#1

Grenze war eigentlich überall ?!

in Mythos DDR und Grenze 26.02.2013 22:41
von chantre | 425 Beiträge

Ich möchte mal ein neues Thema eröffnen, und vielleicht auch etwas provozieren oder hinterfragen. Als ich im Oktober als Anwärter bei der Transportpolizei auf dem Hauptbahnhof in Dresden begann war eine Aufgabenstellung die Verhinderung von Straftaten nach § 213 StgGB (ungesetzlicher Grenzübertritt) über die CSSR. Später erlebte ich den Transitverkehr auf der A2, auf dem Mittellandkanal und auf den Strecken Westberlin - Marienborn bzw. Oebisfelde. An der Autobahn gab es Spezialkräfte zur Überwachung der Parkplätze, auf den Wasserstrassen waren die neuralgischen Punkte die Feierabendstellen und Schleusen, auf der Bahnstrecke die außerplanmäßigen Halte von Transitzügen und Militärzügen der Alliierten. Und immer in diesen Fällen lag die Verantwortung bei der Verkehrspolizei, der Wasserschutzpolizei oder der Transportpolizei. Speziell bei der Trapo gab ZBK zur Absicherung der Transitzüge, in Zivil. Mich würde mal interessieren, wer zu diesen Thema etwas beitragen kann.


Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger. Kurt Tucholsky
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#2

RE: Grenze war eigentlich überall ?!

in Mythos DDR und Grenze 26.02.2013 23:06
von eisenringtheo | 9.183 Beiträge

Zitat von chantre im Beitrag #1
(...) Speziell bei der Trapo gab ZBK zur Absicherung der Transitzüge, in Zivil. Mich würde mal interessieren, wer zu diesen Thema etwas beitragen kann.

Kann ich nicht bestätigen. In Griebnitzsee und Marienborn sind jeweils nur Uniformierte ein- und ausgestiegen (mit Appell am Bahnsteig). Anders war es bei den Zügen von der DDR nach der BRD und umgekehrt, die nicht über Berlin(West) verkehrten und auch für den Binnenverkehr freigegeben waren. Dort gab es Mitarbeiter der Transportpolizei in Zivil.
Theo


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#3

RE: Grenze war eigentlich überall ?!

in Mythos DDR und Grenze 27.02.2013 10:13
von 94 | 10.792 Beiträge

Und woran haste die erkannt bzw. waren diese erkennbar, @ERT? Nächste Frage: ZBK meint Zugbegleitkommando?

Achso, zum Thema, eine Straftat nach §213 begann ja mit Verlassen der Wohnung? Und wieviele von denen nach diesen Paragrafen Abgeurteilte kammen eigentlich überhaupt bis ins Grenzgebiet bei ihrem Versuch? Gab es eigentlich auch Verurteilungen für erfolgreiche 213er?


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 27.02.2013 10:17 | nach oben springen

#4

RE: Grenze war eigentlich überall ?!

in Mythos DDR und Grenze 27.02.2013 11:58
von eisenringtheo | 9.183 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #3
Und woran haste die erkannt bzw. waren diese erkennbar, @ERT? Nächste Frage: ZBK meint Zugbegleitkommando?

Achso, zum Thema, eine Straftat nach §213 begann ja mit Verlassen der Wohnung? Und wieviele von denen nach diesen Paragrafen Abgeurteilte kammen eigentlich überhaupt bis ins Grenzgebiet bei ihrem Versuch? Gab es eigentlich auch Verurteilungen für erfolgreiche 213er?


Zu Frage 1: Die sind durch den Zug gegangen (zum Beispiel von Brandenburg bis Magdeburg oder von Erfurt bis Eisenach), haben den Polizeiausweis gezeigt und die Fahrkarte und den Ausweis sehen wollen. Zu Frage 2: Bestimmt! Als sogenannte Abwesenheitsurteile. Aber andere Foristen hier wissen da sicher besser Bescheid.
Theo


94 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#5

RE: Grenze war eigentlich überall ?!

in Mythos DDR und Grenze 27.02.2013 14:30
von Gohrbi | 575 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #4
Zitat von 94 im Beitrag #3
Und woran haste die erkannt bzw. waren diese erkennbar, @ERT? Nächste Frage: ZBK meint Zugbegleitkommando?

