#21

RE: Schüsse an der Grenze. Dann Siegerjustiz?

in Mythos DDR und Grenze 04.05.2013 14:43
von ddr-bürger (gelöscht)
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Ich bin der Meinung von "Dore". Nur diese "Schausteller" wie auf den Bildern finde ich zum kot.....
Auf der einen Seite mag es Erinnerungen wecken die nicht "beliebt" sind und für die andere Seite ist es einfach Hohn. So oder so, da dürften sich wohl beide "Forengruppen" einig sein.

Es ist ein Stück unserer Geschichte und kann auch auf keinen Fall mit der Geschichte vor 1945 in einen Topf geworfen werden. Darum wäre ein solches Verbot für mich lächerlich und eine Form von "Siegerjustiz". Nun schließt sich der Kreis zur Sackgasse Sprache....


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#22

RE: Schüsse an der Grenze. Dann Siegerjustiz?

in Mythos DDR und Grenze 05.05.2013 19:19
von Bugsy | 454 Beiträge

Zitat von Jobnomade im Beitrag #20
Ich würde auch nicht in Uniform (wenn ich denn noch eine hätte) zu irgendwelchen Traditionstreffen gehen. Ich habe meine Uniform am Ende des Wehrdienstes leichten Herzens wieder abgegeben.

Gruss Hartmut

Lieber Hartmut,

obgleich ich deine Einwände durchaus verstehe, hier eine andere Sicht der Dinge:

Einer der stolzesten Momente meiner Armeekarriere war, also ich am 11. November 1968 in Dublin an der "Remembrance Day" Zeremonie teilnahm. Auch mit dabei waren mein Vater, mit seinen Orden aus dem Zweiten Weltkrieg, und mein Großvater, mit seinen Orden aus dem Ersten Weltkrieg. Und ich natürlich auch, in Uniform und mit meinen Orden aus dem "Kalten Krieg“. Im Jahre danach war so etwas nicht mehr möglich, da hatten die Unruhen in Nordirland schon angefangen und brachten damit die alten Feindseligkeiten den Briten gegenüber abermals zum Vorschein.

Auch heute trage ich beim selben Anlass jedes Jahr die Orden meiner Vorfahren. Allerdings die Orden meines Großvaters umfassen auch den so genannten “Black and Tan Medal“ mit “Cormac“ (aktiver Kämpfer) Zusatz. Den hat er sich im irischen Unabhängigkeitskrieg 1918 – 1922 verdient. So erstaunlich das auch heute klingt, aber mein Großvater kämpfte erst MIT der britischen Armee in Frankreich und anschließend GEGEN sie daheim! Viele Kameraden erkennen den Orden und einige haben schon zu veranlassen versucht, mir das Tragen zu verbieten – was denen ja bis anhin nicht gelungen ist, da der Orden offiziell, und anerkannt, damals von der irischen Regierung verliehen wurde.

Du siehst also, dass auch Veteranen anderer Armeen mit ähnlichen Vorurteilen, und unlogischen Dämlichkeiten, zu kämpfen haben.

Es ist mir mit meinem Eingangsbeitrag eigentlich darum gegangen, aufzuzeigen, wie unterschiedlich mit den verschiedenen "Regimen" umgegangen worden ist. Mittlerweile haben sich daraus andere Themen ergeben. Die begrüße ich zwar, aber sie übertünchen das, was ich mit dem Anstoß erreichen wollte.

Für diejenigen, die noch dabei sind: Es geht um die demokratische (und da hapert es gewaltig noch) Behandlungen von Menschen, die ihren vom Staat verlangten Dient erledigt haben. Dazu gehören nach meinem Dafürhalten nicht nur die Grenzdienste, sondern auch Mitglieder der Stasi, deren Tätigkeit stets von den gültigen DDR Gesetzen gedeckt waren. Pikanterweise, bekamen sowohl der BND als auch der MAD der BRD erst Ende 1990 eine formelle gesetzliche Grundlage für ihre jeweiligen Tätigkeiten. Tja, sieh man an!

