#1

Das Dunkle Haus II - Menschen und Psychologie im Nachrichtendienst

in Spionage Spione DDR und BRD 27.11.2012 19:41
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Der Mensch und die Psychologie
Unsere FOs sassen hinter dem Schreibtisch, was nicht heißt, dass die einen bequemen Job hatten. Diese hatten oft ihre liebe Not, und standen selbst unter starkem Druck, mussten Erfolge durch ihre schutzbefohlenen Männer und Frauen im Feld einholen. Diese begleiteten ihre Agenten im Auftrag über Jahre oftmals.
Aus allen Facetten des Lebens kamen die Menschen, die angeworben wurden. Und so selbstverständlich gelang oftmals nicht alles. Mit diesen Menschen umgehen zu können, setzte ein hohes Maß an eigener Schulung und an kontinuierlicher Arbeit voraus. Besonders in den sowjetischen und DDR Nachrichtendienste war dieses, man sieht es schon an den Erfolgen, ein weitaus strenger durchgeführtes Unternehmen als beim Verfassungsschutz. Aber auch Geheimdienste anderer Länder konnten auf den Menschen nur nach einer eingehenden psychologischen Kontrolle und einem eventuellen Ausbau in psychologischer Hinsicht bestehen.
Das dunkle Haus der Spionage wird dunkel bleiben, einige Ecken werden nur erleuchtet, das kann ich nur immer wieder sagen. Trotzdem kann erzählt werden, ohne dass wir unsere Zunft falsch darstellen müssen oder in die Sonne stellen müssen. Eine negative Darstellung ist unnötig, diese war nicht negativ, weil die Geschehnisse völlig normal waren. Gleichgültig was ausgepackt und erzählt werden kann, die ‚Geschäfte‘ werden darin weiter geführt, und die im Innern werden den Schlüssel zum Sicherungskasten des dunklen Hauses behalten.
Heute aber will ich von diesen Menschen und von der Psyche der Menschen innerhalb reden, ohne sentimental zu werden.
Die Überprüfung des angehenden Agenten läuft in der ersten heissen Phase auf Hochtouren und zwar hinter der Bühne. Eine aufwendiges und arbeitsreiches Unterfangen. Der Delinquent wird bereits lange vor dem Haus ins Visier genommen. Für tauglich befunden, gab es kein zurück, es ging schnurstracks weiter ins dunkle Haus und es dauerte meist nicht lange, und das Labyrinth öffnete sich. Ich wusste längst vor meiner Verpflichtung für die UdSSR, wohin der Weg ging und auf was ich mich einlasse. Das musste mir nicht erklärt werden. Ich war damals schon eine außerordentlich, sagen wir so, offene Person. Mir musste nicht gezeigt werden, wie ich mit Menschen ungezwungen umzugehen hatte, meine Diplomatie war ein Riesenplus, auch im Umgang mit meinen FOs, obwohl ich diese nie unterschätzt habe. Mein russischer Anwerber war damals schon mehr als gut im Bilde ueber mein Leben.
Die persönlichen Gespräche mit dem spaeteren FO zusammen und zunächst noch mit dem MfS Mitarbeiter waren anstrengend und glichenVernehmungen, die es wahrhaftig in sich hatten.
Immer wieder wurde der Wahrheitsgehalt meiner Aussagen auf die Probe gestellt, das heißt, das ganze Leben wird durchleuchtet. Aus dem Grunde zunächst, weil ein Angeworbener durchaus nicht die Person sein könnte, den er vorgibt zu sein. Das war keine seltene Sache, wenn andere Geheimdienste versuchten, ihre Agenten unterzubringen im jeweiligen anderen Feld, die mit Papieren eines Verstorbenen oder einer fiktiven Person ausgestattet waren. Die Pässe waren zwar gefälscht, und dennoch lebensecht; die dazugehörige Person musste sich aber beweisen und Stärke zeigen. Es gab Agenten, die diese Phase überlebt haben, und das nur, weil sie stark genug waren, ihre wahre Identität nicht durch Fehler preiszugeben, oder über Fallen stolperten. Dieses war nicht nur ein Lernprozess, sondern diese waren mit Sicherheit einer straffen psychologischen Schulung vorher ausgesetzt.
