#41

RE: Überwachtes Deutschland Post und Telefonüberwachung in der alten Bundesrepublik

in Bücher und Militaria - Empfehlungen und Tauschbörse 18.03.2013 19:33
von Bugsy | 454 Beiträge

Zitat von Zermatt im Beitrag #40
Zitat von Bugsy im Beitrag #31
Die Wessis waren schon immer ziemlich paranoid in ihrem Verhalten. So überraschte es mich nicht, dass sie Post- und Telefonüberwachung ausübten. Sie sahen sich ständig von "Feinden“ umstellt. Feinde in der Form von Sozialisten und Kommunisten, die nur darauf aus waren, die ganze Bevölkerung zu versklaven. Indes wollten wir das genaue Gegenteil erreichen. Aber die Wessi Propagandakampagne hat ihre Wirkung gezeitigt, indem sie die Leute überzeugt hat, Dinge zu tun, die gegen das Eigeninteresse waren – und das ist der Fall auch heute noch.

Ich erinnere mich, dass die Westberliner Schmier bei einer "Razzia" auf meiner Westberliner Wohnung in 1978 meine in der DDR gekaufte Sammlung der kompletten Werke von K. Marx und F. Engels beschlagnahmte. Angeblich handelte es sich um "subversive Literatur“. Erst eine richterliche Anordnung zwang sie, meine Bücher wieder rauszurücken, allerdings vier Monate später und sehr widerwillig. Auch wurde ich mehrere Male wegen "Verdachts einer Spionagetätigkeit“ festgenommen. Da war die Stasi eine Pfadfindertruppe gegen.

Ich werde mir auf jeden Fall das Buch besorgen.

MsG


Du schreibst in Rätseln....wie kommste denn darauf.Versklaven..? Habe ich da was verpasst ?

Was ist denn daran so rätselhaft? Das war (und immer noch ist) die gängige propagandistische Richtung, und nicht nur bei den Wessis.

MsG


Fünf Minuten vor der Zeit ist des Soldaten Pünktlicheit, der Sanitäter kommt zehn Minuten später.
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#42

RE: Überwachtes Deutschland Post und Telefonüberwachung in der alten Bundesrepublik

in Bücher und Militaria - Empfehlungen und Tauschbörse 18.03.2013 19:56
von Lebensläufer | 1.235 Beiträge

Siehe Grenzwolfs Wunschvorstellung...."Da freu ich mich Fritze
Weißt du was, ich werde auch noch die Junge Welt abonieren"

Ich schrieb das schon öfters, ich bin Zeitungszusteller. Nimm besser das Neue Deutschland, ist nur so ein Geheimtipp vom Rainer, kostet auch kein Geld. Ich lese (kostenlos) nebenbei FAZ, DIE WELT, junge welt, ND, Süddeutsche...und Andere, die schafft man eigentlich garnicht im normalen Alltag aber ich versuchs zumindest, auch im Urlaub immer mit Kombi und Zeitungsjahresansammlung. Meine Frau ist da stets besonders erbaut davon.

Lebensläufer


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#43

RE: Überwachtes Deutschland Post und Telefonüberwachung in der alten Bundesrepublik

in Bücher und Militaria - Empfehlungen und Tauschbörse 18.03.2013 20:48
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von Gert im Beitrag #35
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #21
Zitat von Fritze im Beitrag #20
@ Grenzwolf 62 : Also Du hast in diesem Forum schon sehr viel gelernt !
Und ausserdem wirst Du mir immer sympatischer !


Da freu ich mich Fritze
Weißt du was, ich werde auch noch die Junge Welt abonieren



GW, ich habe sie schon aboniert und horte sie. Ist nur 'ne Vorsichtsmassnahme für den Fall, dass mal Engpässe bei der Versorgung mit TO Papier
entstehen.




