der 17.Juni ist auch immer weiter weg. Und das Thema anscheinend erschöpft.


.
.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
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#325

RE: 17. Juni 1953

in DDR Staat und Regime 22.06.2014 14:42
von Gert | 12.368 Beiträge

Zitat von Heckenhaus im Beitrag #319
Zitat von Gert im Beitrag #317

Übrigens Heckenhaus in welche Organisation der DDR hast du denn überall mitgewirkt?



Ich muß dich enttäuschen, war nur Karteileiche bei der FDJ, besaß nicht einmal ein FDJ-Hemd.

Aber wie ich dich kenne, glaubst du das sowieso wieder nicht, denn nach deiner Ideologie müssen alle Ossis schwer aktiv gewesen sein.
Wie kann man von Jenseits aus auch etwas anderes erfahren. (Bild-Zeitung ???)






zunächst einmal kennst du überhaupt nichts von mir, darüber hinaus folge ich keiner Ideologie, sondern meiner Lebenserfahrung und meinem gesunden Menschenverstand. Ich habe immerhin bis zum 21.Lebensjahr in der DDR gelebt, habe dort alle Nickelichkeiten am eigenen Leibe erlebt die Kommunisten so gegen anders Denkende drauf haben. Bild Zeitung war da nicht, muss ich dir doch nicht besonders erklären.
Ich war auch in Orga's der DDR wie FdGB, junge Pioniere und ich wusste, dass man dort keinen Millimeter voran kommt wenn man nicht mit den Wölfen heult, sprich in die SED eintritt usw. Ich weiss auch, dass eine einfach Mitgliedschaft in der FDJ nichts bedeutet, weil ich weiss wie FDJler hinter dem Rücken der Orga redeten. Das hatte also nichts zu bedeuten. War genauso wie mit den HJ Mitgliedern, die bekamen nach dem Krieg auch ihren Persilschein.
So und eine solche Karteileiche wie du war dann Angela Merkel auch bei der FDJ, sie war weder SED noch Spitzel der Stasi noch sonst was fieses in diesem abartigen Staatsgebilde.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#326

RE: 17. Juni 1953

in DDR Staat und Regime 22.06.2014 14:45
von Gelöschtes Mitglied
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Nee, die "heilige Mutti Angela", ich kann nicht mehr......


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#327

RE: 17. Juni 1953

in DDR Staat und Regime 22.06.2014 14:50
von glasi | 2.815 Beiträge

Meint ihr die SED hat im Oktober 1989 nochmal gehofft das der große Bruder hilft?



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#328

RE: 17. Juni 1953

in DDR Staat und Regime 22.06.2014 14:51
von Kalubke | 2.306 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #309
Zitat von Kalubke im Beitrag #306
...ja unsere Mutti... hätte sich das jemand damals träumen lassen, dass eine FDJ-Sekrätärin mal Bundeskanzlerin wird?

Gruß Kalubke

Sie war nicht Sekretärin sie war aber Mitglied der FDJ und Kulturbeauftragter.
Alles andere sind Lügen ihrer Gegner


Ein wenig Ost-Stallgeruch haftet ihr aber leider doch noch an. Sie schwört mir doch ein wenig zu viel auf den Obrigkeitsstaat. Es fällt schon auf, dass viele Beamte große Fans von ihr sind. Und das nervt. Da gehen mir zu viele Freiheiten des Bürgers verloren, die es im Westen vor 1989 noch gab und an die sich viele Wessis zu Recht mit Wehmut erinnern.

Gruß Kalubke

p.s. ..wenn ich mich nicht irre, dann war Angela als Kulturbeauftragte in der FDJ-Leitung der Akademie der Wissenschaften in Berlin! Das war nicht nur irgend eine Schulklasse in der POS oder Seminargruppe an der Uni. Ihre Beweggründe damals den FDJ-Job zu machen, würden mich schon interessieren. Vor allem bei ihrem kirchlichen Background. War da doch ein wenig Ehrgeiz mit im Spiel? Stimmt, hatte ich ja völlig vergessen. Karrieredenken ist ja heute völlig normal und nichts anrüchiges. Also wer wirft nun den ersten Stein?



zuletzt bearbeitet 22.06.2014 15:15 | nach oben springen

#329

RE: 17. Juni 1953

in DDR Staat und Regime 22.06.2014 14:54
von Heckenhaus | 5.158 Beiträge

"Mutti" spricht gern völlig undemokratisch das Machtwort, woher hat sie das nur ?
Aus einer Diktatur etwa ? Gelernt ist gelernt.


