#161

RE: West-Ost-Gedanken 1958 bis 1989

in DDR Zeiten 12.03.2013 20:36
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Griechenland hatte die Kriterien von Maastricht nicht erfüllt und hätte nicht in den Euroraum aufgenommen werden können. Da haben die Leute von Goldman-Sachs die Dokumente gefälscht und schon hat es gepasst. Durch den Euro wurden auf einmal Kredite billig wie noch nie und der Staat und die Bürger haben sich, auf Teufel komm raus verschuldet. Die Schuldenfalle hat zugeschlagen und dann kommen die US-Ratingagenturen ins Spiel. Das Rating wird gesenkt und die Zinsen steigen. Die Verschuldung nimmt zu. Dann die nächste Ratingsenkung und die Zinsen und Schulden steigen exorbital. Dann kommen unsere lieben Bankster und helfen mit neuen Krediten. Stellen aber ihre Bedingungen. z.B. Privatisierung des Volksvermögens, Steuererhöhungen, Einsparungen. Die Schulden steigen weiter, da der Staat immer weniger Einnahmen hat, die Sozialausgaben steigen, es kommt zu Generalstreiks und Massenprotesten. Am Ende gibt es einen blutigen Bürgerkrieg, der in einer neuen faschistischen Militärdiktatur endet.
Griechenland ist nur das Versuchsmodell , sozusagen der Prototyp. Da kann man mal sehen, was auf den Rest Europas noch zukommt.
Eine gemeinsame Währung für einen total unterschiedlichen Wirtschaftsraum und verschiedenen Ländern, hat noch nie in der Geschichte funktioniert. Handelsdefizite der Schwachen sind vorprogramiert und können nicht mehr, durch Abwertung der eigenen Währung reguliert werden.

Machtstreben ist eine menschliche Wesenseigenschaft, die gehört genau wie der Selbsterhaltungstrieb zum Menschen. Daraus resultiert automatisch der Machtmißbrauch. In sozialen Gruppen wird es immer eine Hierarchie geben und es wird immer den Kampf geben, um in dieser Hierarchie ziemlich weit oben zu stehen. Ohne funktionierende Kontrollmechanismen und Sanktionen, wird es auch immer Machtmißbrauch geben. Da erwächst der kleine Parkplatzwächter zu einem Gott, jedenfalls auf seinen 100m2, der kleine Wachtmeister oder Feldwebel fühlt sich in Uniform und seinem Sternchen auf den Schulterstücken als Herrscher seiner kleinen Welt, jedenfalls solange ihm kein Vorgesetzter in die Quere kommt. Das ist das Problem der Diktatoren, niemand zeigt ihnen die Grenze.


Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#162

RE: West-Ost-Gedanken 1958 bis 1989

in DDR Zeiten 12.03.2013 20:45
von Schuddelkind | 3.507 Beiträge

Zitat von Eisenacher im Beitrag #161
Griechenland hatte die Kriterien von Maastricht nicht erfüllt und hätte nicht in den Euroraum aufgenommen werden können. Da haben die Leute von Goldman-Sachs die Dokumente gefälscht und schon hat es gepasst. Durch den Euro wurden auf einmal Kredite billig wie noch nie und der Staat und die Bürger haben sich, auf Teufel komm raus verschuldet. Die Schuldenfalle hat zugeschlagen und dann kommen die US-Ratingagenturen ins Spiel. Das Rating wird gesenkt und die Zinsen steigen. Die Verschuldung nimmt zu. Dann die nächste Ratingsenkung und die Zinsen und Schulden steigen exorbital. Dann kommen unsere lieben Bankster und helfen mit neuen Krediten. Stellen aber ihre Bedingungen. z.B. Privatisierung des Volksvermögens, Steuererhöhungen, Einsparungen. Die Schulden steigen weiter, da der Staat immer weniger Einnahmen hat, die Sozialausgaben steigen, es kommt zu Generalstreiks und Massenprotesten. Am Ende gibt es einen blutigen Bürgerkrieg, der in einer neuen faschistischen Militärdiktatur endet.
Griechenland ist nur das Versuchsmodell , sozusagen der Prototyp. Da kann man mal sehen, was auf den Rest Europas noch zukommt.
Eine gemeinsame Währung für einen total unterschiedlichen Wirtschaftsraum und verschiedenen Ländern, hat noch nie in der Geschichte funktioniert. Handelsdefizite der Schwachen sind vorprogramiert und können nicht mehr, durch Abwertung der eigenen Währung reguliert werden.

