#61

RE: Unsere Mütter,unsere Väter

in Themen vom Tage 18.03.2013 23:37
von manifest 20 | 314 Beiträge

Seit Langer Zeit mal das ich meine GEZ für diesen Monat gut ausgegeben habe!!
Ein Film der sich nicht um grosse politik kümmert,sondern die Welt aus sicht von schütze Ar.... beschreibt.(ein leut. ist ja auch nur ein kleines rad im getriebe) Da wir hier ja in einem Grenzerforum sind werden viele solche konflikte kennen,sicher auf einem anderen level.Die entscheidung "",schießen oder nicht"",muss jeder doch mit sich selbst abmachen.
Ein Urteil über meine Opa-generation werde ich mir nicht trauen abzugeben.Aufgewachsen Dorfschule,kein tv kein radio,kein internet,ihnen vorzuwerfen die grosse politik nicht zudurchschauen ist doch nur arogant
mfg andreas


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#62

RE: Unsere Mütter,unsere Väter

in Themen vom Tage 18.03.2013 23:42
von Moskwitschka (gelöscht)
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Ich entziehe mich diesem Film. Ich schaue ihn mir später an, wenn der ganze medienhype abgeklungen ist.

LG von der grenzgaengerin


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#63

RE: Unsere Mütter,unsere Väter

in Themen vom Tage 19.03.2013 00:36
von amigaguru | 96 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #35
Zitat von josy95 im Beitrag #34
Zitat von EK 82/2 im Beitrag #32
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #31
Zitat von Duck im Beitrag #30
[quote=Grenzwolf62|

p240474]
Zitat von Duck im Beitrag #23
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #22
Ist nicht schlecht gemacht der Film.
Wenn man sich so etwas ansieht kommt man immer ins Nachdenken, gefühlt ist das alles ewig her, aber eigentlich war es erst gestern, die Eltern und Großeltern haben das alles real erlebt, macht immer ein leichtes Schaudern so innerlich.
Mein Onkel war bei der berittenen SS im Osten, Partisanenbekämpfung, ich möcht es mir lieber nicht vorstellen was er alles machen musste.


Hallo Grenzwolf war Dein Onkel bei der Waffen-SS oder bei sogenannten Einsatzkommandos tätig?



War Kavallerie und die gehörten zur SS, war aber kämpfende Truppe, ich mein daher sicherlich Waffen-SS.
Viel erzählt hat er nicht, habe ihm, Gott behüte, auch kein Loch in den Bauch gefragt, ich hab aber als ich klein war immer die Ohren gespitzt wenn die alten bei diversen Schnäpsen dann ihre Geschichten erzählten und da war oft die Rede von Einsätzen gegen Partisanen.
Ob das nun Einsatzkommandos waren, keine Ahnung, zimperlich waren die aber sicher alle nicht, ging ja auch Auge um Auge.



Ich denke auch das solche "Gespräche" schon interessant waren. Die Frage ist ja auch war er freiwillig bei dem Verein gewesen oder wurde er einfach rekrutiert, in späteren Kriegsjahren wurde ja nicht mehr gefragt nach der "arischen Ahnengalerie" da brauchten sie ja einfach nur Kanonenfutter.


Ob freiwillig oder nicht weiß ich nicht, denke schon freiwillig, war ja damals was bei der Elite zu sein und mit Pferden hat er sich schon vorher ausgekannt, vielleicht hat auch das gereizt.
Was die Leute damals wirklich bewegt hat, wer weiß das schon genau, zumal sie ja jahrelang ordentlich propagandistisch weichgeklopft wurden.



@ grenzwolf, unser staatsbürgerkundelehrer erzählte uns auch von seiner vergangenheit und der war auch bei der reiter-ss. seine begründung war:man war in den bann der neuen möglichkeiten reingesogen und durch die wehrpflicht mußte sowieso jeder dienen.er war ein absoluter pferdenarr aus armen hause und die wehrmacht ersetzte die reiterstaffeln durch panzereinheiten,so blieb ihm nur die reiter-ss zu der er sich freiwillig meldete.so wird es vielen gegangen sein ohne an einen kommenden krieg zu denken.



