#1

Operative Maßnahme "Jobnomade"

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.03.2013 08:48
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

Zitat von Jobnomade im Beitrag RE: Meine IM-Liste mit Klarnamen ist gekommen...

ich bin damals, am Ende des 2. DHJ auch so Knall auf Fall versetzt worden:
von der GK Kaltenwestheim des 3. Battalions in die GK Vacha (1.Battalion) - damit in einen anderen Grenzabschnitt und das bei Battalionssicherung.
Nachdem ich den Abschnitt des 3.Bat. kannte, fing ich noch mal von vorn an, das Gebiet kennezulernen - und das als Postenführer.
Ich hab's auch nicht verstanden und hier auch schon über die Gründe herumgerätselt.
In Vacha wurde ich dann gleich noch als einziger Gefreiter zum Gruppenführer gemacht.
Und was das Wirken der IM's betrifft:
In Kaltenwestheim hat ein Offizier der 2000 regelmässig mit mir (ergebnislose) Gespräche geführt, um mich als IM zu gewinnen...

So.... nun kann ich mir einen Reim auf die Gründe meiner Verstzung machen. Oder auch nicht.
War es ein "Racheakt" des Offiziers, weil ich der Zusammenarbeit ausgewichen war ?
(wo ich doch so ein "Vorzeige-Grenzer" war: Parteimitglied, verheiratet, vorzeitig zum Postenführer und Gefreiten ernannt - natürlich, ohne sich "hervorzutun")
Oder eine Vorsichtsmassnahme, weil mir jemand "an den Kragen" wollte ?
Oder einfach nur der Mangel an "richtigen (Uffz)" Gruppenführern ?
Oder .......?
Kannst Du Dir vorstellen, wie blöd ich mich gefühlt habe, dass mir all diese "Ehre" zuteil wurde und die anderen Gefreiten meines DHJ in Vacha das Ganze (verständlicherweise) mit Misstrauen quittierten ?
Ob in meiner Stasiakte irgendein brauchbarer Hinweis dazu zu finden wäre ?
Ach, für mich ist das Schnee von vorgestern.. Diese Grenze und die Grenztruppen, die sie bewacht haben, gibt es nicht mehr. Auch wenn unser Forum manchmal den Eindruck vermittelt, als sei das alles noch da.




was könnte hier passiert ? meine persönliche meinung: man wollte mit dem handeln bei "jobnomade" diesen direkt bei andern agt´s ins blickfeld bringen um von anderen "inoffiziellen mitarbeitern" abzulenken. was meint ihr ?


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#2

RE: Operative Maßnahme "Jobnomade"

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.03.2013 09:23
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Liest sich zumindest so und wäre schlüssig. Dadurch dass er so in den Vordergrund rückte, und von den anderen misstrauisch beäugt wurde, rückte dann die tatsächliche, vielleicht schon dekonspirationsgfährdete, Quelle automatisch in den Hintergrund und verschwand vom Radar der anderen. Könnte aber auch ganz banale Gründe wie den angeführten Mangel an PF gehabt haben, ließe sich wohl nur mit der Akte abschließend klären, nur wird diese den betreffenden Teil sicher nicht mehr enthalten.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 27.03.2013 09:25 | nach oben springen

#3

RE: Operative Maßnahme "Jobnomade"

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.03.2013 09:33
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von Feliks D. im Beitrag #2
nur wird diese den betreffenden Teil sicher nicht mehr enthalten.


Hallo Feliks,

worauf stützt Du Deine Annahme?

LG von der grenzgaengerin


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#4

RE: Operative Maßnahme "Jobnomade"

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.03.2013 09:37
von Jobnomade | 1.380 Beiträge

Ach, jetzt bin ich schon selber "Thema" geworden - zuviel der Ehre................


ja, darüber lässt sich trefflich spekulieren.
Ob die "Akte" neue Erkenntnisse bringen mag ?
Steht in den Akten 100 % Wahrheit ?
Oder vielleicht auch ein bisschen Interpretation, was auch zu falschen Schlüssen führen kann ?
Ja, ich weiss, die "Organe" haben sehr gründlich gearbeitet. Waren sie deswegen fehlerfrei ?