MsG


Fünf Minuten vor der Zeit ist des Soldaten Pünktlicheit, der Sanitäter kommt zehn Minuten später.
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#23

RE: Schüsse an der Grenze. Dann Siegerjustiz?

in Mythos DDR und Grenze 06.05.2013 19:09
von Jobnomade | 1.380 Beiträge

Hallo Bugsy,

ich kann gut verstehen, das ein Berufssoldat ein ganz anderes Verhältnis zu militärischen Orden und Ehrenzeichen hat als ein ehemals Wehrpflichtiger, so wie ich es für 18 Monate war.
Hinzu kommt noch, dass Orden, Ehrenzeichen aller Art, in der DDR damals sehr häufig vergeben wurden. Es verging kein Feiertag, an dem nicht haufenweise irgendwelche Orden vergeben wurden. Das Volk machte Witze darüber.
Meine paar bescheidenen militärischen Abzeichen (zB das Postenführerabzeichen) sind wirklich nicht der Rede wert - das bekam nahezu jeder wehrpflichtige Grenzer. Auch lege ich auf zivile Auszeichnungen der damaligen Zeit keinen Wert: ich habe zB mal das "Banner der Arbeit" erhalten - das war damals schon etwas, was nicht jeder bekam.
Die DDR ist Geschichte, die Abzeichen und Orden liegen in einem Karton im Keller und wenn sich mal Historiker oder seriöse Sammler dafür interessieren, können sie diese gern bekommen.

Gruss Hartmut


u3644_Jobnomade.html
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#24

RE: Schüsse an der Grenze. Dann Siegerjustiz?

in Mythos DDR und Grenze 22.05.2013 11:45
von EK82I | 869 Beiträge

Ich habe das gefunden,was ich eigentlich woanders einstellen wollte,passt aber auch hier hin.Die damaligen Prozesse gegen ehemalige Kameraden,die das erleben mussten,was viele hätte treffen können.
Hier zum gleichen Thema zwei Ilustrierte aus der Zeit damls. Einmal aus Sicht der Angehörigen des Opfers,bei der anderen Ausgabe,auch aus der Sicht der damals handelnden.
Das ist auch heute noch interessant zu lesen,die Stimmung über die sogenannten Grenzerprozesse(hier in einem speziellen Fall)


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#25

RE: Schüsse an der Grenze. Dann Siegerjustiz?

in Mythos DDR und Grenze 22.05.2013 18:18
von schnatterinchen (gelöscht)
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Zitat von Bugsy im Beitrag #22
Zitat von Jobnomade im Beitrag #20
Ich würde auch nicht in Uniform (wenn ich denn noch eine hätte) zu irgendwelchen Traditionstreffen gehen. Ich habe meine Uniform am Ende des Wehrdienstes leichten Herzens wieder abgegeben.

Gruss Hartmut

Lieber Hartmut,

obgleich ich deine Einwände durchaus verstehe, hier eine andere Sicht der Dinge:

Einer der stolzesten Momente meiner Armeekarriere war, also ich am 11. November 1968 in Dublin an der "Remembrance Day" Zeremonie teilnahm. Auch mit dabei waren mein Vater, mit seinen Orden aus dem Zweiten Weltkrieg, und mein Großvater, mit seinen Orden aus dem Ersten Weltkrieg. Und ich natürlich auch, in Uniform und mit meinen Orden aus dem "Kalten Krieg“. Im Jahre danach war so etwas nicht mehr möglich, da hatten die Unruhen in Nordirland schon angefangen und brachten damit die alten Feindseligkeiten den Briten gegenüber abermals zum Vorschein.

Auch heute trage ich beim selben Anlass jedes Jahr die Orden meiner Vorfahren. Allerdings die Orden meines Großvaters umfassen auch den so genannten “Black and Tan Medal“ mit “Cormac“ (aktiver Kämpfer) Zusatz. Den hat er sich im irischen Unabhängigkeitskrieg 1918 – 1922 verdient. So erstaunlich das auch heute klingt, aber mein Großvater kämpfte erst MIT der britischen Armee in Frankreich und anschließend GEGEN sie daheim! Viele Kameraden erkennen den Orden und einige haben schon zu veranlassen versucht, mir das Tragen zu verbieten – was denen ja bis anhin nicht gelungen ist, da der Orden offiziell, und anerkannt, damals von der irischen Regierung verliehen wurde.