@Grenzwolf62, das ist ja ein ganz wunder Punkt bei jeglicher Aufarbeitung gerade der jüngeren deutschen Geschichte! Leider werden heute in den meißten Darstellungen, Publikationen oder was auch immer die damaligen Verhältnisse, das damalige Wissen und auch die damalige Bildungschancen einschl. der Nutzung der Medien naiv und massenverdummungswirksam mit denen von Heute verglichen oder noch schlimmer, manchmal sogar irgendwie gleich gesetzt. Und da liegt neben Einredungskünsten von Kollektivschuld, Sippenhaft & Co ein gravierender Fehler in einer objektiven Geschichtsschreibung, einer objektiv- realen Aufarbeitung der jüngeren Geschichte.

Bestes Beispiel sind die vielen Verklärungen über die DDR und die Menschen, die in dieser DDR lebten...!

Wenn es nach einigen dieser tollen und oft selbsternannten Geschichtsverfälscher ginge, waren wir doch 17 Millionen mordlüsternde, schießwütige Russenknechte, SED- Büttel, stinkenfaule Wodka- Dauerkonsumenten... und sind in deren Augen, deren ideologisch geschickt aber trotzdem naiv verpackten Darstellungen heute immer noch nicht demokratiefähig..!


Ich bin bestimmt kein Befürworter oder Gutheißer irgendwelcher deutschen Kriegs- und sonstigen Verbrechen u. a. während der Nazizeit.

Aber wer bitte spricht heute noch von Greultaten von Briten, Franzosen, Niederländern, Portugiesen, Spaniern usw., die in ihren Überseekolonien, wer geißelt Napoleon für seine Blutspur quer durch Europa? Wer prangert nachhaltig die Verbrechen der Ammis an ihrer eigenen Urbevölkerung oder die Südstaaten mit ihrer Sklaverei an? Auch alles Geschehen in der jüngeren Geschichte...

Darum, wenn man auch mit gewissen Einbußen an Realität bei dieser Art der filmischen Aufarbeitung leben muß, finde ich diese Produktionen doch sehr gut und sehenswert. Und wie @Rostocker schon treffend schreibt, eigentlich durchaus sehenswerte Fernsehsendung(en) auch mit Kindern oder Enkeln.

Beugt vielleicht dem geschichtlichen Realitäsverlust und was alles schnell passieren kann von weiteren (friedensverwöhnten) jungen Generationen wenigstens etwas vor...und zeigt, das es neben Halli- Galli- Fun- und Spaßgesellschaft, Konsumterrorismus auch noch andere gewichtige Dinge im Leben auf diesem Globus gibt, das Frieden nicht das selbstversändlichste Gut ist...!


josy95



Man kann das eine nicht mit dem anderen aufrechnen. Ich finde aber, dass die Franzosen besonders selbstgerecht über die Deutschen urteilten.
Thomas, da brauche nur an den nur 9 Jahre nach WK II stattfindenden mörderischen Indochinakrieg der Franzosen mit der abschließenden Schlacht bei Dien Bien Phu 1954 erinnern oder bei dem noch brutaleren Krieg gegen die A´lgerische Befreiungsfront FLN Anfang der 60 er Jahre. Dafür waren dann auch gern Deutsche gefragt als Soldaten in der Legion Etrangere und es war den Franzosen sch.. egal, ob das ehemalige SS Leute waren, Hauptsache richtig brutal zu den Algeriern, und alles damit die etwa 1 Million französische Kolonialisten in Algerien ihr Herrenleben in Saus und Braus weiterführen konnten


[/quote]
Ich denke,man sollte es nicht so einseitig sehen.
In Indochina hat nicht nur die Legion brutal gehandelt,auch die Gegenseite,Chinesen,Vietnamesen.
Ganz zu schweigen vom Kongo.
Die FLN in Algerien hat ebenso brutal gehandelt,auch gegen ihr eigenes Volk.
In Vietnam hat nicht nur die Armee von Südvietnam oder Amerikaner brutal gehandelt,auch Vietkong und Nordvietnamesische Armee,auch gegen das eigene Volk.
In Afghanistan wurden Soldaten der Sowietarmee ebenfalls von"Freiheitskämpfern" brutal behandelt.
Heute in Syrien,gehen die sog.Rebellen ebenso brutal vor,nicht nur die Armee Assads.
Wer werfe hier den ersten Stein?
amigaguru


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#64

RE: Unsere Mütter,unsere Väter

in Themen vom Tage 19.03.2013 09:00
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Schuddelkind im Beitrag #43
Zitat von Vogtländer im Beitrag #42
Mir stellt sich gerade die folgende Frage:
kann man traumatisiertes Schweigen verübeln?
Ich meine NEIN,wenn jemand miterlebt hat,wie neben einem einer durch Minen etc. ins Jenseits reiste.


