#21

RE: Stress an der DDR-Grenzübergangsstelle

in Mythos DDR und Grenze 11.05.2013 10:49
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Polter im Beitrag #16
Nun mit Erinnerungen ist es so eine Sache !
Über den Kontrollpunkt Bergen/ Dumme - Salzwedel bin ich sehr oft allein und auch mit Familie gefahren. Ich habs einfach anders in Erinnerung als
oben beschrieben. Räumlickeiten und Kontrolle.



Stimmt, Erinnerungen können trügen.

Ich habe Tante Google mal gefragt und eigentlich nur ein Bild vom intakten Grenzübergang gefunden: http://www.damals-im-wendland.de/grenzoe...9-salzwedel.htm

Ich bin mir jetzt nicht mehr sicher, von welcher Seite aus diese Aufnahme gemacht wurde, aber für mich decken sich Bild und Erinnerung doch sehr.


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#22

RE: Stress an der DDR-Grenzübergangsstelle

in Mythos DDR und Grenze 11.05.2013 11:47
von glasi | 2.815 Beiträge

Zitat von Dandelion im Beitrag #21
Zitat von Polter im Beitrag #16
Nun mit Erinnerungen ist es so eine Sache !
Über den Kontrollpunkt Bergen/ Dumme - Salzwedel bin ich sehr oft allein und auch mit Familie gefahren. Ich habs einfach anders in Erinnerung als
oben beschrieben. Räumlickeiten und Kontrolle.



Stimmt, Erinnerungen können trügen.

Ich habe Tante Google mal gefragt und eigentlich nur ein Bild vom intakten Grenzübergang gefunden: http://www.damals-im-wendland.de/grenzoe...9-salzwedel.htm

Ich bin mir jetzt nicht mehr sicher, von welcher Seite aus diese Aufnahme gemacht wurde, aber für mich decken sich Bild und Erinnerung doch sehr.

Eine gute Internetseite. Da sind tolle Bilder von Ochersleben 1989 drin. Hier sieht mann gut das die DDR am Ende war.



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#23

RE: Stress an der DDR-Grenzübergangsstelle

in Mythos DDR und Grenze 11.05.2013 12:07
von Polter (gelöscht)
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@ Dandelion
Deine Frage: Wäre es möglich gewesen, ein Ersatzdokument zu erstellen und uns einreisen zu lassen?
Meine Antwort: Ich denke nicht, daß die Kontrolleure der DDR bei der Einreise berechtigt waren, ohne irgend einen bundesdeutschen Nachweis, einen Kinderausweise o.ä. auszu-
stellen

Das Bild, wenn wir dann uns richtig erinnern, ist in Fahrtrichtung von Bergen kommend vor der Kontrollstelle Salzwedel in Richtung der Kontollstelle aufgenommen worden. Rechts der Aussichtsturm gibt die Orientierung. Bin mir aber nicht sicher !
Und der Eintrag des Kindes in den Paß oder den Personalausweis von Dir konnte nicht durch die Beamten des BGS an der Kontrollestelle Bergen vorgenommen werden?
Meiner Erinnerung nach, wurde bei der Paßkontrolle weder in Salzwedel noch in Marienborn eine Zollkontrolle des Autos vorgenommen. Nie !
( sollte man eigentlich nicht sagen, aber.....)


zuletzt bearbeitet 11.05.2013 12:11 | nach oben springen

#24

RE: Stress an der DDR-Grenzübergangsstelle

in Mythos DDR und Grenze 11.05.2013 13:54
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von icke46 im Beitrag #18
Zu den an der Grenze der DDR ausstellbaren Paßersatzdokumenten gibt es hier eine Abbildung und weitere Infos -
so war mir das Procedere eigentlich auch bekannt:

http://www.runde-ecke-leipzig.de/sammlun...x.php?inv=14978

Gruss

icke



Danke, Icke - Du hast nach gut 30 Jahren eine Frage beantwortet: Es konnten also Ersatzdokumente ausgestellt werden, aber die setzten ein anderes, offzielles Dokument voraus: Personalausweis anstelle von Reisepass, abgelaufener Reisepass usw.

Den Kinderausweis hat meine Frau bekanntlich vergessen und ein anderes, auf meinen Sohn ausgestelltes Dokument gab es nicht. Der Kontrollierende hat sich damals also absolut korrekt verhalten und es war keine Willkür, wie ich lange gemutmaßt habe.

