#81

RE: Elf Legenden zur Nationalen Volksarmee

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 11.02.2013 09:06
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

Nur wer seine Identität pflegt und Stolz zeigt, wird respektiert. Anbiederung erzeugt Verachtung. (Major W. Schörnig)


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#82

RE: Elf Legenden zur Nationalen Volksarmee

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 24.02.2013 23:09
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #5

Zitat
Doch als die verfassungsrechtlichen Grundlagen des Staates mit kräftiger Einmischung von außen infrage gestellt wurden, hätte die Armee durch ihre Präsenz in der Fläche bei entschlossenem Handeln ihrer Führung als staatlicher Ordnungsfaktor zum Erhalt des verfassungsrechtlichen Status Quo eingreifen müssen und können. Was vor den Volkskammerwahlen an Einmischung passierte, war ein aggressiver Akt der Missachtung staatlicher Souveränität.


Du wärst für einen NVA-Militärputsch 1990 gewesen? Keine Volkskammerwahlen und lieber eine Militärjunta? Ist das Dein Ernst? Was hätte das denn für ein System werden sollen?



Heute sage ich, weiß ich: Für die politisch- ideoliogische Ausrichtung, der Entwicklung eines zukünftigen Deutschlands wäre ein derartiger Putsch mit an hoher Warscheinlkichkeit grenzender Sicherheit wertvoll gewesen!

Nur fehlte es sowohl an fähigen Kräften innerhalb der Führung des DDR- Militärs (siehe auch @Weichmolchs einleitenden Ausführungen) noch der politischen Reife der DDR- Bevölkerung, eine derartige Maßnahme durchzuführen und/ oder zu tolerieren. Unter den heute bekannten und (erlebten) Umständen wäre diese Wende vermutlich (und rein spekulativ) nicht so relativ gewaltfrei geblieben..., hätte aber mit Sicherheit ganz andere (polotische) Akzente gesetzt!


josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
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#83

RE: Elf Legenden zur Nationalen Volksarmee

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 25.02.2013 13:05
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von josy95 im Beitrag #82
Zitat von Harzwanderer im Beitrag #5

Zitat
Doch als die verfassungsrechtlichen Grundlagen des Staates mit kräftiger Einmischung von außen infrage gestellt wurden, hätte die Armee durch ihre Präsenz in der Fläche bei entschlossenem Handeln ihrer Führung als staatlicher Ordnungsfaktor zum Erhalt des verfassungsrechtlichen Status Quo eingreifen müssen und können. Was vor den Volkskammerwahlen an Einmischung passierte, war ein aggressiver Akt der Missachtung staatlicher Souveränität.


Du wärst für einen NVA-Militärputsch 1990 gewesen? Keine Volkskammerwahlen und lieber eine Militärjunta? Ist das Dein Ernst? Was hätte das denn für ein System werden sollen?


Heute sage ich, weiß ich: Für die politisch- ideoliogische Ausrichtung, der Entwicklung eines zukünftigen Deutschlands wäre ein derartiger Putsch mit an hoher Warscheinlkichkeit grenzender Sicherheit wertvoll gewesen!

Nur fehlte es sowohl an fähigen Kräften innerhalb der Führung des DDR- Militärs (siehe auch @Weichmolchs einleitenden Ausführungen) noch der politischen Reife der DDR- Bevölkerung, eine derartige Maßnahme durchzuführen und/ oder zu tolerieren. Unter den heute bekannten und (erlebten) Umständen wäre diese Wende vermutlich (und rein spekulativ) nicht so relativ gewaltfrei geblieben..., hätte aber mit Sicherheit ganz andere (polotische) Akzente gesetzt!


josy95

Hallo josy,ich werte das von mir rot markierte in deinem Schreiben als wirklich rein spekulativ.
Denn wer kann schon bestimmen,ob jemand politische Reife für solch Vorgehen besitzt?
Deine Wertung bezichtigt ja die gesamte Ex-DDR Bevölkerung der "Unreife".
Es gibt doch immer Reife und Unreife,oder?
Vielleicht war ja die Mehrheit der Bevölkerung für solch Aktion schon "Überreif"?
Schlimmer konnte es doch eh fast nicht mehr werden.......

