#281

RE: Unsere Mütter,unsere Väter

in Themen vom Tage 24.03.2013 08:22
von Polter (gelöscht)
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Nun ist der Dreiteiler auch schon bald Geschichte.
Mich tröstet, daß es zum Filmwerk auch noch die entsprechende zdf - Dokumentation gab, die erklärt wie und was ich zu verstehen und zu ver-
arbeiten habe.
@ Hallo Granate,
Du schreibst von Lug und Trug in der Schule, kannst verstehen, warum die Generation all die Jahre geschwiegen hat. Darüber will ich nicht
streiten.
Ich stelle mir jedoch die Fragen: Was wäre anders gekommen in der Geschichte Deutschlands, wenn " unsere Mütter und Väter " geredet
hätten. Kann Schweigen oder auch nicht Reden, das Weglassen und Verdrängen nicht ihre Lüge gewesen sein?
Das Schulwissen, worauf beruht es? Sicherlich zum Teil auch auf dem Diktat der Alliierten. Welcher Lehrer, welcher Schulpolitiker, der selber
verstrickt war, hätte das Geschichtswissen, wie wir es heute fordern, schreiben oder lehren können? Ab welchem Alter wäre in der Schule die Schilderung
von z.B. Vergewaltigungen, Hinrichtungen, Verwundungen, Amputationen.......möglich gewesen ohne Lügen?
( Die deutsche Filmindustrie hat sich ja selbst Altersbeschränkungen auferlegt.)


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#282

RE: Unsere Mütter,unsere Väter

in Themen vom Tage 24.03.2013 11:21
von Ari@D187 | 1.989 Beiträge

Zitat von Granate im Beitrag #280
[...] nicht nur die deutschen,russen alle länder waren schult,das soviel leid geschah. sie haben alle den ersten weltkrieg vergessen,und wussten genau was der zweite bringen wird. die alliierten wussten was kommt. nun ja es ist geschichte,nur sollte sie richtig geschrieben sein.mfg.granate

Auf dem Lehrplan wohl bis heute Terra incognita und auch ansonsten sehr schwer neutrale und detaillierte Informationen zu bekommen sind die Interessen, die Positionen und das Verhalten der anderen Staaten vor Kriegsausbruch und insbesondere die unmittelbaren Stunden, Tage und Wochen davor.

Ari


Scheint es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode...
zuletzt bearbeitet 24.03.2013 12:05 | nach oben springen

#283

RE: Unsere Mütter,unsere Väter

in Themen vom Tage 24.03.2013 12:37
von eisenringtheo | 9.164 Beiträge

Zitat von Polter im Beitrag #281
(...)
Ich stelle mir jedoch die Fragen: Was wäre anders gekommen in der Geschichte Deutschlands, wenn " unsere Mütter und Väter " geredet
hätten. Kann Schweigen oder auch nicht Reden, das Weglassen und Verdrängen nicht ihre Lüge gewesen sein?


Ja, das nennen die Psychologen "Posttraumatische Belastungsstörung". Nicht jeder kann mit Schrecklichem umgehen. Und verdrängt alles. Aus politischen Gründen hatte auch niemand ein Interesse, dass zuviel über den Krieg erzählt wird. Wird man älter und schwächer, nimmt die Fähigkeit des Verdrängens ab und alles kommt wieder hoch.
http://www.klinikum-stuttgart.de/klinike...stoerungen.html
Theo


