#41

RE: Das Dunkle Haus der Spionage

in Spionage Spione DDR und BRD 11.11.2012 07:05
von KARNAK | 1.690 Beiträge

Zitat von Larissa im Beitrag #2
Frage zu Klassenunteschied

Agenten, die fuer ihre Ueberzeugung arbeiten sind 1. Klasse fuer ihre Auftraggeber, ob sie grosse Diamanten spaeter sind, oder auch nur Bruchstuecke der Diamanten werden. Deshalb, weil es bereits ein Gewinn ist, dass sie spaeter diese Agenten zur Schau stellen koennen, und diese Agenten nicht eingereiht werden koennen in das Heer der Andersartigen, und diese auch nicht in dem Masse 'bearbeitet' werden muessen. Auch bei mir hat man vor dem Prozess versucht, mich in eine der beliebten ‘Schublaeden’ zu stecken, ohne Erfolg.
Das heisst nicht, dass nicht auch an diesen Ueberzeugten wie ich, gewaltig geschliffen wird, um sie vollends ins Boot zu ziehen; ich werde auf meine Anwerbung spaeter naeher eingehen.
Klassenunterschiede muss man nicht bestreiten, die gibt es sicherlich. Seht es so, auch kleine Maeuse machen viel Mist. Wenn Top-Agenten in hohe Stellungen eingeschleust werden, sind ihre Informationen wertvoller. Was gab es besseres als ein Topaz im Natohauptquartier, ein Guillaume hinter dem BRD Kanzler stehend, Philby bei MI5, die Rosenbergs, und so weiter.
Dennoch, ohne Zusatzinformationen laeuft nichts. Hier ein Beispiel. Es gab eine Zeit der Bonner ‘Romeo-Sekretaerinnen’. Hier taten sich Welten auf, denn diese Frauen litten erbaermlich unter falscher Liebe, Margarete Hoeke, Bonner Sekretaerin, sagte spaeter aus, “sie haette alles fuer ‘ihren’ Mann getan.” (Der MfS Romeo hatte sie geheiratet). Dieser Romeo wurde ihr Ehemann von mehreren Jahren, er verschwand an dem Tag, als sie verhaftet wurde. Diese Frauen wurden angeworben auf eine beschissene Art und Weise, wurden regelrecht verfuehrt, verliebten sich in den Romeo, der dann ein leichtes hatte, sie fuer ihre Zwecke zu benutzen. Ein solcher Romeo wird einer Schulung unterzogen, die sich mancher Mann nicht vorstellen kann. Keine Lust haben mit dieser Frau ins Bett zu gehen, gilt nicht. Er wird auf eventuell ‘nachteilige’ Eigenschaften der Frau, auf die er angesetzt wird, vorab dressiert, und zwar mit allen Mitteln. Die Geschichte der Margarete ist mir bekannt, und auch wie und wann dieser Romeo zu Werke ging. So wie dieser Fall, ist die Art der Durchfuehrung von vielen Informationen der einfachsten Art abhaengig, die andere Agenten vorab gesammelt und weitergegeben haben. Es sind somit ebenso wichtige Informationen, die zu weitaus intressanten Informationen fuehren koenne, wie in diesem Fall. Ihre Anschrift, ihre Neigungen, ihre Hobbies, und bei dieser Dame auch, dass sie noch nie einen Freund vorher gehabt hatte im bereits fortgeschrittenen Alter, ihre unendliche Liebe fuer Wellensittiche, alles war bekannt. Jede noch so kleine Information kann zu groesseren und weitaus wichtigeren Informationen fuehren. Ergo: alles ist wichtig an Informationen. Hier haben wir also Informations-, Beobachtungs, und Eingreifphase, um die im Visier geratene Person dingfest zu machen. Gibt es Romeos heute? Selbstverstaendich, in jedem
Geheimdienst. Das sind angenehme Maenner, die auch ‘dressiert’ werden auf ihre Aufgabe. Zu den Frauen in diesem Fall moechte ich mich nicht aeussern, die in den meisten Faellen eine Zufuehrungsaufgabe haben, um dann die betroffenen Maenner zu ‘Onkel Sascha’ zu fuehren……In meinem Bekanntenkreis ist ein ehemaliger russischer Romeo, der ein Bild von einem Mann noch im Alter ist, gepflegt, gut aussehend, hoeflich und intelligent, und das wichtigste Werkzeug hatte er auch immer dabei, das gut funktionierte....es gab bereits vor zwanzig Jahren Medikamente wie Viagra. Allerdings ist sein Herz heute in Mitleidenschaft gezogen. So bekommt jeder sein Fett ab, egal was er macht im Leben.

Morgen dann mein Weg in das Haus der Doppelagententaetigkeit - und meine Taetigkeit darin.

Ich kann das alles nachvollziehen was Du hier schreibst und geben Dir recht soweit ich das beurteilen kann.
Man hat uns viel erzählt über das Tun dieser Leute,die man Agenten,Spione oder eben auch Kundschafter für den Frieden nennt.Im Erfinden von tollen Titeln ist man ja immer einfallsreich gewesen.Es sind viele Heldenopern dazu erzählt worden.Manche versuchen das heute noch.Eines vergisst man aber zu sagen.Das diese Leute,die man heute Täter nennt,auch Opfer waren.Man hat sie nämlich IMMER,und von beiden Seiten benutzt und wenn nicht mehr zu gebrauchen waren einfach weggeworfen.Viele von Denen leiden immer noch darunter.Manche suchen Trost bei irgendwelchen Kundschaftertreffen,wo man Ihnen schon wieder Honig ums Maul schmiert,aber eigentlich seine eigenen Wunden lecken will und auch dazu diese Kundschafter,Spione,Agenten als Alibi für sich und das Selbstmitleid gut gebrauchen kann.Also ich schäme mich dafür.Auch heute noch.

p.s.Auch die vielen Danksagungen zu Deinen Beiträgen sollten Dir zu denken geben.Wenn ich sie Dir auch von Herzen gönne.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
zuletzt bearbeitet 11.11.2012 07:12 | nach oben springen

#42

RE: Das Dunkle Haus der Spionage

in Spionage Spione DDR und BRD 11.11.2012 08:12
von WernerHolt (gelöscht)
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Zitat von maxel22 im Beitrag #40

sind damit die Zahlensender auf Kurzwelle gemeint?

