#21

RE: Nationalsozialismus, Schuld und die Folgen

in Themen vom Tage 03.02.2013 21:26
von Schuddelkind | 3.507 Beiträge

Zitat von 80er im Beitrag #18
Zitat von Rainman2 im Beitrag #11
[quote=80er|p229956]... wäre es nicht doch endlich einmal an der Zeit, von den Spätgeborenen das Gefühl von Schuld zu nehmen, damit sie noch zu Lebzeiten unbefangen nach Frankreich, Polen, die Niederlande usw. fahren können? ...




80er, ich kann überall unbefangen hinfahren, weil ich ja Land und Leute kennenlernen will und nicht, weil ich irgendeine Schuld abarbeiten muss. Sollten mir bei der Gelegenheit irgendwelche Orte begegnen, an denen Deutsche Greuel jeglicher Art verübt haben, werde ich mir diese natürlich ansehen. Und dabei werde ich keine persönliche Schuld empfinden, sondern es wird immer wieder meinen Verstand schärfen, dass sowas nie wieder geschehen darf. Und aus diesem Grund bin ich auch dafür, dass auch in unserem Land die Erinnerung immer wach gehalten wird !Ob nun durch Gedenktage oder was anderes, ist egal.
Leider wurde die Doktrin "Von Deutschland darf nie wieder ein Krieg ausgehen" völlig über den Jordan gekippt. Man mischt ja wieder kräftig mit. Vielleicht hätte man sich da mal an Schuld und die Folgen erinnern sollen........


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zuletzt bearbeitet 03.02.2013 21:29 | nach oben springen

#22

RE: Nationalsozialismus, Schuld und die Folgen

in Themen vom Tage 03.02.2013 22:17
von Ari@D187 | 1.989 Beiträge

Zitat von 80er im Beitrag #1

[...]Überfall auf Polen [...]

Ich picke den Satz mal raus, aber reiße ihn hoffentlich nicht aus dem Zusammenhang.

Als Überfall wird es heute immer hingestellt, zumindest in Deutschland. Ein Überfall ist aber doch u.A. dadurch gekennzeichnet, daß er überraschend, unvorhergesehen und plötzlich erfolgt.

Wurden z.B. Großbritannien, Frankreich oder Polen tatsächlich von dem Angriff überrascht oder bahnte sich das etwa sehenden Auges an? Hätten diese Staaten ggf. sogar den Angriff verhindern können?

Ari


Scheint es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode...
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#23

RE: Nationalsozialismus, Schuld und die Folgen

in Themen vom Tage 03.02.2013 22:24
von Lebensläufer | 1.235 Beiträge

Leider wurde die Doktrin "Von Deutschland darf nie wieder ein Krieg ausgehen" völlig über den Jordan gekippt.

Siehe der Satz aus einem Vortext oben. Kam der eigentlich aus dem Osten, der DDR oder aus der BRD? Wer kann da beitragen?

Lebensläufer


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#24

RE: Nationalsozialismus, Schuld und die Folgen

in Themen vom Tage 03.02.2013 22:30
von Schuddelkind | 3.507 Beiträge

Zitat von Lebensläufer im Beitrag #23
Leider wurde die Doktrin "Von Deutschland darf nie wieder ein Krieg ausgehen" völlig über den Jordan gekippt.

Siehe der Satz aus einem Vortext oben. Kam der eigentlich aus dem Osten, der DDR oder aus der BRD? Wer kann da beitragen?

Lebensläufer



Der Satz stammt von Willy Brandt! Richtig hieß der Satz: "Von deutschem Boden darf nie wieder Krieg ausgehen."


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zuletzt bearbeitet 03.02.2013 22:32 | nach oben springen

#25

RE: Nationalsozialismus, Schuld und die Folgen

in Themen vom Tage 03.02.2013 22:43
von Lebensläufer | 1.235 Beiträge

Hätte der Willi mal paar Jahre länger gelebt Schudelkind, alles wäre gut geblieben. Wo stehen wir heute? Wir meinen doch im freiheitlichen Drange überall Frieden zu stiften...zu müssen....oder ist es doch eher der Anfang für Kriege?

Lebensläufer


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#26

RE: Nationalsozialismus, Schuld und die Folgen

in Themen vom Tage 03.02.2013 22:51
von josy95 | 4.915 Beiträge

Ich habe gestern beim hisigen Karneval als Gastredner eine Büttenrede gehalten. Quer Gemüsebeet Regionales und Überregionales auf`s Korn genommen. U. a. auch das Milliardengrab Berliner Airport und seine schillernden Gestalten. Bei einer bekannten Person aus dem Team der Milliardengräber hab ich den Anfangsbuchstaben seines Nachnamens ausgetauscht, statt W ein P verwendet. Das habe ich mal in einer Comedy oder weiß der Geyer wo aufgeschnappt.

Hat mich doch hinterher einer zur Rede stellen wollen, ich hätte in meiner Rede rechtsradikales Gedankengut verarbeitet, die Verfremdung dieses Namens wäre eine Erfindung von Neonazis...

Grotesker und dämlicher gehts wohl kaum! Ich hab den Typen einfach stehen lassen. Solch geistige Tiefflieger muß man sich wirklich nicht antun...


josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
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#27

RE: Nationalsozialismus, Schuld und die Folgen

in Themen vom Tage 03.02.2013 22:52
von Schuddelkind | 3.507 Beiträge

Zitat von Lebensläufer im Beitrag #25
Hätte der Willi mal paar Jahre länger gelebt Schudelkind, alles wäre gut geblieben. Wo stehen wir heute? Wir meinen doch im freiheitlichen Drange überall Frieden zu stiften...zu müssen....oder ist es doch eher der Anfang für Kriege?

Lebensläufer


Nee, wir können bloß nicht Nein sagen. Die Kriegseinsätze der BW sind ja schließlich nicht auf dem Mist unserer Politiker gewachsen.


