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#21

RE: Glasnost und Perestroika in den Medien / im Alltag der DDR

in DDR Staat und Regime 15.06.2013 21:16
von Moskwitschka (gelöscht)
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Bekommst trotzdem ein Bussi. lieber Lebensläufer

Fragen über Fragen

1. Das Novemberheft 1988 - ist das eine DDR Ausgabe oder eine für ein anderes deutschsprachiges Land?

2. Hast Du den kompletten Jahrgang 1988?

3. Schau mal im Impressum bitte nach, wann immer Redaktionsschluß war. Denn wenn das ND Ende November 1988 meldet, dass der Sputnik von der Postzeitungsliste gestrichen wird, kan es vielleicht die Dezember - Ausgabe sein?

LG von einer auch etwas ratlosen grenzgaengerin


zuletzt bearbeitet 15.06.2013 21:17 | nach oben springen

#22

RE: Glasnost und Perestroika in den Medien / im Alltag der DDR

in DDR Staat und Regime 15.06.2013 21:21
von damals wars | 13.275 Beiträge | 1328 Punkte
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Das Heft wurde nach der Wende nochmal gedruckt und verkauft.
Das Buch Perestroika habe ich zu DDR Zeiten gelesen, aber das war genauso wirr wie später der Untergang der UdSSR.


Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#23

RE: Glasnost und Perestroika in den Medien / im Alltag der DDR

in DDR Staat und Regime 15.06.2013 21:27
von Moskwitschka (gelöscht)
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Laut wiki war es die Oktoberausgabe.

Am 18. November 1988 unterband die Regierung der DDR die Auslieferung der Zeitschrift durch den PZV, was auf ein Verbot hinauslief. Die SED-Zeitung Neues Deutschland brachte dazu am 19. November unter der Überschrift „Mitteilung der Pressestelle des Ministeriums für Post- und Fernmeldewesen“ folgende Meldung: „Berlin (ADN). Wie die Pressestelle des Ministeriums für Post- und Fernmeldewesen mitteilt, ist die Zeitschrift „Sputnik“ von der Postzeitungsliste gestrichen worden. Sie bringt keinen Beitrag, der der Festigung der deutsch-sowjetischen Freundschaft dient, stattdessen verzerrende Beiträge zur Geschichte.“ Eine weitergehende Begründung gab es nicht. Es wurde entgegen der eigenen Doktrin (unverbrüchliche Freundschaft mit dem Volk der Sowjetunion auf allen Ebenen, also nicht nur der Regierungsebene) noch darauf verwiesen, dass der Sputnik kein Organ der sowjetischen Regierung sei und deshalb auch nicht die Sowjetunion angemessen repräsentieren könne. Die indizierte Ausgabe 10/1988 berichtete erstmals unter der Überschrift Stalin und der Krieg über den von der SED geleugneten Hitler-Stalin-Pakt.[1]

http://de.wikipedia.org/wiki/Sputnik_%28Zeitschrift%29

LG von der grenzgaengerin


Marienborn89 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 15.06.2013 21:39 | nach oben springen

#24

RE: Glasnost und Perestroika in den Medien / im Alltag der DDR

in DDR Staat und Regime 15.06.2013 21:28
von Lebensläufer | 1.235 Beiträge | 1 Punkte
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1. Das Novemberheft 1988 - ist das eine DDR Ausgabe oder eine für ein anderes deutschsprachiges Land?

2. Hast Du den kompletten Jahrgang 1988?

3. Schau mal im Impressum bitte nach, wann immer Redaktionsschluß war. Denn wenn das ND Ende November 1988 meldet, dass der Sputnik von der Postzeitungsliste gestrichen wird, kan es vielleicht die Dezember - Ausgabe sein?

Zu 1. "Deutschsprachige Ausgabe"...steht so da.

Zu 2. Muss ich noch herausfinden, bin schon auf der Suche in "meiner Burg".

Zu 3. Redaktionsschluss? Steht nirgendwo...oder ich bin zu blöd, es zu finden.