Grüße


@ maxel

ich denke larissa meint mit KW , die konspirative wohnung , kurz KW


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#43

RE: Das Dunkle Haus der Spionage

in Spionage Spione DDR und BRD 11.11.2012 08:20
von furry | 3.562 Beiträge

Kleiner Spaß am Rande: In der DDR gab es eine KWV. Ich kannte diese nur unter Kommunaler Wohnungsverwaltung. Aber nun weiß ich, was das für eine Einrichtung war und verstehe die damalige Arbeitsweise der Mitarbeiter.


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
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#44

RE: Das Dunkle Haus der Spionage

in Spionage Spione DDR und BRD 11.11.2012 08:37
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zitat von KARNAK im Beitrag #41
Zitat von Larissa im Beitrag #2
Frage zu Klassenunteschied

Agenten, die fuer ihre Ueberzeugung arbeiten sind 1. Klasse fuer ihre Auftraggeber, ob sie grosse Diamanten spaeter sind, oder auch nur Bruchstuecke der Diamanten werden. Deshalb, weil es bereits ein Gewinn ist, dass sie spaeter diese Agenten zur Schau stellen koennen, und diese Agenten nicht eingereiht werden koennen in das Heer der Andersartigen, und diese auch nicht in dem Masse 'bearbeitet' werden muessen. Auch bei mir hat man vor dem Prozess versucht, mich in eine der beliebten ‘Schublaeden’ zu stecken, ohne Erfolg.
Das heisst nicht, dass nicht auch an diesen Ueberzeugten wie ich, gewaltig geschliffen wird, um sie vollends ins Boot zu ziehen; ich werde auf meine Anwerbung spaeter naeher eingehen.
Klassenunterschiede muss man nicht bestreiten, die gibt es sicherlich. Seht es so, auch kleine Maeuse machen viel Mist. Wenn Top-Agenten in hohe Stellungen eingeschleust werden, sind ihre Informationen wertvoller. Was gab es besseres als ein Topaz im Natohauptquartier, ein Guillaume hinter dem BRD Kanzler stehend, Philby bei MI5, die Rosenbergs, und so weiter.
Dennoch, ohne Zusatzinformationen laeuft nichts. Hier ein Beispiel. Es gab eine Zeit der Bonner ‘Romeo-Sekretaerinnen’. Hier taten sich Welten auf, denn diese Frauen litten erbaermlich unter falscher Liebe, Margarete Hoeke, Bonner Sekretaerin, sagte spaeter aus, “sie haette alles fuer ‘ihren’ Mann getan.” (Der MfS Romeo hatte sie geheiratet). Dieser Romeo wurde ihr Ehemann von mehreren Jahren, er verschwand an dem Tag, als sie verhaftet wurde. Diese Frauen wurden angeworben auf eine beschissene Art und Weise, wurden regelrecht verfuehrt, verliebten sich in den Romeo, der dann ein leichtes hatte, sie fuer ihre Zwecke zu benutzen. Ein solcher Romeo wird einer Schulung unterzogen, die sich mancher Mann nicht vorstellen kann. Keine Lust haben mit dieser Frau ins Bett zu gehen, gilt nicht. Er wird auf eventuell ‘nachteilige’ Eigenschaften der Frau, auf die er angesetzt wird, vorab dressiert, und zwar mit allen Mitteln. Die Geschichte der Margarete ist mir bekannt, und auch wie und wann dieser Romeo zu Werke ging. So wie dieser Fall, ist die Art der Durchfuehrung von vielen Informationen der einfachsten Art abhaengig, die andere Agenten vorab gesammelt und weitergegeben haben. Es sind somit ebenso wichtige Informationen, die zu weitaus intressanten Informationen fuehren koenne, wie in diesem Fall. Ihre Anschrift, ihre Neigungen, ihre Hobbies, und bei dieser Dame auch, dass sie noch nie einen Freund vorher gehabt hatte im bereits fortgeschrittenen Alter, ihre unendliche Liebe fuer Wellensittiche, alles war bekannt. Jede noch so kleine Information kann zu groesseren und weitaus wichtigeren Informationen fuehren. Ergo: alles ist wichtig an Informationen. Hier haben wir also Informations-, Beobachtungs, und Eingreifphase, um die im Visier geratene Person dingfest zu machen. Gibt es Romeos heute? Selbstverstaendich, in jedem
Geheimdienst. Das sind angenehme Maenner, die auch ‘dressiert’ werden auf ihre Aufgabe. Zu den Frauen in diesem Fall moechte ich mich nicht aeussern, die in den meisten Faellen eine Zufuehrungsaufgabe haben, um dann die betroffenen Maenner zu ‘Onkel Sascha’ zu fuehren……In meinem Bekanntenkreis ist ein ehemaliger russischer Romeo, der ein Bild von einem Mann noch im Alter ist, gepflegt, gut aussehend, hoeflich und intelligent, und das wichtigste Werkzeug hatte er auch immer dabei, das gut funktionierte....es gab bereits vor zwanzig Jahren Medikamente wie Viagra. Allerdings ist sein Herz heute in Mitleidenschaft gezogen. So bekommt jeder sein Fett ab, egal was er macht im Leben.

