#801

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 12.11.2013 20:01
von exgakl | 7.235 Beiträge

Zitat von Hufklaus im Beitrag #802
Zitat von exgakl im Beitrag #792
Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #791
Gleich kommt Besuch - es gibt Rouladen mit Rotkohl. Nur die Klöße müssen noch gemacht werden.

Wer hat ein ein leckeres Rezept von Muttern oder Großmuttern?

LG von der grenzgaengerin


ich bin zwar nicht die Großmutter aber Rezepte habe ich trotzdem

gekochte Klöße:

Pellkartoffeln vom Vortag (ok, iss'n bissel spät heute)
Kartoffeln pellen und mit einer Presse in eine Schüssel pressen, dazu ein Viertel Mehl, Salz, nach Geschmack Muskatnuß... alles kräftig durchkneten und mit Röstel füllen (Weißbrot oder Brötchen würfeln und in Butter schon bräunen!)
Die Klöße ins kochende Salzwasser, danach ca. 15-20 Minuten ziehen lassen.... guten Hunger!

Grüne Klöße:

Kartoffeln schäle und danach mit einer Küchenreibe reiben, alternativ die elektrische nehmen, das schützt vor einem Tennisarm! EIne große Zwiebel schälen und auch mit durch die Reibe jagen.
Ein Viertel der Menge, die an geriebenen Kartoffeln vorhanden ist zusätzlich mit etwas Wasser kochen.... Geriebene Kartoffeln durch ein Tuch trocken pressen (dabei Stärke auffangen).
Masse mit den gekochten Kartoffeln kneten, Salz und etwas Muskat mit rein, Stärke nach Bedarf und mit den bereits erwähnten Rösteln zu Klößen formen und ab damit ins kochende Salzwasser... 20 Minuten ziehen lassen.... guten Hunger!

VG exgakl



Klingt gut, @exgakl -Karsten, allerdings , dass ausgerechnet Du solche leckeren Kartoffelklöße zauberst, erheitert mich äußerst!

Also müssen wir doch hier im Forum ein Kochbuch eröffnen, oder besser bei entsprechender Spendenfreudigkeit ein Forum-Kochstudio?

Nüscht für unjut!

VG Klaus



Klaus wat jibts denn da so komisch zu feixen.. hä?


Man sollte niemanden mit Tatsachen verwirren, der sich seine Meinung schon gebildet hat....
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#802

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 12.11.2013 22:27
von Gelöschtes Mitglied
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Kurzer Rapport zu den Klößen:

Zwei Männer sahen fasziniert zu, wie sich eine Frau an der Reibe abmühte. Zu unserer (na ja, halbwegs) Ehrenrettung sei gesagt, dass die zu kochenden Kartoffeln vorher männlich entschält wurden und auch, dass sowohl ein Teil der Reibearbeit wie auch der Kartoffelentsaftung mittels mMk (männlicher Muskelkraft) erledigt wurde. Und auch das Pressen der gekochten Kartoffeln war ein reiner Männerjob.

Dann wurde uns Kerlen demonstriert, wie frau erfolgreich die Stärke von dem Wasser trennet und wie gekonnt sie die Stärke (Die Kartoffelstärke, nicht die männliche) in die mittlerweile eigenhändig in eine homogene Masse aus geriebenen und gequetschten Kartoffeln eingearbeitet werden kann. Um die danach mit einem implantierten und gerösteten Brotstückchen im Wasser zu versenken.

Lasst es mich kurz machen: Die Klöße waren perfekt. Nicht zu locker, nicht zu fest, sie ließen sich hervorragend mit der Gabel teilen (ich dämlicher Wessi habe natürlich den Kloß mit dem Messer zerschnitten und wurde ob dieses barbarischen Tuns entsprechend gerügt) und nahmen die reichliche Sauce auf wie der berühmte trockene Schwamm.

Ich danke allen, die mit ihren wertvollen Tipps und Hinweisen dazu beigetragen haben. Und jetzt suche ich einen Freiwilligen zum Kartoffelreiben und -wringen.
.


Hans hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 12.11.2013 22:28 | nach oben springen

#803

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 12.11.2013 23:46
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Kloßrezepte klingen lecker und gut nachvollziehbar.

Meine eigenen gerieten leider am Sonntag; Testlauf für Weihnachten; mit einer neuen (alten) Kloßrohmasse diesmal aus der Tiefkühltruhe und dem peinlichem einhalten des aufgedrucktem Rezeptes zu einem wahrlichen Desaster ......