Ich hatte deshalb keine Probleme, weil es mein Leben war, mein englischer Passport, damals der alte schwarze noch, und ich waren eins, ich brauchte über meinen Werdegang nicht zu lügen, konnte also in keine Falle stolpern. Bei mir wurde psychologisch aus dem vollen Eimer geschöpft von A –Z, ein etwas ungewöhnlicheres Leben, das auf das intimste dann in allen Einzelheiten zu Buche stand. Nie vorher hatte ich mit einem einzigen Menschen über mein beschissenes Leben gesprochen.
Ich musste im Verlauf der nachrichtendienstlichen Taetigkeit später viele Identitäten annehmen, aber mein Leben war das dieser Frau, wie ich es meinem FO berichtet hatte. Er wusste von Anfang an, welche Knöpfe er zu drücken hatte. Die Fähigkeiten und Vorteile, die ich mitbrachte, kamen erst später zur Auswertung. Vor diesem Führungsoffizier hatte ich Respekt. Ich würde schon sagen, schon durch sein soldatisch strenges Auftreten, dass ich vom Vater her gewöhnt war, sodaß es mir nichts ausmachte, vielmehr eine Normalität für mich darstellte. Dieser wusste das, und er arbeitete bereits von der ersten Stunde an damit.
Ich war zu der Zeit ein liebenswertes Frauenzimmer, (bin ich heute noch manchmal) und sicher nicht dem männlichen Geschlecht abgeneigt, im Gegenteil. Ein Produkt meiner Kindheit aber war ich schon. Das wohl, aber ich wusste genau was ich tat, sehr zum Leidwesen dieses FOs, denn trotz allem hatte ich meinen eigenen Kopf. Ein schwerwiegendes Problem für ihn. Diesem Mann habe ich mich nie als Frau genähert. Einmal kam das Gespräch auf Lesben. Er lachte normalerweise kaum. ‚Ich bin keine Lesbe‘ sagte ich ihm offen. Er sah mich nur an, und es war schwer für ihn ein Grinsen zu unterdrücken, als er sagte, ‚Das wäre auch schade drum.‘ Das war das einzige in Bezug auf Mann und Frau, was zwischen uns besprochen wurde, abgesehen davon, war er schon besorgt, dass es mir im Feld gut ging als Frau. Es ist mir nie in den Sinn gekommen, ihn auf frauliche Art anzumachen. Ich hatte einfach zu viel Respekt vor ihm. Er war für mich da und ich wollte, dass er sich auf mich verlassen konnte. Wenn ich heute zurückblicke und wie das Gutachten bestätigte, war sein Imago, wie es genannt wurde, bereits früh in meinem Kopf und Befinden eingenistet. Zur Befriedigung meiner normalen Gelüste gab es Männer reichlich in Ost und West, jedoch nicht im Bereich der nachrichtendienstlichen Tätigkeit. Das erst Jahre später ausgebaute Verhältnis zu meinem späteren Ehemann, das auch zunächst völlig in normalen Bahnen verlief, war eine andere Sache. Ich musste zu keiner Zeit ‚liebevoll‘ gekauft werden, um fuer meine Weltanschauung und für meine Liebe zur Sowjetunion zu arbeiten. Halten wir fest, psychologisch war ich längst eingezäunt und an diese Männer gebunden. Ich empfand es nicht als Last, als ich Zuckerbrot und Peitsche zur gleichen Zeit bekam.
So wurden die Charakterzüge eines Menschen genutzt, in dem diese tendentiell analysiert wurden, dann wurde weitergreifend entweder gebändigt oder ausgemerzt.
Selbst wenn einer nicht aus Überzeugung arbeiten will, so gibt es verschiedene andere Mittel diesen auf den Weg zu bringen und zwar so, dass er keine Widerrede mehr hat und dieses langsam in ein normales Empfinden hinübergeht.
