#61

RE: Kindheit im geteilten Berlin

in Leben an der Berliner Mauer 12.06.2013 19:09
von thomas 48 | 3.568 Beiträge

Habt ihr als Kinder keine Angst vor Fundmunition gehabt?


nach oben springen

#62

RE: Kindheit im geteilten Berlin

in Leben an der Berliner Mauer 12.06.2013 19:18
von icke46 | 2.593 Beiträge

Vielleicht mal als Info, wie der Flakturm Humboldthain heute von aussen aussieht (Quelle: wikipedia):



Bei der Gelegenheit @seaman: In welchem Zeitraum spielten denn Deine Abenteuer im Flakturm? Ich habe in den 60er Jahren als Kind immer mehrere Monate im Jahr in der Hochstraße, die bekanntlich in die Badstraße mündet, gelebt.

Hatte den Flakturm aus den Wohnungsfenstern immer vor Augen - oben war ich allerdings nie.

Gruss

icke



seaman hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 12.06.2013 19:27 | nach oben springen

#63

RE: Kindheit im geteilten Berlin

in Leben an der Berliner Mauer 12.06.2013 19:30
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von thomas 48 im Beitrag #61
Habt ihr als Kinder keine Angst vor Fundmunition gehabt?


Trotz vieler Unfälle die es damit im Nachkriegsdeutschland,sogar im engeren Umfeld gab,wir haben manchmal,trotz intensiver Verbote und Belehrungen, gezielt danach gesucht.
Karabinerpatronen waren das Geringste dabei.Die verrosteten Patronen aufsägen um an das Pulver zu kommen für Experimente....
Oder in den Schraubstock spannen und mit Hammer und Nagel abschiessen.Stielhandgranaten....
Manchmal bekomme ich heute noch Gänsehaut,wenn man bedenkt was passieren konnte.
Zwei Flakgranaten auf dem Gepäckträger von Vaters Fahrrad.Die Fahrt ruckelnd über Kopfsteinpflaster.
Das ganze in Schräglage,weil ich als Knirps noch nicht über die Stange des Herrenrades kam und darunter die Pedale bediente.
Ein besonnener Erwachsener beendete diesen "Munitionstransport" und konfiszierte unsere Beute.
Damals waren wir darüber sogar sauer.....

seaman


exgakl, furry und Svenni1980 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 12.06.2013 19:31 | nach oben springen

#64

RE: Kindheit im geteilten Berlin

in Leben an der Berliner Mauer 12.06.2013 19:33
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von icke46 im Beitrag #62
Vielleicht mal als Info, wie der Flakturm Humboldthain heute von aussen aussieht (Quelle: wikipedia):



Bei der Gelegenheit @seaman: In welchem Zeitraum spielten denn Deine Abenteuer im Flakturm? Ich habe in den 60er Jahren als Kind immer mehrere Monate im Jahr in der Hochstraße, die bekanntlich in die Badstraße mündet, gelebt.

Hatte den Flakturm aus den Wohnungsfenstern immer vor Augen - oben war ich allerdings nie.

Gruss

icke




Bewusst so ab 1955-bis ca.60/61.
seaman


nach oben springen

#65

RE: Kindheit im geteilten Berlin

in Leben an der Berliner Mauer 18.07.2013 12:53
von thomas 48 | 3.568 Beiträge

Hallo Saemann,
bring bitte wieder etwas über deine Kindheit in Berlin.
Wir jüngeren kennen das nicht oder sind wo anders aufgewachsen.
thomas


seaman hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#66

RE: Kindheit im geteilten Berlin

in Leben an der Berliner Mauer 18.07.2013 13:09
von Gohrbi | 573 Beiträge

@saemann...sehr gut erzählt.....meine Erinnerungen an Berlin reichen nur bis Juli61. Ich, der Lümmel vom Land, war oft bei Vaters Schwester in Gatow. Auch war ich noch klein, aber die Erinnerung an die Altstadt von Spandau und das Umfeld von Gatow sind immer noch im Gedächtnis.
Meine ganze Verwandtschaft war in Spandau und Charlottenburg angesiedelt.
Hängen geblieben sind aus diesen Kindertagen im noch nicht (Mauer) geteilten Berlin der Schokoladenladen meiner Tante in Spandau und die tollen Erlebnisse an der Havel um die Villa Lemm herum.