Nein, aber vielleicht hätte man in beiden deutschen Staaten sehr laut schreien sollen ,als es um die Wiederbewaffnung ging!


na das hättest du mal versuchen sollen in der DDR Ende der 50er Jahre. So schnell hättest du gar nicht gucken können wie du vor einem politischen Richter von der Sorte einer Hilde Benjamin gestanden hättest.
Im Westen waren heftige Proteste gegen die Wiederbewaffnung aber ohne Erfolg. Der Westen hat eben auch nur auf die damalige Entwicklung reagiert und keine Wahl gehabt. Es war aber erlaubt friedlich dagegen zu protestieren ohne anschließend einzufahren.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
zuletzt bearbeitet 19.03.2013 09:37 | nach oben springen

#65

RE: Unsere Mütter,unsere Väter

in Themen vom Tage 19.03.2013 09:06
von DoreHolm | 7.694 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #64
Zitat von Schuddelkind im Beitrag #43
Zitat von Vogtländer im Beitrag #42
Mir stellt sich gerade die folgende Frage:
kann man traumatisiertes Schweigen verübeln?
Ich meine NEIN,wenn jemand miterlebt hat,wie neben einem einer durch Minen etc. ins Jenseits reiste.


Nein, aber vielleicht hätte man in beiden deutschen Staaten sehr laut schreien sollen ,als es um die Wiederbewaffnung ging!


na das hättest du mal versuchen sollen in der DDR Ende der 50er Jahre. So schnell hättest du gar nicht gucken können wie du vor einem politischen Richter von der Sorte einer Hilde Benjamin gestanden hättest.
Im Westen waren heftige Proteste gegen die Wiederbewaffnung abe rohen Erfolg. Der Westen hat eben auch nur auf die damalige Entwicklung reagiert und keine Wahl gehabt. Es war aber erlaubt friedlich dagegen zu protestieren ohne anschließend einzufahren.




Keine Wahl gehabt und reagiert ? Auf was reagiert ? Meines Wissens waren Bundeswehr und NATO zuerst da. Und auch die Kernwaffen auf deutschem Boden.



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#66

RE: Unsere Mütter,unsere Väter

in Themen vom Tage 19.03.2013 09:14
von SET800 | 3.104 Beiträge

Hallo,
ich denke daß als Titel eher "unsere Großmütter, Großväter" gepaßt hätte. Die über 60-Jährigen wie ich ( zugegeben ) wissen von Vätern und Müttern und aus dem eigenen Leben genügend über die Zeit. Z.B. aus den Sommtertagen in den Schwimmbädern die vielen amputierten Männer, von Kindern ohne Väter oder mit Müttern in "Onkel-Ehe" wegen der kleinen Kriegerwitwenrente. Die Suchbilder in den Zeitungen usw., Suchmeldungen im Radio, mit Plakaten in Postämtern ( gab es das auch in der DDR? ).



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#67

RE: Unsere Mütter,unsere Väter

in Themen vom Tage 19.03.2013 09:14
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Bitte nicht wieder abgleiten zu Bundeswehr und NATO, ist zu interessant das ursprüngliche Thema.


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#68

RE: Unsere Mütter,unsere Väter

in Themen vom Tage 19.03.2013 09:36
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #65
Zitat von Gert im Beitrag #64
Zitat von Schuddelkind im Beitrag #43
Zitat von Vogtländer im Beitrag #42
Mir stellt sich gerade die folgende Frage:
kann man traumatisiertes Schweigen verübeln?
Ich meine NEIN,wenn jemand miterlebt hat,wie neben einem einer durch Minen etc. ins Jenseits reiste.


Nein, aber vielleicht hätte man in beiden deutschen Staaten sehr laut schreien sollen ,als es um die Wiederbewaffnung ging!


na das hättest du mal versuchen sollen in der DDR Ende der 50er Jahre. So schnell hättest du gar nicht gucken können wie du vor einem politischen Richter von der Sorte einer Hilde Benjamin gestanden hättest.
Im Westen waren heftige Proteste gegen die Wiederbewaffnung abe rohen Erfolg. Der Westen hat eben auch nur auf die damalige Entwicklung reagiert und keine Wahl gehabt. Es war aber erlaubt friedlich dagegen zu protestieren ohne anschließend einzufahren.




