#41

RE: Stalingrad

in Themen vom Tage 03.02.2015 21:11
von Galaxy (gelöscht)
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Zitat von FRITZE im Beitrag #30
ich hatte es schon mal beschrieben !
Mein Großvater mütterlicherseits war auch in letzter Minute verletzt aus dem Kessel von Stalingrad ausgeflogen worden.
Nach Genesung dorfte er dann bei dem Strafregiment 999 in Jugoslawien auf Partisanenjagd .
Zu Kriegsende konnte er sich zusammen mit zwei Kameraden aus dem Gebiet mit eine Kutsche absetzen.
In Chemnitz angekommen blieb ihm die Alternative Wismut oder russ. Gefangenschaft . Weil er in der Heimat bleiben wollte ging er zur Wismut .
Dort musste er mehrere Jahre aushalten ,bevor er dann in Chemnitz als Fräser arbeitete .
Genau am Tag meines Schulanfanges ist er als nur 49jähriger an mehreren Krebsarten verstorben !

Es ist tragisch wenn ein mensch so früh sterben muss . Gab es einen grund warum er bek den 999igern war? Gruß


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#42

RE: Stalingrad

in Themen vom Tage 03.02.2015 21:13
von FRITZE (gelöscht)
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Nach Stalingrad war er wohl nervlich n bisschen gereizt . Als ihn der Oberstabsarzt wieder frontfähig geschrieben hat ,soll er ne volle Urinflasche an des Karbolhengstes Birne geworfen haben !


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#43

RE: Stalingrad

in Themen vom Tage 03.02.2015 23:07
von Gelöschtes Mitglied
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Mein Vater hat selten vom Krieg erzählt, manchmal kam es ihm aber so hoch, das er mir einige Geschichten erzählt hat. Das hat mich sehr beeindruckt. Ich habe heute die Brieftasche mit den zerfetzten Fotos (die hatte er in seiner Uniformjacke) und sein Hirschfänger mit der abgebrochenen Klinge in der Lederscheide (hat einen Granatsplitter abgelenkt).
Er hat erleben müssen wie ein Offizierskamerad standrechtlich erschossen wurde, er wollte seine Soldaten nicht in einen absolut sinnlosen Tod jagen.

Solche Dinge machten mir die Unmenschlichkeit und die Tragik des Krieges klar. Der Krieg wurde von beiden Seiten durch Menschen geführt. Die Menschen sind "gleich gut oder gleich schlecht", die Formung des 3. Reiches brachte solche Auswüchse hervor, wie Untaten im Krieg, Mord an Kriegsgefangenen und, und.
Da auf der anderen Seite auch Menschen kämpften, wurde auch Unrecht begangen, Rache und auch Haß waren da der Grund. Ich selber habe kein schlechtes Gewissen, für mich ist das ein Stück Geschichte Deutschlands (wenn auch ein grausames Kapitel), nur ich habe die Geschichte nicht gemacht......
Ich bin froh, das mir so eine Sche..... erspart geblieben ist!


Damals87 und Larissa haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#44

RE: Stalingrad

in Themen vom Tage 04.02.2015 17:30
von StabsfeldKoenig | 2.856 Beiträge

Zitat von GZB1 im Beitrag #40
Es waren Ritter des Deutschen Orden und des Schwertbrüderorden, wobei der Deutsche Orden zu Zeiten des dritten Kreuzzuges in Jerusalem gegründet wurde!


Soweit mir bekannt, war "Kreuzritter" bzw. "Kreuzfahrer" der Oberbegriff für angehörige der Ritterorden, die im Auftrag bzw. mit "Lizenz" des Vatikans gegen Islamische Staaten (Jerusalem-Kreuzzüge), orthodoxe Christen (Osteuropa-Kreuzzüge Richtung Baltikum/Rußland) und möglicherweise auch gegen heidnische Völker stattfanden. Auch der auf französischen Druck verbotene Templer-Orden sollte bei diesem Thema nicht vergessen werden.



