#81

RE: Erzählung. Der Waffenkeim

in Grenztruppen der DDR 23.04.2013 23:43
von Fritze (gelöscht)
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Immer Geduld ! Eines zumindest ,ist sicher ,er heiratet die Nadja und hat zwei Kinder mit ihr . Und die Historie holt auch ihn ein .
Fortsetzung folgt ,bis nechste Woch ! Wie man hier im Rheinland sagt.


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#82

RE: Erzählung. Der Waffenkeim

in Grenztruppen der DDR 24.04.2013 19:58
von PF75 | 3.291 Beiträge

Na dann hält sich die Wartezeit ja in Grenzen,das können wir aussitzen.


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#83

RE: Erzählung. Der Waffenkeim

in Grenztruppen der DDR 25.04.2013 00:07
von Fritze (gelöscht)
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So Freunde ,noch ne kleine Fortsetzung . Aber nicht nach dem Lesen an den Kühlschrank schleichen !

Nach der Ablösung durch Hundeuffz. Waldi stand Edgar lange unter der Dusche .Heut abend würde es noch in den Ausgang gehen. Aber nicht in die Dorfkneipe,sondern mit dem Zirn zusammen zu einem der Hausmeister ,welcher vom Fischer frische Maränen geholt hatte und diese nun im Räucherofen veredeln wollte.Bei dem Gedanken an die goldenen Maränen lief ihm schon das Wasser im Munde zusammen. Und das Bier würde danach umso besser schmecken.
Er rubbelte sich gerade den Kopf trocken ,als der Glasmann kam und ihn mit zum Abendbrot nehmen wollte. Edgar musste ihm und der vom Glasmann
geplanten Skatrunde einen Korb geben. "Wie ? " wollte der Glasmann wissen ,:"in Ausgang , als Einzigster ? " Nee nich in die Kneipe ! "entgegnete Edgar. " Doch nich etwa zu nem Weib ? " Darauf schüttelte Edgar den Kopf , ob des Glasmanns dummer Fragerei . Während er in seine Ausgehhose schlüpfte ,gab er Bescheid . " Nun geh schon zum Essen ! Ich ess heut was Besseres . " Und auf des Glasmanns fragenden Blick : " Männerrunde ".
Als der Neugierige endlich gegangen war ,wienerte Edgar noch mit einem Lappen über seine Halbschuhe ,dabei dachte er ,daß die Schnürsenkel wohl noch bis Ende Oktober halten würden.Und zur Entlassung würde er zivile Turnschuhe tragen. Nicht wie der Uffz. Wiesocki ,welcher am letzten Tag mit
den Ausgehschuhen nach Hause ging ,weil ihm seine Gängerkollegen noch am letzten Tag eine ausgewischt hatten . Sie hatten am Vorabend der Entlassung ,die Privatschuhe in dessen gepackter Reisetasche ganz unten deponiert. Nun hatte der arme Kerl überall gesucht , nur in seiner Tasche nicht. Zu Hause war ihm bestimmt die Kinnlade abgeklappt.
Edgar sah noch kurz in den Spiegel und ging mit der Schirmmütze in der Hand aus dem Zimmer .Unten an der Wachbutze stand schon der Zirn und sagte: "Schmuck ,schmuck ! Komm Eddy lassen wirs an ! " dann verliessen sie die Kompanie und machten sich auf den Weg zum Anwesen des Hausmeisters Gerhard . Schon in der Einfahrt zu dessen Grundstück war ein leckerer Geruch zu vernehmen. Unter der Remise standen um einen schweren Holztisch drei Stühle . Gerhard war gerade am Fühlen . Er nahm kurz die Hände an den umgebauten Badeofen und überprüfte so die Räuchertemperatur. Danach lupfte er den Sack welcher die obere Öffnung abdeckte . Sofort quoll ein Rauch heraus und auch der Geruch wurde noch intensiver.. " Ist gleich soweit !"meinte der Hausmeister : Nehmt euch schon mal n Bier ! " Dabei zeigte er auf eine Kiste ,welche unter dem Tisch stand.
Seine Frau kam mit einer Platte und einem Holzbrett geschnittenen Weißbrot aus dem Haus. "Hallo Edgar " rief sie ,stellte die Sachen auf den Tisch und knuffte den Zirn in die Seite.Der öffnete gerade routiniert mit dem Schlüssel eine Flasche Bier und gab sie an Edgar weiter. Nachdem sie alle ein Bier hatten,stiessen sie klirrend an. Gerhard ging zum Ofen , nahm den Sack herunter und langte hinein.Nach einer Druckprobe nickte er und verlangte nach der Platte .Edgar stellte sich mit der auf Brusthöhe gehobenen Platte neben den Ofen . Gerhard holte vier Spiesse heraus ,auf denen jeweils ca zehn goldbraune duftende und leicht fetttriefende Maränen steckten und legte sie auf die Platte. Hmmh ... war das ein Anblick !
Bevor sie am Tisch zugriffen , prosteten sie sich nochmal zu ....
Danach war nur noch Schmatzen und Rülpsen zu hören . Abwechselnd steckten sie sich Fisch und Brot in den Mund und hoben die Flaschen.....

ff


exgakl und Pzella 82 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#84

RE: Erzählung. Der Waffenkeim

in Grenztruppen der DDR 25.04.2013 00:57
von Vogtländer (gelöscht)
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... und ich hatte doch keine Disziplin und bin an den Kühlenden getrabt.


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#85

RE: Erzählung. Der Waffenkeim

in Grenztruppen der DDR 25.04.2013 20:14
von Knolli | 16 Beiträge

Hallo Fritze,

Da ich neu in diesem Forum bin hab ich das Glück die bisherige Geschichte hinter einander weg lesen zu können. Bin begeistert.

Leider muß ich mich nun auch in die Reihe der Wartenden einreihen. Laß nicht zu lange auf die Fortsetzung warten.

Gruß Knolli


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#86

RE: Erzählung. Der Waffenkeim

in Grenztruppen der DDR 25.04.2013 22:42
von Fritze (gelöscht)
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Zitat von Vogtländer im Beitrag #84
... und ich hatte doch keine Disziplin und bin an den Kühlenden getrabt.


Der Geist ist willig aber das Fleisch oft schwach !


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#87

RE: Erzählung. Der Waffenkeim

in Grenztruppen der DDR 25.04.2013 23:50
von Vogtländer (gelöscht)
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Bei einigen Punkten sowas von schwach!