Was nach meiner Versetzung aus Kaltenwestheim dort passiert ist, weiss ich nicht. Vielleicht taucht hier noch mal jemand auf, der nachher dort war und sich an irgendetwas Ungewöhnliches erinnern kann.
Fakt ist: Meine Versetzung war am Ende des 2. DHJ. Über die Soldaten meines DHJ wusste ich nahezu nichts (was "Verstösse im Grenzdienst" betrifft) - ich war ja nie mit einem von ihnen "draussen". Also halte ich es für unlogisch, dass mich von denen einer "auf dem Kiecker" hätte.
Und die "alten" hatten die letzten Tage abzudienen - die versucht man doch ohnen Vorkommnis über die Runden zu bringen.
Dass mir dann in Vacha anfangs keiner so recht über den Weg traute, kann ich schon verstehen... Das mich das "ankotzte" - nun, das war halt mein Problem.

Gruss Hartmut


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#5

RE: Operative Maßnahme "Jobnomade"

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.03.2013 09:38
von DoreHolm | 7.676 Beiträge

Das erinnert mich an meine versuchte Anwerbung als IM. Hatte vor längerer Zeit schon mal darüber berichtet: Die Anwerbung wurde versucht, als ich mit illegalem Radio beim Westsenderhören erwischt wurde. Im Nachhinein, viel später, schon nach der Fahne, ist mir eigentlich bewußt geworden, daß wir im Zimmer einen Spitzel gehabt haben müssen. Wie sonst konnte der KC wissen, daß da der Gefreite DH gerade unter der Bettdecke illegal "Feindsender" hört ?



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zuletzt bearbeitet 27.03.2013 09:38 | nach oben springen

#6

RE: Operative Maßnahme "Jobnomade"

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.03.2013 09:43
von Mike59 | 7.938 Beiträge

Zitat von Feliks D. im Beitrag #2
Liest sich zumindest so und wäre schlüssig. Dadurch dass er so in den Vordergrund rückte, und von den anderen misstrauisch beäugt wurde, rückte dann die tatsächliche, vielleicht schon dekonspirationsgfährdete, Quelle automatisch in den Hintergrund und verschwand vom Radar der anderen. Könnte aber auch ganz banale Gründe wie den angeführten Mangel an PF gehabt haben, ließe sich wohl nur mit der Akte abschließend klären, nur wird diese den betreffenden Teil sicher nicht mehr enthalten.


Zu der Zeit waren andere AGT in der GK, darunter auch UaZ mehr oder weniger als MfSler bekannt und/oder unter Verdacht. Hinzu kam der damalige Mitarbeiter der 2000 welcher schon ein sehr "unbeliebter" Zeitgenosse war.
Ich habe ein Gruppenbild der GK-Führung ein paar Jahre später, da ist auch wieder ein Gefr. als GF drauf. Ich glaube so etwas hatten wir immer wieder.


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#7

RE: Operative Maßnahme "Jobnomade"

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.03.2013 09:45
von Jobnomade | 1.380 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #5
Das erinnert mich an meine versuchte Anwerbung als IM. Hatte vor längerer Zeit schon mal darüber berichtet: Die Anwerbung wurde versucht, als ich mit illegalem Radio beim Westsenderhören erwischt wurde. Im Nachhinein, viel später, schon nach der Fahne, ist mir eigentlich bewußt geworden, daß wir im Zimmer einen Spitzel gehabt haben müssen. Wie sonst konnte der KC wissen, daß da der Gefreite DH gerade unter der Bettdecke illegal "Feindsender" hört ?



