#401

RE: Vom Stolz, ein DDR-Bürger gewesen zu sein

in DDR Zeiten 14.06.2015 13:40
von zoll (gelöscht)
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Zitat von SiK90 im Beitrag #380
Na, wie denn nun?
Im Übrigen spricht der Beitrag von @Gert Bände..
Ich beantrage eine Ignorierliste!


Das Thema läuft schon wieder aus dem Ruder. Bevor es geschlossen wird oder zeitweilig gesperrt, lege ich noch einen drauf.

Hier und in anderen Foren geht es immer noch um den Konflikt West/Ost. Es gibt in Westdeutschland die dort geborenen, die den Aufbau des Landes mitgestaltet haben und im Lauf der Jahrzehnte gemerkt haben, das die Schere sich immer weiter geöffnet hat. Einmal sind die Einkommen durch die Tarifgemeinschaften dauernd prozentual angehoben worden. Das verschärfte das Lohngefüge der ungelernten Arbeiter, der Facharbeiter und der höheren Angestellten. In dieser Klasse der Lohnabhängigen Arbeitnehmer ging die Einkommensschere also immer weiter auseinander.
Anderseits haben sich die Einkommen der Selbstständigen, der Unternehmen und der außertariflich Beschäftigten auch dauernd erhöht. Prozentual aber weit höher als es bei den Lohnabhängigen der Fall war. Inzwischen sind wir dort angekommen, wo nicht nur eine Riesenlücke zwischen den Einkommen herrscht. Es ist viel schlimmer. Die Oben verstehen die Unten nicht mehr und umgekehrt. Es herrscht so eine Diskrepanz zwischen den Lohnabhängigen und der Unternehmerschaft/Politik, dass sich bald eine Welle der Unzufriedenheit in der Bevölkerung breit machen wird. Wohin das führen wird - unbekannt.

In Ostdeutschland besteht das Problem aus meiner Kenntnis darin, dass es dort die Menschen gibt, die dort geboren und aufgewachsen sind, das Land aufgebaut haben und ihr Auskommen hatten. Bis jetzt also wie im Westen. Ich will jetzt nicht politisch werden und die Rahmenbedingen anprangern mit denen das System die Bürger im Zaum gehalten hat. Die Einkommensverhältnisse haben sich im Lauf des Bestehens der DDR auch kontinuierlich verbessert. Dann kam aber der Mauerfall. Die jungen, mobilen und leistungsfähigen und leistungswilligen Menschen des Landes haben ihre Change gesehen und haben sich evtl. selbständig gemacht oder sind in den Westen gegangen um dort am höheren Brutto/Nettoverdienst teilzuhaben. Die Menschen die dort geblieben sind fühlen sich verraten, weil die Arbeit nicht zu ihnen gekommen ist und sie in einem weniger guten sozialen Umfeld nun ohne die Fürsorge des Staates ihr Leben fristen müssen. Sie sind teilweise so verbittert, wie man das manchmal aus den Bemerkungen der Nutzer dieses Forums herauslesen kann.

Zu der Ignorierliste meine ich, man sollte es nicht auf die Spitze treiben und diese Schreiber benennen. Ich halte es so, einigen Schreibern antworte ich nicht, weil mir deren Beiträge eine Erwiederung nicht wert ist.

zoll


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#402

RE: Vom Stolz, ein DDR-Bürger gewesen zu sein

in DDR Zeiten 14.06.2015 14:21
von Heckenhaus | 5.153 Beiträge

Zitat von zoll im Beitrag #401
Die Menschen die dort geblieben sind fühlen sich verraten, weil die Arbeit nicht zu ihnen gekommen ist und sie in einem weniger guten sozialen Umfeld nun ohne die Fürsorge des Staates ihr Leben fristen müssen. Sie sind teilweise so verbittert, wie man das manchmal aus den Bemerkungen der Nutzer dieses Forums herauslesen kann.
zoll