seaman hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#67

RE: Kindheit im geteilten Berlin

in Leben an der Berliner Mauer 20.07.2013 08:23
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von Gohrbi im Beitrag #66
@saemann...sehr gut erzählt.....meine Erinnerungen an Berlin reichen nur bis Juli61. Ich, der Lümmel vom Land, war oft bei Vaters Schwester in Gatow. Auch war ich noch klein, aber die Erinnerung an die Altstadt von Spandau und das Umfeld von Gatow sind immer noch im Gedächtnis.
Meine ganze Verwandtschaft war in Spandau und Charlottenburg angesiedelt.
Hängen geblieben sind aus diesen Kindertagen im noch nicht (Mauer) geteilten Berlin der Schokoladenladen meiner Tante in Spandau und die tollen Erlebnisse an der Havel um die Villa Lemm herum.




Im Herbst gehts hier weiter...

seaman


Svenni1980 und CASI haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 06.10.2013 12:24 | nach oben springen

#68

RE: Kindheit im geteilten Berlin

in Leben an der Berliner Mauer 06.10.2013 12:24
von seaman | 3.487 Beiträge
nach oben springen

#69

RE: Kindheit im geteilten Berlin

in Leben an der Berliner Mauer 06.10.2013 14:44
von thomas 48 | 3.568 Beiträge

Ich freu mich schon auf deine Berichte.
Ich vermute hier lesen ja noch andere ältere Berliner mit.
Meine Fragen lauten immer
Was geschah genau am 13.8.61, in wie viele Stunden war die Mauer aufgebaut? Wann haben die Ostberliner ,die am 13.8 in Westberlin waren,gemerkt das sie nicht wieder zurück konnten.? Was geschah mit den Familienangehörigen und den Wohnungen in O.-B.? Hatte der Senat neue Wohnungen für die vielen Menschen.?
Ich lese immer alles über die Maße der Mauer und über die Maueropfer, nur über die normalen Berliner lese ich nichts


seaman, eisenringtheo und Küchenbulle 79 haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#70

RE: Kindheit im geteilten Berlin

in Leben an der Berliner Mauer 06.10.2013 16:39
von eisenringtheo | 9.162 Beiträge

Zitat von thomas 48 im Beitrag #69
Ich freu mich schon auf deine Berichte.
Ich vermute hier lesen ja noch andere ältere Berliner mit.
Meine Fragen lauten immer
Was geschah genau am 13.8.61, in wie viele Stunden war die Mauer aufgebaut? Wann haben die Ostberliner ,die am 13.8 in Westberlin waren,gemerkt das sie nicht wieder zurück konnten.? Was geschah mit den Familienangehörigen und den Wohnungen in O.-B.? Hatte der Senat neue Wohnungen für die vielen Menschen.?
Ich lese immer alles über die Maße der Mauer und über die Maueropfer, nur über die normalen Berliner lese ich nichts