Lebensläufer


Marienborn89 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#25

RE: Glasnost und Perestroika in den Medien / im Alltag der DDR

in DDR Staat und Regime 15.06.2013 21:31
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Kurzer Tipp!
Redaktionsschluss, könnte im Impressum stehen, Lebensläufer.

bernd


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Still raunen sie von guten Himmelsmächten,
von Berggeschrei aus längst vergangener Zeit.
(Edwin Bauersachs)
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#26

RE: Glasnost und Perestroika in den Medien / im Alltag der DDR

in DDR Staat und Regime 15.06.2013 21:42
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"Erstmals schlug die SED zu, als in der Oktober-Ausgabe des "Sputnik" unter der Rubrik "Stalin und der Krieg" die Mitschuld des Diktators an der Machtübernahme der Nazis in Deutschland behauptet wurde. Besonders empörte die SED-Spitze ein Aufsatz des Schriftstellers Julian Semjonow, in dem es hieß:

Die deutschen Kommunisten wagten es nicht, sich mit den Sozialdemokraten im Kampf gegen die Nazis zu vereinigen. Hätten sie dies getan, so wäre es Hitler nicht gelungen, die Reichstagswahlen zu gewinnen, und die weitere europäische Geschichte hätte wahrscheinlich einen völlig anderen Verlauf genommen.

Die Kritik mußte Altkommunisten wie Erich Honecker und Hermann Axen, die gegen den Nationalsozialismus unter Einsatz ihres Lebens gekämpft und in faschistischen Kerkern gesessen haben, ins Mark treffen. "Das Blatt", ereiferte sich "Neues Deutschland" vorigen Freitag, verunglimpfe die deutschen Kommunisten und ihre Verbündeten, die "für ein neues Deutschland . . . kämpften und deren Kampf seine Erfüllung fand mit der Gründung der Deutschen Demokratischen Republik".

Die SED antwortete mit einem Verbot. Folge: Tausende Genossen schickten handfeste Proteste gegen die Zensur an ihre Oberen - ein Novum für die straff geführte SED.

Das Politbüro reagierte auf so viel Unbotmäßigkeit mit einem Rundumschlag: Es ließ nicht nur die Verbreitung des "Sputnik" ab Nummer zwölf auf Dauer verbieten, sondern auch noch fünf sowjetische Filme vorzeitig aus den Kinos entfernen. Und die Jugendklubs der FDJ erhielten DDR-weit Order, alle geplanten Diskussionsabende über die sowjetische Reformpolitik abzusetzen.

Vor den Hörern der Berliner Bezirksparteischule verkündete der zweite Sekretär der SED-Bezirksleitung, Helmut Müller, die harte Gangart der Parteiführung: "Wer eine Partei der Perestroika will, der wird ausgeschlossen.""

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13531894.html

LG von der grenzgaengerin


Marienborn89 und grenzgänger81 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#27

RE: Glasnost und Perestroika in den Medien / im Alltag der DDR

in DDR Staat und Regime 15.06.2013 21:48
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Ich zitiere mal

"Wir bekamen schon im Spätsommer 1988 Signale, dass die Führung der DDR unzufrieden mit der wachsenden Popularität des Sputnik war", erinnert sich der damalige Chefredakteur Jewgeni Worobjow. Die Zeitschrift erschien seit 1967 in deutscher Sprache. Viele Jahre war sie ein echter Ladenhüter, denn ihre Beiträge spiegelten sehr zuverlässig den Zustand der sowjetischen Medienlandschaft. Auch dann, als diese sich im Zeichen von Glasnost und Perestroika Mitte der achtziger Jahre radikal wandelte. Für DDR-Bürger war da plötzlich Unerhörtes zu lesen, vor allem über die jüngste Geschichte. "Die deutsche Auflage stieg auf 180 000 Exemplare", erzählt Worobjow. "Der Großteil ging an Abonnenten, die frei verkauften Hefte waren schnell vergriffen." Mit dem Oktoberheft 1988 war für die DDR-Führung das Maß voll. Nach einer Reihe von Beiträgen über die stalinistischen Verfolgungen der 30er-Jahre und das Versagen der deutschen Kommunisten im Kampf gegen Hitler, fragte der Sputnik jetzt provokant: "Wäre Hitler ohne Stalin möglich gewesen? "Wir glaubten nicht, dass die Sache bis zu einem Verbot führen könnte. Schließlich galt doch unsere Freundschaft als unverbrüchlich und ewig, und schließlich bekannte sich doch auch die SED-Führung in ihren Verlautbarungen zu Perestroika und Glasnost", sagt Worobjow. "

http://www.berliner-zeitung.de/archiv/vo...0,10130744.html

PS. Lebenslaüfer hast du das Impressum gefunden?

bernd


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#28

RE: Glasnost und Perestroika in den Medien / im Alltag der DDR

in DDR Staat und Regime 15.06.2013 21:54
von Lebensläufer | 1.235 Beiträge | 1 Punkte
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Impressum? Da steht nichts von IP, tut mir leid.Aber tröste dich Buschgespenst, der Rainer hat nur 10.Klassen POS.