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zuletzt bearbeitet 03.02.2013 22:55 | nach oben springen

#28

RE: Nationalsozialismus, Schuld und die Folgen

in Themen vom Tage 03.02.2013 23:09
von Rainman2 | 5.754 Beiträge

Zitat von Schuddelkind im Beitrag #27
... Nee, wir können bloß nicht Nein sagen. Die Kriegseinsätze der BW sind ja schließlich nicht auf dem Mist unserer Politiker gewachsen.

Hallo Schuddelkind,

kann ich so nicht sagen. Der Erste Auslandseinsatz der Bundeswehr war 1992 ein Lazarett in Kambodscha. Wurde als humanitäre Hilfe bezeichnet und ging auf Initiative des Bundesverteidigungsministeriums mit Unterstützung der Bundesregierung am Bundestag vorbei. Dann kam mal ein Kriegsschiff in der Adria ... dann musste plötzlich mal in Somalia geschossen werden ... usw. usf. Nein - das war deutsche Politik und zielte darauf ab, die Bevölkerung an den Gedanken von Kriegseinsätzen zu gewöhnen. Das war deutsch geplant und wurde konsequent durchgezogen.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#29

RE: Nationalsozialismus, Schuld und die Folgen

in Themen vom Tage 03.02.2013 23:50
von Schuddelkind | 3.507 Beiträge

Zitat von Rainman2 im Beitrag #28
Zitat von Schuddelkind im Beitrag #27
... Nee, wir können bloß nicht Nein sagen. Die Kriegseinsätze der BW sind ja schließlich nicht auf dem Mist unserer Politiker gewachsen.

Hallo Schuddelkind,

kann ich so nicht sagen. Der Erste Auslandseinsatz der Bundeswehr war 1992 ein Lazarett in Kambodscha. Wurde als humanitäre Hilfe bezeichnet und ging auf Initiative des Bundesverteidigungsministeriums mit Unterstützung der Bundesregierung am Bundestag vorbei. Dann kam mal ein Kriegsschiff in der Adria ... dann musste plötzlich mal in Somalia geschossen werden ... usw. usf. Nein - das war deutsche Politik und zielte darauf ab, die Bevölkerung an den Gedanken von Kriegseinsätzen zu gewöhnen. Das war deutsch geplant und wurde konsequent durchgezogen.

ciao Rainman


Hallo Rainman,
ich hab mich vielleicht ein wenig missverständlich ausgedrückt. Ich wollte eigentlich damit sagen, das deutsche BW-Einsätze im Rahmen irgendwelchen Resolutionen oder Bündnißverpflichtungen stattfanden. Und nicht z.B., das die Bundesregierung von sich aus und ganz allein beschlossen hat, in Afganistan tätig zu werden(...naja, bis jetzt noch nicht.......). Ansonsten geh ich mit dir konform, dass die Bevölkerung langsam an Kriegseinsätze gewöhnt werden sollte. Bis heute wird der Begriff "Krieg "ja auch tunlichst gemieden, man nennt es ja "kriegsähnliche Zustände". Und obwohl die BW-Einsätze offiziell immer "abgesichert" sind, haben sie den Satz " Von deutschem Boden darf nie wieder Krieg ausgehen" kontakariert. Zumindest in meinen Augen.


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#30

RE: Nationalsozialismus, Schuld und die Folgen

in Themen vom Tage 04.02.2013 09:51
von eisenringtheo | 9.162 Beiträge

Gibt es denn nicht eine Verpflichtung für UNO Mitglieder entsprechend ihren Möglichkeiten, die Resolutionen des Sicherheitsrates umzusetzen und somit auch an friedenssichernden oder friedenserhaltenden Massnahmen mitzuwirken? Die Bedenken, in Konflikte einbezogen zu werden, war der Grund, warum die Schweiz der UNO so lange ferngeblieben ist. Wegen der Bedeutung der UNO und da man dem Elend in der Welt nicht tatenlos zusehen wollte, waren die Argumente, welche bei der Bevölkerung angekommen sind. Und das in einer Abstimmung mit für Schweizer Verhältnisse sensationellen Stimmbeteiligung, aber nur mit 54% Zustimmung.
http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Schweiz...einten_Nationen
Die Begeisterung der Bevölkerung für die UNO ist nach wie vor klein und so sind selbst unverletzte Militärbeobachter eine grosse Schlagzeile, wenn "etwas geschieht". So zum Beispiel die Neue Zürcher Zeitung.
http://www.nzz.ch/aktuell/schweiz/ueberf...satz-1.17834916
Theo


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#31

RE: Nationalsozialismus, Schuld und die Folgen

in Themen vom Tage 04.02.2013 20:09
von Schuddelkind | 3.507 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #30
Gibt es denn nicht eine Verpflichtung für UNO Mitglieder entsprechend ihren Möglichkeiten, die Resolutionen des Sicherheitsrates umzusetzen und somit auch an friedenssichernden oder friedenserhaltenden Massnahmen mitzuwirken? Die Bedenken, in Konflikte einbezogen zu werden, war der Grund, warum die Schweiz der UNO so lange ferngeblieben ist. Wegen der Bedeutung der UNO und da man dem Elend in der Welt nicht tatenlos zusehen wollte, waren die Argumente, welche bei der Bevölkerung angekommen sind. Und das in einer Abstimmung mit für Schweizer Verhältnisse sensationellen Stimmbeteiligung, aber nur mit 54% Zustimmung.
http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Schweiz...einten_Nationen
Die Begeisterung der Bevölkerung für die UNO ist nach wie vor klein und so sind selbst unverletzte Militärbeobachter eine grosse Schlagzeile, wenn "etwas geschieht". So zum Beispiel die Neue Zürcher Zeitung.
http://www.nzz.ch/aktuell/schweiz/ueberf...satz-1.17834916
Theo


Naja Theo, mit friedenssichernden oder friedenserhaltenen Maßnahmen ist das so eine Sache. Die Niederschlagung des Austandes vom 17.Juni kann man durchaus auch als friedensichernde oder friedenserhaltene Maßnahme sehen, je nachdem, von welcher Seite man es betrachtet .