Gert das ND ist weicher


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#44

RE: Überwachtes Deutschland Post und Telefonüberwachung in der alten Bundesrepublik

in Bücher und Militaria - Empfehlungen und Tauschbörse 18.03.2013 20:52
von glasi | 2.815 Beiträge

Ich fand das Leben in der BRD immer sehr angenehm. Probleme gab es für mich und meine Familie immer nur in der DDR. Ich hatte ja oft schon in diesem Forum darüber berichtet. Mann hatte sogar einen IM bei unseren Besuchen eingeschleust. Dann noch die Kleinigkeiten. Offne Pakete, knacken in der Telefonleitung, und nartürlich noch die Kontrolle an der Grenze. Mit dem Ende der DDR hatte ich nie wieder was mit einem Geheimdienst zutuen. . Ich denke es liegt daran auf welcher Seite mann steht oder gestanden hat oder auch noch stehen wird.



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zuletzt bearbeitet 18.03.2013 21:06 | nach oben springen

#45

RE: Überwachtes Deutschland Post und Telefonüberwachung in der alten Bundesrepublik

in Bücher und Militaria - Empfehlungen und Tauschbörse 18.03.2013 21:17
von utkieker | 2.922 Beiträge

Mit 'n Telefon hatte ich keine Probleme, ich hatte in der DDR kein's!

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#46

RE: Überwachtes Deutschland Post und Telefonüberwachung in der alten Bundesrepublik

in Bücher und Militaria - Empfehlungen und Tauschbörse 18.03.2013 21:46
von ddr-bürger (gelöscht)
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@glasi

heute ist die Technik weiter, da "knackt" nichts mehr in der Leitung.

Wie war das mit dem Kopf im Sand - ich seh dich nicht, also bist du nicht da....


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#47

RE: Überwachtes Deutschland Post und Telefonüberwachung in der alten Bundesrepublik

in Bücher und Militaria - Empfehlungen und Tauschbörse 18.03.2013 22:38
von glasi | 2.815 Beiträge

Zitat von glasi im Beitrag #44
Ich fand das Leben in der BRD immer sehr angenehm. Probleme gab es für mich und meine Familie immer nur in der DDR. Ich hatte ja oft schon in diesem Forum darüber berichtet. Mann hatte sogar einen IM bei unseren Besuchen eingeschleust. Dann noch die Kleinigkeiten. Offne Pakete, knacken in der Telefonleitung, und nartürlich noch die Kontrolle an der Grenze. Mit dem Ende der DDR hatte ich nie wieder was mit einem Geheimdienst zutuen. . Ich denke es liegt daran auf welcher Seite mann steht oder gestanden hat oder auch noch stehen wird.

Aber wenn ihr denkt ich haue jetzt auf dem MFS rum dann liegt ihr falsch. Mein Vater ( Republikflüchling) und ich haben es rausgefordert. Wir waren ganz offen gegen denn SED Staat. Wir musten damit rechnen. Wir waren auf der falschen Seite.



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#48

RE: Überwachtes Deutschland Post und Telefonüberwachung in der alten Bundesrepublik

in Bücher und Militaria - Empfehlungen und Tauschbörse 18.03.2013 22:39
von Schuddelkind | 3.512 Beiträge

Wie schön doch der im Eingangspost beschriebene Artikel aus dem ND ist. Ein schönes Beispiel der Manipulation, indem man einfach ein paar Informationen weg lässt. Und schon wird dem geneigten User das Bild vermittelt, dass die Alt-BRD mindestens so überwachungsgierig wie das MfS war und flächenddeckend die ganze Bundesrepublik repektive deren Bürger ausspionierte. Zugegebenermaßen wurde definitiv die Rechtsstaatlichkeit verletzt und dieses Kapitel sollte aufgearbeitet werden. Aber die Ehre der flächendeckenden Bespitzelung der eigenen Bevölkerung geht eindeutig an das MfS!

SPIEGEL: Die Bundesregierung hat jetzt eingeräumt, dass der Zoll bis zur deutschen Einheit 1990 Postsendungen aus der DDR kontrollierte. Überrascht Sie das?