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#88

RE: Erzählung. Der Waffenkeim

in Grenztruppen der DDR 26.04.2013 09:58
von Fritze (gelöscht)
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Als sich die drei Männer die Finger vom Fischfett gereinigt hatten ,strichen ihnen zwei graugetigerte , ziemlich grosse Katzen um die Beine .Die Reste des opulenten Fischmahls waren ihr Begier .Hausmeister Gerhard nahm das Zeitungspapier auf dem sie Gräten ,Köpfe und Flossenreste gelegt hatten und brachte sie um die Ecke ,auf daß die Katzen ihr Festmahl beginnen konnten. danach brachte er eine Flasche Stonsdorfer und drei Stamperl .
Edgar zog die Augenbrauen hoch :"Nanu ,heute kein Goldbrand ? " Wusste er doch ,daß dies normalerweise die Hausmarke von Gerhard und dem Zirn war. "Nach dem Fett ,isn Kräuter besser ! "war der Einwurf des Zirns. Gerhard füllte die Gläser bis zu den Aufsitzbrettern und sie schlürften vorsichtig, bevor sie sich die braune aromatische Flüssigkeit hinter die Binde kippten.
Nun konnte die Männerkonversation beginnen ! "Ihr Beide werdet mir fehlen ,"sagte Gerhard :"gibt nich viele Angehörige,mit denen man sich so unterhalten konnte und vor allem zusammenarbeiten ! " Edgar dachte ,wie oft er Soldaten zur Unterstützung der Hausmeister geschickt hatte ,oder selbst im Heizhaus mit geschaufelt hatte.
Der Zirn wischte sich die verschwitzten Haare aus der Stirn und nahm einen grossen Hieb aus der Bierpulle ."Mensch Gerhard ,du machst uns ganz verlegen ! "
Der Hausmeister warf ein :" Nee,nee ,kannste ruhig glauben ! Du wisst doch , ich war selbst 5 Jahre Uffz und nun schon seit 22 Jahren als Hausmeister, da hab ich Typen kommen und gehen sehen. Und in zwei Jahren geht der KFZ - Meister ,da ist mir jetzt schon schlecht."
"Haste was von deinem Nachfolger gehört ? " wollte Edgar vom Zirn wissen ."Na kommt nächste Woche von der Fähnrichschule. "entgegnete dieser.
"Hoffentlich isses nich son heisses Gerät ! " warf Gerhard ein. "Kann ich nicht sagen ." entgegnete der Zirn. "Weiss nur ,daß er schon 2Jahre in der Truppe war bevor er zur Fähnrichschule ging ,also wenigstens Einer der den Laden kennen müsste ! "
Edgar lachte und warf trocken ein :" Den Hunden kanns egal sein ! Hauptsache sie kriegen ihr Futter und bei Hitze auch mal Wasser zusätzlich ! "
Darauf lachten alle und stiessen erneut mit den Bierflaschen an .
Die Sonne war als roter Ball im Westen versunken,als sich Edgar und der Zirn auf den Heimweg machten. Zwei LO der Grenzkompanie fuhren durch den Ort und wirbelten Staub auf . "Sauerei " fluchte der Zirn ,"wollen die uns Dreck schlucken lassen ? "
Edgar nieste und sah auf seine nun staubig gewordenen Schuhe ."Wenns der Staber erfährt, daß die so rasen ,sind sie Mode ! "
Als sie vor dem Wohnblock ankamen , in dem der Zirn wohnte ,wollte dieser, Edgar noch auf ein Bier in seinen Keller lotsen.
Aber der winkte ab :" Ach lass mal ,wenns am schönsten ist soll man aufhören ! " " Na gut Eddy ,bis morgen dann ! " entgegnete der Zirn.
Edgar ging schräg über die Strasse auf die Kompanie zu . Der Torposten ,mit der Kaschi vor der Brust öffnete und fragte : " Na hats gemundet ?"
Also hatte es sich in der Kompanie rumgesprochen, wo Edgar mit dem Zirn den Abend verbracht hatte. Er liess nur ein kurzes "Joo" erklingen und verschwand um die Ecke im Kompaniegebäude.Als er an die Wachbutze kam ,rief der Glasmann . " Da is ja unser Ausgänger schon ! Wartet ne Überraschung auf dich ! " Edgar zog die Augenbrauen hoch ,:"Kann ja nüscht besonders sein, wenn du schon so tönst ! "
Als Edgar die Tür zu seinem Zimmer öffnete ,quoll diese vor Klamotten über .Sein Zimmergenosse stand mit freiem Oberkörper vor seinem Schrank und versuchte einzuräumen. "Mensch "staunte Edgar :"Flitzpipe ist wieder da ! Dachte schon ich seh dich gar nicht mehr ! "
"Na mir reichts !" liess der andere Uffz erklingen. Und schelmisch fügte er hinzu : "Muss doch auf die letzten Tage des Alten wieder hier sein ! Nich daß du dir vorm Abgang noch was verrenkst beim Stube reinigen ! " dann griff er in die Tasche und zog zwei kleine Flaschen Lübzer Pilsner raus .
"Oh Mann ,"stöhnte Edgar , "glaub ich werd noch zum Spriti auf die letzten Tage . Komm grad vom Hausmeister . Der hat geräuchert und da haben wir mit dem Zirn ,auf die Schnelle ne Kiste Bier geleert."
"Wie geräuchert ? Fisch ? fragte sein Zimmergenosse ." " Hmmh..Maränen ! " liess Edgar schnalzend hören.
Darauf stöhnte sein Flitzi , :"Hör bloss auf ,hab noch nix zu Abend gehabt . "
"Na dem kann doch abgeholfen werden . " liess Edgar lovial vernehmen. Und auf die fragenden Blicke ,holte er Schinken und Salami aus dem Schrank.
Als sie dann am Tisch sassen und Edgar Stubengenosse genüsslich mampfte , hob Edgar die Flasche und liess ein " Prost " erklingen.
"In der Not schmeckt die Wurst auch ohne Brot ! " antwortete der Andere ,dabei über die Backen grinsend.
Am nächste Morgen weckte Edgar ein Sonnenstrahl ,welcher wie ein Finger über das Dach der KFZ Werkstatt strich.Er quälte sich aus dem Bett und staunte ,sein Zimmergenosse kam schon aus dem Waschraum wieder . Sein nasses Haar klebte am Kopf. "Moin,moin ! "sagte er fröhlich.
" Schon so aufgekratzt ? wollte Edgar wissen. "Na klar ! Endlich mal wieder vernünftig geschlafen . "entgegnete dieser .
"Und weisste schon ,dein Einsatzgebiet ? "fragte Edgar . "Hab gestern abend noch mit dem U-Boot gesprochen. Werd bei ihm Stellv. Zugführer und mach Kompaniedienst." "Ah, wie reizend ! " liess Edgar ertönen ,"das heißt weniger UvD Schichten für mich . " Dabei strahlte er über die Backen.
Beim Frühstück wurde der verlorene Sohn von Soldaten und Uffzen begrüsst. Der Gefreite Wohlgetan bemerkte wiehernd : " Endlich mal wieder was warmes ! " Aber als das U- Boot den Speiseraum betrat, duckte er sich am Tisch und verschloss sein Lästermaul. Der Unterleutnant stemmte die Hände in die Hüften ,: " Gefreiter Wohlgetan ,sie verlangen wohl nach ner Extraaufgabe ? Ich glaub der Kellergang bedarf mal wieder einer intensiven Behandlung." Dann kam er an den Tisch der Uffze und klopfte kurz mit dem Knöchel auf den Tisch. "Moin ,moin "wurde ihm geantwortet.
Im Speiseraum der Soldaten herrschte Ruhe ,nur einige warfen sich verschmitzte Blicke zu und konnten sich nur mit Mühe das Lachen verkneifen.
Der Wohlgetan liess doch kein Fettnäpfchen aus.
So gegen 10.00 Uhr schlenderte Edgar aus dem Kompaniegebäude in Richtung der baufälligen Sturmbahn. Die Hindernisse und Geräte waren teilweise mit Gras zugewachsen und einige Bretter fehlten an der "Häuserwand ". Er kannte sie nicht anders und war auch nicht böse drüber.
Danach lenkte er seine Schritte zur Werkstatt. Vor der Tür mühten sich der Schlosser und sein Gehilfe ,welcher den Spitznamen "Minischlosser " verpasst bekommen hatte,an dem aufgebocktem W50 , an einer vorderen Bremstrommel.Edgar blickte in die Werkstatt und sah den Hausmeister Gerhard an einer Werkbank hantieren.Er ging hinein ." Moin Gerhard, Danke nochmal für das leckere Fischessen ! " Der wischte sich die Finger an nem Putzlappen ab und reichte Edgar die Hand. "Alles gut ? " " Joo klar " entgegnete Edgar . " Wat machste ? " ,wollte Edgar wissen.
"Ach die scheiss Fliehkraftkupplung von der Kettensäge macht immer Macken ! Wat willste von so nem Lizenzgerät verlangen ? ! "
Dann traten sie aus der Werkstatt und sahen auf das abgeerntete Stoppelfeld ,welches sich an das Gelände der Sicherstellungskompanie und dem Stabsgebäude anschloss.
"Die Sonne sticht schon wieder . Da gibts heute bestimmt noch n Gewitter ! "sagte der Hausmeister . " Mir egal "entgegnete Edgar ,"Werd mich nicht dafür anstellen ! " Darauf grinsten beide . "Aber in der MHO werden se heute wieder stehen,gibt nämlich Ananas in Dosen."
Edgar dachte an des Glasmanns eingelegte Früchte in Goldbrand. Der würde wohl wieder zuschlagen. Ihm selbst schmeckten die Kirschen in Gläser viel besser. Der Hausmeister schnappte sich die Motorsäge und ging zum nördlichen Grundstückszaun um ein paar Wildschösslingen zu Leibe zu rücken. Edgar kam mit einem Gefreiten über die Fahreigenschaften des P3 ans Quatschen. Danach verzog er sich ins Kompaniegebäude um das U- Boot aufzusuchen. Nächste Woche würden sie mit einigen Gängern in die Bezirksstadt zu einem Konzert fahren und da er wusste, das der Unterleutnant Verantwortlicher auf der Fahrt sein würde,wollte er mal die Lage spannen......