Mit der "Mauer" begann man am 15. August 1961 und sie wurde eine Dauerbaustelle.
http://www.berliner-mauer.de/drei-genera...generation.html
Zur anderen Frage: Vom 13. August 1961 benötigten Bürger der DDR zur Ausreise eine Genehmigung der Volkspolizei, Einreise in die DDR war für Bürger DDR jederzeit möglich. Bürger von Westberlin konnten weiterhin ein- und ausreisen, jedoch nur bis zum 23. August 1961, da man sich in West und Ost nicht über die Reisemodalitäten einig war: Die DDR wollte die Einreisegenehmigungen in Büros in Westberlin ausgeben, das erlaubte Westberlin und die Westalliierten aber nicht.
http://www.hdg.de/lemo/html/dokumente/Di...rbau/index.html
Theo


nach oben springen

#71

RE: Kindheit im geteilten Berlin

in Leben an der Berliner Mauer 06.10.2013 17:06
von Heckenhaus | 5.120 Beiträge

Zitat von thomas 48 im Beitrag #69
Ich freu mich schon auf deine Berichte.
Ich vermute hier lesen ja noch andere ältere Berliner mit.
Meine Fragen lauten immer
Was geschah genau am 13.8.61, in wie viele Stunden war die Mauer aufgebaut? Wann haben die Ostberliner ,die am 13.8 in Westberlin waren,gemerkt das sie nicht wieder zurück konnten.? Was geschah mit den Familienangehörigen und den Wohnungen in O.-B.? Hatte der Senat neue Wohnungen für die vielen Menschen.?
Ich lese immer alles über die Maße der Mauer und über die Maueropfer, nur über die normalen Berliner lese ich nichts


Wir wohnten damals ca 400m von der Grenze entfernt in Berlin-Schönholz (Osten) . Am 12.8.61 waren meine Eltern noch im Kino BALI am S-Bhf. Schönholz im Westen. Nach ihren Erzählungen waren bereits Bewegungen an der Grenze zu erkennen, als sie zurückkamen.
Am 13.8. ging nichts mehr. Straßen waren komplett gesperrt, Grenzposten standen in kurzen Abständen entlang der Demarkationslinie und versuchten,
anfangs noch mit mäßigem Erfolg, jeglichen Kontakt über die Grenze zu unterbinden. Innerhalb weniger Tage aber wurden Stacheldrahtzäune gezogen,
und auch alle sonstigen Schlupflöcher, Dächer ect. versuchte man, unpassierbar zu machen.
Es gelang zwar noch hin und wieder, das die Menschen am Zaun miteinander sprechen konnten, kleine Geschenke hindurchgereicht wurden, aber
schon bald war es dann verboten, direkt bis an den Zaun zu gehen.
Ich konnte in der Folgezeit vom Balkon im 3. Stock aus beobachten, wie die Kleingartenanlage entlang der Bahnanlagen zwischen Frühlingstraße und
Klemkestraße planiert wurde, die Unterführung Klemkestraße mit Betonplatten verbaut wurde.
Meine bis dato regelmäßigen Besuche bei der Großtante im Wedding in der Nähe der Badstraße wurden unmöglich, keine Schulferien mehr bei ihr ,
ich wurde 1961 12 Jahre alt !
Kein Kino mehr, keine Micky Maus Hefte mehr, keine Ausflüge zum Strandbad Tegel oder in den Zoo, nichts mehr.
Die S-Bahn-Verbindung von Schönholz über Gesundbrunnen war nicht mehr erreichbar, eine Fahrt zum Alexanderplatz, früher über Friedrichstraße, wurde
zur Weltreise mit Bus und Straßenbahn. Gleiches galt für Verwandtenbesuche in Buch, einst über Bornholmer Straße möglich, jetzt mit Bus bis Weissensee, umsteigen und weiter mit Bus bis Buch.
Dazu kam dann nach wenigen Wochen die totale Abdichtung der Grenze, auch Westberlinern war es dann für Jahre unmöglich, zu Besuch zu kommen.
Bis dann nach Jahren die ersten Passierscheinabkommen für wenigstens einseitige Besuche sorgten.