Großen Teilen deines Beitrages, hier nicht kopiert, stimme ich zu.
Nicht zustimmen kann ich dem fett markierten Teil, die Arbeit kam nicht zu den Leuten, nein, sie wurde ihnen weggenommen.
Nicht durch NOTWENDIGE Betriebsstillegungen, sondern oftmals dadurch, daß die Arbeit entweder verlegt wurde in den Westen,
erreicht durch kurzzeitiges Hochfahren der Produktion oder Umstellung von Ein- auf Mehrschichtsystem, Beispiele sind mir bekannt,
oder gleich durch Erledigung von Arbeiten durch Firmen aus dem Westen, die vorübergehend im Osten auf "Montage" waren.
Zu beobachten im Bauwesen und im Handwerk, auch da kenne ich genügend Beispiele.

Zusammengefaßt bedeutete das, Ostkräfte wurden auf die Straße gesetzt, Personal aus den westlichen BL erledigten die Arbeit und sorgten
so für einen mehrere Jahre andauernden "Goldrausch", an dem nicht übermäßig viele Arbeiter aus den neuen BL Anteil hatten.

Verraten waren die, die ein gewisses Alter hatten, sie blieben oft auf der Strecke, und auch viele, die aus unterschiedlichsten Gründen
eben nicht flexibel waren.
Wer willens war, in die Fremde zu gehen, ist oft noch heute als wöchentlicher Pendler auf der AB zu bewundern, weil es oft an fester
Einstellung hapert, auch noch nach Jahrzehnten, und die Zeitarbeit als Arbeitgeber der Preis der Einheit ist.
Dafür kann niemand Dankbarkeit zeigen.
(Auch hier kenne ich Beispiele).


.
.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
.
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#403

RE: Vom Stolz, ein DDR-Bürger gewesen zu sein

in DDR Zeiten 14.06.2015 14:26
von thomas 48 | 3.579 Beiträge

Zoll,
ich möchte mich mal öffentlich über die letzten Zeilen bedanken.
Deine Meinung und Beurteilung ist auch meine Überzeugung.
Nur, wie kommst du darauf?
Bis jetzt habe ich oft deine Artikel falsch verstanden. Für mich, und vielleicht auch für paar andere, hast du wie ein Andersdenkender (schlimmes Wort) aus dem kalten Krieg getippt.
Das versteh und lese ich so.
Gruß von jemanden, der nie Genosse war.


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#404

RE: Vom Stolz, ein DDR-Bürger gewesen zu sein

in DDR Zeiten 14.06.2015 15:39
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Pitti53 im Beitrag #389
Du läufst über ganz dünnes Eis...........

Pitti ich glaube da tust'm jetzt bissel Unrecht, also wenn den #386 als Reaktion auf Deinen Vorbeitrag betrachtest. Also 4' und dann noch eine solche Antwort ... nee, das bekommt er nicht hin. Eher dürfte es eine Reaktion auf #383 gewesen sein ... na wie auch immer.

Beim zoll ist die Welt immer so schön ordentlich schwarz-weiß, da weiß man beim Lesen garnicht ob's nun Satiere ist oder ob'ers Ernst meint. Ich beführchte Letzteres.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#405

RE: Vom Stolz, ein DDR-Bürger gewesen zu sein

in DDR Zeiten 14.06.2015 16:02
von Freienhagener | 3.877 Beiträge

Zitat von zoll im Beitrag #401
Die Menschen die dort geblieben sind fühlen sich verraten, weil die Arbeit nicht zu ihnen gekommen ist und sie in einem weniger guten sozialen Umfeld nun ohne die Fürsorge des Staates ihr Leben fristen müssen. Sie sind teilweise so verbittert.



Wie jetzt, alle?
Auch wenn Du Verständnis zeigst, machst Du den Osten (unbewußt?) schlecht.
Sei versichert, daß die überwiegende Mehrheit nicht so ist.

@Heckenhaus,
Du schreibst vor allem in der Vergangenheit.
Zoll aber schreibt nur in der Gegenwart.

Du schilderst klar die Jahre des Umbruchs und Umbaus. Solche Umbrüche sind immer schwierig.
Aber in Bezug auf die Gegenwart verabsolutierst Du Negatives, als gäbe es nichts Anderes.