Gruß ek40


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#84

RE: Elf Legenden zur Nationalen Volksarmee

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 26.02.2013 21:44
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von ek40 im Beitrag #83
Zitat von josy95 im Beitrag #82
Zitat von Harzwanderer im Beitrag #5

Zitat
Doch als die verfassungsrechtlichen Grundlagen des Staates mit kräftiger Einmischung von außen infrage gestellt wurden, hätte die Armee durch ihre Präsenz in der Fläche bei entschlossenem Handeln ihrer Führung als staatlicher Ordnungsfaktor zum Erhalt des verfassungsrechtlichen Status Quo eingreifen müssen und können. Was vor den Volkskammerwahlen an Einmischung passierte, war ein aggressiver Akt der Missachtung staatlicher Souveränität.


Du wärst für einen NVA-Militärputsch 1990 gewesen? Keine Volkskammerwahlen und lieber eine Militärjunta? Ist das Dein Ernst? Was hätte das denn für ein System werden sollen?


Heute sage ich, weiß ich: Für die politisch- ideoliogische Ausrichtung, der Entwicklung eines zukünftigen Deutschlands wäre ein derartiger Putsch mit an hoher Warscheinlkichkeit grenzender Sicherheit wertvoll gewesen!

Nur fehlte es sowohl an fähigen Kräften innerhalb der Führung des DDR- Militärs (siehe auch @Weichmolchs einleitenden Ausführungen) noch der politischen Reife der DDR- Bevölkerung, eine derartige Maßnahme durchzuführen und/ oder zu tolerieren. Unter den heute bekannten und (erlebten) Umständen wäre diese Wende vermutlich (und rein spekulativ) nicht so relativ gewaltfrei geblieben..., hätte aber mit Sicherheit ganz andere (polotische) Akzente gesetzt!


josy95
Hallo josy,ich werte das von mir rot markierte in deinem Schreiben als wirklich rein spekulativ.
Denn wer kann schon bestimmen,ob jemand politische Reife für solch Vorgehen besitzt?
Deine Wertung bezichtigt ja die gesamte Ex-DDR Bevölkerung der "Unreife".
Es gibt doch immer Reife und Unreife,oder?
Vielleicht war ja die Mehrheit der Bevölkerung für solch Aktion schon "Überreif"?
Schlimmer konnte es doch eh fast nicht mehr werden.......

Gruß ek40




@ek40, das ist wieder das Problem mit dem geschriebenen Wort, was schnell zu Fehlinterpretationen führt - nix Schlimmes!

Ich wollte mit der Unreife so verstanden werden, die politische Reife weiter Teile der DDR- Bwevölkerung war im Moment der Wende und noch eine Weile danach viel zu stark von eine überreifeim Verlangen nach westlichem Konsum orientiert,...überschattet oder dominiert.


josy95


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#85

RE: Elf Legenden zur Nationalen Volksarmee

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 27.02.2013 09:57
von DoreHolm | 7.687 Beiträge

Zitat von josy95 im Beitrag #84
Zitat von ek40 im Beitrag #83
Zitat von josy95 im Beitrag #82
Zitat von Harzwanderer im Beitrag #5

Zitat
Doch als die verfassungsrechtlichen Grundlagen des Staates mit kräftiger Einmischung von außen infrage gestellt wurden, hätte die Armee durch ihre Präsenz in der Fläche bei entschlossenem Handeln ihrer Führung als staatlicher Ordnungsfaktor zum Erhalt des verfassungsrechtlichen Status Quo eingreifen müssen und können. Was vor den Volkskammerwahlen an Einmischung passierte, war ein aggressiver Akt der Missachtung staatlicher Souveränität.


Du wärst für einen NVA-Militärputsch 1990 gewesen? Keine Volkskammerwahlen und lieber eine Militärjunta? Ist das Dein Ernst? Was hätte das denn für ein System werden sollen?


