#161

RE: Stasi-Kinder: Aufwachsen im Überwachungsstaat

in DDR Grenze Literatur 13.06.2013 12:22
von schnatterinchen (gelöscht)
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Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #157


Zur Erinnerung. Diese Fragen stehen hier im Mittelpunkt des threads. Oder sollten es zumindest.

"Wie wirkte sich die hauptamtliche Mitarbeit der Eltern auf den Alltag der Kinder aus? Was hat es für Folgen, wenn die typischen Pubertätskonflikte zu einer existenziellen Bedrohung für die Eltern werden? Wie belastet das die Familien noch heute? Und wie könnte die Versöhnung mit einem Vater aussehen, der sich der eigenen Vergangenheit vielleicht nicht stellen will?"

LG von der grenzgaengerin



Liest sich jetzt sicher absurd, war aber so. Mein alter Herr war bei der Stasi IM. Aber gleich so, daß er in den 90ern heftigst Gegauckt wurde.Sofortrausschmiss mit allen Schikanen.Ich habe erst sehr viel später davon erfahren, da kein Kontakt besteht.
Was ich so in Erfahrung bringen konnte war er wohl schon an sehr fragwürdigen Dingen beteiligt.
Als Kind hab ich beim heimlichen rumstöbern im Kleiderschrank diverse Auszeichnungen (Verdienstmedaillen der DDR usw.) rausgekramt.
In meiner kindlichen Naivität war ich stolz wie Oskar auf den Papa und habe ihm meinen Fund im Beisein meiner Mutter präsentiert.
Mein Vater wurde erst weiß und dann rot und ist fast ausgerastet. Meine Mutter ist ohne Worte aus der Wohnung und kam erst nach Stunden wieder.
Ab da hing ein riesen Fragezeichen über unserer Familie.


zuletzt bearbeitet 13.06.2013 12:23 | nach oben springen

#162

RE: Stasi-Kinder: Aufwachsen im Überwachungsstaat

in DDR Grenze Literatur 13.06.2013 12:22
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Es reicht doch wenn es erwähnt wird das Stasi und Konsorten viele Privilegien genossen, wozu dann noch lästige Details?

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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#163

RE: Hauen und Stechen

in DDR Grenze Literatur 13.06.2013 12:23
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von GilbertWolzow im Beitrag #159
@Gert, du merkst immer noch nicht welchen müll du z.t. hier ablässt. die ddr bstand eben nicht aus 17. mio kommunisten ...


so nun "butter bei de fische" :

Zitat
wie möchte denn @Gert selbst betitelt werden ? etwa als kulackenkind ? oder als weisses pack ? oder besser doch als kleinbourgeois ?




das kannst du halten wie ein Dachdecker. Im übrigen werde ich missverstanden, was Zahlen angeht. Ich habe überhaupt keine Zahl genannt, also auch nicht 17 mio. DDR Bürger, bzw, Kommunisten
Mein Kommunisten bashing zielt auf die, die davon betroffen sind bzw waren, vor allem die damalige SED Clique, die die Macht hatte. Die kleinen Mitläufer waren ahnungslos und ließen sich von ihren PS instruieren , man kann auch sagen an der Nase herumführen, damit die da oben machen konnten was sie( oder die Russen) wollten.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
zuletzt bearbeitet 13.06.2013 12:24 | nach oben springen

#164

RE: Hauen und Stechen

in DDR Grenze Literatur 13.06.2013 12:26
von ddr-bürger (gelöscht)
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Jungs seit vorsichtig, last nicht soviel "Sabber" tropfen, denkt an die Hochwasserlage.....


Küchenbulle 79 und Damals87 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#165

RE: Hauen und Stechen

in DDR Grenze Literatur 13.06.2013 12:31
von Küchenbulle 79 | 533 Beiträge

Es wird immer Leute geben,die bis an ihr Lebensende in ihrem eigenen Sabber, mit höchster Wonne baden werden!


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#166

RE: Stasi-Kinder: Aufwachsen im Überwachungsstaat

in DDR Grenze Literatur 13.06.2013 12:31
von RudiEK89 | 1.951 Beiträge

Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #157
Zitat von 94 im Beitrag #148
Zitat von Bugsy im Beitrag #139
Nun viele Dänke (das ist die Mehrzahl) an derdiewo Herrenin grenzgängerin, dass es (die, der, da, wo?) die gränzzgängerin gibt. Sage mal, liebe Grännzgängerin, wie ist es, im Besitz des ultimativen Wissens zu sein? Nur mal eine Frage von einem Erdischen, weißt du?