Drüben vernimmt man sowas und pflegt das Image des Ostens als "Dunkeldeutschland", das man lieber meidet.
Eine seltsame Meinungsübereinstimmung, bei der Annahme ganz verschiedener Ursachen...........

Meine persönliche Erfahrung ist, daß westdeutsche Besucher (zumindest von Leipzig) begeistert sind und hier Leuten auf Augenhöhe begegnen (müssen).
Einen berechtigten Stolz darauf würde ich aber niemals jemanden spüren lassen.
Was das heimische Umfeld im Westen betrifft, da kommt sogar Neid auf und der bekannte Gedanke, daß nun mal der Westen wieder dran wäre mit dem Aufbau.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
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zuletzt bearbeitet 14.06.2015 16:43 | nach oben springen

#406

RE: Vom Stolz, ein DDR-Bürger gewesen zu sein

in DDR Zeiten 14.06.2015 16:32
von turtle | 6.961 Beiträge

Die einfachste Antwort wäre auf was jeder Stolz ist seine persönliche Sache. Auf die DDR ? Wer es so empfindet OK. Akzeptiert. Wichtiger ist aufeinander Zuzugehen um zu verstehen. Ich versuche es wenigstens.


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#407

RE: Vom Stolz, ein DDR-Bürger gewesen zu sein

in DDR Zeiten 14.06.2015 18:15
von Heckenhaus | 5.153 Beiträge

Zitat von Freienhagener im Beitrag #405

@Heckenhaus,
Du schreibst vor allem in der Vergangenheit.
Zoll aber schreibt nur in der Gegenwart.

Du schilderst klar die Jahre des Umbruchs und Umbaus. Solche Umbrüche sind immer schwierig.
Aber in Bezug auf die Gegenwart verabsolutierst Du Negatives, als gäbe es nichts Anderes.

Drüben vernimmt man sowas und pflegt das Image des Ostens als "Dunkeldeutschland", das man lieber meidet.
Eine seltsame Meinungsübereinstimmung, bei der Annahme ganz verschiedener Ursachen...........


Wenn du es so verstehen willst, bitte. Zoll schrieb von dern DDR-Leuten, denen keine Arbeit gebracht wurde.
Ich frage, warum wurde sie erst komplett weggenommen ?

Ich verabsolutiere nichts Negatives, ich erwähnte es, auch aus eigenem Erleben. Persönlich und aus der Sicht eines
Autobahnreisenden Sonntag Nachmittag und Freitag Nachmittag.


Ehemaligen Kollegen geht es noch heute so. 25 Jahre nach der Einheit !
Es sitzen mitnichten alle DDR-Bürger zu Hause in der Warteschlange. Da wird gers pauschalisiert.

Wo ist "drüben" ? Gibt es noch immer "drüben" ?


.
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#408

RE: Vom Stolz, ein DDR-Bürger gewesen zu sein

in DDR Zeiten 14.06.2015 23:27
von Freienhagener | 3.877 Beiträge

Zitat von Heckenhaus im Beitrag #407

Wo ist "drüben" ?


Worüber reden wir denn? Über die Ansichten von @zoll.

Fakt ist, daß @zoll aufgrund von düsteren Schilderungen den Osten als nur noch von Gescheiterten bewohnt und von Anderen verlassene Gegend betrachtet, die man am besten meidet. Da verfestigen absurderweise gewisse "Ossis" das westliche Klischee.
Mir liegt es fern, meine Heimat in den Himmel zu heben. Aber so schlecht ist sie nicht.
Aber vielleicht wohnen Andere tatsächlich in Gegenden, die man vergessen kann.
Wer im Westen unter den Verlierern ist, der sieht das nicht besser.

Ergo geht es nicht mehr um Ost oder West bei "prekären" Gegenden?

Wo gelangt man zu solch negativen Einsichten?

Sehe ich zu sehr meine positive Umgebung?