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zuletzt bearbeitet 04.02.2013 20:10 | nach oben springen

#32

RE: Nationalsozialismus, Schuld und die Folgen

in Themen vom Tage 04.02.2013 21:45
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Die Macht der bewegten Bilder verzinst unsere Schuld sogar noch im Hinblick auf die Innenansicht Deutschland, auch wenn normalerweise die Zeit fast alle Wunden zu heilen vermag.
Fakt ist, daß meine persönliche Verachtung für die Protagonisten des Hitlerregimes - und das waren nicht nur die Schreihälse und primitiven Schlägerbanden, das waren bekanntlich auch bedeutende Wirtschaftslenker, die schon recht frühzeitig Kriegsgewinne witterten ( u.a."Krupp verkauft Kanonen an Freund und Feind"), daß diese Verachtung nach 90 min Dokumentation von Guido Knopp heute größer ist als nach vier Jahren Stabü in der POS.
Bis heute kann ich nicht begreifen, wie unendlich leidgeprüft Menschen sein müssen, die in diesen finsteren Jahren alles verloren haben, was wirklich Wert hatte und trotzdem so wenig an Wehklagen von sich gegeben haben.
Im Familienkreis ist es die Großmutter, die 1943 ihren Mann in Charkow verloren hat, 1945 mit der siebenjährigen Tochter aus dem Sudetenland http://www.youtube.com/watch?v=o_OYRqXN1mg vertrieben wurde und ohne jemanden dafür anzuklagen dieses schlimme Schicksal angenommen hat, die mir bis heute ein Vorbild dafür ist, Härten durchzustehen, die für uns unvorstellbar sind.
Meine Verbundenheit zur DDR hat aber genau dort seine Wurzeln gehabt, dort war man trotz vereinzelter lokal begrenzter Kompromisse gegenüber ehemaligen Nazis konsequent auf antifaschistischem Kurs, egal was heute an Unrecht in den Honeckerstaat hineininterpretiert wird.
Der Einwand, daß man "rotlackierte" Faschisten eben nicht dran gekriegt hat ist aus meiner Sicht übrigens nicht berechtigt, solange ich kein wirklich überzeugendes Material vom Quotenmacher Knopp zu sehen bekomme.
Auch diese Archive sind inzwischen zugänglich und in den Gulags und Straflagern gab es auch Tote und Terror, was ebenfalls tragisch ist.
Man kann dort aber nicht von einem flächendeckend verbrecherischen Apparat, Völkermord oder einem Millionenheer an Vertriebenen sprechen (...die Beneschdekrete sind eine Konsequenz des Faschismus...bitte nicht die Kausalkette verdrehen...).
Die Folgen sehen heute so aus, daß ich die gleiche Verachtung auch deutschen Soldaten entgegenbringe, die auf ausländischen Kriegsschauplätzen überwiegend zur Erfüllung von Konsumzielen unterwegs sind und gar nicht wissen, was sie da tun, meine Verachtung geht auch an die Adresse englischer Thronfolger, die nahezu haarstäubende Einlassungen von sich geben, daß man trotz Glanz und Gloria schlichtweg von Unterschichtenpack sprechen muß.
So führte jener Afghanistanprinz, befragt zu seinen Einsätzen aus, daß er den flinken Finger, den er bei den Angriffsflügen zuweilen benötigt an der Spielkonsole geübt hat und davon in der Praxis profitiert, erinnert sei auch an die Biografie "Ein Mann namens Dave" http://www.amazon.de/dp/345387742X/?tag=...sl_8eby1iiuva_e, jener Dave Pelzer, der im ersten Irakkrieg mit seinem Tankflugzeug Bomber aus der Luft mit Treibstoff versorgte, und sich mit zunehmender Einsatzdauer daran erfreute, wie viele Jets heil zur Neubetankung zurück kamen.
Kein Wort darüber, was die eben gemacht haben....solche Leute sind Vorbilder in manchen Ländern, die noch viel kaputter sind als unser ramponiertes Deutschland.



Damals87 und Diskus303 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#33

RE: Nationalsozialismus, Schuld und die Folgen

in Themen vom Tage 04.02.2013 22:15
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von Hackel39 im Beitrag #32
Die Macht der bewegten Bilder verzinst unsere Schuld sogar noch im Hinblick auf die Innenansicht Deutschland, auch wenn normalerweise die Zeit fast alle Wunden zu heilen vermag.
Fakt ist, daß meine persönliche Verachtung für die Protagonisten des Hitlerregimes - und das waren nicht nur die Schreihälse und primitiven Schlägerbanden, das waren bekanntlich auch bedeutende Wirtschaftslenker, die schon recht frühzeitig Kriegsgewinne witterten ( u.a."Krupp verkauft Kanonen an Freund und Feind"), daß diese Verachtung nach 90 min Dokumentation von Guido Knopp heute größer ist als nach vier Jahren Stabü in der POS.
Bis heute kann ich nicht begreifen, wie unendlich leidgeprüft Menschen sein müssen, die in diesen finsteren Jahren alles verloren haben, was wirklich Wert hatte und trotzdem so wenig an Wehklagen von sich gegeben haben.
Im Familienkreis ist es die Großmutter, die 1943 ihren Mann in Charkow verloren hat, 1945 mit der siebenjährigen Tochter aus dem Sudetenland http://www.youtube.com/watch?v=o_OYRqXN1mg vertrieben wurde und ohne jemanden dafür anzuklagen dieses schlimme Schicksal angenommen hat, die mir bis heute ein Vorbild dafür ist, Härten durchzustehen, die für uns unvorstellbar sind.
Meine Verbundenheit zur DDR hat aber genau dort seine Wurzeln gehabt, dort war man trotz vereinzelter lokal begrenzter Kompromisse gegenüber ehemaligen Nazis konsequent auf antifaschistischem Kurs, egal was heute an Unrecht in den Honeckerstaat hineininterpretiert wird.
Der Einwand, daß man "rotlackierte" Faschisten eben nicht dran gekriegt hat ist aus meiner Sicht übrigens nicht berechtigt, solange ich kein wirklich überzeugendes Material vom Quotenmacher Knopp zu sehen bekomme.
Auch diese Archive sind inzwischen zugänglich und in den Gulags und Straflagern gab es auch Tote und Terror, was ebenfalls tragisch ist.
Man kann dort aber nicht von einem flächendeckend verbrecherischen Apparat, Völkermord oder einem Millionenheer an Vertriebenen sprechen (...die Beneschdekrete sind eine Konsequenz des Faschismus...bitte nicht die Kausalkette verdrehen...).
Die Folgen sehen heute so aus, daß ich die gleiche Verachtung auch deutschen Soldaten entgegenbringe, die auf ausländischen Kriegsschauplätzen überwiegend zur Erfüllung von Konsumzielen unterwegs sind und gar nicht wissen, was sie da tun, meine Verachtung geht auch an die Adresse englischer Thronfolger, die nahezu haarstäubende Einlassungen von sich geben, daß man trotz Glanz und Gloria schlichtweg von Unterschichtenpack sprechen muß.
So führte jener Afghanistanprinz, befragt zu seinen Einsätzen aus, daß er den flinken Finger, den er bei den Angriffsflügen zuweilen benötigt an der Spielkonsole geübt hat und davon in der Praxis profitiert, erinnert sei auch an die Biografie "Ein Mann namens Dave" http://www.amazon.de/dp/345387742X/?tag=...sl_8eby1iiuva_e, jener Dave Pelzer, der im ersten Irakkrieg mit seinem Tankflugzeug Bomber aus der Luft mit Treibstoff versorgte, und sich mit zunehmender Einsatzdauer daran erfreute, wie viele Jets heil zur Neubetankung zurück kamen.
Kein Wort darüber, was die eben gemacht haben....solche Leute sind Vorbilder in manchen Ländern, die noch viel kaputter sind als unser ramponiertes Deutschland.