Foschepoth: Mich überrascht die Begründung. Die Bundesregierung beruft sich für die jahrzehntelange Praxis auf die Interzonenüberwachungsverordnung von 1951, dabei regelt seit 1961 ein Gesetz die Zensur durch den Zoll.

SPIEGEL: Warum hat ausgerechnet der Zoll Briefe und Pakete kontrolliert?

Foschepoth: Anfang der fünfziger Jahre schickte die DDR massenweise Postsendungen mit Propagandamaterial gegen die Westintegration der Bundesrepublik über die innerdeutsche Grenze, und die Alliierten baten Kanzler Adenauer um Hilfe bei der Postzensur. Man sorgte sich, die Westdeutschen könnten der SED auf den Leim gehen. Nach dem Grundgesetz ist aber eine Verletzung des Postgeheimnisses ohne entsprechendes Gesetz unzulässig. Adenauer stimmte trotzdem zu. Nun sah die Interzonenüberwachungsverordnung ohnehin vor, dass die Post dem Zoll Sendungen aus der DDR vorlegte, wenn diese dem Anschein nach Waren oder Wertpapiere enthielten. Fortan suchte der Zoll auch nach Propagandamaterial.

SPIEGEL: Das klingt abenteuerlich.

Foschepoth: Das sahen auch manche leitende Beamte so. Immer wieder äußerten sie rechtsstaatliche Bedenken gegen die "gesetzlose Verwaltungspraxis", wie sie es formulierten.

SPIEGEL: Wie lief die Kontrolle ab?

Foschepoth: Es wurde ein gestaffeltes Überwachungssystem entwickelt. Sobald Züge aus der DDR mit Post die innerdeutsche Grenze passiert hatten, stiegen westdeutsche Postbeamte zu und sortierten noch im Zug die Sendungen vor. An den zentralen sogenannten Aussonderungsstellen Hamburg, Hannover, Bad Hersfeld und Hof wurde die verdächtige Post dann dem Zoll übergeben.

SPIEGEL: Vom BND ist bekannt, dass er Post aus der DDR öffnete, unter anderem um ein Bild von der dortigen Stimmung zu bekommen. Die Briefe wurden dann wieder verschlossen und zugestellt. Was machte der Zoll damit?

Foschepoth: Wenn man sogenannte staatsgefährdende Schriften fand, wurden sie dem Staatsanwalt übergeben oder vernichtet, zeitweise übrigens von Häftlingen in einem Zuchthaus in Hannover.

SPIEGEL: Wie viele Sendungen wurden nach Ihrer Einschätzung konfisziert?

Foschepoth: In den Akten lässt sich nachweisen, dass alliierte und deutsche Stellen zwischen 1956 und 1972 mindestens 151 Millionen Postsendungen aus dem Verkehr zogen.

SPIEGEL: Und das wurde bis 1990 so gehandhabt?

Foschepoth: Über die siebziger und achtziger Jahre wissen wir bislang wenig. Die Akten liegen nämlich der Forschung nicht vor.
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-68425649.html




Millionen und Abermillionen Postsendungen wurden Jahr für Jahr ausgewertet und teilweise vernichtet. Millionen und Abermillionen Telefonate wurden abgehört – von und im Auftrag der ehemaligen Besatzungsmächte, aber auch von den Westdeutschen selbst. Nahezu alle eingehende Post aus der DDR und massenweise Briefe und Pakete aus anderen osteuropäischen und kommunistischen Staaten wurden angehalten und zensiert. Die Telefon-, Fernschreib- und Telegrafenleitungen zwischen der DDR und der Bundesrepublik, in die übrigen osteuropäischen Staaten sowie ins westliche Ausland wurden systematisch überwacht und abgehört. Die alte Bundesrepublik zwischen 1949 und 1989 war ein großer, effizienter und effektiver Überwachungsstaat.
Das Buch liefert neue Erkenntnisse aufgrund einer umfassenden und intensiven Auswertung von bislang nicht erforschten, zumeist unzugänglichen und vielfach noch als geheim eingestuften Akten der Bundesregierung und der ehemaligen Besatzungsmächte USA und Großbritannien. Es wird deutlich: Die Geschichte der Bundesrepublik ist noch nicht geschrieben.