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#284

RE: Unsere Mütter,unsere Väter

in Themen vom Tage 24.03.2013 14:08
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Was hätte die Mutter auch erzählen können? Das sie ein strammes BDM-Mädchen gewesen ist?Der Papa seinem Sohn, wie stolz er war als er seine erste HJ-Uniform getragen hat? Die Mama von ihrem tollen ersten sexuellen Kontakt, mit einem besoffenen Rotarmisten oder einem Neger, der sie vergewaltigt hat? Von dem Onkel in der eleganten SS-Uniform, mit der Nahkampfspange und dem Ritterkreuz? Jetzt war ein Spanienkämpfer oder zumindest ein Kommunist im KZ angesagt, aber den hatten ja die Wenigsten im Stammbaum.
Da in der neuen Welt , auf einmal neue Freunde und neue Werte gesellschaftlich verlangt wurden, haben die Damen und Herren Mütter und Väter , da im Interesse der Zukunft ihres Nachwuchses lieber das Maul gehalten.
Das wäre ja auch sicher, nicht so gut beim Pioniernachmittag angekommen , wenn der Jungpionier dann aus seinem Elternhaus geplaudert hätte.
Der Mensch ist anpassungsfähig und nicht jeder ist geil auf Märtyrertum.


zuletzt bearbeitet 24.03.2013 14:13 | nach oben springen

#285

RE: Unsere Mütter,unsere Väter

in Themen vom Tage 24.03.2013 14:29
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von Eisenacher im Beitrag #284
Was hätte die Mutter auch erzählen können? Das sie ein strammes BDM-Mädchen gewesen ist?Der Papa seinem Sohn, wie stolz er war als er seine erste HJ-Uniform getragen hat? Die Mama von ihrem tollen ersten sexuellen Kontakt, mit einem besoffenen Rotarmisten oder einem Neger, der sie vergewaltigt hat? Von dem Onkel in der eleganten SS-Uniform, mit der Nahkampfspange und dem Ritterkreuz? Jetzt war ein Spanienkämpfer oder zumindest ein Kommunist im KZ angesagt, aber den hatten ja die Wenigsten im Stammbaum.
Da in der neuen Welt , auf einmal neue Freunde und neue Werte gesellschaftlich verlangt wurden, haben die Damen und Herren Mütter und Väter , da im Interesse der Zukunft ihres Nachwuchses lieber das Maul gehalten.
Das wäre ja auch sicher, nicht so gut beim Pioniernachmittag angekommen , wenn der Jungpionier dann aus seinem Elternhaus geplaudert hätte.
Der Mensch ist anpassungsfähig und nicht jeder ist geil auf Märtyrertum.




Stell Dir vor eisenacher, meiner Großmutter hat mir ähnliches erzählt. Das Mutterkreuz hat sie aufbewahrt, genauso die die HJ-Mitgliedssausweise ihrer Söhne. Ebenso hat sie mir erzählt, dass meine Tante wegen ihrer blonden Lockenpracht beim BDM bestimmt eine herausragende Rolle gespielt hätte - nur war sie zu der Zeit noch zu jung. Auf der anderen Seite erzählte sie mir ebenso, dass sie froh war, dass mein Großvater wegen einer Kriegsverletzung im 1.Weltkrieg nicht eingezogen wurde und als Straßenbahn-Schaffner Dienst an der Heimatfront machen musste. Sie führte mich ebenso an das Grab ihres ältesten Sohnes, der 1940 in Frankreich gefallen ist. Sie sprach von einem großen Glück, dass er zu den wenigen Gefallenen gehörte, den man noch nach Deutschland überführt hat, damit er ein Grab in seiner Heimatstadt bekommen konnte. Sie erzählte mir auch, dass sie meinen Großvater inständig gebeten hat, von den Sozis Abstand zu nehmen, weil sie Angst um ihre Familie hatte. Sie erzählte mir sehr viel.

Und ich denke es gab viele Mütter, Väter, Großmütter, Großväter, die über ihr Leben bis 1945 erzählt haben. Daher kann man nicht pauschal alle über einen Kamm scheren.

In einem gebe ich Dir Recht. In der Schule hätte ich nie gewagt über die persönliche Geschichte meiner Familie zu erzählen.

LG von der grenzgaengerin


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#286

RE: Unsere Mütter,unsere Väter

in Themen vom Tage 24.03.2013 15:17
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Hallo Grenzgängerin,

das kann ich so ähnlich bestätigen.

Meine eine Großmutter hat mir, wohlgemerkt dosiert aber trotzdem, wichtiges aus dieser Zeit erzählt .....