So nun n schönes Wochenende ins Forum ! Fortsetzung folgt ! Fritze


silberfuchs60 und küchenbulle haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 26.04.2013 10:05 | nach oben springen

#89

RE: Erzählung. Der Waffenkeim

in Grenztruppen der DDR 26.04.2013 21:06
von PF75 | 3.291 Beiträge

Gut wie immer


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#90

RE: Erzählung. Der Waffenkeim

in Grenztruppen der DDR 26.04.2013 22:32
von silberfuchs60 | 1.458 Beiträge

Zitat von Fritze im Beitrag #88
Als sich die drei Männer die Finger vom Fischfett gereinigt hatten ,strichen ihnen zwei graugetigerte , ziemlich grosse Katzen um die Beine .Die Reste des opulenten Fischmahls waren ihr Begier .Hausmeister Gerhard nahm das Zeitungspapier auf dem sie Gräten ,Köpfe und Flossenreste gelegt hatten und brachte sie um die Ecke ,auf daß die Katzen ihr Festmahl beginnen konnten. danach brachte er eine Flasche Stonsdorfer und drei Stamperl .
Edgar zog die Augenbrauen hoch :"Nanu ,heute kein Goldbrand ? " Wusste er doch ,daß dies normalerweise die Hausmarke von Gerhard und dem Zirn war. "Nach dem Fett ,isn Kräuter besser ! "war der Einwurf des Zirns. Gerhard füllte die Gläser bis zu den Aufsitzbrettern und sie schlürften vorsichtig, bevor sie sich die braune aromatische Flüssigkeit hinter die Binde kippten.
Nun konnte die Männerkonversation beginnen ! "Ihr Beide werdet mir fehlen ,"sagte Gerhard :"gibt nich viele Angehörige,mit denen man sich so unterhalten konnte und vor allem zusammenarbeiten ! " Edgar dachte ,wie oft er Soldaten zur Unterstützung der Hausmeister geschickt hatte ,oder selbst im Heizhaus mit geschaufelt hatte.
Der Zirn wischte sich die verschwitzten Haare aus der Stirn und nahm einen grossen Hieb aus der Bierpulle ."Mensch Gerhard ,du machst uns ganz verlegen ! "
Der Hausmeister warf ein :" Nee,nee ,kannste ruhig glauben ! Du wisst doch , ich war selbst 5 Jahre Uffz und nun schon seit 22 Jahren als Hausmeister, da hab ich Typen kommen und gehen sehen. Und in zwei Jahren geht der KFZ - Meister ,da ist mir jetzt schon schlecht."
"Haste was von deinem Nachfolger gehört ? " wollte Edgar vom Zirn wissen ."Na kommt nächste Woche von der Fähnrichschule. "entgegnete dieser.
"Hoffentlich isses nich son heisses Gerät ! " warf Gerhard ein. "Kann ich nicht sagen ." entgegnete der Zirn. "Weiss nur ,daß er schon 2Jahre in der Truppe war bevor er zur Fähnrichschule ging ,also wenigstens Einer der den Laden kennen müsste ! "
Edgar lachte und warf trocken ein :" Den Hunden kanns egal sein ! Hauptsache sie kriegen ihr Futter und bei Hitze auch mal Wasser zusätzlich ! "
Darauf lachten alle und stiessen erneut mit den Bierflaschen an .
Die Sonne war als roter Ball im Westen versunken,als sich Edgar und der Zirn auf den Heimweg machten. Zwei LO der Grenzkompanie fuhren durch den Ort und wirbelten Staub auf . "Sauerei " fluchte der Zirn ,"wollen die uns Dreck schlucken lassen ? "
Edgar nieste und sah auf seine nun staubig gewordenen Schuhe ."Wenns der Staber erfährt, daß die so rasen ,sind sie Mode ! "
Als sie vor dem Wohnblock ankamen , in dem der Zirn wohnte ,wollte dieser, Edgar noch auf ein Bier in seinen Keller lotsen.
Aber der winkte ab :" Ach lass mal ,wenns am schönsten ist soll man aufhören ! " " Na gut Eddy ,bis morgen dann ! " entgegnete der Zirn.
Edgar ging schräg über die Strasse auf die Kompanie zu . Der Torposten ,mit der Kaschi vor der Brust öffnete und fragte : " Na hats gemundet ?"
Also hatte es sich in der Kompanie rumgesprochen, wo Edgar mit dem Zirn den Abend verbracht hatte. Er liess nur ein kurzes "Joo" erklingen und verschwand um die Ecke im Kompaniegebäude.Als er an die Wachbutze kam ,rief der Glasmann . " Da is ja unser Ausgänger schon ! Wartet ne Überraschung auf dich ! " Edgar zog die Augenbrauen hoch ,:"Kann ja nüscht besonders sein, wenn du schon so tönst ! "
Als Edgar die Tür zu seinem Zimmer öffnete ,quoll diese vor Klamotten über .Sein Zimmergenosse stand mit freiem Oberkörper vor seinem Schrank und versuchte einzuräumen. "Mensch "staunte Edgar :"Flitzpipe ist wieder da ! Dachte schon ich seh dich gar nicht mehr ! "
"Na mir reichts !" liess der andere Uffz erklingen. Und schelmisch fügte er hinzu : "Muss doch auf die letzten Tage des Alten wieder hier sein ! Nich daß du dir vorm Abgang noch was verrenkst beim Stube reinigen ! " dann griff er in die Tasche und zog zwei kleine Flaschen Lübzer Pilsner raus .
"Oh Mann ,"stöhnte Edgar , "glaub ich werd noch zum Spriti auf die letzten Tage . Komm grad vom Hausmeister . Der hat geräuchert und da haben wir mit dem Zirn ,auf die Schnelle ne Kiste Bier geleert."
"Wie geräuchert ? Fisch ? fragte sein Zimmergenosse ." " Hmmh..Maränen ! " liess Edgar schnalzend hören.
Darauf stöhnte sein Flitzi , :"Hör bloss auf ,hab noch nix zu Abend gehabt . "
"Na dem kann doch abgeholfen werden . " liess Edgar lovial vernehmen. Und auf die fragenden Blicke ,holte er Schinken und Salami aus dem Schrank.
Als sie dann am Tisch sassen und Edgar Stubengenosse genüsslich mampfte , hob Edgar die Flasche und liess ein " Prost " erklingen.
"In der Not schmeckt die Wurst auch ohne Brot ! " antwortete der Andere ,dabei über die Backen grinsend.
Am nächste Morgen weckte Edgar ein Sonnenstrahl ,welcher wie ein Finger über das Dach der KFZ Werkstatt strich.Er quälte sich aus dem Bett und staunte ,sein Zimmergenosse kam schon aus dem Waschraum wieder . Sein nasses Haar klebte am Kopf. "Moin,moin ! "sagte er fröhlich.
" Schon so aufgekratzt ? wollte Edgar wissen. "Na klar ! Endlich mal wieder vernünftig geschlafen . "entgegnete dieser .
"Und weisste schon ,dein Einsatzgebiet ? "fragte Edgar . "Hab gestern abend noch mit dem U-Boot gesprochen. Werd bei ihm Stellv. Zugführer und mach Kompaniedienst." "Ah, wie reizend ! " liess Edgar ertönen ,"das heißt weniger UvD Schichten für mich . " Dabei strahlte er über die Backen.
Beim Frühstück wurde der verlorene Sohn von Soldaten und Uffzen begrüsst. Der Gefreite Wohlgetan bemerkte wiehernd : " Endlich mal wieder was warmes ! " Aber als das U- Boot den Speiseraum betrat, duckte er sich am Tisch und verschloss sein Lästermaul. Der Unterleutnant stemmte die Hände in die Hüften ,: " Gefreiter Wohlgetan ,sie verlangen wohl nach ner Extraaufgabe ? Ich glaub der Kellergang bedarf mal wieder einer intensiven Behandlung." Dann kam er an den Tisch der Uffze und klopfte kurz mit dem Knöchel auf den Tisch. "Moin ,moin "wurde ihm geantwortet.
Im Speiseraum der Soldaten herrschte Ruhe ,nur einige warfen sich verschmitzte Blicke zu und konnten sich nur mit Mühe das Lachen verkneifen.
Der Wohlgetan liess doch kein Fettnäpfchen aus.
So gegen 10.00 Uhr schlenderte Edgar aus dem Kompaniegebäude in Richtung der baufälligen Sturmbahn. Die Hindernisse und Geräte waren teilweise mit Gras zugewachsen und einige Bretter fehlten an der "Häuserwand ". Er kannte sie nicht anders und war auch nicht böse drüber.
Danach lenkte er seine Schritte zur Werkstatt. Vor der Tür mühten sich der Schlosser und sein Gehilfe ,welcher den Spitznamen "Minischlosser " verpasst bekommen hatte,an dem aufgebocktem W50 , an einer vorderen Bremstrommel.Edgar blickte in die Werkstatt und sah den Hausmeister Gerhard an einer Werkbank hantieren.Er ging hinein ." Moin Gerhard, Danke nochmal für das leckere Fischessen ! " Der wischte sich die Finger an nem Putzlappen ab und reichte Edgar die Hand. "Alles gut ? " " Joo klar " entgegnete Edgar . " Wat machste ? " ,wollte Edgar wissen.
"Ach die scheiss Fliehkraftkupplung von der Kettensäge macht immer Macken ! Wat willste von so nem Lizenzgerät verlangen ? ! "
Dann traten sie aus der Werkstatt und sahen auf das abgeerntete Stoppelfeld ,welches sich an das Gelände der Sicherstellungskompanie und dem Stabsgebäude anschloss.
"Die Sonne sticht schon wieder . Da gibts heute bestimmt noch n Gewitter ! "sagte der Hausmeister . " Mir egal "entgegnete Edgar ,"Werd mich nicht dafür anstellen ! " Darauf grinsten beide . "Aber in der MHO werden se heute wieder stehen,gibt nämlich Ananas in Dosen."
Edgar dachte an des Glasmanns eingelegte Früchte in Goldbrand. Der würde wohl wieder zuschlagen. Ihm selbst schmeckten die Kirschen in Gläser viel besser. Der Hausmeister schnappte sich die Motorsäge und ging zum nördlichen Grundstückszaun um ein paar Wildschösslingen zu Leibe zu rücken. Edgar kam mit einem Gefreiten über die Fahreigenschaften des P3 ans Quatschen. Danach verzog er sich ins Kompaniegebäude um das U- Boot aufzusuchen. Nächste Woche würden sie mit einigen Gängern in die Bezirksstadt zu einem Konzert fahren und da er wusste, das der Unterleutnant Verantwortlicher auf der Fahrt sein würde,wollte er mal die Lage spannen......


