#41

RE: Politoffiziere

in Grenztruppen der DDR 21.01.2013 11:17
von EK82I | 869 Beiträge

Recht schwierig,nach so langer Zeit sich an alles und jeden zu erinnern.Unser Polit war jedenfalls oft draussen.Allerdings auf der 5.Füst,die für das Batalion (Vulkan) Insgesamt war das der stressigste PP,weil immer das Ziel für irgendwelche Kontrollen von allen Ebenen.Verpissen war nicht angesagt,weil man musste die Herren immer in das veschlossene Objekt hereinlassen.
Ansonste oft auch auf der anderen Zaunseite unterwegs.Sein Zimmer war ja gegenüber der Wache,da gab es auch so manche Plauschereien zusätzlich.Alles in allem,ein umgänglicher Zeitgenosse für uns alle.
Habe Ihn bei einem Treffen mit Kameraden wiedergetroffen,es war sehr interessant zu erfahren,wie es unter anderem nach meiner Zeit in Dahrendorf weiterging.Leider hat die Gesundheit auch Ihn zugesetzt ,aber das geht ja vielen von uns so.
Viel schlimmer war der StKC,mit dem war gar kein Auskommen,aber das steht auf einem anderen Blatt!


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#42

RE: Politoffiziere

in Grenztruppen der DDR 22.01.2013 00:24
von Rainman2 | 5.754 Beiträge

Zitat von jecki09 im Beitrag #34
... So z.B. hatte ich immer eine vorbereitete Buchlesung (Horst Bastian "Gewalt und Zärtlichkeit - Teil 1") parat. Sollte mal eine Kontrolle kommen, war diese Buchlesung natürlich am Tag der Kontrolle dran. Und in Sachen Material für eine neue, aktuelle Wandzeitung konnte ich immer auf meinen Polit bauen. (Wie jetzt bei Schäwbisch Hall).


Hallo jecki,

Respekt, an Buchlesungen haben sich nicht viele rangetraut, obwohl sie eigentlich recht simple vorzubereiten sind, vorausgesetzt man kennt und mag das Buch zu man lesen will.

Mir fällt da aber noch eine Episode aus meiner Zeit an der Offiziershochschule ein. Ende des zweiten Studienjahres wurden wir als Gruppenführer im neuen Hochschulreifekurs eigesetzt. Die Jungs waren neu gekommen und sollten in wenigen Wochen zunächst auf die Vereidigung vorbereitet werden. Sie lernten schnell die Dauermüdigkeit an der OHS kennen. Jeder konnte fast überall in jeder Lage einschlafen. Unter diesen Bedingungen wurden sie zugweise in Unterrichtsräume gesetzt und sollten dort ein kollektives Selbstudium durchführen. Und wir Gruppenführer sollten das beaufsichtigen. Um die Jungs munter zu halten erzählte ich ihnen von den Plauener Kneipen, gab Tipps, wo man tanzen gehen konnte und wie die Bewachung der Wohnheime der Doppel-X-Chromosomenfraktion organisiert war. Unter diesen Umständen schliefen weit weniger. Bevor wir das aber machten, musste ich sie auf die jederzeit drohende Kontrolle durch einen Lehroffizier vorbbereiten. An dem Tag, wo ich wieder dran war, sprang da ein Oberstleutnant aus dem Bereicht Gesellschaftswissenschaften herum. Ich hatte mit den Jungs ein paar Antworten geprobt, damit es so aussah, als hätten sie studiert. Dann kam mir noch der Gedanke, einen zu impfen, dass er dem OSL eine Frage stellt. Der OSL kam, alle wirkten munter, er stellte ein paar Fragen, bekam ein paar Antworten - alles war in sozialistischer Ordnung. Dann aber fragte er, ob es Fragen gäbe. Der "Geimpfte" meldete sich prompt und fragte: "Genosse Oberstleutnant, was überzeugt uns eigentlich so von der Sieghaftigkeit des Sozialismus, historisch und im Weltmaßstab". Damit durfte die Kontrolle gelaufen sein, dachte ich. Aber der Genosse OSL begann plötzlich zu schwimmen. Die Frage hatte er so noch nicht. Nunja, ein ausgewachsener Offiziersschüler hätte sie auch kaum so gestellt - er hätte sie prompt zurückbekommen, um sie selbst beantworten zu müssen. Nach zwei Minuten wurde das Gedruckse peinlich. Ich hatte kurz zuvor ein Referat in WK (Wissenschaftlicher Kommunismus) gehalten, in dem es auch um diese Frage gegangen war. Ich fragte den Oberstleutnant, ob ich vielleicht mal versuchen sollte ... jaja ... und ich hielt den entsprechenden Teil meines Referats nochmal einschließlich Tafelbild. Da das Referat mit 1 durchgegangen war, konnte ich mir sicher sein, auf der richtigen Linie zu liegen. Der OSL war sichtlich angetan und empfahl am Ende den jungen Genossen, sich an mir ein Beispiel zu nehmen. Taten sie. Nach einem Jah kannten sie fast alle Kneipen in Plauen ...