Lebensläufer


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#29

RE: Glasnost und Perestroika in den Medien / im Alltag der DDR

in DDR Staat und Regime 15.06.2013 21:56
von Marienborn89 | 1.536 Beiträge | 1166 Punkte
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@grenzgaengerin sehr guter Buchtip, vielen Dank dafür!

@alle vielen Dank für die Mühe und die Recherchearbeit!

Wäre ja wirklich klasse, wenn sich der entsprechende Artikel in der Oktoberausgabe fände


Und sperrt man mich ein im finsteren Kerker,
das alles sind rein vergebliche Werke;
denn meine Gedanken zerreißen die Schranken
und Mauern entzwei: die Gedanken sind frei
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#30

RE: Glasnost und Perestroika in den Medien / im Alltag der DDR

in DDR Staat und Regime 16.06.2013 10:23
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Wollte das Online-Archiv des "Neues Deutschland" nach den Gorbatschow-Artikeln durchforsten aber bei denen geht die Zeitrechnung erst wieder ab 1990 los
Hat noch jemand was von den Artikeln zur Hand, würde mich interessieren.


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#31

RE: Glasnost und Perestroika in den Medien / im Alltag der DDR

in DDR Staat und Regime 16.06.2013 10:29
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #30
Wollte das Online-Archiv des "Neues Deutschland" nach den Gorbatschow-Artikeln durchforsten aber bei denen geht die Zeitrechnung erst wieder ab 1990 los
Hat noch jemand was von den Artikeln zur Hand, würde mich interessieren.


Wenn Du ein paar Euros in die Hand nimmst, bekommst Du auch Zugang zum Archiv. Aber in der chronik der mauer bekommst Du auch ein paar Quellen geliefert, wie z.B.

Niederschrift über ein Gespräch zwischen Erich Honecker und Michail Gorbatschow, 3. Oktober 1986

http://www.chronik-der-mauer.de/index.ph...d/593856/page/1

LG von der grenzgaengerin

EDIT Oder dieses hier:

Aktennotiz über ein Gespräch Erich Honeckers mit dem Leiter der 3. Europa-Abteilung des sowjetischen Außenministeriums, Alexander Bondarenko, 30. Oktober 1988

http://www.chronik-der-mauer.de/index.ph...d/593858/page/0


zuletzt bearbeitet 16.06.2013 10:46 | nach oben springen

#32

RE: Glasnost und Perestroika in den Medien / im Alltag der DDR

in DDR Staat und Regime 16.06.2013 10:53
von Gelöschtes Mitglied
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Die sich vertiefende Zusammenarbeit zwischen sowjetischen Großbetrieben und Kombinaten mit Kombinaten der DDR kann ich aus eigener Praxis bestätigen. So hatte das GSP bedingt durch den Erdgasleitungsbau in der SU, sehr enge Verbindungen zu Intergastroi in Moskau. Daneben wurden die Kontakte und Beziehungen zum Nowolipezker Metallurgischem Kombinat vertieft und ausgebaut.

Vierkrug


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#33

RE: Glasnost und Perestroika in den Medien / im Alltag der DDR

in DDR Staat und Regime 16.06.2013 11:19
von Gelöschtes Mitglied
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Ergänzend zu dieser Thematik noch eine Buchempfehlung, um den Prozeß von Glasnost und Perestroika und daraus resultierende Entwicklungen besser zu verstehen.
Autor: Jegor Ligatschow, der "2. Mann" hinter Gorbatschow in der Parteiführung der KPdSU
Titel des Buches: "Wer verriet die Sowjetunion", erschienen 2012 im Verlag Das Neue Berlin

Wenn man dann noch Werner Eberlein "Geboren am 9. November" im Kontext liest, dann werden Entwicklungen, die sich in der KPdSU vollzogen haben verständlicher, wie auch das Verhältnis zwischen Gorbatschow und Honecker.