@Hackel, das (rot markierte) ist jetzt nicht Dein Ernst, nee?

Was willst Du denn für Namen höhren? Den von Gfm Paulus oder den seines Adjudanten? Oder die vielen kleinen lokalen Nazigrößen, die auch in der DDR schnell wieder in Ammt und Würden saßen. Namen, die Dir eeh nichts sagen, weil Du die Personen gar nicht kennst!

Aber weißt Du was, und das trifft auf alle Heulsusen gleichermaßen zu. Ich kann es einfach nicht mehr höhren, dieses Getöse, dieses Geschwätz, Geschrei, was fast 70 Jahre nach dem Zusammenbruch dieses "tausendjährigen Reiches" immer noch veranstaltet wird, um uns als Deutsche in eine Art Sippenhaft zu nehmen, uns für alles Ungemach, was quasi seit 1933 auf dieser Welt geschehen ist, verantwortlich zu machen. Und wenn diese Politik, egal wer sie gemacht hat und macht, nur ein bischen Bürgerbezogenerund realer wär, dann hätten diese ewig Übergestrigen, die heute noch der Meinung sind, dieser braunen Ideologie hinterherzulaufen zu müssen, gar keine Chance. Es ist aber anscheinend chick, wenn ar nichts mehr geht, die Keulen von brauner Vergangenheit, von Stasi & Co rauszuholen und um uns dann auf so wirkungsvolle Art und Weise wegen ein paar unverbesserlicher Vollidioten das schlechte Kollektivgewíssen einzureden.

Besseren sind natürlich immer die Anderen...

Dann wär dieser braune Mob im MIniaturformat eine Art belächelte Trachtentruppe wie in den USA oder England....


josy95


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Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
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#34

RE: Nationalsozialismus, Schuld und die Folgen

in Themen vom Tage 04.02.2013 22:53
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von josy95 im Beitrag #33
Zitat von Hackel39 im Beitrag #32
Die Macht der bewegten Bilder verzinst unsere Schuld sogar noch im Hinblick auf die Innenansicht Deutschland, auch wenn normalerweise die Zeit fast alle Wunden zu heilen vermag.
Fakt ist, daß meine persönliche Verachtung für die Protagonisten des Hitlerregimes - und das waren nicht nur die Schreihälse und primitiven Schlägerbanden, das waren bekanntlich auch bedeutende Wirtschaftslenker, die schon recht frühzeitig Kriegsgewinne witterten ( u.a."Krupp verkauft Kanonen an Freund und Feind"), daß diese Verachtung nach 90 min Dokumentation von Guido Knopp heute größer ist als nach vier Jahren Stabü in der POS.
Bis heute kann ich nicht begreifen, wie unendlich leidgeprüft Menschen sein müssen, die in diesen finsteren Jahren alles verloren haben, was wirklich Wert hatte und trotzdem so wenig an Wehklagen von sich gegeben haben.
Im Familienkreis ist es die Großmutter, die 1943 ihren Mann in Charkow verloren hat, 1945 mit der siebenjährigen Tochter aus dem Sudetenland http://www.youtube.com/watch?v=o_OYRqXN1mg vertrieben wurde und ohne jemanden dafür anzuklagen dieses schlimme Schicksal angenommen hat, die mir bis heute ein Vorbild dafür ist, Härten durchzustehen, die für uns unvorstellbar sind.
Meine Verbundenheit zur DDR hat aber genau dort seine Wurzeln gehabt, dort war man trotz vereinzelter lokal begrenzter Kompromisse gegenüber ehemaligen Nazis konsequent auf antifaschistischem Kurs, egal was heute an Unrecht in den Honeckerstaat hineininterpretiert wird.
Der Einwand, daß man "rotlackierte" Faschisten eben nicht dran gekriegt hat ist aus meiner Sicht übrigens nicht berechtigt, solange ich kein wirklich überzeugendes Material vom Quotenmacher Knopp zu sehen bekomme.
Auch diese Archive sind inzwischen zugänglich und in den Gulags und Straflagern gab es auch Tote und Terror, was ebenfalls tragisch ist.
Man kann dort aber nicht von einem flächendeckend verbrecherischen Apparat, Völkermord oder einem Millionenheer an Vertriebenen sprechen (...die Beneschdekrete sind eine Konsequenz des Faschismus...bitte nicht die Kausalkette verdrehen...).
Die Folgen sehen heute so aus, daß ich die gleiche Verachtung auch deutschen Soldaten entgegenbringe, die auf ausländischen Kriegsschauplätzen überwiegend zur Erfüllung von Konsumzielen unterwegs sind und gar nicht wissen, was sie da tun, meine Verachtung geht auch an die Adresse englischer Thronfolger, die nahezu haarstäubende Einlassungen von sich geben, daß man trotz Glanz und Gloria schlichtweg von Unterschichtenpack sprechen muß.
So führte jener Afghanistanprinz, befragt zu seinen Einsätzen aus, daß er den flinken Finger, den er bei den Angriffsflügen zuweilen benötigt an der Spielkonsole geübt hat und davon in der Praxis profitiert, erinnert sei auch an die Biografie "Ein Mann namens Dave" http://www.amazon.de/dp/345387742X/?tag=...sl_8eby1iiuva_e, jener Dave Pelzer, der im ersten Irakkrieg mit seinem Tankflugzeug Bomber aus der Luft mit Treibstoff versorgte, und sich mit zunehmender Einsatzdauer daran erfreute, wie viele Jets heil zur Neubetankung zurück kamen.
Kein Wort darüber, was die eben gemacht haben....solche Leute sind Vorbilder in manchen Ländern, die noch viel kaputter sind als unser ramponiertes Deutschland.