Das nenne ich jetz mal Innuendo vom Feinsten, @Bugsy
Du bist eine echte Bereicherung für diese platte Form, ähm Plattform, wenn auch hier etwas oT ein Frettchen kein Saladin ist.

und wo wir doch hier schon mal sooo schön oT sind, so sah der 'Klappfix' aus ...

Quelle: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/lebenszeit/1695672/ (und damit isses hoffentlich wieder ON TOPIC!)


Danke 94.

Zur Erinnerung. Diese Fragen stehen hier im Mittelpunkt des threads. Oder sollten es zumindest.

"Wie wirkte sich die hauptamtliche Mitarbeit der Eltern auf den Alltag der Kinder aus? Was hat es für Folgen, wenn die typischen Pubertätskonflikte zu einer existenziellen Bedrohung für die Eltern werden? Wie belastet das die Familien noch heute? Und wie könnte die Versöhnung mit einem Vater aussehen, der sich der eigenen Vergangenheit vielleicht nicht stellen will?"

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/lebenszeit/1695672/

LG von der grenzgaengerin



Das kann ich dir beantworten liebe Grenzgängerin. Es hatte nur eine persönliche Auswirkung für mich, als ich mich 1985 dort beworben habe. Mir wurde mitgeteilt, dass ich 16 Verwandte in der BRD und eine Großtante in Berlin/West habe. Mir wurde weiter mitgeteilt, wann ich den letzten Brief an die Großtante in Berlin/West geschrieben habe. Meine paar Zeilen habe ich in den Brief meines Großvaters bei dem ich lebte, mit hinein getan.
Ich wurde also mit der Begründung abgelehnt, dass Berlin/West die Hochburg der Spionage war. Was ich nicht wusste war, dass eigene Bewerbungen bei der "Firma" grundsätzlich als Sicherheitsrisiko abgelehnt wurden.
Das war nach der Wende Schicksal oder Glück, weil ich bei der Auflösung der "runden Ecke" in Leipzig als Angehöriger der VP dabei war und die Tasche des Leiters der Kreisdienstelle kontrollieren musste. Ich bedankte mich bei ihm für die Ablehnung worauf er äußerte, wenn "die" mit uns fertig sind, seid ihr dran.
Für meine Eltern gab es keine existenzielle Bedrohung und am Ende auch für mich nicht, im Gegenteil.


März 1986 - Herbst 1986 Uffz. Schule Perleberg, GAR5. Glöwen
Herbst 1986 - Februar 1989 GR Heiligenstadt I. GB Klettenberg, 3. GK Silkerode
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#167

RE: Stasi-Kinder: Aufwachsen im Überwachungsstaat

in DDR Grenze Literatur 13.06.2013 13:10
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von RudiEK89 im Beitrag #166
Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #157
Zitat von 94 im Beitrag #148
Zitat von Bugsy im Beitrag #139
Nun viele Dänke (das ist die Mehrzahl) an derdiewo Herrenin grenzgängerin, dass es (die, der, da, wo?) die gränzzgängerin gibt. Sage mal, liebe Grännzgängerin, wie ist es, im Besitz des ultimativen Wissens zu sein? Nur mal eine Frage von einem Erdischen, weißt du?

Das nenne ich jetz mal Innuendo vom Feinsten, @Bugsy
Du bist eine echte Bereicherung für diese platte Form, ähm Plattform, wenn auch hier etwas oT ein Frettchen kein Saladin ist.

und wo wir doch hier schon mal sooo schön oT sind, so sah der 'Klappfix' aus ...

Quelle: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/lebenszeit/1695672/ (und damit isses hoffentlich wieder ON TOPIC!)


Danke 94.

Zur Erinnerung. Diese Fragen stehen hier im Mittelpunkt des threads. Oder sollten es zumindest.

"Wie wirkte sich die hauptamtliche Mitarbeit der Eltern auf den Alltag der Kinder aus? Was hat es für Folgen, wenn die typischen Pubertätskonflikte zu einer existenziellen Bedrohung für die Eltern werden? Wie belastet das die Familien noch heute? Und wie könnte die Versöhnung mit einem Vater aussehen, der sich der eigenen Vergangenheit vielleicht nicht stellen will?"