Heute sage ich, weiß ich: Für die politisch- ideoliogische Ausrichtung, der Entwicklung eines zukünftigen Deutschlands wäre ein derartiger Putsch mit an hoher Warscheinlkichkeit grenzender Sicherheit wertvoll gewesen!

Nur fehlte es sowohl an fähigen Kräften innerhalb der Führung des DDR- Militärs (siehe auch @Weichmolchs einleitenden Ausführungen) noch der politischen Reife der DDR- Bevölkerung, eine derartige Maßnahme durchzuführen und/ oder zu tolerieren. Unter den heute bekannten und (erlebten) Umständen wäre diese Wende vermutlich (und rein spekulativ) nicht so relativ gewaltfrei geblieben..., hätte aber mit Sicherheit ganz andere (polotische) Akzente gesetzt!


josy95
Hallo josy,ich werte das von mir rot markierte in deinem Schreiben als wirklich rein spekulativ.
Denn wer kann schon bestimmen,ob jemand politische Reife für solch Vorgehen besitzt?
Deine Wertung bezichtigt ja die gesamte Ex-DDR Bevölkerung der "Unreife".
Es gibt doch immer Reife und Unreife,oder?
Vielleicht war ja die Mehrheit der Bevölkerung für solch Aktion schon "Überreif"?
Schlimmer konnte es doch eh fast nicht mehr werden.......

Gruß ek40



@ek40, das ist wieder das Problem mit dem geschriebenen Wort, was schnell zu Fehlinterpretationen führt - nix Schlimmes!

Ich wollte mit der Unreife so verstanden werden, die politische Reife weiter Teile der DDR- Bwevölkerung war im Moment der Wende und noch eine Weile danach viel zu stark von eine überreifeim Verlangen nach westlichem Konsum orientiert,...überschattet oder dominiert.

josy95



Hatte es schon mal so charakterisiert: Die "mündigen Bürger" waren in großen Teilen damals so mündig(oder haben sich zumindest so verhalten) wie eine pubertierende 14-jährige.



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#86

RE: Elf Legenden zur Nationalen Volksarmee

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 27.02.2013 12:27
von Rüganer (gelöscht)
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[quote=DoreHolm|




Hatte es schon mal so charakterisiert: Die "mündigen Bürger" waren in großen Teilen damals so mündig(oder haben sich zumindest so verhalten) wie eine pubertierende 14-jährige.[/quote]


Also ich frage mich, ob man denn gute 20 Jahre danach bereits alles vergessen hat und durch „Schulmeisterei“ wieder back to the roots, sprich zum Parteilehrjahr möchte? Verhalten, wie pubertierende 14-jährige, starke Worte, sehr starke Worte für Leute, die vor Freude, dass sie nun endlich auch mal in den Westen konnten, dass sie ohne Bevormundung durch Pass – und Meldewesen, durch Betriebsbeurteilungen oder Überprüfung des MfS zu der Tante, der Cousine oder aber auch nur zu den Leuten in Lübeck, Berlin oder Ratzeburg fahren konnten. Klar, sie haben sich die 100 Mark geholt, sie teilweise wieder sofort auf den Kopf gehauen, sie haben bei Beate Uhse Schlange gestanden und sich Heftchen gekauft und Filmchen angesehen, sie sind im Plus und CoOp gewesen und haben Bananen gekauft, vor allem aber haben sie alle eins gemeinsam gehabt, - sie haben sich gefreut -. Schon vergessen, Herr Schulmeister? Pubertierende, die plötzlich die Thesen der Partei dahin taten, wo sie hingehörten – auf den Lokus der Geschichte.
Ich bin dann gerne der pubertierende 14 – jährige gewesen, ich denke, andere waren es auch. Was hat eigentlich ein DoreHolm gemacht, nur bei Mineralienbörsen und auf den Spuren von Karl Marx gesucht?
Wer hat denn den Menschen in der DDR das mündig sein und den Aufrechten Gang abgewöhnt, den Stefan Heim beklagt hat? Die SED und das System, die Ideologie waren nicht daran schuld oder?


