#1

Das eingeengte Leben im Sperrgebiet

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 11.05.2013 22:06
von Schlutup | 4.101 Beiträge
zuletzt bearbeitet 11.05.2013 22:15 | nach oben springen

#2

RE: Das eingeengte Leben im Sperrgebiet

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 12.05.2013 07:50
von Pit 59 | 10.127 Beiträge

Für die Leute im Sperrgebiet war es schon auch belastend,vor allem auch mit uns. Ein Beispiel.
Viele aus den Dörfern bei uns sind morgens mit dem Bus nach Eisenach zur Arbeit gefahren. Bei der Ausfahrt war ja Halt am Schlagbaum.Dann kam unser grosser Auftritt Einer rein zur Passierschein Kontrolle. Und die Busse waren manchmal sehr voll.Alles was gestanden hat Aussteigen.
Man kann sich ja Vorstellen morgens so 5.00 Uhr oder 6.00 Uhr wie verschlafen man noch ist,und einige haben auch schon wieder geschlafen.
Rüttel," Hallo Passierschein Bitte". Wir kannten ja eigentlich die Leute,denn es waren ja immer die gleichen. Aber es kam auch vor das einer den Passierschein vergessen hatte.Wir mussten Ihn dann Auffordern den Bus zu Verlassen,und das Ding zu holen,entweder der Bus hat gewartet,oder er musste eben den nächsten nehmen Wir mussten uns da einiges Anhören " Ihr Rotznasen,seit 10 Jahren fahre ich jeden Tag um die gleiche Zeit zur Arbeit "
Wir mussten Ihn aber Rausholen,den bei seiner Rückkehr waren wir nicht mehr da, Batt-Sicherung, dann hätte er ja bei der" Einreise" immer noch keinen gehabt,und wir hätten Ärger bekommen.
Es war ein Undankbarer Job dieser PP, und viele Freunde haben wir nicht dazu gewonnen.


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#3

RE: Das eingeengte Leben im Sperrgebiet

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 12.05.2013 08:06
von Pit 59 | 10.127 Beiträge

Und was mir noch einfällt.Wir beide PF und ich haben uns mal verdutzt angesehen und wussten auch nicht weiter.
Es kamen ja auch Rote Autos mit Musik und Leuchtreklame weil es Gebrand hat,oder Leichenwagen,denn gestorben wurde zu der Zeit auch
Nur die Füst konnte weiter helfen.


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#4

RE: Das eingeengte Leben im Sperrgebiet

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 12.05.2013 09:17
von Gelöschtes Mitglied
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Ich glaube, wir haben im Thread Sperrgebietszuschlag - bei den Sperrgebietsbewohnern ironischerweise "Abschußgeld" benannt - schon über das Leben im 5 Kilometer - Sperrgebiet und im 500 Meter-Schutzstreifen diskutiert.
Da ich bis 1975 im Sperrgebiet gelebt und gewohnt habe, sind mir gewisse damit verbundene Einschränkungen nicht fremd. Man hatte sich als Kind schon daran gewöhnt und sich mit den Bedingungen arrangiert. Es war dann nur etwas peinlich, wenn man gewisse Verhaltensnormen dann auch außerhalb des Sperrgebietes praktizierte. Einige Mitmenschen dachten dann immer, wir kommen von einem anderem "Stern".

Vierkrug


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#5

RE: Das eingeengte Leben im Sperrgebiet

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 12.05.2013 09:34
von Lebensläufer | 1.235 Beiträge

Was mir so auffiel, gestern (vor 36 Jahren)wie heute und darüber schrieb ich so glaube in der schönen Treffgeschichte "Operation Heldrastein" schon einmal. Also man sah und sieht noch heute in diesen Grenzdörfern kaum Jemanden auf der Strasse, im Vorgarten. Aber ich meine, das ist auch typisch für das Deutsche Dorf denn ich wohne heute selber als ehemaliges Stadtkind(Leipziger) auf einem Dorf.

Der "Deutsche Michel" ist schon ne komische Spezies, da wackelt eher die Gardine als das Einer vor die Türe tritt und gar noch mit dir ein Gespräch beginnt. Gestern wie heute, da hat sich wohl nichts dran geändert. Ich denke, auf Ost und West übertragen,da gabs noch nie große Unterschiede, ob Grenzdorf oder normale Klitsche , das passt wie die Augenfarbe meiner Enkelin zu dem blauen T-Shirt was ich gerade anhabe.

Lebensläufer


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#6

RE: Das eingeengte Leben im Sperrgebiet

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 16.05.2013 11:57
von berlin3321 | 2.514 Beiträge

Hallo Rainer,

kann ich nicht bestätigen.