Du siehst also, dass auch Veteranen anderer Armeen mit ähnlichen Vorurteilen, und unlogischen Dämlichkeiten, zu kämpfen haben.

Es ist mir mit meinem Eingangsbeitrag eigentlich darum gegangen, aufzuzeigen, wie unterschiedlich mit den verschiedenen "Regimen" umgegangen worden ist. Mittlerweile haben sich daraus andere Themen ergeben. Die begrüße ich zwar, aber sie übertünchen das, was ich mit dem Anstoß erreichen wollte.

Für diejenigen, die noch dabei sind: Es geht um die demokratische (und da hapert es gewaltig noch) Behandlungen von Menschen, die ihren vom Staat verlangten Dient erledigt haben. Dazu gehören nach meinem Dafürhalten nicht nur die Grenzdienste, sondern auch Mitglieder der Stasi, deren Tätigkeit stets von den gültigen DDR Gesetzen gedeckt waren. Pikanterweise, bekamen sowohl der BND als auch der MAD der BRD erst Ende 1990 eine formelle gesetzliche Grundlage für ihre jeweiligen Tätigkeiten. Tja, sieh man an!

MsG



Welche Tätigkeiten der Stasi meinst Du denn?
Meinst Du es war durch DDR Gesetze gedeckt, ganze Familien durch Erpressung , Lügen und Einschüchterung zu "Zersetzten"?
Das Hauptaugenmerk der Stasi lag bekanntermaßen auf der eigenen Bevölkerung.
Was weißt Du denn von der Art und Weise wie die Stasi ihre "Elemente" in der DDR "bearbeitet" hat?


Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#26

RE: Schüsse an der Grenze. Dann Siegerjustiz?

in Mythos DDR und Grenze 22.05.2013 18:31
von damals wars | 12.145 Beiträge

[quote=schnatterinchen]


Welche Tätigkeiten der Stasi meinst Du denn?
Meinst Du es war durch DDR Gesetze gedeckt, ganze Familien durch Erpressung , Lügen und Einschüchterung zu "Zersetzten"?
Das Hauptaugenmerk der Stasi lag bekanntermaßen auf der eigenen Bevölkerung.
Was weißt Du denn von der Art und Weise wie die Stasi ihre "Elemente" in der DDR "bearbeitet" hat?

[/quote]

Sprichst Du jetzt von Deiner Familie?
Du weißt doch, wie das geht!
Einfach Link reinsetzen.
Und Deine Stasiakte auf einer Internetseite präsentieren.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#27

RE: Schüsse an der Grenze. Dann Siegerjustiz?

in Mythos DDR und Grenze 22.05.2013 18:34
von schnatterinchen (gelöscht)
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Ich hatte den User Bugsy etwas gefragt, nicht Dich!


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#28

RE: Schüsse an der Grenze. Dann Siegerjustiz?

in Mythos DDR und Grenze 22.05.2013 18:45
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von Bugsy im Beitrag #22
Zitat von Jobnomade im Beitrag #20
Ich würde auch nicht in Uniform (wenn ich denn noch eine hätte) zu irgendwelchen Traditionstreffen gehen. Ich habe meine Uniform am Ende des Wehrdienstes leichten Herzens wieder abgegeben.

Gruss Hartmut

Lieber Hartmut,

obgleich ich deine Einwände durchaus verstehe, hier eine andere Sicht der Dinge:

Einer der stolzesten Momente meiner Armeekarriere war, also ich am 11. November 1968 in Dublin an der "Remembrance Day" Zeremonie teilnahm. Auch mit dabei waren mein Vater, mit seinen Orden aus dem Zweiten Weltkrieg, und mein Großvater, mit seinen Orden aus dem Ersten Weltkrieg. Und ich natürlich auch, in Uniform und mit meinen Orden aus dem "Kalten Krieg“. Im Jahre danach war so etwas nicht mehr möglich, da hatten die Unruhen in Nordirland schon angefangen und brachten damit die alten Feindseligkeiten den Briten gegenüber abermals zum Vorschein.

