#41

RE: Stress an der DDR-Grenzübergangsstelle

in Mythos DDR und Grenze 11.05.2013 16:04
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #37
@Lutze: Nein, ich weiß leider nicht, wie man denen auf die Schliche gekommen ist. Normalerweise musste man das eingenommene Verwarngeld, ständig abrechnen. Nicht nur das " Westgeld". Dabei wurden die Summe des eingenommenen Geldes mit dem Verwarngeldblock, upps der hieß in der DDR ja Ordnungsgeldblock, verglichen. Wehe, die Zahlen stimmten nicht überein! So wurde aber verhindert, dass sich jemand an den Geldern bediente.
Meine Theorie ist: die betreffenden Polizisten haben den westdeutschen Kraftfahrern einen Deal vorgeschlagen. Eine relativ hohe Geldstrafe wurde angedroht, wenn der Fahrer auf das Ausstellen einer Quittung bestand. Verzichtete er aber auf die Quittung, konnte sich die Strafe schon mal erheblich reduzieren. Eine ähnliche Vorgehensweise wurde, in den ersten Jahren nach der Grenzöffnung zu Polen, dort bei einigen Polizisten beobachtet. Die aber alle nicht mehr im Dienst sind!
Jedenfalls konnten die Polizisten auf diese Art und Weise das Westgeld behalten. Und das Risiko der Entdeckung war auch relativ gering. Die meisten Westdeutschen hatten tatsächlich panische Angst vor der Volkspolizei. Ich kann mir schon vorstellen, dass die Leute froh waren, sich auf diese Art und Weise " freikaufen" zu können. Aber der Krug geht eben solange zum Brunnen bis er bricht! Vielleicht hat sich ja doch irgendwann jemand beschwert?
Eine andere Möglichkeit sehe ich darin, dass die Transit-VK unter Beobachtung des MfS stand. So kann es doch durchaus möglich sein, dass einer der Polizisten als IM gearbeitet und seinem Führungsoffizier von dem krimiellen Treiben berichtet hat.

Gruß Uwe


Merkur hatte zu dieser Problematik mal was geschrieben .....


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#42

RE: Stress an der DDR-Grenzübergangsstelle

in Mythos DDR und Grenze 11.05.2013 16:05
von Lutze | 8.034 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #37
@Lutze: Nein, ich weiß leider nicht, wie man denen auf die Schliche gekommen ist. Normalerweise musste man das eingenommene Verwarngeld, ständig abrechnen. Nicht nur das " Westgeld". Dabei wurden die Summe des eingenommenen Geldes mit dem Verwarngeldblock, upps der hieß in der DDR ja Ordnungsgeldblock, verglichen. Wehe, die Zahlen stimmten nicht überein! So wurde aber verhindert, dass sich jemand an den Geldern bediente.
Meine Theorie ist: die betreffenden Polizisten haben den westdeutschen Kraftfahrern einen Deal vorgeschlagen. Eine relativ hohe Geldstrafe wurde angedroht, wenn der Fahrer auf das Ausstellen einer Quittung bestand. Verzichtete er aber auf die Quittung, konnte sich die Strafe schon mal erheblich reduzieren. Eine ähnliche Vorgehensweise wurde, in den ersten Jahren nach der Grenzöffnung zu Polen, dort bei einigen Polizisten beobachtet. Die aber alle nicht mehr im Dienst sind!
Jedenfalls konnten die Polizisten auf diese Art und Weise das Westgeld behalten. Und das Risiko der Entdeckung war auch relativ gering. Die meisten Westdeutschen hatten tatsächlich panische Angst vor der Volkspolizei. Ich kann mir schon vorstellen, dass die Leute froh waren, sich auf diese Art und Weise " freikaufen" zu können. Aber der Krug geht eben solange zum Brunnen bis er bricht! Vielleicht hat sich ja doch irgendwann jemand beschwert?
Eine andere Möglichkeit sehe ich darin, dass die Transit-VK unter Beobachtung des MfS stand. So kann es doch durchaus möglich sein, dass einer der Polizisten als IM gearbeitet und seinem Führungsoffizier von dem krimiellen Treiben berichtet hat.

