#121

RE: Eine Reise an die deutsch-polnische Grenze

in Mythos DDR und Grenze 18.09.2014 20:11
von Kurt | 933 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #115
Zitat von furry im Beitrag #114
Welche Funktion hatte die Plattenstraße auf dem ersten Bild?


Bis 1945 verkehrte an dieser Stelle eine Fähre. Die nach dem Krieg den Dienst einstellte. Da die Oder fortan die Grenze zu Polen bildete. So viel ich weiß sind die Fahrzeuge über diese Straße bis zum Haltepunkt der Fähre gefahren.

Gruß Uwe


Hallo @ABV ,

Gerade eben habe ich meinen Vater kontaktiert, welcher dort 1958 bis Anfang 1961 Grenzer war. Die Betonplatten lagen am bis zum Ende seiner Dienstzeit dort noch nicht. Diese Art der Befestigung erfolgte erst später.

Viele Grüße in's Oderbruch,

Kurt


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#122

RE: Eine Reise an die deutsch-polnische Grenze

in Mythos DDR und Grenze 19.09.2014 07:10
von ABV | 4.202 Beiträge

Danke @Kurt. Ich werde mich mal rumhören, wann und zu welchem Zweck die Dinger verlegt wurden.

Gruß Uwe


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#123

RE: Eine Reise an die deutsch-polnische Grenze

in Mythos DDR und Grenze 19.09.2014 07:24
von Kurt | 933 Beiträge

Hallo Uwe,

Danke! Das wäre mal interessant zu wissen, ob es eine "zivile Straße" war oder ob sie militärischen Übungen dienen sollte/gedient hat.

Viele Grüße,

Kurt


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#124

RE: Eine Reise an die deutsch-polnische Grenze

in Mythos DDR und Grenze 19.09.2014 07:35
von ABV | 4.202 Beiträge

Hallo Freunde!
Ich möchte mal noch etwas zum deutsch-polnischen Verhältnis loswerden. Das bekanntlich von der Vergangenheit nicht unbelastet ist. Vorsichtig ausgedrückt. Solche Dinge wie 1981 an der Oder geschehen, waren damals durchaus kein Einzelfall. Jeder Oder-Angler verfügte im Laufe der Zeit über ein gehöriges Sammelsurium an polnischen Schimpfworten. Die immer mal wieder vom anderen Ufer herüber geworfen wurden. Ich habe auch selbst erlebt, dass bei einer Polenreise, Ende der siebziger Jahre, ein polnischer Bauer " Faschist" brüllte und den "Hitlergruß" präsentierte. Alle diese Vorfälle sind ganz sicher nicht ohne Grund geschehen. Den Grund dafür haben wir Deutschen gelegt. Ohne wenn und aber!!!
Seit über zwanzig Jahren bin ich des Öfteren im Nachbarland unterwegs. Seit fast sieben Jahren berufsbedingt beinahe täglich. Ich habe, ebenfalls beruflich bedingt, beinahe jeden Tag mit Polen zu tun. Solche Dinge wie Ende der siebziger Jahre oder Anfang der achtziger Jahre geschehen, habe ich schon seit langem nicht mehr erlebt! Dafür aber viel Freundschaft und Kollegialität. Die Zeiten haben sich sehr zum positiven verändert. Wobei, bedingt durch die Grenzkriminalität, Rückschläge nicht auszuschließen sind.
Eines sollte uns Ex-DDR-Bürgern aber auch zu denken geben: Für die Polen waren wir DDR-Bürger die "schlechteren Deutschen". Das lag nicht an der "weichen Ost-Mark". Sondern das gewisse Dinge in der DDR-Gesellschaft bei den Polen Assoziationen an die NS-Zeit weckten. Die DDR galt als stramm militärisch. Geradezu preußisch. Wobei Preußen in der polnischen Geschichte ähnlich schlecht besetzt ist, wie Hitler-Deutschland.
Andere berichten von DDR-Zöllnern oder Grenzern, die sich bei den Kontrollen benommen hätten " wie KZ-Wärter an der Rampe".
Das mag übertrieben klingen. Ist aber nicht ohne gewisse Berechtigung. Zu dem eine gewisse Überheblichkeit gegen polnische Bürger gepaart mit sattsam bekannten Vorurteilen, noch immer in der deutschen Bevölkerung, insbesondere im Grenzgebiet, vorhanden ist.
Wer das nicht glaubt, kann ja mal in den Orten rings um Seelow das Gespräch mit Anwohnern suchen. Man ist erstaunt, um nicht zu sagen geschockt, was einem dort an " verbalen Köstlichkeiten" geboten wird.