Auch heute trage ich beim selben Anlass jedes Jahr die Orden meiner Vorfahren. Allerdings die Orden meines Großvaters umfassen auch den so genannten “Black and Tan Medal“ mit “Cormac“ (aktiver Kämpfer) Zusatz. Den hat er sich im irischen Unabhängigkeitskrieg 1918 – 1922 verdient. So erstaunlich das auch heute klingt, aber mein Großvater kämpfte erst MIT der britischen Armee in Frankreich und anschließend GEGEN sie daheim! Viele Kameraden erkennen den Orden und einige haben schon zu veranlassen versucht, mir das Tragen zu verbieten – was denen ja bis anhin nicht gelungen ist, da der Orden offiziell, und anerkannt, damals von der irischen Regierung verliehen wurde.

Du siehst also, dass auch Veteranen anderer Armeen mit ähnlichen Vorurteilen, und unlogischen Dämlichkeiten, zu kämpfen haben.

Es ist mir mit meinem Eingangsbeitrag eigentlich darum gegangen, aufzuzeigen, wie unterschiedlich mit den verschiedenen "Regimen" umgegangen worden ist. Mittlerweile haben sich daraus andere Themen ergeben. Die begrüße ich zwar, aber sie übertünchen das, was ich mit dem Anstoß erreichen wollte.

Für diejenigen, die noch dabei sind: Es geht um die demokratische (und da hapert es gewaltig noch) Behandlungen von Menschen, die ihren vom Staat verlangten Dient erledigt haben. Dazu gehören nach meinem Dafürhalten nicht nur die Grenzdienste, sondern auch Mitglieder der Stasi, deren Tätigkeit stets von den gültigen DDR Gesetzen gedeckt waren. Pikanterweise, bekamen sowohl der BND als auch der MAD der BRD erst Ende 1990 eine formelle gesetzliche Grundlage für ihre jeweiligen Tätigkeiten. Tja, sieh man an!

MsG



Danke für diesen Beitrag!

seaman


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#29

RE: Schüsse an der Grenze. Dann Siegerjustiz?

in Mythos DDR und Grenze 22.05.2013 18:53
von Bugsy | 454 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #25
Welche Tätigkeiten der Stasi meinst Du denn?
Meinst Du es war durch DDR Gesetze gedeckt, ganze Familien durch Erpressung , Lügen und Einschüchterung zu "Zersetzten"?
Das Hauptaugenmerk der Stasi lag bekanntermaßen auf der eigenen Bevölkerung.
Was weißt Du denn von der Art und Weise wie die Stasi ihre "Elemente" in der DDR "bearbeitet" hat?

Bei der Stasi waren nicht nur „Menschenschänder“ a la Hubertus Knabe beschäftigt, sondern allerlei andere, die zwar auch bei dem Verein angestellt waren, aber mit der direkten Überwachung der Bevölkerung nicht das Geringste zu tun hatten. Grundsätzlich vertrete ich die Meinung, dass sie alle ihre Arbeit verrichtet haben im Glauben, dass sie ihrem Staat dienten. Wenn dann Jahrzehnte später Leute kommen und behaupten, dass sie deshalb zu verurteilen sind, weil sie einem „Unterdrückungsapparat“ angehörten, dann ist das nach meinem Dafürhalten nicht angebracht.

Ich will keineswegs die Übergriffe der einzelnen Stasi-Angehörigen recht- link- mittel- oder sonst wie fertigen, denn die Vorwürfe, die gegen die Stasi immer wieder in regelmäßigen Abständen hervorgebracht werden, sind in der heutigen Zeit genauso auf die Sicherheitskräfte sämtlicher „Demokratien“ anwendbar, sei das nun die USA, GB, Frankreich oder auch Gesamtdeutschland.