Machtstreben ist eine menschliche Wesenseigenschaft, die gehört genau wie der Selbsterhaltungstrieb zum Menschen. Daraus resultiert automatisch der Machtmißbrauch. In sozialen Gruppen wird es immer eine Hierarchie geben und es wird immer den Kampf geben, um in dieser Hierarchie ziemlich weit oben zu stehen. Ohne funktionierende Kontrollmechanismen und Sanktionen, wird es auch immer Machtmißbrauch geben. Da erwächst der kleine Parkplatzwächter zu einem Gott, jedenfalls auf seinen 100m2, der kleine Wachtmeister oder Feldwebel fühlt sich in Uniform und seinem Sternchen auf den Schulterstücken als Herrscher seiner kleinen Welt, jedenfalls solange ihm kein Vorgesetzter in die Quere kommt. Das ist das Problem der Diktatoren, niemand zeigt ihnen die Grenze.



Und ich dachte schon, die Griechen haben ihre Bilanzen selbst gefälscht...........


Intellektuelle spielen Telecaster
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#163

RE: West-Ost-Gedanken 1958 bis 1989

in DDR Zeiten 12.03.2013 20:54
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

http://www.deutsche-mittelstands-nachric.../2012/03/39309/ Nee, selbst das bekommen sie nicht selbst auf die Reihe.


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#164

RE: West-Ost-Gedanken 1958 bis 1989

in DDR Zeiten 12.03.2013 21:04
von Moskwitschka (gelöscht)
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Hallo Eisenacher,

wenn wir hier schon die Historie der EU beleuchten dann sollten wir folgendes nicht vergessen:

"Die Wiedervereinigung hatte ihren Preis. Aus bisher geheim gehaltenen Protokollen geht nach SPIEGEL-Informationen hervor: Erst die Bereitschaft der Kohl-Bundesregierung, ihren Widerstand gegen die Einführung des Euro aufzugeben, ebnete den Weg zur Einheit."

http://www.spiegel.de/politik/ausland/hi...t-a-719608.html

Und damit wären wir wieder bei unserer eigenen Geschichte.

LG von der grenzgaengerin


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#165

RE: West-Ost-Gedanken 1958 bis 1989

in DDR Zeiten 12.03.2013 21:20
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Deswegen hat ja der damalige Bundesbankchef, um zu retten was noch zu retten ist, die Maastrichtkriterien eingebaut ,um einen stabilen Euro zu bekommen. Ist natürlich blöd, wenn sich keiner an Gesetze hält.


Endet der Euro,endet die Knechtschaft


zuletzt bearbeitet 12.03.2013 21:22 | nach oben springen

#166

RE: West-Ost-Gedanken 1958 bis 1989

in DDR Zeiten 12.03.2013 21:46
von Tobeck | 484 Beiträge

Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #164
Hallo Eisenacher,

wenn wir hier schon die Historie der EU beleuchten dann sollten wir folgendes nicht vergessen:

"Die Wiedervereinigung hatte ihren Preis. Aus bisher geheim gehaltenen Protokollen geht nach SPIEGEL-Informationen hervor: Erst die Bereitschaft der Kohl-Bundesregierung, ihren Widerstand gegen die Einführung des Euro aufzugeben, ebnete den Weg zur Einheit."

http://www.spiegel.de/politik/ausland/hi...t-a-719608.html

Und damit wären wir wieder bei unserer eigenen Geschichte.