Ich entschuldige mich somit in aller Form bei diesem Kontrolleur - auch wenn er das wohl nie erfahren wird und vermutlich auch nichts davon wusste, dass ich ihn in den hintersten Winkel der Hölle verflucht habe.


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#25

RE: Stress an der DDR-Grenzübergangsstelle

in Mythos DDR und Grenze 11.05.2013 13:59
von Polter (gelöscht)
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Zitat von glasi im Beitrag #22
Zitat von Dandelion im Beitrag #21
Zitat von Polter im Beitrag #16
Nun mit Erinnerungen ist es so eine Sache !
Über den Kontrollpunkt Bergen/ Dumme - Salzwedel bin ich sehr oft allein und auch mit Familie gefahren. Ich habs einfach anders in Erinnerung als
oben beschrieben. Räumlickeiten und Kontrolle.



Stimmt, Erinnerungen können trügen.

Ich habe Tante Google mal gefragt und eigentlich nur ein Bild vom intakten Grenzübergang gefunden: http://www.damals-im-wendland.de/grenzoe...9-salzwedel.htm

Ich bin mir jetzt nicht mehr sicher, von welcher Seite aus diese Aufnahme gemacht wurde, aber für mich decken sich Bild und Erinnerung doch sehr.

Eine gute Internetseite. Da sind tolle Bilder von Ochersleben 1989 drin. Hier sieht mann gut das die DDR am Ende war.



Die Sprache der Bilder !
Der Bahnhof von Oschersleben im Mai 2013 ! Da reicht ein Weitwinkelobjektiv für das Elend nicht.


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#26

RE: Stress an der DDR-Grenzübergangsstelle

in Mythos DDR und Grenze 11.05.2013 14:02
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Polter im Beitrag #23

Das Bild, wenn wir dann uns richtig erinnern, ist in Fahrtrichtung von Bergen kommend vor der Kontrollstelle Salzwedel in Richtung der Kontollstelle aufgenommen worden. Rechts der Aussichtsturm gibt die Orientierung.


Ich denke, dass Du Recht hast, Polter: Auch ich hatte beim Betrachten des Bildes den Eindruck, dass es die Perspektive von Westen kommend (diesmal als Himmelsrichtung gemeint) zeigt. Ich haba zwar eine langgezogene, recht sanfte Linkskurve vor der Kontrollstelle in Erinnerung, aber da kann ich mich täuschen oder der Bildausschnitt gibt das nicht her.

Die Transitstrecke habe ich nur drei- oder viermal genutzt: Von Düsseldorf oder Köln aus war es sinnvoller, nach Berlin zu fliegen, zumal die Besuche ausschließlich geschäftlich bedingt waren. Aber Salzwedel ohne Gepäckkontrolle oder schneller als in 30 Minuten habe ich nie erlebt. Na ja, vielleicht lag es an meiner Visage....

Edit = Tippfehler


zuletzt bearbeitet 11.05.2013 14:03 | nach oben springen

#27

RE: Stress an der DDR-Grenzübergangsstelle

in Mythos DDR und Grenze 11.05.2013 14:08
von Lutze | 8.029 Beiträge

Zitat von Dandelion im Beitrag #26
Zitat von Polter im Beitrag #23

Das Bild, wenn wir dann uns richtig erinnern, ist in Fahrtrichtung von Bergen kommend vor der Kontrollstelle Salzwedel in Richtung der Kontollstelle aufgenommen worden. Rechts der Aussichtsturm gibt die Orientierung.


Ich denke, dass Du Recht hast, Polter: Auch ich hatte beim Betrachten des Bildes den Eindruck, dass es die Perspektive von Westen kommend (diesmal als Himmelsrichtung gemeint) zeigt. Ich haba zwar eine langgezogene, recht sanfte Linkskurve vor der Kontrollstelle in Erinnerung, aber da kann ich mich täuschen oder der Bildausschnitt gibt das nicht her.

Die Transitstrecke habe ich nur drei- oder viermal genutzt: Von Düsseldorf oder Köln aus war es sinnvoller, nach Berlin zu fliegen, zumal die Besuche ausschließlich geschäftlich bedingt waren. Aber Salzwedel ohne Gepäckkontrolle oder schneller als in 30 Minuten habe ich nie erlebt. Na ja, vielleicht lag es an meiner Visage....