Die Agenten sind die Marionetten auf dieser Bühne, kleine Räder im Getriebe eines mächtigen Mechanismus, auf beiden Seiten des Atlantiks. Und daran wird sich nie etwas ändern. Und wenn von Psychologie geredet wird, haben die Geheimdienste der ehemaligen Sowjetunion ein weitaus härteres Verhalten an den Tag gelegt, das nicht nur teilweise einer Zersetzung der Seele gleich kam, anbindend aber auch an den bereits vorbestehenden psychischen Zustand des Menschen. Während der deutsche FO gleichsam mit harter Hand und Schulung zu Werke ging, war die russische Offensive vergleichbar einer T34, die das Objekt, den Menschen, regelrecht niedermähte. Es sollte einigermassen sichergestellt werden, dass diesem Menschen zu vertrauen war. Eine Rechnung, die nicht immer aufging, aber meistens. So gibt es einige Parallelen die ich erlebte und nennen werde innerhalb des Rubriks systematischer Schulung. Meine Liebe zur Sowjetunion, ließ ich mir nicht nehmen, was auch nicht beabsichtigt war.
Diesen Menschen im Feld mit eiserner Hand zu führen, aber immer richtungsweisend für ihn da zu sein, war wichtig und konnte nur mit dieser Art Kriegsführung am Menschen bewältigt werden.
Wie auch immer sie in dieses dunkle Haus kamen, gebührt ihnen genauso Respekt, wie ihren westlichen Kameraden. Alle haben wir ein Leben, einige ein Schicksal. Es sind auch heute keine James Bond Figuren, die alles bewerkstelligen und in fabelhaften Autos durch die Gegend fahren. Es waren und sind bis heute Menschen, die für ihr Land, für ihre Weltanschauung, auf beiden Seiten des Atlantiks gearbeitet haben und die sich neben ihren normalen Lebenswegen an der teilweisen Unendlichkeit dieses anderen Lebens angepasst haben. Dieses Leben ging in Fleisch und Blut über bei guter Betreuung.
Dazu muss man sagen, dass es vermutlich eine Menge anderer Gründe gab. Dennoch, die psychologische Aufarbeitung und Führung war eines der wichtigsten Elemente. Was nützte es ins Schwarze treffen zu können, wenn der Kopf nicht klar war. Diese musste stimmen, um mit diesen Faktoren fertig zu werden. Menschen sind kaum alleine im Leben. Die plötzliche Erkenntnis der Nahestehenden, die nicht wußten, wer über die Jahre wirklich neben ihnen gelebt hatte, verursachte ein qualvolles Erwachen. Plötzlich standen diese Agenten als Fremde vor ihren Familien, die aus allen Wolken fielen und sich nicht damit abfinden konnten oder wollten, zumal die meisten Agenten Gefängnisstrafen absitzen mussten. Familien sind daran zerbrochen. Kinder wurden den Vätern und Müttern verweigert. Eine Angelegenheit bis heute, für die es Zeit eines Menschenlebens nie eine Lösung geben wird. Die Härte, die man sich angeeignet hatte im Metier, kam hier oft zugute.
Die Doppelbelastung von einem normalen Leben mit all den Hochs und Tiefs, von der Sorge um Familie usw. das nichts mit dem Agentenleben zu tun hat, musste ausserhalb des Agentenlebens wahrgenommen werden; Der Agent im Feld, ob alleine oder nicht, hat keine Moeglichkeit darueber zu sprechen. Er ist zum Schweigen verdammt, oft über lange Perioden. Das resultiert in einem unerhoerten Druck, das ueber Jahre zu einem vollkommenen Ausgebranntsein führte, das schlimmer war als die meisten aller Stresssymptome. Der Mensch ist eben keine Maschine, mußte aber wie eine funktionieren. Kam diese Maschine ins Stottern, gab’s ein bisschen Öl auf’s Getriebe oder es gab kräftige weitere psychologische Schulung. Einem doppelten Leben im Metier ausgesetzt, hatte ich am Ende die Doppelbelastungen im Privatbereich in Ost und West zu verarbeiten.
So sind wir hier zunaechst weit von James Bond entfernt denke ich, er hat wohl solche Probleme nie gehabt und musste auch nicht psychologisch bearbeitet werden, er tut es ja für ‚his Majesty‘. Ein Übermensch, vielmehr dem wahren Leben völlig fremd.
Agenten waren eine Waffe im Umgang mit dem Klassenfeind. In psychologischer Schulung wurden sie darauf gedrillt, diese Waffe zu sein, einerseits mit der Zartheit eines Schmetterlings, andererseits mit dem Gift einer Schlange....


