#101

RE: Stasi-Kinder: Aufwachsen im Überwachungsstaat

in DDR Grenze Literatur 11.06.2013 11:24
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

@94, es gibt oder gab zu DDR Zeiten auch außerhalb der ostwärts Grenze Antiquariate, Flohmärkte .......
Da fand man sehr erstaunliche Sachen ......., nicht nur Bücher .......

Komischerweise wurde ich ebenfalls an den Grenzen kontrolliert, nur die Bücher, Platten, Zeitungen, teilweise Lebensmittel und Textilien hat der Zoll oder die Grenztruppe welche gerade kontrollierte einfach übersehen, nicht gefunden oder was weiß ich .......

Ich habe es nur einmal erlebt das ein Zug de facto an der Grenze auf ein Nebengleis kam und dann haben der Zoll/Grenzer den Zug faktisch demontiert und auseinander genommen ......
Und warum? Weil sich so ein paar Hirnis auf dem Flohmarkt originale HJ Fahrtenmesser und SS Ehren-/Dienstdolche kaufen mußten und die noch nicht mal gut "verstauten" ....... (Ehrlich gesagt auch mir zuckten die Finger und ich hätte mir am liebsten solch Teile gekauft .......)
Alle Insassen des Zuges waren auf die Typen sauer weil wir a) eine gefühlte Ewigkeit rumstanden und es zu befürchten war das auch unsere nicht ganz legalen Dinge konfisziert werden .....
Als die Mißetäter abgeführt wurden hielt sich das Mitgefühl der übrigen Reisenden, vorzugsweise Jugendliche um Anfang Zwanzig und bestimmt nicht pro DDR eingestellt, sehr in Grenzen ......

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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#102

RE: Stasi-Kinder: Aufwachsen im Überwachungsstaat

in DDR Grenze Literatur 11.06.2013 11:34
von schnatterinchen (gelöscht)
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Ich fand diese braune Kacke noch nie so anziehend, als dass mir da je irgendwas gezuckt hätte.
Da lief ich mit der offiziellen DDR selbst innerlich voll konform.


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#103

RE: Stasi-Kinder: Aufwachsen im Überwachungsstaat

in DDR Grenze Literatur 11.06.2013 12:09
von DoreHolm | 7.685 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #97
Zitat von Nostalgiker im Beitrag #95

Schnatti, ich weiß zwar nicht wo Du als 'Zoni' in welcher Zone gewohnt hast, ich für meinen Teil lebte in einem Landstrich welcher eine Zeitlang die offizielle Staatsbezeichnung DDR trug .......
.... und in dieser DDR war es durchaus möglich mit etwas Geschick, guten Bekannten und Freunden die Medien zu bekommen welche einen interessierten ..... damit meine ich ausdrücklich nicht zum Beispiel das Angebot des Volksbuchhandels .....

Gruß
Nostalgiker

PS.: @94, mit der einen Liste warst halt schneller ..........




Na sag ich doch , Untergrundmethoden, unwürdig für ein Land das sich selbst als weltoffen bezeichnet.
Eher kleinkariert, angstzerfressen, misstrauenerfüllt.




Grün: Wir hatten in unserer relativ kleinen Firma (ca. 200 Beschäftigte) eine eigene Bücherei. Der Verantwortliche (ein Chemiker aus unserer Abteilung) bekam regelmäßig eine Liste über alle Neuerscheinungen im Buchhandel. Da war erst mal Studium angesagt, was Interessantes dabei ist. Über unseren Bibo-Verantwortlichen haben wir das, was ansonsten "Bückware" war, i.d.R. auch bekommen. Ich bin sicher, daß diese Listen in allen Bibliotheken, also auch den in den Betrieben, einsehbar waren. Man mußte sich eben kümmern. Eine Betriebsbibliothek war wohl in nahezu jeder größeren Firma vorhanden und wo es keine gab, war diese Liste im Buchhandel einsehbar. So meine Erfahrungen.



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#104

RE: Stasi-Kinder: Aufwachsen im Überwachungsstaat

in DDR Grenze Literatur 11.06.2013 12:30
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

@DoreHolm, ich nehme mal an Du meinst die 14 Tägig erschienene Information des Börsenvereins Deutscher Buchhändler/DDR ......
In diesem Blatt standen alle Bücher drin welche in den nächsten vier ? Wochen erscheinen sollten und auch erschienen.
Diese Blätter, meist waren es 8 oder 16 Seiten, lagen in jeder Buchhandlung aus und anhand der dort gelisteten Bücher konnte man die Bücher bestellen.
So habe ich es gehalten und auch in der Regel das bekommen was ich bestellte .......