LG von der grenzgaengerin




In deinem Link steht aber auch:

Zitat
Vertreter der damaligen Bundesregierung bestreiten dagegen, dass die Einführung des Euro der Preis für die Einheit gewesen ist. "Einen solchen Handel hat es nie gegeben", sagte der frühere Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble dem SPIEGEL. Der damalige Finanzminister Theo Waigel sagte: "An dieser These ist nichts dran.



Wenn die Einführung des Euros Bedingung gewesen wäre, wäre das auch in den 2+4-Vertrag aufgenommen worden. Warum sollte man das heimlich machen? Das ergibt keinen Sinn.


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#167

RE: West-Ost-Gedanken 1958 bis 1989

in DDR Zeiten 12.03.2013 21:48
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von Eisenacher im Beitrag #165
Endet der Euro,endet die Knechtschaft


Na da ist man doch schon fleißig dabei. "EU will Ein- und Zwei-Cent-Münzen abschaffen"

http://www.welt.de/finanzen/article10637...abschaffen.html

LG von der grenzgaengerin


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#168

RE: West-Ost-Gedanken 1958 bis 1989

in DDR Zeiten 12.03.2013 21:52
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Zitat von Tobeck im Beitrag #166
Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #164
Hallo Eisenacher,

wenn wir hier schon die Historie der EU beleuchten dann sollten wir folgendes nicht vergessen:

"Die Wiedervereinigung hatte ihren Preis. Aus bisher geheim gehaltenen Protokollen geht nach SPIEGEL-Informationen hervor: Erst die Bereitschaft der Kohl-Bundesregierung, ihren Widerstand gegen die Einführung des Euro aufzugeben, ebnete den Weg zur Einheit."

http://www.spiegel.de/politik/ausland/hi...t-a-719608.html

Und damit wären wir wieder bei unserer eigenen Geschichte.

LG von der grenzgaengerin




In deinem Link steht aber auch:

Zitat
Vertreter der damaligen Bundesregierung bestreiten dagegen, dass die Einführung des Euro der Preis für die Einheit gewesen ist. "Einen solchen Handel hat es nie gegeben", sagte der frühere Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble dem SPIEGEL. Der damalige Finanzminister Theo Waigel sagte: "An dieser These ist nichts dran.


Wenn die Einführung des Euros Bedingung gewesen wäre, wäre das auch in den 2+4-Vertrag aufgenommen worden. Warum sollte man das heimlich machen? Das ergibt keinen Sinn.




Der link ist zwar von 2004 ,also nicht so top-aktuell, aber beleuchtet ganz gut die Hintergründe der Euro-Einführung: http://www.egon-w-kreutzer.de/Ressourcen...0Euro-Krieg.pdf


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#169

RE: West-Ost-Gedanken 1958 bis 1989

in DDR Zeiten 12.03.2013 21:59
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von Tobeck im Beitrag #166

In deinem Link steht aber auch:

Zitat
Vertreter der damaligen Bundesregierung bestreiten dagegen, dass die Einführung des Euro der Preis für die Einheit gewesen ist. "Einen solchen Handel hat es nie gegeben", sagte der frühere Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble dem SPIEGEL. Der damalige Finanzminister Theo Waigel sagte: "An dieser These ist nichts dran.





Hallo Tobeck,

seit wann wird denn Herrn Schäuble geglaubt? Es hat nach Schäubles Aussagen schon vieles nicht gegeben.

Die Euro - Krise ist in erster Linie ein Vertrauensverlust, nicht in den Euro, sondern in die Politiker.