Seitdem hatte ich immer einen kleinen Fragenvorrat auf Lager, den man seinen Soldaten zuspielen konnte um Kontrollen auf Abstand zu halten. Merke: Wer schwafeln muss, schnüffelt nicht rum.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


Schuddelkind, utkieker, erkoe, ABV und Harzwanderer haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#43

RE: Politoffiziere

in Grenztruppen der DDR 22.01.2013 02:23
von Rainman2 | 5.754 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #39
... Ansonsten zeigt #22 was eine 680 unter 'kurz und bündig' versteht *duck_und_wegrenn*

Ich weiß ja nicht, ob Du noch weißt, was ein Antagonismus ist. "Polit" und "kurz und bündig" fallen definitiv unter diese Kategorie. Falls Du mich also verscheißern wolltest, muss ich Dir sagen: Ich hab's gemerkt! Das nur für den Fall, dass Du aus der abgeduckten Haltung wieder hoch kommst ...

*stolz und aufrecht steh und wegrennendem 94 nachschmunzel*

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#44

RE: Politoffiziere

in Grenztruppen der DDR 22.01.2013 22:22
von jecki09 | 422 Beiträge

Hallo Rainman2,
Die vorbereitete Buchlesung habe ich immer noch.

Ja ja, die Kneipen, und auch die "Öko-miezen" in Plauen. Da gab es eine super Kneipe direkt unter der Syratalbrücke. Da ging ich am liebsten hin. Nicht nur wegen der Schinken- und Kochschinkenplatte mit Brot. Klasse war das Sternbier immer, und die Kneipe nicht so durch OS überfüllt.

Von meinem Zug hatten sich drei (zwei weitere und ich) mit den Ökomizen aus der Hammerstraße angefreundet. Jede Woche gab es einen Tag, wo bei den Mädels in der WG gefeiert wurde. Die Mädels machten den Einkauf am Tage und wir kamen dann später dazu. Finanziell wurde das so geregelt, dass die Mädels zusammen eine Woche dran waren und wir drei teilten uns die anderen Wochen. Das hat richtig gut geklappt und ging bis wir nach Suhl zogen.

Einer von uns dreien nahm das Motto "Treffen mit dem ersten Schuss" sehr genau und wurde Vater. Ich habe zu Ihm auch noch lockeren Kontakt.


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#45

RE: Politoffiziere

in Grenztruppen der DDR 23.01.2013 13:15
von erkoe | 301 Beiträge

Zitat von Rainman2 im Beitrag #42
Zitat von jecki09 im Beitrag #34
... So z.B. hatte ich immer eine vorbereitete Buchlesung (Horst Bastian "Gewalt und Zärtlichkeit - Teil 1") parat. Sollte mal eine Kontrolle kommen, war diese Buchlesung natürlich am Tag der Kontrolle dran. Und in Sachen Material für eine neue, aktuelle Wandzeitung konnte ich immer auf meinen Polit bauen. (Wie jetzt bei Schäwbisch Hall).


Hallo jecki,

Respekt, an Buchlesungen haben sich nicht viele rangetraut, obwohl sie eigentlich recht simple vorzubereiten sind, vorausgesetzt man kennt und mag das Buch zu man lesen will.

