#141

RE: Vom Stolz, ein DDR-Bürger gewesen zu sein

in DDR Zeiten 01.06.2015 20:03
von Harzwanderer | 2.938 Beiträge

Die Rentner, die ich heute kenne, sind extrem fit. Fahren Rad und reisen, kriege große Operationen, haben sanierte Zähne, Hörgeräte und schicke Brillen. Kein Grund zum Jubeln aber, auch im Vergleich zu anderen Staaten (kenne da Frankreich etwas näher), insgesamt topp. Und dass es keine Familien oder sozialen Zusammenhalt unter Westlern oder generell gibt oder gab, ist auch so ein blödes Ossi-Klischee was mal begraben gehört.

Und von den einigermaßen wohlhabenden Rentnern heute, deren Niveau ich später nicht haben werde und für die ich aber heute kräftig Steuern und Rentenabgaben bleche, möchte ich mich auch nicht noch anjammern lassen, wie schlecht es heute ist.


Ostlandritter und Grenzläufer haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 01.06.2015 21:01 | nach oben springen

#142

RE: Vom Stolz, ein DDR-Bürger gewesen zu sein

in DDR Zeiten 01.06.2015 20:46
von Rostocker | 7.734 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #139
Ihr wollt jetzt hier aber nicht allen Ernstes das Rentnertum in der DDR rückwirkend verklären? Mit Mini-Beträgen in Ost, scheiß-medizinischer Versorgung (Stichwort künstliche Hüfte damals schonmal gehört?) und "Feierabendheimen" oft auf sibirischem Niveau. Das einzige, was die Rentner hatten, waren die Westreisen.

Oder wart Ihr alle Nomenklaturkader?


Harzwanderer--Sicherlich wird es solche Heime gegeben haben.Aber wenn Du das nun auf die ganze DDR ummünzen tust, kann ich das nicht mittragen. Ich kenne in Rostock 2 Altenheime in Toitenwinkel die kein sibirisches Niveau hatten und diese Heime sind heute noch im Betrieb.Oder hat man das sibirische Niveau als blühende Landschaft übernommen? Und noch eins--meine Oma war ende der 70er in so ein Altenheim in Graal Müritz,natürlch habe ich sie öfters dort besucht.Aber nach Sibirien sah das nicht aus. Man sollte nicht alles gleich verallgemeinern


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#143

RE: Vom Stolz, ein DDR-Bürger gewesen zu sein

in DDR Zeiten 01.06.2015 20:52
von linamax | 2.022 Beiträge

Zitat von Rostocker im Beitrag #142
Zitat von Harzwanderer im Beitrag #139
Ihr wollt jetzt hier aber nicht allen Ernstes das Rentnertum in der DDR rückwirkend verklären? Mit Mini-Beträgen in Ost, scheiß-medizinischer Versorgung (Stichwort künstliche Hüfte damals schonmal gehört?) und "Feierabendheimen" oft auf sibirischem Niveau. Das einzige, was die Rentner hatten, waren die Westreisen.

Oder wart Ihr alle Nomenklaturkader?


Harzwanderer--Sicherlich wird es solche Heime gegeben haben.Aber wenn Du das nun auf die ganze DDR ummünzen tust, kann ich das nicht mittragen. Ich kenne in Rostock 2 Altenheime in Toitenwinkel die kein sibirisches Niveau hatten und diese Heime sind heute noch im Betrieb.Oder hat man das sibirische Niveau als blühende Landschaft übernommen? Und noch eins--meine Oma war ende der 70er in so ein Altenheim in Graal Müritz,natürlch habe ich sie öfters dort besucht.Aber nach Sibirien sah das nicht aus. Man sollte nicht alles gleich verallgemeinern

Kann das sein das du nicht weist wie es in Sibirien aus sieht .