So nun n schönes Wochenende ins Forum ! Fortsetzung folgt ! Fritze



Fritze, Du bist ein guter "Erzähler"....Respekt !


xxx
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#91

RE: Erzählung. Der Waffenkeim

in Grenztruppen der DDR 27.05.2013 18:57
von Fritze (gelöscht)
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Die kleine Truppe ,welche in Ausgehuniformen auf der Raucherinsel stand blickte erwartungsvoll Richtung Kompanietür. Da erschienen das U-Boot ,der Zirn und Edgar. Sofort wurden Kippen ausgedrückt und Soldaten ,Gefreite und zwei Uffze traten an dem W 50 an ,welcher sie zum Konzert in die Bezirksstadt bringen würde.Der Zirn meldete dem Ult.und dieser sagte :"Danke, lassen sie rühren ! " Der Zirn heut ausnahmsweise mal nicht in Stiefel und Breeches ,stellte sich nach dem "Rührt Euch "an den linken Flügel .
Das U-Boot kam nun zur üblichen Transportbelehrung. Abschliessend bemerkte er in seinem Kodderberlinerisch : "Und wenn irjendeener meent,er muss über de Stränge schlaachen ,dem büjele ick persöönlich die Kimme raus . Aufsitzen ! "
Sofort enterte die Truppe die Ladefläche und der Schlosser verriegelte die Klappe .Danach stieg er ein und startete den W 50 ,er lugte zum Ult.welcher seine Mütze nach vorm legte .Als dieser nickte ,legte er nen Gang ein und fuhr zum Tor hinaus.
Auf der Ladefläche gab der Zirn den Ton an ,: "Wohlgetan , du bleibst immer schön in meiner Nähe ,nich das du uns abhanden kommst ! "
Der W 50 mit den Konzertbesuchern hatte endlich die holprige Dorfstrasse verlassen und fuhr nun auf der Landstrasse seinem Ziel entgegen.
Edgar sah die Chaussebäume vorbeirauschen und hing seinen Gedanken nach.Die Stimme des Stfw. schreckte ihn auf , :"Na Eddy ,schon abgeschnitten ? " Der winkte ab :"Ausnahmsweise schon heut nachmittag . "
Aus dem Dunkel der Ladefläche fragte jemand :" Rauchen erlaubt ? " Der Zirn sah Edgar an und liess ein joviales " Feuer frei ! " erklingen . "Aber Kippen hierrauf ! " Damit stiess er ein altes Kehrblech ,welches unter der mittleren Sitzbank lag ,mit dem Fuss nach vorn.
Edgar und der Zirn , welche jeweils am Ende der Ladefläche sassen ,bemerkten einen weißen Wartburg 353 . Dieser kam schnell näher und setzte zum Überholen an . Beide sahen sich an ,aber dann bemerkten sie ,daß es nicht der Batallionspolit war. "Hab schon gedacht der Genosse Major will uns begleiten ,"sagte Edgar.
" Ach was ! Aber uns anhalten und noch ne API verteilen,hätte ich ihm zuzgetraut ." Darauf lachten beide schallend .
Als die Ortschaften dichter wurden,konnte es nicht mehr weit bis zur Bezirksstadt sein .Und richtig nach einigen Minuten bog ihr Fahrzeug auf einen riesigen Parkplatz ein ,auf dem aufgereiht schon etliche Militärfahrzeuge standen .Ein weissbekoppelter Fähnrich mit Stulpen und Reglerstab wies sie ein. Der Zirn rief : " Ruhe ! Reisst euch zusammen, wenn ihr keine Bekanntschaft mit dem Kommandantendienst wollt ! " Als sie auf ihrer Parkposition standen ,öffneten Edgar und der Zirn die Klappe und es begann ein wohlgeornetes Absteigen. Die Erwähnung des KD hatte wohl auch den Letzten aufgrüttelt.
Von einer grossen Halle war schon Gewummer zu hören. Wahrscheinlich machte die Band ihren Soundcheck.
ff

silberfuchs60 und Pitti53 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#92

RE: Erzählung. Der Waffenkeim

in Grenztruppen der DDR 27.05.2013 21:03
von PF75 | 3.291 Beiträge
Endlich gehts weiter,super