Edit = Tippfehler

oder einen D-Mark Schein im Reisepass legen,
hat das mal einer gemacht?,
vielleicht ging es dann schneller?
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#28

RE: Stress an der DDR-Grenzübergangsstelle

in Mythos DDR und Grenze 11.05.2013 14:19
von schnatterinchen (gelöscht)
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Zitat von Lutze im Beitrag #27
Zitat von Dandelion im Beitrag #26
Zitat von Polter im Beitrag #23

Das Bild, wenn wir dann uns richtig erinnern, ist in Fahrtrichtung von Bergen kommend vor der Kontrollstelle Salzwedel in Richtung der Kontollstelle aufgenommen worden. Rechts der Aussichtsturm gibt die Orientierung.


Ich denke, dass Du Recht hast, Polter: Auch ich hatte beim Betrachten des Bildes den Eindruck, dass es die Perspektive von Westen kommend (diesmal als Himmelsrichtung gemeint) zeigt. Ich haba zwar eine langgezogene, recht sanfte Linkskurve vor der Kontrollstelle in Erinnerung, aber da kann ich mich täuschen oder der Bildausschnitt gibt das nicht her.

Die Transitstrecke habe ich nur drei- oder viermal genutzt: Von Düsseldorf oder Köln aus war es sinnvoller, nach Berlin zu fliegen, zumal die Besuche ausschließlich geschäftlich bedingt waren. Aber Salzwedel ohne Gepäckkontrolle oder schneller als in 30 Minuten habe ich nie erlebt. Na ja, vielleicht lag es an meiner Visage....

Edit = Tippfehler

oder einen D-Mark Schein im Reisepass legen,
hat das mal einer gemacht?,
vielleicht ging es dann schneller?
Lutze



Das kann ich mir nicht vorstellen. So ein Früchtchen hätten die doch an der Güst sicher gleich aus dem Verkehrsstrom herausgenommen.
Das Risiko war doch sicher auch für den Kontrollierenden viel zu groß beobachtet zu werden.Bei den Horden von Bediensteten die da anwesend waren.
Eine andere Sache habe ich mal gehört, das Verkehrspolizisten auf der Transitstrecke die Bundis regelrecht abgezogen haben um in die privaten Taschen zu wirtschaften.
Der verängstigte Bundi war da leichte Beute und hat sicher schnell und ohne zu fragen geblecht um zügig weg zu kommen.


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#29

RE: Stress an der DDR-Grenzübergangsstelle

in Mythos DDR und Grenze 11.05.2013 14:33
von Lutze | 8.029 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #28
Zitat von Lutze im Beitrag #27
Zitat von Dandelion im Beitrag #26
Zitat von Polter im Beitrag #23

Das Bild, wenn wir dann uns richtig erinnern, ist in Fahrtrichtung von Bergen kommend vor der Kontrollstelle Salzwedel in Richtung der Kontollstelle aufgenommen worden. Rechts der Aussichtsturm gibt die Orientierung.


Ich denke, dass Du Recht hast, Polter: Auch ich hatte beim Betrachten des Bildes den Eindruck, dass es die Perspektive von Westen kommend (diesmal als Himmelsrichtung gemeint) zeigt. Ich haba zwar eine langgezogene, recht sanfte Linkskurve vor der Kontrollstelle in Erinnerung, aber da kann ich mich täuschen oder der Bildausschnitt gibt das nicht her.

Die Transitstrecke habe ich nur drei- oder viermal genutzt: Von Düsseldorf oder Köln aus war es sinnvoller, nach Berlin zu fliegen, zumal die Besuche ausschließlich geschäftlich bedingt waren. Aber Salzwedel ohne Gepäckkontrolle oder schneller als in 30 Minuten habe ich nie erlebt. Na ja, vielleicht lag es an meiner Visage....