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/lebenszeit/1695672/

LG von der grenzgaengerin



Das kann ich dir beantworten liebe Grenzgängerin. Es hatte nur eine persönliche Auswirkung für mich, als ich mich 1985 dort beworben habe. Mir wurde mitgeteilt, dass ich 16 Verwandte in der BRD und eine Großtante in Berlin/West habe. Mir wurde weiter mitgeteilt, wann ich den letzten Brief an die Großtante in Berlin/West geschrieben habe. Meine paar Zeilen habe ich in den Brief meines Großvaters bei dem ich lebte, mit hinein getan.
Ich wurde also mit der Begründung abgelehnt, dass Berlin/West die Hochburg der Spionage war. Was ich nicht wusste war, dass eigene Bewerbungen bei der "Firma" grundsätzlich als Sicherheitsrisiko abgelehnt wurden.
Das war nach der Wende Schicksal oder Glück, weil ich bei der Auflösung der "runden Ecke" in Leipzig als Angehöriger der VP dabei war und die Tasche des Leiters der Kreisdienstelle kontrollieren musste. Ich bedankte mich bei ihm für die Ablehnung worauf er äußerte, wenn "die" mit uns fertig sind, seid ihr dran.
Für meine Eltern gab es keine existenzielle Bedrohung und am Ende auch für mich nicht, im Gegenteil.


rot mark.
@RudiEK89 ich finde das ist eine sehr bemerkenswerte Aussage. Da kannst du dir ausmalen, wie es gekommen wäre, wenn die ganze Geschichte anders herum gelaufen wäre, gar nicht auszudenken.


.
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#168

RE: Stasi-Kinder: Aufwachsen im Überwachungsstaat

in DDR Grenze Literatur 13.06.2013 13:22
von RudiEK89 | 1.951 Beiträge

@Gert
auch ich wurde nach der Wende "gegauckt" und habe nach einem Gespräch mit dem LfV meinen "Persilschein" bekommen. Man hat mich lediglich gefragt, wie ich mit meiner Systemnähe zur ehem. DDR zurecht komme? Darauf habe ich geantwortet, wenn ich Anfang 1930 geboren worden wäre, dann wäre ich bestimmt mit Hitler in den Krieg gezogen. Da haben die nichts mehr gesagt.


März 1986 - Herbst 1986 Uffz. Schule Perleberg, GAR5. Glöwen
Herbst 1986 - Februar 1989 GR Heiligenstadt I. GB Klettenberg, 3. GK Silkerode
Gert und Küchenbulle 79 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#169

RE: Stasi-Kinder: Aufwachsen im Überwachungsstaat

in DDR Grenze Literatur 13.06.2013 13:37
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #161
Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #157


Zur Erinnerung. Diese Fragen stehen hier im Mittelpunkt des threads. Oder sollten es zumindest.

"Wie wirkte sich die hauptamtliche Mitarbeit der Eltern auf den Alltag der Kinder aus? Was hat es für Folgen, wenn die typischen Pubertätskonflikte zu einer existenziellen Bedrohung für die Eltern werden? Wie belastet das die Familien noch heute? Und wie könnte die Versöhnung mit einem Vater aussehen, der sich der eigenen Vergangenheit vielleicht nicht stellen will?"

LG von der grenzgaengerin



Liest sich jetzt sicher absurd, war aber so. Mein alter Herr war bei der Stasi IM. Aber gleich so, daß er in den 90ern heftigst Gegauckt wurde.Sofortrausschmiss mit allen Schikanen.Ich habe erst sehr viel später davon erfahren, da kein Kontakt besteht.
Was ich so in Erfahrung bringen konnte war er wohl schon an sehr fragwürdigen Dingen beteiligt.
Als Kind hab ich beim heimlichen rumstöbern im Kleiderschrank diverse Auszeichnungen (Verdienstmedaillen der DDR usw.) rausgekramt.
In meiner kindlichen Naivität war ich stolz wie Oskar auf den Papa und habe ihm meinen Fund im Beisein meiner Mutter präsentiert.
Mein Vater wurde erst weiß und dann rot und ist fast ausgerastet. Meine Mutter ist ohne Worte aus der Wohnung und kam erst nach Stunden wieder.
Ab da hing ein riesen Fragezeichen über unserer Familie.