Wenn ich hier verhaltene Klagen lese, Kinder um bis Mitte Ende 20 interessieren sich nicht sonderlich um DDR Geschichte ......, frage an mich, haben mich die Ansätze eines Dialoges meiner Großmutter / Großvater mit ihrem Enkel über diese Zeit, 1933 bis 1945, besonders interessiert?
Ich sage auf mich bezogen, kaum .....

Meine eine Oma war sehr aktiv in der NS Frauenbewegung oder wie das hieß ......
Nach ihrem Tod fanden wir diverse Zeitungsausschnitte welche sie über "ihre" Zeit aufgehoben hatte. Selber hat sie darüber nie gesprochen und meine Mutter war ein junges Mädel zu der Zeit.
Interessierte sich für Swing etc. und hörte trotz BDM Mitgliedschaft leidenschaftlich einen Sender der solche Musik sendete ....., leider ist mir der Name entfallen ....
Ihr älterer Bruder fiel noch während der Ardennenoffensive .....
Meine Oma hatte zumindest über die deutsche Krieggräberfürsorge ? ein Bild vom Grab .......

Ich denke schon das solche ähnlichen Geschichten im Familienkreis erzählt wurden, genauso wie mein Onkel der den Krieg gewonnen hätte wenn er nur rangelassen worden wäre ......
Nur waren das Familiengeschichten und nicht für die Schule und/oder Öffentlichkeit bestimmt .....

Anderes Beispiel.
Das die Eltern meines damaligen Schulfreundes beide im KZ waren, der Vater in Buchenwald, die Mutter in Ravensbrück erfuhr ich erst 1965 nach einer doch recht mißglückten Jugendweihefahrt nach Buchenwald.
Aus heutiger Sicht sage ich das wir damals die zu erwartende Konfrontation mit dem nackten Grauen durch besonders viel Blödelei und Unsinn versuchten zu kompensieren.
Er erzählte seinen Eltern, welche berechtigterweise daran interessiert waren, wie der Tag war, wie es abgelaufen ist .....
Was dann folgte war ein regelrechtes Theater mit etlichen Schuldzuweisungen an Lehrer und andere Verantwortliche für diese Jugendstunden.
Uns als Schüler wurde zwar mächtig ins Gewissen geredet, mehr passierte damals nicht.
Seine Eltern wollten es auch so, also das wir Schüler nicht gemaßregelt werden .....

Wobei seine Eltern als ehemalige KZ-Häftlinge der Propaganda nicht zur Verfügung standen, also nicht auf solch zahllosen Veranstaltungen auftraten wie Widerstandskämpfer erzählen wie mutig sie waren und wie schlimm die Faschisten wirklich waren .....

Einmal erzählten sie, ohne ins Detail zu gehen, im privaten Kreis über ihre Jahre im KZ ......

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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#287

RE: Unsere Mütter,unsere Väter

in Themen vom Tage 24.03.2013 15:20
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #285


Stell Dir vor eisenacher, meiner Großmutter hat mir ähnliches erzählt. Das Mutterkreuz hat sie aufbewahrt, genauso die die HJ-Mitgliedssausweise ihrer Söhne. Ebenso hat sie mir erzählt, dass meine Tante wegen ihrer blonden Lockenpracht beim BDM bestimmt eine herausragende Rolle gespielt hätte - nur war sie zu der Zeit noch zu jung. Auf der anderen Seite erzählte sie mir ebenso, dass sie froh war, dass mein Großvater wegen einer Kriegsverletzung im 1.Weltkrieg nicht eingezogen wurde und als Straßenbahn-Schaffner Dienst an der Heimatfront machen musste. Sie führte mich ebenso an das Grab ihres ältesten Sohnes, der 1940 in Frankreich gefallen ist. Sie sprach von einem großen Glück, dass er zu den wenigen Gefallenen gehörte, den man noch nach Deutschland überführt hat, damit er ein Grab in seiner Heimatstadt bekommen konnte. Sie erzählte mir auch, dass sie meinen Großvater inständig gebeten hat, von den Sozis Abstand zu nehmen, weil sie Angst um ihre Familie hatte. Sie erzählte mir sehr viel.