Gruß an alle
Uwe


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#125

RE: Eine Reise an die deutsch-polnische Grenze

in Mythos DDR und Grenze 19.09.2014 11:14
von Sperrbrecher | 1.654 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #124

Andere berichten von DDR-Zöllnern oder Grenzern, die sich bei den Kontrollen benommen hätten " wie KZ-Wärter an der Rampe".
Das mag übertrieben klingen. Ist aber nicht ohne gewisse Berechtigung. Zu dem eine gewisse Überheblichkeit gegen polnische Bürger gepaart mit sattsam bekannten Vorurteilen, noch immer in der deutschen Bevölkerung, insbesondere im Grenzgebiet, vorhanden ist.
Wer das nicht glaubt, kann ja mal in den Orten rings um Seelow das Gespräch mit Anwohnern suchen. Man ist erstaunt, um nicht zu sagen geschockt, was einem dort an " verbalen Köstlichkeiten" geboten wird.

Doch, ich glaube das und kann es auch bestätigen.
Das Image der DDR-Grenzer und -Zöllner war bei den Polen noch schlechter, als bei den West-Deutschen.


Wie war die allgemeine Stimmung in der DDR ? Sie hielt sich in Grenzen !


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#126

RE: Eine Reise an die deutsch-polnische Grenze

in Mythos DDR und Grenze 19.09.2014 11:23
von thomas 48 | 3.568 Beiträge

ich war 1969 in den Beskiden.
die Wörter ,,junge Faschisten,, kenne ich auch
th.


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#127

RE: Eine Reise an die deutsch-polnische Grenze

in Mythos DDR und Grenze 21.09.2014 18:25
von Kurt | 933 Beiträge

Hallo @ABV ,

Der T34 in Kienitz wird gerade saniert.
Schön, daß es Mitbürger gibt, welche die Erinnerung pflegen.

Gruß, Kurt


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zuletzt bearbeitet 21.09.2014 18:27 | nach oben springen

#128

RE: Eine Reise an die deutsch-polnische Grenze

in Mythos DDR und Grenze 24.10.2014 17:58
von ABV | 4.202 Beiträge

Santok (Zantoch).- [b]" Wachturm und Schlüssel Polens

Santok, das frühere deutsche Zantoch, liegt ungefähr siebzig Kilometer nordöstlich von der heutigen deutsch-polnischen Staatsgrenze entfernt. Dennoch ist wohl kein Ort mehr mit der Geschichte der im Laufe der Jahrhunderte immer wieder verschobenen Trennlinie zwischen Deutschen und Polen verbunden, als dieses Santok. Das auf dem ersten Blick nichts weiter als ein verschlafenes Nest ist. Allerdings in malerischer Lage. Direkt am Zusammenfluss von Notec (Netze) und Wartha ( Warthe). Umgeben von Hügeln. Die einen wunderschönen Ausblick weit ins Land hinein gestatten.
[[File:DSCF6360 (FILEminimizer).JPG|none|fullsize]]

