#601

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 01.09.2015 18:06
von linamax | 2.019 Beiträge

Zitat von polsam im Beitrag #599
Zitat von linamax im Beitrag #585
Hallo
Da könnte ich dir ein Beispiel bringen , wie sie meine Mutter behandelt haben , weil sie sich erlaubt hat eine Besuchsreise zu meiner Hochzeit 1972 in Frankfurt am Main zu beantragen . Sie wurde als Mutter eines Verbrechers betitelt . Und wo die Wende kam sind diese Leute übernommen wurden bei der Polizei . Nur so viel dazu die gute VP .



Die Leute, von denen du hier berichtest, sind jedenfalls bei uns nicht übernommen worden. Mir persönlich ist kein Polizeibeamter bekannt der bei PM war.
Viele Angehörige der Abteilung PM haben von sich aus das Dienstverhältnis beendet. Warum wird man heute nicht mehr erfahren, man kann es sich aber denken.
Etliche Zivielangestellte aber auch ein paar Uniformträger sind von der Stadt übernommen worden um das Meldewesen , welches mit der Wende zu den Städten und Kreisen wechselte, aufzubauen. Auch dort gab es dann noch Auflösungen von Dienstverhätnissen, weil beim Duchsehen der Akten
durch die Gauckbehörde etwas Belastendes gefunden wurde.


Noch mal zum übernehmen . Das kann natürlich sein das sie später ihr Dienstverhältnis beenden mußte . Trotzdem vielen Dank für deine Antwort .


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#602

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 02.09.2015 00:15
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von thomas 48 im Beitrag #575
Die Volkspolizei war nicht die Polizei des Volkes sondern einer Partei
Ein Treppenwitz ist's nun aber schon: als es mit der Partei und ihrer Führungsrolle vorbei war, dann aus dem VP auf dem Nummerntafeln der Polizeiwartburgs und -ladas das V abgekratzt ward.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 02.09.2015 00:15 | nach oben springen

#603

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 02.09.2015 00:38
von vs1400 | 2.387 Beiträge

Zitat von vs1400 im Beitrag #589
Zitat von ABV im Beitrag #580
Mich haben die Jahre nach der Wiedervereinigung auch mehr geprägt, als die Jahre zuvor. Meine Zeit bei der VP belief sich ja auf lediglich fünf Jahre, während ich jetzt bereits fast fünfundzwanzig Jahre ...

Außerdem sind Menschen normalerweise in der Lage dazuzulernen, umzudenken und umzukehren. ...

Gruß an alle
Uwe


hallo Uwe,
hättest du auch umgedacht, wenn man dich nicht übernommen hätte?
es gab ja prämissen, um bleiben zu dürfen.

gruß vs ... der sich den neuen gegebenheiten einfach anpasste.




hmm, irgendwie hab ich eventuell zu persönlich gefragt
und möchte hiermit auch andere, vergleichbare, user ansprechen.

gruß vs


04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


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#604

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 02.09.2015 00:44
von vs1400 | 2.387 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #602
Zitat von thomas 48 im Beitrag #575
Die Volkspolizei war nicht die Polizei des Volkes sondern einer Partei
Ein Treppenwitz ist's nun aber schon: als es mit der Partei und ihrer Führungsrolle vorbei war, dann aus dem VP auf dem Nummerntafeln der Polizeiwartburgs und -ladas das V abgekratzt ward.


dem 'treppenwitz', 94,
wirst du doch mit fakten etwas mehr ausdruck geben können,
damits kein treppenwitz bleibt.

gruß vs


04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


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#605

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 02.09.2015 07:29
von ABV | 4.202 Beiträge

Zitat von vs1400 im Beitrag #603
Zitat von vs1400 im Beitrag #589
Zitat von ABV im Beitrag #580
Mich haben die Jahre nach der Wiedervereinigung auch mehr geprägt, als die Jahre zuvor. Meine Zeit bei der VP belief sich ja auf lediglich fünf Jahre, während ich jetzt bereits fast fünfundzwanzig Jahre ...

Außerdem sind Menschen normalerweise in der Lage dazuzulernen, umzudenken und umzukehren. ...

