#81

RE: Schüsse an der Grenze. Dann Siegerjustiz?

in Mythos DDR und Grenze 23.05.2013 17:44
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Gert nicht vergessen das ja gleichzeitig auch immer viele Personen aus den verschiedensten Gründen nicht mehr interessant waren und so entfielen. Ach ja, das Interesse des MfS für eine Person war ja nun nicht immer negativ behaftet, oft ging es ja auch nur um eine simple Sicherheitsüberprüfung oder andere Dinge die als Ergebnis eine positive "Außenwirkung" für die entsprechende Person nach sich zogen.

Wurde aber alles schon, im dafür vorgesehen Themenbereich (MfS), ausführlich behandelt.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

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zuletzt bearbeitet 23.05.2013 17:46 | nach oben springen

#82

RE: Schüsse an der Grenze. Dann Siegerjustiz?

in Mythos DDR und Grenze 23.05.2013 17:47
von silberfuchs60 | 1.458 Beiträge

Zitat von Feliks D. im Beitrag #80
Zitat von schnatterinchen im Beitrag #75
Hier was interessantes zur Lektüre:
http://www.spiegel.de/politik/deutschlan...n-a-884493.html


Das ist ja nun nichts neues! Ich habe bereits öfters mal ketzerisch in die Runde gefragt ob Vorstellungen dahingehend bestehen, wer wohl die am besten überwachte und den meisten Einschränkungen unterworfene Bevölkerungsgruppe in der DDR war.

Das die Zahlen zu den IM maßlos übertrieben sind wird von Verantwortlichen des MfS bereits seit Jahren angeführt, von gewissen Kräften jedoch stets geleugnet. Ich kann einen IM-KW eben nicht einfach dem "normalen" IM-Bestand zurechnen! Wenn ich seriös sein will muss ich zwischen den zahlreichen IM-Kategorien und ihren Aufgaben genau differenzieren und nicht alles in einen Topf werfen und dann eine Zahl herumposaunen.

Eine Werkstatt ist eben kein Auto, auch wenn ich diese zum reibungslosen Betrieb eines solchen unbedingt benötige. Kein Mensch käme nun auf die Idee bei einer Zählung vorhandener Kraftfahrzeuge deren Zahl nun auch noch alle vorhandenen Werkstätten hinzuzuzählen.

Einfach mal als für Laien nachvollziehbares Beispiel gedacht.


@Feliks...ich habe die Sachlage schon verstanden gehabt, das nicht fast jeder bei der "Firma" war auch nicht als IM wie erzählt oder angenommen wurde.
Der Vergleich von Dir "hinkt" etwas...unpassend bei diesem brisanten Thema.

Gruß silberfuchs60


xxx
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#83

RE: Schüsse an der Grenze. Dann Siegerjustiz?

in Mythos DDR und Grenze 23.05.2013 17:50
von DoreHolm | 7.705 Beiträge

Zitat von silberfuchs60 im Beitrag #79
Zitat von Gert im Beitrag #78
Zitat von Bugsy im Beitrag #74
Zitat von Gert im Beitrag #61
@DoreHolm , hast du bessere Zahlen ? Dann her damit-
grün mark.
@ passport, Jawoll Herr Oberlehrer, ich werd's mir merken



Meine rote Hervorhebung in deinem Beitrag.
Vielleicht ist die Zahl der Mitarbeiter insgesamt nicht so wichtig im Fall. Denn nur ca. 12 000 von denen führten ungefähr 110 000 IMs bei operativen (aktiven) Vorgängen. Ich weiß, dass die Zahl der IMs umstritten ist, aber Fantasiezahlen von "bis zu 2,5 Million" kann man getrost vergessen, weil Untersuchungen bei der Gauck-Behörde ergeben haben, dass sie nicht stimmen.

Weitaus interessanter finde ich die Zahlen, die in etwa eine Aussage machen, über die Auswirkungen der Überwachungstätigkeit des MfS. Es geht aus den Stasi Akten hervor, dass von ca. 1953 bis 1989 rund 42 000 DDR-Bürger pro Jahr überwacht wurden (ca. 0,27 Prozent der Bevölkerung), was ja nicht gerade die These von einer “flächendeckenden, erdrückenden Überwachung“ stützt.