Und ich denke es gab viele Mütter, Väter, Großmütter, Großväter, die über ihr Leben bis 1945 erzählt haben. Daher kann man nicht pauschal alle über einen Kamm scheren.

In einem gebe ich Dir Recht. In der Schule hätte ich nie gewagt über die persönliche Geschichte meiner Familie zu erzählen.

LG von der grenzgaengerin



Ja, da sitzt man so mit 10 und bekommt vermittelt das die einzigen guten alle im KZ gesessen haben und die anderen als entmenschte Erz-Faschisten mit dem Messer zwischen den Zähnen durch die Sowjetunion getrabt sind.
Man wollte sich fast melden und fragen "Ist Papa ein böser Mann?"


zuletzt bearbeitet 24.03.2013 15:25 | nach oben springen

#288

RE: Unsere Mütter,unsere Väter

in Themen vom Tage 24.03.2013 15:45
von Ecki | 408 Beiträge

Meine Lieben,

es ist ein glücklicher Umstand, dass meine Eltern (Mutter 86, Vater 88) noch leben und bei akzeptabler Gesundheit sind. Natürlich haben sie den Film geschaut und ich habe sie gefragt, ob es so war. Und die Antwort lautete: Genau so war es.

Nur einige Sentenzen:

Vater bei der Kriegsmarine auf einem Minenleg- und Räumschiff, Einsatzgebiet Norwegen. "Wir hatten 1945 den Befehl, beim Rückzug alles zu zerstören, damit dem Russen nichts in die Hände fällt. Wir haben mit unserer Bordkanone auf alles geschossen, was nach Zivilisation aussah."
"In Narvik beobachteten wir von unserem Schiff aus gefangene Russen, die ein Schiff entluden. Einer hat ein Brot gestohlen. Darauf hin mussten sich alle Russen nackt ausziehen und niederknien. Sie wurden gnadenlos verprügelt. Wir von der Marine waren so etwas nicht gewohnt und schrien 'hört auf, hört auf!'. Darauf hin richtete einer der Prügler seine MPi auf uns, brüllte 'Schnauze halten!' und wir schwiegen." "Eigentlich hatte noch Glück, denn auf dem Schiff fuhren das Bett und die Küche ja immer mit".

Mutter war in einem Textilbetrieb. "1944 kam mein Vorgesetzter und sagte, ich sollte zur Wehrmacht. In gleichem Atemzug erwähnte er, dass er das nicht befürwortet hätte, da ich für die kriegswichtige Produktion unabkömmlich sei. Ob ich damit einverstanden wäre. Das bejahte ich. Gott sei Dank".

Liebe Grüße

Ecki


Gott sei Dank!


Rainman2 und Schuddelkind haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#289

RE: Unsere Mütter,unsere Väter

in Themen vom Tage 24.03.2013 15:46
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #287
Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #285


Stell Dir vor eisenacher, meiner Großmutter hat mir ähnliches erzählt. Das Mutterkreuz hat sie aufbewahrt, genauso die die HJ-Mitgliedssausweise ihrer Söhne. Ebenso hat sie mir erzählt, dass meine Tante wegen ihrer blonden Lockenpracht beim BDM bestimmt eine herausragende Rolle gespielt hätte - nur war sie zu der Zeit noch zu jung. Auf der anderen Seite erzählte sie mir ebenso, dass sie froh war, dass mein Großvater wegen einer Kriegsverletzung im 1.Weltkrieg nicht eingezogen wurde und als Straßenbahn-Schaffner Dienst an der Heimatfront machen musste. Sie führte mich ebenso an das Grab ihres ältesten Sohnes, der 1940 in Frankreich gefallen ist. Sie sprach von einem großen Glück, dass er zu den wenigen Gefallenen gehörte, den man noch nach Deutschland überführt hat, damit er ein Grab in seiner Heimatstadt bekommen konnte. Sie erzählte mir auch, dass sie meinen Großvater inständig gebeten hat, von den Sozis Abstand zu nehmen, weil sie Angst um ihre Familie hatte. Sie erzählte mir sehr viel.