Diese Lage kann jedoch auch ein Fluch sein. Weil sie Militärstrategen bekanntlich auf die Idee bringt, gerade an dieser Stelle Verteidigungsanlagen zu errichten. Die, im Fall eines Krieges, besonders heftig umkämpft werden. Santok war bereits in der Römerzeit besiedelt. Schon früh prangten auf den Hügeln über dem Zusammenfluss der beiden Flüsse, mächtige Trutzburgen. Archäologische Ausgrabungen förderten später sage und schreibe Spuren von zwölf übereinander liegender Burganlagen zu Tage. Die immer wieder zerstört und wieder aufgebaut wurden. Über so viel Langmut kann man eigentlich nur den Hut ziehen!
Richtig spannend wird das ganze im frühen Mittelalter. Ab dem 10. Jahrhundert. In dem der noch polnische Staat die Bühne der Geschichte betrat. Und nach Westen expandierte. Bis weit über Oder und Neiße hinaus. Santok erlebte damals eine Art Zweiteilung: in einen polnischen und einen pommerschen Teil. Wobei mit Pommern nicht die uns heute bekannten Bewohner des Landes zwischen der Uckermark und dem eigentlichen Mecklenburg, gemeint sind. Sondern ein eigener slawischer Volksstamm. Der lange vor Deutschen und Polen in der heutigen Grenzregion lebte.
Um den Besitz von Santok tobten immer wieder heftige Kämpfe. 1251 erschien zum Beispiel der Pommernherzog Barnim, der Legende nach ein echter Haudegen, mit seinen Heerscharen in Santok. Das zu dieser Zeit noch Stadtrecht besaß und fest im Fürstentum Groß-Polen verankert war.
Nach langen verlustreichen Kämpfen zogen die Pommern von dannen.
Kurz darauf erschienen die sich gerade mitten in der " Ostexpansion" befindlichen Deutschen in dem Gebiet. Durch Landkauf, hin und wieder auch unter Anwendung von Gewalt, schoben unsere Vorväter die deutsche Ostgrenze mal eben bis in die Gegend von Santok vor. Das den deutschen Eroberern schon damals reichlich bedrohlich vorgekommen sein muss. Gründeten diese doch eigens als Gegenstück, nur zehn Kilometer entfernt, die Stadt Landsberg an der Warhe. Heute Gorzow Wielkopolski. Hauptstadt der Wojewodschaft Lubuski.
Damit wurde die Gegend um Santok zum Grenzgebiet zwischen Deutschen und Polen. Markgraf Johann I. von Brandenburg, dem das Land zwischen Oder und Warte nun mehr gehörte, wollte auch in den Besitz von Santok kommen. Anders als sein glückloser Kollege von der Pommernfraktion, griff Johann zu subtileren Mitteln. Schließlich sind wir Brandenburger als helle Köpfe bekannt! Jedenfalls heller als die Pommern. Listigerweise verheiratete er einfach seine Tochter mit dem Sohn des Fürsten von Großpolen. Santok fiel, als Hochzeitsgeschenk, an Brandenburg. Es geht eben auch ohne Gewalt!
Zumindest für eine gewisse Zeit. Dann ging der Trouble zwischen Groß-Polen und Brandenburg wieder los. Was nicht gerade für die Qualität des Fräulein Braut spricht. 1278 gehörte Santok wieder zu Polen. Achtzehn Jahre später wehte der jedoch wieder rote Adler von Brandenburg über der Festung. Bis ins Achtzehnte Jahrhundert hinein gab Polen seinen Anspruch auf Santok nicht auf. Obwohl sich die Brandenburger mittlerweile festsetzten, wurde in Polen weiterhin ein Kastellan von Santok gewählt! " Wachturm und Schlüssel des polnischen Reiches", so nannte man in der polnischen Mythologie den Ort noch immer. Obwohl Santok, dass nun Zantoch hieß, zu einem bedeutungslosen Nest mutierte. Während das nahe Landsberg im Laufe der Jahrhunderte immer mehr prosperierte. Ein ähnliches Schicksal ereilte im Mittelalter einer weiteren, ehemals zum Großpolnischen Reich gehörenden Stadt: der früheren Bischofsstadt Lebus. Um dessen Besitz sich Polen und Deutsche blutige Schlachten schlugen.
Für das sich nach der Gründung des benachbarten Frankfurt (Oder), binnen kurzer Zeit jedoch keine Sau mehr interessierte.
Aber wieder zurück zu Zantoch. Das seit 1945 wieder Santok heißt. Mich hatte dieser Ort schon immer brennend interessiert. An einem schwül-heißen Julitag im Jahre 2011 war es dann soweit. Mit meiner Lebensabschnittsbevollmächtigten und den zwei Hunden an Bord, ging es nach Santok.
Das wir nach einer Stunde Fahrt, schweißtriefend aber ohne Vorkommnisse, erreichten. Oben von einem Berg hoch über dem Dorf, grüßte ein altehrwürdiger Turm. Da musste ich unbedingt hinauf! Dort wehte der Mantel der Geschichte. Meine LABV winkte sofort ab. Denn außer dem erwähnten " Mantel der Geschichte" wehte an diesem Tag gar nichts. Die feuchte, von unzähligen Mücken durchzogene Luft stand wie eine Wand. Zur Begrüßung zelebrierten Millionen Frösche in der Wartha für uns ein quakendes Begrüßungskonzert.
" Also, wenn du auf den Berg willst, dann gehe. Aber ohne mich", quakte, äh stöhnte meine LABV. Die es vorzog mit Hund Nummer 1 ( Yorkshireterrier Shorty) am Flussufer zu bleiben. Während ich mich mit Hund Nummer 2 ( Promenadenmischung Charly auf der Suche nach dem auf den Berg führenden Pfad machte.
Im Dorf schaute ein schmächtiger Mann aus dem Fenster eines bereits arg in die Jahre gekommenen, sanierungsbedürftigen Hauses. Meine polnischen Sprachkenntnisse zusammenkratzend, erkundigte ich mich höflich nach dem Weg. " Ach du willst zum Palast hoch", sagte der Mann erstaunt. Erst jetzt bemerkte ich, dass er, obwohl die Sonne noch nicht einmal im Süden stand, total betrunken war. Immerhin konnte mir der Pole noch den Weg erklären. Woran sich die Frage, " was ich dort eigentlich wollte" und die Aufforderung " lieber mit ihm einen Wodka zu trinken", anschloss.
IIiiigitt! Wodka? Um diese Zeit? Bei dem Wetter? Seine tapferen Vorfahren, die Santok jahrhundertelang gegen alle möglichen Feinde verteidigten, würden sich im Grabe umdrehen. Aber vielleicht wollte er sich auch nur für die Heimtücke des verblichenen Brandenburger Landesvaters Johann rächen? Der den Polen dereinst Santok im Tausch gegen seine Göre abluchste.
Wie auch immer-höflich aber bestimmt lehnte ich das Ansinnen ab. Den folgsamen Charly an der Leine führend, lief ich durch Santok. Das wie ausgestorben wirkte. Als wären die Krieger Barnims kurz zuvor morden und sengend hier eingefallen. Man benötigt schon eine gehörige Portion Phantasie um sich vorzustellen, dass sich die Kuhbläke einmal Stadt nennen durfte. Und nicht nur irgend eine! Sondern eine oftmals heiß umkämpfte. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen!
Aber im Augenblick zerging nur einer: ich! Vor lauter Hitze. Mittlerweile herrschten gefühlte fünfzig Grad. Bei einhundert Prozent Luftfeuchtigkeit. Leiser Donner grollte in der Ferne. Hinter dem östlichen Horizont. An dem sich bereits dicke Wolken bedrohlich zusammenballten.
Wenige Minuten später stand ich vor jenem Hügel, dessen Gipfel der vermeintliche "Palast" schmückte. Vermeintlich deshalb, weil es sich um den im Jahre 1934 errichteten Nachbau eines mittelalterlichen Wachturms handelte. Gewissermaßen um den Vorgänger der allseits bekannten B-Türme.