@schnatterinchen, ich finde, ein sehr gutes Beispiel wie einmal der ideologische Graben durch die Familien ging und andererseits auch die Verlogenheit des Systems. Wenn dein Vater stolz auf diesen Orden gewesen wäre, so hätte er ihn der Familie präsentiert. So aber wurde er im Kleiderschrank versteckt, sodass man annehmen kann, dass er nicht stolz auf diesen Orden war. Denkbar dass der Orden klammheimlich in einer der zahlreichen IM Absteigen überreicht worden ist, mit nem Umschlag und'n paar Märker drin.


.
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#170

RE: Stasi-Kinder: Aufwachsen im Überwachungsstaat

in DDR Grenze Literatur 13.06.2013 13:42
von Alfred | 6.849 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #161
Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #157


Zur Erinnerung. Diese Fragen stehen hier im Mittelpunkt des threads. Oder sollten es zumindest.

"Wie wirkte sich die hauptamtliche Mitarbeit der Eltern auf den Alltag der Kinder aus? Was hat es für Folgen, wenn die typischen Pubertätskonflikte zu einer existenziellen Bedrohung für die Eltern werden? Wie belastet das die Familien noch heute? Und wie könnte die Versöhnung mit einem Vater aussehen, der sich der eigenen Vergangenheit vielleicht nicht stellen will?"

LG von der grenzgaengerin



Liest sich jetzt sicher absurd, war aber so. Mein alter Herr war bei der Stasi IM. Aber gleich so, daß er in den 90ern heftigst Gegauckt wurde.Sofortrausschmiss mit allen Schikanen.Ich habe erst sehr viel später davon erfahren, da kein Kontakt besteht.
Was ich so in Erfahrung bringen konnte war er wohl schon an sehr fragwürdigen Dingen beteiligt.
Als Kind hab ich beim heimlichen rumstöbern im Kleiderschrank diverse Auszeichnungen (Verdienstmedaillen der DDR usw.) rausgekramt.
In meiner kindlichen Naivität war ich stolz wie Oskar auf den Papa und habe ihm meinen Fund im Beisein meiner Mutter präsentiert.
Mein Vater wurde erst weiß und dann rot und ist fast ausgerastet. Meine Mutter ist ohne Worte aus der Wohnung und kam erst nach Stunden wieder.
Ab da hing ein riesen Fragezeichen über unserer Familie.





Nur zur Info.

Wenn IM s Orden etc. erhielten, wurden diese ihnen nur kurz in der konspirativen Wohung o.ä. gegeben. Behalten durften sie weder den Orden, noch die Verleihungsurkunde. Beides kam mit in die die Akte ´des IM.


eisenringtheo hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#171

RE: Stasi-Kinder: Aufwachsen im Überwachungsstaat

in DDR Grenze Literatur 13.06.2013 13:48
von schnatterinchen (gelöscht)
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Zitat von Alfred im Beitrag #170

Nur zur Info.

Wenn IM s Orden etc. erhielten, wurden diese ihnen nur kurz in der konspirativen Wohung o.ä. gegeben. Behalten durften sie weder den Orden, noch die Verleihungsurkunde. Beides kam mit in die die Akte ´des IM.



Bist Du sicher , daß das immer so war?


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#172

RE: Stasi-Kinder: Aufwachsen im Überwachungsstaat

in DDR Grenze Literatur 13.06.2013 14:09
von eisenringtheo | 9.178 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #170
[
(...)

Wenn IM s Orden etc. erhielten, wurden diese ihnen nur kurz in der konspirativen Wohung o.ä. gegeben. Behalten durften sie weder den Orden, noch die Verleihungsurkunde. Beides kam mit in die die Akte ´des IM.


Und das Geld, die Dotation für den Orden, das kriegten sie schon, oder?
Theo


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#173

RE: Stasi-Kinder: Aufwachsen im Überwachungsstaat

in DDR Grenze Literatur 13.06.2013 14:36
von Fritze (gelöscht)
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Zitat von eisenringtheo im Beitrag #172
Zitat von Alfred im Beitrag #170
[
(...)

Wenn IM s Orden etc. erhielten, wurden diese ihnen nur kurz in der konspirativen Wohung o.ä. gegeben. Behalten durften sie weder den Orden, noch die Verleihungsurkunde. Beides kam mit in die die Akte ´des IM.