Weder hier noch in Schwanheide (Dienstag) Leute auf der Straße, weil die ganz einfach arbeiten sind.

Mit Ausnahme derer, die mit dem Hund unterwegs sind. Waren auch am Di in Schwanheide Leute mit Hund unterwegs, wie auch hier täglich Leute mit Hund unterwegs sind.

Insgesamt hat sich das Bild "Dörfer" optisch angeglichen. Die Häuser sind in Farbe, neue Häuser gebaut. Die Vorgärten sind in Schuß.

Einen Unterschied erkennt man nur noch an einigen Ecken, dort, wo Häuser verfallen, aus welchem Grund auch immer.

Die Leute sind offener geworden, fällt mir auf. Das Misstrauen ist nicht mehr spürbar.

Mfg Berlin


Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung, nicht repräsentativ, im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
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#7

RE: Das eingeengte Leben im Sperrgebiet

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 16.05.2013 12:20
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Vierkrug im Beitrag #4
. Es war dann nur etwas peinlich, wenn man gewisse Verhaltensnormen dann auch außerhalb des Sperrgebietes praktizierte. Einige Mitmenschen dachten dann immer, wir kommen von einem anderem "Stern".
Vierkrug


Hallo Vierkrug

Welche meinst Du damit? Das interessiert mich wirklich.
.


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#8

RE: Das eingeengte Leben im Sperrgebiet

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 16.05.2013 12:56
von Gelöschtes Mitglied
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Die "Hauptmacke", die wir hatten, war der ständige Griff in Richtung Aufbewahrungsort des Personalausweises, ob man den auch wirklich dabei hatte. Das war schon ein gewisser Automatismus. Das galt auch bei Polizeikontrollen außerhalb des Sperrgebietes - man griff gleich in die Richtung, wo man den Personalausweis aufbewahrte.
Dann bei Besuchen von Gaststätten außerhalb des Sperrgebietes. Wenn die Sperrgebietszeit herannahte, so wurde man unruhig und mahnte die anderen Begleiter zum baldigem Aufbruch. Ist mir in Schwerin und Berlin desöfteren passiert - war manchmal schon peinlich.
Insgesamt hatte man sich eine gewisse Selbstdisziplinierung zugelegt, die sich im gesamten Verhalten niederschlug. Zumindest habe ich es so empfunden.
Anfänglich - ich betone anfänglich -, unterlag auch das 5 - Kilometersperrgebiet einer gesonderten, besseren Versorgung bei Waren des täglichen Bedarfes, die zumindest etwas besser war, wie außerhalb des Sperrgebietes. Wie es später war, vermag ich nicht einzuschätzen, denn ich ging 1974 endgültig aus dem Sperrgebiet weg. Wenn man dann in Wismar und Rostock, oder auch woanders in Republik (außer Berlin) bestimmte Dinge, wie bei Obst und Gemüse verlangte, so wurde man mit großen und erstaunten Augen angesehen, als käme man vom einem anderem Stern.
Das erst einmal kurz dazu.

Vierkrug


grenzgänger81 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#9

RE: Das eingeengte Leben im Sperrgebiet

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 16.05.2013 13:52
von SkinnyTrucky | 1.260 Beiträge

Zitat von Lebensläufer im Beitrag #5
Was mir so auffiel, gestern (vor 36 Jahren)wie heute und darüber schrieb ich so glaube in der schönen Treffgeschichte "Operation Heldrastein" schon einmal. Also man sah und sieht noch heute in diesen Grenzdörfern kaum Jemanden auf der Strasse, im Vorgarten. Aber ich meine, das ist auch typisch für das Deutsche Dorf denn ich wohne heute selber als ehemaliges Stadtkind(Leipziger) auf einem Dorf.

Der "Deutsche Michel" ist schon ne komische Spezies, da wackelt eher die Gardine als das Einer vor die Türe tritt und gar noch mit dir ein Gespräch beginnt. Gestern wie heute, da hat sich wohl nichts dran geändert. Ich denke, auf Ost und West übertragen,da gabs noch nie große Unterschiede, ob Grenzdorf oder normale Klitsche , das passt wie die Augenfarbe meiner Enkelin zu dem blauen T-Shirt was ich gerade anhabe.

Lebensläufer


Rainer Maria, vielleicht liegt es daran, das du nur nachts in den Dörfern unterwegs bist.....

groetjes uit Ansedonia

Mara


Kein Sex mit Nazis...!!!
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#10

RE: Das eingeengte Leben im Sperrgebiet

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 16.05.2013 19:04
von Lebensläufer | 1.235 Beiträge

Siehe der Textauszug von Berlin:" Die Leute sind offener geworden, fällt mir auf. Das Misstrauen ist nicht mehr spürbar."