Am Fuße des Hügels stehend, kam mir ein Artikel in den Sinn. Den ich kurz vor dem Trip in einer Zeitschrift gelesen hatte. Darin beschrieb der Autor die Ausgrabungen des seinerzeit bekannten Archäologen Dr. Wilhelm Unverzagt im Bereich des Berges. Dr. Unverzagt förderte etliche hochinteressante Funde ans Tageslicht. Unter anderem ein Skelett, zwischen des Rippen noch eine Pfeilspitze steckte.
Wie gesagt: die Ausgrabungen fanden im Jahre 1934 statt. Seit einem Jahr regierte " Adolf Nazi" und seine Gesellen in Deutschland. Ungeniert, ganz sicher nicht zur Freude des Archäologen, schlachteten die Nazis die Ausgrabungen ungeniert für propagandistische Zwecke aus. Die Einweihung des nachgebauten Wachturms, im Sommer 1934, geriet zur gespenstischen Farce: Uniformierte Angehörige von SA und SS bilden ein dichtes Spalier. Vom Fuß bis zum Gipfel des Hügels. Dazwischen Hitlerjungen. Brennende Fackeln in den Händen haltend. Trommelschläge dröhnen. Finsterstes Mittelalter trifft auf das moderne, aufgeklärte 20. Jahrhundert. Der NSDAP-Kreisleiter aus dem nahen Landsberg an der Warthe, hält persönlich eine Rede. Beschwört den Charakter des Ortes. Als " deutsches Grenzbollwerk gegen die beständig aus dem Osten anstürmenden Slawen". Das bei den Ausgrabungen gefundene Skelett wird zum im Kampf gefallenen deutschen Grenzsoldaten erklärt. Geschichte kann so einfach sein. Vor allem wenn sich genügend Trottel finden, die den Blödsinn Glauben schenken!
Wortgewaltig beschwört der NSDAP-Oberfuzzi die Traditionen des deutschen Grenzers. Der, in einer Hand den Pflug in der anderen Hand das Schwert, deutsche Heimat kultivierten und gegen die slawischen Barbaren verteidigten.
Kommt einem irgendwie bekannt vor. Man ersetze nur einmal " slawische Barbaren" mit dem " bitterbösen Klassenfeind". Selbst der Missbrauch im Dienst getöteter Grenzsoldaten scheint nicht ausschließlich " auf DDR-Mist" gewachsen zu sein.
" Das deutsche Eck des Ostens" nennt der NSDAP-Kreisleiter pathetisch den kleinen Ort am Zusammenfluss von Warthe und Netze.
Ich folge dem schmalen Pfad nach oben. Zum Turm hinauf. Privtany-Privat steht auf einem Schild. Vor dem ansonsten verschlossenem Bauwerk. Meine Hoffnung einen Blick aus dem Fenster zu werfen, erfüllt sich also nicht.
Egal- auch so ist die Aussicht die sich dem Auge hier bietet, unbeschreiblich. Die Wipfel graublau schimmernder Wälder vermischen sich mit der Weite des polnischen Landes, zu einem eindrucksvollen optischen Konglomerat. Ich bin beeindruckt. Charly übrigens auch. Kerzengerade starrt er in die Ferne. Aus der sich angeblich, hin und wieder auch tatsächlich, dereinst angriffslustige Heerscharen näherten.