Und das Geld, die Dotation für den Orden, das kriegten sie schon, oder?
Theo


Wo denkst Du hin ? Das wurde gleich als Soli einbehalten !


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#174

RE: Stasi-Kinder: Aufwachsen im Überwachungsstaat

in DDR Grenze Literatur 13.06.2013 14:44
von Küchenbulle 79 | 533 Beiträge

Zitat von Fritze im Beitrag #173
Zitat von eisenringtheo im Beitrag #172
Zitat von Alfred im Beitrag #170
[
(...)

Wenn IM s Orden etc. erhielten, wurden diese ihnen nur kurz in der konspirativen Wohung o.ä. gegeben. Behalten durften sie weder den Orden, noch die Verleihungsurkunde. Beides kam mit in die die Akte ´des IM.


Und das Geld, die Dotation für den Orden, das kriegten sie schon, oder?
Theo


Wo denkst Du hin ? Das wurde gleich als Soli einbehalten !



War da Griechenland schon mit bei?


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#175

RE: Stasi-Kinder: Aufwachsen im Überwachungsstaat

in DDR Grenze Literatur 13.06.2013 16:25
von ABV | 4.202 Beiträge

Hallo Schnatterente!
Der ABV war meist das letzte Glied in der Kette. Er bekam seine Weisungen vom VPKA und hatte diese widerspruchslos auszuführen. So wie eben "missliebigen Bürgern" irgendwelche Unterschriften abzuverlangen. Damals sah man solche " räumliche Beschränkungen" als präventive Maßnahme. Unter dem Motto: der Zweck heiligt die Mittel! Heute würde so etwas, zu Recht, unter Einschränkung der Bürgerrechte fallen. Was nicht bedeutet, dass es so etwas nicht gibt! Zum Beispiel kann ein gewalttätiger Ehemann schon damit rechnen, dass ihm die Polizei eine Woche verbietet, sich der eigenen Wohnung auch nur zu nähern. Aber das sind eben auch Gründe, die absolut nachvollziehbar und im Interesse von Bürgern sind. Und nicht von irgend einer Partei, die Angst um den schönen Schein hat.
Die von einigen angesprochene " Sippenhaft", habe ich persönlich in dieser oder jener Form ebenfalls erlebt. Nicht bei mir selbst, aber dafür bei anderen. Zum Beispiel wurde ein VP-Hauptmann gezwungen, sich von seinen Sohn "loszusagen". Weil dieser wegen "Staatsverleumdung" verurteilt und inhaftiert wurde. Der Hauptmann hat sich aber nicht an das Verbot gehalten. Wie kann man sich auch von seinem Kind lossagen? Konsequenzen gab es jedoch nicht. Möglicherweise deshalb, weil sich die Vorgesetzten in dieser Angelegenheit menschlich verhielten.
Einen anderen wurde die Zulassung zur Offiziersschule verweigert, weil sein Bruder eine Verkehrsstraftat, Trunkenheitsfahrt mit Gefährdung, begangen hatte. Der betreffende durfte jedoch zwei Jahre später studieren.
Besonders krass soll das beim Mfs gewesen sein. Dort mussten wohl etliche wegen " Verfehlungen" naher Verwandter den Dienst quittieren. Als ich noch beim " WKM" in Berlin war, ist mir so jemand begegnet. Kadermäßig war er für die Staatssicherheit nicht mehr tauglich. Für die VP reichte es jedoch noch. Was genau der nahe Verwandte verzapft hatte, wurde uns nicht verraten.

Gruß Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


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#176

RE: Stasi-Kinder: Aufwachsen im Überwachungsstaat

in DDR Grenze Literatur 13.06.2013 16:35
von RudiEK89 | 1.951 Beiträge

Zum Beispiel kann ein gewalttätiger Ehemann schon damit rechnen, dass ihm die Polizei eine Woche verbietet, sich der eigenen Wohnung auch nur zu nähern.

@ABV
Das Gewaltschutzgesetz finde ich persönlich gut. Da wird Frauen wirklich geholfen, wenn sie sich helfen lassen wollen.
Und was dein Nick vor der Wende bedeutet hat, sind jetzt die Bürgerpolizisten im Einsatz. Man hat halt das Fahrrad zwei mal erfunden.