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#87

RE: Elf Legenden zur Nationalen Volksarmee

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 27.02.2013 12:39
von Rüganer (gelöscht)
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Josy, was redest Du da. Militärputsch in der DDR, die Armee der Arbeiter – und Bauern, die Parteimitglieder putschen gegen die Regierung der Arbeiter – und Bauern?
Heute sage ich, weiß ich: Für die politisch- ideoliogische Ausrichtung, der Entwicklung eines zukünftigen Deutschlands wäre ein derartiger Putsch mit an hoher Warscheinlkichkeit grenzender Sicherheit wertvoll gewesen!

Mensch Josy, für die Entwicklung eines zukünftigen Deutschlands? Wie sollte dies denn gehen? Hätte eine Militärjunta in der DDR irgendetwas anders machen können? Sollten sie das Grenzregime verstärken, die Grenzen wieder zuschließen, damit das Volk, ihr Volk nicht in den Westen geht? Hätte ein Helmut Kohl mit einer Militärjunta ala Pinochet verhandelt? Und dann deren durch Waffengewalt erzeugten Einfluss noch in ein wiedervereinigtes Deutschland einfließen lassen? Blanke Illusion. Eine Militärjunta wäre geächtet worden, die Leute wären noch schneller weggelaufen, als sie es der damaligen Regierung schon taten.
Und mal im Ernst, hättest Du unter so etwas leben wollen? Deiner letzten Rechte vielleicht noch beraubt, denn eines war doch wohl das Hauptübel, - die Allmacht einer Partei, die Machtbesessenheit einiger Parteifunktionäre und da die Militärs der DDR auch alle in dieser Partei waren, was hätte sich da ändern sollen?
wir alle können gar nicht froh genug sein, dass es nciht dazu gekommen ist.


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#88

RE: Elf Legenden zur Nationalen Volksarmee

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 27.02.2013 13:20
von Jobnomade | 1.380 Beiträge

ich denke, für einen Militärputsch wären nach Absetzung von Honecker und Öffnung der Grenze keine Mehrheiten mehr vorhanden gewesen - bei der NVA - und das ist auch gut so. Eine Militärjunta in der ohnehin schon wackligen DDR hätte weder in Ost noch West offizielle Anerkennung gefunden und im eigenen Land kaum Unterstützer.
Da ich bis Mitte November 89 NVA-Angehöriger war (Reservist), was hätte ich in dem Falle getan ?
Das gleiche, wie im Falle eines Befehls, gegen die Demo's auszurücken: Waffenkammerschlüssel verschwinden lassen, Zündkabel von den Fahrzeugen entfernen etc.....
Und wäre der Putsch nach meiner Entlassung passiert, hätte ich alle staatsbürgerliche Treue vergessen und wäre schleunigst irgendwohin ausser Landes gefüchtet, egal ob Ost oder West...
Nein, so wie es kam und ausgegangen ist, war es in Summe noch der geringste Schaden für alle Beteiligten.
Und wegen ein paar Übermütiger, die aufgedreht wie die Teenager gen Westen gerannt sind und das Begrüssungsgeld gleich auf den Kopf gehauen haben heute noch zu wehklagen.... ist mir keine Aufregung wert. Jedem seinen Spass....Die rauhe Wirklichkeit hatte uns alle doch bald wieder eingeholt.
Ich hab mir die 100 DM auch geholt und erst dann ausgegeben, als es ab Sommer 1990 ohnehin gültige Währung war.
Ja, und die Belehrung durch Parteifunktionäre, was ich darf und was nicht - die vermisse ich eigentlich auch nicht. Ich bin mit meiner Kritik auch schon damals, in den späten 80er Jahren genug angeeckt.

Gruss Hartmut


u3644_Jobnomade.html
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zuletzt bearbeitet 27.02.2013 13:39 | nach oben springen

#89

RE: Elf Legenden zur Nationalen Volksarmee

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 27.02.2013 13:55
von DoreHolm | 7.687 Beiträge

Zitat von Rüganer im Beitrag #86
[quote=DoreHolm|




Hatte es schon mal so charakterisiert: Die "mündigen Bürger" waren in großen Teilen damals so mündig(oder haben sich zumindest so verhalten) wie eine pubertierende 14-jährige.