In diesem Fall war ein scharfes Messer zum zerteilen genau richtig und zur Not hätten sie auch den Boschhammer zum schlagen von Löchern in den guten DDR Plattenbaubeton ersetzt .......

Die zum (Klöße)Beton gereichten Beilagen, Gänsebrust, Soße und Grünkohl waren wie gewohnt hervorragend. (Martinstag)
Gänsehaut knusperte, Fleisch war butterweich, zart und auf keinen Fall trocken, Soße ein Gedicht und der Grünkohl nicht von dieser Welt .....

Also werde ich wohl einen Testlauf mit den aktuellen Kloßrezepten veranstalten ......

Wo bekommt man diese Schwefeldingsbums her?
Die Erinnerung spülte es wieder hoch, wir haben früher die Kloßmasse auch immer geschwefelt; wann genau ist der Zeitpunkt dafür?

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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#804

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 12.11.2013 23:50
von der glatte | 1.356 Beiträge

Ach komm Dandelion, es ist zu schaffen ohne Freiwillige.

Also die gerösteten Brotstücke sind ebenfalls eine Spezialität, welche mit viel Liebe hergestellt werden müssen. Ich benutze immer Weißbrot dazu. Schööön Würfel schneiden, gleichmäßig, keiner zu groß, keiner zu klein. Wer will kann die Kruste vom Weißbrot schon vorher abschneiden und nur des echte weiße benutzen. Dann wird "gute Butter" im Tiegel erwärmt, nicht zuviel, eher später noch etwas nachgeben. Ist die Butter heiß genug, die Würfel rein und schön wenden, damit sie die Butter aufsaugen. Nun kann der Tiegel Hitze gebrauchen und dabei die Brotwürfel immer in Bewegung halten. Finger weg, gekostet wird später!
Langsam nehmen die Würfel nun Farbe an, aber nun aufpassen, denn schnell sind die Stücke verkohlt! Kleiner Rat am Rande, lieber etwas mehr von den Würfeln machen, denn die essen sich schnell weg, besondes dann wenn viel Betrieb in der Küche ist.

Und sind dann die schmackhaften Klöße verzehrt und dort angekommen wo sie auch hingehören, dann wird es Zeit für eine schöne Tasse starken Kaffee und dazu ein Stück echte Dresdner Eierschecke. Rezept ist verfügbar, einfach bei mir abrufen.

Ach so, noch eine Frage. Ich habe als Kind für meine Leben gerne "Honigscheiben", so hießen die Scheiben bei uns, gegessen. Das war so eine Art wie heute "Florentiner", aber noch viel leckerer. Bei uns hat man die Dinger mit Haferflocken, also ohne Mandeln gemacht, daher hatten sie einen ganz anderen Geschmack. Einzigartig, gibt es heute auch nicht mehr.

Kennt die noch einer oder hat einer ein Rezept dafür? Biete dafür ein Rezept für einen echten Mohnstollen!

Gruß Reiner


ACRITER ET FIDELITER


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#805

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 12.11.2013 23:58
von der glatte | 1.356 Beiträge

Zitat von Nostalgiker im Beitrag #805
Kloßrezepte klingen lecker und gut nachvollziehbar.

Meine eigenen gerieten leider am Sonntag; Testlauf für Weihnachten; mit einer neuen (alten) Kloßrohmasse diesmal aus der Tiefkühltruhe und dem peinlichem einhalten des aufgedrucktem Rezeptes zu einem wahrlichen Desaster ......

In diesem Fall war ein scharfes Messer zum zerteilen genau richtig und zur Not hätten sie auch den Boschhammer zum schlagen von Löchern in den guten DDR Plattenbaubeton ersetzt .......

Die zum (Klöße)Beton gereichten Beilagen, Gänsebrust, Soße und Grünkohl waren wie gewohnt hervorragend. (Martinstag)
Gänsehaut knusperte, Fleisch war butterweich, zart und auf keinen Fall trocken, Soße ein Gedicht und der Grünkohl nicht von dieser Welt .....

Also werde ich wohl einen Testlauf mit den aktuellen Kloßrezepten veranstalten ......

Wo bekommt man diese Schwefeldingsbums her?
Die Erinnerung spülte es wieder hoch, wir haben früher die Kloßmasse auch immer geschwefelt; wann genau ist der Zeitpunkt dafür?

Gruß
Nostalgiker





Komm, es war ein Testlauf, die nächsten werden besser garantiert!