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zuletzt bearbeitet 14.06.2015 23:42 | nach oben springen

#409

RE: Vom Stolz, ein DDR-Bürger gewesen zu sein

in DDR Zeiten 15.06.2015 09:49
von uffz_nachrichten | 475 Beiträge

Zitat von zoll im Beitrag #401
Zitat von SiK90 im Beitrag #380
Na, wie denn nun?
Im Übrigen spricht der Beitrag von @Gert Bände..
Ich beantrage eine Ignorierliste!


Das Thema läuft schon wieder aus dem Ruder. Bevor es geschlossen wird oder zeitweilig gesperrt, lege ich noch einen drauf.

..............snip..............

Dann kam aber der Mauerfall. Die jungen, mobilen und leistungsfähigen und leistungswilligen Menschen des Landes haben ihre Change gesehen und haben sich evtl. selbständig gemacht oder sind in den Westen gegangen um dort am höheren Brutto/Nettoverdienst teilzuhaben.

...............snip.............


Zu der Ignorierliste meine ich, man sollte es nicht auf die Spitze treiben und diese Schreiber benennen. Ich halte es so, einigen Schreibern antworte ich nicht, weil mir deren Beiträge eine Erwiederung nicht wert ist.

zoll




Grün: Ein Teil davon sicher. Aber der überwiegendere Teil hat wohl eher "Republikflucht" begangen, weil von heut auf morgen schlicht nur noch ca. 2/3 des vorherigen Einkommens übrig war ( Arbeitslosengeld, berechnet auf Grundlage niedrigster "DDR-Löhne" war und ist nicht ausreichend, um eine junge Familie zu ernähren. Kannste glauben, hätt Pitti gesagt ).

Zur "nichtherkommenden" Arbeit Anfangs der 90er:

Hier in ESA hat im Frühjahr 1990 der Hr. Betriebsdirektor Dr.Perk.... die Ziegelei nicht an Hr. Pfleiderer "verkauft", sondern an einen Hr. Adam.
Vermutlich, weil Pfleiderer auf ner Betriebsversammlung klipp und klar gesagt hatte, daß alle "Führungspersonen" gehen müssen.
Und Hr. Adam hat dann eben fix im Oktober die "Liegenschaft" an den, damals noch Kaufmarkt heißend, Marktkauf vertickt.
Ende vom Lied: Meinereiner hat im Dezember 1990 der 2monatigen Arbeitslosigkeit ein Ende bereitet, in dem er im gut 50km entfernten RoF eine hochdotierte Stelle als Elektriker auf´m Bau annahm. Für 8,60DM/h! Weil man aus dem "Osten" war. 15km weiter westlich wohnend hätt´s vermutlich die "normalen" 13,50DM gegeben.

Aber das ist alles Geschichte.

Auf eine Ignorierliste würde ich ganz allgemein am liebsten die Leute setzen, die allein auf Grund ihres Geburtsortes schon annehmen, daß sie mehr Lohn, mehr Ansehen, mehr Respekt verdienen würden als der popelige Rest.



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zuletzt bearbeitet 15.06.2015 09:51 | nach oben springen

#410

RE: Vom Stolz, ein DDR-Bürger gewesen zu sein

in DDR Zeiten 15.06.2015 13:17
von berlin3321 | 2.519 Beiträge

Moin Forum,

wie war das? Die Arbeit kam nicht in den Osten?

Ok, möglicherweise eine Ausnahme: Das CD Werk in Dassow. Zu groß, zu geringe Auslastung, zu teuer, was auch immer. Wie oft waren die schon pleite? 2x, 3x? Wieviele Mio´s hat M- V da rein gebuttert um die Arbeitsplätze zu sichern?

MfG Berlin


Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung, nicht repräsentativ, im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
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#411