Edit = Tippfehler

oder einen D-Mark Schein im Reisepass legen,
hat das mal einer gemacht?,
vielleicht ging es dann schneller?
Lutze



Das kann ich mir nicht vorstellen. So ein Früchtchen hätten die doch an der Güst sicher gleich aus dem Verkehrsstrom herausgenommen.
Das Risiko war doch sicher auch für den Kontrollierenden viel zu groß beobachtet zu werden.Bei den Horden von Bediensteten die da anwesend waren.
Eine andere Sache habe ich mal gehört, das Verkehrspolizisten auf der Transitstrecke die Bundis regelrecht abgezogen haben um in die privaten Taschen zu wirtschaften.
Der verängstigte Bundi war da leichte Beute und hat sicher schnell und ohne zu fragen geblecht um zügig weg zu kommen.



und die Verkehrspolizisten sehen sich im Intershop beim Einkaufen wieder
ja, davon habe ich auch schon gehört
Lutze


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#30

RE: Stress an der DDR-Grenzübergangsstelle

in Mythos DDR und Grenze 11.05.2013 14:40
von eisenringtheo | 9.160 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #27

oder einen D-Mark Schein im Reisepass legen,
hat das mal einer gemacht?,
vielleicht ging es dann schneller?
Lutze


So viel ich mich erinnern kann, ging ein Pass durch mehrere Hände, sozusagen Teamwork. Selbst wenn der erste Mitarbeiter, der die Dokumente auf Vollständigkeit prüfte und aufs Laufband legte, korrupt gewesen wäre, den Schein aus dem Pass genommen hätte, wäre der Ablauf nicht schneller gewesen. Hätte er das Geld ignoriert, würde er grössere Probleme erhalten haben, weil seine Kollegen im Dienstraum das Geld gefunden hätten. (Was da drin gemacht, haben wir uns immer gefragt, vermutlich Photokopien und Echtheitsprüfung, ob schon "Vormeldung" für den Zoll?). War man in der Schlange bis zum Fenster vorgerückt, wurde man vom Passkontrolleur begrüsst und angeschaut, anschliessend gabs die gestempelten Dokumente und man wurde zum Zoll vorgeschickt. Dort musste man anhalten, den Pass, die Zoll- und Devisenerklärung vorweisen. Je nachdem genaue Kontrolle oder - gar keine.Viel Licht und viele Kameras überall. Das mit der Banknote hätte nie und nimmer funktioniert.
Theo


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#31

RE: Stress an der DDR-Grenzübergangsstelle

in Mythos DDR und Grenze 11.05.2013 14:49
von passport | 2.627 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #30
Zitat von Lutze im Beitrag #27

oder einen D-Mark Schein im Reisepass legen,
hat das mal einer gemacht?,
vielleicht ging es dann schneller?
Lutze


So viel ich mich erinnern kann, ging ein Pass durch mehrere Hände, sozusagen Teamwork. Selbst wenn der erste Mitarbeiter, der die Dokumente auf Vollständigkeit prüfte und aufs Laufband legte, korrupt gewesen wäre, den Schein aus dem Pass genommen hätte, wäre der Ablauf nicht schneller gewesen. Hätte er das Geld ignoriert, würde er grössere Probleme erhalten haben, weil seine Kollegen im Dienstraum das Geld gefunden hätten. (Was da drin gemacht, haben wir uns immer gefragt, vermutlich Photokopien und Echtheitsprüfung, ob schon "Vormeldung" für den Zoll?). War man in der Schlange bis zum Fenster vorgerückt, wurde man vom Passkontrolleur begrüsst und angeschaut, anschliessend gabs die gestempelten Dokumente und man wurde zum Zoll vorgeschickt. Dort musste man anhalten, den Pass, die Zoll- und Devisenerklärung vorweisen. Je nachdem genaue Kontrolle oder - gar keine.Viel Licht und viele Kameras überall. Das mit der Banknote hätte nie und nimmer funktioniert.Theo



Theo, besser hätte ich es auch nicht schreiben können, danke

gruß

passport


zuletzt bearbeitet 11.05.2013 14:50 | nach oben springen

#32

RE: Stress an der DDR-Grenzübergangsstelle

in Mythos DDR und Grenze 11.05.2013 14:57
von ABV | 4.202 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #28
Zitat von Lutze im Beitrag #27
Zitat von Dandelion im Beitrag #26
Zitat von Polter im Beitrag #23

Das Bild, wenn wir dann uns richtig erinnern, ist in Fahrtrichtung von Bergen kommend vor der Kontrollstelle Salzwedel in Richtung der Kontollstelle aufgenommen worden. Rechts der Aussichtsturm gibt die Orientierung.