Morgen dann mein Weg in das Haus der Doppelagententaetigkeit - und meine Taetigkeit darin.

Ich kann das alles nachvollziehen was Du hier schreibst und geben Dir recht soweit ich das beurteilen kann.
Man hat uns viel erzählt über das Tun dieser Leute,die man Agenten,Spione oder eben auch Kundschafter für den Frieden nennt.Im Erfinden von tollen Titeln ist man ja immer einfallsreich gewesen.Es sind viele Heldenopern dazu erzählt worden.Manche versuchen das heute noch.Eines vergisst man aber zu sagen.Das diese Leute,die man heute Täter nennt,auch Opfer waren.Man hat sie nämlich IMMER,und von beiden Seiten benutzt und wenn nicht mehr zu gebrauchen waren einfach weggeworfen.Viele von Denen leiden immer noch darunter.Manche suchen Trost bei irgendwelchen Kundschaftertreffen,wo man Ihnen schon wieder Honig ums Maul schmiert,aber eigentlich seine eigenen Wunden lecken will und auch dazu diese Kundschafter,Spione,Agenten als Alibi für sich und das Selbstmitleid gut gebrauchen kann.Also ich schäme mich dafür.Auch heute noch.

p.s.Auch die vielen Danksagungen zu Deinen Beiträgen sollten Dir zu denken geben.Wenn ich sie Dir auch von Herzen gönne.



Karnak,

wei viele Kundschafter kennst Du denn, dass Du diese Einschätzungen treffen kannst ?
Ich habe dich auch noch nie bei den Kundschaftertreffen gesehen, auch in diesem Jahr nicht. Aber trotzdem kannst Du einschätzen, was da so besprochen wird ? Schon erstaunlich !


passport hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#45

RE: Das Dunkle Haus der Spionage

in Spionage Spione DDR und BRD 11.11.2012 09:16
von Gelöschtes Mitglied
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Frage von Maxel[/quote]

sind damit die Zahlensender auf Kurzwelle gemeint?

Grüße[/quote]

guten Morgen allerseits, bin gut drauf, das heisst nichts gutes.

KW heisst ganz einfach konspirative Wohnung, wie Werner schon beantwortet es hat. Danker WernerHolt.

Zur Bemerkung: "die Danksagungen sollten Dir zu denken geben" von Alfred.

Also das musst Du mir erklaeren Alfred. Nicht wirklich. Positiv denken mein Lieber, das macht das Leben viel leichter. Ich erwarte keine 'Danksagungen'. Es erscheint mir Du bist ein Griesergram.

Und fuer die Allgemeinheit. Ich habe noch nie an irgendwelchen 'Kuriertreffen' oder sonstigen Treffen von 'Kundschaftern' teilgenommen und moechte es auch nicht. Ganz einfach, weil ich seither und seit meiner Verhaftung 1988 und dem Prozess 91 mich in aller Stille zurueckgezogen haben. Einen einzigen Bericht ueber meine sportliche Karriere gab es vor wenigen Monaten erstmalig in einer deutschen Tageszeitung, wobei die geheime Taetigkeit auf meinen Wunsch nur ganz kurz erwaehnt wurde. Kuriertreffen gab es ebenfalls nicht in Rossia fuer mich, da hatte ich besseres zu tun und dort wird mit der Vergangenheit ganz anders umgegangen als in Deutschland.
Vor einem Jahr habe ich Jeff kurz in Garzau persoenlich kennengelernt fuer wenige Minuten. Ich hatte lediglich Kontakte schriftlich zu zwei anderen grossen Diamanten. Tolle Menschen sind das. Ich schwelge auch in Erinnerungen, es war ein erheblicher privater Part fur mich dabei. Das heisst aber nicht, dass ich konstant in diesem damaligen Leben 'zu finden bin'.

Also da habe ich dem lieben Alfred wirklich Unrecht getan. Ich sehe gerade KARNAK hat das geschrieben. Also, zunaechst Alfred, ich nehme den Griesergram zurueck und entschuldige mich dafur. Aber ein Griesergram kann auch wohl was kuscheliges sein manchmal.

KARNAK ich das glaube ich auch falsch ein wenig in die Gehirnwindungen bekommen. Egal.
machen wir weiter.


zuletzt bearbeitet 11.11.2012 09:51 | nach oben springen

#46

RE: Das Dunkle Haus der Spionage

in Spionage Spione DDR und BRD 11.11.2012 09:19
von KARNAK | 1.690 Beiträge

Ich war schon mal da.Hast mich vieleicht übersehen.
Ob Kundschafter für den Frieden oder ganz kleiner IM so übergroß ist der Untschied nicht,was die Arbeitsprinzipien angeht. derer die anwerben und dann abschöpfen .Deswegen ist es auch kein Vorwurf, sondern eine Einschätzung der realen Situation in der dieses Tun immer stattfindet.Solcher Schmuß wie im Unsichtbaren Visier hat in Wirklichkeit nie stattgefunden.Wenn man den Leuten das vieleicht auch vorgegaukelt hat.Es ist sehr wohl eine Frage der Ehre,daß man diesen Leuten mal diese bittere Wahrheit verabreicht.Wenn sie klug sind und darüber nachgedacht haben,wissen sie es sowieso.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
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#47

RE: Das Dunkle Haus der Spionage

in Spionage Spione DDR und BRD 11.11.2012 10:12
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von KARNAK im Beitrag #46
Ich war schon mal da.Hast mich vieleicht übersehen.