Das mit dem Schwefel für die Küche könnte ein Problem sein, habe ich auch bei uns im Markt nicht gefunden. Mutter hatte es immer im Schrank Ich bin morgen im Großhandel und sehe mich da einmal um. Gebe dann Bescheid.

Gruß Reiner


ACRITER ET FIDELITER


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#806

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 13.11.2013 00:28
von der glatte | 1.356 Beiträge

@ Dandelion
Auch rechts der Elbe gibt es den typischen Kloßschneider. Ihm trifft man in jeder Gaststätte an, die Klöße auf der Speisekarte hat. Kann dort aber auch an der Qualität der Klöße liegen, wenn der Gast zum Messer greift. Sonst gilt: Messer weg vom Kloß!

Klöße werden erst mit dem Messer bearbeitet und in Scheiben zerlegt, wenn sie "aufgebraten" werden sollen. Aber das ist fast schon wieder ein eigenes Gericht.

Doch nun zu meiner Oma.
Oma erlebte leider zwei Kriege und kannte auch Hunger. Daher wurde bei ihr nichts, also fast gar nichts weggeworfen. Und wirklich, man konnte aus vielen noch etwas machen. Gab es die berühmten "Grünen Klöße", dann durfte das Kochwasser nie weggeschüttet werden, denn Oma machte sich daraus noch eine Suppe, welche sie "Fusselsuppe" nannte. Es setzten sich ja beim Kochen der Klöße noch viele kleine "Fussel" vom Reibegut der rohen Kartoffeln am Topfboden ab. Hier wurde das obere Wasser abgegossen und das dickere am Boden nochmals erwärmt und mit etwas Salz und Pfeffer sowie Muskat gewürzt. Dann im tiefen Teller serviert und am Platz noch mit etwas warmer Milch verfeinert. Mir hat das nie geschmeckt, aber Oma sagte immer, das darf man doch nicht weggießen! Ihr wisst alle nicht was Hunger ist! Ja, Oma, Gott sei Dank wußten wir es nicht.
Man sollte also die "Fusselsuppe" nicht verachten, auch wenn die keiner mehr kennt.

Gruß Reiner


ACRITER ET FIDELITER


Hans und frank haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 13.11.2013 00:31 | nach oben springen

#807

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 13.11.2013 08:47
von exgakl | 7.235 Beiträge

Zitat von Nostalgiker im Beitrag #805
Kloßrezepte klingen lecker und gut nachvollziehbar.

Meine eigenen gerieten leider am Sonntag; Testlauf für Weihnachten; mit einer neuen (alten) Kloßrohmasse diesmal aus der Tiefkühltruhe und dem peinlichem einhalten des aufgedrucktem Rezeptes zu einem wahrlichen Desaster ......

In diesem Fall war ein scharfes Messer zum zerteilen genau richtig und zur Not hätten sie auch den Boschhammer zum schlagen von Löchern in den guten DDR Plattenbaubeton ersetzt .......

Die zum (Klöße)Beton gereichten Beilagen, Gänsebrust, Soße und Grünkohl waren wie gewohnt hervorragend. (Martinstag)
Gänsehaut knusperte, Fleisch war butterweich, zart und auf keinen Fall trocken, Soße ein Gedicht und der Grünkohl nicht von dieser Welt .....

Also werde ich wohl einen Testlauf mit den aktuellen Kloßrezepten veranstalten ......

Wo bekommt man diese Schwefeldingsbums her?
Die Erinnerung spülte es wieder hoch, wir haben früher die Kloßmasse auch immer geschwefelt; wann genau ist der Zeitpunkt dafür?

Gruß
Nostalgiker





ich nehme immer mehlig kochende und lasse die Stärke meist weg... rühre die Masse ohne die Stärke an und mache einen kleinen Probekloß, funktioniert der kannst Du die Stärke zu was anderem verabrbeiten... z.B.Tapetenkleister

VG exgakl


Man sollte niemanden mit Tatsachen verwirren, der sich seine Meinung schon gebildet hat....
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#808

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 13.11.2013 09:41
von Hans | 2.166 Beiträge

Morgen, Gemeinde ....
Zum Zwecke der Einsparung von (männlicher) Arbeitskraft:
"Und jetzt suche ich einen Freiwilligen zum Kartoffelreiben und -wringen." Zit.Ende , Bei uns wurde die Kloßmasse in den Kloßsack gesteckt, und dann ab in die Wäscheschleuder. geht aber nicht mit jeder (Modernen) Maschine, nur mit ner Tischschleuder.
Schwefel : woher ? Ja! Den letzten hab ich mal im Urlaub im Elbsandsteingebirge in einer "Tante Emma"Drogerie gekauft. Richtiger Zeitpunkt: beim ziehen lassen der Klöße an den Deckel klemmen, geht auch mit einer Klammer. Muß nicht ins Wasser.
73 Hans