März 1986 - Herbst 1986 Uffz. Schule Perleberg, GAR5. Glöwen
Herbst 1986 - Februar 1989 GR Heiligenstadt I. GB Klettenberg, 3. GK Silkerode
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#177

RE: Stasi-Kinder: Aufwachsen im Überwachungsstaat

in DDR Grenze Literatur 13.06.2013 16:38
von schnatterinchen (gelöscht)
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Danke @ABV für Deine Ausführungen.
Ehrlich gesagt war dem ABVer es damals auch nicht so ganz wohl in seiner Haut, das habe ich ihm deutlich angemerkt, hat halt jedes mal rumgeeiert, so naja was willste den dort oder da und ist doch nur übers Wochenende usw.
Was jedoch wirklich Übel war ist die Tatsache , daß er das mit meinem Bruder seinem Sohn erzählte der es dann am Montag morgen in der Schule verbreitete.
Das war voll krass für mich. Ich laufe auf den Schulhof und von links und rechts Gejohle und dämliche Bemerkungen.
Hätte doch sonst keiner was gewußt und hätte nicht so einen Aufstand gegeben.
Danach sind zu mir gefühle 250 Leute angelatscht und haben mich angequatscht mit "Ehh dein Bruder wollte wohl in den Westen abhauen häää........"
Da kam aber kein Ton von der Lehrerschaft , von wegen Schluß jetzt mit dem Quatsch oder so. Die haben sich alle weggeduckt.
Das hat Tage gedauert bis da einigermaßen Ruhe reinkam.


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#178

RE: Stasi-Kinder: Aufwachsen im Überwachungsstaat

in DDR Grenze Literatur 13.06.2013 16:58
von RudiEK89 | 1.951 Beiträge

Kadermäßig war er für die Staatssicherheit nicht mehr tauglich. Für die VP reichte es jedoch noch. Was genau der nahe Verwandte verzapft hatte, wurde uns nicht verraten.
@ABV
Und nach der Wende flog er aus der VP raus? Wurde bestimmt "gegauckt"? Es gab einige Kollegen bei uns, deren Geschwister über Ungarn in die BRD gegangen sind. Niemand hat diese schief auf Arbeit angesehen. Und kurz nach der Wende fuhr unser K-Leiter nach Amerika. Da hatte er eine Tante "ausgegraben". Das war für mich völlig absurd in seiner Position, dass er da eine Tante hatte und mir die BRD Verwandtschaft dritten oder vierten Grades ankreiden wollte. Aber so war es halt, er war Offizier und ich Wachtmeister.


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#179

RE: Stasi-Kinder: Aufwachsen im Überwachungsstaat

in DDR Grenze Literatur 13.06.2013 17:34
von ABV | 4.202 Beiträge

@Rudi: ich bin ja schon vor der Wende, vom WKM zum VPKA Seelow gewechselt. Über das Schicksal des Kollegen kann man nur spekulieren. Falls er in Berlin geblieben ist, dürften seine Chancen nicht allzu groß gewesen sein. Aber wie gesagt, dass ist nur Spekulation.
Einen anderen, ähnlichen Fall, kenne ich aber auch aus Brandenburg. Der Kollege hat alles brav im Fragebogen angegeben und ist noch immer dabei. Warum auch ncht?

Gruß Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


RudiEK89 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 13.06.2013 17:34 | nach oben springen

#180

RE: Stasi-Kinder: Aufwachsen im Überwachungsstaat

in DDR Grenze Literatur 13.06.2013 17:41
von ABV | 4.202 Beiträge

da fällt mir noch was ein @Rudi: solche Leiter gab es bei der ehemaligen VP noch mehr. Vom Leiter des VPKA Fürstenwalde wird berichtet, dass er im Dezember 1989 zum ersten Mal in Westberlin war. Dort lief er das erstbeste Polizeirevier an. Um sich zu erkundigen, " wie es bei den Kollegen so läuft". Dort wurde er vom Dienststellenleiter empfangen. Der, welch Wunder, den selben, im übrigen sehr seltenen Familiennamen trug. Im Gespräch bemerkten die Männer, dass sie Cousins sind. Natürlich hat keiner vorher von den anderen etwas gewusst. Jedenfalls war der Polizeichef West von seinem Polizeichef-Vetter Ost so angetan, dass er ihm glatt ein Auto schenkte.
Was soll man wohl davon halten?

Gruß Uwe


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werner und RudiEK89 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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