Achso, zum Thema, eine Straftat nach §213 begann ja mit Verlassen der Wohnung? Und wieviele von denen nach diesen Paragrafen Abgeurteilte kammen eigentlich überhaupt bis ins Grenzgebiet bei ihrem Versuch? Gab es eigentlich auch Verurteilungen für erfolgreiche 213er?


Zu Frage 1: Die sind durch den Zug gegangen (zum Beispiel von Brandenburg bis Magdeburg oder von Erfurt bis Eisenach), haben den Polizeiausweis gezeigt und die Fahrkarte und den Ausweis sehen wollen. Zu Frage 2: Bestimmt! Als sogenannte Abwesenheitsurteile. Aber andere Foristen hier wissen da sicher besser Bescheid.
Theo


...meine Erfahrung mit TraPo in zivil ist gleich NULL. Ich bin auf der Strecke Erfurt - Eisenach in den P-Zügen und D - Zug bis Eisenach
nur von TraPo in Uniform kontrolliert worden. Zustieg in DZug in Gotha und PZug in Fröttstedt. Bei DZügen mit Kurswagen oder komplett durchgehenden Zügen wurden wir entweder schon auf dem Bahnhof Erfurt, spätestens am Bahnsteigtreppe in Eisenach von uniformierten kontrolliert. Zeitraum Anfang 60er bis Mitte 80er Jahre. ...und ich wurde IMMER kontrolliert......mit dem Hinweis, "Sie brauchen einen neuen PA dieser hier ist schon sehr verschlissen." ...meine Antwort, "..wenn sie nicht so oft kontrollieren würden..."

Ach ja, zwischen Berlin und Eisenach waren auch Kontrollen. Uns hatten die Berliner Polizisten am "Checkpoint Charly" aus dem Verkehr gezogen. Ab der Entlassung aus den Polizeirevier hatten wir ständig Begleitung, bis Eisenach. Hinter uns, in der MITROPA, im Zug, auf dem Bahnsteig......uns konnte keiner überfallen und unser Taschengeld rauben.


zuletzt bearbeitet 27.02.2013 14:35 | nach oben springen

#6

RE: Grenze war eigentlich überall ?!

in Mythos DDR und Grenze 09.03.2013 22:39
von BSG Chemie | 17 Beiträge

Wir., also ZBK III haben nie selbst kontrolliert sondern die Schutzpolizei gebeten, wir hatten auch noch andere Aufgaben, aber waren voll verantwortlich ,daß
keine Unberechtigten bis zur Grenze durchkamen.In meiner Zeit ca 5-10 jahren sind höchstens 5-10 geschätzt, durchgekommen bis zum Grenzbahnhof Es hätte viel Ärger gegeben .Gilt
für meinen Bereich. Sonst sind es Märchen.Flucht im Interzonen Zug war nicht so leicht wie manche denken.


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#7

RE: Grenze war eigentlich überall ?!

in Mythos DDR und Grenze 09.03.2013 22:54
von utkieker | 2.926 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #3
Und woran haste die erkannt bzw. waren diese erkennbar, @ERT? Nächste Frage: ZBK meint Zugbegleitkommando?

Achso, zum Thema, eine Straftat nach §213 begann ja mit Verlassen der Wohnung? Und wieviele von denen nach diesen Paragrafen Abgeurteilte kammen eigentlich überhaupt bis ins Grenzgebiet bei ihrem Versuch? Gab es eigentlich auch Verurteilungen für erfolgreiche 213er?

Ja klar, wenn man illegal von West nach Ost die Grenze überquerte - oder?

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#8

RE: Grenze war eigentlich überall ?!

in Mythos DDR und Grenze 09.03.2013 23:12
von BSG Chemie | 17 Beiträge

Ich denke ZBK II war kein Begleitkommando, aber ich weiß es nicht, hier vielleicht eine Antwort von Chantre


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#9

RE: Grenze war eigentlich überall ?!

in Mythos DDR und Grenze 11.03.2013 21:34
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von utkieker im Beitrag #7
Ja klar, wenn man illegal von West nach Ost die Grenze überquerte - oder?

Na soo klar war das nun doch nicht, einige Bürger aus dem nichtsozialen Wirtschaften wurden auch in den nächsten Interzonenzug gesetzt und es ging retour oder andere Nicht-NSWler kamen mit Bewährungsstrafen davon, wenn die Rückreise 'vergessen' wurde, bspw. Achim Mentzel, mit TeeZett *wink*


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 11.03.2013 21:35 | nach oben springen



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