.
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— Abraham Lincoln –
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#330

RE: 17. Juni 1953

in DDR Staat und Regime 22.06.2014 14:56
von glasi | 2.815 Beiträge

Zitat von Heckenhaus im Beitrag #329
"Mutti" spricht gern völlig undemokratisch das Machtwort, woher hat sie das nur ?
Aus einer Diktatur etwa ? Gelernt ist gelernt.



Das hat sie von Helmut. Der konnte das auch sehr gut.



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#331

RE: 17. Juni 1953

in DDR Staat und Regime 22.06.2014 15:09
von Heckenhaus | 5.158 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #325

So und eine solche Karteileiche wie du war dann Angela Merkel auch bei der FDJ, sie war weder SED noch Spitzel der Stasi noch sonst was fieses in diesem abartigen Staatsgebilde.


Es wird immer nur gelogen über die arme Frau, woher stammen nur die ganzen Gerüchte ?
Selbst die "Welt" ist nicht frei davon.

http://www.welt.de/politik/deutschland/a...ela-Merkel.html


.
.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
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"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
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#332

RE: 17. Juni 1953

in DDR Staat und Regime 22.06.2014 15:19
von damals wars | 12.218 Beiträge

Zitat von Bürger der DDR im Beitrag #326
Nee, die "heilige Mutti Angela", ich kann nicht mehr......

Und dann war da noch die unbefleckte Empfängnis des Doktortitels!


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#333

RE: 17. Juni 1953

in DDR Staat und Regime 22.06.2014 15:25
von Moskwitschka (gelöscht)
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Wenn Frau Merkel sich mal mit dem 17. Juni näher beschäftigen würde, dann würde sie vielleicht verstehen, warum ihre besten Freunde ihr misstrauen und ihr Handy angezapft haben.

So habe ich mit Erstaunen irgendwo gelesen, dass die Amerikaner ganz andere Einschätzungen zur Lage in der in der DDR 1953 hatten. So beurteilten sie, dass diese in der DDR weniger chaotisch und katastrophal war, wie ihnen von bundesdeutscher Seite immer vermittelt wurde.

Folgendes Buch werde ich hoffentlich noch irgendwo aufstöbern 1953 - Krisenjahr des Kalten Krieges in Europa http://www.gbv.de/dms/sub-hamburg/302008942.pdf

Vielleicht finde ich da Antworten auf meine Fragen. Denn was in den letzten Jahren alles so in den 17 Juni hineingelegt wurde, insbesondere der Versuch den Bogen von 1953 bis 1989 zu spannen, ist für mich eine Art "Nationale" und "Künstlich" gestrickte "Geschichte" für das stolze deutsche Volk. Und wird weder dem einen, noch dem anderen Ereignis gerecht.

Und nicht zuletzt hat es auch der Bundespräsident versucht, als er am 17.Juni die Havemann - Gesellschaft besuchte. Und wenn er was sagt oder Zeichen setzt , werde ich immer hellhörig. http://www.n-tv.de/politik/Der-Bundespra...le13039866.html

LG von der Moskwitschka


zuletzt bearbeitet 22.06.2014 15:30 | nach oben springen

#334

RE: 17. Juni 1953

in DDR Staat und Regime 22.06.2014 16:15
von Moskwitschka (gelöscht)
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@Gert Und auch für Dich habe ich eine Buchempfehlung

Hubertus Knabe: Der 17. Juni 1953. Ein deutscher Aufstand, Berlin 2003

Es gibt aber auch Menschen/Historiker, die sich mit ihren Kollegen sachlich auseinandersetzen

Knabe verfolgt freilich noch offensiver das Ziel, den 17. Juni in den „historischen Erinnerungsschatz“ der Berliner Republik aufzunehmen und damit dem (oben) beschriebenen Bedürfnis des Feuilleton und der politischen Klasse entgegenzukommen. Sein Buch hat Knabe in drei Abschnitte unterteilt: Ursachen, Aufstand und Niederschlagung. Er stützt sich auf diverse Archivquellen und als ausgewiesener DDR-Forscher auf die eigene breite Literaturkenntnis. Auf 485 Seiten schildert er ausführlich das Geschehen in Berlin und in der Provinz; außerdem fragt Knabe nach dem Verhalten einzelner sozialer Gruppen und der Rolle von Institutionen wie dem RIAS, der Kirche oder den DDR-Intellektuellen. In seinen Schlussbetrachtungen wirft Knabe den westlichen Besatzungsmächten vor, nicht energisch genug gegen das sowjetische Vorgehen protestiert zu haben und im Verbund mit der Bundesregierung die „Preisgabe der Ostdeutschen an den Kommunismus“ betrieben zu haben. In diesem Fazit cum ira et studio konstruiert auch Knabe die Verbindung zwischen 1953 und 1989; beide Ereignisse zeichnen sich seiner Ansicht nach dadurch aus, dass „ohne Führer und Organisation [...] das Volk überraschend in den Ablauf der Geschichte“ eingriff.