Da ich nur eine kurze Zeit in der damaligen DDR verbrachte, bin ich natürlich nicht so gut über die Tätigkeit der Stasi informiert, wie diejenigen, die dort aufgewachsen sind. Dennoch habe ich eine ganze Menge mitbekommen. Ich persönlich wurde auch überwacht, erlitt aber ansonsten keine Nachteile dadurch. Das kann ich anderseits nicht von den britischen Geheimdiensten behaupten, die mich bei Besuchen in GB zwischen 1978 und 1993 insgesamt 7 Mal festnahmen. Und warum? Weil ich Ire bin und damit automatisch ein Mitglied der IRA. Als sie mich Anfang 1978 aufgriffen, sagten sie mir ins Gesicht, dass sie überzeugt waren, dass ich von der Stasi, KGB, usw. angestiftet worden bin, nach England zu fahren, um eine revolutionäre Zelle dort aufzubauen. Und all das ohne auch die geringsten Beweise. Aufgrund dessen wähne ich mich schon in der Lage, mir ein, sicherlich dürftiges, Urteil über die Stasi zu bilden.

MsG


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#30

RE: Schüsse an der Grenze. Dann Siegerjustiz?

in Mythos DDR und Grenze 22.05.2013 19:00
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #25
Zitat von Bugsy im Beitrag #22
Zitat von Jobnomade im Beitrag #20
Ich würde auch nicht in Uniform (wenn ich denn noch eine hätte) zu irgendwelchen Traditionstreffen gehen. Ich habe meine Uniform am Ende des Wehrdienstes leichten Herzens wieder abgegeben.

Gruss Hartmut

Lieber Hartmut,

obgleich ich deine Einwände durchaus verstehe, hier eine andere Sicht der Dinge:

Einer der stolzesten Momente meiner Armeekarriere war, also ich am 11. November 1968 in Dublin an der "Remembrance Day" Zeremonie teilnahm. Auch mit dabei waren mein Vater, mit seinen Orden aus dem Zweiten Weltkrieg, und mein Großvater, mit seinen Orden aus dem Ersten Weltkrieg. Und ich natürlich auch, in Uniform und mit meinen Orden aus dem "Kalten Krieg“. Im Jahre danach war so etwas nicht mehr möglich, da hatten die Unruhen in Nordirland schon angefangen und brachten damit die alten Feindseligkeiten den Briten gegenüber abermals zum Vorschein.

Auch heute trage ich beim selben Anlass jedes Jahr die Orden meiner Vorfahren. Allerdings die Orden meines Großvaters umfassen auch den so genannten “Black and Tan Medal“ mit “Cormac“ (aktiver Kämpfer) Zusatz. Den hat er sich im irischen Unabhängigkeitskrieg 1918 – 1922 verdient. So erstaunlich das auch heute klingt, aber mein Großvater kämpfte erst MIT der britischen Armee in Frankreich und anschließend GEGEN sie daheim! Viele Kameraden erkennen den Orden und einige haben schon zu veranlassen versucht, mir das Tragen zu verbieten – was denen ja bis anhin nicht gelungen ist, da der Orden offiziell, und anerkannt, damals von der irischen Regierung verliehen wurde.

Du siehst also, dass auch Veteranen anderer Armeen mit ähnlichen Vorurteilen, und unlogischen Dämlichkeiten, zu kämpfen haben.

Es ist mir mit meinem Eingangsbeitrag eigentlich darum gegangen, aufzuzeigen, wie unterschiedlich mit den verschiedenen "Regimen" umgegangen worden ist. Mittlerweile haben sich daraus andere Themen ergeben. Die begrüße ich zwar, aber sie übertünchen das, was ich mit dem Anstoß erreichen wollte.

Für diejenigen, die noch dabei sind: Es geht um die demokratische (und da hapert es gewaltig noch) Behandlungen von Menschen, die ihren vom Staat verlangten Dient erledigt haben. Dazu gehören nach meinem Dafürhalten nicht nur die Grenzdienste, sondern auch Mitglieder der Stasi, deren Tätigkeit stets von den gültigen DDR Gesetzen gedeckt waren. Pikanterweise, bekamen sowohl der BND als auch der MAD der BRD erst Ende 1990 eine formelle gesetzliche Grundlage für ihre jeweiligen Tätigkeiten. Tja, sieh man an!