@Hackel, das (rot markierte) ist jetzt nicht Dein Ernst, nee?

Was willst Du denn für Namen höhren? Den von Gfm Paulus oder den seines Adjudanten? Oder die vielen kleinen lokalen Nazigrößen, die auch in der DDR schnell wieder in Ammt und Würden saßen. Namen, die Dir eeh nichts sagen, weil Du die Personen gar nicht kennst!

Aber weißt Du was, und das trifft auf alle Heulsusen gleichermaßen zu. Ich kann es einfach nicht mehr höhren, dieses Getöse, dieses Geschwätz, Geschrei, was fast 70 Jahre nach dem Zusammenbruch dieses "tausendjährigen Reiches" immer noch veranstaltet wird, um uns als Deutsche in eine Art Sippenhaft zu nehmen, uns für alles Ungemach, was quasi seit 1933 auf dieser Welt geschehen ist, verantwortlich zu machen. Und wenn diese Politik, egal wer sie gemacht hat und macht, nur ein bischen Bürgerbezogenerund realer wär, dann hätten diese ewig Übergestrigen, die heute noch der Meinung sind, dieser braunen Ideologie hinterherzulaufen zu müssen, gar keine Chance. Es ist aber anscheinend chick, wenn ar nichts mehr geht, die Keulen von brauner Vergangenheit, von Stasi & Co rauszuholen und um uns dann auf so wirkungsvolle Art und Weise wegen ein paar unverbesserlicher Vollidioten das schlechte Kollektivgewíssen einzureden.

Besseren sind natürlich immer die Anderen...

Dann wär dieser braune Mob im MIniaturformat eine Art belächelte Trachtentruppe wie in den USA oder England....


josy95


Was für mich zählt, sind die Fakten aus der Biografie der antifaschistischen Widerstandskämpfer, die in einer bestimmten Phase ihres Lebens einfach nur Helden waren, die ihren Kopf hingehalten haben im Kampf gegen den aufkommenden Naziterror und trotz der Tatsache, daß sie im Recht waren immer einsamer wurden und schließlich in die Illegalität und Gefängnisse verschwinden mußten.
Jenes Getöse und Geschrei wäre uns erspart geblieben, hätte man so konsequent die Braunhemdprimaten bekämpft wie es Thälmanns Anhänger getan haben, unabhängig von der Idee, die dahinter stand.
In diesem Moment zählte nur die Verhinderung nationalen und internationalen Terrors und daß der ins Haus stand, haben nun mal die Kommunisten als einzige so eindeutig formuliert und Recht behalten.
Wir müssen hier mal ausnahmsweise die diffusen unterschwelligen Haßgefühle gegenüber den Nachkriegsdogmatikern der SED ausblenden, das geht am Thema vorbei und wenn Deutschland nun mal zwei Weltkriege angezettelt hat dann muß man das auch sagen dürfen, da interessieren die Türken, die die Armenier ausrotten wollten genauso wenig wie die Sklavenhändler, die Afrikaner nach Übersee verkauft haben.
Deutschland hat zwei Weltkriege angezettelt und im Moment steht es 2:0 für die Welt, hören wir also auf damit, diese nationale Fehlleistung als persönlichen Angriff zu bewerten, sondern lernen wir aus dem kollektiven Versagen unserer Vorfahren.
Das hat doch nichts mit Selbstzerfleischung oder Nationalreue zu tun, das ist eine Chance ein für alle Mal den Krieg als Lösung jeglicher Probleme aus dem Katalog des Krisenmanagements zu streichen.
Mich kotzt es einfach nur an, daß von meiner fünfstelligen Steuerlast irgendwelche Unterschichtensoldaten in fremden Ländern fremde Konflikte befeuern und daß Merkel aus dem kollektiven Versagen unserer Vorfahren eben nichts gelernt hat !
Übrigens habe ich an keiner Stelle gesagt, daß die anderen die Besseren sind, beispielsweise wüten die Franzosen in den aktuellen Krisenländern (wie damals Lybien) genauso wie die Amerikaner im Irak weitaus schlimmer als unsere Bundeswehrvolontäre, die wohl überwiegend rückwärtige Dienste schieben.
Oder sollte sich das Deiner Meinung nach ändern ?