Mir fällt da aber noch eine Episode aus meiner Zeit an der Offiziershochschule ein. Ende des zweiten Studienjahres wurden wir als Gruppenführer im neuen Hochschulreifekurs eigesetzt. Die Jungs waren neu gekommen und sollten in wenigen Wochen zunächst auf die Vereidigung vorbereitet werden. Sie lernten schnell die Dauermüdigkeit an der OHS kennen. Jeder konnte fast überall in jeder Lage einschlafen. Unter diesen Bedingungen wurden sie zugweise in Unterrichtsräume gesetzt und sollten dort ein kollektives Selbstudium durchführen. Und wir Gruppenführer sollten das beaufsichtigen. Um die Jungs munter zu halten erzählte ich ihnen von den Plauener Kneipen, gab Tipps, wo man tanzen gehen konnte und wie die Bewachung der Wohnheime der Doppel-X-Chromosomenfraktion organisiert war. Unter diesen Umständen schliefen weit weniger. Bevor wir das aber machten, musste ich sie auf die jederzeit drohende Kontrolle durch einen Lehroffizier vorbbereiten. An dem Tag, wo ich wieder dran war, sprang da ein Oberstleutnant aus dem Bereicht Gesellschaftswissenschaften herum. Ich hatte mit den Jungs ein paar Antworten geprobt, damit es so aussah, als hätten sie studiert. Dann kam mir noch der Gedanke, einen zu impfen, dass er dem OSL eine Frage stellt. Der OSL kam, alle wirkten munter, er stellte ein paar Fragen, bekam ein paar Antworten - alles war in sozialistischer Ordnung. Dann aber fragte er, ob es Fragen gäbe. Der "Geimpfte" meldete sich prompt und fragte: "Genosse Oberstleutnant, was überzeugt uns eigentlich so von der Sieghaftigkeit des Sozialismus, historisch und im Weltmaßstab". Damit durfte die Kontrolle gelaufen sein, dachte ich. Aber der Genosse OSL begann plötzlich zu schwimmen. Die Frage hatte er so noch nicht. Nunja, ein ausgewachsener Offiziersschüler hätte sie auch kaum so gestellt - er hätte sie prompt zurückbekommen, um sie selbst beantworten zu müssen. Nach zwei Minuten wurde das Gedruckse peinlich. Ich hatte kurz zuvor ein Referat in WK (Wissenschaftlicher Kommunismus) gehalten, in dem es auch um diese Frage gegangen war. Ich fragte den Oberstleutnant, ob ich vielleicht mal versuchen sollte ... jaja ... und ich hielt den entsprechenden Teil meines Referats nochmal einschließlich Tafelbild. Da das Referat mit 1 durchgegangen war, konnte ich mir sicher sein, auf der richtigen Linie zu liegen. Der OSL war sichtlich angetan und empfahl am Ende den jungen Genossen, sich an mir ein Beispiel zu nehmen. Taten sie. Nach einem Jah kannten sie fast alle Kneipen in Plauen ...

Seitdem hatte ich immer einen kleinen Fragenvorrat auf Lager, den man seinen Soldaten zuspielen konnte um Kontrollen auf Abstand zu halten. Merke: Wer schwafeln muss, schnüffelt nicht rum.

ciao Rainman


Hallo Rainman2,

also mit dem Beitrag sprichst du mir aus der Seele. Ich war nach meinem Rausschmiss als Flieger noch für ein halbes Jahr Ausbilder an der OHS und versuchte, die jungen Genossen entsprechend einzunorden. "Links um, Rechts um usw...." Kein Problem. Polit schon eher. Ich hatte mir ein paar Karten geschrieben und wollte die Doktrin des Parteitages an die Tafel pellen. Naja, sch***** war's. Hat die Kollegen nicht interessiert. Also wieder links und rechts um usw... Bin dann zum Hptm. Jäc.... (Stellvertreter Polit in der Staffel) und hab mir mal ein paar seiner Zettel abgeholt.

Interessante Geschichte... :-)


Nicht alle Beulen im Helm eines Offiziers stammen vom Klassenfeind...


zuletzt bearbeitet 23.01.2013 13:18 | nach oben springen

#46

RE: Politoffiziere

in Grenztruppen der DDR 23.01.2013 17:35
von glasi | 2.815 Beiträge

Zitat von Jawa 350 im Beitrag #28
Hier stellt sich nun folgende Frage: gab oder gibt es etwas ähnliches bei dem BGS oder bei der BW?

Oder übernimmt ein Militärpfarrer teilweise solche Aufgaben ?

Ein kurzes und knappes NEIN. Es gab in meiner Bw Zeit mal eine Woche politische Bildung in Bonn. Sonst hat die Politik oder Parteien bis zum Ende des kalten Krieges sehr wenig eine Rolle gespielt. Das hat sich ja dann geändert ab 1992. Als es für uns zum ersten mal in die weite Welt ging. Militärpfarrer gab es bei uns auch .Von beiden Konfessionen. Aber das hat mich nie besonders intresiert.