Besonders problematisch erscheint vor diesem Hintergrund die Tendenz, den 17. Juni für eine neue nationale Meistererzählung zu vereinnahmen. Sie zeigt sich etwa dann, wenn versucht wird, Kontinuitäten zwischen 1953 und 1989 zu konstruieren. Hier genügt ein Blick auf unsere ostmitteleuropäischen Nachbarländer, um zu verstehen, dass der 17. Juni eben keine Tradition des Widerstandes gegen den Kommunismus sowjetischer Prägung begründete. Als traumatisches Datum war er tief im Bewusstsein des Regimes verankert; für die neue Oppositionsbewegung der achtziger Jahre hingegen bildete er kaum einen positiven Bezugspunkt. Im Gegenteil: Ihre Parole lautete bekanntlich „Keine Gewalt!“ Deshalb ist es historisch verfehlt, den 17. Juni 1953 zum Ursprung des friedlichen Umbruchs von 1989 zu erklären, wie dies nicht nur im Trubel der Jubiläumsfeierlichkeiten, sondern auch in Teilen der Geschichtsschreibung geschehen ist. Im europäischen Kontext betrachtet verbietet sich dann auch die Verwendung des Begriffes „Revolution“ für den Juniaufstand. Dies würde den Begriff vollständig überdehnen und entwerten; schließlich hatte der 17. Juni nicht das Ausmaß der Ereignisse, die 1956 Ungarn erschütterten. Letztlich kann man festhalten, dass man über den Charakter des Volksaufstandes vom 17. Juni 1953 in Zukunft weniger streiten wird – über seine Funktion als nationalen Erinnerungsort der Berliner Republik wird jedoch weiter debattiert werden.


http://edoc.hu-berlin.de/histlit/2004-2/HTML/ZG_2004-2.php

Na dann, bleiben wir immer schön aufmerksam im so bedeutungsvollen Jahr 2014.

LG von der Moskwitschka

EDIT Nachsatz


Kalubke hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 22.06.2014 16:37 | nach oben springen

#335

RE: 17. Juni 1953

in DDR Staat und Regime 22.06.2014 16:47
von Kalubke | 2.306 Beiträge

Zitat von Heckenhaus im Beitrag #331


Es wird immer nur gelogen über die arme Frau, woher stammen nur die ganzen Gerüchte ?
Selbst die "Welt" ist nicht frei davon.

http://www.welt.de/politik/deutschland/a...ela-Merkel.html




Halten wir mal fest:

1. Stellvertretende FDJ-Sekretärin an der EOS (Abi-Kasse oder FDJ-GO an der Schule?)
2. Mitglied der FDJ-Leitung an der KMU Leipzig (Seminargruppe, Sektion Physik oder Uni?)
3. Sekretärin für Agitation und Propaganda (Angaben „Die Welt“) Kulturbeauftragte (Angaben A. M.) der FDJ-GO am ZIPC der AdW (600 Mitarbeiter)

...ist ne ziemlich stramme FDJ-Karriere, egal ob nun zum Schluss als Sekr. f. AgitProp oder Kulturbeauftrage! Die hat nicht jeder Ossi aufzuweisen!

Ich selbst musste mir mal nach der Wende bei einer Bewerbung in Köln von einem Personalfuzzi die Frechheit gefallen lassen, auf meine Antwort, dass ich mich aus Überzeugungsgründen nicht sonderlich in DDR-Partei- und Massenorg. engagiert habe, unterstellt zu bekommen, dass es mit meinem Engagement generell nicht sonderlich weit her sein kann.

Da fiel mir die Parabel vom weißen und vom braunen Ei wieder ein: Wenn sie runterfallen, sind sie beide gelb.