LG von der grenzgaengerin


zuletzt bearbeitet 12.03.2013 22:03 | nach oben springen

#170

RE: West-Ost-Gedanken 1958 bis 1989

in DDR Zeiten 12.03.2013 23:57
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Noch ist Deutschland nicht verloren
Ein Silberstreif am Horizont


Alternative für Deutschland

Wir fordern eine geordnete Auflösung des Euro-Währungsgebietes. Deutschland braucht den Euro nicht. Anderen Ländern schadet der Euro.
Wir fordern die Wiedereinführung nationaler Währungen oder die Schaffung kleinerer und stabilerer Währungsverbünde. Die Wiedereinführung der DM darf kein Tabu sein.
Wir fordern eine Änderung der Europäischen Verträge, um jedem Staat ein Ausscheiden aus dem Euro zu ermöglichen. Jedes Volk muss demokratisch über seine Währung entscheiden dürfen.
Wir fordern dass Deutschland dieses Austrittsrecht aus dem Euro erzwingt, indem es weitere Hilfskredite des ESM mit seinem Veto blockiert.
Wir fordern dass die Kosten der sogenannten Rettungspolitik nicht vom Steuerzahler getragen werden. Banken, Hedge-Fonds und private Großanleger sind die Nutznießer dieser Politik. Sie müssen zuerst dafür geradestehen.
https://www.alternativefuer.de/programm.html


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#171

RE: West-Ost-Gedanken 1958 bis 1989

in DDR Zeiten 13.03.2013 02:02
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #155
Hallo Grenzgaengerin,

Buchenwald ist eher bei Weimar gelegen. Ich bin da aufgewachsen und konnte den Ettersberg mit dem Turm von meinem Wohnort aus sehen.
Meine Familie lebte dort schon seit Generationen .
Später sind wir in den Bezirk Halle umgezogen. Die Wälder rings um meinen neuen Wohnort waren voll mit Sowjetarmee. Verbindung gab es da natürlich keine zur Bevölkerung.
Ich kann mich erinnern das muß so 1979-80 gewesen sein da wurden im Nachbardorf mit schwerem Gerät der Russen die gesamten Vorgärten der Hauptstrasse platt gemacht.
Stasi und Polizei haben gleich alles abgeriegelt kam keiner mehr rein der da nicht wohnte.
Es kam oft zu Unfällen mit schweren Militärfahzeugen . Die Leute haben sich die Nummern der sowjetischen Fahrzeuge aufgeschrieben und der Polizei gemeldet.
Nach Wochen hieß es dann: ein Fahrzeug mit dieser Nummer existiert nicht.
Die waren bis zum Schluss Besatzer.
Ganz anders als im Westen. Hier im Westen wo ich jetzt wohne , waren die Amis bis Anfang der Neunziger stationiert. Als die abgezogen sind da sind hier Tränen geflossen.
Wie oft haben wir in der DDR diskutiert und gesponnen warum die Amerikaner damals 1945
Thueringen gegen das blöde Berlin getauscht haben.
Ebenso hat uns die Brutalität der Russen ihren eigenen Soldaten gegenüber schockiert.
Bei uns im Ort wurden bei Truppenbewegungen auf der Straße an wichtigen Kreuzungen Soldaten abgesetzt , die sollten dann ihren Fahrzeugen den Weg weisen.
Die Soldaten haben dann manchmal tagelang in Bushaltestellen campiert ohne Verpflegung .
Die Bevölkerung hat oft Essen und Getränke zu den Soldaten gebracht die das eher zögerlich annahmen.
Selbst bei tiefsten Minusgraden war das so. Im Nachbarort war so ein Soldat dann erfroren.
Ein anderes Mal war bei uns im Ort ein Soldat abgesetzt worden und der Unhold des Ortes ist zu dem hin und hat den mit Schnaps versorgt.
Nach ein paar Stunden kam ein sowjetischer LKW mit Planenverdeck mit den großen Buchstaben БАИ , die haben den völlig betrunkenen Soldaten an Händen und Füßen genommen und von unten im hohen Bogen auf die Ladefläche geworfen.
Das hat richtig gekracht als der auf die Planken aufschlug. Der Kumpel von mir konnte schräg in den LKW gucken und sagte da waren Sitzbänke drin gewesen auf die der Soldat aufschlug.
Ich glaube nicht das der das überlebt hat.