kleiner Unterschied zu mir:
ich bin nicht bei irgendwelch staubigen Sachen erwischt worden, als der MfS-Offizier die Gespräche mit mir führte, er konnte mir da überhaupt nichts vorhalten. Er argumentierte nur, dass ich aufgrund meiner "kaderpolitischen Voraussetzungen" für ein Zusammenarbeit in Frage käme.
Welche Ehre !!!
Über die Brisanz der Sache war ich mir sofort im klaren.
DAbei wollte ich nur irgendwann wieder heil nach Hause kommen. Normaler Grenzdienst war mir eigentlich schon Abenteuer genug. EIn Doppellebn als "Kundschafter" brauchte ich nicht noch dazu.

Gruss Hartmut

Edit: da fällt mitr gerade ein: Mike59 war ja zu meiner Zeit auf der GK Vacha (wir haben schon mal darüber spekuliert, ob wir uns nicht kennen)
@Mike59, falls Du Dich noch erinnerst: was gab es denn damals in Vacha für Theorien über mein plötzliches Auftauchen ?


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zuletzt bearbeitet 27.03.2013 09:50 | nach oben springen

#8

RE: Operative Maßnahme "Jobnomade"

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.03.2013 13:31
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Feliks D. im Beitrag #2
nur wird diese den betreffenden Teil sicher nicht mehr enthalten.
Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #3
Hallo Feliks, worauf stützt Du Deine Annahme?

Na der Winter 89/90 war doch recht hart, also irgendwie und für Einige zumindest. Die haben dann ebend nicht nur mit Braunkohle geheizt. Und einigen Batallionsstäben und KDs war's besonders 'schattig'.

Und wie ... kein Dreck am Stecken @jobnomade, hmm, noch ein starkes Indiez für ein Ablenkungsmanöver.
Andere Frage noch, hatteste als GF irgendwelche Vergünstigungen?


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#9

RE: Operative Maßnahme "Jobnomade"

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.03.2013 17:08
von Jobnomade | 1.380 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #8
Zitat von Feliks D. im Beitrag #2
nur wird diese den betreffenden Teil sicher nicht mehr enthalten.
Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #3
Hallo Feliks, worauf stützt Du Deine Annahme?

Na der Winter 89/90 war doch recht hart, also irgendwie und für Einige zumindest. Die haben dann ebend nicht nur mit Braunkohle geheizt. Und einigen Batallionsstäben und KDs war's besonders 'schattig'.

Und wie ... kein Dreck am Stecken @jobnomade, hmm, noch ein starkes Indiez für ein Ablenkungsmanöver.
Andere Frage noch, hatteste als GF irgendwelche Vergünstigungen?


"Dreck am Stecken..." - ich fass es ja nicht !
Na klar, 94 - ich hatte direkte Verbindungen ins Politbüro, was glaubst Du ?
So etwas wolltest Du doch hören, oder ?
Wir waren doch alle ein Volk von Tätern - gehörtest Du nicht dazu ? (naja, bis auf ein paar wenige Opfer ....)
Mann, mann, mann, wo soll doch noch hinführen ?
Hast Du schon vergessen, dass die meisten damals nur eine kleine Nummer waren und überhaupt nicht gefragt wurden, wenn der Apparat über einen entschieden hat ?

Vergünstigungen: ganz kurz beantwortet:
Ausgang bis 2 Uhr (wie die Unteroffiziere) statt bis 24 Uhr (wie die Soldaten und Gefreiten).
Und ich "durfte" bei den Unteroffizieren auf's Zimmer einziehen - was mich zusätzlich "begeisterte".
Mehr "Vergünstigungen" fallen mir beim besten Willen nicht ein - bitte nicht verwechseln: das Ganze hatte nicht der Feriendienst des FDGB eingerührt, sondern das Wehrkreiskommando.