Vierkrug


passport und Marienborn89 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#34

RE: Glasnost und Perestroika in den Medien / im Alltag der DDR

in DDR Staat und Regime 16.06.2013 11:53
von werner | 1.591 Beiträge | 3 Punkte
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Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #30
Wollte das Online-Archiv des "Neues Deutschland" nach den Gorbatschow-Artikeln durchforsten aber bei denen geht die Zeitrechnung erst wieder ab 1990 los
Hat noch jemand was von den Artikeln zur Hand, würde mich interessieren.


@Grenzwolf62
zur Hand nicht, aber hier
http://zefys.staatsbibliothek-berlin.de/...hl&zdb=2532889X

gibt´s - allerdings nach Anmeldung - alle Ausgaben des ND seit Erscheinen. . .


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
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#35

RE: Glasnost und Perestroika in den Medien / im Alltag der DDR

in DDR Staat und Regime 16.06.2013 12:29
von Alfred | 7.151 Beiträge | 552 Punkte
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Mit Gorbatschow beschäftigt sich auch Armeegeneral Gribkow im Buch "Der Warschauer Pakt".


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#36

RE: Glasnost und Perestroika in den Medien / im Alltag der DDR

in DDR Staat und Regime 16.06.2013 13:52
von Lebensläufer | 1.235 Beiträge | 1 Punkte
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Interessant wäre ja einmal, ab wann (dasJahr, der Monat) die Zeitschrift Sputnik sinngemäß einen "ideologischen Wechsel" vollzog. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, das vor Gorbatschow unter der verkrusteten alten Männerriege ähnlich der DDR diese wirkliche Offenheit undcdas kritische Denken über die UdSSR schon textlich vorhanden war. Und gut, gedruckt wurden die Hefte in Finnland bei Print-YHTIÖT und SANOMAPRINT auf dem Papier der Firma KYMMENE.

Saß also auch zu diesem Zeitpunkt vor dem Machtwechsel von G. schon die Redaktion in der UdSSR,107082 Moskau ul.B.Potschtowaja 7?

Lebensläufer


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#37

RE: Glasnost und Perestroika in den Medien / im Alltag der DDR

in DDR Staat und Regime 16.06.2013 14:30
von buschgespenst | 1.142 Beiträge | 1639 Punkte
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Lebensläufer, ich verstehe deine Frage nicht so richtig. Der Sputnik wurde seit 1967 herausgegeben. Warum soll die Redaktion im Zuge der Glasnost- und Perestroika-Politik von Michail Gorbatschow die Adresse wechseln?
Was heißt „textlich Vorhanden“ ? Die Redakteure werden doch wohl nicht in weißer Voraussicht in der Zeit vor Gorbatschow, Texte vorproduziert haben oder was?

bernd
etwas verwirrt


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#38

RE: Glasnost und Perestroika in den Medien / im Alltag der DDR

in DDR Staat und Regime 16.06.2013 14:39
von Lebensläufer | 1.235 Beiträge | 1 Punkte
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Ich habe mich vielleicht etwas umständlich ausgedrückt buschgespenst soll heißen, wann kam denn der Gorbatschow überhaupt ans Ruder? Und war vor seiner Zeit in der großen UdSSR siehe die Heft-Inhalte des Sputnik auch schon so offen wie danachh? Da liegt der Hase im Pfeffer. Ich kann mir einfach nicht vorstellen(es ist mir auch entfallen, zu lange her, wo ich zu DDR-Zeiten darin las vom Einzelnen her) das zu Zeiten "der alten Männerwechsel"....wo also innerhalb kurzer Zeit seit Bresh....wie wird der geschrieben..., also das da die Redaktion schon in Moskau saß?

Lebensläufer, also mir fehlt momentan die Zeit, mal so ein altes Heft zu suchen und darin zu stöbern.