Wo warst Du genau?


zuletzt bearbeitet 11.11.2012 10:14 | nach oben springen

#48

RE: Das Dunkle Haus der Spionage

in Spionage Spione DDR und BRD 11.11.2012 10:23
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zitat von Larissa im Beitrag #45
Frage von Maxel


sind damit die Zahlensender auf Kurzwelle gemeint?

Grüße[/quote]

guten Morgen allerseits, bin gut drauf, das heisst nichts gutes.

KW heisst ganz einfach konspirative Wohnung, wie Werner schon beantwortet es hat. Danker WernerHolt.

Zur Bemerkung: "die Danksagungen sollten Dir zu denken geben" von Alfred.

Also das musst Du mir erklaeren Alfred. Nicht wirklich. Positiv denken mein Lieber, das macht das Leben viel leichter. Ich erwarte keine 'Danksagungen'. Es erscheint mir Du bist ein Griesergram.

Und fuer die Allgemeinheit. Ich habe noch nie an irgendwelchen 'Kuriertreffen' oder sonstigen Treffen von 'Kundschaftern' teilgenommen und moechte es auch nicht. Ganz einfach, weil ich seither und seit meiner Verhaftung 1988 und dem Prozess 91 mich in aller Stille zurueckgezogen haben. Einen einzigen Bericht ueber meine sportliche Karriere gab es vor wenigen Monaten erstmalig in einer deutschen Tageszeitung, wobei die geheime Taetigkeit auf meinen Wunsch nur ganz kurz erwaehnt wurde. Kuriertreffen gab es ebenfalls nicht in Rossia fuer mich, da hatte ich besseres zu tun und dort wird mit der Vergangenheit ganz anders umgegangen als in Deutschland.
Vor einem Jahr habe ich Jeff kurz in Garzau persoenlich kennengelernt fuer wenige Minuten. Ich hatte lediglich Kontakte schriftlich zu zwei anderen grossen Diamanten. Tolle Menschen sind das. Ich schwelge auch in Erinnerungen, es war ein erheblicher privater Part fur mich dabei. Das heisst aber nicht, dass ich konstant in diesem damaligen Leben 'zu finden bin'.

Also da habe ich dem lieben Alfred wirklich Unrecht getan. Ich sehe gerade KARNAK hat das geschrieben. Also, zunaechst Alfred, ich nehme den Griesergram zurueck und entschuldige mich dafur. Aber ein Griesergram kann auch wohl was kuscheliges sein manchmal.

KARNAK ich das glaube ich auch falsch ein wenig in die Gehirnwindungen bekommen. Egal.
machen wir weiter.

[/quote]


Larissa,

was soll ich dir erklären ?


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#49

RE: Das Dunkle Haus der Spionage

in Spionage Spione DDR und BRD 11.11.2012 10:56
von KARNAK | 1.690 Beiträge

Zitat von seaman im Beitrag #47
Zitat von KARNAK im Beitrag #46
Ich war schon mal da.Hast mich vieleicht übersehen.


Wo warst Du genau?


Alfred!
Alter Schlingel,willst mich doch wieder testen.
Ich war in der Parteigruppe meines Vaters im tiefen Sachsen mal zu einer Veranstaltung mit dem Rainer Rupp,die hatten den geladen.Wir sind uns also wahrscheinlich nicht begegnet.Ich war auch mal bei einer Zusammenkunft der Verfolgten der komm.Diktatur in Potsdam.Von dort kenne ich auch ein paar,die mal als Kuriere gearbeitet haben. Und ich gestehe zu,bei der Ersten konnte man durchaus zuhören,die zweite war eine Zumutung.In jedem Fall ziehe ich es vor,mich still in eine Ecke zu setzen und zuzuhören und zu sehen.
Habe Mist geschrieben.Die Kuriere kenne ich natürlich von der ersten Veranstaltung,bevor Fragen aufkommen.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
zuletzt bearbeitet 11.11.2012 11:03 | nach oben springen

#50

RE: Das Dunkle Haus der Spionage

in Spionage Spione DDR und BRD 11.11.2012 10:57
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von KARNAK im Beitrag #49
Zitat von seaman im Beitrag #47
Zitat von KARNAK im Beitrag #46
Ich war schon mal da.Hast mich vieleicht übersehen.


Wo warst Du genau?


Alfred!
Alter Schlingel,willst mich doch wieder testen.
Ich war in der Parteigruppe meines Vaters im tiefen Sachsen mal zu einer Veranstaltung mit dem Rainer Rupp,die hatten den geladen.Wir sind uns also wahrscheinlich nicht begegnet.Ich war auch mal bei einer Zusammenkunft der Verfolgten der komm.Diktatur in Potsdam.Von dort kenne ich auch ein paar,die mal als Kuriere gearbeitet haben. Und ich gestehe zu,bei der Ersten konnte man durchaus zuhören,die zweite war eine Zumutung.In jedem Fall ziehe ich es vor,mich still in eine Ecke zu setzen und zuzuhören und zu sehen.


ok.


zuletzt bearbeitet 11.11.2012 11:00 | nach oben springen

#51

RE: Das Dunkle Haus der Spionage

in Spionage Spione DDR und BRD 11.11.2012 11:00
von KARNAK | 1.690 Beiträge

Zitat von Larissa im Beitrag #45
Frage von Maxel


sind damit die Zahlensender auf Kurzwelle gemeint?

Grüße[/quote]

guten Morgen allerseits, bin gut drauf, das heisst nichts gutes.