http://www.v-r.de/de/title-0-0/ueberwach...chland-1007436/


Intellektuelle spielen Telecaster
zuletzt bearbeitet 18.03.2013 22:41 | nach oben springen

#49

RE: Überwachtes Deutschland Post und Telefonüberwachung in der alten Bundesrepublik

in Bücher und Militaria - Empfehlungen und Tauschbörse 18.03.2013 22:45
von glasi | 2.815 Beiträge

Zitat von Schuddelkind im Beitrag #48
Wie schön doch der im Eingangspost beschriebene Artikel aus dem ND ist. Ein schönes Beispiel der Manipulation, indem man einfach ein paar Informationen weg lässt. Und schon wird dem geneigten User das Bild vermittelt, dass die Alt-BRD mindestens so überwachungsgierig wie das MfS war und flächenddeckend die ganze Bundesrepublik repektive deren Bürger ausspionierte. Zugegebenermaßen wurde definitiv die Rechtsstaatlichkeit verletzt und dieses Kapitel sollte aufgearbeitet werden. Aber die Ehre der flächendeckenden Bespitzelung der eigenen Bevölkerung geht eindeutig an das MfS!

SPIEGEL: Die Bundesregierung hat jetzt eingeräumt, dass der Zoll bis zur deutschen Einheit 1990 Postsendungen aus der DDR kontrollierte. Überrascht Sie das?

Foschepoth: Mich überrascht die Begründung. Die Bundesregierung beruft sich für die jahrzehntelange Praxis auf die Interzonenüberwachungsverordnung von 1951, dabei regelt seit 1961 ein Gesetz die Zensur durch den Zoll.

SPIEGEL: Warum hat ausgerechnet der Zoll Briefe und Pakete kontrolliert?

Foschepoth: Anfang der fünfziger Jahre schickte die DDR massenweise Postsendungen mit Propagandamaterial gegen die Westintegration der Bundesrepublik über die innerdeutsche Grenze, und die Alliierten baten Kanzler Adenauer um Hilfe bei der Postzensur. Man sorgte sich, die Westdeutschen könnten der SED auf den Leim gehen. Nach dem Grundgesetz ist aber eine Verletzung des Postgeheimnisses ohne entsprechendes Gesetz unzulässig. Adenauer stimmte trotzdem zu. Nun sah die Interzonenüberwachungsverordnung ohnehin vor, dass die Post dem Zoll Sendungen aus der DDR vorlegte, wenn diese dem Anschein nach Waren oder Wertpapiere enthielten. Fortan suchte der Zoll auch nach Propagandamaterial.

SPIEGEL: Das klingt abenteuerlich.

Foschepoth: Das sahen auch manche leitende Beamte so. Immer wieder äußerten sie rechtsstaatliche Bedenken gegen die "gesetzlose Verwaltungspraxis", wie sie es formulierten.

SPIEGEL: Wie lief die Kontrolle ab?

Foschepoth: Es wurde ein gestaffeltes Überwachungssystem entwickelt. Sobald Züge aus der DDR mit Post die innerdeutsche Grenze passiert hatten, stiegen westdeutsche Postbeamte zu und sortierten noch im Zug die Sendungen vor. An den zentralen sogenannten Aussonderungsstellen Hamburg, Hannover, Bad Hersfeld und Hof wurde die verdächtige Post dann dem Zoll übergeben.

SPIEGEL: Vom BND ist bekannt, dass er Post aus der DDR öffnete, unter anderem um ein Bild von der dortigen Stimmung zu bekommen. Die Briefe wurden dann wieder verschlossen und zugestellt. Was machte der Zoll damit?