Gruß Kalubke


@moskwitschkaja, sorry für mein erneutes o.T.. Musste ich aber loswerden!



zuletzt bearbeitet 22.06.2014 16:50 | nach oben springen

#336

RE: 17. Juni 1953

in DDR Staat und Regime 22.06.2014 17:04
von Moskwitschka (gelöscht)
avatar

@Kalubke Ich verstehe Dich ja Wenn es einem unter den Nägeln brennt, muss man es los werden. Ich habe eine ihrer autorisierten Biografien gelesen. Sinngemäß liest es sich so - Sie habe doch nur preiswert an die Theaterkarten für die Kollegen und sich kommen wollen, was ja in der DDR nicht so einfach gewesen sein soll. Ich, die fast genauso alt bin wie Frau Merkel habe das anders geregelt. Die Kantine vom BE am Schiffbauerdamm war für alle zugänglich. Ihr zweites Argument für ihre Arbeit als FDJ - Funktionär hatte auch ganz praktische Gründe. So konnte sie für sich und Kollegen, Räume organisieren, für die wichtigen Gespräche im kleinen Kreis. Denn diese Räume wurden zentral vergeben und da half es schon eine Funktion zu bekleiden. Ich die fast genauso alt bin wie Frau Merkel, habe das anders geregelt. Ich habe mir Freunde ausserhalb des Betriebes gesucht, denn man wusst ja nie

Nun ist Frau Merkel Bundeskanzlerin. Und ich? Bin froh, dass ich nicht so verbogen bin. Auch wenn ich manchmal Rückenschmerzen habe, dann bestimmt nicht vom vielen Wenden in die verschiedenen Richtungen der politischen Eliten des letzten Jahrhunderts.

LG von der Moskwitschka


Kalubke hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 22.06.2014 17:08 | nach oben springen

#337

RE: 17. Juni 1953

in DDR Staat und Regime 23.06.2014 00:43
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Dandelion im Beitrag #314
Arbeiter- oder gar Volksaufstand? Alles Unfug, ich sage euch mal, wie es meiner Meinung nach wirklich abgelaufen ist:

Dank der hervorragenden Arbeit des MfS und seiner erstklassigen Vernetzung in der Bevölkerung wusste Ulbricht ziemlich genau, wie es in seiner noch jungen DDR aussah. Im Gegensatz zu den Blindfischen des Westens war er bestens darüber informiert, dass es ein paar gab, die mit den Normen oder der Zwangskollektivierung nicht einverstanden waren. Und auch einige, die sich eine Wiedervereinigung wünschten. Aber die waren nicht weiter problematisch. Wirklich gefährlich werden konnten ihm die alten Sozialdemokraten und Sozialisten, die die DDR beileibe nicht abschaffen, sondern sie wirklich demokratisch, basisorientiert und menschlich umgestalten wollten. Diese Revisionisten galt es zu bekämpfen, das war der eigentliche, innere Feind! Denn wie sich Moskau nach dem Tod Stalins neu aufstellen würde, das war noch nicht abzusehen.

Also entwickelte er einen kühnen Plan: Über bestens geschulte Agitatoren und Provokateure des MfS würde er einen Aufstand anzetteln. Viele würde er nicht brauchen, er glaubte fest an das "Follow-me"-Prinzip: Wenn ein paar vorwegrennen, finden sich schon genug, die hinterherlaufen. Gleichzeitig band er geschickt RIAS mit ein: Damit wurde der Verdacht von ihm ab- und auf die Amis oder den Westen schlechthin gelenkt.

Das Murren einiger Arbeiter auf der Stalin-Allee brachte dann den gewünschten Anlass: Die Agitatoren dort arbeiteten sehr erfolgreich und ihre Kollegen in anderen Betrieben, Bereichen und Städten wurden ebenfalls aktiv. Und die fanden auch noch ein paar Ex-Nazis, die von ihnen aufgewiegelt wurden und sich hervorragend als Rädelsführer eigneten: Die nächsten Schuldigen waren somit ausgemacht.

Und als dann die Bewegung die erforderliche Eskalationsstufe erreicht hatten, griffen wie erwartet die (nicht in den Plan eingeweihten) sowjetischen Truppen ein: Der "Aufstand" wurde niedergeknüppelt und es war wieder Ruhe im Land. Gleichzeitig wurden noch ein Haufen unliebsamer Führungsgenossen (bei denen er revisionistische Tendenzen vermutete) mit entsorgt und das Volk war so eingeschüchtert, dass es für die nächsten gut 35 Jahre den Kopf lieber in der Deckung ließ.

Die Ziele waren erreicht: Seine Macht war gefestigt, die Sowjets mussten ihn akzeptieren, Feinde und Verräter in den eigenen Reihen wurden ihrer Ämter und Funktionen enthoben, das Volk war ruhig und die Schuld lag eindeutig beim Westen und den alten Nazis.

Genial, nicht wahr?

Ich wollte doch immer schon mal in das Lager der Verschwörungstheoretiker wechseln...