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#35

RE: Nationalsozialismus, Schuld und die Folgen

in Themen vom Tage 04.02.2013 23:44
von damals wars | 12.113 Beiträge

Die Deusche Rechte hat in einem Jahrhundert zweimal der Welt den Krieg erklärt, da ist ein gesundes Misstrauen wohl angebracht.
Nicht zufällig sind die Siegermächte heute Atommächte.
Die trauen der Deutschen Rechte wohl alles zu.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#36

RE: Nationalsozialismus, Schuld und die Folgen

in Themen vom Tage 05.02.2013 22:58
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von Hackel39 im Beitrag #34
Zitat von josy95 im Beitrag #33
Zitat von Hackel39 im Beitrag #32
Die Macht der bewegten Bilder verzinst unsere Schuld sogar noch im Hinblick auf die Innenansicht Deutschland, auch wenn normalerweise die Zeit fast alle Wunden zu heilen vermag.
Fakt ist, daß meine persönliche Verachtung für die Protagonisten des Hitlerregimes - und das waren nicht nur die Schreihälse und primitiven Schlägerbanden, das waren bekanntlich auch bedeutende Wirtschaftslenker, die schon recht frühzeitig Kriegsgewinne witterten ( u.a."Krupp verkauft Kanonen an Freund und Feind"), daß diese Verachtung nach 90 min Dokumentation von Guido Knopp heute größer ist als nach vier Jahren Stabü in der POS.
Bis heute kann ich nicht begreifen, wie unendlich leidgeprüft Menschen sein müssen, die in diesen finsteren Jahren alles verloren haben, was wirklich Wert hatte und trotzdem so wenig an Wehklagen von sich gegeben haben.
Im Familienkreis ist es die Großmutter, die 1943 ihren Mann in Charkow verloren hat, 1945 mit der siebenjährigen Tochter aus dem Sudetenland http://www.youtube.com/watch?v=o_OYRqXN1mg vertrieben wurde und ohne jemanden dafür anzuklagen dieses schlimme Schicksal angenommen hat, die mir bis heute ein Vorbild dafür ist, Härten durchzustehen, die für uns unvorstellbar sind.
Meine Verbundenheit zur DDR hat aber genau dort seine Wurzeln gehabt, dort war man trotz vereinzelter lokal begrenzter Kompromisse gegenüber ehemaligen Nazis konsequent auf antifaschistischem Kurs, egal was heute an Unrecht in den Honeckerstaat hineininterpretiert wird.
Der Einwand, daß man "rotlackierte" Faschisten eben nicht dran gekriegt hat ist aus meiner Sicht übrigens nicht berechtigt, solange ich kein wirklich überzeugendes Material vom Quotenmacher Knopp zu sehen bekomme.
Auch diese Archive sind inzwischen zugänglich und in den Gulags und Straflagern gab es auch Tote und Terror, was ebenfalls tragisch ist.
Man kann dort aber nicht von einem flächendeckend verbrecherischen Apparat, Völkermord oder einem Millionenheer an Vertriebenen sprechen (...die Beneschdekrete sind eine Konsequenz des Faschismus...bitte nicht die Kausalkette verdrehen...).
Die Folgen sehen heute so aus, daß ich die gleiche Verachtung auch deutschen Soldaten entgegenbringe, die auf ausländischen Kriegsschauplätzen überwiegend zur Erfüllung von Konsumzielen unterwegs sind und gar nicht wissen, was sie da tun, meine Verachtung geht auch an die Adresse englischer Thronfolger, die nahezu haarstäubende Einlassungen von sich geben, daß man trotz Glanz und Gloria schlichtweg von Unterschichtenpack sprechen muß.
So führte jener Afghanistanprinz, befragt zu seinen Einsätzen aus, daß er den flinken Finger, den er bei den Angriffsflügen zuweilen benötigt an der Spielkonsole geübt hat und davon in der Praxis profitiert, erinnert sei auch an die Biografie "Ein Mann namens Dave" http://www.amazon.de/dp/345387742X/?tag=...sl_8eby1iiuva_e, jener Dave Pelzer, der im ersten Irakkrieg mit seinem Tankflugzeug Bomber aus der Luft mit Treibstoff versorgte, und sich mit zunehmender Einsatzdauer daran erfreute, wie viele Jets heil zur Neubetankung zurück kamen.
Kein Wort darüber, was die eben gemacht haben....solche Leute sind Vorbilder in manchen Ländern, die noch viel kaputter sind als unser ramponiertes Deutschland.




@Hackel, das (rot markierte) ist jetzt nicht Dein Ernst, nee?

Was willst Du denn für Namen höhren? Den von Gfm Paulus oder den seines Adjudanten? Oder die vielen kleinen lokalen Nazigrößen, die auch in der DDR schnell wieder in Ammt und Würden saßen. Namen, die Dir eeh nichts sagen, weil Du die Personen gar nicht kennst!

Aber weißt Du was, und das trifft auf alle Heulsusen gleichermaßen zu. Ich kann es einfach nicht mehr höhren, dieses Getöse, dieses Geschwätz, Geschrei, was fast 70 Jahre nach dem Zusammenbruch dieses "tausendjährigen Reiches" immer noch veranstaltet wird, um uns als Deutsche in eine Art Sippenhaft zu nehmen, uns für alles Ungemach, was quasi seit 1933 auf dieser Welt geschehen ist, verantwortlich zu machen. Und wenn diese Politik, egal wer sie gemacht hat und macht, nur ein bischen Bürgerbezogenerund realer wär, dann hätten diese ewig Übergestrigen, die heute noch der Meinung sind, dieser braunen Ideologie hinterherzulaufen zu müssen, gar keine Chance. Es ist aber anscheinend chick, wenn ar nichts mehr geht, die Keulen von brauner Vergangenheit, von Stasi & Co rauszuholen und um uns dann auf so wirkungsvolle Art und Weise wegen ein paar unverbesserlicher Vollidioten das schlechte Kollektivgewíssen einzureden.

Besseren sind natürlich immer die Anderen...