EK82I und Micos haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 27.11.2012 19:43 | nach oben springen

#2

RE: Das Dunkle Haus II - Menschen und Psychologie im Nachrichtendienst

in Spionage Spione DDR und BRD 27.11.2012 20:11
von GKUS64 | 1.609 Beiträge

Hallo Larissa,
nimm es mir nicht übel, ich verstehe nicht ganz, dass du dich als sehr starke Frau und Persönlichkeit diesem (oder einem) FO so bedingungslos untergeordnet hast, das passt so gar nicht zu dir. Die Idee zu deiner Weltanschauung war dann doch stärker als deine persönliche Kraft!??

MfG

GKUS64


nach oben springen

#3

RE: Das Dunkle Haus II - Menschen und Psychologie im Nachrichtendienst

in Spionage Spione DDR und BRD 27.11.2012 20:25
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat von GKUS64 im Beitrag #2
Hallo Larissa,
nimm es mir nicht übel, ich verstehe nicht ganz, dass du dich als sehr starke Frau und Persönlichkeit diesem (oder einem) FO so bedingungslos untergeordnet hast, das passt so gar nicht zu dir. Die Idee zu deiner Weltanschauung war dann doch stärker als deine persönliche Kraft!??
MfG
GKUS64



Eine gute Frage, danke GKUS64 für Dein Interesse. Diese Frage ist sicher von Deiner Sicht aus berechtigt.
Zunächst ordnete ich mich im Bereich der nachrichtendienstlichen Tätigkeit völlig unter, das kann man durchaus so sehen, wobei, ich sprach am Anfang bereits von Problemen. Diese Probleme traten vermehrt auf, da ich mich nicht in jedem Falle bedingungslos unterordnete, obwohl eine Anbindung, wie ich sie beschrieb, sicher vorhanden war. Ich weigerte mich bestimmte Dinge zu tun und versuchte oft, meinen Willen durchzusetzen, das in gewisser Weise den Ablauf hinderte. Das war ebenso und noch weitaus mehr der Fall im Zusammenhang mit der Arbeit fuer den Vschutz. Selbst der Chef des dortigen LfV konnte sich ein Bild davon machen. Bitte nehme in Betracht, das dieses Geschehen sehr lange zurückliegt und wie jung ich damals war. Insgesamt eignete ich mir eine verbissene Härte an, die später in verschiedenen Phasen des meines Lebens ein Vorteil war, vor allem bei den Verlusten. Meine Weltanschauung war stark, aber mit Sicherheit die persönliche Kraft auch.


damals wars hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 27.11.2012 20:28 | nach oben springen

#4

RE: Das Dunkle Haus II - Menschen und Psychologie im Nachrichtendienst

in Spionage Spione DDR und BRD 27.11.2012 20:45
von Jawa 350 | 676 Beiträge

Larissa ich bewundere Dich immer wieder! Da Du nun in verschieden Dienstentätigt warst, kannst Du uns mal Deine Wertung über die einzelnen Geheimdienste aufschreiben?


MfG
Jawa350
nach oben springen

#5

RE: Das Dunkle Haus II - Menschen und Psychologie im Nachrichtendienst

in Spionage Spione DDR und BRD 27.11.2012 20:50
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat von Jawa 350 im Beitrag #4
Larissa ich bewundere Dich immer wieder! Da Du nun in verschieden Dienstentätigt warst, kannst Du uns mal Deine Wertung über die einzelnen Geheimdienste aufschreiben?



nee, no, nijet, das kann ich nicht ertragen diese Bewunderung. Mein Leben war eben so, aber trotzdem danke,
Ich würde gerne Deine Frage dann beantworten wenn es zum Thema Schulung kommt. Das habe ich bereits angedeutet. Ich werde Deine Frage vormerken.


nach oben springen

#6

RE: Das Dunkle Haus II - Menschen und Psychologie im Nachrichtendienst

in Spionage Spione DDR und BRD 27.11.2012 21:31
von seaman | 3.487 Beiträge

Der Deliquent und sein Henker gehen zum Schafott. Es regnet in Strömen.
Meint der Verurteilte: "Ein Mistwetter heute".
Darauf der Henker: "Reg Du Dich mal auf, Du mußt nur hin, ich muß auch zurück !"
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Larissa,
ich teile diese Wertung,ein geworbener Agent,Spion,Kundschafter,Geheimdienstler ist ein Deliquent nicht.
Gruss


nach oben springen

#7

RE: Das Dunkle Haus II - Menschen und Psychologie im Nachrichtendienst

in Spionage Spione DDR und BRD 27.11.2012 21:31
von Harzwanderer | 2.923 Beiträge

