#1

Sie haben Post ...

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 17.01.2013 16:05
von 94 | 10.792 Beiträge

... jaulte vor Jahren schon die freudliche AOL-Tante ... http://www.youtube.com/watch?v=pfDUl-6PIFA

Doch wie war es bei Euch als AGT mit dem Briefempfang. Wurde die Post (durch den Schreiber wimre?) auf die Kompanie geholt und weggebracht? Hat der Hauptfeld (oder der Polit ?) bei fehlenden Absender oder Dienstgrad in der Anschrift 'rumgezickt'? Wurde Post für Urlauber mitempfangen usw. ...

So am Stück gibts da irgendwie hier noch nix oder ich bin zu blöd zum Finden.
Also ... aufgehts Genossen Soldaten, Unteroffiziere, Offiziersschüler und Gefreite!


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


Feliks D. hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#2

RE: Sie haben Post ...

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 17.01.2013 16:14
von utkieker | 2.916 Beiträge

An der Uffz.- Schule wurde der Posteingang doch streng reglementiert alles lief über den Spieß ab (hatten wir da überhaupt einen Schreiber?). In der Grenkompanie lief der ganze Postverkehr über den Schreiber, der Hauptfeld interressierte höchstens mal Päckchen oder Paket.

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#3

RE: Sie haben Post ...

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 17.01.2013 16:22
von S51 | 3.733 Beiträge

An der Uffz-Schule lief das mit der Post über den GUvD oder auch mal UvD, der die Post ausgeteilt bzw. die abgehende Post eingesammelt hat. An der Grenzkompanie hat man die abgehende Post in aller Regel selbst in den Briefkasten nahe bei der GK oder irgendwo im Ort gesteckt. Nur wenn man so gar nicht rauskonnte, hat man sie beim UvD abgegeben, der sie an den KC-Fahrer für die Morgentour zu Bäcker und Konsum weiterreichte. Das musste dann aber vor 07:00 Uhr, möglichst noch vor der Morgenablösung erfolgen. Sonst war der Fahrer eben schon weg. Ergo zeitmäßig etwas unbequem.
Ankommende Post hat der KC-Fahrer vom Postamt abgeholt, beim UvD abgegeben und so gegen 11:00 Uhr konnte man sich selbige dort abholen oder sie wurde von einem Kameraden gemeinsam abgeholt und dann auf der Stube verteilt.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#4

RE: Sie haben Post ...

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 17.01.2013 16:50
von Rainman2 | 5.758 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #1
... Also ... aufgehts Genossen Soldaten, Unteroffiziere, Offiziersschüler und Gefreite!

Aha, und ich muss wieder draußen bleiben - das merk'sch mir aber!

Nur soviel: Als Polit haben mich fehlende Angaben auf dem Brief (z.B. Dienstgrad) interessiert wie eine Wasserstandsmeldung von einem mittelkirgisischen Dorfbrunnen. Wenn da jemand was gesagt hätte, wäre es der Hauptfeldwebel gewesen. Bei einem fehlende Absender wurde durch den mal nachgefragt und gefordert, dass man dem Absender mitteilt, dass er beim nächstenmal ordentlich zu adressieren hat.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


zuletzt bearbeitet 17.01.2013 16:51 | nach oben springen

#5

RE: Sie haben Post ...

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 17.01.2013 16:54
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #1
... Also ... aufgehts Genossen Soldaten, Unteroffiziere, Offiziersschüler und Gefreite!
Zitat von Rainman2 im Beitrag #4
Aha, und ich muss wieder draußen bleiben - das merk'sch mir aber!

Wieso wußte ich schon beim Schreiben ... nö falsch. Aber geahnt hab'schs. Oder hast Du als Jungleutnant noch Deine Post übern Schreiber/Hauptfeld abfertigen lassen? Und wie war das eigentlich in der Stabskompanie? Also ... aufgeht's Genosse Ex-Offiziersschüler!

P.S. Also wenn ich eine gewisse Unvollständigkeit bemerke, dann fehlen die mit dem 𝓕 auf der Schulterklappe


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 17.01.2013 17:05 | nach oben springen

#6

RE: Sie haben Post ...