Und ich denke es gab viele Mütter, Väter, Großmütter, Großväter, die über ihr Leben bis 1945 erzählt haben. Daher kann man nicht pauschal alle über einen Kamm scheren.

In einem gebe ich Dir Recht. In der Schule hätte ich nie gewagt über die persönliche Geschichte meiner Familie zu erzählen.

LG von der grenzgaengerin



Ja, da sitzt man so mit 10 und bekommt vermittelt das die einzigen guten alle im KZ gesessen haben und die anderen als entmenschte Erz-Faschisten mit dem Messer zwischen den Zähnen durch die Sowjetunion getrabt sind.
Man wollte sich fast melden und fragen "Ist Papa ein böser Mann?"



So habe ich mich nie gefühlt. Ich habe mich nie für meine Großeltern geschämt. Ich stand nur ziemlich machtlos einer allgemeinen "propagierten" Meinung gegenüber. Und diese Erfahrungen haben mich wesentlich geprägt. Ich habe mich später, als ich älter wurde, eher für das Land geschämt, dass so hochmütig mit seiner Vergangenheit umgegangen ist. Die DDR waren die besseren Antifaschisten, die besseren Sozialisten überhaupt. Man konnte leicht den Eindruck haben, dass man am liebsten das "deutsche" aus der DDR gestrichen hätte.

LG von der grenzgaengerin


zuletzt bearbeitet 24.03.2013 15:48 | nach oben springen

#290

RE: Unsere Mütter,unsere Väter

in Themen vom Tage 24.03.2013 18:14
von StabsfeldKoenig | 2.633 Beiträge

Zitat von Schuddelkind im Beitrag #201
Zitat von Gert im Beitrag #198
Zitat von Duck im Beitrag #197
Zitat von Fritze im Beitrag #179
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #171
Mal eine frage an unsere altgedienten Genossen oder die Uniform-Spezis, bei der Szene im Wald sah man gut die Flecktarn, war die original Wehrmacht oder NVA-Flecktarn, weil, da war Einstrich-Keinstrich drin.
Ist mir so aufgefallen.


Das war Splintertarn , den gabs nur bei der Wehrmacht oder Waffen -SS . Dann gabs noch den Eichentarn . Der NVA Tarn oder sogenannte Blumentarn hatte auch hellere Farben.



Mal eine kurze Frage, wie lange gab es eigentlich "Tarn-Uni" bei der NVA und GT? Ich kann mich eigentlich nur an Einstrichkeinstrich erinnern. Wenn man aber alte NVA-Schulungsfilme sieht so aus den Sechszigern haben die noch alle die Tarn an.


Als ich 1963/64 Wache schob am schönen Ostseestrand, hatten wir Flecktarnanzüge. Diese keinstrich/einstrich Tarnanzüge habe ich erst später nach 1972, als ich wieder in die DDR fahren konnte, gesehen. Das genaue Jahr der Einführung ist mir nicht bekannt.
Was mich aber überrascht hat, was ich hier irgendwann mal gelesen habe, dass die Flecktarnanzüge von der Wehrmacht waren. Hatten wir damals nur Zeug von der Wehrmacht ? Mein Spiess hatte Kriegserfahrung im Russlandfeldzeug, bei den Offizieren bin ich mir nicht sicher, aber vom Alter her könnten sie auch eh. Wehrmachtsangehörige gewesen sein.





Sieht so aus, Gert. Der NVA-Stahlhelm war auch noch von der Wehrmacht, der sollte den ursprünglichen ersetzen. Bei der Uniform hat man sich auch für das Feldgrau der Wehrmacht entschieden. Wahrscheinlich war es einfacher noch vorhandene Ressourcen zu nutzen. War im Westen zumindest am Anfang ähnlich. Schau dir mal alte Fotos von der BW oder BGS an, da kann man das ganz gut sehen.