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#93

RE: Erzählung. Der Waffenkeim

in Grenztruppen der DDR 28.05.2013 21:31
von Fritze (gelöscht)
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Von überall strömten die Besucher zu der Halle ,aus welcher laute Musik zu hören war. An den Eingängen standen Ordner ,die durch eine rote Armbinde gekennzeichnet waren.Die Jungs aus Edgars Kompanie gingen in Zweierreihe ohne Tritt zu einem Eingang. Unweit standen Uniformierte mit weissem Koppelzeug . Das U-Boot hatte schon Kontakt mit dem Streifenfüher aufgenommen.
In der Halle wurden ihnen ihre Plätze gezeigt . Offenbar war die Organisation des Konzertes von der FDJ Bezirksorganisation mit milit.Einheiten koordiniert worden. Bei jedem Ordnerpulk standen auch Uniformierte.Man sah hier weisse und rote Schulterstücke. Nur die Grünumrandeten sah man wenig.
Ein Scheinwerferfinger glitt durch die Menge und das Konzert begann.Erst hielten sich die Männer aus Edgars Einheit zurück,aber nach den bekannten Stücken klatschten und johlten sie wie die Massen.
Es dämmerte bereits als die Konzertbesucher aus der Halle quollen..Der Ult. und der Zirn hielten bis zum W 50 ihre Truppe zusammen.
Nachdem sie wieder auf der Landstrasse waren ,glimmten auf der Ladefläche einige Zigaretten.Der Zirn hatte sich keine angesteckt und Edgar fragte:"Heut wenig geraucht ?" Dieser entgegnete : "Vlt. schaff ich es ja auch ,aufzuhören. Habs mir zur Entlassung vorgenommen ! " Edgar wiegte annerkennend den Kopf.
Der W 50 durchquerte eine kleine Ortschaft wurde langsamer und hielt vor einer HO-Gaststätte. Eine Tür klappte und kurz darauf erschien der Ult.an der Klappe. " Männer wir können hier noch schnell n Bier fassen ."
Sofort wurden abgsessen und alle folgten dem Ult. ins Lokal . Dort bestellte er zwei Lagen . Nur drei Einheimische sassen an einem" Stammtisch ".
Als alle,bis auf den Fahrer ihr Bierglas in den Händen hielten ,prostete der Ult. allen zu und kippte Ex. Nach der zweiten Runde knallte er einen Schein auf den Thresen : "Stimmt so ! Los Männer aufsitzen ! "
Als sie wieder alle auf dem Fahrzeug waren fragte Edgar den Zirn :" Was war das denn ?" Der grinste und entgegnete . "Hätt ich unserem Studenten gar nicht zugetraut ! "
Als sie wieder in der Kompanie angekommen waren , wurden sie schon erwartet. Der Spiess und der Polit standen an der Wachbutze .Das U- Boot meldete dem Polit und dann rückten die Soldaten auf ihre Stuben. Der Spiess hielt Edgar noch zuzrück : " Edgar ich hab noch ne Bitte ! Würdest Du nen Bericht für die Kompaniewandzeitung schreiben ? " Edgar entgegnete . " Selbstverständlich Gen. Stabsoberfähnrich ! "
Mit einem " Gute Nacht ! " verliess der Spiess die Kompanie.
Der Polit nervös wie immer ,kloppte mit einem Schlüssel in die andere Hand . Dann drehte er sich abruppt um und verschwand dem Ult.winkend in sein Dienstzimmer.
Edgar stieg die Treppe hoch und hatte schon die ersten Gedanken für den Bericht im Kopf . Noch vor wenigen Monaten hätte ihm der Auftrag des Spiess gestunken ,nun auf seine letzten Tage machte es ihm nichts aus.Im Gegenteil ,er würde mit zweien seiner Gänger im Klubraum bei einem Tee ihre Gedanken zu Papier bringen.
Auf seinem Zimmer angekommen traf er dort seinen Zimmergenossen mit dem Glasmann beim Schach an ." Na n neues Opfer gefunden ? " fragte er den Glasmann.Dieser antwortete zerstreut : "Hat sich was mit Opfer ! Hab schon ne Runde verloren. "
Edgar zwinkerte seinem Spezi zu und tauschte die Ausgehuniform gegen den Schlafanzug . Dann griff er sich eine Kleine Limo aus seinem Schrank und setzte sich zu den Spielern an den Tisch.Er überblickte die Stellung der Figuren auf dem Brett und sagte : "Matt in vier Zügen !"
Der Glasmann blickte ihn entgeistert an und nahm einen tiefen Schluck aus seiner Teetasse. " Jo ,danke ! Dein Glatter hier ,braucht keine Hilfe, der gewinnt auch so ! " Edgar grinste und sein Zimmergenosse sagte zum Glasmann : " Versuchs mal mit Halma ! " Beide amüsierten sich auf des Glasmanns Kosten. Dieser fegte die Figuren vom Brett und liess ein , :"Keine Lust mehr " vernehmen.
"Wie wars Konzert ?" wollte er nun wissen . " Ganz prima ! "sagte Edgar.Der Glasmann stand wortlos auf und verliess sichtlich grollend das Zimmer.
Edgars Stubenkamerad sortierte die Schachfiguren in die dazugehöhrende Kiste und verstaute sie zusmmen mit dem zusammengeklappten Brett auf dem Regal über dem Tisch.
Dann sassen sie noch einige Minutén schweigend am Tisch. Der Zimmergenosse sagte zu Edgar , : " Der Glasmann hat Tagedrücken ! "
Edgar blickte auf und hörte ihm zu . " Den ganzen Abend war der schon so komisch . Dabei hat er doch nur noch n bisschen mehr als n halbes Jahr ! "
" Was soll ick denn sagen bei meinen zwei Jahren !? "
Edgar massierte sich sein Kinn und liess ein : " Alles geht vorüber ! " erklingen.
Dann erhoben sie sich und trabten beide in Richtung Waschraum. Edgar lag noch mehr als ne Stunde wach und lauschte dem Pusten seines schlafenden Zimmergenossen.Er dachte an das Haus seiner Grosseltern und schlief dann ein .

ff

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#94

RE: Erzählung. Der Waffenkeim

in Grenztruppen der DDR 04.06.2013 00:16
von Fritze (gelöscht)
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Edgar sass am Tisch in der Wachbutze und prüfte alle Unterlagen,welche wegen der Stärkemeldung immer auf dem Laufenden gehalten werden müssen.
In der letzten Nacht hatte eine Kontrolle vom Batallion für gewisse Aufregung gesorgt.
Der Buffer kredenzte ihm einen Kaffee und warf so hin : "Den Wohlgetan müssen wir heute n bisschen beobachten ,der hat Post bekommen und war danach so komisch ! " "Wie ? " , fragte Eddy :"Hat seine Oma ihm geschrieben ? Und nun hat er Angst ,daß er enterbt wird ?" Der Buffer lachte und entgegnete: "Nee, der hat doch ne Annonce geschaltet und nun bekommt er laufend Post von Frauen . Seit Tagen geht das doch ,daß er allen ,die es hören wollen, von seinen Antworten berichtet und Fotos von den Damen zeigt . Aber heute muss wohl was anderes passiert sein ! Kein Getöne oder Geprahle .da iss was faul ! "
Edgar kratzte sich das Kinn ,überlegte und sagte : " Das U-Boot hat Kompaniedienst soll der entscheiden ,ob wir den Wohlgetan rauslösen. ! "
Damit erhob er sich ,ging über den Gang ,klopfte an eine Tür und nach dem "Rein " trat er ein .
Der Ult. sass am Schreibtisch und reinigte seine Makarow . Edgar senkte den Blick zu Boden,weil sich ein Grinsen auf seinem Gesicht breitmachte.
"Was gibt es Edgar ? "fragte der Ult.und hielt Pistole ohne Verschlussstück nach oben und blickte mit einem Auge durch den Lauf zur Lampe.
"Naja "entgegnete dieser , "vielleicht haben wir ein Problem mit unserm Wohlgetan . "
Die Mine des Ult. verzog sich und er pustete hörbar Luft aus .


morgen gehts weiter ,weil mir fallen irgendwie die Lukendeckel zu . Gruss Fritze


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#95

RE: Erzählung. Der Waffenkeim

in Grenztruppen der DDR 06.06.2013 00:27
von Fritze (gelöscht)
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So weiter gehts mit Verspätung ! Sorry aber gestern war sehr schwer ! Fast abgegluckert ,von innen .

