#201

RE: Kino in der DDR

in DDR Zeiten 18.08.2014 18:12
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Nachdem ich mir hier die begeisterten Beiträge durchgelesen habe schaute ich mir den Film nochmal an und bemühte mich ihn streckenweise mit den Augen der vorangegangen Rezipienten zu sehen.

Ehrlich gesagt es ist mir nicht durchgängig gelungen und ich bin fast der Meinung das es aus dem Paket der "Verbots-Filme" bessere gibt.
Allerdings möchte ich bemerken das mir der Hauptdarsteller, nicht die Hauptfigur, Rolf Römer schon zu DDR Zeiten nicht besonders sympatisch war und die Zeit hat diese Aversion zwar gemildert aber nicht gänzlich verschwinden lassen .....

Formal ist der Film in weiten Teilen an die Filme des italienischen Neorealismus angelehnt; Beispiele "La strada", "Rocco und seine Brüder" oder " Mama Roma" aus dessen Spätphase.

Die Darstellung der Suche der Hauptfigur nach der Beantwortung der existenziellen Fragen des Lebens finde ich sehr gut umgesetzt und insgesamt spiegelt der Film ziemlich genau das Lebensgefühl und die Lebensweise Mitte der 60ger Jahre in der DDR wieder.

Trotzdem gefällt mir aus dem "Paket" der Verbotsfilme der Film "Karla" besser.
Vielleicht weil da Jutta Hoffmann mitspielt?
Welche als hervorragende Schauspielerin, sehr Wandlungsfähig, in Einigen der besten DEFA Filmen und Fernsehfilmen mitgespielt hat.

Aktuell fällt mir da der Film "Junge Frau von 1914" von Egon Günter nach einem Roman von Arnold Zweig ein.

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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#202

RE: Kino in der DDR

in DDR Zeiten 18.08.2014 18:25
von damals wars | 12.215 Beiträge

Beim Thema Sonnenfinsternis schwärmte mein Astrolehrer immer vom Film:
http://de.wikipedia.org/wiki/Pharao_%28Film%29


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
zuletzt bearbeitet 18.08.2014 19:17 | nach oben springen

#203

RE: Kino in der DDR

in DDR Zeiten 18.08.2014 19:28
von turtle | 6.961 Beiträge

Mir hatten es besonders die ersten Filme aus meinem Geburtsjahr 1946 angetan. Die Mörder sind unter uns, Freies Land, und Irgendwo in Berlin.
Einmalige Aufnahmen vom zerstörten Berlin sind so nebenbei als Erinnerung und Mahnung erhalten geblieben.


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#204

RE: Kino in der DDR

in DDR Zeiten 18.08.2014 19:34
von FRITZE (gelöscht)
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Hat noch einer in Erinnerung ,was die Preise damals so waren ?
Ich glaube bei uns aufm Dorf hat die Kindervorstellung zwischen 40 und 60 Pfennig und die Abendvorstellung zwischen 1,20Mark und 1,60 Mark .
Je nach Film war es wohl gestaffelt !
Wer dem Vorführer half ,die Filme umzuspulen ,bekam ein Gratisticket !


Ostlandritter hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#205

RE: Kino in der DDR

in DDR Zeiten 18.08.2014 19:52
von Ostlandritter | 2.453 Beiträge

Zitat von FRITZE im Beitrag #204
Hat noch einer in Erinnerung ,was die Preise damals so waren ?
Ich glaube bei uns aufm Dorf hat die Kindervorstellung zwischen 40 und 60 Pfennig und die Abendvorstellung zwischen 1,20Mark und 1,60 Mark .
Je nach Film war es wohl gestaffelt !
Wer dem Vorführer half ,die Filme umzuspulen ,bekam ein Gratisticket !


Ich bin immer ins "Pionierfilmtheater",- 25 Ostpfennige Eintritt,- und Filme gucken bis zum Abwinken....


....................................
Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
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#206

RE: Kino in der DDR

in DDR Zeiten 18.08.2014 20:37
von home63 | 85 Beiträge

Habe ich es überlesen oder fehlt in der Aufzählung tatsächlich der Defa Film Hostess.
Ps warum wird hier den immer soviel der zitiert Button gedrückt.


Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr


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#207

RE: Kino in der DDR

in DDR Zeiten 18.08.2014 20:38
von Hansteiner | 1.422 Beiträge

Das war örtlich unterschiedlich.
Bei uns ging es mit 80 Pfennig + 5 pfennig Kulturabgabe los. Das war ganz vorn 3 Reihen, im Sprachgebrauch "Rasiersitz".
Dann hinten 1,05 M und Balkon 1,25 M.
Bin selber im Besitz des Filmvorführerausweises A gültig für alle Kinos im Zuständigkeitsbereiches der Bezirksfilmdirektion Erfurt.

VG H.



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#208

RE: Kino in der DDR

in DDR Zeiten 18.08.2014 21:32
von Barbara (gelöscht)
avatar

Zitat von Nostalgiker im Beitrag #201
Nachdem ich mir hier die begeisterten Beiträge durchgelesen habe schaute ich mir den Film nochmal an und bemühte mich ihn streckenweise mit den Augen der vorangegangen Rezipienten zu sehen.

Ehrlich gesagt es ist mir nicht durchgängig gelungen und ich bin fast der Meinung das es aus dem Paket der "Verbots-Filme" bessere gibt.
Allerdings möchte ich bemerken das mir der Hauptdarsteller, nicht die Hauptfigur, Rolf Römer schon zu DDR Zeiten nicht besonders sympatisch war und die Zeit hat diese Aversion zwar gemildert aber nicht gänzlich verschwinden lassen .....

Formal ist der Film in weiten Teilen an die Filme des italienischen Neorealismus angelehnt; Beispiele "La strada", "Rocco und seine Brüder" oder " Mama Roma" aus dessen Spätphase.

Die Darstellung der Suche der Hauptfigur nach der Beantwortung der existenziellen Fragen des Lebens finde ich sehr gut umgesetzt und insgesamt spiegelt der Film ziemlich genau das Lebensgefühl und die Lebensweise Mitte der 60ger Jahre in der DDR wieder.

Trotzdem gefällt mir aus dem "Paket" der Verbotsfilme der Film "Karla" besser.
Vielleicht weil da Jutta Hoffmann mitspielt?
Welche als hervorragende Schauspielerin, sehr Wandlungsfähig, in Einigen der besten DEFA Filmen und Fernsehfilmen mitgespielt hat.

Aktuell fällt mir da der Film "Junge Frau von 1914" von Egon Günter nach einem Roman von Arnold Zweig ein.

Gruß
Nostalgiker



Eher frz. Nouvelle Vague? Truffaut, Rohmer, Resnais etc?

Die (großartigen!) Italiener waren sehr viel politischer und sozialkritischer, Al wirkt wie ein bisschen wie ein französischer Bohèmien.
Das ist einer der interessanten Aspekte an dem Film, das Nichterscheinen des Politischen ist so politisch, dass der Film der Zensur unterliegt - so als These.
Danke für die anderen Tipps!
.


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#209

RE: Kino in der DDR

in DDR Zeiten 18.08.2014 22:28
von HG19801 | 1.613 Beiträge

Kino in der DDR? Oh Mann, dafür müsste man erstmal eine Definition erfinden.
Wie wir alle wissen gab es in größeren Städten diese plüschig angehauchten Lichtspieltheater in denen schon das Vorführen eines 70mm-Cinemascope-Films einem Urknall gleichkam.
Aber so überirdisch ging es in den meisten Flimmervorführungen nicht zu.
Es war Gang und Gebe, dass ein Kino-Onkel übers Land fuhr und in Kneipensälen und sogenannten Kulturhäusern seine laut knatternde Apparatur aufbaute und das Publikum für ein paar Alu-Chips beglückte.
Mein erstes Kinoerlebnis hatte ich in so einem Dorfsaal als Vorschulkind – "Rotkäppchen und der Wolf" (DEFA-Film in Farbe).
Als ich dann ABC-Schütze war ging es ins selbe Haus zu "Die Söhne der Großen Bärin".

Das können sich die meisten Leute im Zeitalter von Cinemaxx- und Handywahn überhaupt nicht vorstellen.


"Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit,
aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher." – Albert Einstein


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#210

RE: Kino in der DDR

in DDR Zeiten 18.08.2014 23:45
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

@HG19801 , ich will ja nicht belehrend wirken aber 70mm-Cinemascope gab es nun überhaupt nicht.
Entweder gab es das Wiedergabeformat Cinemascope, die DDR Entsprechung war Totalvision, auf 35mm Filmaterial und bei der Wiedergabe erfolgte mit Hilfe einer anamorphotischen Linse eine "Entstauchung" des Bildes auf ein Seitenverhältnis 1:2,35
Breitwand hat ein Seitenverhältnis von 1:1,65 oder 1:1,85
Normalbild hat ein Seitenverhältnis von 1: 1,33 oder 1:1,35
70mm Filme haben ein Seitenverhältnis von 1:2,2

1962 begann mit 2 Kinos in der DDR die reguläre Vorführung von 70mm Filmen in speziell dafür gebauten Filmtheatern, in den siebziger Jahren waren es insgesamt 20 Filmtheater auf dem Gebiet der DDR, in der damaligen BRD gab es laut Wiki ca. 60 Filmtheater welche über die notwendige technische Ausrüstung verfügten.
Wenn ich mich nicht verzählt habe gibt es gegenwärtig noch 25 bis 28 Kinos in Deutschland welche in der Lage sind Filme im 70mm Format abzuspielen.

Neben der USA und der UdSSR war die DDR das dritte Land weltweit welches über die komplette Technik (Eigenentwicklung von Kameras und dem Filmmaterial) verfügte um solche Filme zu produzieren. Insgesamt produzierte die DDR insgesamt 10 dieser 70mm Filme. Das Verfahren wurde DEFA 70 genannt, das gebräuchlichste in den USA war TODD-AO, Panavision Super 70, Camera 65 (diese Formate wurden auch in England und Frankreich genutzt welche ebenfalls Filme in diesem Format produzierten) und in der UdSSR war es Sovscope 70.

Auf der Berlinale 2009 gab in der 'Retrospektive' den Schwerpunkt 70mm Filme unter dem Motto "70mm - Bigger than life" und es wurden insgesamt 22 Filme in den genannten Formaten innerhalb von 10 Tagen im Kino International gezeigt. Das 'International' ist sowieso ein Festivalkino und es verfügt über funktionstüchtige und gute 70mm Projektoren.
Während der Zeit wohnte ich faktisch im Kino da es mir gelang für alle Filme Karten zu bekommen ....
Die Filme liefen wie es sich für ein Festival gehört im Original, also ohne Untertitel oder so .....

Ein Kino in Berlin spielt in unregelmäßigen Abständen mal einen 70mm Film an einem Tag. Der letzte den ich dort gesehen habe war "The Wall"

Gruß
Nostalgiker


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Text: Kurt Demmler

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#211

RE: Kino in der DDR

in DDR Zeiten 19.08.2014 09:10
von hundemuchtel 88 0,5 | 2.494 Beiträge

Der Höhepunkt der Jugendweihe meiner Klasse war ein mehrtägiger Berlinbesuch, zu den obligaten Kulturellen Veranstaltungen gehörte unter anderem auch ein Besuch des Metropoltheaters, es stand irgendwas kompliziertes mit sehr vielen Operngesang auf dem Plan (weiß nicht mehr wie es hieß), was nicht unbedingt jeden unseres alter´s zugänglich war....

Viel "Geißt" und weitsicht besaß aber einer der Organisatoren der Fahrt, es stand auch ein Kinobesuch an: "The Band mit The last Waltz"
Das war für mich ein grandioses und zu gleich unvergessliches Erlebnis, diese Musik, diese hervorragende Band selbst, nebst all seinenen Gästen...Dieser Film hat damals meine Musikinteressen in die Bahnen gelenkt welche ich heute noch verfolge.
Regie führte Martin Scorsese, welcher den Film mit nur 3 Kameras drehte...






Ich bin diesem Organisator welcher den Kinobesuch für uns "klarmachte" heute noch dankbar. (ein heute Pensionierter Lehrer in unserem Ort)

Habe mir durch Kumpel oder Verwandte welche in die USA reisten, nach der Wende sämtliches Matrerial besorgen lassen. Hier in D gab es nach der Wende sehr wenig dieser Band, hat sich jetzt etwas geändert.
Habe CD´s wo nach den eigentlichen Titeln noch als Bonus Outtake-versionen der Titel drauf sind, verschieden interpretierte Versionen nur eines Titels im Studio bzw. in BIG PINK, sage nur Basement-Tapes und oder auch die Zeit mit Bob Dylan...
Habe auch einiges an DVD´s.

Das fällt mir spontan ein zu Kino in der DDR.

gruß h.