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 17.01.2013 17:15
von Mike59 | 7.946 Beiträge

Post Ausgabe war in der GK ja nicht mehr mit antreten und ausrufen. Die hat der Schreiber auf die Bude gelegt und aus war. Brief ohne Adresse gab wohl einen Hinweis das diese auf dem Brief zu sein hat, war ja mitunter auch nur ein Kürzel. Gab dann wohl aber Rätselraten bei den 2000dern. Wobei, der Schreiber hat die Post bei uns auf dem Postamt geholt und danach wurde diese vom Spieß gesichtet und ausgegeben.
Ansonsten wurde die Post auf dem Weg zum Abschnitt von dem Fahrzeug mitgenommen welches an der Post (Postkasten) vorbei fuhr und dort eingeworfen.
In Suhl hatte ich das Erlebnis, das die Post welche im Postkasten im Objekt (war oben bei der MHO/KDL) drei Tage später beim Adressaten angekommen ist als die, welche ich einen Tag später in der Stadt (okay, für Suhl im Ort) eingeworfen hatte. Gab dann in einem nächsten Brief einen PS. für die Gen. vom MfS mit der Aufforderung das sie meine Briefe etwas schneller bearbeiten sollen. Daraufhin gab es ein nettes Gespräch im Stabsgebäude mit dem Ergebnis, dass meine Briefe nur noch zwei Tage benötigten. Also entweder VIP Abfertigung oder sie haben eingesehen das sie mich auch einfach mal fragen können, wenn sie fragen haben.


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#7

RE: Sie haben Post ...

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 17.01.2013 17:16
von Jobnomade | 1.380 Beiträge

meine Erinnerungen zum Thema:

wenn so in den letzten Wochen vor der Entlassung die Briefe nicht an den Gefreiten xy sondern an den Herrn xy adressiert waren,
haben die Vorgesetzten schon darauf reagiert.
Naja, kleine Spielchen der EK's eben....
Schön zu lesen, dass es auch Vorgesetzte gab, die "drüber" standen.

Pakete waren ein ganz anderes Kapitel. Manch einer durfte regelmässigig im Beisein des Hauptfeldwebels auspacken. Das leidige Thema Alkohol.........

Gruss Hartmut


u3644_Jobnomade.html
zuletzt bearbeitet 17.01.2013 17:20 | nach oben springen

#8

RE: Sie haben Post ...

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 17.01.2013 17:55
von Rostocker | 7.719 Beiträge

Also geschriebene Post wurde unten beim UvD hinterlassen,die nahm dann der Schreiber nächsten Tag mit.Wenn er raus fuhr mit den Schlosser zu Post.Es kam auch vor,wenn die Kompanie raus fuhr zum GD-das man die Post mitnahm und sie unterwegs im Briefkasten steckte.Zu empfangene Post möchte ich sagen.Es ging immer einer vom ganzen Zug zum Hauptfeld oder den Schreiber und holte die Post für die ganze Stube.Wenn wir aus der Frühschicht kamen,lagen aber meistens die Briefe und Karten schon auf dem Bett.Hatte der Schreiber schon verteilt gehabt.Bei Paketen sah das anders aus.Die musste man beim Hauptfeld persönlich empfangen und er machte hin und wieder seine Stichproben.Aber meistens ließ er nur die Verpackung entfernen und dann konnte man damit abziehen.


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#9

RE: Sie haben Post ...

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 17.01.2013 18:17
von schulzi | 1.757 Beiträge

bei der grenzausb. in falkensee wurde die post in der poststelle abgegeben war nur ein block weiter ,ausgabe 17.00 uhr pfiff vom UvD und der schreiber gab die post aus.in groß glienicke lief die post über den UvD oder man schaffte sie selbst zur poststelle wurde aber nur bei paketen mit dreckiger wäsche für mutter zum waschen gemacht ,empfangene päckchen oder pakete wurden vom hauptfeld einen BU oder durch den DhO kontrolliert oder auch nicht.


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#10

RE: Sie haben Post ...

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 17.01.2013 18:43
von Pitti53 | 8.787 Beiträge

Ein bissel anders als hier geschildert lief es in meiner Einheit (Sik Marienborn)ab

Eingehende Post landete beim Schreiber,der reichte sie an den KC oder Polit weiter.
Diese sondierten wer von wem Post erhielt und alles wurde auch noch kurz notiert(eine furchtbare Arbeit und zeitaufwändig)

Ziel war,festzustellen wer längere Zeit keine Post von Frau/Freundin usw.erhielt

Die 2000 kontrollierte regelmäßig diese Liste

Manchmal war sie uns sogar ganz nützlich

Aber dazu später


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#11

RE: Sie haben Post ...