Keine Wahl gehabt und reagiert ? Auf was reagiert ? Meines Wissens waren Bundeswehr und NATO zuerst da. Und auch die Kernwaffen auf deutschem Boden.


DoreHolm
Hast du vergessen, dass es schon Anfang der 50er Jahre bewaffnete Streitkräfte in der DDR gab, die KVP = Kasernierte Volkspolizei. Das war die Vorgängerorga der NVA, der Namensbestandteil "Polizei" war doch nur zur Tarnung, tatsächlich waren es militärische Verbände.
Reagiert ? auf die Forderungen der Besatzer zur deutschen Wiederbewaffnung, die gleiche chose wie im Osten.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
zuletzt bearbeitet 19.03.2013 09:36 | nach oben springen

#69

RE: Unsere Mütter,unsere Väter

in Themen vom Tage 19.03.2013 09:53
von Rostocker | 7.719 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #68
Zitat von DoreHolm im Beitrag #65
Zitat von Gert im Beitrag #64
Zitat von Schuddelkind im Beitrag #43
Zitat von Vogtländer im Beitrag #42
Mir stellt sich gerade die folgende Frage:
kann man traumatisiertes Schweigen verübeln?
Ich meine NEIN,wenn jemand miterlebt hat,wie neben einem einer durch Minen etc. ins Jenseits reiste.


Nein, aber vielleicht hätte man in beiden deutschen Staaten sehr laut schreien sollen ,als es um die Wiederbewaffnung ging!


na das hättest du mal versuchen sollen in der DDR Ende der 50er Jahre. So schnell hättest du gar nicht gucken können wie du vor einem politischen Richter von der Sorte einer Hilde Benjamin gestanden hättest.
Im Westen waren heftige Proteste gegen die Wiederbewaffnung abe rohen Erfolg. Der Westen hat eben auch nur auf die damalige Entwicklung reagiert und keine Wahl gehabt. Es war aber erlaubt friedlich dagegen zu protestieren ohne anschließend einzufahren.




Keine Wahl gehabt und reagiert ? Auf was reagiert ? Meines Wissens waren Bundeswehr und NATO zuerst da. Und auch die Kernwaffen auf deutschem Boden.


DoreHolm
Hast du vergessen, dass es schon Anfang der 50er Jahre bewaffnete Streitkräfte in der DDR gab, die KVP = Kasernierte Volkspolizei. Das war die Vorgängerorga der NVA, der Namensbestandteil "Polizei" war doch nur zur Tarnung, tatsächlich waren es militärische Verbände.
Reagiert ? auf die Forderungen der Besatzer zur deutschen Wiederbewaffnung, die gleiche chose wie im Osten.



Gert,ist Dir auch bekannt.Das man damals gegen die Demonstranten im Westen die gegen eine Wiederbewaffnung waren,von Seiten der Polizei mit Schußwaffen vorging und Wasserwerfern.Opfer---Philpp Müller,Tod (Kommunist)---Bernd Schwarze,Schwerverletzt (Sozialdemokrat)--Albert Bretthauer,Schwerverletzt (Gewerkschafter) Ja sowas hat es auch gegeben.Du musst Deinen Rundumschlag mal auf beide Seiten ausdehnen.


zuletzt bearbeitet 19.03.2013 09:55 | nach oben springen

#70

RE: Unsere Mütter,unsere Väter

in Themen vom Tage 19.03.2013 10:00
von eisenringtheo | 9.171 Beiträge

Was wollen uns die Autoren eigentlich sagen? Das ganze erinnert mich etwas an die wilden Szenen von Tarantino. Viel Action, viel Brutalität, wirre Szenenwechsel. Spannend, aber ein irgendwie überflüssiger Film. Das ist aber nur meine persönliche Meinung...
Da schaue ich lieber wieder "Bergdoktor", "Um Himmels Willen" oder "Mord mit Aussicht". Vin Nazi- und Stasischinken habe ich langsam die Nase voll.
Theo


Eisenacher und zoni-94 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#71

RE: Unsere Mütter,unsere Väter

in Themen vom Tage 19.03.2013 10:03
von ddr-bürger (gelöscht)
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@schuddelkind

Zitat.
"Unser Englisch/Deutsch-Lehrer hat mal erzählt, wie das dei ihm gegen Ende des Krieges ablief. Der war in einem RAD Lager, als eines Tages Leute von der SS auftauchten, die "Freiwillige" als Ersatz suchten. Es meldete sich nur keiner freiwillig. Also haben sie die Leute so lange um die Blocks laufen lassen, bis einige nicht mehr konnten und sich völlig fertig "freiwillig" gemeldet haben."