Das deutsche Steingrau von 1813 war eine bewußte Entscheidung, um sich von den KVP-Uniformen (die nach sowjetischem Vorbild entstanden waren) abzusetzen. die Wehrmachtsuniformen waren stärker grünlich gefärbt.



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#291

RE: Unsere Mütter,unsere Väter

in Themen vom Tage 24.03.2013 19:00
von Mike59 | 7.945 Beiträge

Zitat von StabsfeldKoenig im Beitrag #290
Zitat von Schuddelkind im Beitrag #201
Zitat von Gert im Beitrag #198
Zitat von Duck im Beitrag #197
Zitat von Fritze im Beitrag #179
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #171
Mal eine frage an unsere altgedienten Genossen oder die Uniform-Spezis, bei der Szene im Wald sah man gut die Flecktarn, war die original Wehrmacht oder NVA-Flecktarn, weil, da war Einstrich-Keinstrich drin.
Ist mir so aufgefallen.


Das war Splintertarn , den gabs nur bei der Wehrmacht oder Waffen -SS . Dann gabs noch den Eichentarn . Der NVA Tarn oder sogenannte Blumentarn hatte auch hellere Farben.



Mal eine kurze Frage, wie lange gab es eigentlich "Tarn-Uni" bei der NVA und GT? Ich kann mich eigentlich nur an Einstrichkeinstrich erinnern. Wenn man aber alte NVA-Schulungsfilme sieht so aus den Sechszigern haben die noch alle die Tarn an.


Als ich 1963/64 Wache schob am schönen Ostseestrand, hatten wir Flecktarnanzüge. Diese keinstrich/einstrich Tarnanzüge habe ich erst später nach 1972, als ich wieder in die DDR fahren konnte, gesehen. Das genaue Jahr der Einführung ist mir nicht bekannt.
Was mich aber überrascht hat, was ich hier irgendwann mal gelesen habe, dass die Flecktarnanzüge von der Wehrmacht waren. Hatten wir damals nur Zeug von der Wehrmacht ? Mein Spiess hatte Kriegserfahrung im Russlandfeldzeug, bei den Offizieren bin ich mir nicht sicher, aber vom Alter her könnten sie auch eh. Wehrmachtsangehörige gewesen sein.





Sieht so aus, Gert. Der NVA-Stahlhelm war auch noch von der Wehrmacht, der sollte den ursprünglichen ersetzen. Bei der Uniform hat man sich auch für das Feldgrau der Wehrmacht entschieden. Wahrscheinlich war es einfacher noch vorhandene Ressourcen zu nutzen. War im Westen zumindest am Anfang ähnlich. Schau dir mal alte Fotos von der BW oder BGS an, da kann man das ganz gut sehen.



Das deutsche Steingrau von 1813 war eine bewußte Entscheidung, um sich von den KVP-Uniformen (die nach sowjetischem Vorbild entstanden waren) abzusetzen. die Wehrmachtsuniformen waren stärker grünlich gefärbt.


Das mit der Uniform ist mir auch so geläufig wie es @StFwKönig schreibt. Wobei sich bei der Farbgebung mehr auf Lüzow berufen wurde und nicht auf die Wehrmacht. Es war ja auch die Uniform für eine NATIONALE Volks Armee. Ist ja zu einer Zeit entstanden als das Nationale im Osten noch Bestand hatte, bevor es viel später wieder eine Renaissance erlebte. Dazu passte auch der Deutsche Stahlhelm. Nur eine Auswertung der Schlachten der letzten Kriege verhinderte wohl die Ausrüstung mit Helm M35. Der damalige VM W. Stoph soll sogar den deutschen Marschschritt wieder durchgedrückt haben, gegen die Vorgaben bzw. Bedenken der russ. mill. Berater. Es gab mal um 1984 eine, für mein Verständnis "sehr gute" Abhandlung über dieses Thema in einer Zeitschrift für die NVA - Titel abhanden gekommen.


Nachtrag: Hab noch was gefunden.