Gruß Uwe

viele Bundesbürger haben sich meiner Meinung nach sich anschließend in Westdeutschland
sich über diese Zustände beschwert,da wird wohl der Hase im Pfeffer liegen,
hat keiner in der Parteiversammlung mal nachgefragt,wie diese Schweinerei aufgeflogen ist?
gerade als Polizei-Angehöriger?
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#43

RE: Stress an der DDR-Grenzübergangsstelle

in Mythos DDR und Grenze 11.05.2013 16:11
von schnatterinchen (gelöscht)
avatar

viele Bundesbürger haben sich meiner Meinung nach sich anschließend in Westdeutschland
sich über diese Zustände beschwert,da wird wohl der Hase im Pfeffer liegen,
hat keiner in der Parteiversammlung mal nachgefragt,wie diese Schweinerei aufgeflogen ist?
gerade als Polizei-Angehöriger?
Lutze[/quote]


Hallooo Lutze, wir waren in der DDRRRR. Da wurde nicht so viel gefragt.


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#44

RE: Stress an der DDR-Grenzübergangsstelle

in Mythos DDR und Grenze 11.05.2013 16:28
von Lutze | 8.034 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #43
viele Bundesbürger haben sich meiner Meinung nach sich anschließend in Westdeutschland
sich über diese Zustände beschwert,da wird wohl der Hase im Pfeffer liegen,
hat keiner in der Parteiversammlung mal nachgefragt,wie diese Schweinerei aufgeflogen ist?
gerade als Polizei-Angehöriger?
Lutze



Hallooo Lutze, wir waren in der DDRRRR. Da wurde nicht so viel gefragt.[/quote]
wenn ich ein überzeugter Genosse gewesen wäre,danach hätte ich schon gefragt,
und gerade als Genosse sollte man den Job 100prozentig machen,
wenn ich meine Arbeit vernachlässigen sollte,gar nicht dran zu denken
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
Bugsy hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#45

RE: Stress an der DDR-Grenzübergangsstelle

in Mythos DDR und Grenze 11.05.2013 16:36
von ABV | 4.202 Beiträge

Lutze, in der DDR gab es Fragen, die niemals gestellt wurden. Weil man darauf ohnehin keine Antwort erwarten konnte. Ich bin mir sicher, dass der Parteisekretär ebenfalls nicht mehr wusste´. So war das halt damals

Gruß Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


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#46

RE: Stress an der DDR-Grenzübergangsstelle

in Mythos DDR und Grenze 11.05.2013 16:58
von Lutze | 8.034 Beiträge

kann ich mir nur schwer Vorstellen,es war ein Dienstvergehen,
oder wie wurde es genannt,hier ging es auch um das Ansehen
der DDR,und keiner fragte,wie konnte es dazu kommen?
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#47

RE: Stress an der DDR-Grenzübergangsstelle

in Mythos DDR und Grenze 11.05.2013 20:37
von glasi | 2.815 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #32
Zitat von schnatterinchen im Beitrag #28
Zitat von Lutze im Beitrag #27
Zitat von Dandelion im Beitrag #26
Zitat von Polter im Beitrag #23

Das Bild, wenn wir dann uns richtig erinnern, ist in Fahrtrichtung von Bergen kommend vor der Kontrollstelle Salzwedel in Richtung der Kontollstelle aufgenommen worden. Rechts der Aussichtsturm gibt die Orientierung.


Ich denke, dass Du Recht hast, Polter: Auch ich hatte beim Betrachten des Bildes den Eindruck, dass es die Perspektive von Westen kommend (diesmal als Himmelsrichtung gemeint) zeigt. Ich haba zwar eine langgezogene, recht sanfte Linkskurve vor der Kontrollstelle in Erinnerung, aber da kann ich mich täuschen oder der Bildausschnitt gibt das nicht her.

Die Transitstrecke habe ich nur drei- oder viermal genutzt: Von Düsseldorf oder Köln aus war es sinnvoller, nach Berlin zu fliegen, zumal die Besuche ausschließlich geschäftlich bedingt waren. Aber Salzwedel ohne Gepäckkontrolle oder schneller als in 30 Minuten habe ich nie erlebt. Na ja, vielleicht lag es an meiner Visage....