Mag schon sein, dass es Spionage und Verrat immer schon gegeben hat und vielleicht manchmal sogar auch geben muss, aber die persönliche Faszination an der Sache erschließt sich mir nicht so richtig. Das ist doch eigentlich traurig: Leute werden systematisch belogen, mit Psycho-Tricks ausgenutzt, unter Druck gesetzt, erpresst und so weiter. Im Prinzip alles asoziale Tricks, die dem normalen menschlichen Zusammenleben widersprechen. Auch wenn der Einzelne es vielleicht eher als Abenteuer zu betrachten versucht, dreht sich nicht alles ums Lügen? Das Benutzen und Ausnutzen der Spitzel durch ihre Mutterdienste kommt noch dazu. Im Prinzip ist das doch alles ein menschenverachtendes System, das viele Opfer und gebrochene Seelen hinterlässt.

Ich wollte hier aber sicher niemanden persönlich angreifen und wollte auch diesen Thread nicht irgendwie kaputt machen. Aber nachdem es jetzt schon Nummer 2 ist, wollte ich mal kurz diese Meinung loswerden.


Micos hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 27.11.2012 21:32 | nach oben springen

#8

RE: Das Dunkle Haus II - Menschen und Psychologie im Nachrichtendienst

in Spionage Spione DDR und BRD 27.11.2012 21:34
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat von seaman im Beitrag #6
Der Deliquent und sein Henker gehen zum Schafott. Es regnet in Strömen.
Meint der Verurteilte: "Ein Mistwetter heute".
Darauf der Henker: "Reg Du Dich mal auf, Du mußt nur hin, ich muß auch zurück !"
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Larissa,
ich teile diese Wertung,ein geworbener Agent,Spion,Kundschafter,Geheimdienstler ist ein Deliquent nicht.
Gruss


Ich habe mir schon gedacht, dass dieser Ausdruck falsch ist. Ganz klar, Delinquent steht aber bei mir irgendwo in den Prozessakten. Vielen Dank für diese Berichtigung.


nach oben springen

#9

RE: Das Dunkle Haus II - Menschen und Psychologie im Nachrichtendienst

in Spionage Spione DDR und BRD 27.11.2012 21:44
von jecki09 | 422 Beiträge

Im allgemeinen Sprachgebrauch steht Delinquent für einen Übeltäter, Gesetzesbrecher, Normenverletzer oder Regelübertreter. Der Ausdruck wird unter Umständen auch als Euphemismus oder „politisch korrekte“ Alternative verwendet, um negativ besetzte Synonyme wie Verbrecher oder Krimineller zu vermeiden, wenn diese als diskriminierend oder zu stark abwertend empfunden werden.

Hier kommt es immer auf die Sichtweise oder den eigenen Standpunkt an


seaman hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#10

RE: Das Dunkle Haus II - Menschen und Psychologie im Nachrichtendienst

in Spionage Spione DDR und BRD 27.11.2012 21:47
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #7
Mag schon sein, dass es Spionage und Verrat immer schon gegeben hat und vielleicht manchmal sogar auch geben muss, aber die persönliche Faszination an der Sache erschließt sich mir nicht so richtig. Das ist doch eigentlich traurig: Leute werden systematisch belogen, mit Psycho-Tricks ausgenutzt, unter Druck gesetzt, erpresst und so weiter. Im Prinzip alles asoziale Tricks, die dem normalen menschlichen Zusammenleben widersprechen. Auch wenn der Einzelne es vielleicht eher als Abenteuer zu betrachten versucht, dreht sich nicht alles ums Lügen? Das Benutzen und Ausnutzen der Spitzel durch ihre Mutterdienste kommt noch dazu. Im Prinzip ist das doch alles ein menschenverachtendes System, das viele Opfer und gebrochene Seelen hinterlässt.

Ich wollte hier aber sicher niemanden persönlich angreifen und wollte auch diesen Thread nicht irgendwie kaputt machen. Aber nachdem es jetzt schon Nummer 2 ist, wollte ich mal kurz diese Meinung loswerden.