Nun, ist das eine hohe Zahl oder eine niedrige? Kann keiner sagen, weil Vergleiche nicht angestellt werden können. Kein anderer Geheimdienst hat jemals veröffentlicht, wie viele Bürger im jeweiligen Land überwacht werden oder wurden. Obgleich die Tatsache, dass die britische Polizei illegale DNA-Profile von 6 Millionen Bürgern (ca 10 Prozent der Bevölkerung) hält und noch dazu, dass es eine Überwachungskamera pro 16 Nasen in GB gibt, lässt einen zaghaften Vergleich schon zu.

MsG



Ja bugsy, dann war doch alles in Butter in der ex-DDR. Ach übrigens, waren das immer die gleichen 42000 Personen, die man in den 36 Jahren überwacht hat ?




@Gert...selbst wenn es jedes Jahr 42000 Personen wären, kämen in 40 Jahren "nur" ca 10% der DDR-Bevölkerung zusammen.
Ich war einer der "Glücklichen" 10%-er.



Und diese Rechnung stimmt auch nur, wenn die zu Beginn der DDR im "bespitzelungsrelevanten Alter" lebenden auch 1989 noch in diesem Alter wären. Niemand hinzugeboren, niemand gestorben oder ausgereist, niemand gealtert. 40 Jahre, das sind knapp zwei Generationen. Da man davon ausgehen kann, daß die Bespitzelung sich für viele über mehrere Jahre hinzog und mal definiert werden sollte, was man unter Bespitzelung versteht ( zählt schon eine Befragung von Nachbarn, Bekannten, Verwandten, Kollegen über eine Person dazu, dann zähle ich auch zu den Bespitzelten), wird es sich tatsächlich wohl bei weniger als 3% bewegen. Aber es ist müßig, hier Krümelkackerei zu betreiben



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#84

RE: Schüsse an der Grenze. Dann Siegerjustiz?

in Mythos DDR und Grenze 23.05.2013 17:53
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Nein, haste scheinbar nicht ganz verstanden. Andernfalls würdest Du den Vergleich durchaus annehmen können.

Ein IM-KW war ein normaler Bürger und stellte eben nur eine KW bereit in der sich ein FO mit IM anderer Kategorien treffen konnte. Quasi war er lediglich eine Grundlage für den "Betrieb" anderer IM. Diesen kann man nun nicht einfach einer Gesamtzahl X hinzurechnen und dann verkünden diese Zahl an "Spitzeln" hätte dem MfS zur Verfügung gestanden um die Bevölkerung zu überwachen. Genau dies hat jener welcher nämlich nie als Aufgabe gehabt!


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

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zuletzt bearbeitet 23.05.2013 17:55 | nach oben springen

#85

RE: Schüsse an der Grenze. Dann Siegerjustiz?

in Mythos DDR und Grenze 23.05.2013 17:56
von silberfuchs60 | 1.458 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #83
Zitat von silberfuchs60 im Beitrag #79
Zitat von Gert im Beitrag #78
Zitat von Bugsy im Beitrag #74
Zitat von Gert im Beitrag #61
@DoreHolm , hast du bessere Zahlen ? Dann her damit-
grün mark.
@ passport, Jawoll Herr Oberlehrer, ich werd's mir merken



Meine rote Hervorhebung in deinem Beitrag.
Vielleicht ist die Zahl der Mitarbeiter insgesamt nicht so wichtig im Fall. Denn nur ca. 12 000 von denen führten ungefähr 110 000 IMs bei operativen (aktiven) Vorgängen. Ich weiß, dass die Zahl der IMs umstritten ist, aber Fantasiezahlen von "bis zu 2,5 Million" kann man getrost vergessen, weil Untersuchungen bei der Gauck-Behörde ergeben haben, dass sie nicht stimmen.

Weitaus interessanter finde ich die Zahlen, die in etwa eine Aussage machen, über die Auswirkungen der Überwachungstätigkeit des MfS. Es geht aus den Stasi Akten hervor, dass von ca. 1953 bis 1989 rund 42 000 DDR-Bürger pro Jahr überwacht wurden (ca. 0,27 Prozent der Bevölkerung), was ja nicht gerade die These von einer “flächendeckenden, erdrückenden Überwachung“ stützt.