Edit = Tippfehler

oder einen D-Mark Schein im Reisepass legen,
hat das mal einer gemacht?,
vielleicht ging es dann schneller?
Lutze



Das kann ich mir nicht vorstellen. So ein Früchtchen hätten die doch an der Güst sicher gleich aus dem Verkehrsstrom herausgenommen.
Das Risiko war doch sicher auch für den Kontrollierenden viel zu groß beobachtet zu werden.Bei den Horden von Bediensteten die da anwesend waren.
Eine andere Sache habe ich mal gehört, das Verkehrspolizisten auf der Transitstrecke die Bundis regelrecht abgezogen haben um in die privaten Taschen zu wirtschaften.
Der verängstigte Bundi war da leichte Beute und hat sicher schnell und ohne zu fragen geblecht um zügig weg zu kommen.




Auf der monatlichen Parteiversammlung im VPKA Seelow, erfuhren wir im März 1989, dass komplette Dienstschichten!!! der Transit-VK aus dem Dienst entfernt und teilweise sogar inhaftiert wurden. Die Burschen hatten tatsächlich das von westdeutschen Verkehrssündern eingenommene Verwarngeld, in die eigene Tasche gesteckt. Zum besseren Verständnis: die Transit-VK war als eine der wenigen VP-Einheiten berechtigt, DM entgegenzunehmen. Die Gier nach dem harten Westgeld scheint bei einigen den Verstand lahm gelegt zu haben. Anders kann ich mir das Verhalten nicht erklären. Übrigens soll der Genosse Erich Honecker, Angesichts solcher Vorfälle, von " einem nie dagewesenen Banditentum in der Volkspolizei" gesprochen haben.

Gruß Uwe

Wie konnte mann die Strafe bezahlen? Konnte mann sich das aussuchen. 1986 sind wir bei Bautzen in die Falle gegangen. Erlaubt waren glaub ich 80 KM.( Und das auf der Autobahn) Gefahren ca 100. Bezahlt haben wir in DM. Wieviel weiß ich nicht mehr. Hätten wir auch DDR Währung zahlen können?



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#48

RE: Stress an der DDR-Grenzübergangsstelle

in Mythos DDR und Grenze 11.05.2013 22:13
von SET800 | 3.104 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #5

ist zwar OT,wir haben zur Zeit immer noch viele Radwechsel
auf Sommerreifen,viele Kunden wissen einfach nicht,das beim
Wechsel der Räder andere Radbolzen oder Radmuttern benötigt
werden,sehr,sehr wichtig
Lutze



Auch OT!

Hallo warum? Den Felgen, Radschrauben oder -bolzen ist doch völlig egal ob nun Wintereifen oder Sommereifen auf den Felgen montiert sind!

Gruß



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#49

RE: Stress an der DDR-Grenzübergangsstelle

in Mythos DDR und Grenze 11.05.2013 22:24
von SET800 | 3.104 Beiträge

Zitat von seaman im Beitrag #13

Die Abfertigung an der DDR-Grenze war für mich dabei nie eine Ausnahmesituation gegenüber manch anderen Staaten.
Selbst bei einer Festnahme war man dort noch höflich.So habe ich das empfunden. seaman



Zustimmung!

Ich empfehle mal Argentiniien-Brasilien, USA-Mexico, NATO-Griechenland-NATO-Türkei um 1980, Algerien-Marrokko auch vor 2008, Jordanien-Saudi-Arabien....

Also nur Staaten die NICHT gegeneinander im ( kalten ) Kriegszustand sich befinden



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#50

RE: Stress an der DDR-Grenzübergangsstelle

in Mythos DDR und Grenze 12.05.2013 00:26
von Pitti53 | 8.789 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #43
viele Bundesbürger haben sich meiner Meinung nach sich anschließend in Westdeutschland
sich über diese Zustände beschwert,da wird wohl der Hase im Pfeffer liegen,
hat keiner in der Parteiversammlung mal nachgefragt,wie diese Schweinerei aufgeflogen ist?
gerade als Polizei-Angehöriger?
Lutze