.
.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
.
Gert, seaman und Küchenbulle 79 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 06.10.2013 17:07 | nach oben springen

#72

RE: Kindheit im geteilten Berlin

in Leben an der Berliner Mauer 07.10.2013 14:53
von thomas 48 | 3.568 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #70
Zitat von thomas 48 im Beitrag #69
Ich freu mich schon auf deine Berichte.
Ich vermute hier lesen ja noch andere ältere Berliner mit.
Meine Fragen lauten immer
Was geschah genau am 13.8.61, in wie viele Stunden war die Mauer aufgebaut? Wann haben die Ostberliner ,die am 13.8 in Westberlin waren,gemerkt das sie nicht wieder zurück konnten.? Was geschah mit den Familienangehörigen und den Wohnungen in O.-B.? Hatte der Senat neue Wohnungen für die vielen Menschen.?
Ich lese immer alles über die Maße der Mauer und über die Maueropfer, nur über die normalen Berliner lese ich nichts


Mit der "Mauer" begann man am 15. August 1961 und sie wurde eine Dauerbaustelle.
http://www.berliner-mauer.de/drei-genera...generation.html
Zur anderen Frage: Vom 13. August 1961 benötigten Bürger der DDR zur Ausreise eine Genehmigung der Volkspolizei, Einreise in die DDR war für Bürger DDR jederzeit möglich. Bürger von Westberlin konnten weiterhin ein- und ausreisen, jedoch nur bis zum 23. August 1961, da man sich in West und Ost nicht über die Reisemodalitäten einig war: Die DDR wollte die Einreisegenehmigungen in Büros in Westberlin ausgeben, das erlaubte Westberlin und die Westalliierten aber nicht.
http://www.hdg.de/lemo/html/dokumente/Di...rbau/index.html
Theo


nach oben springen

#73

RE: Kindheit im geteilten Berlin

in Leben an der Berliner Mauer 07.10.2013 15:15
von thomas 48 | 3.568 Beiträge

Das interessiert mich sehr, du bist der richtige Zeitzeuge.
Nur mal angenommen,dein Vater hätte vom 12-13 nachtschicht in W.-B. gehabt. Was wäre mit deiner Mutter und mit dir als Kind passiert? Hätte sich deine Mutter scheiden lassen?
Warst du als Kind auf andere Kinder neidisch weil die alles aus W.-B. hatten
Ich war mit meinen Eltern ca 1959-61 eine Woche im Sommer in Berlin-Pankow bei Arbeitskollegen vom Vater, dort hatten kleine Jungs Maschinenpistolen die richtig geschossen hatten, aus dem Lauf kamen Funken raus. Ich war richtig neidisch!!!
Meine Eltern waren damals im Kino in WB und sahen ,,ein Glas Wasser,,
Wenn du dich für die Geschichte von Berlin interessertst, dann siehe bei
ansichtskartenversand nach. In dem Berliner Geschäft gibt es sehr viele alte Karten von deiner Stadt