Blitze zucken auf. Gefolgt von nun nicht mehr fernen Donner. Es wird Zeit, zum Ausgangspunkt zurückzukehren. Im Dorf begegnet mir ein vielleicht zehnjähriges Mädchen. Schüchtern fragt die Kleine, ob sie Charly streicheln darf. Natürlich habe ich nichts dagegen. Charly genießt sichtlich die Aufmerksamkeit. Wie friedlich doch diese Welt sein kann. Ohne wilde Heerscharen. Ohne tumbe Nazideppen. Von deren Existenz die Kleine höchstwahrscheinlich nicht einmal etwas ahnt.
Und das ist gut so!


Gruß an alle
Uwe


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#129

RE: Eine Reise an die deutsch-polnische Grenze

in Mythos DDR und Grenze 24.10.2014 18:26
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #128
... Kommt einem irgendwie bekannt vor. Man ersetze nur einmal " slawische Barbaren" mit dem " bitterbösen Klassenfeind". Selbst der Missbrauch im Dienst getöteter Grenzsoldaten scheint nicht ausschließlich " auf DDR-Mist" gewachsen zu sein.

Du bist also auch der Meinung, die Forumsregel 4.8 ist irgendwie Quatsch?


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#130

RE: Eine Reise an die deutsch-polnische Grenze

in Mythos DDR und Grenze 24.10.2014 18:33
von Kurt | 933 Beiträge

Hallo @ABV ,

Vielen Dank für den schönen Bericht und die ausdrucksstarken Bilder.

Gruß in das Oderbruch,

Kurt


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#131

RE: Eine Reise an die deutsch-polnische Grenze

in Mythos DDR und Grenze 24.10.2014 18:51
von hundemuchtel 88 0,5 | 2.492 Beiträge

ich habe zwei mal unfreiwillig die Gastfreundschaft fremder Polnischer Familien in Anspruch nehmen müssen, und war jedes mal erstaunt!!
Da wird aufgetischt und gefeiert als wenn der eigene Sohn zu Besuch kommt.. bedingungslos Hilfe angeboten, vieles war da selbstverständlich. ob wir auch so wären?? Sicher gibt es überall schwarze Schafe, ich habe durchweg gute Erfahrungen machen können.

gruß h.