Der Ult. überlegte kurz :"Wen könnten wir nehmen , für diese Pfeife von Wohlgetan ? " Edgar antwortete : "Meier zwo wäre frei . "
"Lassen sie die zwei mal hier antreten ! " Edgar verschwand in der Wachbutze und schickte seinen GUvD los . Nach zwei Minuten standen der Gefreite Wohlgetan und der Soldat Meier vor der Tür des Ult.
Edgar meldete dem Ult.,daß die zwei zur Stelle wären.Der Ult. sah sich die Beiden an und sagte: "Soldat Meier ,sie empfangen Waffe und übernehmen von Wohlgetan ! Alles klar ? Wegtreten ! "
"So,sie Wohlgetan kommen in mein Zimmer ,nachdem sie ihre Waffe abgegeben haben ! "
Der Gefreite scharrte ein "Zu Befehl ", machte eine Kehrtwendung und stellte sich vor die Waffenkammer . Edgar schloss auf und veranlasste den Waffentausch .Dann begab er sich in die Wachbutze und sagte zum Buffer : "Jetzt bekommt der Wohlgetan ne API oder das U-Boot kriegt den Koller!"
"Hör mal ! " ließ der Buffer vernehmen, "Da rappelts. " Durch die verschlossene Tür war die Stimme des Ult. ziemlich deutlich zu hören.Das war bestimmt nix nettes,was der Gefreite dort zu hören bekam.
Nach ca 10 min kam der Wohlgetan aus dem Zimmer und hielt den Kopf gesenkt, knetete sein Käppi mit beiden Händen und liess ein :" Tut mir leid ,
Edgar für den Sackstand ! " Edgar sah sich das Häuflein Elend an und machte mit dem Daumen eine Bewegung in Richtung Treppenhaus:"Los ab aufs Zimmer ,das kostet noch ! " Der Buffer grinste und schnippte sich mit dem Zeigefinger mehrmals an den Hals.
"Hoffentlich , kommt heut nix mehr ! Das reicht schon wieder ! " bemerkte Edgar zum Buffer .
Leider wurde sein Wunsch nicht erhört und nach wenigen Sekunden klingelte das Telefon. Er meldete sich vorschriftsmässig und verzog sogleich sein Gesicht . Er hörte konzentriert zu und machte Notizen . Dann war nur ein :" Jawohl Gen. Hauptmann, jawohl wird sofort veranlasst . "zu hören.
Edgar knallte den Hörer auf den Apperat. Der Buffer sah ihn mit grossen fragenden Augen an. "Wasn Los ? "
"Na der Hund ist los, in Abschnitt fünf , " antwortete Edgar . Los zu Waldi hoch und Fahrer von denen runter ! Waldi soll mit zwei Mann raus ! "
Er drehte sich zu dem ZT -Fahrer um , "Du gehst mal rüber zum Zirn ,damit der Bescheid weiss ! Vlt.will er ja auch mit raus ?"
Der Gefreite erhob sich schwerfällig und ging zum Ausgang .
Edgar schloss nun schon zum x-ten Mal die Bude auf und dachte ,daß mit dem Herbst immer Stress kommt . Wurde echt Zeit !
Der Ult.kam aus dem Dienstzimmer und sah,daß schon Bewegung in den Laden kam. "Na Edgar ,wäre doch ne Gelegenheit den neuen Gen. Fähnrich mit raus zu schicken . " Edgar dachte , "ach ja ,dem Zirn seine Ablösung war ja im Laufe des Tages eingetrudelt ."
"Wo wohnt der überhaupt ? " wollte er vom U-Boot wissen . " Der hat n Zimmer oben im Stab . Glaub gleich neben dem Sani ."
Der Gefreite kam zurück und meldete: "Der Zirn kommt auch . "
Dann war auch Getrappel zu hören und der Hundeuffz. Waldi mit zwei Soldaten erschien vor der Butze. Einer von ihnen holte sich KTZ-Schlüssel und Unterlagen.Edgar gab Waldi seine Kalschnikow und nickte diesem zu . Der stöhnte : "Immer in fünf ! Was machen die dort bloss immer ?"
"Du musst denen anständig zu fressen geben,dann reissen sich Deine Köter nicht so oft ab ! " sagte er zum Hundeuffz. Dieser steckte seine Magazine ein und lief zum Ausgang.Nachdem er den Dreien ihre Waffen gegeben hatte wartete er noch auf den Zirn .Seine Makarow lag schon auf der Luke.
da kam er auch schon . " Na Eddy , immer lustig auf die letzten Tage ,was ? " Edgar verdrehte die Augen :" Mich betriffts ja nicht ! Willste denn , den neuen Genossen nicht verständigen ? " Der Zirn lachte und winkte ab :"Nee,nee Übergabe ist erst am Montag ,solange bin ich Hundechef ! Wollen doch den Genossen Fähnrich nicht schon am ersten Tag verschleissen ! " Sprachs und war weg.
Edgar verschloss die Butze wieder und rief nach dem Buffer. " Wo isn der Gen.Unterleutnant ? "
"Der ist draussen am Torposten und kontrolliert das Ausfahren. " Nachdem das Geräusch des rausfahrenden LO verklungen war, kam der Ult. die Eingangstreppe hoch und ging in die Küche . Dem dort werkelnden Kochsgehilfen rief er durch die Luke zu :" Machen se mal drei steiffe Schwarze,aber Kännchen ! "
Danach stellte er sich in der Wachbutze ans Brett und philosophierte über die trauriige Gestalt des Gefreiten Wohlgetan . Edgar ,sein GUvD und die zwei anwesenden Gefreiten der Wache grinsten nur.
Plötzlich fragte er den Buffer : "Was sind sie eigentlich im Beruf ? Dieser blickte erstaunt und entgegnete "Na Postler . "
"Wie Briefträger , oder was ? " "Icke bin Nachrichtentechniker ! " antwortete der Buffer . "Ah ja ,dann haben sie doch ne ruhige Hand ! Holn se doch mal den Kaffee aus der Küche ! " Der Buffer verschwand und erschien nach wenigen Sekunden mit einem Tablett .
Nachdem sie den Kaffee ausgetrunken hatten , war die Wachablösung des Torpostens fällig. Edgar ging selbst mit dem Gefreiten zum Lade-Entladeplatz und dann weiter zum Tor. Dabei genoss er den Sonnenuntergang und blickte zu den Sackibauten rüber.
Dabei dachte er ,daß er in zwei Tagen auch wieder durch dieses Tor in seinen vorletzten Urlaub gehen würde.
Es war schon weit nach Mitternacht ,als die Hundeleute wieder reinkamen .Der Zirn antwortete auf Edgars Frage ,wie sich denn der Hund losgemacht habe ,mit einem lapidarem "Scheiss Karabiner ! "
Danach wurde es wieder ruhig auf de Kompanie .

ff


silberfuchs60, bendix, Winch, Damals87 und PF75 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 06.06.2013 00:28 | nach oben springen

#96

RE: Erzählung. Der Waffenkeim

in Grenztruppen der DDR 06.06.2013 00:33
von silberfuchs60 | 1.458 Beiträge

Zitat von Fritze im Beitrag #95
So weiter gehts mit Verspätung ! Sorry aber gestern war sehr schwer ! Fast abgegluckert ,von innen .