Foschepoth: Wenn man sogenannte staatsgefährdende Schriften fand, wurden sie dem Staatsanwalt übergeben oder vernichtet, zeitweise übrigens von Häftlingen in einem Zuchthaus in Hannover.

SPIEGEL: Wie viele Sendungen wurden nach Ihrer Einschätzung konfisziert?

Foschepoth: In den Akten lässt sich nachweisen, dass alliierte und deutsche Stellen zwischen 1956 und 1972 mindestens 151 Millionen Postsendungen aus dem Verkehr zogen.

SPIEGEL: Und das wurde bis 1990 so gehandhabt?

Foschepoth: Über die siebziger und achtziger Jahre wissen wir bislang wenig. Die Akten liegen nämlich der Forschung nicht vor.
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-68425649.html




Millionen und Abermillionen Postsendungen wurden Jahr für Jahr ausgewertet und teilweise vernichtet. Millionen und Abermillionen Telefonate wurden abgehört – von und im Auftrag der ehemaligen Besatzungsmächte, aber auch von den Westdeutschen selbst. Nahezu alle eingehende Post aus der DDR und massenweise Briefe und Pakete aus anderen osteuropäischen und kommunistischen Staaten wurden angehalten und zensiert. Die Telefon-, Fernschreib- und Telegrafenleitungen zwischen der DDR und der Bundesrepublik, in die übrigen osteuropäischen Staaten sowie ins westliche Ausland wurden systematisch überwacht und abgehört. Die alte Bundesrepublik zwischen 1949 und 1989 war ein großer, effizienter und effektiver Überwachungsstaat.
Das Buch liefert neue Erkenntnisse aufgrund einer umfassenden und intensiven Auswertung von bislang nicht erforschten, zumeist unzugänglichen und vielfach noch als geheim eingestuften Akten der Bundesregierung und der ehemaligen Besatzungsmächte USA und Großbritannien. Es wird deutlich: Die Geschichte der Bundesrepublik ist noch nicht geschrieben.

http://www.v-r.de/de/title-0-0/ueberwach...chland-1007436/

Es war kalter Krieg . Mann mußte auf alles Vorbereitet sein. Jede Information hätte wichtig sein können.



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#50

RE: Überwachtes Deutschland Post und Telefonüberwachung in der alten Bundesrepublik

in Bücher und Militaria - Empfehlungen und Tauschbörse 18.03.2013 23:23
von Rostocker | 7.723 Beiträge

Zitat von glasi im Beitrag #49
Zitat von Schuddelkind im Beitrag #48
Wie schön doch der im Eingangspost beschriebene Artikel aus dem ND ist. Ein schönes Beispiel der Manipulation, indem man einfach ein paar Informationen weg lässt. Und schon wird dem geneigten User das Bild vermittelt, dass die Alt-BRD mindestens so überwachungsgierig wie das MfS war und flächenddeckend die ganze Bundesrepublik repektive deren Bürger ausspionierte. Zugegebenermaßen wurde definitiv die Rechtsstaatlichkeit verletzt und dieses Kapitel sollte aufgearbeitet werden. Aber die Ehre der flächendeckenden Bespitzelung der eigenen Bevölkerung geht eindeutig an das MfS!

SPIEGEL: Die Bundesregierung hat jetzt eingeräumt, dass der Zoll bis zur deutschen Einheit 1990 Postsendungen aus der DDR kontrollierte. Überrascht Sie das?

Foschepoth: Mich überrascht die Begründung. Die Bundesregierung beruft sich für die jahrzehntelange Praxis auf die Interzonenüberwachungsverordnung von 1951, dabei regelt seit 1961 ein Gesetz die Zensur durch den Zoll.

SPIEGEL: Warum hat ausgerechnet der Zoll Briefe und Pakete kontrolliert?