Schnatterinchen, alles was du hier schreibst , spricht mir aus dem Herzen . Besonders das, dass die Amerikaner Thüringen verlassen haben am 30. Juni 1945. ich hätte den Russen den Schutthaufen Berlin gern geschenkt


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#172

RE: West-Ost-Gedanken 1958 bis 1989

in DDR Zeiten 13.03.2013 07:13
von Lebensläufer | 1.235 Beiträge

Gert gut das der Musiker hier nicht mehr schreibt. Der war oder ist noch Taxifahrer irgendwo im Westen? Der konnte wirklich "schöne lebensnahe Alltags-Geschichten über deren Benehmen, Verhalten" also von den Besatzern, den Amis erzählen, da sträubten dir sinngemäß die Nackenhaare. Aber eh, irgendwo stehen die Geschichten hier noch, wir müssten nur mal suchen.

Lebensläufer

Einen guten Tag allen ins Forum


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#173

RE: West-Ost-Gedanken 1958 bis 1989

in DDR Zeiten 13.03.2013 10:54
von ddr-bürger (gelöscht)
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Zum Thema West-Ost -Gedanken, eines Tages wird eine wirkliche Annäherung des Lebensgefühl West-Ost geben. Dann wenn die finanzielle Situation (verkneife mir Armut) in großen Teilen der Bevölkerung ähnlich ist. Manchmal habe ich das gefühl der Osten ist das "Testfeld" um zu sehen wie weit man gehen kann.

Zu DDR Zeiten stand ich der BRD nicht so ablehnend gegenüber wie heute. Ich war zwar von der Richtigkeit des Sozialismus überzeugt, aber manchmal kam dann so die leise Frage: was nutzt der beste Sozialismus ohne Ausbeutung, wenn es dem arbeiter im Westen ausgebeutet besser geht? Arbeitslosigkeit war für mich ein Begriff und trotz meiner Osterziehung glaubte ich daran, es trift eigentlich nur die "Verlierer".

In den letzten Jahren der Ostrepublik habe ich mir im Privatleben ein "Abklatsch" des Westwohlstandes geschaffen. habe nach Feierabend Autos gemacht und mit "Schwarzarbeit" zu verdient. Wartburg, Stereoanlage (JVC), Farbfernseher alles war da.....

Ich hätte auch in der BRD aufwachsen können, wie würde ich dann hier schreiben? Habe es schon einmal erwähnt, mein Vater (Jahrgang 21) wurde nach dem Abitur eingezogen und wurde Offizier in der Wehrmacht, nach Kriegsende hier Ungelernter, kein Studium. Er hätte in der BRD sofort studieren können und unterstützung durch Verwandte meiner Mutter wäre auch gewesen. Mein Vater blieb aber hier, da er nicht in einem lande leben wollte das den Mördern seines besten Freundes unterschlupf gewährten. Sein Freund ebenfalls Offizier wurde standrechtlich erschossen, da er sich weigerte sinnlos Menschen zu opfern. Das war für mich wirklich ein Standpunkt und es hat mich sehr beeindruckt.
Später hat er noch ein Fernstudium machen können und in der DDR seinen Platz gefunden.

Manchmal denke ich an den Film "sliding doors", es ist nur ein kurzer Moment der entscheidet wie sich etwas entwickelt......


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#174

RE: West-Ost-Gedanken 1958 bis 1989

in DDR Zeiten 13.03.2013 11:06
von Weichmolch (gelöscht)
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Zitat von Lebensläufer im Beitrag #172
Gert gut das der Musiker hier nicht mehr schreibt.



Solche Äußerungen stehen Dir a) nicht zu und sind sie b) kein Zeichen einer guten Kinderstube.