Gruß an alle
Uwe


hallo Uwe,
hättest du auch umgedacht, wenn man dich nicht übernommen hätte?
es gab ja prämissen, um bleiben zu dürfen.

gruß vs ... der sich den neuen gegebenheiten einfach anpasste.




hmm, irgendwie hab ich eventuell zu persönlich gefragt
und möchte hiermit auch andere, vergleichbare, user ansprechen.

gruß vs



@ vs1400
Nee, nee Torsten, keine Bange. Ich hatte nur keine Zeit, darauf zu antworten.
Diese Frage, wie ich wohl heute über manche Dinge denken würde, wenn man mich damals, nach 1990, entlassen hätte, habe ich mir schon sehr oft selbst gestellt. Ohne zu einer richtigen Antwort zu kommen.
Vorsichtig ausgedrückt, wenn ich tief in mich hineinhorche, komme ich aber zu dem Ergebnis, dass ich möglicherweise, sei es aus Verbitterung oder Enttäuschung, über bestimmte Dinge völlig anders denken würde. Wahrscheinlich sogar wider besseren Wissens. Einfach nur aus reinem Trotz. Und dabei den eigenen Anteil an der Tatsache eben nicht zu den Übernommenen zu zählen, ausblende.
So etwas kann man bei vielen Leuten beobachten, die zu den so genannten " Wendeverlierern" gehören. Dieses Schicksal ist mir erspart geblieben, worüber ich sehr froh und auch dankbar bin. Das hat es mir letztendlich erleichtert, in der für uns damals neuen Gesellschaft anzukommen.

Viele Grüße aus dem Oderland
Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


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#606

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 02.09.2015 07:33
von ABV | 4.202 Beiträge

Zitat von Heckenhaus im Beitrag #600
Es gab leider auch einige ehemalige "Genossen" bzw hier eine "Genossin", zuvor in der Zulassungs- und Führerscheinstelle
im VPKA Seelow, hinterher im Verkehrsamt. Die gute Frau hatte 1989/90 den Schuß anscheinend nicht gehört, wenn man
dann ihr Verhalten in den jungen Jahren der jetzt großen BRD betrachtet.
Hatte diese Dame in den 90-zigern häufig wiedergesehen, weil wir im Landratsamt arbeiteten, und es kamen keine guten
Erinnerungen an frühere Jahre hoch. Unfreundliches Benehmen ist noch geschönt umschrieben.



Meinst du Frau W.?

Gruß Uwe


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#607

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 02.09.2015 10:42
von Heckenhaus | 5.129 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #606
Zitat von Heckenhaus im Beitrag #600
Es gab leider auch einige ehemalige "Genossen" bzw hier eine "Genossin", zuvor in der Zulassungs- und Führerscheinstelle
im VPKA Seelow, hinterher im Verkehrsamt. Die gute Frau hatte 1989/90 den Schuß anscheinend nicht gehört, wenn man
dann ihr Verhalten in den jungen Jahren der jetzt großen BRD betrachtet.
Hatte diese Dame in den 90-zigern häufig wiedergesehen, weil wir im Landratsamt arbeiteten, und es kamen keine guten
Erinnerungen an frühere Jahre hoch. Unfreundliches Benehmen ist noch geschönt umschrieben.



Meinst du Frau W.?

Gruß Uwe

Ich kenne ihren Namen nicht, es war eine etwas kleinere, etwas kräftig gebaut, eine resolute Erscheinung.
Dir scheint eine solche Person bekannt zu sein.


.
.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
.
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#608

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 02.09.2015 12:06
von ABV | 4.202 Beiträge

Zitat von Heckenhaus im Beitrag #607
Zitat von ABV im Beitrag #606
Zitat von Heckenhaus im Beitrag #600
Es gab leider auch einige ehemalige "Genossen" bzw hier eine "Genossin", zuvor in der Zulassungs- und Führerscheinstelle
im VPKA Seelow, hinterher im Verkehrsamt. Die gute Frau hatte 1989/90 den Schuß anscheinend nicht gehört, wenn man
dann ihr Verhalten in den jungen Jahren der jetzt großen BRD betrachtet.
Hatte diese Dame in den 90-zigern häufig wiedergesehen, weil wir im Landratsamt arbeiteten, und es kamen keine guten
Erinnerungen an frühere Jahre hoch. Unfreundliches Benehmen ist noch geschönt umschrieben.



Meinst du Frau W.?