Rainman2 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 19.08.2014 09:12 | nach oben springen

#212

RE: Kino in der DDR

in DDR Zeiten 19.08.2014 10:41
von turtle | 6.961 Beiträge

Mit Kino in der DDR erinnere ich mich an das Zeitkino im Leipziger Hauptbahnhof. Die Filme waren da nie besonders. Doch man konnte ewig sitzen. Problem war das die Trapo ab und zu rein schaute um zu sehen wer eigentlich in der Schule sein musste.

Kam auch im Kino vor der Film riss , eine Birne durchgebrannt, und warten bis es weitergeht. Im Kino immer vor dem Hauptfilm DEFA der Augenzeuge. Und manchmal stand man sogar noch an für eine Karte.


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#213

RE: Kino in der DDR

in DDR Zeiten 19.08.2014 13:00
von Rainman2 | 5.764 Beiträge

Zitat von Nostalgiker im Beitrag #201
Nachdem ich mir hier die begeisterten Beiträge durchgelesen habe schaute ich mir den Film nochmal an und bemühte mich ihn streckenweise mit den Augen der vorangegangen Rezipienten zu sehen.

Ehrlich gesagt es ist mir nicht durchgängig gelungen und ich bin fast der Meinung das es aus dem Paket der "Verbots-Filme" bessere gibt.
...

Hallo @Nostalgiker ,

mein Zitronenfalter und ich haben gelegentlich Freunde zu Gast, mit denen wir uns Filme ansehen. Bei "Jahrgang 45" sind uns einige fast eingeschlafen und die (durchaus ernstzunehmende) Kritik war auch eher mäßig. Ich denke, jeder sieht Filme mit seinem eigenen ästhetischen Filter. Mir sind die Beziehungen der Figuren zueinander wichtig, eine Stelle, an der ich sterblich bin, schlimmer noch : Sogar anfällig für Kitsch. Wenn sich Li am Ende auf Als Motorrad setzt, haben wir Als Entwicklung zwischen Familie, Freunden, Arbeit und versuchter Einsamkeit erlebt. Klingt fast dröge und die Geschichte hakt die einzelnen Punkte auch akribisch ab. Die Spannung der Episoden erwächst aus den Figuren (nicht immer aus der Darstellung - die Schauspieler hätten besser geführt werden können). Zum Beispiel das Verhältnis Als zu seinem Großvater. In zwei kurzen, fast wortlosen Episoden treffen der Spätpubertierer und der Patriarch aufeinander. Allein, wie der Opa im Sessel sitzt, Pfeife raucht und Zeitung liest, während sein Enkel versucht, auf dem Sofa zu schlafen ... - in Zeiten der zunehmenden Flachdialogisierung mag ich einfach Szenen, in denen ich mich und das Leben wiederfinden kann.

Man kann von dem Film nichts erwarten, man kann sich nur auf ihn einlassen. Nein, ich will nicht gegen Deine Wertung polemisieren und mich als den besseren Cineasten hinstellen (zumindest nicht bewusst). Die Auseinandersetzung mit Kunst schafft für jeden Menschen sein ureigenes ästhetisches Wertesystem. Attribute wie gut und schlecht, lecker und unlecker, taugen da nicht. Man kann aber versuchen zu erzählen, was man sieht. Dann wird es unter Umständen ein Streit, aber einer der besten Sorte. Oder man lernt voneinander. Je nachdem.

Ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#214

RE: Kino in der DDR

in DDR Zeiten 19.08.2014 16:39
von GKUS64 | 1.613 Beiträge

Zitat von Barbara im Beitrag #192

Ich hoffe auch dass der Bernd (GKSU64) ihn sich ansieht.
Der berichtete nämlich, dass er in seiner Grenzerausbildungszeitt in Eisenach nach Dienstschluss ein ziemlich lockeres Leben im damaligen Eisenach hatte, mit Gesang Spiel und Tanz, ganz anderes als die späteren Generationen, die dort in der Kaserne waren.




Barbara, das ist ja interessant was Du aus meinen Erzählungen über meine Zeit in Eisenach herausgehört hast. Nun bin ich ja in Erklärungsnot, damit nicht noch ein "lockerer Vogel" entsteht. Also in den ersten vier Wochen gab es keinen Ausgang, danach ja da wurde es lockerer, ein- bis zweimal Ausgang pro Woche gab es da. Natürlich besuchten wir da auch Tanzveranstaltungen und nach ein paar Bierchen gaben wir auf dem Nachhauseweg auch ein paar Gesangseinlagen. Ich hoffe ich bin jetzt rehabilitiert! Das war nun leider OT, aber Barbara ist daran schuld!