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#132

RE: Eine Reise an die deutsch-polnische Grenze

in Mythos DDR und Grenze 25.10.2014 05:57
von ABV | 4.202 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #129
Zitat von ABV im Beitrag #128
... Kommt einem irgendwie bekannt vor. Man ersetze nur einmal " slawische Barbaren" mit dem " bitterbösen Klassenfeind". Selbst der Missbrauch im Dienst getöteter Grenzsoldaten scheint nicht ausschließlich " auf DDR-Mist" gewachsen zu sein.

Du bist also auch der Meinung, die Forumsregel 4.8 ist irgendwie Quatsch?


Verstehe ich jetzt nicht, aber du wirst es mir schon erklären.
Für den Fall das du mich nicht verstanden hast: das im Dienst getötete Grenzsoldaten grundsätzlich zu Helden verklärt wurden, egal unter welchen Umständen die Soldaten ums Leben kamen, ist doch wohl eine Tatsache. Nimm doch einfach mal die Beispiele Leutnant Meier und Reinhold Huhn.
Was das mit den Forenregeln zu tun hat, erschleßt sich mich mir nicht.

Gruß Uwe


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zuletzt bearbeitet 25.10.2014 05:58 | nach oben springen

#133

RE: Eine Reise an die deutsch-polnische Grenze

in Mythos DDR und Grenze 25.10.2014 13:52
von Gelöschtes Mitglied
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Hallo Uwe!

Ein schöner und sehr bildlicher (direkt wie indirekt) Beitrag.
Die eingestreuten politischen Wertungen zur Archäologie und Geschichtsforschung, gehören meines Erachtens aber nicht unbedingt rein.
Aber dazu mache ich mal einen separaten Beitrag auf.
Nochmals vielen Dank für diese Informationen.


Schöne Grüße,
Eckhard


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#134

RE: Eine Reise an die deutsch-polnische Grenze

in Mythos DDR und Grenze 25.10.2014 14:55
von Gelöschtes Mitglied
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Hallo Hundemuchtel 88 0,5!

Zitat von hundemuchtel 88 0,5 im Beitrag #131
ich habe zwei mal unfreiwillig die Gastfreundschaft fremder Polnischer Familien in Anspruch nehmen müssen, und war jedes mal erstaunt!!
Da wird aufgetischt und gefeiert als wenn der eigene Sohn zu Besuch kommt.. bedingungslos Hilfe angeboten, vieles war da selbstverständlich. ob wir auch so wären?? Sicher gibt es überall schwarze Schafe, ich habe durchweg gute Erfahrungen machen können.
gruß h.


Warum nicht? Ist das so abwegig?
Stell Dir vor, Du hättest eine gegensätzliche Erfahrung gemacht.
Wie würde dann Deine Fragestellung aussehen?
Aber wie Du schon schriebst, es ist so daß "es überall schwarze Schafe" gibt. Nur die Farben weiß und schwarz werden zeitabhängig neu definiert.


Schöne Grüße,
Eckhard


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#135

RE: Eine Reise an die deutsch-polnische Grenze

in Mythos DDR und Grenze 25.10.2014 15:12
von ABV | 4.202 Beiträge

Zitat von Antaios im Beitrag #133
Hallo Uwe!

Ein schöner und sehr bildlicher (direkt wie indirekt) Beitrag.
Die eingestreuten politischen Wertungen zur Archäologie und Geschichtsforschung, gehören meines Erachtens aber nicht unbedingt rein.
Aber dazu mache ich mal einen separaten Beitrag auf.
Nochmals vielen Dank für diese Informationen.