Ich denke, dass Du Recht hast, Polter: Auch ich hatte beim Betrachten des Bildes den Eindruck, dass es die Perspektive von Westen kommend (diesmal als Himmelsrichtung gemeint) zeigt. Ich haba zwar eine langgezogene, recht sanfte Linkskurve vor der Kontrollstelle in Erinnerung, aber da kann ich mich täuschen oder der Bildausschnitt gibt das nicht her.

Die Transitstrecke habe ich nur drei- oder viermal genutzt: Von Düsseldorf oder Köln aus war es sinnvoller, nach Berlin zu fliegen, zumal die Besuche ausschließlich geschäftlich bedingt waren. Aber Salzwedel ohne Gepäckkontrolle oder schneller als in 30 Minuten habe ich nie erlebt. Na ja, vielleicht lag es an meiner Visage....

Edit = Tippfehler

oder einen D-Mark Schein im Reisepass legen,
hat das mal einer gemacht?,
vielleicht ging es dann schneller?
Lutze



Das kann ich mir nicht vorstellen. So ein Früchtchen hätten die doch an der Güst sicher gleich aus dem Verkehrsstrom herausgenommen.
Das Risiko war doch sicher auch für den Kontrollierenden viel zu groß beobachtet zu werden.Bei den Horden von Bediensteten die da anwesend waren.
Eine andere Sache habe ich mal gehört, das Verkehrspolizisten auf der Transitstrecke die Bundis regelrecht abgezogen haben um in die privaten Taschen zu wirtschaften.
Der verängstigte Bundi war da leichte Beute und hat sicher schnell und ohne zu fragen geblecht um zügig weg zu kommen.




Auf der monatlichen Parteiversammlung im VPKA Seelow, erfuhren wir im März 1989, dass komplette Dienstschichten!!! der Transit-VK aus dem Dienst entfernt und teilweise sogar inhaftiert wurden. Die Burschen hatten tatsächlich das von westdeutschen Verkehrssündern eingenommene Verwarngeld, in die eigene Tasche gesteckt. Zum besseren Verständnis: die Transit-VK war als eine der wenigen VP-Einheiten berechtigt, DM entgegenzunehmen. Die Gier nach dem harten Westgeld scheint bei einigen den Verstand lahm gelegt zu haben. Anders kann ich mir das Verhalten nicht erklären. Übrigens soll der Genosse Erich Honecker, Angesichts solcher Vorfälle, von " einem nie dagewesenen Banditentum in der Volkspolizei" gesprochen haben.

Gruß Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


Lutze hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#33

RE: Stress an der DDR-Grenzübergangsstelle

in Mythos DDR und Grenze 11.05.2013 15:34
von Lutze | 8.029 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #32
Zitat von schnatterinchen im Beitrag #28
Zitat von Lutze im Beitrag #27
Zitat von Dandelion im Beitrag #26
Zitat von Polter im Beitrag #23

Das Bild, wenn wir dann uns richtig erinnern, ist in Fahrtrichtung von Bergen kommend vor der Kontrollstelle Salzwedel in Richtung der Kontollstelle aufgenommen worden. Rechts der Aussichtsturm gibt die Orientierung.


Ich denke, dass Du Recht hast, Polter: Auch ich hatte beim Betrachten des Bildes den Eindruck, dass es die Perspektive von Westen kommend (diesmal als Himmelsrichtung gemeint) zeigt. Ich haba zwar eine langgezogene, recht sanfte Linkskurve vor der Kontrollstelle in Erinnerung, aber da kann ich mich täuschen oder der Bildausschnitt gibt das nicht her.

Die Transitstrecke habe ich nur drei- oder viermal genutzt: Von Düsseldorf oder Köln aus war es sinnvoller, nach Berlin zu fliegen, zumal die Besuche ausschließlich geschäftlich bedingt waren. Aber Salzwedel ohne Gepäckkontrolle oder schneller als in 30 Minuten habe ich nie erlebt. Na ja, vielleicht lag es an meiner Visage....

Edit = Tippfehler

oder einen D-Mark Schein im Reisepass legen,
hat das mal einer gemacht?,
vielleicht ging es dann schneller?
Lutze



Das kann ich mir nicht vorstellen. So ein Früchtchen hätten die doch an der Güst sicher gleich aus dem Verkehrsstrom herausgenommen.
Das Risiko war doch sicher auch für den Kontrollierenden viel zu groß beobachtet zu werden.Bei den Horden von Bediensteten die da anwesend waren.
Eine andere Sache habe ich mal gehört, das Verkehrspolizisten auf der Transitstrecke die Bundis regelrecht abgezogen haben um in die privaten Taschen zu wirtschaften.
Der verängstigte Bundi war da leichte Beute und hat sicher schnell und ohne zu fragen geblecht um zügig weg zu kommen.