KW heisst ganz einfach konspirative Wohnung, wie Werner schon beantwortet es hat. Danker WernerHolt.

Zur Bemerkung: "die Danksagungen sollten Dir zu denken geben" von Alfred.

Also das musst Du mir erklaeren Alfred. Nicht wirklich. Positiv denken mein Lieber, das macht das Leben viel leichter. Ich erwarte keine 'Danksagungen'. Es erscheint mir Du bist ein Griesergram.

Und fuer die Allgemeinheit. Ich habe noch nie an irgendwelchen 'Kuriertreffen' oder sonstigen Treffen von 'Kundschaftern' teilgenommen und moechte es auch nicht. Ganz einfach, weil ich seither und seit meiner Verhaftung 1988 und dem Prozess 91 mich in aller Stille zurueckgezogen haben. Einen einzigen Bericht ueber meine sportliche Karriere gab es vor wenigen Monaten erstmalig in einer deutschen Tageszeitung, wobei die geheime Taetigkeit auf meinen Wunsch nur ganz kurz erwaehnt wurde. Kuriertreffen gab es ebenfalls nicht in Rossia fuer mich, da hatte ich besseres zu tun und dort wird mit der Vergangenheit ganz anders umgegangen als in Deutschland.
Vor einem Jahr habe ich Jeff kurz in Garzau persoenlich kennengelernt fuer wenige Minuten. Ich hatte lediglich Kontakte schriftlich zu zwei anderen grossen Diamanten. Tolle Menschen sind das. Ich schwelge auch in Erinnerungen, es war ein erheblicher privater Part fur mich dabei. Das heisst aber nicht, dass ich konstant in diesem damaligen Leben 'zu finden bin'.

Also da habe ich dem lieben Alfred wirklich Unrecht getan. Ich sehe gerade KARNAK hat das geschrieben. Also, zunaechst Alfred, ich nehme den Griesergram zurueck und entschuldige mich dafur. Aber ein Griesergram kann auch wohl was kuscheliges sein manchmal.

KARNAK ich das glaube ich auch falsch ein wenig in die Gehirnwindungen bekommen. Egal.
machen wir weiter.

[/quote]
Also ich denke ein Griesgram bin ich nicht und kuschelig nur bei speziellen Anlässen.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
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#52

RE: Das Dunkle Haus der Spionage

in Spionage Spione DDR und BRD 11.11.2012 11:03
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von KARNAK im Beitrag #51
Zitat von Larissa im Beitrag #45
Frage von Maxel


sind damit die Zahlensender auf Kurzwelle gemeint?

Grüße


guten Morgen allerseits, bin gut drauf, das heisst nichts gutes.

KW heisst ganz einfach konspirative Wohnung, wie Werner schon beantwortet es hat. Danker WernerHolt.

Zur Bemerkung: "die Danksagungen sollten Dir zu denken geben" von Alfred.

Also das musst Du mir erklaeren Alfred. Nicht wirklich. Positiv denken mein Lieber, das macht das Leben viel leichter. Ich erwarte keine 'Danksagungen'. Es erscheint mir Du bist ein Griesergram.

Und fuer die Allgemeinheit. Ich habe noch nie an irgendwelchen 'Kuriertreffen' oder sonstigen Treffen von 'Kundschaftern' teilgenommen und moechte es auch nicht. Ganz einfach, weil ich seither und seit meiner Verhaftung 1988 und dem Prozess 91 mich in aller Stille zurueckgezogen haben. Einen einzigen Bericht ueber meine sportliche Karriere gab es vor wenigen Monaten erstmalig in einer deutschen Tageszeitung, wobei die geheime Taetigkeit auf meinen Wunsch nur ganz kurz erwaehnt wurde. Kuriertreffen gab es ebenfalls nicht in Rossia fuer mich, da hatte ich besseres zu tun und dort wird mit der Vergangenheit ganz anders umgegangen als in Deutschland.
Vor einem Jahr habe ich Jeff kurz in Garzau persoenlich kennengelernt fuer wenige Minuten. Ich hatte lediglich Kontakte schriftlich zu zwei anderen grossen Diamanten. Tolle Menschen sind das. Ich schwelge auch in Erinnerungen, es war ein erheblicher privater Part fur mich dabei. Das heisst aber nicht, dass ich konstant in diesem damaligen Leben 'zu finden bin'.

Also da habe ich dem lieben Alfred wirklich Unrecht getan. Ich sehe gerade KARNAK hat das geschrieben. Also, zunaechst Alfred, ich nehme den Griesergram zurueck und entschuldige mich dafur. Aber ein Griesergram kann auch wohl was kuscheliges sein manchmal.

KARNAK ich das glaube ich auch falsch ein wenig in die Gehirnwindungen bekommen. Egal.
machen wir weiter.

[/quote]
Also ich denke ein Griesgram bin ich nicht und kuschelig nur bei speziellen Anlässen.[/quote]


Schoen - that's nice Karnak, manche Maenner sind nur Griesgrame..........


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#53

RE: Das Dunkle Haus der Spionage

in Spionage Spione DDR und BRD 11.11.2012 11:06
von KARNAK | 1.690 Beiträge

Wir heucheln auch nur die Kuscheligkeit,das hat biologische Gründe.Das müsstest Du aber langsam durchschaut haben


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
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#54

RE: Das Dunkle Haus der Spionage

in Spionage Spione DDR und BRD 11.11.2012 11:38
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von KARNAK im Beitrag #53
Wir heucheln auch nur die Kuscheligkeit,das hat biologische Gründe.Das müsstest Du aber langsam durchschaut haben



oooooh ja Karnak, Du bringst mich zum Lachen. Aber Kuscheln ist doch schoen, biologisch oder auch anderweitig gedacht!