Zitat
Insbesondere die Festlegung ihrer Uniformierung lassen sich nicht ganz genau bestimmen. Zugunsten der Entscheidung für die traditionellen deutschen Uniformen soll nach Aussagen des langjährigen Ministers für Nationale Verteidigung, Armeegeneral H. Hoffmann, folgende Episode eine Rolle gespielt haben:
Aus Anlaß der Unterzeichnung des Warschauer Vertrages sei er im Mai 1955 in seiner damaligen Dienststellung als Chef der KVP in dieser khakifarbenen, dem Beispiel der Sowjetarmee nachempfundenen Uniform in Warschau gewesen. Nach der offiziellen Begrüßung habe ihn M. Bulganin, Vorsitzender des Ministerrates der UdSSR und zuvor Minister für Verteidigung,
zur Seite genommen und mißbilligend gesagt:
Ihr seid doch Deutsche! Warum tragt ihr nicht auch deutsche Uniformen?.
Wie dem auch sei: Laut dem Protokoll Nr. 9 über die außerordentliche Sitzung des Kollegiums der Kasernierten Volkspolizei am 17. Januar 1956, 18.00 Uhr, informierte Generaloberst W. Stoph als .....


Quelle:http://www.aph-schwerin.de/NVA.htm


zuletzt bearbeitet 24.03.2013 21:01 | nach oben springen

#292

RE: Unsere Mütter,unsere Väter

in Themen vom Tage 28.03.2013 08:25
von Grenzverletzerin | 1.182 Beiträge

Die Polen reagieren kritisch auf den Epos. Sie fühlen sich einseitig und antisemitisch dargestellt.

http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotos-...ecke-94903.html


Unter Chemikern funktioniert die Evolution noch: Dumme Experimentierer werden natürlicherweise und rasch eliminiert.

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#293

RE: Unsere Mütter,unsere Väter

in Themen vom Tage 28.03.2013 08:38
von Moskwitschka (gelöscht)
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Als ich das heute morgen in den Nachrichten gehört habe, habe ich spontan gedacht: Zurzeit ist es opportun auf die Deutschen einzuprügeln. Das hat weniger mit der Geschichte zu tun, sondern mit dem Bild, das in den Medien über Deutschland gezeichnet wird oder abgeben: EU, Euro, etc.

Was mich aufregt, ist die Tatsache, das wir selbst dafür Munition liefern, wie zur Zeit in München bei der Vorbereitung des Prozesses gegen Beate Zschäpe und der Diskussion über die Akkreditierng türkischer Journalisten.

LG von der grenzgaengerin


Grenzverletzerin hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#294

RE: Unsere Mütter,unsere Väter

in Themen vom Tage 28.03.2013 08:54
von Duck | 1.741 Beiträge

Zitat von Grenzverletzerin im Beitrag #292
Die Polen reagieren kritisch auf den Epos. Sie fühlen sich einseitig und antisemitisch dargestellt.

http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotos-...ecke-94903.html


Ich denke das die Filmemacher das schon richtig dargestellt hatten, auch Polen waren antisemtisch, hören es aber heute natürlich nicht gerne. Da fällt mir der Film "Schindlers Liste" ein, wo zu Kriegsende "Schindlers Juden" befreit wurden und der russische Offizier auf dem Pferd zu Ihnen sagte: "Geht nicht nach Osten, da will man Euch nicht haben"


08/88 - 10/88 Eisenach
10/88 - 12/88 Räsa / Unterbreizbach (Rhön Thüringen/Hessen)
12/88 - 01/90 Erbenhausen (Rhön Thüringen/Bayern)


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#295

RE: Unsere Mütter,unsere Väter

in Themen vom Tage 29.03.2013 16:57
von Polter (gelöscht)
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Es gibt Themen, die mich über einen längeren Zeitraum beschäftigen. Und ich versuche dann, mich etwas schlauer zu machen.
Dabei bin ich auf ein mir bisher völlig unbekanntes Kapitel der " Deutschen Geschichte " gestoßen. Es handelt von Juden, die in den
verschiedensten deutschen Armeen gedient haben. Von Diskrimminierung und Anerkennung. Von Anpassung und Standhaftigkeit. Von Verständnis
und Verdrängung. Alles was einen Menschen ausmacht.
Die Doku hat den Titel:

" Die Soldaten mit dem halben Stern "

https://www.youtube.com/watch?v=OWh5Xq_xYLw

1,5 Stunden die Länge - faszinierend, beeindruckend und erklärend!