Wie Du richtig bemerktest, man mußte sich halt kümmern .......

so bin ich zum Beispiel an die komplette Hermann Hesse Ausgabe vom Aufbau und Insel gekommen, die Thomas Mann Gesamtausgabe, Kafka, M. Proust, A. Gide, Saint Exupére und, und und und .....

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
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wie er war ...

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#105

RE: Stasi-Kinder: Aufwachsen im Überwachungsstaat

in DDR Grenze Literatur 11.06.2013 19:45
von Bugsy | 454 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #40
Ich kann nur staunen. Wenn noch 20 Jahre vergehen, wird es in der DDR nur Opfer gegeben haben.

Ich verstehe zwar, wie du darauf kommst, Alfred, bin aber der Meinung, dass es eine 50/50 Aufteilung geben wird oder geben könnte, also die eine Hälfte Opfer, die andere Hälfte Widerständler.

Und solche Widerständler habe ich zuhauf nach der Wende kennengelernt. Das waren die, die Zeit ihres Lebens in der DDR keinen Mucks gemacht haben und bei LehrerInnen und Vorgesetzten gleichermaßen geschleimt haben, nur auf den eigenen Vorteil bedacht. Dann viel die Mauer, und als feststand, dass die DDR am Ende war, kamen plötzlich die vielen Widerständler aus ihren Spalten gekrochen. Sie erzählten dann, wie sie unermüdlich und fleißig jahrelang im Untergrund gewerkelt und den Untergang des Staates praktisch im Alleingang herbeigeführt haben. Ich brauchte eine ganze Weile, bis ich die Spreu vom Weizen trennen konnte. Einige waren tatsächlich Widerständler, aber die meisten waren halt “Goschflätterer“ also Schwätzer. Schnatterinchen mit seinen Sprüchen erinnert mich komischerweise stark an solche Leute.

MsG


Fünf Minuten vor der Zeit ist des Soldaten Pünktlicheit, der Sanitäter kommt zehn Minuten später.
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#106

RE: Stasi-Kinder: Aufwachsen im Überwachungsstaat

in DDR Grenze Literatur 11.06.2013 22:53
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Bugsy im Beitrag #105
Zitat von Alfred im Beitrag #40
Ich kann nur staunen. Wenn noch 20 Jahre vergehen, wird es in der DDR nur Opfer gegeben haben.

Ich verstehe zwar, wie du darauf kommst, Alfred, bin aber der Meinung, dass es eine 50/50 Aufteilung geben wird oder geben könnte, also die eine Hälfte Opfer, die andere Hälfte Widerständler.

Und solche Widerständler habe ich zuhauf nach der Wende kennengelernt. Das waren die, die Zeit ihres Lebens in der DDR keinen Mucks gemacht haben und bei LehrerInnen und Vorgesetzten gleichermaßen geschleimt haben, nur auf den eigenen Vorteil bedacht. Dann viel die Mauer, und als feststand, dass die DDR am Ende war, kamen plötzlich die vielen Widerständler aus ihren Spalten gekrochen. Sie erzählten dann, wie sie unermüdlich und fleißig jahrelang im Untergrund gewerkelt und den Untergang des Staates praktisch im Alleingang herbeigeführt haben. Ich brauchte eine ganze Weile, bis ich die Spreu vom Weizen trennen konnte. Einige waren tatsächlich Widerständler, aber die meisten waren halt “Goschflätterer“ also Schwätzer. Schnatterinchen mit seinen Sprüchen erinnert mich komischerweise stark an solche Leute.

MsG





@bugsy man sollte dir nachträglich noch die Parteimitgliedschaft honoris causa für die SED und die Stasi gleich mit verleihen.
Selten solche gequirlte Sch...... gelesen.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#107

RE: Stasi-Kinder: Aufwachsen im Überwachungsstaat

in DDR Grenze Literatur 11.06.2013 23:02
von Bugsy | 454 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #106
@bugsy man sollte dir nachträglich noch die Parteimitgliedschaft honoris causa für die SED und die Stasi gleich mit verleihen.
Selten solche gequirlte Sch...... gelesen.



[Rot hervorgehoben in deinem Beitrag] Noch nie was von der Bild-Zeitung gehört, Gert?