Foschepoth: Anfang der fünfziger Jahre schickte die DDR massenweise Postsendungen mit Propagandamaterial gegen die Westintegration der Bundesrepublik über die innerdeutsche Grenze, und die Alliierten baten Kanzler Adenauer um Hilfe bei der Postzensur. Man sorgte sich, die Westdeutschen könnten der SED auf den Leim gehen. Nach dem Grundgesetz ist aber eine Verletzung des Postgeheimnisses ohne entsprechendes Gesetz unzulässig. Adenauer stimmte trotzdem zu. Nun sah die Interzonenüberwachungsverordnung ohnehin vor, dass die Post dem Zoll Sendungen aus der DDR vorlegte, wenn diese dem Anschein nach Waren oder Wertpapiere enthielten. Fortan suchte der Zoll auch nach Propagandamaterial.

SPIEGEL: Das klingt abenteuerlich.

Foschepoth: Das sahen auch manche leitende Beamte so. Immer wieder äußerten sie rechtsstaatliche Bedenken gegen die "gesetzlose Verwaltungspraxis", wie sie es formulierten.

SPIEGEL: Wie lief die Kontrolle ab?

Foschepoth: Es wurde ein gestaffeltes Überwachungssystem entwickelt. Sobald Züge aus der DDR mit Post die innerdeutsche Grenze passiert hatten, stiegen westdeutsche Postbeamte zu und sortierten noch im Zug die Sendungen vor. An den zentralen sogenannten Aussonderungsstellen Hamburg, Hannover, Bad Hersfeld und Hof wurde die verdächtige Post dann dem Zoll übergeben.

SPIEGEL: Vom BND ist bekannt, dass er Post aus der DDR öffnete, unter anderem um ein Bild von der dortigen Stimmung zu bekommen. Die Briefe wurden dann wieder verschlossen und zugestellt. Was machte der Zoll damit?

Foschepoth: Wenn man sogenannte staatsgefährdende Schriften fand, wurden sie dem Staatsanwalt übergeben oder vernichtet, zeitweise übrigens von Häftlingen in einem Zuchthaus in Hannover.

SPIEGEL: Wie viele Sendungen wurden nach Ihrer Einschätzung konfisziert?

Foschepoth: In den Akten lässt sich nachweisen, dass alliierte und deutsche Stellen zwischen 1956 und 1972 mindestens 151 Millionen Postsendungen aus dem Verkehr zogen.

SPIEGEL: Und das wurde bis 1990 so gehandhabt?

Foschepoth: Über die siebziger und achtziger Jahre wissen wir bislang wenig. Die Akten liegen nämlich der Forschung nicht vor.
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-68425649.html




Millionen und Abermillionen Postsendungen wurden Jahr für Jahr ausgewertet und teilweise vernichtet. Millionen und Abermillionen Telefonate wurden abgehört – von und im Auftrag der ehemaligen Besatzungsmächte, aber auch von den Westdeutschen selbst. Nahezu alle eingehende Post aus der DDR und massenweise Briefe und Pakete aus anderen osteuropäischen und kommunistischen Staaten wurden angehalten und zensiert. Die Telefon-, Fernschreib- und Telegrafenleitungen zwischen der DDR und der Bundesrepublik, in die übrigen osteuropäischen Staaten sowie ins westliche Ausland wurden systematisch überwacht und abgehört. Die alte Bundesrepublik zwischen 1949 und 1989 war ein großer, effizienter und effektiver Überwachungsstaat.
Das Buch liefert neue Erkenntnisse aufgrund einer umfassenden und intensiven Auswertung von bislang nicht erforschten, zumeist unzugänglichen und vielfach noch als geheim eingestuften Akten der Bundesregierung und der ehemaligen Besatzungsmächte USA und Großbritannien. Es wird deutlich: Die Geschichte der Bundesrepublik ist noch nicht geschrieben.

http://www.v-r.de/de/title-0-0/ueberwach...chland-1007436/

Es war kalter Krieg . Mann mußte auf alles Vorbereitet sein. Jede Information hätte wichtig sein können.