I´m just a truckle, but I don´t like to truckle. ( Prokop; Unterschenkel )
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#809

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 13.11.2013 09:50
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von der glatte im Beitrag #806

Also die gerösteten Brotstücke sind ebenfalls eine Spezialität, welche mit viel Liebe hergestellt werden müssen. Ich benutze immer Weißbrot dazu. Schööön Würfel schneiden, gleichmäßig, keiner zu groß, keiner zu klein. Wer will kann die Kruste vom Weißbrot schon vorher abschneiden und nur des echte weiße benutzen. Dann wird "gute Butter" im Tiegel erwärmt, nicht zuviel, eher später noch etwas nachgeben. Ist die Butter heiß genug, die Würfel rein und schön wenden, damit sie die Butter aufsaugen. Nun kann der Tiegel Hitze gebrauchen und dabei die Brotwürfel immer in Bewegung halten. Finger weg, gekostet wird später!
Gruß Reiner


Hah - jetzt kann ich noch mit einem frisch erlernten Tipp protzen (ich weiß, ich schmücke mich mit fremden Federn...)

Anstelle der "guten Butter" kann man auch Butterschmalz oder selbst geklärtes Butterfett nehmen: Das wird heißer als Butter und gibt den Weißbrotstücken einen unvergleichlichen Geschmack. Was die Menge angeht - da kann ich nur zustimmen: Der nicht benötigte Rest wurde weggeknabbert und schmeckte mir besser als alle Chips von funnyfrisch oder anderen Herstellern. Also: Lieber ein halbes Baguette mehr würfeln als eine Scheibe zu wenig

Edit: Ich wurde gerade darauf hingewiesen, dass ich einen Zubereitungsschritt übersehen habe: Die Würfel werden - kurz vor dem optimalen Bräunungsgrad - noch leicht gesalzen. Die fertigen Dinger schmecken auch kalt sehr gut.

Nein, ich sage jetzt nicht, dass sogar ich das hinbekommen würde - meine nächste Aufgabe wäre mir sicher....


der glatte und Hans haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 13.11.2013 09:56 | nach oben springen

#810

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 13.11.2013 10:55
von Moskwitschka (gelöscht)
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Die Pusteblume war schon dicht an der Wahrteit bei seinem Kloß-Bericht. Ich ergänze ihn daher nur um ein paar wesentliche Nebensächlichkeiten.

Die Herren waren um 11 Uhr auf dem Wochenmarkt zum Kartoffelkauf verabredet . Beim Hänlder des Vertrauens sollten sie sich beraten lassen und 2 - bis 2, 5 kg Kartoffeln erwerben. Als sie mit der Beute erschienen, dachte ich, sie haben unterwegs noch ein paar andere Klioßfanatiker eingesammelt. Mit über 3 Kilo für 3 Personen kamen sie angewackelt.

Dann musste sich erst einmal erholt werden und es wurde eine Kanne Kaffe gekocht. Und es wurde geklönt und geklönt und geklönt. In der Küche war der Rotkohl schon fast vor dem Verbrennen und die Soße von den Rouladen war schon so reduziet, dass man der Meinung sein konnte, die Köchin sei verliebt. Auf einmal wurde es hektisch. Der eine machte sich schnell vom Acker, um Getränke zu kaufen, der andere sah genüsslich zu, wie die dreckigen Kartoffeln gewaschen wurden.

Die Kartoffeln wurden gemeinschaftlich geschält und der kleinere Teil zum Kochen gebracht. Und dann wurde gerieben. Dem einem Herr konnte man beim Reiben die Schuhe besohlen und er gab nach 500g Kartoffeln auf und musste erst mal Pause machen. Nun dachte ich, springt der andere gleich auf und macht weiter. Nein - es wurde sich erst einmal über die richtige Reibetechnik ausgetauscht und man versank wieder in Erinnerungen an Mutters Küche und an die Mengen, die diese verarbeitet hat. Ich habe mir in der Zwischenzeit die Pfoten an den Pellkartoffeln verbrannt und zum Warmhalten notdürftig die Alufolie verpackt. Da immer noch keine Reibeaktivitäten der Herren zu verzeichnen war, ergriff ich die Initiative. Und ratet mal was für ein Spruch kam? "Jetzt bist Du schneller gewesen. Das wollte ich doch machen.", so einer der Herren.