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Welche Tätigkeiten der Stasi meinst Du denn?
Meinst Du es war durch DDR Gesetze gedeckt, ganze Familien durch Erpressung , Lügen und Einschüchterung zu "Zersetzten"?
Das Hauptaugenmerk der Stasi lag bekanntermaßen auf der eigenen Bevölkerung.
Was weißt Du denn von der Art und Weise wie die Stasi ihre "Elemente" in der DDR "bearbeitet" hat?





Beschäftige dich doch bitte SACHLICH mit den Aufgaben des MfS.
Aber es kommt eben immer auf die Formulierung an. Sicher hat sich das MfS "hauptsächlich" mit der "eigenen Bevölkerung" beschäftigt. Aus dem Grund gab es ja auch den Namen "Staatssicherheit". Auch heute beschäftigen sich die Dienste "hauptsächlich" mit der eigenen Bevölkerung. Oder wie siehst Du dies. Die BRD ist doch nur von Freunden umgeben, den Warschauer Vertrag, RGW gibt es nicht mehr.


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#31

RE: Schüsse an der Grenze. Dann Siegerjustiz?

in Mythos DDR und Grenze 22.05.2013 19:17
von schnatterinchen (gelöscht)
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Du hast behauptet die Tätigkeit der Stasi wäre von den Gesetzten der DDR gedeckt gewesen.
Ich habe meine Zweifel geäußert. Aus eigener Erfahrung.Ich spreche nicht von dem ständig hervorgeholten Herrn Knabe.
Ich spreche von den Herren des MfS die täglich beschäftigt waren Bürger der DDR einzuschüchtern und zu bedrohen, sie ihrer Freizügigkeit zu berauben , weil sie der Meinung waren es handelt sich bei ihnen um Staatsfeinde.
Ohne das die irgend eine Möglichkeit hatten sich zu wehren.
Dieses Ministerium für Staatssicherheit hat schon selber für den Ruf gesorgt den es hat.
Weißt Du Bugsy, mein Bruder war auch stolzer Berufsoffizier bei der NVA und sollte jeden Kontakt mit uns unterlassen.
Nachdem die DDR den Rinnstein runter ist ,war der bestürzt über die Geschichte seiner Familie.
Der hat zu mir wörtlich gesagt. "Ich dachte doch,daß die von der Stasi nur hier in unserem Kreis solche Arschlöcher sind , ich hätte doch nie geglaubt, daß das flächendeckend ist".
Du hast diese perfide Art nicht erlebt, wie die einen mürbe machen. Ich kann keine Geschichte aus dem Stasiknast erzählen, Gott sei Dank!
Die DDR war für mich ein einziger großer Knast. Mal mit mehr , mal mit weniger Auslauf. Wie es den Herren gerade beliebte.


zuletzt bearbeitet 22.05.2013 19:18 | nach oben springen

#32

RE: Schüsse an der Grenze. Dann Siegerjustiz?

in Mythos DDR und Grenze 22.05.2013 19:25
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #31
Du hast behauptet die Tätigkeit der Stasi wäre von den Gesetzten der DDR gedeckt gewesen.
Ich habe meine Zweifel geäußert.



Die Du wie begründest?


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

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#33

RE: Schüsse an der Grenze. Dann Siegerjustiz?

in Mythos DDR und Grenze 22.05.2013 19:30
von schnatterinchen (gelöscht)
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War es in der DDR gesetzlich gedeckt durch Erpressung und Lügen zwischenmenschliche Beziehungen zu zerstören?
Kennst Du doch sicher diese Methoden, mindestens aus dem Lehrbuch?


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#34

RE: Schüsse an der Grenze. Dann Siegerjustiz?

in Mythos DDR und Grenze 22.05.2013 19:32
von damals wars | 12.145 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #33
War es in der DDR gesetzlich gedeckt durch Erpressung und Lügen zwischenmenschliche Beziehungen zu zerstören?
Kennst Du doch sicher diese Methoden, mindestens aus dem Lehrbuch?