Du Berliner und aufgewachsener Westbewohner, da muss ich mal ganz naiv nach dem "Mißtrauen" zu DDR -Zeiten fragen. Welches sollte denn das gewesen sein?
Und Mara, der Rainer läuft stets mit wachem Verstand durch die Botanik, auch am Tag.

Lebensläufer


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#11

RE: Das eingeengte Leben im Sperrgebiet

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 16.05.2013 22:33
von berlin3321 | 2.514 Beiträge

Nun, Rainer, Du hast ja meinen "Schwanheide" Thread verfolgt.

Am 24.12, ich schrieb es, standen wir morgens um 1 in Schwanheide vor dem Elternhaus meines Vaters. In der Folgezeit ohne "Eintrittsgebühr" (Zwangsumtausch) entwickelten sich Freundschaften in den ehemaligen 5 km Streifen, u.a. zu den Kindern des besten Freundes meines Vaters, der dort noch immer wohnte. Sie hatten sich 40 Jahre nicht gesehen.

Die Leute legten dieses Mißtrauen nicht in 2, 3 Monaten ab, dass sie über die lange Zeit sich angewöhnt hatten (der Nachbar war hoher MfS Offizier), etwas weiter Richtung Leisterförde war Schneewittchen, wer war IM?

Das brauchte seine Zeit, Rainer. Man musste jetzt zwar die Haustür abschließen, auch das musste man sich erst angewöhnen.

Siehe dazu den Beitrag von Vierkrug.

Mfg Berlin


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Lebensläufer hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 16.05.2013 22:36 | nach oben springen

#12

RE: Das eingeengte Leben im Sperrgebiet

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 17.05.2013 01:18
von Gelöschtes Mitglied
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@ Vierkrug

Danke für die Antwort, wieder etwas dazu gelernt: So war mir z.B. nicht klar, dass die Einwohner des Sperrbezirks zu einer bestimmten Uhrzeit wieder in ihrem "Reservat" (pardon) sein mussten. Das Sperrgebiet kannte ich nur vom Durchfahren, sonst nicht. Meine Verwandten wohnten damals in Salzwedel und sie erwähnten einmal, dass die Stadt an sich auch schon im Sperrgebiet liegen würde, dass sie aber (durch die Größe oder ihre wirtschaftliche Bedeutung?) "ausgeklammert" worden sei. Das halte ich für möglich, nach Norden ist es nicht sehr weit bis nach Niedersachsen.

Ich weiß nur noch, dass kurz hinter dem westlichsten Vorort von Salzwedel in Richtung Bergen/Dumme der erste Kontrollposten lag, also die Sperrzone begann.


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#13

RE: Das eingeengte Leben im Sperrgebiet

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 17.05.2013 08:40
von berlin3321 | 2.514 Beiträge

Guten Morgen,

Boizenburg lag ja ähnlich nah an der GÜST Horst, da war das nicht viel anders.

Guck mal hier: Was wurde eigentlich aus den ehemaligen Grenzkompanien? (3)

Mfg Berlin


Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung, nicht repräsentativ, im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
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#14

RE: Das eingeengte Leben im Sperrgebiet

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 17.05.2013 10:20
von Udo | 1.258 Beiträge

Wobei die Einreise ins Sperrgebiet sehr unterschiedlich sein konnte.
Im Bereich Lenzen konnte man zwar nicht weiter nach Mödlich fahren, da dort ein Postenpaar stand, aber über Gandow (an der Lenzener Burg vorbei) oder über Lanz war ein ungehindertes Einfahren ins Sperrgebiet möglich, wobei man sich allerdings nicht erwischen lassen durfte.


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#15

RE: Das eingeengte Leben im Sperrgebiet

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 17.05.2013 10:25
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Udo im Beitrag #14
wobei man sich allerdings nicht erwischen lassen durfte.



Jaja, das berühmte 11. Gebot: "Du sollst Dich nicht erwischen lassen"


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#16

RE: Das eingeengte Leben im Sperrgebiet

in Videos und Filme der ehemaligen Innerdeutschen Grenze 17.05.2013 14:36
von SkinnyTrucky | 1.260 Beiträge

Zitat von Lebensläufer im Beitrag #10
Und Mara, der Rainer läuft stets mit wachem Verstand durch die Botanik, auch am Tag.


Da würde jetz der Nickname Strauchdieb besser zu dir passen, was.....

Mönsch Rainer Maria, wenn du satt Leute im öffendlichen Leben erleben willst, dann musste nach Italien ziehen.....die Städte und Dörfer sind berstend voll mit Menschen....

Mara....


Kein Sex mit Nazis...!!!
zuletzt bearbeitet 17.05.2013 14:44 | nach oben springen


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