Siehste Glasi---und so taten es beide Seiten und das wahrscheinlich mit Recht--Es war halt der kalte Krieg.


glasi hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#51

RE: Überwachtes Deutschland Post und Telefonüberwachung in der alten Bundesrepublik

in Bücher und Militaria - Empfehlungen und Tauschbörse 19.03.2013 12:49
von rotrang (gelöscht)
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es war 1992,da haben wir vom THW die ehemalige güst cumlosen als objekt übernommen. waren nicht schlecht erstaunt was wir zusehen bekamen.super telefonanlage mit allem drum und dran.leider waren die herren vom bnd vor uns da, und haben das wichtigste ausgebaut,den rest musten wir demontieren.im keller waren 4 abhörer,und die wurden von einem oberabhörer überprüft.
wie sagte schon Stalin: VERTRAUEN ist gut KONTRLLE ist besser.
kontrolliere die, denen du Vertraust

gruß rotrang


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#52

RE: Überwachtes Deutschland Post und Telefonüberwachung in der alten Bundesrepublik

in Bücher und Militaria - Empfehlungen und Tauschbörse 19.03.2013 15:21
von ddr-bürger (gelöscht)
avatar

Geheimdienstliche Tätigkeiten (so auch das Abhören von Telefonkontakten), sind wie das "älteste Gewerbe der Welt". Ob Ost, ob West überall gleich, jeder macht es, jeder braucht es.... nur keiner gibt zu das es eigentlich wie Hurerei ist.
Man kann das gar nicht vergleichen, zu unterschiedlich ist die gesellsch. Situation, das Feindbild und die Konzentration der Gegner. Wenn ich aus unsicherheit eine Schicht der Bevölkerung kontrollieren will, dann bediene ich mich anderer Mittel als wenn ich wenige aber evtl offensiver vorgehender Gegner unter Kontrolle halten möchte. Nur sind beide bereit den gleichen Grad an "Aktivitäten" an den Tag zu legen.


zuletzt bearbeitet 19.03.2013 15:21 | nach oben springen

#53

RE: Überwachtes Deutschland Post und Telefonüberwachung in der alten Bundesrepublik

in Bücher und Militaria - Empfehlungen und Tauschbörse 19.03.2013 18:38
von Wanderer zwischen 2 Welten | 2.340 Beiträge

Zitat von Bugsy im Beitrag #31
Die Wessis waren schon immer ziemlich paranoid in ihrem Verhalten. So überraschte es mich nicht, dass sie Post- und Telefonüberwachung ausübten. Sie sahen sich ständig von "Feinden“ umstellt. Feinde in der Form von Sozialisten und Kommunisten, die nur darauf aus waren, die ganze Bevölkerung zu versklaven. Indes wollten wir das genaue Gegenteil erreichen. Aber die Wessi Propagandakampagne hat ihre Wirkung gezeitigt, indem sie die Leute überzeugt hat, Dinge zu tun, die gegen das Eigeninteresse waren – und das ist der Fall auch heute noch.

Ich erinnere mich, dass die Westberliner Schmier bei einer "Razzia" auf meiner Westberliner Wohnung in 1978 meine in der DDR gekaufte Sammlung der kompletten Werke von K. Marx und F. Engels beschlagnahmte. Angeblich handelte es sich um "subversive Literatur“. Erst eine richterliche Anordnung zwang sie, meine Bücher wieder rauszurücken, allerdings vier Monate später und sehr widerwillig. Auch wurde ich mehrere Male wegen "Verdachts einer Spionagetätigkeit“ festgenommen. Da war die Stasi eine Pfadfindertruppe gegen.

Ich werde mir auf jeden Fall das Buch besorgen.

MsG



Natuerlich hat auch die BRD ihre kuenstlich erschaffenen Feindbilder um dem eigenen Buerger eine Gefahr vorgaukeln zu koennen der man nur mit Verzicht auf Freiheiten und Buergerrechte entgegen treten kann. Das gab es nicht nur im Osten. Leider gehen auch im alten Westen / vereinten Deutschland zuviel Buerger der Staatspropaganda auf den Leim.