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 17.01.2013 18:46
von willie | 612 Beiträge

Mal ne allgemeine Frage:
Gab es eine Weisung/Befehl bzw. Anordnung / Vorschrift wie mit dem Posteingang/Postausgang bei der Grenztruppe umzugehen war.
Wurden nur sporadische Kontrollen gemacht.Wie sahen diese Kontrollen aus? Betraf dies nur die Post der Wehrpflichtigen? Was war mit der Post der BU?
Vielen Dank für Eure Infos.
Gruß Willie


...Rechtschreibfehler sind die Special Effects meiner Tastatur!...
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#12

RE: Sie haben Post ...

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 17.01.2013 18:51
von Rainman2 | 5.758 Beiträge

Wow, Pitti, das grenzt ja wirklich richtig an Arbeit. Da habe ich wohl Glück gehabt. Immerhin bin ich Polit geworden, um nicht richtig arbeiten zu müssen. Aber im Ernst, die Frage ob jemand über längere Zeit keine Post erhielt, wurde bei uns im Rahmen des Befehls 44 abgehandelt. Da hatten die unmittelbaren Vorgesetzten entsprechend die Verantwortung, solche Beobachtungen zu machen, zu notieren und zu melden.

Aber ein andere Episode fiel mir noch beim Thema Post ein. Die Poststelle an der Offiziershochschule in Plauen. Ein relativ häufiges Mittel der Kommuninaktion stellte damals noch das Telegramm dar (für die Jüngeren: So etwas, wie eine SMS, nur auf Papier und über die Post übermittelt). Ich, als schreibfauler Hund, habe immer Glückwunschtelegramme zu Geburtstagen verschickt. Eines Tages stand ich in der Post, ich glaube ich war GUvD und musste die Post für die Kompanie anholen, als plötzlich aus dem Hintergrund der Text meines Glückwunschtelegramms regelrecht gebrüllt wurde. Die Auflösung: Mehrmals am Tag wurden die Telegramme telefonisch durchgegeben und die Qualität der Telefonverbindungen zu DDR-Zeiten ... naja, ist ein Thema für sich. Da die Kolleginnen und Kollegen in der Post keinen extra Raum für die Durchsage der Telegrammtexte hatten, konnte man zur richtigen Zeit alle Details einfach so mithören. Wir hatten da, glaube ich, aus verschiedensten Gründen ein recht entspanntes Verhältnis zum Datenschutz.

ciao Rainman

@94 - soviel vom Ex-OS!


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


94 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 17.01.2013 18:53 | nach oben springen

#13

RE: Sie haben Post ...

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 17.01.2013 19:17
von Pitti53 | 8.787 Beiträge

Zitat von Rainman2 im Beitrag #12
Wow, Pitti, das grenzt ja wirklich richtig an Arbeit. Da habe ich wohl Glück gehabt. Immerhin bin ich Polit geworden, um nicht richtig arbeiten zu müssen. Aber im Ernst, die Frage ob jemand über längere Zeit keine Post erhielt, wurde bei uns im Rahmen des Befehls 44 abgehandelt. Da hatten die unmittelbaren Vorgesetzten entsprechend die Verantwortung, solche Beobachtungen zu machen, zu notieren und zu melden.
Aber ein andere Episode fiel mir noch beim Thema Post ein. Die Poststelle an der Offiziershochschule in Plauen. Ein relativ häufiges Mittel der Kommuninaktion stellte damals noch das Telegramm dar (für die Jüngeren: So etwas, wie eine SMS, nur auf Papier und über die Post übermittelt). Ich, als schreibfauler Hund, habe immer Glückwunschtelegramme zu Geburtstagen verschickt. Eines Tages stand ich in der Post, ich glaube ich war GUvD und musste die Post für die Kompanie anholen, als plötzlich aus dem Hintergrund der Text meines Glückwunschtelegramms regelrecht gebrüllt wurde. Die Auflösung: Mehrmals am Tag wurden die Telegramme telefonisch durchgegeben und die Qualität der Telefonverbindungen zu DDR-Zeiten ... naja, ist ein Thema für sich. Da die Kolleginnen und Kollegen in der Post keinen extra Raum für die Durchsage der Telegrammtexte hatten, konnte man zur richtigen Zeit alle Details einfach so mithören. Wir hatten da, glaube ich, aus verschiedensten Gründen ein recht entspanntes Verhältnis zum Datenschutz.

ciao Rainman

@94 - soviel vom Ex-OS!