Gruß Uwe

Ich kenne ihren Namen nicht, es war eine etwas kleinere, etwas kräftig gebaut, eine resolute Erscheinung.
Dir scheint eine solche Person bekannt zu sein.


Hm. Die Personenbeschreibung deutet stark auf Ursula ( Ulla) W., bis 1990 VP-Obermeisterin und in der KfZ-Zulassungsstelle des VPKA Seelow tätig, hin. Zu mir war sie aber immer nett .
So viel ich weiß, ist Frau W. aber schon vor ein paar Jahren verstorben.

Gruß Uwe


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#609

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 02.09.2015 12:23
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von vs1400
dem 'treppenwitz' wirst du doch mit fakten etwas mehr ausdruck geben können,...

Kann ich das, also so das es auch der vs1 erfaßt? Da hab'ch so meine Zweifel, aber ich versuchs ma. Vorab, ich verwendete den Begriff im Sinne esprit d'escalier. Also ein Nachgedanke, der einem erst dann kommt, wenn man bereits aufgebrochen ist (sich also z. B. auf der Treppe befindet) und es zu spät ist. So steht es im Wiktionäri, meint also im freudschen Sinne ... Nachträglichkeit. Zur Illustration erlaube ich mir zu einer Fotografie eines andern Forumtheilnehmers zu verweisen ... polizeilada.de/assets/images/autogen/a_SN850855.jpg

MAHLZEIT!


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#610

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 02.09.2015 13:06
von Klauspeter | 987 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #606


Meinst du Frau W.?


Fast jeder kennt irgendeine Frau W. aus diesem oder jenem Amt. Mein Eindruck ist aber, dass sie in der Minderheit waren. Weder die vor dem Schalter noch die hinter dem Schalter mochten Frau W.
Ich habe Frau W. auch nach der Wende wieder getroffen. Ich war in Halle/S. mit meiner 90 jährigen Mutter bei der LVA in Rentensachen (Im Gebäude des I.MSB/MSR-17). Meiner Mutter fehlten für einige Jahre in Oberschlesien die Rentenversicherungsklebenachweismarken. Frau XYZ von der LVA empfahl ihr, sie schleunigst aus Oberschlesien zu holen und vorbei zu bringen. Für einige Sekunden kam mir der Gedanke, der Frau XYZ den Schreibtisch umzukippen. Ich merkte aber schnell, dass das für mich nicht gut ausgegangen wäre.

Also: Frau W. gab es vor der Wende und nach der Wende. Als relativ seltenes Exemplar gab es sie bei der VP und auch in anderen Behörden. Ich behaupte einfach mal, Frau W. hat in allen Ländern der Welt Verwandte.


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#611

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 02.09.2015 14:23
von linamax | 2.019 Beiträge

Zitat von Klauspeter im Beitrag #610
Zitat von ABV im Beitrag #606


Meinst du Frau W.?


Fast jeder kennt irgendeine Frau W. aus diesem oder jenem Amt. Mein Eindruck ist aber, dass sie in der Minderheit waren. Weder die vor dem Schalter noch die hinter dem Schalter mochten Frau W.
Ich habe Frau W. auch nach der Wende wieder getroffen. Ich war in Halle/S. mit meiner 90 jährigen Mutter bei der LVA in Rentensachen (Im Gebäude des I.MSB/MSR-17). Meiner Mutter fehlten für einige Jahre in Oberschlesien die Rentenversicherungsklebenachweismarken. Frau XYZ von der LVA empfahl ihr, sie schleunigst aus Oberschlesien zu holen und vorbei zu bringen. Für einige Sekunden kam mir der Gedanke, der Frau XYZ den Schreibtisch umzukippen. Ich merkte aber schnell, dass das für mich nicht gut ausgegangen wäre.

Also: Frau W. gab es vor der Wende und nach der Wende. Als relativ seltenes Exemplar gab es sie bei der VP und auch in anderen Behörden. Ich behaupte einfach mal, Frau W. hat in allen Ländern der Welt Verwandte.

Da hast du recht mit deinen Beitrag . Trotz allem in der DDR gab es zu viele Frau W .


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#612

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 02.09.2015 14:50
von Heckenhaus | 5.129 Beiträge

Zitat von Klauspeter im Beitrag #610
Zitat von ABV im Beitrag #606


Meinst du Frau W.?