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#54

RE: Überwachtes Deutschland Post und Telefonüberwachung in der alten Bundesrepublik

in Bücher und Militaria - Empfehlungen und Tauschbörse 21.03.2013 18:14
von passport | 2.638 Beiträge

Aber die Ehre der flächendeckenden Bespitzelung der eigenen Bevölkerung geht eindeutig an das MfS!

Hallo Schuddel.... , warst Du dabei oder woher stammt dein Wissen ?

passport


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#55

RE: Überwachtes Deutschland Post und Telefonüberwachung in der alten Bundesrepublik

in Bücher und Militaria - Empfehlungen und Tauschbörse 21.03.2013 19:09
von Fritze (gelöscht)
avatar

Da war wohl ,wie so oft die Blödzeitung die Quelle.


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#56

RE: Überwachtes Deutschland Post und Telefonüberwachung in der alten Bundesrepublik

in Bücher und Militaria - Empfehlungen und Tauschbörse 29.12.2013 11:55
von UvD815 | 619 Beiträge

Erst kürzlich strahlte der MDR einen Beitrag zur Thematik - Post und Briefgeheimnis in der BRD vor 1990 aus.
Wie schon hier im Forum erwähnt, wurden neben Zollbeamte auch Bundeswehrangehörige von bestimmten Einheiten der psychol. Kriegsführung eingesetzt, um Briefe und Postsendungen aus der DDR zu öffnen, ggffs auch an westl. Geheimdienste weiterzuleiten.
Ein Großteil dieser Sendungen wurde vernichtet und erreichte nie den Empfänger in WD oder WB.


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#57

RE: Überwachtes Deutschland Post und Telefonüberwachung in der alten Bundesrepublik

in Bücher und Militaria - Empfehlungen und Tauschbörse 25.06.2014 06:13
von Schuddelkind | 3.512 Beiträge

Das Thema wurde gestern im Magazin "Fakt" wieder aufgegriffen. Wer es verpasst hat, hier der Link, der Beitrag startet bei 0:07:35 http://mediathek.daserste.de/sendung-ver.../22042422_fakt

Erschütternd, wie die Bundesregierung damals das Briefgeheimnis umging: Die Briefsendungen aus der DDR wurden kurzerhand per Gesetz in Gänze zur "Ware" erklärt und somit konnte der Zoll tätig werden. Ein klarer Verfassungsbruch!! In den 60igern ist die Hälfte aller Briefsendungen geöffnet worden. Angeblich, weil man Angst hatte, das Propagandamaterial eingeschleust wird........als wenn das irgendjemand in Westdeutschland interessiert hätte........


Intellektuelle spielen Telecaster
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#58

RE: Überwachtes Deutschland Post und Telefonüberwachung in der alten Bundesrepublik

in Bücher und Militaria - Empfehlungen und Tauschbörse 25.06.2014 19:34
von ehem. Hu | 466 Beiträge

Passt zwar nicht zum Thema, aber auch bis zur Minute 07:35 ist es sehr interessant, Man darf nicht darüber nachdenken oder man muss.

Zum Thema: Mein Opa hatte Geschwister in den gebrauchten Bundesländern. Einiges an Post kam nie an. Nun kann man heute würfeln, welche Seite zugeschlagen hat. Aber bei uns hat man sich die Mühe gemacht, die Sendungen wieder zu verschließen und weiterzuleiten.

friedliche Grüße Andreas


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#59

RE: Überwachtes Deutschland Post und Telefonüberwachung in der alten Bundesrepublik

in Bücher und Militaria - Empfehlungen und Tauschbörse 25.06.2014 19:45
von damals wars | 12.175 Beiträge

Wie Gysi heute im Bundestag berichtete, baut die NSA eine neue Spitzelzentrale zur flächendeckenden Bespitzelung der Deutschen in Wiesbaden, mit Billigung der Bundesregierung!
Der Verfassungsschutz schützt nicht mal die Bundesregierung, geschweige den das deutsche Volk.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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