Und eben diese Einschätzung laut 44 war eben nur aufgrund entsprechender Kontrollen(täglich) möglich

eigentlich war das der Job der Zugführer,aber die waren ja in der Kompaniesicherung sooo überfordert das wohl einer die glorreiche Idee hatte dies dem Polit zu übertragen

Wie gesagt,sehr zeitaufwändig,aber manchmal doch nützlich


zuletzt bearbeitet 17.01.2013 22:16 | nach oben springen

#14

RE: Sie haben Post ...

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 17.01.2013 21:55
von jecki09 | 422 Beiträge

Wimre wurde Post nicht vor dem Grenzdienst ausgegeben. Diese wurde durch den Spieß bis nach dem Dienst einbehalten. (So sollte es in der Kompaniesicherung jedenfalls sein.) Es hätte ja auch etwas Schlechtes - Freundin weg - drin stehen können.

Da gab es mal eine Geschichte (ich glaube wurde bereits an der OHS erzählt), dass die Freundin eines Soldaten zum Schreiben immer Briefpapier in eine bestimmten Farbe genommen hat.

Dies Papier war einmal plötzlich alle. Die andere Farbe sollte etwas Schlechtes bedeuten - war es in diesem Fall aber nicht. Der Soldat soll dann - ohne den Brief zu lesen - "durchgedreht" haben. Und das nur wegen der falschen Farbe vom Briefpapier.


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#15

RE: Sie haben Post ...

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 17.01.2013 22:18
von Pitti53 | 8.787 Beiträge

Manchmal stand wirklich was schlechtes drin

Manche Frauen /Freundinnen haben echt nicht überlegt was sie ihrem Mann da schreiben. Manchmal war es aber auch bewußt gemacht um Erleichterungen rauszuschlagen

Alles leider erlebt


zuletzt bearbeitet 17.01.2013 22:19 | nach oben springen

#16

RE: Sie haben Post ...

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 18.01.2013 08:39
von Jobnomade | 1.380 Beiträge

Zitat von Pitti53 im Beitrag #15
Manchmal stand wirklich was schlechtes drin

Manche Frauen /Freundinnen haben echt nicht überlegt was sie ihrem Mann da schreiben. Manchmal war es aber auch bewußt gemacht um Erleichterungen rauszuschlagen

Alles leider erlebt


Pitt53, war es Deine Aufgabe als Polit, die Briefe zu lesen ?
Ich dachte immer, das war Aufgabe der 2000......zumindest in Verdachtsfällen.
Ich hatte übrigens nie den Eindruck, dass meine Briefe, bevor ich sie bekam, von irgendwem geöffnet (und wieder verschlossen) wurden.
Damals war ich ja auch ein ganz braver
Schlechte Nachrichten habe ich natürlich auch erhalten. Aber das war für mich kein Grund, im Grenzdienst irgendwelchen Mist zu bauen.

Gruss Hartmut


u3644_Jobnomade.html
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#17

RE: Sie haben Post ...

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 18.01.2013 08:43
von Grenzwolf62 (gelöscht)
avatar

Zitat von Mike59 im Beitrag #6
Post Ausgabe war in der GK ja nicht mehr mit antreten und ausrufen. Die hat der Schreiber auf die Bude gelegt und aus war. Brief ohne Adresse gab wohl einen Hinweis das diese auf dem Brief zu sein hat, war ja mitunter auch nur ein Kürzel. Gab dann wohl aber Rätselraten bei den 2000dern. Wobei, der Schreiber hat die Post bei uns auf dem Postamt geholt und danach wurde diese vom Spieß gesichtet und ausgegeben.
Ansonsten wurde die Post auf dem Weg zum Abschnitt von dem Fahrzeug mitgenommen welches an der Post (Postkasten) vorbei fuhr und dort eingeworfen.
In Suhl hatte ich das Erlebnis, das die Post welche im Postkasten im Objekt (war oben bei der MHO/KDL) drei Tage später beim Adressaten angekommen ist als die, welche ich einen Tag später in der Stadt (okay, für Suhl im Ort) eingeworfen hatte. Gab dann in einem nächsten Brief einen PS. für die Gen. vom MfS mit der Aufforderung das sie meine Briefe etwas schneller bearbeiten sollen. Daraufhin gab es ein nettes Gespräch im Stabsgebäude mit dem Ergebnis, dass meine Briefe nur noch zwei Tage benötigten. Also entweder VIP Abfertigung oder sie haben eingesehen das sie mich auch einfach mal fragen können, wenn sie fragen haben.