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#45

RE: Stalingrad

in Themen vom Tage 17.01.2017 01:10
von Stefan 14 | 73 Beiträge

Zitat von GKUS64 im Beitrag #1
Im Rahmen der Sonderausstellung „Stalingrad“ (noch bis 30.04.2013) im Militärhistorischen Museum in Dresden besuchte ich gestern den Vortrag „Mythos Stalingrad“, ein multimediales Podiumsgespräch mit Historikern. Hier wurde mir wieder sehr deutlich bewusst in welcher glücklichen Zeit wir eigentlich leben und wie klein doch manche Probleme sind.
Vor 70 Jahren war Stalingrad die Wende im II. Weltkrieg und gleichzeitig der Untergang der 6. Armee unter Paulus (hierzu existiert ein eigener Thread).
Mein Stiefvater hat diesen Wahnsinn von Anfang an mit erlebt , er ging am 2. Februar 1943 in Gefangenschaft und kehrte erst Anfang 1950 heim.
In einem Bericht (1990 geschrieben) schildert er seine Erlebnisse von Juli 1942 bis zum Ende der Gefangenschaft. Ich stelle diesen Bericht mal für Interessierte als pdf-Datei hier ein. Es ist der Originalbericht, eine Korrektur erfolgte nicht!
Ich hoffe, dass auch diese Informationen dazu dienen, vieles in der Gegenwart etwas positiver zu bewerten.

MfG

GKUS64



Danke für diesen Beitag, da hast Du völlig Recht ! Ich war mehrmals in Stalingrad/ Wolgograd. Auf dem Mamajev-Kurgan ( Mutter-Heimat Statue)und dem deutschen Soldatenfriedhof .Besonders beeindruckend und anschaulich das Panoramamuseum. Wo ich dann wohnte im Gebiet Saratow habe ich im deutschen Klub mitgearbeitet. Wir hatten ein Filmprojekt über den Krieg begonnen mit Zeitzeugen aus der ehem. UdSSR und Deutschland.
Ja, es gab Zeiten da hörte man noch sehr oft : Nie wieder Krieg oder auch von deutschem Boden darf nie wieder Krieg ausgehen. Das hielt auch in der Zeit als wir "gedient"haben ,es war fast allen bewusst , was für ein Glück und kostbares Gut es ist im Frieden zu leben. Und noch größer wurde die Hoffnung auf ewigen Frieden nach Fall der Mauer, Auflösung des Warschauer Paktes.
Leider hielt es nicht lange an und verschärfte sich besonders in letzter Zeit.


Hallo, Grüß Gott , Glück Auf " Möge von deutschem Boden nie mehr ein Krieg ausgehen ! "
GKUS64 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#46

RE: Stalingrad

in Themen vom Tage 17.01.2017 01:35
von Stefan 14 | 73 Beiträge

Zitat von Lebensläufer im Beitrag #5
GKU ich lese aber auch Verbitterung deines Stiefvater über seine Zeit in der DDR aus seinen Zeilen heraus. Was hatte der Mann nach der Kriegsgefangenschaft dann eigentlich beruflich gemacht, wie war sein familiärer Werdegang und ich staune immer wieder, wie man nach derart langer Zeit simit Dingen beschäftigtch (wohl in einer Art Problembewältigung der Seele), die doch eigentlich schon verarbeitet sein müssten, also gut abgelegt.

Mein Vater mit ähnlicher Kriegsbiografie (im Osten von Anfang an dabei und erst 49 zurück) redete sich nun wieder alles vom Herzen, was ihm wohl half, die Dinge irgendwie besser zu verarbeiten.

Lebensläufer


""""""staune immer wieder, wie man nach derart langer Zeit """ Ja, das ist erstaunlich aber erklärbar.. Lange Zeit hielt man das so. In den letzten Jahren ist erforscht worden, warum man so lange schwieg . Sie, die betroffenen. Erstaunlich auch , wie es sich selbst auf die Generation der Kriegskinder und Enkel bis zum heutigen Tage auswirkt. Ich befasse mich in den letzten Jahren zunehmend mit dem Thema , weil es mein Leben auch beeinflusste.In Chemnitz und sicher auch anderswo gibt es sogar eine Selbsthilfegruppe "Kriegsenkel". Also : Nie wieder Krieg !


Hallo, Grüß Gott , Glück Auf " Möge von deutschem Boden nie mehr ein Krieg ausgehen ! "
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