Nun, ist das eine hohe Zahl oder eine niedrige? Kann keiner sagen, weil Vergleiche nicht angestellt werden können. Kein anderer Geheimdienst hat jemals veröffentlicht, wie viele Bürger im jeweiligen Land überwacht werden oder wurden. Obgleich die Tatsache, dass die britische Polizei illegale DNA-Profile von 6 Millionen Bürgern (ca 10 Prozent der Bevölkerung) hält und noch dazu, dass es eine Überwachungskamera pro 16 Nasen in GB gibt, lässt einen zaghaften Vergleich schon zu.

MsG



Ja bugsy, dann war doch alles in Butter in der ex-DDR. Ach übrigens, waren das immer die gleichen 42000 Personen, die man in den 36 Jahren überwacht hat ?




@Gert...selbst wenn es jedes Jahr 42000 Personen wären, kämen in 40 Jahren "nur" ca 10% der DDR-Bevölkerung zusammen.
Ich war einer der "Glücklichen" 10%-er.



Und diese Rechnung stimmt auch nur, wenn die zu Beginn der DDR im "bespitzelungsrelevanten Alter" lebenden auch 1989 noch in diesem Alter wären. Niemand hinzugeboren, niemand gestorben oder ausgereist, niemand gealtert. 40 Jahre, das sind knapp zwei Generationen. Da man davon ausgehen kann, daß die Bespitzelung sich für viele über mehrere Jahre hinzog und mal definiert werden sollte, was man unter Bespitzelung versteht ( zählt schon eine Befragung von Nachbarn, Bekannten, Verwandten, Kollegen über eine Person dazu, dann zähle ich auch zu den Bespitzelten), wird es sich tatsächlich wohl bei weniger als 3% bewegen. Aber es ist müßig, hier Krümelkackerei zu betreiben



@DoreHolm....mir ging es nur um die "Milchmädchenrechnung" zu Ende zu führen.
Natürlich hast Du Recht, so in die Tiefe wollte ich nicht gehen....sonst nimmt das " Erbsenzählen " kein ENDE.


xxx
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#86

RE: Schüsse an der Grenze. Dann Siegerjustiz?

in Mythos DDR und Grenze 23.05.2013 18:03
von Bugsy | 454 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #78
Ja bugsy, dann war doch alles in Butter in der ex-DDR. Ach übrigens, waren das immer die gleichen 42000 Personen, die man in den 36 Jahren überwacht hat ?




Ach, Gert Mann. Dreh mir doch nicht das Wort im Munde um. Ich habe das nie behauptet und stets betont, dass das, was die Stasi betrieben hat eigentlich verwerflich war. Ich plädiere nur für ein bisschen mehr Sachlichkeit in der Debatte. Dieses ewige hysterische Gelalle von den Knabens, Barings, usw. verschleiert nur ihr Eigeninteresse. Die Schwierigkeit liegt darin, dass einzig und allein die Akten der Stasi vorliegen, somit werden die mindestens so verwerflichen Aktivitäten anderer Geheimdienste gar nicht erst erwähnt und können nicht überprüft werden. Meines Wissens hat die Stasi keine demokratisch gewählten Regierungen gestürzt, und auch keine Coups in fremden Ländern angezettelt, geschweige denn Kriege angefangen.

Die hinterhältigen Taktiken von MI6 (SIS), CIA oder dem BND würden ebenfalls einer gründlichen Analyse nicht standhalten. Die kenne ich ein bisschen aus eigener Erfahrung. Als ich in der Hauptstadt der DDR wohnte, sind alle drei Dienste mehrere Male in West Berlin an mich herangetreten, weil sie wollten, dass ich Spionageaufträge ausführe. Dann haben die mich wütend als “Verräter“ beschimpft, als ich einfach sagte: “Kiss my fucking Irish arse!“. Danach wurde meine Loge in West Berlin regelmäßig “umgedreht“, so paranoid und rachsüchtig waren die.

Die Stasi hat mich auch (ein Mal) aufgesucht. Die Jungs bekamen ein knappes: “Fuck off!“ und das war es dann auch und ich habe keinerlei Nachteile erlitten. In meiner Stasiakte stand dann: “Keine weiteren Anwerbungsversuche“. Nach meinem Dafürhalten, war die Stasi im Fall weitaus zivilisierter und anständiger.

MsG

PS. Meine dürftigen Deutschkenntnisse sagen mir, dass es eigentlich "dieselben 42 000" heißen müsste. Aber ich kann mich irren.