Gruss Hartmut


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zuletzt bearbeitet 27.03.2013 17:36 | nach oben springen

#10

RE: Operative Maßnahme "Jobnomade"

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.03.2013 17:31
von utkieker | 2.912 Beiträge

Zitat von GilbertWolzow im Beitrag #1
Zitat von Jobnomade im Beitrag RE: Meine IM-Liste mit Klarnamen ist gekommen...

ich bin damals, am Ende des 2. DHJ auch so Knall auf Fall versetzt worden:
von der GK Kaltenwestheim des 3. Battalions in die GK Vacha (1.Battalion) - damit in einen anderen Grenzabschnitt und das bei Battalionssicherung.
Nachdem ich den Abschnitt des 3.Bat. kannte, fing ich noch mal von vorn an, das Gebiet kennezulernen - und das als Postenführer.
Ich hab's auch nicht verstanden und hier auch schon über die Gründe herumgerätselt.
In Vacha wurde ich dann gleich noch als einziger Gefreiter zum Gruppenführer gemacht.
Und was das Wirken der IM's betrifft:
In Kaltenwestheim hat ein Offizier der 2000 regelmässig mit mir (ergebnislose) Gespräche geführt, um mich als IM zu gewinnen...

So.... nun kann ich mir einen Reim auf die Gründe meiner Verstzung machen. Oder auch nicht.
War es ein "Racheakt" des Offiziers, weil ich der Zusammenarbeit ausgewichen war ?
(wo ich doch so ein "Vorzeige-Grenzer" war: Parteimitglied, verheiratet, vorzeitig zum Postenführer und Gefreiten ernannt - natürlich, ohne sich "hervorzutun")
Oder eine Vorsichtsmassnahme, weil mir jemand "an den Kragen" wollte ?
Oder einfach nur der Mangel an "richtigen (Uffz)" Gruppenführern ?
Oder .......?
Kannst Du Dir vorstellen, wie blöd ich mich gefühlt habe, dass mir all diese "Ehre" zuteil wurde und die anderen Gefreiten meines DHJ in Vacha das Ganze (verständlicherweise) mit Misstrauen quittierten ?
Ob in meiner Stasiakte irgendein brauchbarer Hinweis dazu zu finden wäre ?
Ach, für mich ist das Schnee von vorgestern.. Diese Grenze und die Grenztruppen, die sie bewacht haben, gibt es nicht mehr. Auch wenn unser Forum manchmal den Eindruck vermittelt, als sei das alles noch da.




was könnte hier passiert ? meine persönliche meinung: man wollte mit dem handeln bei "jobnomade" diesen direkt bei andern agt´s ins blickfeld bringen um von anderen "inoffiziellen mitarbeitern" abzulenken. was meint ihr ?

Hallo Gilbert,

Ich finde, daß ist Spekulation. In Jeder Kompanie war sicherlich nicht nur ein IM oder sehe ich das falsch? Für mich ist nur eines schlüssig, daß Wechselbad der Gefühle und die Frage "Warum?"

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#11

RE: Operative Maßnahme "Jobnomade"

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.03.2013 17:44
von Jobnomade | 1.380 Beiträge

diese plötzliche Versetzung so als "Nebelkerze" - um irgendeinen IM in Kaltenwestheim aus dem Blickfeld zu bringen und das Gespräch des Buschfunks auf mich zu lenken - das ist für mich schon denkbar. Klar, ich war weg und konnte mich dort auch gegen keinen Verdacht mehr wehren.
Jedenfalls hat mich in Vacha nie mehr ein MfS-Führungsoffizier irgendwie kontaktiert. Also war ich uninteressant oder man war mit meiner mangelnden Bereitschaft zur Zusammenarbeit unzufrieden.