nach oben springen

#74

RE: Kindheit im geteilten Berlin

in Leben an der Berliner Mauer 16.10.2013 07:52
von seaman | 3.487 Beiträge

Das geteilte Berlin mit offener Grenze.Die Stadt meiner Kindheit und Jugend bis zum Frühjahr 1961.
Manche hier im Forum haben den nickname Grenzgänger,Wanderer zwischen zwei Welten o.ä. gewählt.Das sind für mich vertraute Begriffe da diese zu meinem Sprachschatz seit frühester Kindheit gehörten.Ein Teil der Arbeitskollegen meines Vaters kamen damals aus dem Ostteil der Stadt Berlins.Es blieb dabei nicht aus,dass man sich auch im privaten Bereich näher kannte.Gemeinsame Familienfeiern,mal in West mal in Ost veranstaltet,waren auch unter den damaligen Bedingungen nach den Kriegsfolgen üblich.
Natürlich wurde dabei auch über Politik gesprochen,bei denen wir als Kinder prophylaktisch weggeschickt wurden und sowieso noch nichts verstanden hätten.Später lauschte man mal dabei,der Reiz des Verbotenen.
Als Kinder spielten wir mit den Gleichaltrigen der "anderen Seite" wie selbstverständlich und haben uns sozusagen altersgemäss die Unterschiede in dieser Stadt erklärbar gemacht.Dabei wurden für uns ohne Vorbehalte Dinge verständlich,bei denen die Erwachsenenwelt noch zu knabbern hatte.Diese Phänomen erlebte ich auch später bei Kindern von Botschaftern,Konsulatsangehörigen u.ä. ,die im Ausland mit den einheimischen Kindern täglichen Umgang pflegten.Sie hatten manches wie selbstverständlich spielend begriffen,bei denen Erwachsene noch praktische Erfahrungen machen mussten.
-------------------------------------------------------------------------------------
Die Grenzgänger von Ost nach West und aber auch von West nach Ost unterlagen so gut wie keinen Regeln.Die D-Mark schaffte in erster Linie Probleme bei dieser Situation für die Betroffenen.Die Stadtoberen Ost wie West schufen auf Grund ihrer politischen Verfeindung keine einheitlichen Richtlinien für diese Berliner Bürger.Nicht mal auf der untersten Ebene wurde verhandelt.
So regelte sich dieses Problem fast im Selbstlauf.
In Westberlin wurde eine sogenannte Lohnausgleichskasse geschaffen.Hier wurde für die "Grenzgänger"beider Seiten ein Umtauschsystem installiert.Man muss sich das in etwa so vorstellen:
Ab 1949 wurde Westberlinern die im Ostteil Berlins arbeiteten 60 % der Ostmarkbezüge in D-Mark umgetauscht,allerdings nur bis zu einer Obergrenze bis 200 DM.Dieser Satz veränderte sich dann 1953!! auf 90 %,Obergrenze 350 DM.
Dieses galt nur für Westberliner die im Ostteil Berlins arbeiteten ---das Umland zählte nicht.Das war mit einigen Härten verbunden,denn gerade an den willkürlich gezogenen Sektorengrenzen waren viele landwirtschaftliche Bereiche,gewachsene Strukturen,die zerschnitten wurden samt ihres Arbeitskräftereservoirs.
Auch waren einige Regelungen seit 1949 schon dem Kalten Krieg geschuldet.
Rigoros von dieser Begünstigung der Lohnausgleichskasse ausgeschlossen warenz.b.Westberliner,die bei staatlichen Einrichtungen der DDR arbeiteten.Auf dieser Ausschlussliste befnden sich unter anderem die HO,Rundfunk,staatliche Bühnen,die Akademien und natürlich SED,FDJ,FDGB ,Sternwarte,staatliche Museen und städtische Betriebe Ost.

Wie sah das mit den Ostberliner "Grenzgängern"aus?

Bei den Ostberlinern die im Westteil arbeiteten wurden 30 der Bezüge in Westmark ausgezahlt.Für die,die in den Anfangsjahren im Ostteil noch Lebensmittelkarten bekamen,waren nur 10% Umtausch in West möglich.
Das in dieser Grauzone sich auch viele andere Verdienstmöglichkeiten ergaben,spricht für die Erfindungsgabe der Berliner und der praktischen
Notwendigkeit die Teilung dieser Stadt (über)lebenswert zu machen.
So manches Häuschen im Westteil......

Grenzgänger waren Wanderer zwischen zwei Welten.

seaman


Gert und exgakl haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#75

RE: Kindheit im geteilten Berlin

in Leben an der Berliner Mauer 16.10.2013 08:17
von eisenringtheo | 9.162 Beiträge

Zitat von seaman im Beitrag #74
(...)
Bei den Ostberlinern die im Westteil arbeiteten wurden 30% der Bezüge in Westmark ausgezahlt.Für die,die in den Anfangsjahren im Ostteil noch Lebensmittelkarten bekamen,waren nur 10% Umtausch in West möglich.
Das in dieser Grauzone sich auch viele andere Verdienstmöglichkeiten ergaben,spricht für die Erfindungsgabe der Berliner und der praktischen
(...)