Dann nenne uns doch einfach das Gesetz, Paragraph sowieso.
Bisher waren nur die Parolen der Hubertusknaben zu hören.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
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#35

RE: Schüsse an der Grenze. Dann Siegerjustiz?

in Mythos DDR und Grenze 22.05.2013 19:35
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Hast Du so einmal einen Nebenbuhler ausgestochen oder wie kommst Du darauf?

Oft liegt es ja in der Natur des Menschen, dass er es darauf anlegt eine zwischenmenschliche Beziehung zu stören, wenn er sich davon einen Vorteil (z.B. einen der beiden Partner) verspricht. Ausspannen nannten wir das in Jugendzeiten wohl, ein Gesetz dagegen wäre mir aber nicht bekannt.

Solltest Du eine ernsthafte Diskussion über die Rechtsgrundlagen des MfS im Sinn haben, dann gebe ich Die gerne einen Link zum einlesen. Einige Fragen erübrigen sich dann da wir das Thema hier schon angeschnitten hatten.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

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zuletzt bearbeitet 22.05.2013 19:45 | nach oben springen

#36

RE: Schüsse an der Grenze. Dann Siegerjustiz?

in Mythos DDR und Grenze 22.05.2013 19:40
von schnatterinchen (gelöscht)
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Weißte @damals wars alles besser,
das war ja gerade das Perfide an der Sache. Zum einen waren die Gesetze der DDR in erster Linie nicht dazu da die Bürger der DDR vor dem Staat zu schützen und zum andern haben sich die Herren vom MfS bei ihren Tätigkeiten gegen die eigene Bevölkerung zuletzt verstärkt auf die Methode "Zersetzung" verlegt.
Kannst Dir ja von User FD mal erklären lassen was das alles beinhaltet , ohne das man da gleich mit den damaligen Gesetzen der DDR in Konflikt gerät.


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#37

RE: Schüsse an der Grenze. Dann Siegerjustiz?

in Mythos DDR und Grenze 22.05.2013 19:47
von seaman | 3.487 Beiträge

Ich würde hier gerne was zum Thema Siegerjustiz lesen.

seaman


EK82I hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#38

RE: Schüsse an der Grenze. Dann Siegerjustiz?

in Mythos DDR und Grenze 22.05.2013 19:54
von Lutze | 8.034 Beiträge

war letzten Samstag zum Klassentreffen gewesen,meine Klassenlehrerin erzählte
von einer Lehrerin,die mitte der 80ziger einen Ausreiseantrag gestellt hatte,
sie fand das auch ziemlich krass,wie die Stasi nicht nur im Lehrerkollektiv
sondern auch im privaten Bereich agierte,unter anderen war es unerwünscht,
diese Lehrerin im Privaten mit ihr zu sehen,auch viele Schüler mochten diese
Lehrerin
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#39

RE: Schüsse an der Grenze. Dann Siegerjustiz?

in Mythos DDR und Grenze 22.05.2013 20:19
von damals wars | 12.145 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #36
Weißte @damals wars alles besser,
das war ja gerade das Perfide an der Sache.


Wenn Du Dich mit perfiden Gesetzen beschäftigen willst, versuch es doch mal mit den KAG.
20-30 Jahre nach Errichtung von Straßen bzw. Kanalnetzen kannst Du heute noch eine "rechtstaatliche" Rechnung bekommen.
Und das ohne Stazi.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#40

RE: Schüsse an der Grenze. Dann Siegerjustiz?

in Mythos DDR und Grenze 22.05.2013 20:34
von Thunderhorse | 4.008 Beiträge

Zitat von seaman im Beitrag #37

Ich würde hier gerne was zum Thema Siegerjustiz lesen.

seaman


http://de.wikipedia.org/wiki/Siegerjustiz

http://www.uni-hannover.de/imperia/md/co...m_mauerfall.pdf

P.S.: Bugsys Märchen sind echt füllend.


"Mobility, Vigilance, Justice"
zuletzt bearbeitet 22.05.2013 20:36 | nach oben springen



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