Vielen Dank. No Problem, ruhig nahe treten. Als personlichen Angreifen sehe ich Deine Zeilen nicht an. Wir könnten hier stundenlang diskutieren, und nichts würde uns weiterbringen, weil die Meinungen eben zu weit auseinandergehen. Das Problem der Deutschen im Gegensatz zu Engländern, Amerikanern und Russen wurde bereits dargelegt.
Von Spitzeln ist hier nicht die Rede; die Unterschiede zu Agenten, Verrätern, zu Spitzeln und Denunzianten wurde ziemlich eindeutig geklärt. Als asoziale Tricks würde ich das auch nicht bezeichnen, sondern als übliches Gebahren. Und als erfahrener Mensch im sonstigen Leben kenne ich asoziale Tricks reichlich in vielen Lebensbereichen. Ich kenne viele gebrochene Seelen, die nichts mit Geheimdiensten zu tun hatten. Hier ging es um die Einsetzung psychologischer Mittel.


nach oben springen

#11

RE: Das Dunkle Haus II - Menschen und Psychologie im Nachrichtendienst

in Spionage Spione DDR und BRD 27.11.2012 22:34
von Mart | 734 Beiträge

Zitat von Larissa im Beitrag #1
Besonders in den sowjetischen und DDR Nachrichtendienste war dieses, man sieht es schon an den Erfolgen,

Das ist eine sehr gewagte These.

Definitionsgemäß erfährt der normale Bürger weder über Erfolge noch über Mißerfolge eines Dienstes etwas. Wenn der Bürger von Erfolgen oder Mißerfolgen erfährt, dann ging entweder etwas fürchterlich schief - oder der Dienst selbst hat ein massives Problem, muss öffentlich Erfolge zeigen.

Möchtest Du insoweit Deine These aufrecht erhalten?


nach oben springen

#12

RE: Das Dunkle Haus II - Menschen und Psychologie im Nachrichtendienst

in Spionage Spione DDR und BRD 27.11.2012 22:42
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von Mart im Beitrag #11


Definitionsgemäß erfährt der normale Bürger weder über Erfolge noch über Mißerfolge......



Fuer den normalen Buerger mag das zutreffen,
der aktive Geheimdienstler entwickelt dafuer ganz sensible Sensoren.....


zuletzt bearbeitet 27.11.2012 22:45 | nach oben springen

#13

RE: Das Dunkle Haus II - Menschen und Psychologie im Nachrichtendienst

in Spionage Spione DDR und BRD 27.11.2012 22:52
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat von Mart im Beitrag #11
Zitat von Larissa im Beitrag #1
Besonders in den sowjetischen und DDR Nachrichtendienste war dieses, man sieht es schon an den Erfolgen,

Das ist eine sehr gewagte These.

Definitionsgemäß erfährt der normale Bürger weder über Erfolge noch über Mißerfolge eines Dienstes etwas. Wenn der Bürger von Erfolgen oder Mißerfolgen erfährt, dann ging entweder etwas fürchterlich schief - oder der Dienst selbst hat ein massives Problem, muss öffentlich Erfolge zeigen.
Möchtest Du insoweit Deine These aufrecht erhalten?




Wir reden aneinander vorbei etwas denke ich Mart. Vielleicht mein falscher Ausdrucksweise teilweise. Das tut mir leid.
Der normale Buerger kann sich sicher nicht vorstellen, welche auch noch so kleinsten Erfolge wichtig waren, und es wurde darueber gesprochen innerhalt der Limits bei Treffen.
Andererseits liegt es nicht von der Hand zu weisen, dass die Zeitungen jeder Zeit auf die Erfolge und Misserfolge der Dienste springen. Schon ein erkannter Agent oder aufgeflogener Agentenring ist kein Geheimnis in der Welt der Medien und, fuer den sog. Normalbuerger kein Geheimnis..
Ich weiss nicht, wie Du darauf kommst, dass es eine These von mir ist. Es gibt Insiderwissen, das ist etwas anderes als in den Zeitungen steht. Wirklich ist da nix Gewagtes dran.
Trotzdem vielen Dank fuer Dein Interesse.


seaman und Micos haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 27.11.2012 22:54 | nach oben springen

#14

RE: Das Dunkle Haus II - Menschen und Psychologie im Nachrichtendienst

in Spionage Spione DDR und BRD 27.11.2012 22:59
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von Larissa im Beitrag #13

Der normale Buerger kann sich sicher nicht vorstellen, welche auch noch so kleinsten Erfolge wichtig waren, und es wurde darueber gesprochen innerhalt der Limits bei Treffen. Es gibt Insiderwissen, das ist etwas anderes als in den Zeitungen steht.