Der Ult. überlegte kurz :"Wen könnten wir nehmen , für diese Pfeife von Wohlgetan ? " Edgar antwortete : "Meier zwo wäre frei . "
"Lassen sie die zwei mal hier antreten ! " Edgar verschwand in der Wachbutze und schickte seinen GUvD los . Nach zwei Minuten standen der Gefreite Wohlgetan und der Soldat Meier vor der Tür des Ult.
Edgar meldete dem Ult.,daß die zwei zur Stelle wären.Der Ult. sah sich die Beiden an und sagte: "Soldat Meier ,sie empfangen Waffe und übernehmen von Wohlgetan ! Alles klar ? Wegtreten ! "
"So,sie Wohlgetan kommen in mein Zimmer ,nachdem sie ihre Waffe abgegeben haben ! "
Der Gefreite scharrte ein "Zu Befehl ", machte eine Kehrtwendung und stellte sich vor die Waffenkammer . Edgar schloss auf und veranlasste den Waffentausch .Dann begab er sich in die Wachbutze und sagte zum Buffer : "Jetzt bekommt der Wohlgetan ne API oder das U-Boot kriegt den Koller!"
"Hör mal ! " ließ der Buffer vernehmen, "Da rappelts. " Durch die verschlossene Tür war die Stimme des Ult. ziemlich deutlich zu hören.Das war bestimmt nix nettes,was der Gefreite dort zu hören bekam.
Nach ca 10 min kam der Wohlgetan aus dem Zimmer und hielt den Kopf gesenkt, knetete sein Käppi mit beiden Händen und liess ein :" Tut mir leid ,
Edgar für den Sackstand ! " Edgar sah sich das Häuflein Elend an und machte mit dem Daumen eine Bewegung in Richtung Treppenhaus:"Los ab aufs Zimmer ,das kostet noch ! " Der Buffer grinste und schnippte sich mit dem Zeigefinger mehrmals an den Hals.
"Hoffentlich , kommt heut nix mehr ! Das reicht schon wieder ! " bemerkte Edgar zum Buffer .
Leider wurde sein Wunsch nicht erhört und nach wenigen Sekunden klingelte das Telefon. Er meldete sich vorschriftsmässig und verzog sogleich sein Gesicht . Er hörte konzentriert zu und machte Notizen . Dann war nur ein :" Jawohl Gen. Hauptmann, jawohl wird sofort veranlasst . "zu hören.
Edgar knallte den Hörer auf den Apperat. Der Buffer sah ihn mit grossen fragenden Augen an. "Wasn Los ? "
"Na der Hund ist los, in Abschnitt fünf , " antwortete Edgar . Los zu Waldi hoch und Fahrer von denen runter ! Waldi soll mit zwei Mann raus ! "
Er drehte sich zu dem ZT -Fahrer um , "Du gehst mal rüber zum Zirn ,damit der Bescheid weiss ! Vlt.will er ja auch mit raus ?"
Der Gefreite erhob sich schwerfällig und ging zum Ausgang .
Edgar schloss nun schon zum x-ten Mal die Bude auf und dachte ,daß mit dem Herbst immer Stress kommt . Wurde echt Zeit !
Der Ult.kam aus dem Dienstzimmer und sah,daß schon Bewegung in den Laden kam. "Na Edgar ,wäre doch ne Gelegenheit den neuen Gen. Fähnrich mit raus zu schicken . " Edgar dachte , "ach ja ,dem Zirn seine Ablösung war ja im Laufe des Tages eingetrudelt ."
"Wo wohnt der überhaupt ? " wollte er vom U-Boot wissen . " Der hat n Zimmer oben im Stab . Glaub gleich neben dem Sani ."
Der Gefreite kam zurück und meldete: "Der Zirn kommt auch . "
Dann war auch Getrappel zu hören und der Hundeuffz. Waldi mit zwei Soldaten erschien vor der Butze. Einer von ihnen holte sich KTZ-Schlüssel und Unterlagen.Edgar gab Waldi seine Kalschnikow und nickte diesem zu . Der stöhnte : "Immer in fünf ! Was machen die dort bloss immer ?"
"Du musst denen anständig zu fressen geben,dann reissen sich Deine Köter nicht so oft ab ! " sagte er zum Hundeuffz. Dieser steckte seine Magazine ein und lief zum Ausgang.Nachdem er den Dreien ihre Waffen gegeben hatte wartete er noch auf den Zirn .Seine Makarow lag schon auf der Luke.
da kam er auch schon . " Na Eddy , immer lustig auf die letzten Tage ,was ? " Edgar verdrehte die Augen :" Mich betriffts ja nicht ! Willste denn , den neuen Genossen nicht verständigen ? " Der Zirn lachte und winkte ab :"Nee,nee Übergabe ist erst am Montag ,solange bin ich Hundechef ! Wollen doch den Genossen Fähnrich nicht schon am ersten Tag verschleissen ! " Sprachs und war weg.
Edgar verschloss die Butze wieder und rief nach dem Buffer. " Wo isn der Gen.Unterleutnant ? "
"Der ist draussen am Torposten und kontrolliert das Ausfahren. " Nachdem das Geräusch des rausfahrenden LO verklungen war, kam der Ult. die Eingangstreppe hoch und ging in die Küche . Dem dort werkelnden Kochsgehilfen rief er durch die Luke zu :" Machen se mal drei steiffe Schwarze,aber Kännchen ! "
Danach stellte er sich in der Wachbutze ans Brett und philosophierte über die trauriige Gestalt des Gefreiten Wohlgetan . Edgar ,sein GUvD und die zwei anwesenden Gefreiten der Wache grinsten nur.
Plötzlich fragte er den Buffer : "Was sind sie eigentlich im Beruf ? Dieser blickte erstaunt und entgegnete "Na Postler . "
"Wie Briefträger , oder was ? " "Icke bin Nachrichtentechniker ! " antwortete der Buffer . "Ah ja ,dann haben sie doch ne ruhige Hand ! Holn se doch mal den Kaffee aus der Küche ! " Der Buffer verschwand und erschien nach wenigen Sekunden mit einem Tablett .
Nachdem sie den Kaffee ausgetrunken hatten , war die Wachablösung des Torpostens fällig. Edgar ging selbst mit dem Gefreiten zum Lade-Entladeplatz und dann weiter zum Tor. Dabei genoss er den Sonnenuntergang und blickte zu den Sackibauten rüber.
Dabei dachte er ,daß er in zwei Tagen auch wieder durch dieses Tor in seinen vorletzten Urlaub gehen würde.
Es war schon weit nach Mitternacht ,als die Hundeleute wieder reinkamen .Der Zirn antwortete auf Edgars Frage ,wie sich denn der Hund losgemacht habe ,mit einem lapidarem "Scheiss Karabiner ! "
Danach wurde es wieder ruhig auf de Kompanie .

ff





Respekt @Fritze, Du kannst wirklich Buchautor werden...Deine Geschichte immer spannend...warte auf die Fortsetzung


xxx
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#97

RE: Erzählung. Der Waffenkeim

in Grenztruppen der DDR 09.06.2013 14:55
von Fritze (gelöscht)
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Edgar stand im Klubraum am Fenster und sah sich den Sonneuntergang an . Das tat er sooft es ihm möglich war . Sein Zimmer lag ja auf der Ostseite der Kompanie ,wo er desöfteren von den Sonnenstrahlen geweckt wurde .
Das hatte so richtig etwas Mystisches . Der dunkle Tann hinter den Blöcken ,in dem die Offiziere und BUs wohnten und darüber eine rotgold glühende,untergehende Sonne.
An einem Tisch sassen der Buffer, Meier zwo und der Minischlosser , droschen ihren Skat und scharrten mit ihren Hausschuhen unterm Tisch .
Edgar hatte beide Hände in den Taschen , pfiff eine leise Melodie und spielte in der Hosentasche mit seinem Bandmass.
Meier zwo knurrte : "Son Mist ! "als er den Skat aufnahm. Wahrscheinlich hatte er sich überreizt ,als er nun noch einen Buben vorfand .
Der Buffer konnte sich ein : "Wieder zu gierig ? " nicht verkneifen. Dann sah er zu Edgar und fragte: "Schon Tasche gepackt Eddy ? "
Der Angesprochene drehte sich zu den Spielern am Tisch um und liess ein :"Klaro ! " vernehmen. "Hat noch jemand beim Taxi angerufen,ob morgen früh alles nach Plan läuft ?"
Der Buffer antwortete : "Hab ich heut vormittag gemacht . Alles Paletti ! Der "Alte " kommt . "
"Achso , "sagte Eddy : " Bitte kein Bier ,morgen im Zug ! " Und auf die erstaunten Blicke vom Minischlosser und dem Buffer kam ein : " Hab son komisches Gefühl in der Urinfarbe .Möchte keinen Ärger mit der "Streife " ! "
Dabei dachten alle, an die am letzten Wochenende aus dem Urlaub zurückgekehrten Angehörigen ,welche mit einem Eintrag , auf der Rückseite des Urlaubsscheinenes wiederkamen.
Edgar schickte sich zum Gehen an und wünschte den Anderen eine Gute Nacht : " Wir sehen uns morgen früh um vier ! "
"Alles klar und Nacht ! "war die einstimmige Antwort der drei Spieler.
Auf seinem Zimmer griff er sich Handtücher und Waschzeug ,schlurfte mit Schlappen in den Waschraum und begann sich sorgfältig zu rasieren.
Nach dem Duschen sass er bei einem Früchtetee und schnitt sich die Fussnägel. Schön , daß heute abend mal Ruhe war. Sein Zimmergenosse hatte UvD und der Glasmann liess sich schon seit Tagen nicht mehr blicken. Beim Abendbrot hatte er zwar so etwas wie ein :"Bis nachher ! "gemurmelt ,aber Edgar glaubte nicht ,daß dieser noch erschien.
Er stand auf ,sah aus dem Fenster und konnte in der Dämmerung noch erkennen,wie der Gefreite seinen ZT an der Rampe abspritzte. Der war scheinbar erst spät reingekommen.
Sein Stubengenosse mit der UvD- Binde am Arm kam herein , holte sich Süssigkeiten aus seinem Schrank und erzählte Edgar : " Der Spiess hat extra das U.Boot gebeten, morgen früh bei der Ausgabe der Urlaubsscheine nochmal zu belehren , damit solch Scheibenkleister wie letztens nicht mehr passiert ! " "Hab die Jungs eben auch drauf angesprochen . " sagte Edgar. "Kann aber nicht schaden ,wenns das U-Boot nochmal tut ! " Und nach einer kurzen Pause : " Ausm Mund vom Unterleutnant klingt besonders das Wort ARBEITSVERRICHTUNG so schön poetisch . " Daraufhin brachen sie beide in schallendes Gelächter aus.
Sie wurden in die Realität zurückgeholt durch ein :" Was gibts denn so schönes zu lachen ? Kann man da mithalten ? " In der Tür stand der Zirn,hielt die Klinke in der Hand und schob sich die Schirmmütze ins Genick.
"So spät noch hier ? Du hast doch längst Feierabend !"
Der Zirn machte zu Edgars Zimmergenossen eine Bewegung in Richtung Treppenhaus. Dieser verstand den Wink und machte sich runter .
" Was bringst Du ,daß Du selber kommst ? " fragte Edgar . Der Zirn setzte sich an den Tisch,nahm die Mütze ab und hub zu sprechen an :"Ich hab eine Bitte Edgar ! Kannst Du mir n Vorschalldämpfer und ne Tachopese mitbringen ,Dein Vater hat doch Beziehungen ? "
Edgar zog die Augenbrauen hoch,weil der Zirn doch Skoda fuhr . Deshalb fragte er noch mal "Trabbi ? "
" Soll fürn Spiess privat sein ,weisste , der würde doch niemals was aus Kontigent von der Werkstatt nehmen ."
Edgar sagte : " Werd sehen was sich machen lässt ! Beim Schalldämpfer könnten wir Glück haben , die hat mein "Alter " immer gebunkert ."
"Zur Tachopese kann ich nichts sagen . " Der Zirn stand auf und nahm sein Mütze ,stülpte sie auf den Kopf und im Gehen sagte er : " Du bist echt ein Schatz ! Schönen Urlaub ,Gänger ! Damit verschwand er durch die Tür . Seine knarrenden Stiefel waren noch im Treppenhaus zu hören .
Nachdem Edgar noch die kommenden Urlaubstage am Kalender abgestrichen hatte ,ging er ins Bett .
Er träumte von grünen Oderwiesen und summenden Bienen.