MsG


Fünf Minuten vor der Zeit ist des Soldaten Pünktlicheit, der Sanitäter kommt zehn Minuten später.
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#108

RE: Stasi-Kinder: Aufwachsen im Überwachungsstaat

in DDR Grenze Literatur 11.06.2013 23:11
von ABV | 4.202 Beiträge

Warum denn Gert? Bugsys Worte decken sich mit meinen eigenen Erfahrungen zu Hundert Prozent. Gerade während und unmittelbar nach der Wende, sind mir solche Leute in Scharen begegnet. Zuweilen auch heute noch. Das sind dann die Typen, welche sich in Andeutungen auf ihre " angeblich nicht vorhandene Stasi-Akte" verlieren. Wobei stets offen bleibt, ob die Stasiakte nicht gefunden wird, weil sie a) vernichtet oder b) überhaupt nicht vorhanden ist. Was wohl in den meisten Fällen die wahrscheinlichere Variante sein dürfte.

Gruß Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


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#109

RE: Stasi-Kinder: Aufwachsen im Überwachungsstaat

in DDR Grenze Literatur 11.06.2013 23:17
von Bugsy | 454 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #108
Warum denn Gert? Bugsys Worte decken sich mit meinen eigenen Erfahrungen zu Hundert Prozent. Gerade während und unmittelbar nach der Wende, sind mir solche Leute in Scharen begegnet. Zuweilen auch heute noch. Das sind dann die Typen, welche sich in Andeutungen auf ihre " angeblich nicht vorhandene Stasi-Akte" verlieren. Wobei stets offen bleibt, ob die Stasiakte nicht gefunden wird, weil sie a) vernichtet oder b) überhaupt nicht vorhanden ist. Was wohl in den meisten Fällen die wahrscheinlichere Variante sein dürfte.

Gruß Uwe

Vielleicht war der Gert auch ein "Widerständler", wer weiß? Aber ich habe all das nicht umsonst geschrieben. So was ähnliches ist auch in Deutschland und vor allen Dingen in Frankreich nach dem Zweiten Weltkrieg abgelaufen. Insofern war ich nicht sonderlich überrascht, dass das Phänomen auch in der DDR auftrat. Es war nur die riesige Anzahl, die mich nachdenklich stimmte. Ich schätze von den knapp 17 Millionen Einwohnern der damaligen DDR, mindestens 23 Millionen davon waren "Widerständler".

MsG


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#110

RE: Stasi-Kinder: Aufwachsen im Überwachungsstaat

in DDR Grenze Literatur 11.06.2013 23:26
von ddr-bürger (gelöscht)
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Tja unser gert kennt sich da mit gequirlter Sch... aus, er hat ja seit Jahren Vorsprung mit dem Leben im "besseren Deutschland"


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#111

RE: Stasi-Kinder: Aufwachsen im Überwachungsstaat

in DDR Grenze Literatur 11.06.2013 23:32
von ABV | 4.202 Beiträge

Das liegt wohl in der Natur des Menschen, unabhängig von der Nation, sich im Nachhinein immer größer darzustellen, als man in Wirklichkeit war. Besonders fatale Auswüchse ergeben sich immer dann, wenn bei dem "Zeitzeugen" auch noch eine ausgeprägte " Arschkriechermentalität" gepaart mit dem Hang zur Selbstdarstellung vorhanden ist. Für die geschichtliche Aufarbeitung sind deren Aussagen meist gleich Null. Weil sie, aus eigenem Interesse, jedes, aber auch jedes vorhandene Klischee bedienen.

Gruß Uwe


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#112

RE: Stasi-Kinder: Aufwachsen im Überwachungsstaat

in DDR Grenze Literatur 11.06.2013 23:36
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #106




@bugsy man sollte dir nachträglich noch die Parteimitgliedschaft honoris causa für die SED und die Stasi gleich mit verleihen.
Selten solche gequirlte Sch...... gelesen.