RE: Vom Stolz, ein DDR-Bürger gewesen zu sein

in DDR Zeiten 15.06.2015 15:44
von Heckenhaus | 5.153 Beiträge

Darauf kann man wohl verzichten, auch in Dassow , und sogar, obwohl es aus dem Westen kam:

http://www.manager-magazin.de/lifestyle/...l/a-996125.html


.
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#412

RE: Vom Stolz, ein DDR-Bürger gewesen zu sein

in DDR Zeiten 15.06.2015 19:35
von uffz_nachrichten | 475 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #376
.............snip...............
Deine Klientelpartei war die SED, das war doch sogar Staatsdoktrin. Sie hat aus Futterneid die bürgerliche Gesellschaft der ersten Republik auf den Kopf gestellt und die Leute die etwas mehr im Kopf hatten, "bestraft" z. B. Die Intellektuellen . Die Höchststrafe traf die Leute mit Vermögen , vor allem mit Vermögen von Produktivkapital. Man hat es ihnen einfach gestohlen sprich enteignet oder durch manipulierte steuerstrafvefahren es Ihnen abgenommen. ( Aktion Rose 1953 an der Ostsee). Das waren doch Verbrecher. Aber sie hatte die Menschen vergessen, da hilft auf die Dauer keine Stasi und kein kalashnikow. Der Mensch kann sehr nachtragend sein und so kam es, dass die Gesellschaft wieder auf die Beine gestellt wurde.
D.accord ? Sagt man an der Côte d Azur, wo ich mich gerade vom kalten Krieg erhole Gruß Gert


Seit wann hat man denn, quasi per Geburt, mehr im Kopf?
Nur weil Papa ne Fabrik hat ist Sohnemann n´Intellektueller?
Wo haste denn den Schmalsinn her?

Übrigens, auch in der DDR stand die Gesellschaft auf den Beinen. Nur die "oberen Zehntausend" waren für 40 Jahre andre!

Alles in Allem ´n schwaches Posting von dir. Erhol dich gut im Urlaub, auf daß wieder bessre kommen mögen. Und laß nicht gar so den Gendarmen in Saint Tropez raushängen



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#413

RE: Vom Stolz, ein DDR-Bürger gewesen zu sein

in DDR Zeiten 15.06.2015 19:48
von uffz_nachrichten | 475 Beiträge

Zitat von zoll im Beitrag #359
Zitat von damals wars im Beitrag #334
http://www.baeckerei-kempt.de/die_geschichte_der_rottluffer_b%E4.htm
Not macht erfinderisch:
Zitat"Devisen waren in der DDR knapp, darum wurden extra zentrale Lebensmittelingenieurgruppen gebildet, welche Exportartikel wie z.B. Zitronat, Mandeln, Marzipan, Rosinen und Nüsse, aus heimischen Rohstoffen versuchten herzustellen. So konnte man Zitronatersatz aus kandierten grünen Tomaten, Mandelersatz aus bulgarischen Aprikosenkernen, Marzipanersatz aus Kartoffeln und Rosinen III. Wahl aus dem befreundeten Bulgarien erwerben. Um aus diesen Provisorien qualitativ ansprechende und schmackhafte Backwaren herzustellen, forderte dies das ganze Können des Bäckermeisters heraus."


Na das ist doch das beste Beispiel für die Mangelwirtschaft der DDR. Und darauf bist Du stolz?
zoll


Auf die Mangelwirtschaft ist er wohl nicht stolz. Wohl aber auf den Erfindungsreichtum des Konditors.
Auf diesen und ähnlichen Erfindungsreichtum setzen IMHO auch heutzutage noch die "West-"Chefs im "Osten".
Dürfte so ziemlich das erste gewesen sein, was der "neue Wessi-Chef" kapiert hat: "Der blöde Ossi kann aus Schei... Bonbons machen".
Und das wird mittlerweile vorausgesetzt.
Während sich im Stammwerk in Altenbergen die Instandhalter einfach passende Filter für ihre Schweißmaschinen bestellen, schneidet sich der im Zweigwerk Gotha aus vorhandenem Flies selber welche zu.
Heutzutage gibt´s keine Mangelwirtschaft mehr, nur noch eine Kostenfrage. OK, ist auch wieder ne Mangelwirtschaft. Nun aber aus Mangel an Geld.



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#414

RE: Vom Stolz, ein DDR-Bürger gewesen zu sein

in DDR Zeiten 16.06.2015 11:48
von Heckenhaus | 5.153 Beiträge

Wobei ja Erfindungsgeist nicht unbedingt erforderlich ist, will man Marzipan ersetzen.
Persipan wird sowieso aus Aprikosen- oder Pfirsichkernen hergestellt, wo ist das Problem ?
Und Marzipanersatz aus Kartoffeln oder Gries ? Findet man sogar noch heute im www.
Immer noch besser, als mit tausenden E-Zusatzstoffen und sonstiger Chemie vollgestopft zu werden.