Gruss Hartmut


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#12

RE: Operative Maßnahme "Jobnomade"

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.03.2013 17:50
von 94 | 10.792 Beiträge

Upps @jobnomade da haste jetzt meine zugegebnermaßen etwas flapsige Bemerkung vollkommen mißverstanden. Diese bezog sich auf eventuell aufgeklatschte Delikte (und erzähle mir jetzt nichts von deliktfreien Grenzdiensten), welche Dir angehängt wurden oder besser gesagt, angehängt werden konnten. Typischerweise hatte man die Hilfs-IM's gerne mit irgendwas in der Hand. Verkauft wurde das dann als Möglichkeit zur Bewährung, Wiedergutmachung und anderen Eupimismen für die Zuträgerdienste. Richtige, sprich sauber und vollständig legendierte (H)IM's dürfte kaum ein aktiver Grenzer während seinem Jahr auf der GK erlebt haben, von diesen gabs nur 'eine Handvoll', pro Grenzkommando.
Naja und da hatteste irgendwie bissel Pech mit Deinem ZF, bei mir gabs wenigstens zwischen zwei VKU's (regulär) zusätzlich einen KU (also ohne Tag EU Abzug) für einen Gefreiten-GF. 'Gestunken' hat ihm diese Funktion glaube ich trotzdem.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 27.03.2013 17:53 | nach oben springen

#13

RE: Operative Maßnahme "Jobnomade"

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.03.2013 17:51
von Mike59 | 7.938 Beiträge

Zitat von utkieker im Beitrag #10
Zitat von GilbertWolzow im Beitrag #1
Zitat von Jobnomade im Beitrag RE: Meine IM-Liste mit Klarnamen ist gekommen...

ich bin damals, am Ende des 2. DHJ auch so Knall auf Fall versetzt worden:
von der GK Kaltenwestheim des 3. Battalions in die GK Vacha (1.Battalion) - damit in einen anderen Grenzabschnitt und das bei Battalionssicherung.
Nachdem ich den Abschnitt des 3.Bat. kannte, fing ich noch mal von vorn an, das Gebiet kennezulernen - und das als Postenführer.
Ich hab's auch nicht verstanden und hier auch schon über die Gründe herumgerätselt.
In Vacha wurde ich dann gleich noch als einziger Gefreiter zum Gruppenführer gemacht.
Und was das Wirken der IM's betrifft:
In Kaltenwestheim hat ein Offizier der 2000 regelmässig mit mir (ergebnislose) Gespräche geführt, um mich als IM zu gewinnen...

So.... nun kann ich mir einen Reim auf die Gründe meiner Verstzung machen. Oder auch nicht.
War es ein "Racheakt" des Offiziers, weil ich der Zusammenarbeit ausgewichen war ?
(wo ich doch so ein "Vorzeige-Grenzer" war: Parteimitglied, verheiratet, vorzeitig zum Postenführer und Gefreiten ernannt - natürlich, ohne sich "hervorzutun")
Oder eine Vorsichtsmassnahme, weil mir jemand "an den Kragen" wollte ?
Oder einfach nur der Mangel an "richtigen (Uffz)" Gruppenführern ?
Oder .......?
Kannst Du Dir vorstellen, wie blöd ich mich gefühlt habe, dass mir all diese "Ehre" zuteil wurde und die anderen Gefreiten meines DHJ in Vacha das Ganze (verständlicherweise) mit Misstrauen quittierten ?
Ob in meiner Stasiakte irgendein brauchbarer Hinweis dazu zu finden wäre ?
Ach, für mich ist das Schnee von vorgestern.. Diese Grenze und die Grenztruppen, die sie bewacht haben, gibt es nicht mehr. Auch wenn unser Forum manchmal den Eindruck vermittelt, als sei das alles noch da.




was könnte hier passiert ? meine persönliche meinung: man wollte mit dem handeln bei "jobnomade" diesen direkt bei andern agt´s ins blickfeld bringen um von anderen "inoffiziellen mitarbeitern" abzulenken. was meint ihr ?

Hallo Gilbert,

Ich finde, daß ist Spekulation. In Jeder Kompanie war sicherlich nicht nur ein IM oder sehe ich das falsch? Für mich ist nur eines schlüssig, daß Wechselbad der Gefühle und die Frage "Warum?"