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#144

RE: Vom Stolz, ein DDR-Bürger gewesen zu sein

in DDR Zeiten 01.06.2015 20:55
von damals wars | 12.210 Beiträge

In Bad Dürrenberg gab es auch ein schönes Plattenbau- Altersheim, jedes Zimmer mit Balkon, selbst mit Mindestrente erschwinglich.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#145

RE: Vom Stolz, ein DDR-Bürger gewesen zu sein

in DDR Zeiten 01.06.2015 20:57
von Harzwanderer | 2.938 Beiträge
zuletzt bearbeitet 01.06.2015 20:59 | nach oben springen

#146

RE: Vom Stolz, ein DDR-Bürger gewesen zu sein

in DDR Zeiten 01.06.2015 20:58
von Rostocker | 7.734 Beiträge

Zitat von linamax im Beitrag #143
Zitat von Rostocker im Beitrag #142
Zitat von Harzwanderer im Beitrag #139
Ihr wollt jetzt hier aber nicht allen Ernstes das Rentnertum in der DDR rückwirkend verklären? Mit Mini-Beträgen in Ost, scheiß-medizinischer Versorgung (Stichwort künstliche Hüfte damals schonmal gehört?) und "Feierabendheimen" oft auf sibirischem Niveau. Das einzige, was die Rentner hatten, waren die Westreisen.

Oder wart Ihr alle Nomenklaturkader?


Harzwanderer--Sicherlich wird es solche Heime gegeben haben.Aber wenn Du das nun auf die ganze DDR ummünzen tust, kann ich das nicht mittragen. Ich kenne in Rostock 2 Altenheime in Toitenwinkel die kein sibirisches Niveau hatten und diese Heime sind heute noch im Betrieb.Oder hat man das sibirische Niveau als blühende Landschaft übernommen? Und noch eins--meine Oma war ende der 70er in so ein Altenheim in Graal Müritz,natürlch habe ich sie öfters dort besucht.Aber nach Sibirien sah das nicht aus. Man sollte nicht alles gleich verallgemeinern

Kann das sein das du nicht weist wie es in Sibirien aus sieht .


Na dann wirst Du mir das sicher als Experte erklären können


damals wars, maxhelmut und PF75 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#147

RE: Vom Stolz, ein DDR-Bürger gewesen zu sein

in DDR Zeiten 01.06.2015 21:04
von Alfred | 6.857 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #145
So richtig reich waren die Rentner im Osten nicht:
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-46353363.html



http://cdn1.spiegel.de/images/image-7076...leryV9-idpf.jpg


Die Bilder kann ich Dir heute in Massen zeigen. Und das sind nicht mal Rentner. Du musst nur mit offenen Augen durch Deutschland laufen.


damals wars, LO-Wahnsinn, vs1400 und DoreHolm haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#148

RE: Vom Stolz, ein DDR-Bürger gewesen zu sein

in DDR Zeiten 01.06.2015 21:08
von Freienhagener | 3.879 Beiträge

Damals auch nicht nur.

Wenns weniger waren, dann weil im Abfall weniger zu holen war. Warum wohl....


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
zuletzt bearbeitet 01.06.2015 21:08 | nach oben springen

#149

RE: Vom Stolz, ein DDR-Bürger gewesen zu sein

in DDR Zeiten 01.06.2015 21:31
von Fritze | 3.474 Beiträge

Na dann wirst Du mir das sicher als Experte erklären können

Der Eberhard ist ausgewiesener Kleinsibirien-Experte ! Eischnee auf der Torte wird auch so genannt !

Fritze


"Das kann doch überhaupt nur jemand nicht wissen ,der entweder vollkommen ahnungslos ist ,oder ,oder jemand der also bösartig ist !"