Vorm Drücken und Quetschen und wringen wurde sich erst einmal lang und breit über DDR -Waschmaschinen - Modelle ausgetauscht, bis die Herren bemerkten, es sei ja schon 14.30 Uhr und sich ein leichtes Hungergefühl bei ihnen einstellte. Zumal es nach frisch gerösetet Brotwürfeln roch und die Aussicht bestand, dass die nicht benötigten weggeknabbert werden können.

Die Klöße wurden ja eigentlich nur gemacht um die Stärke aufzufangen und zu begutachten. Auf meine Frage, was ich denn nun nehmen soll, die aufgefangene oder die aus der Packung zu nehmen, kam doch tatsächlich der Vorschlag - die eine Hälfte des Kloßteiges mit der aufgefangenen Stärke zu verarbeiten und den anderen mit dem Kartoffelmehl aus dem Supermarkt. Da es mittlerweile 15 Uhr war und alle Hunger hatten, wurde auf das Experiment verzichtet.

Es war ein gelungener und lustiger Kloß- und Klöntag, an den ich mich noch lange erinnern werde.

LG von der grenzgaengerin


der glatte und Hans haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 13.11.2013 10:58 | nach oben springen

#811

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 13.11.2013 11:00
von Hans | 2.166 Beiträge

Zum Thema hätt ich noch einen Spruch von meiner Schwiegermutter für solche Problemfälle:

RAUS AUS MEINER KÜCHE!

Kam immer , wenn mein Schwager und ich mal die Experementierwut hatte.

73 Hans


I´m just a truckle, but I don´t like to truckle. ( Prokop; Unterschenkel )
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#812

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 13.11.2013 14:14
von der glatte | 1.356 Beiträge

Haaallo, kann denn keiner etwas über die Honigscheiben mit Haferflocken berichten? Schade.

Äh, was ist denn der Unterschied zwischen Klößen und Knödel?

Gruß Reiner


ACRITER ET FIDELITER


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#813

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 13.11.2013 14:47
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von der glatte im Beitrag #814

Äh, was ist denn der Unterschied zwischen Klößen und Knödel?
Gruß Reiner


Zwei Möglicheiten:

a) Regional unterschiedliche Bezeichnungen für das selbe Produkt - so wie Buletten, Fleischpflanzerl, Frikadellen, Klopse etc.
b) Klöße = Basis Kartoffeln, Knödel = Basis Mehl.

Ein Franke hat mich mal über Semmelknödel in der fränkischen Ausdrucksweise aufgeklärt:

Semmelknödel: Eine Semmel = ein Knödel
Semmelnknödel: Mehrere Semmeln = ein Knödel
Semmelknödeln: Eine Semmel = mehrere Knödel
Semmelnknödeln: Mehrere Semmeln = mehrere Knödel

Alles klar?


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#814

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 13.11.2013 15:44
von furry | 3.574 Beiträge

Zitat von Dandelion im Beitrag #815
Zitat von der glatte im Beitrag #814

Äh, was ist denn der Unterschied zwischen Klößen und Knödel?
Gruß Reiner


Zwei Möglicheiten:

a) Regional unterschiedliche Bezeichnungen für das selbe Produkt - so wie Buletten, Fleischpflanzerl, Frikadellen, Klopse etc.
b) Klöße = Basis Kartoffeln, Knödel = Basis Mehl.

Ein Franke hat mich mal über Semmelknödel in der fränkischen Ausdrucksweise aufgeklärt:

Semmelknödel: Eine Semmel = ein Knödel
Semmelnknödel: Mehrere Semmeln = ein Knödel
Semmelknödeln: Eine Semmel = mehrere Knödel
Semmelnknödeln: Mehrere Semmeln = mehrere Knödel

Alles klar?



Damit ist dann auch geklärt, dass es Hefeklöße gar nicht gibt.


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
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#815

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 13.11.2013 16:00
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Hans im Beitrag #810
"Und jetzt suche ich einen Freiwilligen zum Kartoffelreiben und -wringen."

Da fragt man sich echt, wozu auch im VEB Kombinat Elektromaschinenbau Dresden Konsumgüter produziert wurden?
http://www.mdr.de/damals/archiv/bilderga...c-1db9e3ac.html

Und etwas Ghee (geläuterte Butter) könnte auch in dem Thread 'Alte Säcke und ihre Zipperlein' zweckdienlich untergebracht werden *grins*


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#816

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 13.11.2013 16:15
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von furry im Beitrag #816

Damit ist dann auch geklärt, dass es Hefeklöße gar nicht gibt.