Gruß Hartmut!


Das mit der Spekulation, keine Ahnung was auf der GK für ein Staatsverbrechen erwartet wurde um so einen Einsatz zum Laufen zu bringen. Wenn es überhaupt einen solchen Einsatz gab und nicht alles nur auf Zufälle und eben auf der Spekulation beruht. Eine Spekulation die auf Unwissenheit, besonderer Vorsicht und einer eventuell vorhandenen Angst beruhen (kann). Ich kann mich jedenfalls nicht mehr erinnern ob da irgend welche Gerüchte oder "Stimmungen & Meinungen" bezüglich @ Jobnomade auf der GK kursierten. Ich hatte mit mir genug zu tuen.
Anfangs wurden ja alle "Frühbeete" skeptisch beäugt - das hat sich meist gelegt.


zuletzt bearbeitet 27.03.2013 17:53 | nach oben springen

#14

RE: Operative Maßnahme "Jobnomade"

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.03.2013 17:57
von DoreHolm | 7.676 Beiträge

Also was die IM in der Einheit betrifft. Irgendwie war das bei uns kein weiteres Gesprächsthema. Man wußte zwar aus dem Bauch raus, daß es da bestimmt jemanden gab, aber es wurde nicht spekuliert, wer es denn sein könnte und es hat sich auch m.W. niemand irgendwie verdächtig gemacht. Wir hatten unter uns eigentlich ein ziemliches Vertrauen. Nagut, irgendwer muß dann wohl doch aus den Zimmer zum KC gegangen sein und dem gesteckt haben, daß der DH gerade was Verbotenes macht. Schöpft ja niemand Verdacht, wenn da jemand aus dem Zimmer geht um auf´s Klo zu gehen (angeblich).



utkieker und Arnstädter haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 27.03.2013 17:57 | nach oben springen

#15

RE: Operative Maßnahme "Jobnomade"

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.03.2013 18:32
von Arnstädter | 266 Beiträge

Die Frage wer dein Freund war ,bzw. dein potenzieller Feind stellte sich immer in den Gesprächen beim gemeinsamen Grenzdienst heraus.
Im großen und ganzen habe ich persönlich ,nix negatives von meinen Kameraden damals zu erzählen.
Durch die Armee damals hat man ja auch gelernt gewisse Charakteren zu unterscheiden. Entweder man konnte mit denjenigen oder der Draht war gebrochen.

Deshalb stehe ich heute noch zu einer Pflicht des Wehrdienstes
Menschenkenntnis kann keinen Schaden und hat mir sehr geholfen in diesen System .


das System funktioniert weil du funktionierst
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#16

RE: Operative Maßnahme "Jobnomade"

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.03.2013 18:36
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

Zitat von GilbertWolzow im Beitrag #1

meine persönliche meinung: man wollte mit dem handeln bei "jobnomade" diesen direkt bei andern agt´s ins blickfeld bringen um von anderen "inoffiziellen mitarbeitern" abzulenken.

Zitat von utkieker im Beitrag #10
Ich finde, daß ist Spekulation. In Jeder Kompanie war sicherlich nicht nur ein IM oder sehe ich das falsch? Für mich ist nur eines schlüssig, daß Wechselbad der Gefühle und die Frage "Warum?"


selbstverständlich ist das spekulation und ich habe das mit meinen worten: "meine persönliche meinung" auch deutlich gemacht. eine andere möglichkeit wäre, das @jobnomade damals einen unwarscheinlich hohen darstellungsdrang hatte und man ihn deshalb "ins blickfeld - aller" geschoben hat.


p.s. sorry @jobnomade, das soll keine persönliche wertung deinerseits sein - ich möchte nur varianten aufzeigen.