"If you get up and walk away, leave the past behind, go ahead and take a ride ,no telling what you find ! "
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#150

RE: Vom Stolz, ein DDR-Bürger gewesen zu sein

in DDR Zeiten 01.06.2015 21:37
von damals wars | 12.210 Beiträge

Der sibirische Erklärbär.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#151

RE: Vom Stolz, ein DDR-Bürger gewesen zu sein

in DDR Zeiten 01.06.2015 22:07
von linamax | 2.022 Beiträge

Zitat von Rostocker im Beitrag #146
Zitat von linamax im Beitrag #143
Zitat von Rostocker im Beitrag #142
Zitat von Harzwanderer im Beitrag #139
Ihr wollt jetzt hier aber nicht allen Ernstes das Rentnertum in der DDR rückwirkend verklären? Mit Mini-Beträgen in Ost, scheiß-medizinischer Versorgung (Stichwort künstliche Hüfte damals schonmal gehört?) und "Feierabendheimen" oft auf sibirischem Niveau. Das einzige, was die Rentner hatten, waren die Westreisen.

Oder wart Ihr alle Nomenklaturkader?


Harzwanderer--Sicherlich wird es solche Heime gegeben haben.Aber wenn Du das nun auf die ganze DDR ummünzen tust, kann ich das nicht mittragen. Ich kenne in Rostock 2 Altenheime in Toitenwinkel die kein sibirisches Niveau hatten und diese Heime sind heute noch im Betrieb.Oder hat man das sibirische Niveau als blühende Landschaft übernommen? Und noch eins--meine Oma war ende der 70er in so ein Altenheim in Graal Müritz,natürlch habe ich sie öfters dort besucht.Aber nach Sibirien sah das nicht aus. Man sollte nicht alles gleich verallgemeinern

Kann das sein das du nicht weist wie es in Sibirien aus sieht .


Na dann wirst Du mir das sicher als Experte erklären können


Das wollte ich ja von dir wissen .


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#152

RE: Vom Stolz, ein DDR-Bürger gewesen zu sein

in DDR Zeiten 01.06.2015 22:09
von linamax | 2.022 Beiträge

Zitat von damals wars im Beitrag #150
Der sibirische Erklärbär.

Na , auf deinen sinnfreien Beitrag habe ich gewartet .


Grenzläufer hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#153

RE: Vom Stolz, ein DDR-Bürger gewesen zu sein

in DDR Zeiten 01.06.2015 22:49
von der alte Grenzgänger | 1.009 Beiträge

Hackel, Deine letzten vier Statements sprechen mir ziemlich aus dem Herzen (auch sauber formuliert- mit Genuss zu lesen..)- aber hier muss ich Dir widersprechen:

Zitat von Hackel39 im Beitrag #140
......nicht seriös, die DDR hätte sich ebenfalls weiter entwickelt...


... sie hätte sich nicht weiterentwickelt, weil es sie nicht mehr gegeben hätte.
Vielleicht unter irgendwelchen Umständen einer etwas anderen Entwicklung (fragt mich nicht, welche..) hätte sie es noch ein paar Wochen oder Monate gemacht.. die Zeit war abgelaufen.

Ich bin nicht stolz darauf, DDR- Bürger gewesen zu sein (dafür konnte ich ja nichts..)- aber stolz darauf, nicht zum Schuft geworden zu sein in dieser Zeit, bin ich schon... (wenn ich es mir recht überlege..)

Siggi

(edit: "Hackel" ergänzt- Bezug war weg..)


"Man rühmt und man schmäht die meisten Dinge, weil es Mode ist, sie zu rühmen oder sie zu schmähen"
La Rochefoucauld (1613 - 1680)
Jobnomade und Ostlandritter haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 01.06.2015 22:50 | nach oben springen

#154

RE: Vom Stolz, ein DDR-Bürger gewesen zu sein

in DDR Zeiten 02.06.2015 09:25
von Freienhagener | 3.879 Beiträge

Da gibts zwei eröffnete Themen, die eigentlich identisch sind:

Eine Weiterentwicklung, wenn es sie tatsächlich gegeben hätte (theoretisch ohne die BRD zwangsläufig) hätte ganz sicher soziale Einbrüche gebracht - oder im anderen Extremfall auch nur BRD-Verhältnisse. Sozialistische Träume jedenfalls wären nicht realistisch gewesen. Was davon übrigbleibt, sehen wir in verbliebenen "sozialistischen" Staaten. Dort ist ein realer Kapitalismus ohne soziale Komponente noch die beste Lösung.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
Jobnomade hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 02.06.2015 09:26 | nach oben springen

#155

RE: Vom Stolz, ein DDR-Bürger gewesen zu sein

in DDR Zeiten 02.06.2015 12:28
von zoll (gelöscht)
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Stolz ist das Gefühl wegen einer erbrachten Leistung oder an dieser mitgewirkt zu haben.- Es bleibt also jedem Bürger der untergegangenen DDR überlassen wie er das wertet.-
Stolz ist auch eine der sieben Todsünden nach der Wertung der kath. Kirche. Thomas von Aquin erläutert, das Stolz "ein ungeordnetes Streben nach eigenem Herausragen" sei.
Stolz hat also immer eine gute und eine schlechte Seite. Es kommt auf die Betrachtungsweise und den Standpunkt an.

Kann man also stolz sein ein DDR Bürger gewesen zu sein?
Ja und nein.
Ja, weil jeder versucht hat sich in das Gemeinwesen einzubringen. Weil jeder versucht hat "den Laden nach vorn zu bringen". Weil jeder sein Bestes gegeben hat. Die Staatsführung hat alles getan um diesen Willen aufrecht zu halten. Sie hat gute Bildung vermittelt, sie hat Arbeitsplätze geschaffen und sie hat sich um die Menschen gekümmert. Die Lehrpläne der POS haben sogar inzwischen in einigen westl. orientierten Länder Anerkennung gefunden. Die sozialen Leistungen der DDR waren im Lebensgefühl der Bevölkerung allgemein anerkannt und wurden immer wieder heraus gehoben.

Nein, weil im Laufe der Zeit dieses Gefühl des Kümmern des Staates abhanden gekommen ist. Den Bürger der DDR ist immer bewußter geworden, dass die Parolen des Staates nur hohles Geschwätz war. Von wegen Planerfüllung im September schon bei 120 % und trotzdem gab es keine Kühlschrank mehr zu kaufen. Da hat der Stolz immer weiter nachgelassen und es blieb nur der eine Weg. Diesem Staat den Rücken zu kehren. Nur wie, wenn man eingesperrt war, wenn einem das Reisen Richtung Westen verwehrt war. Wenn einem DDR Urlauber an der Goldküste am Schwarzen Meer klar wurde, dass er nur Urlauber 2. Klasse war. Und ganz besonders nein, weil die DDR ihre Bürger immer weiter bevormundet und bespitzelt hat. Auch das hat sich im Gefühl der Menschen in der DDR verankert. So wurde das positive Lebensgefühl immer weiter zerstört.

Was ist bei der kompletten Bewertung der 40 Jahre DDR noch von dem Gefühl STOLZ übrig geblieben?

zoll


thomas 48, Harzwanderer, Ostlandritter, Grenzläufer und CASI haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#156

RE: Vom Stolz, ein DDR-Bürger gewesen zu sein

in DDR Zeiten 02.06.2015 13:52
von matloh | 1.204 Beiträge

Zitat von Hackel39 im Beitrag #140
Zitat von Harzwanderer im Beitrag #139
Ihr wollt jetzt hier aber nicht allen Ernstes das Rentnertum in der DDR rückwirkend verklären? Mit Mini-Beträgen in Ost, scheiß-medizinischer Versorgung (Stichwort künstliche Hüfte damals schonmal gehört?) und "Feierabendheimen" oft auf sibirischem Niveau. Das einzige, was die Rentner hatten, waren die Westreisen.

Oder wart Ihr alle Nomenklaturkader?