Grenzverletzerin hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#296

RE: Unsere Mütter,unsere Väter

in Themen vom Tage 29.03.2013 17:09
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Eichmann konnte auch hebräisch. Sein Kollege, der frühere Judenreferent im Amt war, auch noch nach dem Krieg mit Juden befreundet. Hitlers Kraftfahrer war Jude. Der Hauptaktionär Mendelssohn von IG-Farben, der Hitler mit finanziert hat, hat als Jude seine Kriegsjahre, auch nicht in Auschwitz, sondern in Potsdam am Seeufer verbracht. Da gibt es schon interessante Lebensgeschichten, die nicht so Allgemeingut sind.
Der Adolf und seine Zionisten ergaben schon eine Symbiose, die manches Weltbild erschüttert, wenn man hinter die Kulissen schaut.


zuletzt bearbeitet 29.03.2013 17:11 | nach oben springen

#297

RE: Unsere Mütter,unsere Väter

in Themen vom Tage 29.03.2013 17:14
von Duck | 1.741 Beiträge

Zitat von Eisenacher im Beitrag #296
Eichmann konnte auch hebräisch. Sein Kollege, der frühere Judenreferent im Amt war, auch noch nach dem Krieg mit Juden befreundet. Hitlers Kraftfahrer war Jude. Der Hauptaktionär Mendelssohn von IG-Farben, der Hitler mit finanziert hat, hat als Jude seine Kriegsjahre, auch nicht in Auschwitz, sondern in Potsdam am Seeufer verbracht. Da gibt es schon interessante Lebensgeschichten, die nicht so Allgemeingut sind.
Der Adolf und seine Zionisten ergaben schon eine Symbiose, die manches Weltbild erschüttert, wenn man hinter die Kulissen schaut.


Sein Kraftfahrer? Meinst Du seinen Jugendfreund?


08/88 - 10/88 Eisenach
10/88 - 12/88 Räsa / Unterbreizbach (Rhön Thüringen/Hessen)
12/88 - 01/90 Erbenhausen (Rhön Thüringen/Bayern)


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#298

RE: Unsere Mütter,unsere Väter

in Themen vom Tage 29.03.2013 17:24
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

„Ehrenarier” SS-Oberführer Emil Maurice
http://de.wikipedia.org/wiki/Emil_Maurice


zuletzt bearbeitet 29.03.2013 17:27 | nach oben springen

#299

RE: Unsere Mütter,unsere Väter

in Themen vom Tage 29.03.2013 17:32
von Duck | 1.741 Beiträge

Zitat von Eisenacher im Beitrag #298
„Ehrenarier” SS-Oberführer Emil Maurice


Ja genau über den hatte ich schon mal Buch gelesen, Himmler war er ein Dorn im Auge ab da Maurice unter persönlichen Schutz von Hitler stand, kam er nicht an Ihm ran. Was ist aus dem eigentlich nach dem Krieg geworden?


08/88 - 10/88 Eisenach
10/88 - 12/88 Räsa / Unterbreizbach (Rhön Thüringen/Hessen)
12/88 - 01/90 Erbenhausen (Rhön Thüringen/Bayern)


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#300

RE: Unsere Mütter,unsere Väter

in Themen vom Tage 29.03.2013 17:33
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

1948 verurteilte ihn eine Spruchkammer zu vier Jahren Arbeitslager und dem Einzug von 30 Prozent seines Vermögens. Seine Strafe musste Maurice nicht vollständig verbüßen.
gestorben 1972 in München


Duck hat sich für diesen Beitrag bedankt
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