Auf der monatlichen Parteiversammlung im VPKA Seelow, erfuhren wir im März 1989, dass komplette Dienstschichten!!! der Transit-VK aus dem Dienst entfernt und teilweise sogar inhaftiert wurden. Die Burschen hatten tatsächlich das von westdeutschen Verkehrssündern eingenommene Verwarngeld, in die eigene Tasche gesteckt. Zum besseren Verständnis: die Transit-VK war als eine der wenigen VP-Einheiten berechtigt, DM entgegenzunehmen. Die Gier nach dem harten Westgeld scheint bei einigen den Verstand lahm gelegt zu haben. Anders kann ich mir das Verhalten nicht erklären. Übrigens soll der Genosse Erich Honecker, Angesichts solcher Vorfälle, von " einem nie dagewesenen Banditentum in der Volkspolizei" gesprochen haben.

Gruß Uwe

komplette Dienstschichten weg vom Fenster?,das muß wohl
schon extrem gewesen sein,wenn einige sogar weggesperrt wurden,
weist du, wie man denen auf die Schliche gekommen ist?
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#34

RE: Stress an der DDR-Grenzübergangsstelle

in Mythos DDR und Grenze 11.05.2013 15:34
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von eisenringtheo im Beitrag #30
Zitat von Lutze im Beitrag #27

oder einen D-Mark Schein im Reisepass legen,
hat das mal einer gemacht?,
vielleicht ging es dann schneller?
Lutze


So viel ich mich erinnern kann, ging ein Pass durch mehrere Hände, sozusagen Teamwork.
Theo


Ich teile Deine Einschätzung, Theo - es sei denn, die gesamte Mannschaft einer Schicht hätte auch "Teamwork" betrieben und das Geld brüderlich (oder besser geschwisterlich, schließlich gab es auch Frauen) geteilt. Aber das erscheint mir doch recht unwahrscheinlich.


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#35

RE: Stress an der DDR-Grenzübergangsstelle

in Mythos DDR und Grenze 11.05.2013 15:39
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von Dandelion im Beitrag #34


Ich teile Deine Einschätzung, Theo - es sei denn, die gesamte Mannschaft einer Schicht hätte auch "Teamwork" betrieben und das Geld brüderlich (oder besser geschwisterlich, schließlich gab es auch Frauen) geteilt. Aber das erscheint mir doch recht unwahrscheinlich.



Ich glaube das ist auch ein großer Unterschied zwischen den "Beamten" der DDR und den heutigen. Sie waren unbestechlich. Von Orden, Medallien usw. mal abzusehen. Hier anwesende Beamte natürlich ausgenommen.

LG von der grenzgaengerin


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#36

RE: Stress an der DDR-Grenzübergangsstelle

in Mythos DDR und Grenze 11.05.2013 15:43
von schnatterinchen (gelöscht)
avatar

Lutze:
komplette Dienstschichten weg vom Fenster?,das muß wohl
schon extrem gewesen sein,wenn einige sogar weggesperrt wurden,
weist du, wie man denen auf die Schliche gekommen ist?
Lutze



Ja Lutze,
kannste mal sehen. Die Buben hatten die Keller voll mit Heimelektronik aus dem Westen.
War ne große Sache damals. Diese Genossen , wa Lutze und wir durften nicht mal nach Budapest fahren.