Fünf Minuten vor der Zeit ist des Soldaten Pünktlicheit, der Sanitäter kommt zehn Minuten später.
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zuletzt bearbeitet 23.05.2013 18:06 | nach oben springen

#87

RE: Schüsse an der Grenze. Dann Siegerjustiz?

in Mythos DDR und Grenze 23.05.2013 18:06
von Moskwitschka (gelöscht)
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Wenn man schon den Spiegel - Artikel anführt, sollte man auch auf die Kernaussage verweisen:

"Ihm gehe es nicht um die "Relativierung der Verbrechen der Staatssicherheit", sagt Kowalczuk. Der intensive Blick auf den Geheimdienst habe aber das Bild von der DDR verzerrt. Diese "Dämonisierung der IM und der Stasi" habe all jene "wunderbar entlastet", denen man dieses Label nicht habe anheften können, die SED-Mitglieder etwa."

LG von der grenzgaengerin


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#88

RE: Schüsse an der Grenze. Dann Siegerjustiz?

in Mythos DDR und Grenze 23.05.2013 19:02
von damals wars | 12.198 Beiträge

Welchem ehemaligen SED Mitglied wurde nicht schon IM und Stasi an den Hals geknallt?
Da gibt es doch keine Schamgrenzen. sieht Mann und Frau doch hier an den Hubertusknaben.
Denen fällt doch eh nichts anderes ein!


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#89

RE: Schüsse an der Grenze. Dann Siegerjustiz?

in Mythos DDR und Grenze 23.05.2013 19:12
von utkieker | 2.925 Beiträge

Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #87
Wenn man schon den Spiegel - Artikel anführt, sollte man auch auf die Kernaussage verweisen:

"Ihm gehe es nicht um die "Relativierung der Verbrechen der Staatssicherheit", sagt Kowalczuk. Der intensive Blick auf den Geheimdienst habe aber das Bild von der DDR verzerrt. Diese "Dämonisierung der IM und der Stasi" habe all jene "wunderbar entlastet", denen man dieses Label nicht habe anheften können, die SED-Mitglieder etwa."

LG von der grenzgaengerin


Hallo grenzgängerin,

ein Haken bleibt noch, was mache ich mit den mehr oder weniger zahlreichen Parteidissidenten? Das Parteibonbon am Revers war sicher keine Immunisierung gegenüber der Überwachung durch die Stasi. Ich teile die Auffassung Kowalczuk, wenn er feststellt, daß gerade die Stasi sich gegenseitig überwachte und bin immer wieder erstaunt wie riesig und aufgebläht die Stasi war. Natürlich hatte die DDR ein Recht darauf, sich staatliche Schutz und Sicherheitsorgane zu schaffen. Würde man sich auf das Wesentliche konzentrieren und nicht jeden DDR- Bürger unter Generalverdacht stellen hätte man gut und gerne auf 95% des Personals verzichten können. Die meisten DDR- Bürger waren ohnehin jenseits von gut und böse. In so fern war das aufgedunsene MfS Geld-, Personal- und Zeitverschwendung.
Die Stasi wirkte repressiv aber nur ein verschwindend kleiner Teil der Bevölkerung bekam die Repressionen auch wirklich zu spüren (abgesehen von der Vorenthaltung diverser bürgerlicher Freiheiten).

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#90

RE: Schüsse an der Grenze. Dann Siegerjustiz?

in Mythos DDR und Grenze 23.05.2013 19:20
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von damals wars im Beitrag #88
Welchem ehemaligen SED Mitglied wurde nicht schon IM und Stasi an den Hals geknallt?
Da gibt es doch keine Schamgrenzen. sieht Mann und Frau doch hier an den Hubertusknaben.
Denen fällt doch eh nichts anderes ein!


Anders wird ein Schuh draus. Nach der Wende sind Pflöcke für 2 Weiden eingeschlagen - die eine für die Opfer, die andere das MfS. Und die meisten haben sich nicht die Mühe gemacht, sich diesen Weiden zu nähern, sondern haben sich nur aus der Ferne einen ordentlichen Schlagabtausch von Argumenten hingegeben. Dabei hat man den Blick dafür verloren, dass um diesen beiden abgesteckten Weiden es noch unendlich viel Weideland gibt. Und das meine ich im sowohl im positiven Sinne, als auch im negativen.