seaman

Die DDR Propaganda jener (Vormauer-)Zeit redete immer von "Abwerbung", wenn es um die Flüchtlingszahlen geht. Es kann schon sein, dass der eine oder andere junge Grenzgänger Wohnungsannoncen gelesen hat. Und bei einer passenden Wohnung nach Westberlin umgezogen ist, um mehr Lohn oder Gehalt in D-Mark West zu erhalten.
Theo


seaman hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#76

RE: Kindheit im geteilten Berlin

in Leben an der Berliner Mauer 16.10.2013 08:56
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #75
Zitat von seaman im Beitrag #74
(...)
Bei den Ostberlinern die im Westteil arbeiteten wurden 30% der Bezüge in Westmark ausgezahlt.Für die,die in den Anfangsjahren im Ostteil noch Lebensmittelkarten bekamen,waren nur 10% Umtausch in West möglich.
Das in dieser Grauzone sich auch viele andere Verdienstmöglichkeiten ergaben,spricht für die Erfindungsgabe der Berliner und der praktischen
(...)

seaman

Die DDR Propaganda jener (Vormauer-)Zeit redete immer von "Abwerbung", wenn es um die Flüchtlingszahlen geht. Es kann schon sein, dass der eine oder andere junge Grenzgänger Wohnungsannoncen gelesen hat. Und bei einer passenden Wohnung nach Westberlin umgezogen ist, um mehr Lohn oder Gehalt in D-Mark West zu erhalten.
Theo


lieber Theo, zwischen 1949 und dem Mauerbau am 13.August 1961 haben 3,9 Millionen Bürger der DDR das Land für immer verlassen und sind in den Westteil D's gezogen. Sage mir mal wo die Werbeagentur gesessen hat, die diese gewaltige Menschenmenge abgeworben hat und vor allem mit welchen Mitteln ? Diese Agentur hat sich den Nobelpreis für Abwerbung verdient


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
nach oben springen

#77

RE: Kindheit im geteilten Berlin

in Leben an der Berliner Mauer 16.10.2013 09:43
von eisenringtheo | 9.162 Beiträge

Ein besseres Leben in wirtschaftlicher und politischer Freiheit, war es was viele wollten. Aus Sicht der DDR war die massive Abwanderung in den Westen der Grund für den schlechten Zustand der DDR. Und dieser war wiederum Ursache für die Abwanderung in den Westen: Ein Teufelskreis! Mit den Massnahmen vom 13. August 1961 konnte man zwar die Abwanderung stoppen, aber der erhoffte Aufschwung ist nicht eingetreten und das westliche Lebensniveau wurde nie auch nur ansatzweise erreicht.
Theo


thomas 48 und 4.Zug 4.Kompanie GAR-40 haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#78

RE: Kindheit im geteilten Berlin

in Leben an der Berliner Mauer 16.10.2013 10:33
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #77
Ein besseres Leben in wirtschaftlicher und politischer Freiheit, war es was viele wollten. Aus Sicht der DDR war die massive Abwanderung in den Westen der Grund für den schlechten Zustand der DDR. Und dieser war wiederum Ursache für die Abwanderung in den Westen: Ein Teufelskreis! Mit den Massnahmen vom 13. August 1961 konnte man zwar die Abwanderung stoppen, aber der erhoffte Aufschwung ist nicht eingetreten und das westliche Lebensniveau wurde nie auch nur ansatzweise erreicht.
Theo