Improvisation oder selbst reparieren ist jedenfalls besser als warten, bis etwas vorbeigebracht wird.
Beispiele dafür finden sich tausendfach in der bundesdeutschen Geschichte. Selbst im (Maler-)Handwerk habe ich das erlebt
im schönen Baden-Württemberg. Man war nicht fähig, ein teures Airless-Spritzgerät in Gang zu setzen, da mußten die
doofen Ossis erst ran, und schon lief das Ding. Der Chef wollte den Service holen !
Einfach mal den Grips anstrengen, Werkzeug nehmen (oder andere Dinge, je nach Job), und es geht weiter.
Da gibt es keinen Grund zum spotten über die "armen" DDR-ler.


.
.
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zuletzt bearbeitet 16.06.2015 11:49 | nach oben springen

#415

RE: Vom Stolz, ein DDR-Bürger gewesen zu sein

in DDR Zeiten 16.06.2015 12:04
von linamax | 2.020 Beiträge

Zitat von Heckenhaus im Beitrag #414
Wobei ja Erfindungsgeist nicht unbedingt erforderlich ist, will man Marzipan ersetzen.
Persipan wird sowieso aus Aprikosen- oder Pfirsichkernen hergestellt, wo ist das Problem ?
Und Marzipanersatz aus Kartoffeln oder Gries ? Findet man sogar noch heute im www.
Immer noch besser, als mit tausenden E-Zusatzstoffen und sonstiger Chemie vollgestopft zu werden.

Improvisation oder selbst reparieren ist jedenfalls besser als warten, bis etwas vorbeigebracht wird.
Beispiele dafür finden sich tausendfach in der bundesdeutschen Geschichte. Selbst im (Maler-)Handwerk habe ich das erlebt
im schönen Baden-Württemberg. Man war nicht fähig, ein teures Airless-Spritzgerät in Gang zu setzen, da mußten die
doofen Ossis erst ran, und schon lief das Ding. Der Chef wollte den Service holen !
Einfach mal den Grips anstrengen, Werkzeug nehmen (oder andere Dinge, je nach Job), und es geht weiter.
Da gibt es keinen Grund zum spotten über die "armen" DDR-ler.

Aber auch nicht über die armen Westler .


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#416

RE: Vom Stolz, ein DDR-Bürger gewesen zu sein

in DDR Zeiten 16.06.2015 12:14
von Heckenhaus | 5.153 Beiträge

Zitat von linamax im Beitrag #415

Aber auch nicht über die armen Westler .

Richtig, aber über die manchmal etwas hilflosen.......


.
.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
.
IM Kressin und Fritze haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 16.06.2015 12:14 | nach oben springen

#417

RE: Vom Stolz, ein DDR-Bürger gewesen zu sein

in DDR Zeiten 16.06.2015 14:14
von Fritze | 3.474 Beiträge

Hilflos ,da sagst Du was ! Man stelle sich einen Sanitär-Installateur mit 35 Jahren Berufserfahrung vor . Der Angst hatte Weihnachten nicht kochen lassen zu können . Sein Sohn hatte ihn im Stich gelassen . Er selbst konnte den Elektroherd (kein Einbaugerät) nicht alleine anschliessen !
Ich erfuhr davon ,weil ich Heiligabend vormittags eine Wohnung über ihm ein kombiniertes Sicherheitsblockschloss erneuerte .
Der Herd war in weniger als 10 Minuten angeklemmt und die Familie des Installateurs war erfreut .
Das ging nicht in meinen Kopf hinein ,wie man als gestandener Handwerker nicht in der Lage ist 4 Drähte anzuklemmen !

Auf weitere Beispiele von Klospülung bis Gardinen aufhängen verzichte ich mal aus Rücksicht !