Weichmolch


94 und Gert haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#175

RE: West-Ost-Gedanken 1958 bis 1989

in DDR Zeiten 13.03.2013 12:23
von Lebensläufer | 1.235 Beiträge

Oh oh Weichmolch,da wurde bestimmt etwas falsch aufgefasst, ich meinte gut für den Gert, das der Musiker hier wohl nicht mehr textet. Wäre oder ist diese Aussage jetzt verkehrt?

Denn uns Musiker schrieb über die Freunde unserer westlichen Landleute, die amerikanischen Soldaten recht aussagekräftige Texte.Musiker selber ist so nehme ich einmal an mein Freund, denn wir tranken schon zusammen in einem Frauenwäldschen Bunker.

Lebensläufer


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#176

RE: West-Ost-Gedanken 1958 bis 1989

in DDR Zeiten 13.03.2013 20:29
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Mir gefällt wie die Nachwendegeneration im Osten ihr Selbstverständnis sieht, einfach Deutsche halt, Bewohner eines Bundeslandes, ob das nun Sachsen heißt oder NRW ist denen meist egal.
Wir alten Zauseln hauen uns hier halb die Köppe ein wegen der dahingegangenen DDR und beweinen die Kolonialisierung des Ostens durch das westdeutsche Mutterland.
Ich habe darauf keine rechte Lust mehr, bin sowieso angekommen in Deutschland, habe die Pobacken zusammengekniffen und mir in der Heimat was aufgebaut, nicht in Buxdehude oder Hintertimbuktu, auch wenn die Bedingungen stellenweise widrig waren.
Auch das Stasi-Hin-Und-Her, die Jungs liegen seit fast 25 Jahren gut entsorgt auf der Deponie.
Ich muss mich ums Jetzt kümmern, da gibt es genug zu tun.
Die gar nicht von der Vergangenheit loslassen können oder wollen tun mir irgendwie leid, ich kann sie aber durchaus verstehen, manch ein Stachel sitzt tief.


Jobnomade, Grenzverletzerin, furry und Schuddelkind haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 14.03.2013 07:00 | nach oben springen

#177

RE: West-Ost-Gedanken 1958 bis 1989

in DDR Zeiten 14.03.2013 11:34
von ddr-bürger (gelöscht)
avatar

@grenzwolf

gut das es für Dich so gelaufen ist. Wenn man Zufriedenheit mit der Situation erreicht hat ist es o.K. und ein gutes Gefühl.


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#178

RE: West-Ost-Gedanken 1958 bis 1989

in DDR Zeiten 14.03.2013 13:44
von GKUS64 | 1.606 Beiträge

Hallo grenzwolf,

obwohl ich das Thema hier eingestellt habe, gebe ich dir recht, jungen Leuten ist es egal ob sie aus ost, west, süd oder nord kommen und das ist auch gut so. Ich war aber der Meinung, da ja unser Forum eigentlich ausschließlich von der Betrachtung der Geschichte lebt, gehört die Ergründung der West-Ost-Gedanken dazu. Ich bin aber auch erstaunt für wieviele das noch ein interessantes Thema ist und es sind ja nicht nur "Alte" hier vertreten.
Ich bin aber auch mit dir der Meinung, dass man nach vorn schauen sollte, und da passt ja sogar der Spruch vom alten Erich: "Vorwärts immer, rückwärts nimmer!"

MfG

GKUS64


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#179

RE: West-Ost-Gedanken 1958 bis 1989

in DDR Zeiten 14.03.2013 14:48
von Grenzwolf62 (gelöscht)
avatar

Zitat von GKUS64 im Beitrag #178
Hallo grenzwolf,

obwohl ich das Thema hier eingestellt habe, gebe ich dir recht, jungen Leuten ist es egal ob sie aus ost, west, süd oder nord kommen und das ist auch gut so. Ich war aber der Meinung, da ja unser Forum eigentlich ausschließlich von der Betrachtung der Geschichte lebt, gehört die Ergründung der West-Ost-Gedanken dazu. Ich bin aber auch erstaunt für wieviele das noch ein interessantes Thema ist und es sind ja nicht nur "Alte" hier vertreten.
Ich bin aber auch mit dir der Meinung, dass man nach vorn schauen sollte, und da passt ja sogar der Spruch vom alten Erich: "Vorwärts immer, rückwärts nimmer!"