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#47

RE: Politoffiziere

in Grenztruppen der DDR 23.01.2013 18:13
von Damals87 | 503 Beiträge

Hallo,

@glasi, ein NEIN greift imho etwas zu kurz, denn eine, wenn auch nur grob vergleichbare Funktion gibt es durchaus, wenn auch nur im Stab auf Bataillonsebene und höher, und zwar in Form des S1-Offiziers, der sozusagen auch der Personaler ist.
Dessen Zuständigkeiten (aus Wikipedia): Innere Führung, Personalwesen, Informationsarbeit, Jugendarbeit/Nachwuchsgewinnung, Personalersatz.
Zu meiner Zeit (86-87, Fernmeldeeinheit, Territorialheer) ließ er sich nicht in den Kompanien sehen. Allerdings gab er, wenn in meiner Dienstzeit auch nur ca. 2 mal, zugweise Unterrichte im Stabsgebäude.
Politischer Unterricht fand bei uns, sowohl in der Ausbildungs- als auch in der Einsatzkompanie allerdings schon ca. 1x wöchentlich statt. Dieser nannte sich "Staatsbürgerliche Info" und wurde durch ZF bzw. "geeignete" GF durchgeführt, manchmal auch durch den KC. Zur Verwendung kamen hierzu fertige Materialien wie Projektionsfolien und Filme. "Systemvergleich" nahm dabei durchaus einigen Platz ein.
Auch alles übrige, das bei der NVA in die Zuständigkeit des "Polit" fiel und die Kompanie betraf, wurde durch die Linienvorgesetzten abgedeckt. Kultur spielte, da man nach der Grundausbildung fast keine Freizeit am Standort verbrachte, praktisch keine Rolle, allenfalls wurde, wenn auch selten, z.B. Grillen, Kegeln oder eine Brauereibesichtigung organisiert.
Persönliche Probleme des Einzelnen waren dessen eigenes Bier, wer wollte, konnte auf einen Vorgesetzten, mit dem er gut konnte, oder auf den Militärseelsorger zugehen. Eine Einflußnahme, wie oben beschrieben, vom einen als Fürsorge, vom anderen als Bevormundung gesehen, war fast unbekannt. Das Risiko, einen Kameraden in einer persönlichen Krise mit Waffe auf Wache oder Bereitschaft zu schicken, wurde in keiner Weise thematisiert, sondern in Kauf genommen.

Das ganze wird in hohem Maße von Truppenteil, Einheit und den Personen der Vorgesetzten abhängig (gewesen) sein, daher kann ich lediglich für meine eigene aktive Zeit sprechen.

Grüße aus Hessen


„Leben lässt sich nur rückwärts verstehen, muss aber vorwärts gelebt werden.“ Sören Kierkegaard


exgakl, glasi und Rainman2 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#48

RE: Politoffiziere

in Grenztruppen der DDR 23.01.2013 18:34
von 94 | 10.792 Beiträge

Wie sieht den eigentlich eine Ausbildung zum Militärseelsorger aus, reichen da die niederen Weihen? Achso, gibts ja seit '72 nimmer, na egal. Hab mal bissel auf www.militaerseelsorge.bundeswehr.de rumgelesen, aber irgendwie nix gefunden. Oder stelle ich die Frage einfach nur total verkehrt?
Und dieses domini sumus auf der Schulterklappe, hmm? Sind das dann doch Diener zweier Herren?


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#49

RE: Politoffiziere

in Grenztruppen der DDR 23.01.2013 18:37
von furry | 3.562 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #48

Und dieses domini sumus auf der Schulterklappe, hmm? Sind das dann doch Diener zweier Herren?


Kurz gefasst, kann man sie auch Religionsbeamte nennen.


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
zuletzt bearbeitet 23.01.2013 18:37 | nach oben springen

#50

RE: Politoffiziere

in Grenztruppen der DDR 23.01.2013 18:49
von 94 | 10.792 Beiträge

Hmm, laut Art. 33(3) GG ist aber ja genau sowas nicht im Sinne der FDGO oder habsch da auf der Selbstdarstellungsseite der BW irgendwie was zu Militärimamen oder Feldrabbinern einfach nur übersehen?