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#55

RE: Das Dunkle Haus der Spionage

in Spionage Spione DDR und BRD 11.11.2012 12:31
von Gelöschtes Mitglied
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Wie wird man Doppelagent? Die grosse Frage ist bereits, wie wird man Agent?
Ich kann nur fuer mich reden, alle Faelle sind anders. Und wie Ihr lesen koennt, so einfach ist das nicht zu begreifen. Bei mir hatte es mehr mit Zeitgeschehnissen zu tun, als mit einem ‘Umfallen’.
Allgemein: Wenn ein angworbener Agent die Seiten wechselt und trotzdem weiterhin Informationen an seinen ersten Auftraggeber gibt, avanciert er zum Doppelagenten. Das heisst, er gibt an beide Seiten unerkannt und oftmals erkannt, Informationen der unterschiedlichsten Art weiter, das kommt auf seine Zuweisung an. Er kann unbesehen das Ausmass selbst bestimmen, und er ist in der Lage weitaus mehr zu ueberblicken als ein Agent, der nur fuer eine Seite arbeitet. Deshalb sind die Auftraege, die ein Doppelagent von beiden Seiten erhaelt, sicher nicht einfacher. Er muss quasi beidseitig ‘liefern’ und er steht konstant gegen alle Systeme mit dem Arsch zur Wand.
Differieren ist noetig. Vom Maulwurf wird meist gesprochen, wenn dieser in einer der Institutionen, beim CIA, KGB direkt arbeitet. Er kennt dort Kameraden und Vorgesetzte, und ist weitestgehend uber den gesamten Ablauf dieser Eirichtungen im Bilde, und kann erheblichen Schaden anrichten, nicht nur zum zeitpolitischen Geschehen. Wenn er sich zum Endschlag entscheidet, und zwar in einem ganz anderen Umfang als ein angeworbener Agent, der diese Moeglichkeit nicht hat, dann muss er sehen, dass er auf die Seite kommt, fuer die er sich letztendlich entscheidet.
Der angeworbene Agent kennt nur seine Fuehrungsoffiziere, bzw. Beamte, die ihn auf der einen oder anderen Seite leiten. Dieser Angeworbene wird nicht (sage niemals nie) in die inneren Strukturen zugelassen, z.B. war ich nie in der Normannenstrasse, wo mein KGB Offizier zeitweilig auf der Etage sass mit dem deutschen Major, ebenfalls KGB Mitarbeiter. Und ich war auch nie in den beiden VSchutzEinrichtungen. Ein Fuehrungsoffizier/West Beamter, trifft sich mit einem angeworbenen Agenten weit entfernt dieser Institutionen in aller Verschwiegenheit, im Osten hatte ich dafuer spaeter eine sogenannte KW. Mehr spaeter zu dieser sogenannten konspirativen Wohnung.
Ein Doppelagent kann wichtige Informationen ‘schieben”. Hierbei muss er aufpassen, dass ihm von seinen Vorgesetzten bei einem eventuellen Verdacht, nicht falsche Informationen untergeschoben werden, die sofort unter Umstaenden zu seiner Enttarnung fuehren wuerden. Darauf muss er selbst kommen, ein schwieriges unterfangen. Gibt er diese gefaeltschten Informationen weiter, ist es ein sicheres Zeichen, dass sich ein Doppelagent im Haus befindet. Dann sollte er sich schleunigst der Seite offenbaren, die fuer ihn am Ende in Betracht kommt. Aber so einfach ist dieses Spiel auch wiederum nicht; es ist ein Schachern, das bis an die Grenze des Moeglichen ausgereizt wird, aus den verschiedensten Gruenden.
Wie wurde ich also Doppelagentin: ein Weg, der heute noch viele Fragen aufwirft, ich sagte nicht aus. Bekannt war folgendes:
Ich war Liaison Officer, Verbindungsoffizier bei der Kuwaitischen Marine. Waehrend dieser Taetigkeit hatte ich Kontakte zu iranischen und gleichzeitig zu irakischen Staatsbuergern. Einer dieser Iraker war Geheimagent seines Landes und hatte libysche und syrische ‘Freunde’. Dieser Agent war Kurde und Doppelagent. Durch diesen Iraker hatte ich den ersten Kontakt zu einem KGB Anwerber in Dresden, und zwar bereits vor meiner Taetigkeit als Verbindungsoffizier.
Um zu meiner naechsten Station zu kommen, muss ich etwas ausholen. Ich hatte die Aufgabe, alle Mannschaften dieser Marine in Deutschland zu betreuen was Aufenthaltserlaubnisse und sonstige Passangelegenheiten anbelangte. Unter diesen Mannschaften, die in Deutschland von der Deutschen Marine ausgebildet worden sind, wurden auch Pakistani und Iraner eingeflogen, um die Crews ‘aufzufuellen’. Diese Marine Einheiten waren auf niedersaechsischem und auf bremischen Gebiet angesiedelt. Es gab eine spezielle Bearbeitung auf den Auslaenderaemtern in einem Stadtstaat und dem angrenzenden Staat der BRD. Das heisst, es wurden Beamte des Auslaenderaemter eigens fuer die Passbearbeitung abgestellt. Dazu gehoerte eine Ueberpruefung auf den Gesundheitsaemtern und Beibringung aller Dokumente. Ich leitete das Geschehen um alle Visaantraege. Ich habe waehrend dieser Zeit illegal Visa fuer nach Deutschland gefluechtete iranische Staatsbuerger angefordert. Habe sie einfach eingereiht in die grosse Schar meiner