Also ich frage mich, ob man denn gute 20 Jahre danach bereits alles vergessen hat und durch „Schulmeisterei“ wieder back to the roots, sprich zum Parteilehrjahr möchte? Verhalten, wie pubertierende 14-jährige, starke Worte, sehr starke Worte für Leute, die vor Freude, dass sie nun endlich auch mal in den Westen konnten, dass sie ohne Bevormundung durch Pass – und Meldewesen, durch Betriebsbeurteilungen oder Überprüfung des MfS zu der Tante, der Cousine oder aber auch nur zu den Leuten in Lübeck, Berlin oder Ratzeburg fahren konnten. Klar, sie haben sich die 100 Mark geholt, sie teilweise wieder sofort auf den Kopf gehauen, sie haben bei Beate Uhse Schlange gestanden und sich Heftchen gekauft und Filmchen angesehen, sie sind im Plus und CoOp gewesen und haben Bananen gekauft, vor allem aber haben sie alle eins gemeinsam gehabt, - sie haben sich gefreut -. Schon vergessen, Herr Schulmeister? Pubertierende, die plötzlich die Thesen der Partei dahin taten, wo sie hingehörten – auf den Lokus der Geschichte.
Ich bin dann gerne der pubertierende 14 – jährige gewesen, ich denke, andere waren es auch. Was hat eigentlich ein DoreHolm gemacht, nur bei Mineralienbörsen und auf den Spuren von Karl Marx gesucht?
Wer hat denn den Menschen in der DDR das mündig sein und den Aufrechten Gang abgewöhnt, den Stefan Heim beklagt hat? Die SED und das System, die Ideologie waren nicht daran schuld oder?
[/quote]

Nene, so einfach kannst Du mich nicht in diese Ecke stellen. Ich will mal an ein paar Sachen festmachen, wo ich das mit den Pubertierenden vergleiche.
1. wollte ich auch gern mal in den Westen fahren. Seit 1987 bezog ich eine westd. Hobbyzeitschrift (Geschenkabbo meines Tauschpartners) und wenn
Du meinst, auf den Mineralienbörsen, insb. in CZ, ging es weltfremd zu, dann irrst Du Dich.
2. Ich habe mir auch die 100,-DM geholt, aber dafür nicht bei Beate Uhse oder in sonsteinem Aldi oder was weis ich noch angestanden. Na klar, habe
ich mich gefreut, aber ich habe auch geahnt, was dann kommen wird und es nicht bei einem besseren, von den Meisten als positiv gesehenen
Sozialismus bleiben wird, wie kurz vorher noch gerufen.
3. Ich habe mich nicht wie die Affen nach den Bananen gebückt, die Westdeutsche zwischen die Massen warfen.
4. Mein erster Einkaufsbummel fand erst nach ca. 4 Wochen statt. Landschaft sehen und mich mit meinem Tauschpartner in Rhld.Pfl. treffen und
unterhalten.
5.Ich habe nicht plötzlich alles, aber auch alles besser gefunden was von drüben kam. Meine eigenen Produkte nicht mehr gekauft, den abdelegierten
(oder auch weggelobten) Westman als den großen Fachmann gesehen.
Was ich meinte ist auch, daß die Allerwenigsten auch nur annähernd sich vorgestellt haben, wie es sein wird. "Ich kann ja arbeiten. Und dann sollste mal sehen, was ich mir alles leisten kann", solche ähnlichen Aussprüche kenne ich. "Wir wählen die CDU. Die vertritt das Kapital und das hat das Geld und investiert hier". Auch schon vergessen ? Von Lafontaine wollte kein Wähler etwas wissen, weil er reinen Wein eingeschenkt hat. Das Saarland, obwohl auch kapitalistisch, hat mehrere Jahre gebraucht, bis es voll integriert war und dann sollte das bezüglich der DDR in wenigen Monaten geschehen ?
Und wenn Du fragst, was hat eigentlich ein DH gemacht ? Ich bin nicht auf die Straße gegangen, eben weil ich etwas weiter gesehen habe als bis zum nächsten Supermarkt und Malorca, das heißt nicht, daß ich keine Veränderung wollte, im Gegenteil. Der Kurs von Lafontaine damals wäre für mich akzeptabel gewesen. Daß es für eine wirkliche Änderung insbes. auf ökonomischen Gebiet bei weitestgehender Beibehaltung der Eigentumsverhältnisse bereits schon lange zu spät war (zumind. wäre das mit dieser Bevölkerung nicht mehr machbar gewesen), daß wurde mir auch erst später klar.
Und was das Parteilehrjahr betrifft und die ideologische Propaganda der SED: Es gab Leute, die mich zur Wende am liebsten gelyncht hätten. Später, nach Jahren, hatte ich zu denen ein ausgesprochen gutes Verhältnis, wenn ich sie traf. Im Gespräch wurde so manchmal zu verstehen gegeben, daß wir mit der Charakterisierung des Kapitalismus nicht weit weg lagen, was nun in der Realität eingetreten war. Eine andere Kollegin, Christin aus dem Eichsfeld, hat später sogar die Linken gewählt. Waru wohl ? Eine Mieterin aus unserem Haus, auch Christin, sagte mir einmal ganz unvermittelt, daß jetzt, wo es für die Konzerne keinen ernstzunehmenden ideologischen Gegener mehr gibt, diese die Katze aus dem Sack lassen. Wie kommt eine Christin zu solcher Einschätzung ? Derer Art Äußerungen wird so mancher erlebt haben. Und das meine ich mit der mangelnden Vorausschau bei denen, die möglichst schnell die DM wollten und möglichst schnell die Abschaffung von allem, was aus heutiger Sicht als bewahrenswert angesehen wird, anstrebten. So, und nun kannst Du selbst entscheiden, ob Du Dir die ganze Jacke anziehst oder nur den Ärmel oder gar nichts.