Mensch Gert,
wir haben so tolle Gespräche.Warum solch ein Schuss unter die Gürtellinie?
Reden und Fragen um den Anderen zu verstehen....als Anfang zu einem sinnvollen Disput.
Du glaubst doch nicht, dass von den überwiegend hier vertretenen alten Säcken(sorry Säckininen) in 10-15 Jahren jemand noch auf irgendwelche Fragen antworten wird.
Rechthaberei,Unterstellungen bringt doch nichts,lass die Nachfahren einfach lesen was an Lebenserfahrung hier zusammenkommen könnte.
Wir werden uns nicht mehr gegenseitig überzeugen,aber wir können hier etwas aufschreiben über das Warum und Weshalb.
Das sind wir,verdammt nochmal, unseren Nachfahren schuldig.
Die wird das nicht interessieren ,ob xy für oder gegen etwas war,sondern wie er diese Zeit des Kalten Krieges erlebte,wie er dachte und in welche Mühlen er geriet oder bediente.
Es werden täglich weniger die berichten,es gibt Bestrebungen solche Zeitzeugenpools zu sprengen,wehren wir uns dagegen.
Schreiben,Zuhören,Ergänzen und Falsches versuchen zu korrigieren.Schwer genug.
Mein Urgrossvater hat schriftlich viel in einem Forum zur Zeitgeschichte hinterlassen als Aussage von Deinen Enkeln später,ist wertvoller als ,dem Iren bugsy hat er vor 100 jahren ordentlich in einen Forum einen mitgegeben.
Verstehst Du mich?

seaman


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zuletzt bearbeitet 12.06.2013 00:00 | nach oben springen

#113

RE: Stasi-Kinder: Aufwachsen im Überwachungsstaat

in DDR Grenze Literatur 12.06.2013 08:04
von schnatterinchen (gelöscht)
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Zitat von Bugsy im Beitrag #105
Zitat von Alfred im Beitrag #40
Ich kann nur staunen. Wenn noch 20 Jahre vergehen, wird es in der DDR nur Opfer gegeben haben.

Ich verstehe zwar, wie du darauf kommst, Alfred, bin aber der Meinung, dass es eine 50/50 Aufteilung geben wird oder geben könnte, also die eine Hälfte Opfer, die andere Hälfte Widerständler.

Und solche Widerständler habe ich zuhauf nach der Wende kennengelernt. Das waren die, die Zeit ihres Lebens in der DDR keinen Mucks gemacht haben und bei LehrerInnen und Vorgesetzten gleichermaßen geschleimt haben, nur auf den eigenen Vorteil bedacht. Dann viel die Mauer, und als feststand, dass die DDR am Ende war, kamen plötzlich die vielen Widerständler aus ihren Spalten gekrochen. Sie erzählten dann, wie sie unermüdlich und fleißig jahrelang im Untergrund gewerkelt und den Untergang des Staates praktisch im Alleingang herbeigeführt haben. Ich brauchte eine ganze Weile, bis ich die Spreu vom Weizen trennen konnte. Einige waren tatsächlich Widerständler, aber die meisten waren halt “Goschflätterer“ also Schwätzer. Schnatterinchen mit seinen Sprüchen erinnert mich komischerweise stark an solche Leute.

MsG




Tja bugsy, du solltest mal deinen Umgang überdenken.Diese Leute die du offensichtlich bei deinen Recherchen befragt hast und von denen du dein Halbwissen bezogen hast waren mir schon zu DDR Zeiten suspekt.
Genau so wie du sie beschreibst, immer schön das Fähnchen nach dem Winde und alles abnicken was die oberen so abgesondert haben.
Aber genau so wollten es deine deutschen Genossen auch haben.
Weist du und dein Gelaber mit den Widerständlern ist einfach nur billige Polemik.Wo haben sie dir denn das beigebracht?
Noch was zu deiner info. Das was du in ahnungsloser Weise als Wiederständler bezeichnest heißt korrekt feindlich negative Elemente, und zu einem solchen zu werden war in der DDR einfach zu bewerkstelligen.Frag einfach mal deine ehemaligen Mitkämpfer.
Wenn du wirklich mal einen kennengelernt hättest , würdest du hier nicht solchen Stuss ablassen.


Gert und Pit 59 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 12.06.2013 08:10 | nach oben springen

#114

RE: Stasi-Kinder: Aufwachsen im Überwachungsstaat

in DDR Grenze Literatur 12.06.2013 08:37
von Jobnomade | 1.380 Beiträge

Zitat von Bugsy im Beitrag #109
Zitat von ABV im Beitrag #108
Warum denn Gert? Bugsys Worte decken sich mit meinen eigenen Erfahrungen zu Hundert Prozent. Gerade während und unmittelbar nach der Wende, sind mir solche Leute in Scharen begegnet. Zuweilen auch heute noch. Das sind dann die Typen, welche sich in Andeutungen auf ihre " angeblich nicht vorhandene Stasi-Akte" verlieren. Wobei stets offen bleibt, ob die Stasiakte nicht gefunden wird, weil sie a) vernichtet oder b) überhaupt nicht vorhanden ist. Was wohl in den meisten Fällen die wahrscheinlichere Variante sein dürfte.