Zum Film "Jahrgang 45" kann ich leider z.Z. nichts beisteuern, ich werde aber versuchen ihn mir mal anzuschauen, ihr habt mich angeregt.
Ein großer Kino-Gänger war ich aber auch nie. Natürlich habe ich ein paar DDR-Klassiker wie "Die Legende von Paul und Paula" gesehen und mich gefreut wenn es mal Abweichungen von der vorgeschriebenen Linie gab.

MfG

GKUS64


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#215

RE: Kino in der DDR

in DDR Zeiten 19.08.2014 17:34
von Barbara (gelöscht)
avatar

Zitat von GKUS64 im Beitrag #214
Zitat von Barbara im Beitrag #192

Ich hoffe auch dass der Bernd (GKSU64) ihn sich ansieht.
Der berichtete nämlich, dass er in seiner Grenzerausbildungszeitt in Eisenach nach Dienstschluss ein ziemlich lockeres Leben im damaligen Eisenach hatte, mit Gesang Spiel und Tanz, ganz anderes als die späteren Generationen, die dort in der Kaserne waren.




Barbara, das ist ja interessant was Du aus meinen Erzählungen über meine Zeit in Eisenach herausgehört hast. Nun bin ich ja in Erklärungsnot, damit nicht noch ein "lockerer Vogel" entsteht. Also in den ersten vier Wochen gab es keinen Ausgang, danach ja da wurde es lockerer, ein- bis zweimal Ausgang pro Woche gab es da. Natürlich besuchten wir da auch Tanzveranstaltungen und nach ein paar Bierchen gaben wir auf dem Nachhauseweg auch ein paar Gesangseinlagen. Ich hoffe ich bin jetzt rehabilitiert! Das war nun leider OT, aber Barbara ist daran schuld!

Zum Film "Jahrgang 45" kann ich leider z.Z. nichts beisteuern, ich werde aber versuchen ihn mir mal anzuschauen, ihr habt mich angeregt.
Ein großer Kino-Gänger war ich aber auch nie. Natürlich habe ich ein paar DDR-Klassiker wie "Die Legende von Paul und Paula" gesehen und mich gefreut wenn es mal Abweichungen von der vorgeschriebenen Linie gab.

MfG

GKUS64




Bernd, hattest du dich nicht mit unserer Stadtführerin angeregt über die verschiedenen Lokalitäten in Eisenach unterhalten und hattet ihr nicht beide leuchtende Augen dabei? :-)

Und von zwei mal Ausgang die Woche - in die Stadt! - konnten doch - wenn ich die anderen Grenzergeschichten hier lese, die meisten nur träumen!

Lieben Gruß nach dem schönen Dresden!
Barbara


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#216

RE: Kino in der DDR

in DDR Zeiten 19.08.2014 17:48
von HG19801 | 1.613 Beiträge

Zitat von Nostalgiker im Beitrag #210
@HG19801 , ich will ja nicht belehrend wirken aber 70mm-Cinemascope ...
@Nostalgiker Nein, die wirkst nicht belehrend, sondern aufklärend-informativ und richtigstellend.

Danke dafür.


"Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit,
aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher." – Albert Einstein


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#217

RE: Kino in der DDR

in DDR Zeiten 19.08.2014 18:41
von turtle | 6.961 Beiträge

Wie war das eigentlich damals mit Heimkino, und der Schmalfilmkamera? Ich habe noch eine tschechische . Vielleicht sammelt einer so etwas ?


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#218

RE: Kino in der DDR

in DDR Zeiten 19.08.2014 22:00
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Noch ein Nachtrag zu den 70mm Filmen.
In den USA wurden mit diesem Material hauptsächlich sogenannte Monumentalfilme gedreht, monumental vielleicht deswegen weil sie so lang waren
Tatsächlich überschritten die meisten dieser Filme die normale Spielfilmlänge von 90 Minuten um einiges.
Sie hatten auch im Gegensatz zu den herkömmlichen Filmen ein spezielles 70mm Magnettonverfahren welches durchaus mit den heutig gebräuchlichen hochwertigen Tonsystemen im Kino mithalten könnte.