Damals87, Jobnomade, Winch, PF75, Feliks D., Küchenbulle 79 und chantre haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#90

RE: Elf Legenden zur Nationalen Volksarmee

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 27.02.2013 14:24
von Rüganer (gelöscht)
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DoreHolm, wessen Kurs akzeptabel gewesen wäre, wer pubertierend, wer sabbernd oder wer letztendlich blind in das westliche System gerannt ist, ist doch völlig nebensächlich. Mich stört deine pauschale Beurteilung all derer, die da freudestrahlend rüber sind, als pubertierend.
Mich stört, dass du dich jetzt hinstellst und so tust, als hätte in dem Moment jemand daran denken müssen, was sich daraus entwickelt. Mich stört dass Du eines überhaupt nicht erwähnst, dass eine Partei an diesem ganzen Dilemma Schuld war, dass nur auf Grund der doch führenden Rolle der Partei, die Du vertreten hast, die Menschen in Ost und West erst voneinander getrennt wurden und dass solche Restriktionen, wie wir sie hier doch sattsam diskutiert haben, erst machbar wurden. Und jetzt den Menschen noch nachzusagen: Ihr wolltet ja nicht hören, ihr wolltet ja nicht den Sozialismus behalten, ihr habt euch ja so pubertierend verhalten, ihr konntet ja nicht schnell genug die DM haben, - mein Gott ist das kleinlich und niederträchtig.


Pit 59 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#91

RE: Elf Legenden zur Nationalen Volksarmee

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 27.02.2013 15:23
von ddr-bürger (gelöscht)
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@rüganer

ich denke nicht das eine Partei die Teilung Deutschlands verursacht hat, das wäre zu einfach. Es waren zwei verschiedenen gesellschaftliche Konzepte.


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#92

RE: Elf Legenden zur Nationalen Volksarmee

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 27.02.2013 15:45
von Rüganer (gelöscht)
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Zitat von ddr-bürger im Beitrag #91
@rüganer

ich denke nicht das eine Partei die Teilung Deutschlands verursacht hat, das wäre zu einfach. Es waren zwei verschiedenen gesellschaftliche Konzepte.