Ich war in der GK auch manchmal Privateinwerfer wenn der Weg am Briefkasten vorbeiführte.
Ob die VNuller auch obligatorisch die Post vom Dorfbriefkasten gesichtet haben?
Das war ja bestimmt richtig Arbeit mit der Postsichtung wenn man bedenkt welches Briefaufkommen die GT hatten, ob die jeden Brief gelesen haben, ist bestimmt gar nicht möglich, vermute mal nur Stichproben.
Weiß da jemand Bescheid?


zuletzt bearbeitet 18.01.2013 08:49 | nach oben springen

#18

RE: Sie haben Post ...

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 18.01.2013 09:04
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Zitat von Pitti53 im Beitrag #15
Manchmal stand wirklich was schlechtes drin

Manche Frauen /Freundinnen haben echt nicht überlegt was sie ihrem Mann da schreiben. Manchmal war es aber auch bewußt gemacht um Erleichterungen rauszuschlagen

Alles leider erlebt


Die Erleichterungen bestanden oft darin , das ein Grenzer , wenn es in der Ehe eine Krise gab versetzt wurde und nicht mehr an die Grenze kam. Da war wohl eher das vermeintliche Risiko einer R-Flucht das Kriterium.


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#19

RE: Sie haben Post ...

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 18.01.2013 09:29
von Rainman2 | 5.758 Beiträge

Zitat von Eisenacher im Beitrag #18
... Die Erleichterungen bestanden oft darin , das ein Grenzer , wenn es in der Ehe eine Krise gab versetzt wurde und nicht mehr an die Grenze kam. Da war wohl eher das vermeintliche Risiko einer R-Flucht das Kriterium.


Hallo Eisenacher,

nein, da ging es nicht nur um Republikflucht. Im Wachzug der Stabskompanie spielten solche Dinge auch eine Rolle. Es war für mich sebst eine unschöne aber lehrreiche Erfahrung gewesen, in meiner Zeit als Offiziersschüler mit Liebeskummer auf Wache zu stehen. Das ist so eine Sch***, was einem da in den einsamen Stunden alles durch den Kopf geht und man hat ja immer eine Lösung dabei ... Beim Grübeln und unter dem Ersteindruck schlechter Nachrichten potenzieren sich bisweilen manche Gedanken und Gefühle. Das schlimmste dabei ist wohl immer das Gefühl, versagt zu haben. Wie gesagt, ich habe das damals als Erfahrung mitgenommen.

Es ging hier also generell um den Einsatz mit einer Schusswaffe und 60 Schuss Munition. Es war übrigens nicht leicht zu entscheiden, wer da wirkliche Probleme hatte und bei wem es "nur mal so kriselte" oder wo vielleicht die Situation nur ausgenutzt werden sollte, das gab es, wie Pitti schon richtig schrieb. Gerade wenn Grenzdienst- oder Wachstärke nicht ausreichten, neigte man da bisweilen eher zum "Risiko". Da hat man halt nochmal ein Gespräch geführt, abgeklopft, wie tief das alles sitzt, an die Kameradschaft appelliert, dass man ja andere nicht überbelasten will ... nunja, bei uns ist es immer gut gegangen.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


94 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#20

RE: Sie haben Post ...

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 18.01.2013 10:02
von Jackson | 102 Beiträge

Die Erleichterungen bestanden oft darin , das ein Grenzer , wenn es in der Ehe eine Krise gab versetzt wurde und nicht mehr an die Grenze kam. Da war wohl eher das vermeintliche Risiko einer R-Flucht das Kriterium.
[/quote]

Bei einem Kameraden auf meiner Stube ist dessen Frau auch so einsam gewesen und hatte sich zu Hause was neues gesucht. Der Polit ist dann sogar mit nach Hause gefahren und hat im Gespräch versucht, sie wieder umzustimmen. Geholfen hat es aber nicht.
Er wurde dann für eine Weile für den Grenzdienst gesperrt und wurde als Wache im Objekt eingeteilt. Ob das nun die beste Lösung war, wage ich zu bezweifeln. Er war dann ja doch, gerade Nachts, mit seinen Gedanken beschäftigt, voll aufgemumpelt und auch Stundenweise ohne Aufsicht.
Der Trost der Kameraden, etwas Alkohol und wohl eine der Dorfschönsten hat dann aber doch darüber hinweg geholfen. Wir haben auch versucht ihn so gut wie möglich abzulenken. Wenn ich z.B. mit der Tesi Kurierpost zum Stab nach Ilsenburg bringen musste, hab ich ihn während dieser Phase auf Anfrage mitnehmen dürfen. War immer ein schöner Ausflug. Viele Wege führten nach Ilsenburg und Zeitlimit hatte ich nicht.



Rainman2 und josy95 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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