Dann wär dieser braune Mob im MIniaturformat eine Art belächelte Trachtentruppe wie in den USA oder England....


josy95


Was für mich zählt, sind die Fakten aus der Biografie der antifaschistischen Widerstandskämpfer, die in einer bestimmten Phase ihres Lebens einfach nur Helden waren, die ihren Kopf hingehalten haben im Kampf gegen den aufkommenden Naziterror und trotz der Tatsache, daß sie im Recht waren immer einsamer wurden und schließlich in die Illegalität und Gefängnisse verschwinden mußten.
Jenes Getöse und Geschrei wäre uns erspart geblieben, hätte man so konsequent die Braunhemdprimaten bekämpft wie es Thälmanns Anhänger getan haben, unabhängig von der Idee, die dahinter stand.
In diesem Moment zählte nur die Verhinderung nationalen und internationalen Terrors und daß der ins Haus stand, haben nun mal die Kommunisten als einzige so eindeutig formuliert und Recht behalten.
Wir müssen hier mal ausnahmsweise die diffusen unterschwelligen Haßgefühle gegenüber den Nachkriegsdogmatikern der SED ausblenden, das geht am Thema vorbei und wenn Deutschland nun mal zwei Weltkriege angezettelt hat dann muß man das auch sagen dürfen, da interessieren die Türken, die die Armenier ausrotten wollten genauso wenig wie die Sklavenhändler, die Afrikaner nach Übersee verkauft haben.
Deutschland hat zwei Weltkriege angezettelt und im Moment steht es 2:0 für die Welt, hören wir also auf damit, diese nationale Fehlleistung als persönlichen Angriff zu bewerten, sondern lernen wir aus dem kollektiven Versagen unserer Vorfahren.
Das hat doch nichts mit Selbstzerfleischung oder Nationalreue zu tun, das ist eine Chance ein für alle Mal den Krieg als Lösung jeglicher Probleme aus dem Katalog des Krisenmanagements zu streichen.
Mich kotzt es einfach nur an, daß von meiner fünfstelligen Steuerlast irgendwelche Unterschichtensoldaten in fremden Ländern fremde Konflikte befeuern und daß Merkel aus dem kollektiven Versagen unserer Vorfahren eben nichts gelernt hat !
Übrigens habe ich an keiner Stelle gesagt, daß die anderen die Besseren sind, beispielsweise wüten die Franzosen in den aktuellen Krisenländern (wie damals Lybien) genauso wie die Amerikaner im Irak weitaus schlimmer als unsere Bundeswehrvolontäre, die wohl überwiegend rückwärtige Dienste schieben.
Oder sollte sich das Deiner Meinung nach ändern ?


@Hackel39, Du wirst es nicht glauben, aber ich hatte darüber schon berichtet. Mein Großvater war auch ein antifaschistischen Widerstandskämpfer
, nur keiner der durch die von Dir immer noch vergötterte SED- Propagandamaschine! Er hat nicht ins Klischhe Deiner gehuldigten Machthaber gepasst, er war nämlich Kleinkapitalist! Trotzdem hat er unter großer Gefahr mit noch einem befreundeten Geschäftsmann einem jüdischen Mitbürger und zwei damaligen Mitgliedern der KPD das Leben gerettet. Mußte sich dafür mehrfach Verhöhren der Gestapo aussetzen, deren Ausgang damals niemand vorhersehen konnte, deeren Gefahr niemand kalkulieren konnte. Mein Großvater durfte seine Art der Menschlichkeit im November 1953 mit seinem Leben bezahlen..., weil eines der von ihm vor KZ und vermutlich sicherem Tod bewahrtem KPD- Mirglied, inzwischen Vollstrecker der stalinistischen Ideologie und SED- Mitglied, in ihm einen potentiellen Gegner erkannte, sah. Weil mein Großvater zu viel wußte, über das angeblich so heldenhafte KPD- und spätere SED- Mitglied Herrman *aedke. Besser heute noch bei den älteren Generationen der hiesigen Region unter dem vielsagenden Pseudonym "Kack- Männe" bekannt....

@Hackel39, also versuche hier bitte keine Geschichtsverklärung in dem Stil zu betreiben, in dem Du Dir anmaßt, über alles und überall bescheid zu wissen und alles was DDR, was SED und deren einseitig- niederträchtige Propaganda war, zu glorifizieren. Fange mal irgendwo neu an zu zählen!

Übrings, damit von vorn herein nicht wieder Zweifel am Wahrheitswert meiner Darlegungen aufkommen, ich bin mit einem Journalisten der Berliner Zeitung an den Umständen des "plötzlichen Ablebens" meines Großvaters im ehem. Kreiskrankenhaus Wernigerode in der Nacht vor seiner Entlassung im November 1953 dran. Es gestaltet sich unerwartet sehr schwierg, da in den Archiven der damaligen Zeit komischer Weise einige ungewöhnliche Lücken klaffen.... Für die Leser der Berliner Zeitung, den Klarnamen des Journalisten (Kürzel A. K) gibt es gern bei mir per PM. Er ist übrings der Enkel des von meinem Großvater und seinem Geschäftsfreund vor dem sicheren KZ- Tod bewahrten jüdischen Mitbürgers Bernhard Langnas.

Hierzu ein Linkhinweis:

Bist du ein Aufseher? - Berliner Zeitung
www.berliner-zeitung.de/.../das-fragte-d...-seinen-enkel-m...


josy95

Nachtrag 05.02.2013 23:02:
Sehe gerade, der Link funktioniert im Moment nicht, man landet zwar bei Berliner Zeitung, es gibt da aber anscheinernd ein Problem. Wen es interessiert, gebt mal bei Google einfach den Namen Bernhard Langnas ein.
josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
zuletzt bearbeitet 05.02.2013 23:04 | nach oben springen

#37

RE: Nationalsozialismus, Schuld und die Folgen

in Themen vom Tage 06.02.2013 01:56
von Barbara (gelöscht)
avatar

.....eine bewegende Geschichte Josy.

Ich glaube, es geht eher um das "wie" als um das "dass" oder?

Bei 20. Mio Toten des 2. Weltkriegs zuckt schon längst keiner mehr und ich sagte ja bereits, dieses ganzen Farb-und -Glanz-Filmchen-Nummer brauche ich auch nicht. Aber diese Geschichte von deinem Opa und vergleichbare, müssen wir hören!- auch dass Leute Angst haben vor Neos-Nazis haben wegen eines Stolpersteines vor ihrer Tür! allerdings wesentlich schwieriger, als die konservierte inzwischen ja fast schon "Erinnerungs"industrie.