Hallooo Lutze, wir waren in der DDRRRR. Da wurde nicht so viel gefragt.[/quote]

sind ja wirkliche "Experten" in diesem Thema


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#51

RE: Stress an der DDR-Grenzübergangsstelle

in Mythos DDR und Grenze 12.05.2013 02:38
von Wahlhausener | 273 Beiträge

Das man an jeder Grenze Probleme bei mitgeführter Munition bekommt, sollte klar sein. Aber was ich im Dezember mit dem deutschen Zollges****l(Frankfurt Flughafen) erleben durfte,hält man eigentlich in einem angeblich demokratischen Land nicht für möglich. Da wird man als allein reisender Mann schon als potentieller Kinderschänder eingestuft.Meine Frau hatte leider nicht soviel Urlaub und so blieb ich noch 10 Tage länger bei ihrer Familie in Thailand. Bei der Einreise wurde bei mir völlig legales Material einfach mal zu Strafbarem gemacht. Meine entlastenden Aussagen hätte dieser Beamte sofort im Internet überprüfen können und die Sache wär erledigt gewesen. Aber Internet wurde lieber für private Spielereien genutzt. Man hatte ja wieder mal einen Vorgang nachzuweisen. Das ging dann von mehrstündiger Freiheitsberaubung, über körperliche Durchsuchung(nackt), Hausdurchsuchung unter Umgehung des grundgesetzlich festgeschriebenen Richtervorbehaltes. Dabei wurden Teile der Wohnungseinrichtung zertrümmert.Das Überfallkommando wurde meiner Frau mitten in der Nacht auf den Hals gehetzt, obwohl die Wohnung in der Nacht besonders geschützt ist. Das Ermittlungsverfahren ist jetzt nach 5 Monaten nach § 170, Abs.2 StPo eingestellt worden. Das Amtsgericht hat meinen Antrag auf Schadensersatz positiv beschieden. Wer den Schaden bezahlt ist auch klar,der Steuerzahler. Das ärgert mich maßlos. Jetzt möchte ich diesen Terror nicht ohne Konsequenzen für diese Bande ausklingen lassen. Aber wie bei der Mafia werden die Strukturen verschleiert und eisern geschwiegen. Beteiligt daran waren folgende Dienstgrade ZOI, ZAF, PK(alles gehobener Dienst) und noch einige unbekannte Tatverdächtige. Über etwas Hilfe bei der Aufdeckung der Strukturen des Zolls und der weiteren Vorgehensweise wäre ich sehr dankbar.
Hat sich der DDR-Zoll in einer ähnlichen Weise gegenüber Reisenden strafbar gemacht? Naja, Hausdurchsuchung wär auch schlecht gegangen. Ich glaube es nicht. Unsere Westverwandschaft hat derartiges jedenfalls nie berichtet.
Die beste Aussage traf aber einer vom Überfallkommando. Er fand meine Geburtsurkunde und kommentierte das mit der abfälligen Bemerkung, auch noch ein Kommunist. Für diese Unterbelichteten im gehobenen Dienst ist also Jeder aus dem Osten ein Kommunist.
Gute Nacht.


Signatur gelöscht...


zuletzt bearbeitet 12.05.2013 02:52 | nach oben springen

#52

RE: Stress an der DDR-Grenzübergangsstelle

in Mythos DDR und Grenze 12.05.2013 12:18
von Gelöschtes Mitglied
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Hallo Wahlhausener

Grundsätzlich finde ich die Regelung gut, dass Kinderschändung durch Deutsche, auch wenn sie im Ausland begangen wurde, hier geahndet wird. Aber bitte mit Maß und Ziel: Das, was Dir widerfahren ist, ist mit Übereifer nicht mehr zu erklären und klare Rechtsbrüche sind nicht akzeptabel. Deshalb finde ich es gut, dass Du Dich nicht nur zur Wehr setzt und Schadensersatz forderst, sondern auch auf personellen Konsequenzen für die Beteiligten bestehst.

So etwas darf nicht einreissen: Dieses Land ist auch für die Ermittlungsbehörden kein rechtsfreier Raum, in dem der Zweck die Mittel heiligt. Marx sagte mal: Wenn der Zweck die Mittel heiligt, dann ist der Zweck unheilig.

Dem ist nichts hinzuzufügen, Und wenn ich wegen einer solchen Aussage als Kommunist bezeichnet werden würde, nun, dann bin ich einer.


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