Es waren 2 verschiedene gesellschaftliche Konzepte, wovon eines dazu führte, dass Bauern ihren Hof verließen und in das andere Konzept flüchteten, dass Hotelbesitzer unter fadenscheinigen Gründen kriminalisiert und enteignet wurden, dass eine Partei strikt vorschrieb, wer in ihrem Konzept Karriere machen durfte oder wer nicht. Eine Partei hatte immer Recht. Das Konzept dieser Partei hat doch dazu geführt, das Botschaften im soz. Ausland besetzt wurden, um Druck auf Ausreise zu machen, dieses Konzept wurde doch nicht mehr akzeptiert, diesem Konzept ist doch dieses abfällige pubertäre Gehabe zu verdanken, was so bemängelt wurde.
Dieses Konzept lies sich auch nicht erneuern...


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#93

RE: Elf Legenden zur Nationalen Volksarmee

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 27.02.2013 15:47
von exgakl | 7.227 Beiträge

Zitat von Rüganer im Beitrag #92
Zitat von ddr-bürger im Beitrag #91
@rüganer

ich denke nicht das eine Partei die Teilung Deutschlands verursacht hat, das wäre zu einfach. Es waren zwei verschiedenen gesellschaftliche Konzepte.



Es waren 2 verschiedene gesellschaftliche Konzepte, wovon eines dazu führte, dass Bauern ihren Hof verließen und in das andere Konzept flüchteten, dass Hotelbesitzer unter fadenscheinigen Gründen kriminalisiert und enteignet wurden, dass eine Partei strikt vorschrieb, wer in ihrem Konzept Karriere machen durfte oder wer nicht. Eine Partei hatte immer Recht. Das Konzept dieser Partei hat doch dazu geführt, das Botschaften im soz. Ausland besetzt wurden, um Druck auf Ausreise zu machen, dieses Konzept wurde doch nicht mehr akzeptiert, diesem Konzept ist doch dieses abfällige pubertäre Gehabe zu verdanken, was so bemängelt wurde.
Dieses Konzept lies sich auch nicht erneuern...



Wobei man nicht vergessen sollte wer und vor allem warum dieses Konzept nach Deutschland importiert wurde...

VG exgakl


Man sollte niemanden mit Tatsachen verwirren, der sich seine Meinung schon gebildet hat....
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#94

RE: Elf Legenden zur Nationalen Volksarmee

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 27.02.2013 16:04
von Damals87 | 503 Beiträge

Hallo,

und das "andere" Konzept führte dazu, daß Ende des 19. Jh das Elend der Bevölkerung so groß wurde, daß es in manchen Staaten zu blutigen Erhebungen kam und das "eine" Konzept überhaupt erst aufkam. Beim o.g. Elend spreche ich von bitterster Armut und Hunger, nicht etwa von Engpässen bei Südfrüchten und bunt verpackten Konsumartikeln.
Erst das Vorhandensein des "einen" Konzepts zwang das andere dazu, erfolgreich an seiner Attraktivität zu arbeiten.
Seitdem es aber gelang, das "eine" Konzept für lange Zeit zu diskreditieren und vorzuspiegeln, das "andere" Konzept sei alternativlos, wird diese Verbiegung des "anderen" Konzepts rückgängig gemacht, was seiner Attraktivität Abbruch tun könnte...

Und nein, es war keineswegs die Böse Alleinherrliche Partei, die Deutschland teilte, es war eine andere Partei, die "lieber das halbe Deutschland ganz als das ganze Deutschland halb" wollte.

Grüße aus Hessen


„Leben lässt sich nur rückwärts verstehen, muss aber vorwärts gelebt werden.“ Sören Kierkegaard


DoreHolm, Feliks D. und Küchenbulle 79 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#95

RE: Elf Legenden zur Nationalen Volksarmee

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 27.02.2013 17:48
von Rüganer (gelöscht)
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Zitat von Damals87 im Beitrag #94
Hallo,

und das "andere" Konzept führte dazu, daß Ende des 19. Jh das Elend der Bevölkerung so groß wurde, daß es in manchen Staaten zu blutigen Erhebungen kam und das "eine" Konzept überhaupt erst aufkam. Beim o.g. Elend spreche ich von bitterster Armut und Hunger, nicht etwa von Engpässen bei Südfrüchten und bunt verpackten Konsumartikeln.
Erst das Vorhandensein des "einen" Konzepts zwang das andere dazu, erfolgreich an seiner Attraktivität zu arbeiten.
Seitdem es aber gelang, das "eine" Konzept für lange Zeit zu diskreditieren und vorzuspiegeln, das "andere" Konzept sei alternativlos, wird diese Verbiegung des "anderen" Konzepts rückgängig gemacht, was seiner Attraktivität Abbruch tun könnte...