Mannschaften. Diesen jungen Leute hatten gegen Ayatollah Khomeini demonstriert in Tehran, ihnen waere bei ihrer Rueckkehr in den Iran der Tod gewiss gewesen; sie bettelten vergebens um Aufnahme in Deutschland, die sie nicht bekamen. Ich habe ihnen die Aufenthaltsgenehmigungen, die ihnen den Weg in die USA ebneten, somit innerhalb meiner Dienste fuer die Kuwaitis besorgt. Diese 5 jungen Leute waren keine Terroristen, alle leben seitdem als unbescholtene Buerger im mittleren Westen der USA. Die Staatsanwaltschaft leitete eine Untersuchung gegen mich ein, und es flog nicht nur meine illegale Visabeschaffung auf, es folgte eine Ueberpruefung des Personenkreises aus dem Irak und Iran, die suspekt erschienen, weil ich eben fuer das kuwaitische Militaer arbeitete. Diese Spuren fuehrten auch nach Berlin.
Wichtig hier, ich hatte perfide gegen die Visa-Bestimmungen fuer Auslaender verstossen. Ich wurde vorgeladen, mein Tun war eindeutig bewiesen. Nach zwei Briefen der Staatsanwalt, in dem mir mitgeteilt wurde, dass ein Gerichtsverfahren gegen mich eingeleitet werden wuerde, bekam ich einen Anruf, dass ‘sich die Angelegenheit erledigt haette.’ Das Verfahren wurde eingestellt. Einfach so. Die Wahrheit war, dass der Verfassungsschutz mich im Visier hatte. Schnell hatte man trotz meiner Straftat erkannt, dass ich mit den bereits vorbestehenden Verbindungen zu Auslaendern ‘zu gebrauchen war’ in nachrichtendienstlichen Kreisen. Fuer das Amt fur Politische Delikte ging ich nach Berlin, in Verbindung mit dem VSchutz Berlin, und holte Informationen zu Auslaendern in Berlin West ein. Mit Kopftuch und einstudiertem Wissen ueber den Koran und der islamischen Weltanschauung. Dass ich dann als ansaessige Berlinerin auch mal Ausfluege in in die Hauptstadt der DDR mit dem kleinen Berlin-ID unternehmen konnte, ohne Kopftuch versteht sich, fiel am allerwenigsten diesen Fanatikern auf.
Ich arbeitete also fuer den VSchutz Berlin und fuer das Amt fuer Politische Delikte, und ging ab und zu mit den russischen Freunden in der DDR чай trinken. Ausser dem Teetrinken in der DDR Hauptstadt und an anderen Orten in der DDR, wurde meine systematische Schulung vorangetrieben. Meine Liebe fuer Marxismus-Leninismus und fuer die Sowjetunion ging fliessend ueber im Sinne von Ernst Thaelmann.
Im Westen ging es ebenfalls weiter: Nach Einstellung des ‘Dienstes’ im islam. Bereich, wurde ich von Berlin nach Bremen zurueckgeschickt. Die Angelegenheit, so sagte man, waere inzwischen zu gefaehrlich. Das hielt sie nicht ab, mich ein paar Monate spaeter wieder zurueckzuholen. Nach Beendigung dieses Auftrags musste ich Berlin sofort verlassen und wurde dem Landesamt fuer Verfassungsschutz in Bremen ueberstellt und nahm Wohnsitz bei Bremerhaven. Meine russischen Auftraggeber war es nur Recht, dass ich wieder in die BRD ging, das passte genau in das fuer mich vorgesehene Arbeitsfeld. Mein Feld sofort eingegrenzt. Bundeswehreinrichtungen wurden uninteressant, sowie auch andere von mir gesicherten Informationen zu Laserstrahlung und in anderen Bereichen. Wenn es nebenbei zu solchen Informationen kam, waren diese weiterhin interessant, aber am Ende hatte das Ausspionieren von US Einrichtungen mitsamt Mann und Maus, Truppenbewegungen etc. Prioritaet.
In dieser Zeit verliess ich also den Berliner Verfassungsschutz und kam zu den Kameraden dieser Institution in Bremen. Damit hatte ich nicht gerechnet, ich wollte weiter fuer den Osten arbeiten und Bewegungsfreiheit haben, das heisst, ohne den Verfassungsschutz. Nun stand ich da und hatte mit diesen Herrschaften einen gefaehrlichen Klotz am Bein. Einen Job beim KGB, gerade entlassen vom VSchutz Berlin und K15 und da kommt der VSchutz Bremen und will mich weiterbeschaeftigen. Ich war jedoch ein sehr zuvorkommendes Maedchen und liess mich anwerben. Dies tat ich auch im Hinblick auf meine Auftraggeber im Osten, die zunaechst nichts davon ahnten. Ich wusste, dass Informationen zu einem anderen Geheimdienst sehr vorteilhaft sein wuerden spaeter. Mir war auch bewusst, dass ich mich meinen Russen irgendwann oeffnen musste.
Ich bekam zwei West-Beamte, die nannte man nicht Fuehrungsoffiziere wie im Osten. Der MfS Mitarbeiter war inzwischen ausgebootet. Bei ihm war es so, dass er die ‘Herren’, wie er die Russen nannte, ablehnte und nicht mit ihrer Arbeitsweise einverstanden war. Er hatte sich selbst sein Grab geschaufelt. Die DDR war fuer ihn hoechste Prioritaet, die Sowjets waren ihm ein Dorn im Auge. Ich entledigte mich seiner, wobei ich dem VSchutz mitteilte, dass ich weiterhin Kontakt mit dem MfS hatte. Dieser liquidierte Mitarbeiter des MfS wurde von mir weiterhin als Pseudonym benutzt. Deshalb, um vom Dienst im KGB abzulenken. Die Westler inzwischen erklaerten mir inzwischen in die geheime Welt der Nachrichtendienste. Eine paradoxe Situation bereits.