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#51

RE: Politoffiziere

in Grenztruppen der DDR 23.01.2013 18:50
von glasi | 2.815 Beiträge

Zitat von Damals87 im Beitrag #47
Hallo,

@glasi, ein NEIN greift imho etwas zu kurz, denn eine, wenn auch nur grob vergleichbare Funktion gibt es durchaus, wenn auch nur im Stab auf Bataillonsebene und höher, und zwar in Form des S1-Offiziers, der sozusagen auch der Personaler ist.
Dessen Zuständigkeiten (aus Wikipedia): Innere Führung, Personalwesen, Informationsarbeit, Jugendarbeit/Nachwuchsgewinnung, Personalersatz.
Zu meiner Zeit (86-87, Fernmeldeeinheit, Territorialheer) ließ er sich nicht in den Kompanien sehen. Allerdings gab er, wenn in meiner Dienstzeit auch nur ca. 2 mal, zugweise Unterrichte im Stabsgebäude.
Politischer Unterricht fand bei uns, sowohl in der Ausbildungs- als auch in der Einsatzkompanie allerdings schon ca. 1x wöchentlich statt. Dieser nannte sich "Staatsbürgerliche Info" und wurde durch ZF bzw. "geeignete" GF durchgeführt, manchmal auch durch den KC. Zur Verwendung kamen hierzu fertige Materialien wie Projektionsfolien und Filme. "Systemvergleich" nahm dabei durchaus einigen Platz ein.
Auch alles übrige, das bei der NVA in die Zuständigkeit des "Polit" fiel und die Kompanie betraf, wurde durch die Linienvorgesetzten abgedeckt. Kultur spielte, da man nach der Grundausbildung fast keine Freizeit am Standort verbrachte, praktisch keine Rolle, allenfalls wurde, wenn auch selten, z.B. Grillen, Kegeln oder eine Brauereibesichtigung organisiert.
Persönliche Probleme des Einzelnen waren dessen eigenes Bier, wer wollte, konnte auf einen Vorgesetzten, mit dem er gut konnte, oder auf den Militärseelsorger zugehen. Eine Einflußnahme, wie oben beschrieben, vom einen als Fürsorge, vom anderen als Bevormundung gesehen, war fast unbekannt. Das Risiko, einen Kameraden in einer persönlichen Krise mit Waffe auf Wache oder Bereitschaft zu schicken, wurde in keiner Weise thematisiert, sondern in Kauf genommen.

Das ganze wird in hohem Maße von Truppenteil, Einheit und den Personen der Vorgesetzten abhängig (gewesen) sein, daher kann ich lediglich für meine eigene aktive Zeit sprechen.

Grüße aus Hessen

Hallo Damals 87. Du hast volkommen Recht. Der S1. Das habe ich ganz vergessen.



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#52

RE: Politoffiziere

in Grenztruppen der DDR 23.01.2013 20:07
von damals wars | 12.113 Beiträge

Seltsame Diskussion.
Da der Mann auf der Führungstelle die Vergatterung durchführte, wußten eigentlich immer alle, wer da oben saß.
Und das war bei uns auch regelmäßig der Polit.
Und der fühlte sich dann immer gehalten, das Postenpaar unterhalb der Führungsstelle zu kontrollieren.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#53

RE: Politoffiziere

in Grenztruppen der DDR 24.01.2013 10:06
von EK82I | 869 Beiträge

In Ergänzung zum Vorschreiber,der Mann,der dann auch den Schlüssel runterliess,damit die beiden unten,die ungebetenen Gäste einlassen konnten und anschliessend wieder den alten Zustand herichten mussten.Betraf auch den KC und StKC,aber nur die Füst für das GB,bei uns Bonese.


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#54

RE: Politoffiziere

in Grenztruppen der DDR 02.10.2013 11:34
von Marbacher | 49 Beiträge

Ich kann mich noch an einen erinnern den wir bei den Pionieren (Pferdsdorf) hatten. Wenn ich Urlaub hatte, dann musste ich immer danach in sein Büro und ihn sagen ob es etwas neues gab. Einmal hat er mich sogar gebeten, dass ich meiner Mutter sagen soll sie möchte sich doch bitte von Ihrer Brieffreundin im Westen trennen. War ne alte Klassenkameradin von Ihr.
Bei den Nachrichtentrupp hatte wir keine. Lag wohl daran das wir abgesetzt in Geisa waren und unser Zugführer sowieso einen engen Kontakt zur 2000 pflegte



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