Manchmal denke ich wirklich - wir sind Schafe, die sich vom Hirten von Weide zu Weide führen lassen.

LG von der grenzgaengerin


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#91

RE: Schüsse an der Grenze. Dann Siegerjustiz?

in Mythos DDR und Grenze 23.05.2013 19:22
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #90


Manchmal denke ich wirklich - wir sind Schafe, die sich vom Hirten von Weide zu Weide führen lassen.

LG von der grenzgaengerin



Manche auch zur Schlachtbank.

seaman


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#92

RE: Schüsse an der Grenze. Dann Siegerjustiz?

in Mythos DDR und Grenze 23.05.2013 19:27
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #90

Anders wird ein Schuh draus. Nach der Wende sind Pflöcke für 2 Weiden eingeschlagen - die eine für die Opfer, die andere das MfS. Und die meisten haben sich nicht die Mühe gemacht, sich diesen Weiden zu nähern, sondern haben sich nur aus der Ferne einen ordentlichen Schlagabtausch von Argumenten hingegeben. Dabei hat man den Blick dafür verloren, dass um diesen beiden abgesteckten Weiden es noch unendlich viel Weideland gibt.




Jener welcher hier vertritt die Auffassung, dass die meisten sehr wohl [getrieben] eine dieser Weide aufsuchen mußten und immer noch müssen.

Zitat
„Es entsteht immer dieses Schwarz-Weiß-Schema. Es gab in der DDR vielleicht zwei Prozent Opfer und vielleicht drei Prozent Täter. Und 95 Prozent waren Volk. Die wollten auch gar nichts anderes sein, wollten für sich und ihre Familie das Beste aus ihrem Leben machen. Im Nachhinein aber wird die DDR-Bevölkerung eingeteilt in Täter und Opfer. Nun müssen die Leute alle sehen, wie sie auf das Opfer-Ufer kommen, weil sie sonst alle zu den Tätern gerechnet werden. Sie müssen ihre Widerstandsgeschichten erzählen und wie oft sie die Faust in der Hosentasche geballt haben. Aber sie waren weder das eine noch das andere.“

Lothar de Maiziere


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

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zuletzt bearbeitet 23.05.2013 19:29 | nach oben springen

#93

RE: Schüsse an der Grenze. Dann Siegerjustiz?

in Mythos DDR und Grenze 23.05.2013 19:43
von werner | 1.591 Beiträge

Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #90
Zitat von damals wars im Beitrag #88
Welchem ehemaligen SED Mitglied wurde nicht schon IM und Stasi an den Hals geknallt?
Da gibt es doch keine Schamgrenzen. sieht Mann und Frau doch hier an den Hubertusknaben.
Denen fällt doch eh nichts anderes ein!


Anders wird ein Schuh draus. Nach der Wende sind Pflöcke für 2 Weiden eingeschlagen - die eine für die Opfer, die andere das MfS. Und die meisten haben sich nicht die Mühe gemacht, sich diesen Weiden zu nähern, sondern haben sich nur aus der Ferne einen ordentlichen Schlagabtausch von Argumenten hingegeben. Dabei hat man den Blick dafür verloren, dass um diesen beiden abgesteckten Weiden es noch unendlich viel Weideland gibt. Und das meine ich im sowohl im positiven Sinne, als auch im negativen.

Manchmal denke ich wirklich - wir sind Schafe, die sich vom Hirten von Weide zu Weide führen lassen.

LG von der grenzgaengerin





Quelle: http://www.grusskartenkaufen.de/


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
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#94

RE: Schüsse an der Grenze. Dann Siegerjustiz?

in Mythos DDR und Grenze 23.05.2013 19:53
von Bugsy | 454 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #78
Ja bugsy, dann war doch alles in Butter in der ex-DDR. Ach übrigens, waren das immer die gleichen 42000 Personen, die man in den 36 Jahren überwacht hat ?