Na so wird das aber nix, da biste noch bissel zu nah an der Wirklichkeit. Ich versuche mal bissel nachzuhelfen:
Also als Erstes vergessen 'mer ma die hervorragende Arbeit des MfS, nicht von ungefähr wurde es für die nächsten paar Jahre dann zu einem Staatsekretariat des MdI zurückgestuft. Aber der Rest, na da kann man was draus machen, passe ma uff. Nun, also irgendwie waren die Bauarbeiters nicht sooo kundig im Marschieren, die NVA und die Wehrpflicht gabs ja noch nicht (wieder) und von letzten Krieg hattens noch die Schnauze voll. Also kein Wunder, das'se zum (wie am Vortag mit Gewerkschaftlern vereinbart) nicht gleich zum Regierungssitz marschierten, sondern machten irgendwie einen Umweg nochmal am Haus der Gewerkschaften in der Wallstraße vorbei. Die feigen Funktionäre aber verschanzten sich, zu keinem Gespräch, geschweige denn zur Anführung des Zuges bereit und entfachten so den vermeintlich gerechten Zorn.
Doch warum nun griff Kolja ein und der Ami hielt die Füße still? Na in Moskau war ja nun der Machtkampf um Stalins Erbe gerade in der heißen Phase, gerad zwei Wochen vor dem Aufstand flogen am 2. Juni im Kreml die Fetzen als Berija sich für ein wiedervereinigtes, dafür aber neutrales Deutschland stark machte. Ein ostdeutsche Deligation war am Rande dieser Politbürotagung zum Raport bestellt und bekam recht deutliche Ansagen, im ND-Deutsch als Maßnahmen zur Gesundung der politischen Lage in der DDR bezeichnet. Der gemeine DDR-Bürger hatte aber in den acht Jahren unter sowjetischer Besetzung gelernt, zwischen den Zeilen zu lesen. Und so kein Wunder, in der Provinz, gerade in den Gebieten ohne RIAS-Empfang verlief der Aufruhr etwas heftiger. Nun, für Kolja zu heftig, deswegen dann die Panzers. Also nicht das ihm an Mitteldeutschland nun sooo arg gelegen wäre, nur 'Angst' hatte er das sowas in seinem restlichen Machtbereich Beispiel macht.
Nun, vielleicht ist da der Grund zu suchen, wieso Berija den Machtkampf im Kreml unmittelbar nach dem 17.Juni mit seinem Leben bezahlte (offiziell erst zu Weihnachten, aber bissel was Wahres soll ja an 'soner Verschwörungstheorie ja auch dran sein) und vor allem die Stalin-Noten nun auch im Osten nur noch als Makulatur angesehen wurden. Tja, und warum hielt nun der Ami die Füße still? Nun, suche doch mal die Antwortschreiben von Eisenhower und Meyer Ende Juni und lese mal dort zwischen den Zeilen. Und auch die Presseerklärung eines Staatssekretär Franz Thedieck vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen aus dieser Zeit ist da sogar nicht nur zwischen den Zeilen seeehr aufschlußreich ...

Achso, keine Quellen oder noch schlimmer ... weiterführende Links. Ist ja im Lager der Verschwörtheoristen nun garnicht üblich. Allerdings traue ich dem einen oder andern hier das Benutzen einer Findmaschine durchaus zu *grins*


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


Kalubke und Damals87 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#338

RE: 17. Juni 1953

in DDR Staat und Regime 23.06.2014 01:18
von FRITZE (gelöscht)
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Da traust Du aber Eingen ganz schön viel zu ! Such hier gefälligst die Links raus und komentier sie auch noch !
Wer noch nicht mal wenn von wen, und den von denn ,unterscheiden kann ,meinste der findet sowas ?!

EWSGM


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#339

RE: 17. Juni 1953

in DDR Staat und Regime 23.06.2014 01:39
von 94 | 10.792 Beiträge

Na DU verlangst jetzt aber was, für verschwörtheoristische Angaben zumindest seriös wirkende Quellen zu finden, na garnicht sooo einfach. Weil SPON und wiki fallen da ja schonema aus. Also hier mal ein Link, wo der 'wahre' Exekutionstermin des 17.-Juni-Opfers L.P.Berija zumindest angedeutet wird ...
http://fakten-uber.de/lawrenti_pawlowits...achtung_und_Tod


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


Georg hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#340

RE: 17. Juni 1953

in DDR Staat und Regime 23.06.2014 02:06
von Moskwitschka (gelöscht)
avatar

Ist Dir aber gut gelungen @94 In Deiner Quelle war die Asche von Beria wo? In meiner http://www.aif.ru/society/history/1069594 wurde sie über der Moskwa verstreut.

LG von der Moskwitschka


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