Eine Spieldauer von 2 1/2 bis über deutlich 3 Stunden war eher die Regel als die Ausnahme. So war im Film ganz bewußt eine Pause eingefügt damit sich das Publikum die Beine vertreten, rauchen und was trinken und essen konnte. Jedenfalls gab es zumindest in der DDR im Kinosaal nichts zu essen, es sei denn man hatte sich heimliche selber etwas mitgebracht.
Eine weitere Besonderheit, gerade bei den US Filmen war das der Film mit einer musikalischen Ouvertüre begann. Das Saallicht wurde gedimmt, der Vorhang blieb noch geschlossen und es begann ein Orchester begann die auf das Filmthema bezogene Ouvertüre zu spielen.

Der wohl wirklich teuerste Film aller Zeiten stammt auch aus dieser Zeit und es handelt sich um den Vierteiler "Krieg und Frieden" aus der SU, Laufzeit des Films gesamt über 7 Stunden.
(Je nachdem wie gerechnet wurde kam man inflationsbereinigt auf gut 700 Mio Dollar Produktionskosten; es waren wohl "nur 100 Mio Dollar. Zum Vergleich; der derzeit teuerste Film aller Zeiten ist 'Fluch der Karibik 3' mit einem Produktionsbudget von 300 Mio Dollar.)

Bemerkenswert an diesem Film ist wohl das die Schlacht von Borodino, welche im Mittelpunkt des dritten Teils steht, damals wahrscheinlich mit der Originalanzahl der an der Schlacht beteiligten Soldaten gedreht wurde.
Insgesamt laufen rund 120.000 Statisten (Hauptsächlich Soldaten der Roten Armee) durchs Bild und Budjonnys Reiterarmee spielt ebenfalls komplett mit (Scherz). Heute wird sowas alles am PC generiert .....

Da die Zahl der Kinos für 70mm Filme begrenzt war wurde einige Monate nach deren Start die 'Auswertung' der Filme auf 35mm Filmaterial als Cinemascope/Totalvision fortgeführt um sie in den normalen Kinos zu zeigen.
Andererseits gab es auch Filme welche im Original 35mm Cinemascope Filme waren die wegen der besseren Verwertung auf 70mm "aufgeblasen" wurden. (70mm blow ups) Dieses Verfahren wurde bis Ende der Neunziger angewandt, eine der letzten blow ups auf 70mm waren "Independence Day" und "Armageddon".
Da auch dieses Verfahren; Kopierverfahren; aufwendig und teuer war und ist wurden immer weniger 70mm Filmkopien hergestellt was wiederum dazu führte das die Filmtheater ihre 70mm Vorführtechnik entsorgte ......

Wer zufällig im Raum Karlsruhe wohnt konnte Ende September 2013 ins das dortige Filmtheater Schauburg zum 9. TODD-AO 70mm Filmfestival gehen.
Programm 9. TODD-AO 70mm Filmfestival
Interessant finde ich das drei DEFA 70mm Filme aufgeführt werden.
Das diesjährige Festival findet vom 3. bis 5. Oktober statt, Programm ist noch nicht auffindbar im Netz .....

Gruß
Nostalgiker


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Text: Kurt Demmler

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#219

RE: Kino in der DDR

in DDR Zeiten 21.08.2014 20:53
von ABV | 4.204 Beiträge

Unser Dorfkino war damals, bei entsprechenden Filmen, bis auf den letzten Platz ausverkauft. Wenn ich heute, ein oder zweimal im Jahr in den UFA-Palast nach Frankfurt (Oder) fahre, herrscht in den Sälen nicht selten gähnende Leere. Trotz des angekündigten Topfilms.
Flachbildfernseher, DVD und Blueray haben dem Kino ganz schön das Wasser abgegraben.
Trotzdem: wer einen Film vorher im Kino gesehen hat und ihn nachher im TV oder auf DVD ansieht, wird ganz sicher noch etliche gravierende Unterschiede, zu Gunsten des guten alten Kinos bemerken.

Gruß an alle
Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


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#220

RE: Kino in der DDR

in DDR Zeiten 21.08.2014 23:41
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Filme werden für's Kino gemacht hieß vor einiger Zeit mal eine Kampagne um wieder mehr Leute ins Kino zu locken ......


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Text: Kurt Demmler

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