Fast jeder kennt irgendeine Frau W. aus diesem oder jenem Amt......................


Die originale Frau W. kann nur beurteilen, wer sie erlebt hat.
Daß Freundlichkeit in den Amtsstuben der DDR nun nicht gerade alltäglich war haben viele von uns erlebt, vom hier
beschriebenen VPKA bzw. was alles dazu gehörte bis zur KWV.
Es gab jedoch einige wenige leuchtende Beispiele, denen es sehr schwer fiel, sich nach der Wende eines anderen
Umgangstones zu bedienen.
Dazu gehörte eben auch die hier gemeinte Frau W, Gott hab sie selig.


.
.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
.
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#613

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 02.09.2015 16:28
von ABV | 4.202 Beiträge

Zitat von Heckenhaus im Beitrag #612
Zitat von Klauspeter im Beitrag #610
Zitat von ABV im Beitrag #606


Meinst du Frau W.?


Fast jeder kennt irgendeine Frau W. aus diesem oder jenem Amt......................


Die originale Frau W. kann nur beurteilen, wer sie erlebt hat.
Daß Freundlichkeit in den Amtsstuben der DDR nun nicht gerade alltäglich war haben viele von uns erlebt, vom hier
beschriebenen VPKA bzw. was alles dazu gehörte bis zur KWV.
Es gab jedoch einige wenige leuchtende Beispiele, denen es sehr schwer fiel, sich nach der Wende eines anderen
Umgangstones zu bedienen.
Dazu gehörte eben auch die hier gemeinte Frau W, Gott hab sie selig.



Habe ich doch. Und ich fand sie nett. Aber wir waren ja auch Kollegen. Allzu lange dürfte sie jedoch nicht mehr nach der Wiedervereinigung im Dienst gewesen sein.
Ihr Mann war übrigens Hausmeister im VPKA. Von dem könnte ich Dinger erzählen....,
Zum Beispiel wie er 1988 die halbe Belegschaft nach einer feuchtfröhlichen Feier mit dem Barkas auftragsgemäß nach Hause gefahren hat. Wir waren alle voll wie die Amtmänner. So voll, dass kaum jemand gemerkt hat, dass der Fahrer genauso besoffen war wie der übrige Haufen.
Was solls? Ist lange her. Außerdem sind wir ja alle heil nach Hause gekommen. Ich bin jedenfalls danach nicht mehr bei ihm eingestiegen.

Viele Grüße aus dem Oderland
Uwe


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#614

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 03.09.2015 00:56
von vs1400 | 2.387 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #609

Zitat von vs1400
dem 'treppenwitz' wirst du doch mit fakten etwas mehr ausdruck geben können,...
Kann ich das, also so das es auch der vs1 erfaßt? Da hab'ch so meine Zweifel, aber ich versuchs ma. Vorab, ich verwendete den Begriff im Sinne esprit d'escalier. Also ein Nachgedanke, der einem erst dann kommt, wenn man bereits aufgebrochen ist (sich also z. B. auf der Treppe befindet) und es zu spät ist. So steht es im Wiktionäri, meint also im freudschen Sinne ... Nachträglichkeit. Zur Illustration erlaube ich mir zu einer Fotografie eines andern Forumtheilnehmers zu verweisen ... polizeilada.de/assets/images/autogen/a_SN850855.jpg

MAHLZEIT!



ist schon ok, 94,
im posting kommt es halt anders rüber
und deine verklärung ...

... ich hoffe es hat geschmeckt.

gruß vs


04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


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#615

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 03.09.2015 01:29
von vs1400 | 2.387 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #605
Zitat von vs1400 im Beitrag #603
[quote=vs1400|p488654]

hmm, irgendwie hab ich eventuell zu persönlich gefragt
und möchte hiermit auch andere, vergleichbare, user ansprechen.