< - cut - >
Den medizinischen Fortschritt streite ich nicht ab, jedoch möge man nicht den Stand der DDR 1989 mit dem Stand unseres gesamtdeutschen Rentnerparadieses des Jahres 2015 vergleichen... < - cut - >

Wenn ich in den unten stehenden Links die Lebenserwartung in der DDR 1989 mit der Lebenserwartung von (Gesamt-?)Deutschland 1990 vergleiche, dann liegt die Lebenswerwartung 1990 um ca. 3 Jahre höher:

http://de.statista.com/statistik/daten/s...ung-in-der-ddr/
http://de.statista.com/statistik/daten/s...ach-geschlecht/

Dass die Lebenserwartung in der DDR 1989 auf dem BRD-Niveau von 1980 lag, wundert aber auch nicht unbedingt: Die Versorgung mit neuen technischen Geräten wie CT oder Ultraschall war laut dem Artikel unten in der DDR deutlich schlechter als in der BRD:

http://www.kas.de/wf/de/71.6593/

cheers matloh


Aus gegebenem Anlass temporär: Nein, die Erde ist keine Scheibe!

"Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren." (Benjamin Franklin)
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#157

RE: Vom Stolz, ein DDR-Bürger gewesen zu sein

in DDR Zeiten 02.06.2015 15:21
von StabsfeldKoenig | 2.655 Beiträge

Zitat von Freienhagener im Beitrag #154
Da gibts zwei eröffnete Themen, die eigentlich identisch sind:

Eine Weiterentwicklung, wenn es sie tatsächlich gegeben hätte (theoretisch ohne die BRD zwangsläufig) hätte ganz sicher soziale Einbrüche gebracht - oder im anderen Extremfall auch nur BRD-Verhältnisse. Sozialistische Träume jedenfalls wären nicht realistisch gewesen. Was davon übrigbleibt, sehen wir in verbliebenen "sozialistischen" Staaten. Dort ist ein realer Kapitalismus ohne soziale Komponente noch die beste Lösung.


Es hätte auch ein Weg in eine marktwirtschaftliche ordnung mit breiter Eigentumsstreunung (Volksaktien bzw. genossenschaftliches Eigentum) gegeben. Der Weg über eine kriminell-oligarchische Wirtschaftsform zu einem radikalen und neoliberal-extremistischen Kapitalismus war nicht zwangsläufig. Man muß nur nach Kuba schauen, wo kontrollierte Formen kleiner Privatwirtschaft aufgebaut wird und möglicherweise demnächst volkeigene Betriebe direkt in die Hände der Arbeitskollektive als genossenschaftliches Eigentum übergehen. Abgesehen vom kleinen Handwerksmeister ist mit der Erfindung der Aktiengesellschaft der personifizierte Kapitalist historisch überflüssig geworden. Wie breit die Aktien gestreut sind, spielt für die Funktion der AG keine Rolle. Ebensowenig, wie die Stimmrechte zwischen Eigentümern und Beschäftigten in Hauptversammlung, Aufsichtsrat und Vorstand verteilt sind. Und der Putsch in Chile 1973 war der Beweis dafür, daß nicht der Stalinismus, sondern der demokratische Sozialismus die "Gefahr" für den Kapitalismus darstellt.



Hackel39 und DoreHolm haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#158

RE: Vom Stolz, ein DDR-Bürger gewesen zu sein

in DDR Zeiten 02.06.2015 15:33
von Freienhagener | 3.879 Beiträge

Man hat ja die realen Ergebnisse postsozialistischer Staatlichkeit in der ganzen Welt vor Augen. Nichts Anderes wäre die DDR geworden.
Das kleinste Stück wirtschaftlicher Freiheit führt zur Restauration des Kapitalismus (schon Lenin hat vor dem "kleinbürgerlichen Ozean" gewarnt ). Das ist im Ergebnis die Realität einer Marktwirtschaft ohne den Luxus einer sozialen Komponente, wie sie sich nur reiche Länder leisten können, nach einer langen Stabilität.
Dazu kann man stehen, wie man will. Es ist offensichtlich so.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
Ostlandritter hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 02.06.2015 15:36 | nach oben springen