MfG

GKUS64


Hallo GKUS64, du hast recht, unsere Vergangenheit gehört aufgearbeitet, hier und anderswo, die Jugend kann und soll daraus lernen.
Jede Epoche hat ihre eigenen Befindlichkeiten und ihr weltpolitisches Umfeld, auch heute ist nicht alles Gold was glänzt.
Wir alle haben mitgetan das die DDR an die Wand gefahren wurde, auch wenn wir nur zur "Wahl" getrabt sind und brav unseren Zettel eingeworfen haben, geschimpft über die allgegenwärtigen Defizite haben wir nur privat, ansonsten wurde schulterzuckend resigniert.
Dann war es in den Brunnen gefallen das 40jährige Kind und nun werden nur noch Dolchstoßlegenden bemüht das alleinig die alte BRD dieses Kind in den Brunnen geschubst hat.
Das es uns hätte alle noch schlimmer erwischen können ohne Beitritt wird vollkommen ausgeblendet und ich meine damit nicht die bescheuerten Bananen, eher Brot, Licht, Wärme.
Es war ein maroder Scherbenhaufen der da lag als sich die SU abgewandt hatte und das die versprochenen blühenden Landschaften nicht aus dem Zauberhut kommen konnten war eigentlich klar.
Nein, ist schon richtig sich West-Ost-Gedanken zu machen.


GKUS64 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 14.03.2013 14:51 | nach oben springen

#180

RE: West-Ost-Gedanken 1958 bis 1989

in DDR Zeiten 14.03.2013 23:06
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #117
Zitat von Barbara im Beitrag #113


Respekt und Empathie - du sprichst mir aus der Seele! (Ein grundsätzliches Thema! Auch außerhalb des Ost/est-Themas.)
Ich habe mich das auch gefragt - im Hinblick auf Ost/West - bin deshalb hier Mitglied geworden, weil ich mich der Einschätzung "arroganter und ignoranter Wessi" stellen wollte. Ich habe diesbezüglich schon sehr sehr viel verstanden.




Liebe Barbara,

erst einmal grundsätzlich. Arroganz und Ignoranz ist nicht vom Geburtsort abhängig. Und der arrogante und ignorante Wessi aus der Wendezeit ist schon längst weitergezogen. Den findest Du um Beispiel im Aufsichtsrat der Bahn AG, wenn für den Weiterbau von Stuttgart 21 gestimmt wird. Oder in der CSU, die glaube noch nicht Ost unterwandert ist, wenn auf Teufel komm raus das Betreuungsgeld durchgedrückt wird.

Und zum ignoranten Wessi ist der ignorante Ossi dazugekommen und die sitzen heute in Berlin im Bundespräsidialamt und im Bundeskanzleramt.

An der Stelle holt uns unsere Wendegeschichte wieder ein. Für mich gab es damals einen entscheidenden Wendepunkt, an dem für mich die Messen gelesen waren. Das war im Januar 1990, als der Zentrale Runde Tisch zugestimmt hat, dass im Wahlkampf für die Wahlen im März 1990 die finanzielle und personelle Unterstützung der Schwesternparteien für die Blockparteien der DDR zugelassen wird. Die Ost – CDU und der Ost -FDP haben im Zuge dessen von ihren Schwestern aus den Westen den Persilschein erhalten und gemeinsam haben sie dann im Wahlkampf das neue Feindbild auf den Thron gehoben.

In der Zeit wurden auch die Weichen für die Geschichtsaufarbeitung gestellt. Es wurden einerseits Schwerpunkte gesetzt und von den medialen Scheinwerfern so ausgeleuchtet, dass man links und rechts gar nichts mehr sehen konnte, und anderseits ist bei anderen Themen so viel Bühnennebel eingesetzt worden, dass als der verflogen war, vom Thema nichts mehr zu sehen war. Ein Schelm, der böses dabei denkt.