Darüber gibt es ein sehr gutes Buch von Erich Loest "Der Abhang".


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#72

RE: Unsere Mütter,unsere Väter

in Themen vom Tage 19.03.2013 10:25
von ddr-bürger (gelöscht)
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Ich habe den Film mit Absicht nicht geschaut, irgendwie hatte ich die "Nase voll" von dem Thema. Was Ihr darüber schreibt macht mich doch neugierig.

In letzter Zeit (auch durch das Forum) denke ich öfter an meinen Vater. Habe hier schon mal geschrieben er war Offz. in der Wehrmacht und in Frankreich, Russland, Norwegen. Sein Überleben "sicherte" eine schwere Verwundung. Er hat mir manchmal von der Zeit erzählt. Vieles habe ich leider vergessen und ich war zu Jung, andere Interessen. Heute kann ich leider nicht mehr fragen....

Viele Themen hier berühren das, z.B. Befehl, Gehorsam und Gewissen

Es prägt uns heute noch, durch das Erlebte der Eltern. Zum ersten mal hat mir "Gert" von der Seele gesprochen, mit der "Gnade der späten Geburt".

Schade wäre es wenn hier wieder die Diskussion Ost- West einzieht, das ist ein anderes Thema.

Ich weiß das der Krieg für meinen Vater 1945 nicht vorbei war, als ehemaliger Offizier in der russ. Besatzungungszone, ohne Beruf, sich als "Krüppel" fühlend, das erlebte im kopf, Brutalität und die Angst um das Überleben.
Er schaute solche Filme und laß auch Bücher über das Thema, auch ein Versuch damit fertig zu werden.


Rainman2, Schuddelkind, josy95 und 80er haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#73

RE: Unsere Mütter,unsere Väter

in Themen vom Tage 19.03.2013 10:54
von DoreHolm | 7.694 Beiträge

Mein Vater hat viel vom Krieg erzählt. Als Wirtschaftschef im Kinderferienlager war er immer umlagert und konnte spannend erzählen. Nun, er hatte auch das Glück, außer Tieffliegerangriffen (noch Splitternarbe im Arm) auf den LKW- und Schiffskonvois (Mittelmeer nach Afrika) nicht direkt in Kampfhandlungen geraten zu sein. Er hat Flugzeugmotoren und Bomben gefahren. Zuerst Frankreichfeldzug, dann Italien, Sizilien und Libyen, danach hoch nach Norwegen. Englische Gefangenschaft dort. In seinen Memoiren nimmt diese Zeit viel Platz ein. Er hatte auch Glück, daß seine Einheit, so wie er es erzählte, ein relativ liberaler Haufen war, sein Hauptmann tolerant und wenn mal ein strammer Krieger zu ihnen versetzt wurde, wurde der schnell wieder zur Bewährung an die Ostfront weggelobt. So erzählte er es.



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#74

RE: Unsere Mütter,unsere Väter

in Themen vom Tage 19.03.2013 11:26
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #70
Was wollen uns die Autoren eigentlich sagen? Das ganze erinnert mich etwas an die wilden Szenen von Tarantino. Viel Action, viel Brutalität, wirre Szenenwechsel. Spannend, aber ein irgendwie überflüssiger Film. Das ist aber nur meine persönliche Meinung...
Da schaue ich lieber wieder "Bergdoktor", "Um Himmels Willen" oder "Mord mit Aussicht". Vin Nazi- und Stasischinken habe ich langsam die Nase voll.
Theo


Seitdem ich als Kind den Roman "Im Westen nichts Neues" von Erich Maria Remarque gelesen habe , brauche ich auch solche Filme nicht mehr, um zu begreifen, wie Menschen in Kriegen funktionieren.
Da hätten Filme zum Thema: Ursachen, Drahtzieher und Hintergründe des WK2 meines Erachtens wesentlich mehr Sinn.