Gruß Uwe

Vielleicht war der Gert auch ein "Widerständler", wer weiß? Aber ich habe all das nicht umsonst geschrieben. So was ähnliches ist auch in Deutschland und vor allen Dingen in Frankreich nach dem Zweiten Weltkrieg abgelaufen. Insofern war ich nicht sonderlich überrascht, dass das Phänomen auch in der DDR auftrat. Es war nur die riesige Anzahl, die mich nachdenklich stimmte. Ich schätze von den knapp 17 Millionen Einwohnern der damaligen DDR, mindestens 23 Millionen davon waren "Widerständler".

MsG


Bevor diese Diskussion in sinnlose Beleidigungen abgleitet........

Hallo @Bugsy,

der letzte Ministerpräsident der DDR hat dieses Phänomän mal so zusammengefasst:

"Es entsteht immer dieses Schwarz-Weiß-Schema. Es gab in der DDR vielleicht zwei Prozent Opfer und vielleicht drei Prozent Täter. Und 95 Prozent waren Volk. Die wollten auch gar nichts anderes sein, wollten für sich und ihre Familie das Beste aus ihrem Leben machen. Im Nachhinein aber wird die DDR-Bevölkerung eingeteilt in Täter und Opfer. Nun müssen die Leute alle sehen, wie sie auf das Opfer-Ufer kommen, weil sie sonst alle zu den Tätern gerechnet werden. Sie müssen ihre Widerstandsgeschichten erzählen und wie oft sie die Faust in der Hosentasche geballt haben. Aber sie waren weder das eine noch das andere.“

Lothar de Maiziere

Den Worten möchte ich mich anschliessen. Ich kanns nicht treffender sagen.
Alles klar ?

Dazu noch ein kleines persönliches Erlebnis:
Im Herbst 1990, nachdem ich von der Betriebsleitung des (noch-)VEB Robotron Dresden in "Kurzarbeit-Null-Stunden" geschickt wurde, begann ich in einem Nürnberger Zeitarbeitsunternehmen. Dies hatte in der Region Nürnberg einen ziemlich schlechten Ruf - was ich "ahnungsloser Ossi" nicht wissen konnte. Aber... es war für mich eine lehrreiche Zeit.
Die Manager dieses Zeitarbeitsunternehmen waren von ihrer Gesinnung her durchweg "schwarz" - eigentlich schon eher "braun".
Einer von ihnen, es war nicht mein direkter Vorgesetzter, fragte mich mal vor versammelter Mannschaft: "Nun, Herr ...xxx....., wie schätzen Sie das ein - wieviele informelle Mitarbeiter hatte die Stasi so im Osten, in der ehemaligen DDR ?".
Ein Moment des Schweigens, ich spürte die Spannung, merkte, dass ich provoziert werden sollte..
Nun, ich hatte den passenden Einfall:
etwas verlegen....
"Ich denke so etwa 16 Millionen".
Der Mann hat mich fortan nichts mehr gefragt. Einige meiner Kollegen äusserten mir gegenüber später, unter 4 Augen, anerkennende Worte.

So, und nun fröhliches Weiter-Hauen-und-Stechen, liebe Forum-ler.

"Aber...aber... ich liebe Euch doch alle..."
(Wer den Autor dieser Worte errät, bekommt 100 Punkte )

Gruss Hartmut


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zuletzt bearbeitet 12.06.2013 13:53 | nach oben springen

#115

RE: allgemeines Hauen und Stechen

in DDR Grenze Literatur 12.06.2013 08:57
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

Zitat von Jobnomade im Beitrag #114

"Aber...aber... ich liebe Euch doch alle..."
(Wer den Autor dieser Worte errät, bekommt 100 Punkte )



unser @gert ???



anmerkung: das thema lautete ursprünglich: "Stasi-Kinder: Aufwachsen im Überwachungsstaat" und davon sind doch die diskutanten meilenweit entfernt oder ?


zum eigentlichen thema: es gab ca. 100.000 mitarbeiter des mfs, fast alle hatten kinder. sich davon 10, 15 oder 20 rauszugreifen für eine soziologische betrachtung und aus den extremsten fällen ein buch zu verfassen hat schon etwas mit schmieren-jornalismus zu tun.