Und das Ergebnis hat mich einmal selbst überrascht: Bei einem Biergartengespräch in Stuttgart mit einem Rheinländer im Wahlsommer 2005. Nach zwei kühlen Feierabendbier kam man zur Politik. „Sind sie nicht stolz, dass Frau Merkel Kanzlerkandidatin ist? Eine Frau? Und noch dazu aus dem Osten?“, fragte er mich. Ein Moment war ich sprachlos. Doch dann erwachte meine Berliner Schlagfertigkeit: „Und Sie? Sind Sie nicht auch stolz, dass Herr Schröder Kanzler ist? Ein Mann? Aus dem Westen?“. Das Gespräch brach sofort ab und jeder ging seiner Wege. Erkläre mal einem Rheinländer beim Bier, warum man was gegen diese ostdeutsche Kandidatin hat. Zumal ich mich beim Genuss des erfrischendes Getränks vom „gegen den Strom schwimmen“ erholen wollte.

So das muss als Futter für dieses Mal reichen. Links werden heute nicht mitgeliefert, weil es sehr mühsam ist, aussagefähige Quellen aus der Wendezeit zu finden. Ich muss mir einfach angewöhnen Links zu speichern.

LG von der schon ausgeschlafenen grenzgaengerin

PS Ich habe es irgendwie mit den Rheinländern. Aber der hier zitierte ist nicht der, dem mein Essen zu heiß ist.





Liebe Grenzgängerin,

um 3:29 bist du schon ausgeschlafen??? :-)

Fett markiert: Wie schade eigentlich, so ein humorvoller Auftakt hätte doch vielleicht zu einem interessanten Gespräch führen können!
Ja, was ist denn eigentlich mit unserer Kanzlerin?

Mich beeindruckt, dass sie Physik studiert hat. Überhaupt, durch naturwissenschaftliches Wissen lasse ich mich schnell beeindrucken. Ist Physik eine gute Qualifikation für eine Kanzlerschaft? Keine Ahnung. Mir sagte mal jemand, der Ärger mit dem Parlament wäre doch, dass da nur Lehrer und Juristen drinsäßen. Also salopp gesagt: belehren und beurteilen. Ist eine bestimmte Ausbildung letztlich überhaupt wichtig für eine politische Karriere oder nicht viel mehr eine bestimmte Fähigkeit, sich organisatorisch parteidisziplinär durchzusetzen. Wäre für mich immer ein Hindernis gewesen mich solchermaßen zu engagieren, mich möglicherweise schon auf Ortsvereinsebene korrumpieren zu müssen.

Andererseits: mir liegt ja diese grundsätzliche Schelte an allem nicht so, und ich bin überzeugt davon, dass es in jeder Partei (ausgenommen die rechts-Außen) aufrichtige Menschen gibt, die wirklich was erreichen wollen. und sich abrackern wie blöde.

Ich entsinne mich noch, als A.M. ihre ersten öffentlichen Auftritte hatte, so unscheinbar und brav sah sie aus – neben Kohl. Na ja dem hat sie dann ja gezeigt wo’s langgeht. Ich habe sie damals, obwohl ich der CDU nie nahe stand, verteidigt gegen despektierliche Äußerungen wegen ihres Aussehens. Fand ich nicht ok. Habe ich sie speziell als „Ossi“-Frau wahrgenommen? Ich glaube nicht. Aber meine Wahrnehmung diesbezüglich ist ja offensichtlich sowieso unterbelichtet gewesen :-)

Was sagst du zu ihr (ich meine nicht ihre politischen Entscheidungen) sondern als Typus – mit Macht in den Händen?

Bei uns fängt man langsam an die Weihnachtsbäume wieder rauszuholen !!!

Liebe verschneite Grüße!


Ach ja, die Rheinländer pusten immer gerne vor dem Essen :-)


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