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#39

RE: Glasnost und Perestroika in den Medien / im Alltag der DDR

in DDR Staat und Regime 16.06.2013 14:52
von buschgespenst | 1.142 Beiträge | 1639 Punkte
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Gorbatschow ist im März 1985 Generalsekretär geworden, zu deiner Erinnerung, Lebensläufer. Warum soll die Redaktion nicht schon immer in Moskau gewesen sein?
Wladiwostok oder Murmansk wären da etwas ungünstige Orte.
Und vor Gorbatschow?

Was sagt uns Tante Wiki?
„Da die Zielgruppe auch im Westen lag, bemühte sich die Redaktion auf ein Übermaß sozialistischer Rhetorik zu verzichten und, in begrenztem Umfang, auch leicht systemkritische Aspekte einzubringen.“

Glück Auf!
bernd


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#40

RE: Glasnost und Perestroika in den Medien / im Alltag der DDR

in DDR Staat und Regime 16.06.2013 15:35
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Nun werde ich mal etwas ausholen.

Die erste Hälfte der 80-er war in der Sowjetunion geprägt durch Staatsbegräbnisse. Innehalb von 3 Jahren wurden 3 Generalsekretäre der KPdSU zu Grabe getragen. Breshnew, Tschernenko und Andropow. Und immer wieder keimte die Hoffnung auf, dass sich endlich mal etwas bewegt. Ich verzichte an der Stelle auf eine innen- und außenpolitische Einordnung. Ich erinnere nur an die Olympischen Spiele von 1980 und 1984 die als politisches Druckmittel herhalten mussten, denn es bewegte sich in der Zeit nichts.

Und dann kam Gorbatschow. Er wurde im März 1985 zum Generalsekretär der KPdSU gewählt. Der jüngste in der Riege der alten Männer - ein wahrer Hoffnungsträger. Da er relativ unbekannt war, wurde er auch skeptisch beäugt. Ich persönlich dachte damals, hoffentlich kann er sich in der Altherrenmannschaft durchsetzen.

Meine Informationen über die Sowjetunion bezog ich in der Zeit aus "erster" Quelle in Originalsprache. DDR - Presseerzeugnisse vom ND bis zum Sputnik interessierten mich nicht die Bohne, da selektiv berichtet wurde. Selbst die Westmedien wie Radio und Fernsehen waren mir suspekt.

1986 fand der erste Parteitag mit Gorbatschow an der Spitze statt, bei dem Glasnost und Perestroika die Schlagworte der Politik wurden. Kurz danach passiertre das Unglück von Tschernobyl. Die erste Nagelprobe für Offenheit ? Innenpolitisch begann man mit der Rehabilitierung der Verfolgten Stalins. Auf dem Gebiet der Wirtschaft war es weitaus schwieriger mit den Reformen.

Außenpolitisch ging es Schlag auf Schlag - Treffen mit den amerikanischen Präsidenten in Reykjavík, Washington und Moskau - bis sich Gorbatschow 1988 endgültig von Breshnews außenpolitischen Vorstellungen abwandte. Und da wurde es spannend.

Meiner Meinung nach hat Gorbatschow zu wenig versucht auf seine Verbündeten einzugehen. Oder anders- die anderen sind bei dem Tempo nicht mehr mitgekommen. Außer vielleicht die Polen und die Ungarn, bei denen die Reformbewegungen schon früher eingesetzt haben. Auch hat er wahrscheinlich darauf vertraut, dass Offenheit auch bei den Bruderländern einzieht. Wie sonst lässt sich eine überlieferte Aussage, von Gorbatschow zu Honecker, deuten: "Wenn du bei euch Schwierigkeiten mit der Erläuterung unserer Politik hast, dann ruf mich an, ich komme zu euch, wir gehen gemeinsam in die Massen und klären mit ihnen, was bei uns passiert – ob das Sozialismus ist oder nicht."

Das ist mal so auf die Schnelle ein paar Gedanken zu der Zeit.

Daher war für mich das Einstampfen der Sputnik - Ausgabe nur ein weiteres Zeichen der Hilflosigkeit der DDR - Führung.

Es gab übrigens 2009 eine Internationale Konferenz "Die Revolutionen von 1989", die diese Entwicklung von 1985 bis 1989 noch einmal beleuchtet hat. Leider finde ich keinen link dazu. Nur zu Gorbatschows Internetseite:

http://www.gorby.ru/presscenter/news/show_27114/

LG von der grenzgaengerin


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