Schönen Restsonntag noch an die Forengemeinde , von Fritze


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#98

RE: Erzählung. Der Waffenkeim

in Grenztruppen der DDR 13.06.2013 21:27
von Fritze (gelöscht)
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Edgars Zug war pünktlich in den Frankfurter Bahnhof eingelaufen .Nadja hatte es sich nicht nehmenlassen ihn abzuholen. Dann waren sie mit der Strassenbahn zum Haus von Edgars Eltern gefahren . Edgars Mutter hatte ausnahmsweise mal langes Wochenende und so hatten sie Gelegenheit mal anständig zu schwatzen . So erfuhren sie auch von den Plänen für das kommende Wochenende. Abends sollte es zu einer Feier im Klubhaus gehen , welche von der Handwerkskammer organisiert wurde. Sonntags sollte zum Mittag zu den Grosseltern gefahren werden ,wo Edgar und Nadja dann bis Dienstag bleiben sollten .
Als sie gerade beim schönsten Ratschen waren ,kam Edgars Bruder Marko ,wie immer in seiner burschikosen Art . " Watn hier los ? Kaffeeklatsch ?
Kein Fleisch aufm Tisch ? "
"Na na ",beruhigte ihn seine Mutter: "Gabs denn heut im Halbleiterwerk in der Kantine nur Milchreis ? "
"Ach von wegen " sagte Marko , " Fisch gabs ! "
Edgar musste lachen ,wusste doch jeder in ihrer Familie ,daß Marko kein Fischfreund war.
Edgar legte seine Hand auf Nadjas und drängte zum Aufbruch ,weil er noch ne Kleinigkeit für die Grosseltern besorgen wollte.Und ein wenig Zeit nur mit Nadja wollte er auch noch haben , bevor sie heute abend ins Klubhaus gingen. Die Mutter unterbrach Marko in seinem Redefluss :" Geht nur , bevor Vater kommt und euch alle in Beschlag nimmt ! "
Marko sprang auf und bot ihnen an sie zu fahren . Edgar grinste und fragte den Bruder ,dann im Trabbi : " Na haste auch keine Lust auf die Löcherfragerei vom alten Herrn ? " Na hör bloss auf ! Das wird heut abend noch lustig ! "
Über die Schulter sprach er mit Edgar und Nadja welche auf der Rückbank Händchen hielten . Edgar tippte seinen Bruder in die Seite und liess ein :
"Guck nach vorne ,hab keine Lust auf einen Unfall ! " " Ja ja ,is ja schon gut ! Seid ja gleich allein ! " rumorte Marko .
Endlich hielt er vor dem Haus ,in dem Nadjas Wohnung lag .
Oben in Najas Reich lagen sie sich in den Armen . Auf dem Weg zum Sofa glitten ihnen die Sachen fast wie allein herunter . Ihr beider Puls war zu hören, mit soviel Leidenschaft liebten sie sich .
Nachher sassen sie am Tisch und tranken Kakao und Nadja kuschelte sich an Edgars Brust .
"Meinst Du ,heut abend müsste ich ein Kleid tragen ,wie deine Mutter ? " " Ach Quatsch ,zieh an was du magst ! "antwortete Edgar."Vielleicht ne helle Hose und die tolle Bluse ,die du letztens gekauft hast ! "
Nadja setzte sich auf seinen Schoss und küsste ihn lange : " Das wollte ich sowieso tun ." Beide lachten und Edgar stellte fest :"Na dann ist doch alles klar ! "
Edgar sass in der Wanne und liess sich den Rücken schrubben, dabei stöhnte er vor Wohlbehagen . Naja spülte sich die Hände in der Wanne ab und Edgar zog sie zu sich und plötzlich rutschte sie und landete bei ihm in der Wanne .
Als sie sich prustend aufrichteten, sahen sie ,daß im Bad eine mittlere Überschwemmung den Fussboden bedeckte."Na jetzt komm ich doch zum Revierreinigen ."sagte Edgar . Nadja schaute ihn entgeistert an und hub an :"Na klar und ich bin der Hauptfeld und mache die Stubenkontrolle . "
darauf lachten beide und veranstalteten eine noch grössere Planscherei.
Edgar sah auf die Uhr und warf ein : "Mist ,jetzt haben wir noch nix für die Grosseltern . Und für heut wirds zu spät, da müssen wir doch morgen zeitig aufstehehn und in das Centrum Warenhaus fahren ! " " Na und du wolltest doch nicht etwa heute bis morgen in der Frühe durchfeiern ? "
"Iiwo !"antwortete er ."Wir werden bestimmt nicht zu lange bleiben ! Wir wollen doch auch was von uns haben ! " Dabei klimperte er mit den Augen .
Sie blickte ebenso schelmisch zurück und zog ihn an sich .



Fortsetzung folgt , Fritze


GZB1, Jobnomade, silberfuchs60, Pitti53, PF75 und exgakl haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#99

RE: Erzählung. Der Waffenkeim

in Grenztruppen der DDR 14.06.2013 21:42
von Vogtländer (gelöscht)
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Da hat der Pitti sogar einen Hauch von Erotik in der Erzählung,so wie er es sich gewünscht hat!

@ Fritze:


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#100

RE: Erzählung. Der Waffenkeim

in Grenztruppen der DDR 14.06.2013 21:52
von Fritze (gelöscht)
avatar

na aber immer doch ! Wart nur ab ,bis Edgar und Nadja von der Feier kommen !


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