gruß vs



@ vs1400
Nee, nee Torsten, keine Bange. Ich hatte nur keine Zeit, darauf zu antworten.
Diese Frage, wie ich wohl heute über manche Dinge denken würde, wenn man mich damals, nach 1990, entlassen hätte, habe ich mir schon sehr oft selbst gestellt. Ohne zu einer richtigen Antwort zu kommen.
Vorsichtig ausgedrückt, wenn ich tief in mich hineinhorche, komme ich aber zu dem Ergebnis, dass ich möglicherweise, sei es aus Verbitterung oder Enttäuschung, über bestimmte Dinge völlig anders denken würde. Wahrscheinlich sogar wider besseren Wissens. Einfach nur aus reinem Trotz. Und dabei den eigenen Anteil an der Tatsache eben nicht zu den Übernommenen zu zählen, ausblende.
So etwas kann man bei vielen Leuten beobachten, die zu den so genannten " Wendeverlierern" gehören. Dieses Schicksal ist mir erspart geblieben, worüber ich sehr froh und auch dankbar bin. Das hat es mir letztendlich erleichtert, in der für uns damals neuen Gesellschaft anzukommen.

Viele Grüße aus dem Oderland
Uwe


sorry Uwe,
ich hab da so ne art x-zeit von 24 h und dann hinterfrage ich halt gelegentlich.
egal ...

was mir jedoch etwas, wiederholt, aufstößt, ist deine dankbarkeit.
für was bist du denn eigentlich dankbar,
bzw. und dass erwähntest du im vorherigem posting, auf das ich dich anschrieb,
worüber musste man, zur damaligen zeit, in deinem dienst umdenken,
als abv?

gruß vom Torsten


04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


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#616

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 03.09.2015 07:29
von ABV | 4.202 Beiträge

@vs1400

Guten Morgen Torsten!
Deine Fragen bedürfen einer ausführlichen Antwort. Ich werde sie dir auch nicht schuldig bleiben. Leider fehlt mir momentan die notwendige Zeit. Aber ich denke mal, dass ich dir in den kommenden Tagen, spätestens am Sonntagabend, ausführlich darauf antworten werde. Also nicht ungeduldig werden, wenn ich die x-Zeit nicht einhalten kann, du oller Uffz

Viele Grüße aus dem Oderbruch
Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

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#617

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 05.09.2015 16:24
von ABV | 4.202 Beiträge