Irgendwie kriege ich mich gerade nicht richtig ausgedrückt..........


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#38

RE: Nationalsozialismus, Schuld und die Folgen

in Themen vom Tage 06.02.2013 04:48
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von josy95 im Beitrag #36
[quote=Hackel39|p230433][quote=josy95|p230427][quote=Hackel39|p230424]

@Hackel39, also versuche hier bitte keine Geschichtsverklärung in dem Stil zu betreiben, in dem Du Dir anmaßt, über alles und überall bescheid zu wissen und alles was DDR, was SED und deren einseitig- niederträchtige Propaganda war, zu glorifizieren. Fange mal irgendwo neu an zu zählen!

Übrings, damit von vorn herein nicht wieder Zweifel am Wahrheitswert meiner Darlegungen aufkommen, ich bin mit einem Journalisten der Berliner Zeitung an den Umständen des "plötzlichen Ablebens" meines Großvaters im ehem. Kreiskrankenhaus Wernigerode in der Nacht vor seiner Entlassung im November 1953 dran. Es gestaltet sich unerwartet sehr schwierg, da in den Archiven der damaligen Zeit komischer Weise einige ungewöhnliche Lücken klaffen.... Für die Leser der Berliner Zeitung, den Klarnamen des Journalisten (Kürzel A. K) gibt es gern bei mir per PM. Er ist übrings der Enkel des von meinem Großvater und seinem Geschäftsfreund vor dem sicheren KZ- Tod bewahrten jüdischen Mitbürgers Bernhard Langnas.

Hierzu ein Linkhinweis:

Bist du ein Aufseher? - Berliner Zeitung
www.berliner-zeitung.de/.../das-fragte-d...-seinen-enkel-m...


josy95

Nachtrag 05.02.2013 23:02:
Sehe gerade, der Link funktioniert im Moment nicht, man landet zwar bei Berliner Zeitung, es gibt da aber anscheinernd ein Problem. Wen es interessiert, gebt mal bei Google einfach den Namen Bernhard Langnas ein.
josy95


Verehrter Josy, die Roten sind weg aber die Propaganda ist geblieben, auch zweifle ich Deine persönlichen Erfahrungen nicht an.
Ich selbst habe die SED nicht glorifiziert, sondern eben nur jene, die wie Dein Großvater im Widerstand waren, nicht umsonst bringe ich auch Begriffe wie "Nachkriegsdogmatiker" ein, um genau das zum Ausdruck zu bringen.
Tut mir leid, wenn es rechthaberisch rüberkommt, meine Werte sind nun mal andere.



damals wars hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#39

RE: Nationalsozialismus, Schuld und die Folgen

in Themen vom Tage 06.02.2013 08:32
von eisenringtheo | 9.162 Beiträge

Zitat von Barbara im Beitrag #37
.....eine bewegende Geschichte Josy.

Ich glaube, es geht eher um das "wie" als um das "dass" oder?

Bei 20. Mio Toten des 2. Weltkriegs zuckt schon längst keiner mehr und ich sagte ja bereits, dieses ganzen Farb-und -Glanz-Filmchen-Nummer brauche ich auch nicht. Aber diese Geschichte von deinem Opa und vergleichbare, müssen wir hören!- auch dass Leute Angst haben vor Neos-Nazis haben wegen eines Stolpersteines vor ihrer Tür! allerdings wesentlich schwieriger, als die konservierte inzwischen ja fast schon "Erinnerungs"industrie.

Irgendwie kriege ich mich gerade nicht richtig ausgedrückt..........


Es mag vielleicht etwas schulmeisterlich tönen, aber trotzdem. Es waren wesentlich mehr Tote. Die 20 Millionen sind die Toten der SU, man schätzt die Gesamtzahl auf etwa 50 Millionen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Kriegstote_...ten_Weltkrieges
Das mit den Stolpersteinen ist vielleicht gut gemeint, verfehlt aber meines Erachtens komplett den Zweck. Die andauerende Schulmeisterei im öffentlichen Raum, der man sich nicht entziehen kann und die man somit zwangsweise eingetrichtert bekommt, stumpft die einen ab und macht die andern irre, zwei Gründe, warum nationalsozialistisches Gedankengut immer noch Zuspruch erhält...
Theo


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#40

RE: Nationalsozialismus, Schuld und die Folgen

in Themen vom Tage 06.02.2013 10:08
von Diskus303 | 485 Beiträge

Hallo,

Zitat von Hackel39 im Beitrag #34
Zitat von josy95 im Beitrag #33
[quote=Hackel39|p230424]
...

...
josy95


Was für mich zählt, ...
Übrigens habe ich an keiner Stelle gesagt, daß die anderen die Besseren sind, beispielsweise wüten die Franzosen in den aktuellen Krisenländern (wie damals Lybien) genauso wie die Amerikaner im Irak weitaus schlimmer als unsere Bundeswehrvolontäre, die wohl überwiegend rückwärtige Dienste schieben.
Oder sollte sich das Deiner Meinung nach ändern ?


Ich habe der Übersicht halber den Rest des Zitates weggebeamt..

hier möchte ich mich mal (vorsichtig) einklinken...
Obwohl sicher (vermutlich?) jeder weiß, um welche Amerikaner es sich handelt, wäre es doch wirklich fäirer man würde das "Kind" beim richtigen (vollständigen) Namen nennen.
Sozusagen "Political Correctness" (schreibt man das so?)
Es sind nämlich nicht die auf dem gleichen Kontinent lebenden Mexikaner, Chilenen, Peruaner, Ecuadorianer, Kanadier und, und, und, die da im Irak und anderswo die "Demokratie" einführen wollen bzw. glauben, verteidigen zu müssen.

Diese pauschalisierte Verwendung des Begriffes "Amerikaner" fällt (mir) im Übrigen nicht nur hier auf.
Nichts für Ungut @Hackel39...


Gruß Axel
josy95 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 06.02.2013 10:12 | nach oben springen



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