Nn ja - vielleicht sollte man sie Hefeknödße oder Hefeklößel nennen??

Edith: "Hefeklödel" ginge auch noch....
Edith II: Obwohl sich das irgendwie schweinisch anhört....


zuletzt bearbeitet 13.11.2013 16:29 | nach oben springen

#817

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 13.11.2013 16:25
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von 94 im Beitrag #817

Da fragt man sich echt, wozu auch im VEB Kombinat Elektromaschinenbau Dresden Konsumgüter produziert wurden?
http://www.mdr.de/damals/archiv/bilderga...c-1db9e3ac.html



Zitat: Häckselt mit ihren verschiedenen Einsätzen bis heute in manchem Haushalt Möhren, Zwiebeln, Äpfel: Lebensmittelzerkleinerer Multiboy.


Wir wollten aber keinen Möhrenzwiebelapfelkloß herstellen....

Beim Wringen haben wir sehnsüchtig an diese alten Wäsche- wie hießen die Dinger? Wäschemangel? Jedenfalls die mit den beiden gegenläufigen Rollen aus Holz gedacht, die das Wasser aus den Wäschestücken gepresst haben.

Bei der Gelegenheit und ziemlich OT: Ist es euch schon mal aufgefallen, dass es Läden gibt, die mit dem Nichtvorhanden-Sein von Wärme Werbung machen? Ich meine die Geschäfte, bei denen groß "Heißmangel" drüber steht.....


Hans hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#818

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 13.11.2013 16:54
von 94 | 10.792 Beiträge

Na so'ne Antwort wäre von einem DDR-Bürger (ehem.) sicher nicht gekommen.
Na klar geht das mit dem Multiboy. Meiner Großmutter mütterlicherseits wurden immer Küchengeräte geschenkt, die hätte Mitte der 80er ein Werksmuseum von AKA aufmachen können. Seltenst benutzt die Teile, vieles noch am liebsten mit Handarbeit wie von ihrer Großmutter mütterlicherseits bestimmt gelernt. Und die einzige Begründung war, wenn es mal wieder Stromsperre gibt, dann kann ich mit den Teilen ja nix anfangen. Na wie auch immer, Oma ist nun auch nicht mehr die Jüngste und Stromsperren (wie alles in der DDR) auch Magelware, also ums kurz zu machen.
Oma entdeckte die Vorteile der elektrischen Küchenhelferlein, so auch hatte sie den Entsafter, für die grünen Klöße, die gabs oft und reichlich. Folgerichtig befahl das Konsumgut aus dem irgendeinem VEB Elektrogeräte seinen Geist in GOttes Hände, sprich es ging kaputt.
Und nun war guter Rat teuer ... ach was, unbezahlbar. Weil teuer war das Teil nicht, nur ebend nirgends zu bekommen. Und den Hinweis, man könnte ja auch mit der Hand, also der wurde von Oma einfach überhört. Sie hatte nämlich beschlossen, durchs Alter mit einer Schwerhörigkeit zu gehen, aber ich komme vom Thema ab. Also im 'reichhaltig' Fundus nach einem ungefähren Ersatz gesucht ... und, also den Multiboy wollte sie nimmer hergeben, gerade wegen der Klöße.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


Lutze hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 13.11.2013 16:55 | nach oben springen

#819

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 13.11.2013 17:13
von Vogtländer (gelöscht)
avatar

Wir (Mutter und meine Wenigkeit) nutzen im Endsommer noch immer den bulgarichen (in Varna gebauten) Entsafter elektricher Betreibung und zu Friedenszeiten gekauft.Wo?Na in Berlin natürlich!
Und ehrlich,ich möchte das Ding nicht mehr missen.


zuletzt bearbeitet 13.11.2013 17:14 | nach oben springen

#820

RE: wie bei Muttern zu hause

in DDR Zeiten 13.11.2013 17:24
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

So schaut heutzutage eine Kloßmasse-Presse aus!
Bei dem dekorativ darübergehängtem Teil handelt es sich nicht um einen Scheuerlappen sondern um einen Kloßsack .....

In der folgenden Bilderserie sehen wir Userin Grenzgaengerin beim Klöße zubereiten

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

Hans hat sich für diesen Beitrag bedankt
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