Noch ein Nachwort zu dem: In den Zahlen sind auch enthalten diejenigen, die eingezogen werden sollten, noch dazu die, die eine Stellung im Amtsapparat anstrebten und auch diejenigen, die beispielsweise vom Blockwart verpfiffen worden sind. Da wurden Vorgangsakten angelegt und aber auch gleich wieder geschlossen, weil sich der anfängliche "Verdacht" als null und nichtig erwies. Von der Tatsache abgesehen, dass die angeblichen "180 Meter Akten“ ein Märchen sind und gut ein Drittel deren waren Verwaltungsaktien, die jede Organisation hält

Ich habe mehrere Male versucht, Einsicht in meine Personalakten sowohl bei den britischen als auch den deutschen "Geheimdiensten“ zu meiner angeblichen Tätigkeit zu erlangen. In meiner Heimat (Irland) und, man glaubt es kaum, in den US war es dagegen kein Problem. Die haben mir die Akten vorgelegt und waren nicht daran interessiert, ob ich Kopien mache oder nicht. Nur bei den benannten Ländern wurde eine solche Besichtigung damit abgelehnt, vorgeblich weil "interne Sicherheitsbedenken“ bestehen. Tja, mit der herbeigesehnten "Durchsichtigkeit" wird es wohl eine Weile dauern, denke ich.

Immerhin sollten wir nicht vergessen: Sie arbeiten für uns!

MsG


Fünf Minuten vor der Zeit ist des Soldaten Pünktlicheit, der Sanitäter kommt zehn Minuten später.
zuletzt bearbeitet 23.05.2013 19:58 | nach oben springen

#95

RE: Schüsse an der Grenze. Dann Siegerjustiz?

in Mythos DDR und Grenze 23.05.2013 19:59
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Blockwart, sonst geht's Dir gut?


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

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#96

RE: Schüsse an der Grenze. Dann Siegerjustiz?

in Mythos DDR und Grenze 23.05.2013 20:06
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von Feliks D. im Beitrag #95
Blockwart, sonst geht's Dir gut?


Der/die HGL - Vorsitzende/r ist doch mit dem Hausbuch nicht so weit entfernt gewesen

Mach doch einen thread auf, um dieses Bild gerade zu rücken. Über Hausgemeinschaften in der DDR zu schreiben ist fast so schön wie das Bockwurst - Thema.

LG von der grenzgaengerin


Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 23.05.2013 20:07 | nach oben springen

#97

RE: Schüsse an der Grenze. Dann Siegerjustiz?

in Mythos DDR und Grenze 23.05.2013 20:09
von silberfuchs60 | 1.458 Beiträge

Zitat von Feliks D. im Beitrag #95
Blockwart, sonst geht's Dir gut?


sorry Feliks, mußte gerade bei Deinem Eintrag


xxx
zuletzt bearbeitet 23.05.2013 20:28 | nach oben springen

#98

RE: Schüsse an der Grenze. Dann Siegerjustiz?

in Mythos DDR und Grenze 23.05.2013 20:10
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #96


Der/die HGL - Vorsitzende/r ist doch mit dem Hausbuch nicht so weit entfernt gewesen


LG von der grenzgaengerin



Vielleicht solltest du Dich erstmal mit den Funktionen eines Blockwarts vertraut machen,bevor du Schwachsinn verbreitest.

seaman


Feliks D. hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#99

RE: Schüsse an der Grenze. Dann Siegerjustiz?

in Mythos DDR und Grenze 23.05.2013 20:19
von Gelöschtes Mitglied
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Ich denke mal, dass @grenzgängerin hier mit dem Begriff daneben gegriffen hat und mit der/dem Hausbuchverantwortlichen die Wohnblockverantwortung gemeint hat.

Vierkrug


zuletzt bearbeitet 23.05.2013 20:20 | nach oben springen

#100

RE: Schüsse an der Grenze. Dann Siegerjustiz?

in Mythos DDR und Grenze 23.05.2013 20:26
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von seaman im Beitrag #98
Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #96


Der/die HGL - Vorsitzende/r ist doch mit dem Hausbuch nicht so weit entfernt gewesen


LG von der grenzgaengerin



Vielleicht solltest du Dich erstmal mit den Funktionen eines Blockwarts vertraut machen,bevor du Schwachsinn verbreitest.

seaman


Den Blockwart habe ich nicht in die Diskussion geworfen.

Sondern die Anregung über die HGL' s nachzudenken. Ich kannte nur 2 und die haben sehr genau Buch geführt. Es war zugegeben nur eine Seite der Medallie. Und ich denke es ist Wert darüber zu schreiben. Über beide Seiten.

LG von der grenzgaengerin


zuletzt bearbeitet 23.05.2013 20:26 | nach oben springen



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