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#75

RE: Unsere Mütter,unsere Väter

in Themen vom Tage 19.03.2013 11:30
von Rostocker | 7.719 Beiträge

Zitat von ddr-bürger im Beitrag #72
Ich habe den Film mit Absicht nicht geschaut, irgendwie hatte ich die "Nase voll" von dem Thema. Was Ihr darüber schreibt macht mich doch neugierig.

In letzter Zeit (auch durch das Forum) denke ich öfter an meinen Vater. Habe hier schon mal geschrieben er war Offz. in der Wehrmacht und in Frankreich, Russland, Norwegen. Sein Überleben "sicherte" eine schwere Verwundung. Er hat mir manchmal von der Zeit erzählt. Vieles habe ich leider vergessen und ich war zu Jung, andere Interessen. Heute kann ich leider nicht mehr fragen....

Viele Themen hier berühren das, z.B. Befehl, Gehorsam und Gewissen

Es prägt uns heute noch, durch das Erlebte der Eltern. Zum ersten mal hat mir "Gert" von der Seele gesprochen, mit der "Gnade der späten Geburt".
Schade wäre es wenn hier wieder die Diskussion Ost- West einzieht, das ist ein anderes Thema.

Ich weiß das der Krieg für meinen Vater 1945 nicht vorbei war, als ehemaliger Offizier in der russ. Besatzungungszone, ohne Beruf, sich als "Krüppel" fühlend, das erlebte im kopf, Brutalität und die Angst um das Überleben.
Er schaute solche Filme und laß auch Bücher über das Thema, auch ein Versuch damit fertig zu werden.


Da stimme ich Gert auch zu.Aber hält sich ein System mit seiner Politik an Gnade und Geburt.Wenn es einen Krieg vom Zaune bricht oder sich dran beteildigt?


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#76

RE: Unsere Mütter,unsere Väter

in Themen vom Tage 19.03.2013 11:45
von andy | 1.199 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #70
Was wollen uns die Autoren eigentlich sagen? Das ganze erinnert mich etwas an die wilden Szenen von Tarantino. Viel Action, viel Brutalität, wirre Szenenwechsel. Spannend, aber ein irgendwie überflüssiger Film. Das ist aber nur meine persönliche Meinung...
Da schaue ich lieber wieder "Bergdoktor", "Um Himmels Willen" oder "Mord mit Aussicht". Vin Nazi- und Stasischinken habe ich langsam die Nase voll.
Theo



Krieg verändert den Menschen - das ist für mich eine der Kernaussagen dieses Filmes.
Nimm die Brüder Winter: Friedhelm - vor dem Krieg eher das militärische "Weichei" - durch den Krieg verroht er zunehmend.
Sein Bruder, der Wilhelm - vor dem Krieg durch und durch Militär - desertiert im zweiten Teil und wird zum Tode verurteilt.

Charlotte-das unbedarfte Mädchen wird zu einer gestandenen Frau, die das ganze Elend des Krieges im Lazarett miterlebt und vergeblich versucht, die geplatzte Halsschlagader eines Soldaten mit blossen Händen abzudrücken.

Nein - Parallelen zu Tarantino kann ich nicht erkennen und ein Film über den 2. Weltkrieg kommt nun mal ohne Ballerei nicht aus. Leider.

Ich empfinde den Film auch nicht als einen "Nazi-Schinken" sondern eher als die Beschreibung der persönlichen Entwicklung junger Menschen unter den Bedingungen des Krieges.

Ob er unbedingt gebraucht wird - da muss jeder seine eigene Auffassung zu finden.

In Zeiten der nicht als solche erkannten NSU-Morde kann er zumindest nicht schaden.

andy


Komm, wir essen Opa. Satzzeichen können Leben retten.
Schuddelkind, Grenzverletzerin und DoreHolm haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 19.03.2013 11:48 | nach oben springen