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#116

RE: Stasi-Kinder: Aufwachsen im Überwachungsstaat

in DDR Grenze Literatur 12.06.2013 11:30
von schnatterinchen (gelöscht)
avatar

.....wieso soziologische Betrachtung? Frau Lengsfeld und die übrigen erzählen halt ihre Geschichte in diesem Buch.
Da gab es schon weitaus sinnfreiere Lektüre.


zuletzt bearbeitet 12.06.2013 13:53 | nach oben springen

#117

RE: Stasi-Kinder: Aufwachsen im Überwachungsstaat

in DDR Grenze Literatur 12.06.2013 11:59
von werner | 1.591 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #116
.....wieso soziologische Betrachtung? Frau Lengsfeld und die übrigen erzählen halt ihre Geschichte in diesem Buch.
Da gab es schon weitaus sinnfreiere Lektüre.


Das ist schon richtig, dass die Dame ihre Geschichte erzählt.

Nur bekommt man immer wieder das Gefühl, dass daraus die Geschichte aller oder wenigstens der Mehrzahl der Kinder gemacht werden soll - und das ist einfach nicht richtig. Und das sollte eben auch klargestellt werden.


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
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#118

RE: Stasi-Kinder: Aufwachsen im Überwachungsstaat

in DDR Grenze Literatur 12.06.2013 12:11
von Jobnomade | 1.380 Beiträge

Zitat von GilbertWolzow im Beitrag #115
[quote=Jobnomade|p262534]
"Aber...aber... ich liebe Euch doch alle..."
(Wer den Autor dieser Worte errät, bekommt 100 Punkte )



unser @gert ???



/quote]

Psst... nicht vorsagen, Gilbert.
Ich wollte @Bugsy die Antwort raten lassen - so als kleine Prüfung "Deutsche Geschichte"

Grüsse von Hartmut


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#119

RE: Stasi-Kinder: Aufwachsen im Überwachungsstaat

in DDR Grenze Literatur 12.06.2013 13:20
von Bugsy | 454 Beiträge

Zitat von Jobnomade im Beitrag #118
Zitat von GilbertWolzow im Beitrag #115
[quote=Jobnomade|p262534]
"Aber...aber... ich liebe Euch doch alle..."
(Wer den Autor dieser Worte errät, bekommt 100 Punkte )



unser @gert ???



/quote]

Psst... nicht vorsagen, Gilbert.
Ich wollte @Bugsy die Antwort raten lassen - so als kleine Prüfung "Deutsche Geschichte"

Grüsse von Hartmut


Da muss ich nicht raten, Helmut. Es war doch der liebe Erich (Mielke), der so viel für das Gefühl der Einheit in der DDR tat.

MsG


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#120

RE: Stasi-Kinder: Aufwachsen im Überwachungsstaat

in DDR Grenze Literatur 12.06.2013 14:45
von Jobnomade | 1.380 Beiträge

Zitat von Bugsy im Beitrag #119
Zitat von Jobnomade im Beitrag #118
Zitat von GilbertWolzow im Beitrag #115
[quote=Jobnomade|p262534]
"Aber...aber... ich liebe Euch doch alle..."
(Wer den Autor dieser Worte errät, bekommt 100 Punkte )



unser @gert ???



/quote]

Psst... nicht vorsagen, Gilbert.
Ich wollte @Bugsy die Antwort raten lassen - so als kleine Prüfung "Deutsche Geschichte"

Grüsse von Hartmut


Da muss ich nicht raten, Helmut. Es war doch der liebe Erich (Mielke), der so viel für das Gefühl der Einheit in der DDR tat.

MsG



Hallo @Bugsy,

mit dem Kohl hab ich aber nichts Gemeinsames, nicht mal den Vornamen
Ansonsten - Du hast die 100 Punkte (ich wusste doch, dass Du es weisst )
So, das war jetzt ein bisschen Humor gewesen.
Aber das Zitat von DeMaiziere war ernst gemeint - das ganze Täter-Opfer-Problem wird viel zu wichtig genommen und immer wieder missbraucht, um die Emotionen anzustacheln. Und das Thema "Stasi-Kinder" wird sicher auch viel zu wichtig genommen, wie Du sicher an einigen Reaktionen hier gemerkt hast.
Aber das ist sicher ein generelles Phänomän des Lebens: Mit spektakulären Ausrutschern bekommt man Aufmerksamkeit - die unspektakuläre Normalität wird nicht weiter wahrgenommen.

Gruss Hartmut


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