MfG Fritze


"Das kann doch überhaupt nur jemand nicht wissen ,der entweder vollkommen ahnungslos ist ,oder ,oder jemand der also bösartig ist !"

"If you get up and walk away, leave the past behind, go ahead and take a ride ,no telling what you find ! "
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#418

RE: Vom Stolz, ein DDR-Bürger gewesen zu sein

in DDR Zeiten 16.06.2015 15:18
von linamax | 2.020 Beiträge

Zitat von Fritze im Beitrag #417
Hilflos ,da sagst Du was ! Man stelle sich einen Sanitär-Installateur mit 35 Jahren Berufserfahrung vor . Der Angst hatte Weihnachten nicht kochen lassen zu können . Sein Sohn hatte ihn im Stich gelassen . Er selbst konnte den Elektroherd (kein Einbaugerät) nicht alleine anschliessen !
Ich erfuhr davon ,weil ich Heiligabend vormittags eine Wohnung über ihm ein kombiniertes Sicherheitsblockschloss erneuerte .
Der Herd war in weniger als 10 Minuten angeklemmt und die Familie des Installateurs war erfreut .
Das ging nicht in meinen Kopf hinein ,wie man als gestandener Handwerker nicht in der Lage ist 4 Drähte anzuklemmen !

Auf weitere Beispiele von Klospülung bis Gardinen aufhängen verzichte ich mal aus Rücksicht !

MfG Fritze

Ich sage mal so , daß sind Einzelbeispiele das kann man doch nicht verallgemeinern . Pfeifen gab und gibt es in Ost und West .


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#419

RE: Vom Stolz, ein DDR-Bürger gewesen zu sein

in DDR Zeiten 16.06.2015 15:20
von Fritze | 3.474 Beiträge

Die Einen pfiffen und die Anderen liessen pfeiffen !


"Das kann doch überhaupt nur jemand nicht wissen ,der entweder vollkommen ahnungslos ist ,oder ,oder jemand der also bösartig ist !"

"If you get up and walk away, leave the past behind, go ahead and take a ride ,no telling what you find ! "
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#420

RE: Vom Stolz, ein DDR-Bürger gewesen zu sein

in DDR Zeiten 16.06.2015 23:22
von DoreHolm | 7.705 Beiträge

Zitat von linamax im Beitrag #418
Zitat von Fritze im Beitrag #417
Hilflos ,da sagst Du was ! Man stelle sich einen Sanitär-Installateur mit 35 Jahren Berufserfahrung vor . Der Angst hatte Weihnachten nicht kochen lassen zu können . Sein Sohn hatte ihn im Stich gelassen . Er selbst konnte den Elektroherd (kein Einbaugerät) nicht alleine anschliessen !
Ich erfuhr davon ,weil ich Heiligabend vormittags eine Wohnung über ihm ein kombiniertes Sicherheitsblockschloss erneuerte .
Der Herd war in weniger als 10 Minuten angeklemmt und die Familie des Installateurs war erfreut .
Das ging nicht in meinen Kopf hinein ,wie man als gestandener Handwerker nicht in der Lage ist 4 Drähte anzuklemmen !

Auf weitere Beispiele von Klospülung bis Gardinen aufhängen verzichte ich mal aus Rücksicht !

MfG Fritze

Ich sage mal so , daß sind Einzelbeispiele das kann man doch nicht verallgemeinern . Pfeifen gab und gibt es in Ost und West .


Grün: Klar gab und gibt es Pfeifen in Ost und West. Es muß aber etwas Wahres dran sein, wenn etliche westdeutsche Unternehmer den Ostdeutschen im Verhältnis ein größeres Improvisationstalent, bessere technisch-naturwissenschaftliche Allgemeinbildung und auch Engagement bestätigen. Unsere Instandhaltungschefin (Tocher des GF) sagte mir z.B. mal kurz nach der Wende, daß sie für ihren Fuhrpark bevorzugt Kraftfahrer aus der DDR einstellen, weil diese bei einer Panne nicht auf den Service warten, sondern die Reparatur, wenn machbar, selbst erledigen. Zumindest, daß es dann erst mal wieder weitergeht.



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