#77

RE: Unsere Mütter,unsere Väter

in Themen vom Tage 19.03.2013 12:26
von Grenzverletzerin | 1.182 Beiträge

Ja Gert, wir können in jeder Hinsicht froh sein, dass wir nur Frieden erlebt haben. Es würde auch in manchen von uns nur das Schlechteste hervorbringen.
Meine Eltern waren 1945 noch Kinder. Meine Großmutter väterlicherseits hat mir alles von ihren Kriegserlebnissen erzählt. Sie war oft erstaunt, dass mich das interessiert und sagte immer...du bist die Einzige die fragt und du darfst das bloß nicht weitererzählen. Da war immer noch eine große Angst, so erzählte sie wie und wo sie Waffen, Uniform und Nazirelikte verbuddelt haben als die Amis kamen. Wie die Juden aus ihrem kleinen Ort verschwanden und sie auch ahnten, dass sie ermordet wurden . Wie mein Großvater, Grubenleiter, Mitglied der NSDAP und bei der Heimat SS (kein Totenkopfverband) aber Brot mit ins Werk nahm um sie den russischen Zwangsarbeitern zu zustecken...wie sie mit ihm deshalb geschimpft hat weil er damit auch das Leben seiner beiden Kinder aufs Spiel setzte (sie wohnten damals über einer Bäckerei und bekamen immer das Brot vom Vortag). Wie sie sich schämte, in der Zeit keinen Mut gehabt zu haben aber die Familie eben vorging.

Den Film finde ich gut aber er zeigt auch nichts, was man nicht schon wusste. Das Medienbrimborium ist deshalb für mich nicht ganz nachvollziehbar. Gut finde ich, dass die Liebesgeschichten (ist ja oft ein beliebtes dramaturgisches Stilmittel) sich im Hintergrund halten und es primär um die unterschiedliche Entwicklung der fünf jungen Menschen geht...da gehe ich voll mit Andys Einschätzung mit.


Unter Chemikern funktioniert die Evolution noch: Dumme Experimentierer werden natürlicherweise und rasch eliminiert.

zuletzt bearbeitet 19.03.2013 12:55 | nach oben springen

#78

RE: Unsere Mütter,unsere Väter

in Themen vom Tage 19.03.2013 12:52
von andy | 1.199 Beiträge

DoreHolm
Hast du vergessen, dass es schon Anfang der 50er Jahre bewaffnete Streitkräfte in der DDR gab, die KVP = Kasernierte Volkspolizei. Das war die Vorgängerorga der NVA,...




Ja und, Gert?

Die NATO wurde 1948 , damals noch ohne die Bundesrepublik dafür aber mit USA, F, GB, Belgien und Luxenb. zunächst u.a. als Bündnis zur kollektiven Selbstverteidigung gegründet. Das änderte sich spätestens mit dem 49'er erfolgreichen Atombombentest in der Sowjetunion.

Das Grundgesetz und damit die Bundesrepublik gibt es seit Mai 1949, die DDR seit Oktober 1949.

Das ein Staat das Recht hat, auch eigene Streitkräfte zu haben, dürfte unbestritten sein. Die Bundesrepublik begann mit dem Amt Blank als Vorläufer der Bundeswehr und die DDR zog mit der KVP 1952 nach.

1954 trat die Bundesrepublik der NATO bei und 1955 wurde der Warschauer Pakt gegründet.

Schließlich war die Deutsche Einheit und eine damit mglw. einhergehende Neutralität Deutschlands nach dem 2 Weltkrieg endgültig an den unterschiedlichen Interessen der Alliierten gescheitert und Adenauer wollte dann ja auch bekanntlich das halbe Deutschland lieber ganz als das ganze Deutschland halb.

Irgendwie hat wohl eher der Westen agiert und der Osten reagiert.

Das sich dann an der Trennlinie zwischen DDR und der Bundesrepublik zwei etwa gleichstarke militärische Bündnisse gegenüberstanden hat massgeblich dazu beigetragen, dass es keine militärische Korrektur der Ergebnisse des 2 WK gab.

andy


Komm, wir essen Opa. Satzzeichen können Leben retten.
DoreHolm und Damals87 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#79

RE: Unsere Mütter,unsere Väter

in Themen vom Tage 19.03.2013 13:18
von Barbara (gelöscht)
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Zentrales Thema ist, dass die Perspektive aus Sicht von jungen Deutschen! geschildert wird (hinter denen ja echte Personen stecken, wie man nach der ersten Folge in der Doku sehen konnte) – die stellvertretend für eine ganze Generation stehen, die durch die Umstände „ihre Unschuld“ verliert.

Unschuld nicht nur im Sinne von „schuldig werden“, sondern m.E. auch: „Glaube, Hoffnung, Perspektive, Sinn“, das was man am Anfang eines jungen Lebens spürt, was Friedhelm am Anfang im Off-Ton beschreibt: „Wir waren jung, die Welt gehörte uns....“ Aufbruch - dieser Lebensimpuls, den alle am Anfang des jungen Erwachsen-Werdens fühlen – hinein gelenkt in diese Katastrophe, missbraucht und in das Gegenteil gewendet. Heraus gekommen sind seelische Krüppel – falls sie überlebten - unsere Eltern, die das mehr oder weniger gut verarbeitet haben.