@VS1400
Hallo Torsten!
Ich werde mal versuchen, deine Fragen zu beantworten. Also, warum verspüre ich gegenüber dem heutigen Staat Dankbarkeit? Eigentlich steht diese Dankbarkeit ja im Gegensatz zu einer meiner früheren Aussagen in diesem Thread, wonach die früheren Volkspolizisten nach der Wiedervereinigung eine Menge für die Sicherheit in den " Neuen Bundesländern" getan haben. Demnach müsste mir (uns), also der neue Staat dankbar sein und nicht umgekehrt.
Ganz so einfach ist das aber nicht. Immerhin hatte der neue Staat, bzw dessen Verantwortungsträger in den besagten " Neuen Bundesländern" gegnügend Gründe, den zunächst " notgedrungen" übernommenen ehemaligen Volkspolizisten zu misstrauen. Immerhin wurde hier von einem Staat, der nicht unbedeutende Teil des Sicherheitsapparates eines anderen, dem neuen bekanntlich nicht gerade freundlich gesonnenen Staates übernommen. Dazu kommt noch das bis 1989 propagierte Selbstbildnis, von dem Partei und Sozialismus treu ergebenen, den Klassenfeind hassenden Volkspolizisten.
Außerdem hatten wir doch alle einst einen Eid auf die nun untergegangene DDR geschworen. Auch wenn wir noch " kurz vor Toresschluss" noch von diesem Eid entbunden wurden-wer wusste schon wie jeder einzelne "tickt"?
Das die große Masse der früheren Volkspolizisten loyal zum neuen Staat stand, und das durchaus nicht nur aus reinem Selbsterhaltungstrieb, sondern viel mehr deshalb weil a) die Volkspolizei bereits vor dem Herbst 1989 nicht nur aus " kritiklosen Deppen" bestand und b) weil der Erkenntnisprozess bereits vor dem 03. Oktober 1990 eingesetzt hat. Jedenfalls bei den meisten Kollegen.
Der neue Staat ist mit unserer Übernahme also ein hohes Risiko eingegangen. Wenn auch nicht ganz uneigennützig. Schon dafür sollte man schon Dankbarkeit zeigen.
Dankbar bin ich auch, dass der neue Staat, bzw das Land Brandenburg, mir nicht nur für eine begrenzte Zeit eine Anstellung bot, um mich anschließend gegen einen jungen von der Vergangenheit unbelasteten Polizisten auszutauschen, sondern mir eine langfristige zweite Chance einräumte.
Du hast gefragt, in wie weit ein ABV bzw ein Volkspolizist im allgemeinen eigentlich nach 1990 "umdenken" musste:
Natürlich ist ein Krimineller erstmal ein Krimineller. Egal ob " unter Honecker" oder "unter Bundeskanzler Kohl". Viele, von den Ex-DDR-Kriminellen haben ihre " Karriere" anschließend nahtlos fortgesetzt. Nicht wenige konnten sich sogar zu echten harten Jungs " qualifizieren".
Dennoch änderte sich nach 1990 trotzdem so einiges für die Polizei. Verdächtige konnten nicht einfach " zur Klärung eines Sachverhaltes" zur Dienststelle verbracht werden. Plötzlich sahen wir uns mit der Möglichkeit konfrontiert, wegen " Freiheitsberaubung im Amt" angezeigt und gegebenenfalls streng zur Verantwortung gezogen zu werden.
In der DDR waren (Volks)Polizisten für die Presse tabu. Es sei denn es handelte sich um irgendwelche bestellten Propaganda-Beiträge. Ab dem 03. Oktober 1990 konnte polizeiliches Fehlverhalten, oder einfach nur vermeintliches polizeiliches Fehlverhalten, ganz schnell zu einer unfreiwilligen Berühmtheit verhelfen. Was ebenfalls zu ernsten dienstlichen Konsequenzen führen kann.
Der Bürger hat in der Bundesrepublik gegenüber der Polizei nun einmal viel mehr Rechte als in der DDR! Eigentlich eine völlige normale Angelegenheit, mit der wir aber erstmal klar kommen mussten. Was aber nicht heißen soll, dass der Bürger in der DDR gegenüber der VP vollkommen rechtlos war.
Wir mussten uns auch daran gewöhnen, an einem Tag festgenommenen Straftätern bereits am nächsten Tag wieder gegenüber zu stehen. Zumindest bei Delikten der Massenkriminalität. Wer in der DDR beispielsweise wegen Einbruchdiebstählen zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden war, wanderte bei einem neuen Delikt regelmäßig sofort in U-Haft.
Manche mögen das als gut und richtig empfinden. Andere wiederum sind der Meinung, dass auch einem Straftäter Rechte zustehen. Wie wichtig das ist merkt man erst, wenn man selbst, in irgend einer Weise mit dem Gesetz in Konflikt gekommen ist. Und das geht verdammt schnell!
Natürlich mussten wir auch politisch dazu lernen. Heute frage ich mich ernsthaft, wie man eigentlich auf die Idee kommen kann, dass eine einzige Partei die volle Wahrheit pachten und sich einbildet für immer und ewig an der Macht bleiben zu können. Das diese Partei ihre Macht sogar noch als Gesetzmäßigkeit angesehen hat, darüber dürften nachfolgende Generationen wohl nur den Kopf schütteln. Dabei gab es nur eine Gesetzmäßigkeit in Sachen SED: das so viel Arroganz und Unfähigkeit geradezu gesetzmäßig ins Chaos führen muss!!
Das sehe ich jetzt so. 1989 habe ich und viele andere Volkspolizisten noch nicht erkannt.
Ich weiß aber auch, dass man trotz allem nicht alles was mit der DDR zusammenhängt, in den Schmutz treten darf. Vierzig Jahre DDR waren nicht nur " Vierzig Jahre SED & Stasiterror", wie einige heute immer wieder behaupten, sondern auch vierzig von normalen Menschen gelebte Lebensjahre. In der vieles viel normaler verlief, als uns einige "Experten" heute unterjubeln wollen. Die Wahrheit sollte nie mehr verschwiegen oder verzerrt werden. Weder im negativen noch im positiven Sinn! Ansonsten geht die Aufarbeitung der DDR, in wahrheitsgemäßer sachlicher Form, ebenso schief wie die Aufarbeitung des Nationalsozialismus. Wo sich jeder den Teil herauspickt, der ihm persönlich in den politischen Kram passt.
Überhaupt: mir ist aufgefallen, dass knallharte DDR-Hasser beinahe das selbe Verhaltensmuster an den Tag legen wie knallharte DDR-Verklärer.
Beide Seiten lassen nur eine Meinung gelten-ihre eigene.
Wobei, dass wirst du ja noch aus unseren gemeinsamen Erfahrungen aus einem anderen Forum wissen, angeblich aufrechte Demokraten, die vorgeben jede andere Meinung aushalten zu können, sehr schnell gegenüber ihren Kontrahenten zu genau den Gegenmaßnahmen greifen, die sie doch angeblich so sehr verurteilen. Zum Beispiel durch intensives "Spionieren", nur um hinter die wahre Identität nicht genehmer User zu kommen.
Andere dulden sogar Kriminelle oder schleimige, durch markiges Auftreten von der eigenen Vergangenheit ablenkende Arschkriecher, wenn sie ihnen nur nach dem Munde reden. Genau wie die angeblich so glühend verhassten SED-Oberen.
Ein bisschen DDR steckt wohl in uns allen.