@eisenringtheo Einspruch euer Ehren, nach meiner Überzeugung war der Grund für den schlechten wirtschaftlichen Zustand der DDR in den 50 er Jahren die katastrophale Wirtschaftspolitik der SED , beruhend auf den marxistisch/leninistischen Lehren . Die Unfähigkeit, eine für die Bürger funktionierende Wirtschaft aufzubauen war der Grund für die Massenflucht . Ich denke so herum wird ein Schuh daraus. Ich kann mich noch gut an das karge und ärmliche Leben in dieser Zeit dort erinnern. Meine Mutter seufzte jeden Tag , was koch ich heute für die Familie. Eingroßes Problem war für meine Eltern auch (wir war ein 4 Kinder ) Kinderkleidung zu bekommen. Ich weiß ich trug Schuhe aus Schweinsleder . Das ist so schrecklich weil knochenhart und es wird auch nicht weicher beim Tragen.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
nach oben springen

#79

RE: Kindheit im geteilten Berlin

in Leben an der Berliner Mauer 16.10.2013 11:00
von eisenringtheo | 9.162 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #78
Zitat von eisenringtheo im Beitrag #77
Ein besseres Leben in wirtschaftlicher und politischer Freiheit, war es was viele wollten. Aus Sicht der DDR war die massive Abwanderung in den Westen der Grund für den schlechten Zustand der DDR. Und dieser war wiederum Ursache für die Abwanderung in den Westen: Ein Teufelskreis! Mit den Massnahmen vom 13. August 1961 konnte man zwar die Abwanderung stoppen, aber der erhoffte Aufschwung ist nicht eingetreten und das westliche Lebensniveau wurde nie auch nur ansatzweise erreicht.
Theo

@eisenringtheo Einspruch euer Ehren, nach meiner Überzeugung war der Grund für den schlechten wirtschaftlichen Zustand der DDR in den 50 er Jahren die katastrophale Wirtschaftspolitik der SED (...)


Ja das sehe ich genau so. Denn wenn es so gewesen wäre, wie es die DDR einschätzte, hätte es nach dem Mauerbau einen Riesenaufschwung geben müssen. Aber die SED war etwas wie die Kühe in Indien: unantastbar. Nur ein Beispiel: Als ich1984 zum erstenmal in der DDR war, las ich natürlich mit grossem Interesse die "Lausitzer Rundschau". Zu meiner Überraschung gab es durchaus kritische Berichte und Leserbriefe zu örtlichen Problemen (Löcher in den Strassen, Versorgungsengpässe, schlechte Bausaubstanz). Oft auch Kritik an Lokalpolitiker. Und was war die Forderung: Besserung muss hier... und zwar von seiten der Partei. (Auch) namentlich erwähnte Parteivertreter haben Besserung zugesagt "und "Massnahmen" eingeleitet, die "rasch" wirksam werden. Dieses Prinzip in der DDR (und wohl allen sozialistischen Ländern) hat mich beeindruckt: Das heisst doch: Leute machen Fehler, das ist eben so, aber es gibt noch die Partei, die denkt und lenkt . Und dass die Partei Fehler macht, ist ausgeschlossen.

Theo


Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#80

RE: Kindheit im geteilten Berlin

in Leben an der Berliner Mauer 16.10.2013 11:16
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #79
Zitat von Gert im Beitrag #78
Zitat von eisenringtheo im Beitrag #77
Ein besseres Leben in wirtschaftlicher und politischer Freiheit, war es was viele wollten. Aus Sicht der DDR war die massive Abwanderung in den Westen der Grund für den schlechten Zustand der DDR. Und dieser war wiederum Ursache für die Abwanderung in den Westen: Ein Teufelskreis! Mit den Massnahmen vom 13. August 1961 konnte man zwar die Abwanderung stoppen, aber der erhoffte Aufschwung ist nicht eingetreten und das westliche Lebensniveau wurde nie auch nur ansatzweise erreicht.
Theo

@eisenringtheo Einspruch euer Ehren, nach meiner Überzeugung war der Grund für den schlechten wirtschaftlichen Zustand der DDR in den 50 er Jahren die katastrophale Wirtschaftspolitik der SED (...)