Schöne Grüße,
Eckhard



Danke Ecki
Und gleich mal zu deiner Frage an @Hundemuchtel:
in Deutschland, gerade im Grenzgebiet zu Polen, ist es tatsächlich nicht selbstverständlich das Deutsche einen Polen Hilfe gewähren. Die Gleichgültigkeit gegenüber Polen, die nicht selten in regelrechten Phobien ausartet, ist noch immer weit verbreitet. Mit der " angespannten Kriminalitätslage" hat das ganze nur auf dem ersten Blick etwas zu tun. Diese Abneigung bestand schon früher. Sogar in der DDR. Als die Grenze weitgehend geschlossen war.

Viele Grüße aus dem Oderland
Uwe


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#136

RE: Eine Reise an die deutsch-polnische Grenze

in Mythos DDR und Grenze 25.10.2014 15:33
von icke46 | 2.593 Beiträge

Ich fand den Bericht von Uwe auch interessant, auch und gerade die Streifzüge in die deutsch-polnische Geschichte.

Nur eine Frage drängt sich mir auf(Zitat):

Im Dorf schaute ein schmächtiger Mann aus dem Fenster eines bereits arg in die Jahre gekommenen, sanierungsbedürftigen Hauses. Meine polnischen Sprachkenntnisse zusammenkratzend, erkundigte ich mich höflich nach dem Weg. " Ach du willst zum Palast hoch", sagte der Mann erstaunt. Erst jetzt bemerkte ich, dass er, obwohl die Sonne noch nicht einmal im Süden stand, total betrunken war.

Ich weiss ja, dass in Polen vieles anders ist, aber dass dort die Sonne im Süden untergeht, kann ich mir irgendwie nicht so recht vorstellen.

Gruss

icke



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#137

RE: Eine Reise an die deutsch-polnische Grenze

in Mythos DDR und Grenze 25.10.2014 15:38
von furry | 3.573 Beiträge

Zitat von icke46 im Beitrag #136
Ich fand den Bericht von Uwe auch interessant, auch und gerade die Streifzüge in die deutsch-polnische Geschichte.

Nur eine Frage drängt sich mir auf(Zitat):

Im Dorf schaute ein schmächtiger Mann aus dem Fenster eines bereits arg in die Jahre gekommenen, sanierungsbedürftigen Hauses. Meine polnischen Sprachkenntnisse zusammenkratzend, erkundigte ich mich höflich nach dem Weg. " Ach du willst zum Palast hoch", sagte der Mann erstaunt. Erst jetzt bemerkte ich, dass er, obwohl die Sonne noch nicht einmal im Süden stand, total betrunken war.

Ich weiss ja, dass in Polen vieles anders ist, aber dass dort die Sonne im Süden untergeht, kann ich mir irgendwie nicht so recht vorstellen.

Gruss

icke



Na @icke46 , man muss doch nicht trinken, wenn die Sonne im Westen untergegangen ist. Das kann man auch, bevor sie ihren Höchststand im Süden erreicht hat.


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
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#138

RE: Eine Reise an die deutsch-polnische Grenze

in Mythos DDR und Grenze 25.10.2014 15:42
von ABV | 4.202 Beiträge

Im Süden steht die Sonne aber gegen Mittag. Und ich war am Vormittag dort. Der Mann hatte sozusagen gut gefrühstückt.

Gruß Uwe


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zuletzt bearbeitet 25.10.2014 15:43 | nach oben springen

#139

RE: Eine Reise an die deutsch-polnische Grenze

in Mythos DDR und Grenze 25.10.2014 17:26
von FRITZE (gelöscht)
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Zitat von ABV im Beitrag #138
Im Süden steht die Sonne aber gegen Mittag. Und ich war am Vormittag dort. Der Mann hatte sozusagen gut gefrühstückt.

Gruß Uwe



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#140

RE: Eine Reise an die deutsch-polnische Grenze

in Mythos DDR und Grenze 25.10.2014 17:31
von ABV | 4.202 Beiträge

Zitat von FRITZE im Beitrag #139
Zitat von ABV im Beitrag #138
Im Süden steht die Sonne aber gegen Mittag. Und ich war am Vormittag dort. Der Mann hatte sozusagen gut gefrühstückt.

Gruß Uwe





Aber immerhin hat er noch von einem Palast gesprochen. Nicht von zwei. Also doppelt hat er noch nicht gesehen. Aber ich. Schon beim Einatmen der Fahne.

Viele Grüße aus dem Oderbruch
Uwe


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