Genau so!


nach oben springen

#15

RE: Das Dunkle Haus II - Menschen und Psychologie im Nachrichtendienst

in Spionage Spione DDR und BRD 28.11.2012 03:42
von Mart | 734 Beiträge

Zitat von seaman im Beitrag #12
Zitat von Mart im Beitrag #11

Definitionsgemäß erfährt der normale Bürger weder über Erfolge noch über Mißerfolge......


Fuer den normalen Buerger mag das zutreffen,
der aktive Geheimdienstler entwickelt dafuer ganz sensible Sensoren.....


Kinderkacke sowie Nebelkerzen, seaman.

Die Aussage "die Dienste der DDR und der UdSSR waren besser" ist für überhaupt niemanden verifizierbar: Solche Aussagen sind für's Volk.

Dir (wir kennen uns virtuell) muss ich das doch wirklich nicht sagen:
Im Sinne der These ist der beste Dienst, er im Grunde gar nicht vorhanden ist. Der es nicht nötig hat,
sich öffentlich mit irgendwelchen Erfolgen zu spreizen:

Ein Geheimdienst dient im Geheimen - sagt die Vokabel ja wohl schon.

Und weil ich schon so schön dabei bin, liebe Larissa:
Ein Kundschafter, Agent, Spion, wie man das auch immer benennen will - der steuert mal exakt garnichts.
Er hat nicht einmal Kontrolle darüber, wie seine Informationen vom Auftraggeber verwendet werden.


zuletzt bearbeitet 28.11.2012 03:44 | nach oben springen

#16

RE: Das Dunkle Haus II - Menschen und Psychologie im Nachrichtendienst

in Spionage Spione DDR und BRD 28.11.2012 03:56
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von Mart im Beitrag #15
Zitat von seaman im Beitrag #12
Zitat von Mart im Beitrag #11

Definitionsgemäß erfährt der normale Bürger weder über Erfolge noch über Mißerfolge......


Fuer den normalen Buerger mag das zutreffen,
der aktive Geheimdienstler entwickelt dafuer ganz sensible Sensoren.....


Kinderkacke sowie Nebelkerzen, seaman.

Die Aussage "die Dienste der DDR und der UdSSR waren besser" ist für überhaupt niemanden verifizierbar: Solche Aussagen sind für's Volk.

Dir (wir kennen uns virtuell) muss ich das doch wirklich nicht sagen:
Im Sinne der These ist der beste Dienst, er im Grunde gar nicht vorhanden ist. Der es nicht nötig hat,
sich öffentlich mit irgendwelchen Erfolgen zu spreizen:

Ein Geheimdienst dient im Geheimen - sagt die Vokabel ja wohl schon.

Und weil ich schon so schön dabei bin, liebe Larissa:
Ein Kundschafter, Agent, Spion, wie man das auch immer benennen will - der steuert mal exakt garnichts.
Er hat nicht einmal Kontrolle darüber, wie seine Informationen vom Auftraggeber verwendet werden.




Ein guter Dienst muss nicht mit Erfolgen prahlen,ein schlechter Dienst wird als unfaehig angesehen.
Ansonsten freue ich mich,von Dir zu erfahren wie man mit Informationen umging...
Frage neu!


zuletzt bearbeitet 28.11.2012 03:58 | nach oben springen

#17

RE: Das Dunkle Haus II - Menschen und Psychologie im Nachrichtendienst

in Spionage Spione DDR und BRD 28.11.2012 04:11
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von Mart im Beitrag #15

Fuer den normalen Buerger mag das zutreffen,
der aktive Geheimdienstler entwickelt dafuer ganz sensible Sensoren.....




Kinderkacke sowie Nebelkerzen, seaman.