Diese rein deutsche Perspektive ist neu, in Kriegsfilmen werden Deutsche gemeinhin als Täter gezeigt oder als Opfer (Genozid, politische Morde), oder Widerständler. Der hier versuchte Erklärungsansatz der oft gestellten Frage: „Wie konnte es soweit kommen“ wird hier m.E. das erste Mal für ein breites Massenpublikum filmisch versucht. Deswegen finde ich den Film richtig. Bemerkenswert ist, dass eine solche Perspektive erst heute aufgegriffen werden kann – von deutschen Filmemachern. Dass so viel Zeit vergehen musste. Es ist der Ansatz von Verstehen, der Täter-Generation gegenüber - ein Balanceakt. denn die Kinder der Opfer schauen auch zu! (habe noch kein Presse-Echo gelesen.)
(Filmisch habe ich einiges an Kritik, ist mir aber wegen des oben gesagten hier nicht so wichtig.)


Die Darsteller bilden ja „Täter“ und „Opfer“ ab – sogar in einer Person:
die Krankenschwester, die gegen den Tod ankämpft verrät die jüdische Ärztin –
und Profiteurin (die Sängerin) versucht den jüdischen Freund zu retten, wird nun ihrerseits Opfer...
Die jungen Soldaten, die gar nicht mehr anders können als töten, zerrissen von Schuld und eigener Todesangst. (ja > hier ist auf jeden Fall der Kontext zu „Befehl, Gehorsam, Gewissen“)

Neben der ganzen Schuld, die Nachkriegsdeutschland durch den Mord an Millionen Menschen auf sich nehmen musste, kommt auch die "Schuld" hinzu, eine ganze Generation an jungem, hoffnungsvollen Leben geopfert zu haben, physisch, seelisch und geistig.
".... Saatfrüchte dürfen nicht vermahlen werden." (Käthe Kollwitz nach einem Zitat von Goethe)
Und vergessen wir nicht was bereits der erste Weltkrieg angerichtet hatte...

Scham:
im Sinne von: aushalten, wenn wir unsere Geschichte betrachten
dass dort Goethe und Schiller neben Goebbels und Himmler an einem historischen Tisch sitzen....
Für mich ein kaum auszuhaltender Widerspruch, den es aber auszuhalten gilt!

Eines der großen europäischen Kulturvölker war in der Lage, seine eigene geschichtliche kulturelle und zivilisatorische Entwicklung in das genaue Gegenteil zu kehren - in nur 12 Jahren....


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#80

RE: Unsere Mütter,unsere Väter

in Themen vom Tage 19.03.2013 13:19
von eisenringtheo | 9.171 Beiträge

Zitat von andy im Beitrag #78
[(...)

Irgendwie hat wohl eher der Westen agiert und der Osten reagiert.

Das sich dann an der Trennlinie zwischen DDR und der Bundesrepublik zwei etwa gleichstarke militärische Bündnisse gegenüberstanden hat massgeblich dazu beigetragen, dass es keine militärische Korrektur der Ergebnisse des 2 WK gab.

andy


Ja das ist wohl so. Im Zweiten Weltkrieg wurde kriegsbedingt viel mehr produziert als vorher. Nach dem Zweiten Weltkrieg jedoch war dennoch fast alles zerstört und die Wirtschaft musste von vorne beginnen, ausgenommen in den USA Sie hatte kaum Kriegsschäden zu beklagen und stand deshalb vor dem Problem, wie sie die Wirtschaft zurückfahren konnte, ohne wirtschaftliche Verwerfungen zu erleiden: Arbeitslosigkeit, Inflation usw. Deshalb war man froh um die Neuen Märkte in Europa. Eine deutsche Wiedervereinigung war deshalb kaum im Interesse der USA, denn man hätte wohl auf den wirtschaftlichen Einfluss verzichten müssen. Für die SU sah das anders aus: Wirtschaftliche Hilfe für die Deutschen im Kalten Krieg war kaum möglich, ein Friedensvertrag und weitergehende Reparationen von ganz Deutschland wären aber Balsam für die nach dem Krieg marode sowjetische Wirtschaft gewesen.
Theo


Damals87 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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