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
zuletzt bearbeitet 27.03.2013 18:36 | nach oben springen

#17

RE: Operative Maßnahme "Jobnomade"

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.03.2013 18:46
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #5
Das erinnert mich an meine versuchte Anwerbung als IM. Hatte vor längerer Zeit schon mal darüber berichtet: Die Anwerbung wurde versucht, als ich mit illegalem Radio beim Westsenderhören erwischt wurde. Im Nachhinein, viel später, schon nach der Fahne, ist mir eigentlich bewußt geworden, daß wir im Zimmer einen Spitzel gehabt haben müssen. Wie sonst konnte der KC wissen, daß da der Gefreite DH gerade unter der Bettdecke illegal "Feindsender" hört ?



Also @Dore..., ich muß schon bitten! Möchte den doch sehr interessanten Thread nicht ins Lächerliche ziehen, aber zwei nicht ganz so ernst gemeinte Feststellung mir trotzdem erlauben:

- unter der Bettdecke Westradio höhren..., das ist ja als AGT fast schlimmer wie bei Udo Lindenberg, wo unser Erich dazu nur auf`s Kloo ging...!

- und hast Du unter der Bettdecke wirklich und heimlich nur Westradio gehöhrt? Ehrlich...?

josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
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#18

RE: Operative Maßnahme "Jobnomade"

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.03.2013 18:47
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #14
Also was die IM in der Einheit betrifft. Irgendwie war das bei uns kein weiteres Gesprächsthema. Man wußte zwar aus dem Bauch raus, daß es da bestimmt jemanden gab, aber es wurde nicht spekuliert, wer es denn sein könnte und es hat sich auch m.W. niemand irgendwie verdächtig gemacht. Wir hatten unter uns eigentlich ein ziemliches Vertrauen. Nagut, irgendwer muß dann wohl doch aus den Zimmer zum KC gegangen sein und dem gesteckt haben, daß der DH gerade was Verbotenes macht. Schöpft ja niemand Verdacht, wenn da jemand aus dem Zimmer geht um auf´s Klo zu gehen (angeblich).


Nun ja, der IM wird mal ganz sicher nicht selbst zum KC gegangen sein!


Edit:/ Höchstens ein ganz normaler "Anscheißer".


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
Winch und schulzi haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 27.03.2013 18:54 | nach oben springen

#19

RE: Operative Maßnahme "Jobnomade"

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.03.2013 19:05
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von utkieker im Beitrag #10
Zitat von GilbertWolzow im Beitrag #1
Zitat von Jobnomade im Beitrag RE: Meine IM-Liste mit Klarnamen ist gekommen...

ich bin damals, am Ende des 2. DHJ auch so Knall auf Fall versetzt worden:
von der GK Kaltenwestheim des 3. Battalions in die GK Vacha (1.Battalion) - damit in einen anderen Grenzabschnitt und das bei Battalionssicherung.
Nachdem ich den Abschnitt des 3.Bat. kannte, fing ich noch mal von vorn an, das Gebiet kennezulernen - und das als Postenführer.
Ich hab's auch nicht verstanden und hier auch schon über die Gründe herumgerätselt.
In Vacha wurde ich dann gleich noch als einziger Gefreiter zum Gruppenführer gemacht.
Und was das Wirken der IM's betrifft:
In Kaltenwestheim hat ein Offizier der 2000 regelmässig mit mir (ergebnislose) Gespräche geführt, um mich als IM zu gewinnen...