Lutze hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#37

RE: Stress an der DDR-Grenzübergangsstelle

in Mythos DDR und Grenze 11.05.2013 15:48
von ABV | 4.202 Beiträge

@Lutze: Nein, ich weiß leider nicht, wie man denen auf die Schliche gekommen ist. Normalerweise musste man das eingenommene Verwarngeld, ständig abrechnen. Nicht nur das " Westgeld". Dabei wurden die Summe des eingenommenen Geldes mit dem Verwarngeldblock, upps der hieß in der DDR ja Ordnungsgeldblock, verglichen. Wehe, die Zahlen stimmten nicht überein! So wurde aber verhindert, dass sich jemand an den Geldern bediente.
Meine Theorie ist: die betreffenden Polizisten haben den westdeutschen Kraftfahrern einen Deal vorgeschlagen. Eine relativ hohe Geldstrafe wurde angedroht, wenn der Fahrer auf das Ausstellen einer Quittung bestand. Verzichtete er aber auf die Quittung, konnte sich die Strafe schon mal erheblich reduzieren. Eine ähnliche Vorgehensweise wurde, in den ersten Jahren nach der Grenzöffnung zu Polen, dort bei einigen Polizisten beobachtet. Die aber alle nicht mehr im Dienst sind!
Jedenfalls konnten die Polizisten auf diese Art und Weise das Westgeld behalten. Und das Risiko der Entdeckung war auch relativ gering. Die meisten Westdeutschen hatten tatsächlich panische Angst vor der Volkspolizei. Ich kann mir schon vorstellen, dass die Leute froh waren, sich auf diese Art und Weise " freikaufen" zu können. Aber der Krug geht eben solange zum Brunnen bis er bricht! Vielleicht hat sich ja doch irgendwann jemand beschwert?
Eine andere Möglichkeit sehe ich darin, dass die Transit-VK unter Beobachtung des MfS stand. So kann es doch durchaus möglich sein, dass einer der Polizisten als IM gearbeitet und seinem Führungsoffizier von dem krimiellen Treiben berichtet hat.

Gruß Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


Lutze hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 11.05.2013 15:50 | nach oben springen

#38

RE: Stress an der DDR-Grenzübergangsstelle

in Mythos DDR und Grenze 11.05.2013 15:50
von Lutze | 8.029 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #36
Lutze:
komplette Dienstschichten weg vom Fenster?,das muß wohl
schon extrem gewesen sein,wenn einige sogar weggesperrt wurden,
weist du, wie man denen auf die Schliche gekommen ist?
Lutze



Ja Lutze,
kannste mal sehen. Die Buben hatten die Keller voll mit Heimelektronik aus dem Westen.
War ne große Sache damals. Diese Genossen , wa Lutze und wir durften nicht mal nach Budapest fahren.

am Balaton wollte ich hin,schöne Genossen hatten wir damals
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#39

RE: Stress an der DDR-Grenzübergangsstelle

in Mythos DDR und Grenze 11.05.2013 15:54
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #35
[
Ich glaube das ist auch ein großer Unterschied zwischen den "Beamten" der DDR und den heutigen. Sie waren unbestechlich. Von Orden, Medallien usw. mal abzusehen. Hier anwesende Beamte natürlich ausgenommen.

LG von der grenzgaengerin



Ich vermute mal, dass Du den "hier anwesenden Beamten" nicht Bestechlichkeit mit Geld, sondern Empfänglichkeit für Orden unterstellen wolltest...

Wieder im Ernst: Für mich war die DDR vieles - aber mit Gewissheit keine Bananenrepublik (und kommt mir jetzt bitte nicht mit dem Joke: "Konnte sie nicht sein, hier gab es keine Bananen"), wie korrupte Länder in der 3. Welt gerne genannt werden. Wobei man ja gar nicht so weit blicken muss: Auch in der EU gab und gibt es Länder wie Griechenland, in denen Fakelaki durchaus weit verbreitet waren und/oder immer noch sind.

Bitte stellt mich jetzt nicht in die rechte Ecke, aber ein solches Verhalten ist "undeutsch": Das preußische Beamtentum ist mit all seinen Vor-, aber auch Nachteilen tief verwurzelt und was ist aus dem Herzen Preussens entstanden? Richtig, die DDR.

Schwarze Schafe gab es immer und wird es immer geben, daran können weder Ideologie noch Gesetze etwas ändern.


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#40

RE: Stress an der DDR-Grenzübergangsstelle

in Mythos DDR und Grenze 11.05.2013 15:58
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von ABV im Beitrag #37

Meine Theorie ist: die betreffenden Polizisten haben den westdeutschen Kraftfahrern einen Deal vorgeschlagen. Eine relativ hohe Geldstrafe wurde angedroht, wenn der Fahrer auf das Ausstellen einer Quittung bestand. Verzichtete er aber auf die Quittung, konnte sich die Strafe schon mal erheblich reduzieren.
Gruß Uwe


Von dieser Praxis habe ich mehrfach gehört, sie allerdings am eigenen Leibe nicht erfahren. Aber gut vorstellbar ist es schon.


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