Ja das sehe ich genau so. Denn wenn es so gewesen wäre, wie es die DDR einschätzte, hätte es nach dem Mauerbau einen Riesenaufschwung geben müssen. Aber die SED war etwas wie die Kühe in Indien: unantastbar. Nur ein Beispiel: Als ich1984 zum erstenmal in der DDR war, las ich natürlich mit grossem Interesse die "Lausitzer Rundschau". Zu meiner Überraschung gab es durchaus kritische Berichte und Leserbriefe zu örtlichen Problemen (Löcher in den Strassen, Versorgungsengpässe, schlechte Bausaubstanz). Oft auch Kritik an Lokalpolitiker. Und was war die Forderung: Besserung muss hier... und zwar von seiten der Partei. (Auch) namentlich erwähnte Parteivertreter haben Besserung zugesagt "und "Massnahmen" eingeleitet, die "rasch" wirksam werden. Dieses Prinzip in der DDR (und wohl allen sozialistischen Ländern) hat mich beeindruckt: Das heisst doch: Leute machen Fehler, das ist eben so, aber es gibt noch die Partei, die denkt und lenkt . Und dass die Partei Fehler macht, ist ausgeschlossen.

Theo

Lied funktioniert nicht wegen dieser verd.. GEMA (Gesellschaft kassiert Urhebergebühren für Musik )


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
nach oben springen


Ähnliche Themen Antworten/Neu Letzter Beitrag⁄Zugriffe
Bilder aus der Kindheit
Erstellt im Forum DDR Zeiten von PKE
8 08.06.2016 18:59goto
von PKE • Zugriffe: 1186
Dokumentation Berliner-Mauer
Erstellt im Forum Fragen und Antworten zur Berliner Mauer von bendix
4 03.11.2013 17:38goto
von West_Tourist • Zugriffe: 1316
Wenn Berlin nicht in Sektoren aufgeteilt gewesen wäre
Erstellt im Forum Fragen und Antworten zur Berliner Mauer von nimmnix
33 18.08.2013 13:54goto
von Ari@D187 • Zugriffe: 2563
Freies Schussfeld mitten in Berlin
Erstellt im Forum Leben an der Berliner Mauer von Angelo
22 29.10.2013 18:46goto
von andyman • Zugriffe: 3528
Ost-Berlins letzter MfS-Chef Siegfried Hähnel ist tot
Erstellt im Forum DDR Politik Presse von Angelo
23 23.09.2010 21:55goto
von Feliks D. • Zugriffe: 3998
Mein Deutschland-Geteilte Heimat 3-Teiler "MDR" 22.06.10 20.15 Uhr
Erstellt im Forum Videos aus dem Alltag und Leben der DDR von kinski112
0 17.06.2010 10:47goto
von kinski112 • Zugriffe: 1188
Ein Buch über Menschen, die über die Berliner Mauer geklettert sind. Von West nach Ost wohlgemerkt.
Erstellt im Forum Leben an der Berliner Mauer von Augenzeuge
2 24.02.2010 12:09goto
von dein1945 • Zugriffe: 1120
Berlin feiert Mauerfall vor 20 Jahren
Erstellt im Forum Das Ende der DDR von Angelo
1 09.11.2009 18:32goto
von FSK-Veteran • Zugriffe: 198
100 Jahre - Der Countdown 90 - 1989 - Das Wunder von Berlin
Erstellt im Forum Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze von Angelo
47 04.09.2009 23:40goto
von Augenzeuge • Zugriffe: 1767

Besucher
21 Mitglieder und 67 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: loryglory
Besucherzähler
Heute waren 1577 Gäste und 124 Mitglieder, gestern 3414 Gäste und 170 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 14360 Themen und 557202 Beiträge.

Heute waren 124 Mitglieder Online:

Besucherrekord: 589 Benutzer (24.10.2016 20:54).

Xobor Ein eigenes Forum erstellen