Viele Grüße aus dem Oderland
Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

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Klauspeter, Hanum83, sieben-seen, vs1400, der 39., thomas 48, polsam und schulzi haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 05.09.2015 16:26 | nach oben springen

#618

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 05.09.2015 22:26
von vs1400 | 2.387 Beiträge

also @ ABV, Uwe,
danke für deine ausführliche antwort und ja, ich bin da durchaus nicht deiner meinung.

denn dieses neue germany benötigte neue vertreter und nutzte, natürlich, seine möglichkeiten.
dankbar muss man dafür eben nicht sein. froh ja, dass ist für mich absolut nachvollziehbar,
zumal wohl auch du mit ansehen durftest, dass nicht jede entlassung verständlich und nachvollziehbar war.

gruß vom Torsten


04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


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#619

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 06.09.2015 08:10
von berlin3321 | 2.516 Beiträge

Morjen Forum,

ich habe die VP ja nur als "Tourist"erlebt. U.a. im kleinen Grenzverkehr und auch im Transit.

Auf der Transitstrecke "Wegelagerei", ohne ersichtlichen Grund Schilder 80 60 30 20.....sehr häufig der Blitzer dann bei 60 oder nur 80 über mehrere Kilometer, danach dann 60 30 20 10 und Du warst dran.

Das schärfste Erlebnis, ich war in Boizenburg 2 km zu schnell, also 52 statt 50. Unterwegs im kleinen Grenzverkehr, sie wollten die Mark der DDR nicht sondern D Mark. Als ich mich geweigert habe haben sie mich 4 h da sitzen lassen und freundlich waren die nicht.

MfG Berlin


Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung, nicht repräsentativ, im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
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#620

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 06.09.2015 08:28
von Hanum83 | 4.722 Beiträge

Zitat von vs1400 im Beitrag #618
also @ ABV, Uwe,
danke für deine ausführliche antwort und ja, ich bin da durchaus nicht deiner meinung.

denn dieses neue germany benötigte neue vertreter und nutzte, natürlich, seine möglichkeiten.
dankbar muss man dafür eben nicht sein. froh ja, dass ist für mich absolut nachvollziehbar,
zumal wohl auch du mit ansehen durftest, dass nicht jede entlassung verständlich und nachvollziehbar war.

gruß vom Torsten



Naja, das neue Germany nahm auch "alte Kader" wieder auf, meine jetzige Frau ist 88 freiwillig vom Rat des Kreises Abt. Finanzen weg und in einen VEB als Hauptbuchhalterin, 92 ist sie bei Neugermany wieder eingestiegen und hat auf die Bibel geschworen, es wurden halt einfach Fachfrauen/Fachmänner benötigt.
Schwiegerpapa war als Kriminalist bei der VP Chef einer MUK, der durfte auch weiter Mörder dingfest machen.
Zahlen und Verbrecher waren wohl in beiden Deutschlands gleich und gut rechnen können und Mörder fangen sind ja durchaus ehrbare Berufe, ob nun hier oder da.
Ein stadtbekannter VP-Polizist war, ich drück es mal so aus, etwas harsch, in der neuen Uniform dann fast die Freundlichkeit in Person wo ganz selten mal der alte Wachtmeister von unten durchkam, die Wende hat halt auf vielen Gebieten erstaunliche Wandlungen bewirkt


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
(Anton Günther)
zuletzt bearbeitet 06.09.2015 08:55 | nach oben springen



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