#159

RE: Vom Stolz, ein DDR-Bürger gewesen zu sein

in DDR Zeiten 02.06.2015 22:07
von DoreHolm | 7.708 Beiträge

Zitat von StabsfeldKoenig im Beitrag #157
Zitat von Freienhagener im Beitrag #154
Da gibts zwei eröffnete Themen, die eigentlich identisch sind:

Eine Weiterentwicklung, wenn es sie tatsächlich gegeben hätte (theoretisch ohne die BRD zwangsläufig) hätte ganz sicher soziale Einbrüche gebracht - oder im anderen Extremfall auch nur BRD-Verhältnisse. Sozialistische Träume jedenfalls wären nicht realistisch gewesen. Was davon übrigbleibt, sehen wir in verbliebenen "sozialistischen" Staaten. Dort ist ein realer Kapitalismus ohne soziale Komponente noch die beste Lösung.


Es hätte auch ein Weg in eine marktwirtschaftliche ordnung mit breiter Eigentumsstreunung (Volksaktien bzw. genossenschaftliches Eigentum) gegeben. Der Weg über eine kriminell-oligarchische Wirtschaftsform zu einem radikalen und neoliberal-extremistischen Kapitalismus war nicht zwangsläufig. Man muß nur nach Kuba schauen, wo kontrollierte Formen kleiner Privatwirtschaft aufgebaut wird und möglicherweise demnächst volkeigene Betriebe direkt in die Hände der Arbeitskollektive als genossenschaftliches Eigentum übergehen. Abgesehen vom kleinen Handwerksmeister ist mit der Erfindung der Aktiengesellschaft der personifizierte Kapitalist historisch überflüssig geworden. Wie breit die Aktien gestreut sind, spielt für die Funktion der AG keine Rolle. Ebensowenig, wie die Stimmrechte zwischen Eigentümern und Beschäftigten in Hauptversammlung, Aufsichtsrat und Vorstand verteilt sind. Und der Putsch in Chile 1973 war der Beweis dafür, daß nicht der Stalinismus, sondern der demokratische Sozialismus die "Gefahr" für den Kapitalismus darstellt.


Grün: Das passt zu dem, was mein Alter Herr irgendwann in den 70er oder Anfang 80er Jahre bezüglich China meinte: Der Kapitalismus hat nicht vor dem Sozialismur angst, aber vor einem funktionierenden Sozialismus. Wehret den Anfängen, war stets die Handlungsdevise der reicheren Besitzenden, wenn sich irgendwo in Europa oder der Welt eine Staatsführung etablierte, die im Begriff war eine Gesellschaft aufzubauen, die für die eigenen Leibeigenen, Abhängigen und Arbeiter anziehend wirken könnte. Pariser Kommune, Allendes Chile und die SU nach 1917 fallen mir da spontan ein. Da mußte dreingeschlagen werden, daß allen erst mal revolutionäre gedanken ausgetrieben wurden. Das wird auch heute und in Zukunft so sein, nur eben nicht mehr mit offener roher Gewalt. Weniger schockierend, weniger sichtbares Blut, aber mit dem gleichen Ergebnis.



Damals87 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#160

RE: Vom Stolz, ein DDR-Bürger gewesen zu sein

in DDR Zeiten 02.06.2015 22:18
von Harzwanderer | 2.938 Beiträge

Der "demokratische Sozialismus" hätte doch gar kein Geld, um irgendwelche Wohltaten zu finanzieren? Am Ende würde es eine DDR 2.0 werden, mit Mauer und Wandlitz. Das hatten wir hier schonmal: Die DDR 2.0 als ein "kaltes Kuba". Guckt Euch mal Venezuela an. Vom reichen Ölland zum globalen Stadtstreicher. Ich pfeife auf solche Revolutionäre. Am Ende zahlt das Volk dafür.


Freienhagener hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 02.06.2015 22:21 | nach oben springen



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