So.... nun kann ich mir einen Reim auf die Gründe meiner Verstzung machen. Oder auch nicht.
War es ein "Racheakt" des Offiziers, weil ich der Zusammenarbeit ausgewichen war ?
(wo ich doch so ein "Vorzeige-Grenzer" war: Parteimitglied, verheiratet, vorzeitig zum Postenführer und Gefreiten ernannt - natürlich, ohne sich "hervorzutun")
Oder eine Vorsichtsmassnahme, weil mir jemand "an den Kragen" wollte ?
Oder einfach nur der Mangel an "richtigen (Uffz)" Gruppenführern ?
Oder .......?
Kannst Du Dir vorstellen, wie blöd ich mich gefühlt habe, dass mir all diese "Ehre" zuteil wurde und die anderen Gefreiten meines DHJ in Vacha das Ganze (verständlicherweise) mit Misstrauen quittierten ?
Ob in meiner Stasiakte irgendein brauchbarer Hinweis dazu zu finden wäre ?
Ach, für mich ist das Schnee von vorgestern.. Diese Grenze und die Grenztruppen, die sie bewacht haben, gibt es nicht mehr. Auch wenn unser Forum manchmal den Eindruck vermittelt, als sei das alles noch da.




was könnte hier passiert ? meine persönliche meinung: man wollte mit dem handeln bei "jobnomade" diesen direkt bei andern agt´s ins blickfeld bringen um von anderen "inoffiziellen mitarbeitern" abzulenken. was meint ihr ?

Hallo Gilbert,

Ich finde, daß ist Spekulation. In Jeder Kompanie war sicherlich nicht nur ein IM oder sehe ich das falsch? Für mich ist nur eines schlüssig, daß Wechselbad der Gefühle und die Frage "Warum?"

Gruß Hartmut!


@Utkieker, ich kann zwar nicht 1 zu 1 von den Manschaftsunterkünften der GT mitreden, aber strukturell war es ja bei der NVA nicht viel anders. Und da gehe ich nüchtern von wengstens einem, wie es @94 eigentlich treffend bezeichnet, Hilfs -IM pro Soldatenstube aus. Zumindest was die Stuben mit größerer Belegung anbelangt. Nicht anders oder gerade dort im Besonderen wird es an den Uffz- Schulen gewesen sein.

Übrings, als ich kurz vor Ende des 2. Dhj war, hat man einen Soldaten (auch 2. Dhj) von den Mot. - Schützen (soweit ich mich erinnern kann irgendwo bei Schwerin) zu uns Pionieren versetzt. Von der Beliebtheitsskala Mot.- Schützen im Vergleich zu den Pionieren eher eine Auszeichnung. Uns war die Sache damals sehr suspekt. Der Kumpel passte von seiner Art der ständigen Suche nach Einzelkontakten und -Gesprächen mit uns irgendwie nicht in die reale Welt. Zumal an seinem Verhalten betreffs Disziplin o. ä. nichts auffälliges war, was die propagierte Strafversetzung hätte nachvollziehbar rechtfertigen können. Irgendwann Mitte des 3. Dhj war er dann plötzlich wieder weg, eine Art Nacht- und Nebelaktion und niemand wußte so recht warum. Von einem Kameraden meines Diensthalbjahres aus Wernigerode habe ich auch später mal erfahren, das unser Schreiber (ebenfalls unser Dhj) und auf unserer Stube IM war. So Er hat mir seine Stasiakte gezeigt, war zwar ohne Klarnamen aber bestimmte Dinge trafen 1 zu 1 zu und nur er konnte es sein. Auch von dem oben beschriebenen versetzten Soldaten, so zumindest unser Verdacht, waren zwei Berichte in seiner Akte.... Es ging um Westverwandschaft und ein angebliches Aufeinandertreffen im Urlaub mit dieser.

josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
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#20

RE: Operative Maßnahme "Jobnomade"

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.03.2013 19:22
von damals wars | 12.113 Beiträge

Bei uns in der Kompanie gab es für Soldaten Vier-Mann- Zimmer als auch 8 Mann- Zimmer. Für die Uffze. nur 4 Mann Zimmer. Und wenn man als Uffz. Glück hatte, erwischte man einen BU Schrank.
Wenn man da in jedem Zimmer eine IM geworben hat, war das echt Stress, den nach jedem Halbjahr wurden ja einige neue gebraucht.
Voll der Stress, für das Kommando 2000. Kaum zu schaffen.
Wie war den bei Euch die Zimmerbelegung?


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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