Und nein, es war keineswegs die Böse Alleinherrliche Partei, die Deutschland teilte, es war eine andere Partei, die "lieber das halbe Deutschland ganz als das ganze Deutschland halb" wollte.

Grüße aus Hessen


Lieber Damals,

Du hast Recht, es waren schon immer die Bonner Ultras, die Revanchisten und Kriegstreiber vom Rhein, die Militaristen und Kapitalisten, die Junker und
Großgrundbesitzer, die Schuld an dem ganzen Krempel waren. Diese Geier hatten ihr Konzept so interessant gemacht, dass selbst Arbeiter, die in der DDR zu Besuch waren, ihre Ausbeutung durch diese Aasgeier negierten und mit Opel Kadett und kleinem Häuschen protzten. Der kleine Häuschenbesitzer im anderen Konzept hatte dagegen nur Schlemmkreide, um seine ererbte Hütte zu verschönern.
In dem Zusammenhang negiert man auch gerne mal, dass Globalisierung und viele andere Faktoren auf das heute einwirken, und dass es dem schöneren Sozialismus auch nicht anders ergangen wäre. Seltsamerweise haben alle ehemaligen Teilnehmer am hier von dir gepriesenen Konzept auch den Weg in das andere Konzept gewählt, aber klar, alle vom bitterbösen Klassenfeind unterwandert und verführt. Was finden die nur alle daran, alle in der Pubertät? Balten, Polen, Tschechen und und und?


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#96

RE: Elf Legenden zur Nationalen Volksarmee

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 27.02.2013 19:25
von ddr-bürger (gelöscht)
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Viele von denen die damals die "Einheit" wollten, würden heute statt zur Montagsdemo zur Parteiversammlung gehen....


Küchenbulle 79 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#97

RE: Elf Legenden zur Nationalen Volksarmee

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 27.02.2013 19:35
von Sonne | 510 Beiträge

Zitat von ddr-bürger im Beitrag #96
Viele von denen die damals die "Einheit" wollten, würden heute statt zur Montagsdemo zur Parteiversammlung gehen....



Aber sonst is alles noch in Ordnung ????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????


Gruß Sonne

05/66-10/67
18 Monate meiner Jugend
in Glowe, Rothesütte, Elend


Wer Stroh im Kopf hat, fürchtet den Funken der Wahrheit.
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#98

RE: Elf Legenden zur Nationalen Volksarmee

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 27.02.2013 19:45
von DoreHolm | 7.687 Beiträge

Zitat von Sonne im Beitrag #97
[quote=ddr-bürger|p236198]Viele von denen die damals die "Einheit" wollten, würden heute statt zur Montagsdemo zur Parteiversammlung gehen....



Aber sonst is alles noch in Ordnung ????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????[/quote]

grün: Merks´te nicht die Ironie ?



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#99

RE: Elf Legenden zur Nationalen Volksarmee

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 27.02.2013 19:48
von 94 | 10.792 Beiträge

schwarz: Der merkt ja noch nicht mal, das sein großes ß prellt, ganz arg sogar.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 27.02.2013 19:50 | nach oben springen

#100

RE: Elf Legenden zur Nationalen Volksarmee

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 27.02.2013 19:55
von Rüganer (gelöscht)
avatar

Und das Schöne heute ist ja auch noch: Keiner würde diese Leute von der Parteiversammlung zuführen oder abhalten. Gysis Truppe sucht doch noch kräftig Mitglieder. Ihr könntet sogar noch eine eigene Partei gründen und:
Ironie an: es gibt ja sogar noch Parteisekretäre, die den ganzen Ablauf kennen. Ironie aus...


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