Klar,
ich bin es mittlerweile gewohnt,dass Fremde(Du bist mir fremd!)),mir versuchen zu erklaeren wie das Leben in dieser Branche laeuft...
Deshalb werde ich es aber noch lange nicht als normal/richtig absegnen.
Frage neu!
Wie lange warst Du in diesem Bereich taetig?
Erfahrungswerte?


zuletzt bearbeitet 28.11.2012 05:35 | nach oben springen

#18

RE: Das Dunkle Haus II - Menschen und Psychologie im Nachrichtendienst

in Spionage Spione DDR und BRD 28.11.2012 07:37
von Grenzwolf62 (gelöscht)
avatar

Zitat Larissa:
Die Agenten sind die Marionetten auf dieser Bühne, kleine Räder im Getriebe eines mächtigen Mechanismus, auf beiden Seiten des Atlantiks. Und daran wird sich nie etwas ändern. Und wenn von Psychologie geredet wird, haben die Geheimdienste der ehemaligen Sowjetunion ein weitaus härteres Verhalten an den Tag gelegt, das nicht nur teilweise einer Zersetzung der Seele gleich kam, anbindend aber auch an den bereits vorbestehenden psychischen Zustand des Menschen. Während der deutsche FO gleichsam mit harter Hand und Schulung zu Werke ging, war die russische Offensive vergleichbar einer T34, die das Objekt, den Menschen, regelrecht niedermähte. Es sollte einigermassen sichergestellt werden, dass diesem Menschen zu vertrauen war. Eine Rechnung, die nicht immer aufging, aber meistens. So gibt es einige Parallelen die ich erlebte und nennen werde innerhalb des Rubriks systematischer Schulung. Meine Liebe zur Sowjetunion, ließ ich mir nicht nehmen, was auch nicht beabsichtigt war.

Hallo Larissa,
wurde der Mensch generell reduziert auf den Status eines funktionierenden Werkzeugs?
Und was war wenn das "Werkzeug" nicht mehr funktionierte, wurde es weggeworfen wie man es mit kaputten Werkzeugen oft tut?


nach oben springen

#19

RE: Das Dunkle Haus II - Menschen und Psychologie im Nachrichtendienst

in Spionage Spione DDR und BRD 28.11.2012 08:27
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #18


Hallo Larissa,
wurde der Mensch generell reduziert auf den Status eines funktionierenden Werkzeugs?
Und was war wenn das "Werkzeug" nicht mehr funktionierte, wurde es weggeworfen wie man es mit kaputten Werkzeugen oft tut?


Larissa berichtet hier als Einzelperson,ueber ihre Gefuehle und Emotionen waehrend ihrer Taetigkeit als Spionin und als Mutter und Frau.
Die meisten die hier schreiben(maennlich) haben Militaerdienst geleistet.Ist der Pilot,Panzerfahrer,Gruppenfuehrer auf ein funktionierendes Werkzeug zu reduzieren?
Jetzt nachdenken...


zuletzt bearbeitet 28.11.2012 08:30 | nach oben springen

#20

RE: Das Dunkle Haus II - Menschen und Psychologie im Nachrichtendienst

in Spionage Spione DDR und BRD 28.11.2012 08:35
von Grenzwolf62 (gelöscht)
avatar

Zitat von seaman im Beitrag #19
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #18


Hallo Larissa,
wurde der Mensch generell reduziert auf den Status eines funktionierenden Werkzeugs?
Und was war wenn das "Werkzeug" nicht mehr funktionierte, wurde es weggeworfen wie man es mit kaputten Werkzeugen oft tut?


Larissa berichtet hier als Einzelperson,ueber ihre Gefuehle und Emotionen waehrend ihrer Taetigkeit als Spionin und als Mutter und Frau.
Die meisten die hier schreiben(maennlich) haben Militaerdienst geleistet.Ist der Pilot,Panzerfahrer,Gruppenfuehrer auf ein funktionierendes Werkzeug zu reduzieren?
Jetzt nachdenken...



Denke viel nach.
Davon abgesehen bezog sich meine Frage an Larissa auf den von mir zitierten Teil ihres Textes.
Vielleicht mag sie mir ja netterweise selbst antworten.


nach oben springen



Besucher
32 Mitglieder und 76 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: gerhard
Besucherzähler
Heute waren 2296 Gäste und 153 Mitglieder, gestern 3956 Gäste und 189 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 14370 Themen und 558045 Beiträge.

Heute waren 153 Mitglieder Online:

Besucherrekord: 589 Benutzer (24.10.2016 20:54).

Xobor Ein eigenes Forum erstellen