Das ich den Russen in die Haende gefallen war habe ich natuerlich verheimlicht. Ich blieb und schwieg, arbeitete weiter, so gut ich konnte. So hatte ich nach kurzer Zeit einiges versammelt und es kamen spaeter noch ein Privatleben dazu. Ich hatte ein Leben im Westen, ein Leben im Osten, Beschaeftigung beim Ami, einen beim KGB, und einen Job beim VSchutz, die weiterin Erfolge bei einer Anbahnung mit dem MfS sich erhofften.. Einen groesseren Schlammhaufen konnte es kaum noch geben, das hielt mich nicht davon ab in weitere Fettnaepfe zu treten. Ich habe mich noch nie fuer etwas besonderes gehalten, aber ich ging gerade meinen Weg und ueber Leichen, und es gehoerte eine Portion Mut und auch eine unverfrorene Art mit dieser Lage umzugehen. Mein oberstes Gebot in diesem Labyrinth war trotzdem, dass ich streng darauf bedacht war, beide Seiten nicht zu unterschaetzen. Mein Lebensmotto. Allerdings unterschaetze man mich im Westen - und dieser Fehler war nicht wieder gut zu machen. Derweil blieb ich meinen russischen Auftraggebern loyal wie eine ‘feste Burg’. So ergab sich von Anfang an mein Leben als Doppelagentin. Im Osten hatte ich die Verpflichtungserklaerung fuer die UdSSR/KGB laengst unterschrieben. So ergab sich der Fall, dass der westliche Geheimdienst voellig unwissend versuchte, eine KGB Agentin in den Osten zu schieben. Die Russen wollten ‘Gewinn’ aus der Affaere, ohne Ruecksicht aus Verluste, aber auch diese ahnten spaeter, dass ich ‘eine Laus im Pelz hatte’, heisst, dass ich mit der anderen Seite involviert war. Kein ungefaehrliches Spiel auf dem Spielplatz im dunklen Haus der Spionage.
Die 'Arbeit' bestand teilweise darin:
Bevor ich fuer den Osten in die US Kasernen ging, uebermittelte ich den westlichen Kameraden interne Angaben zu Offizieren und Soldaten in der BRD aus dem privaten Bereich, das in Verbindung zum dienstlichen Part stand. Hierauf gehe ich nicht ein. Es gibt ueberall Leute, die sich schlecht benehmen und das Ansehen ihrer Zunft in Verruf bringen. Auch das sog. rechtsstaatliche System bekam also Unterstuetzung. Ganz klar, mit diesen Informationen hielt ich die westlichen Kameraden auf Distanz und habe damit meine anderweitige Taetigkeit im Osten zumindest verschleiern koennen.
Bis zu meiner Flucht ging es weiter mit den US Amerikanern, mit dem VSchutz und mit meinen russischen Freunden.
Von meinen Fuehrungsoffizieren wurde mir ueber laengere Zeiten streng untersagt, in den Osten zu reisen, waehrend der Westen mich in den Osten schob um fuer sie zu spionieren…... eine prekaere Situation fuer mich. Zu der Zeit hatte ich glaube ich sechs Paesse. Es ergaben sich Situationen, die kaum noch an Originalitaet zu ueberbieten waren. Ja, so wie der Westen mich titulierte, ich war Doppelagentin, ja das stimmt, ich habe jedoch niemals meine Freunde in der Sowjetunion verkauft, niemals, und in keinster Weise auch nur an meiner Lebensanschauung gezweifelt. Wie meine Richter sagten damals, der Schluessel zum Schloss passte, aber ich bemerke dazu, nur von der einen Seite der Tuer.
In meinem Buch habe ich haenderingend versucht, sowohl die westlichen als auch die oestlichen Kameraden trotz aller Intensitaet der ‘Geschaefte’ im dunklen Haus der Geheimdienste, ein menschliches Gesicht zu geben. Denn diese Fuehrungsoffiziere und Westbeamte waren keine schlechten Kameraden, trotz meiner vielen Identitaeten. Der Spielplatz auf dem wir waren in der heissen Endphase des Kalten Krieges liess keine Gestaendnisse mehr zu. Im Gegenteil, die Bloecke und somit das Wissen, waren heiss umkaempft und der Druck, unter dem MfS, KGB und Westliche Geheimdienste standen ist hier nicht in Worte zu fassen. Meine Westler arbeiteten und taten ihre Pflicht , ebenso wie meine Ost FOs.
Oftmals habe ich spaeter darueber nachgedacht, und habe mir selbst sagen muessen, dass ich in meinem Fall die Bestie war zwischen diesen Fronten, auch wenn mein sonstiges Schicksal unertraeglich hart war, und ich kann und muss heute zugeben, dass ich es selbst herausgefordert habe. Heute verstehe ich alles etwas besser, und dass ich die harten Konsequenzen tragen musste. Hass ist nicht mehr in mir, die Welt hat sich veraendert, nicht wie ich diese haben wollte, aber so ist das Leben. Ich lebe mit guten Erinnerungen von beiden Seiten, die schlimmen habe ich ueberlebt, also was solls. Ich stehe schon lange mit beiden Beinen fest auf dem Boden der Realitaet, es sei denn ich schwebe manchmal vom Himmel. Copyright M.Powell DDH.

Das war jetzt reichlich. Es gibt noch viel mehr zu erzaehlen. ABER ich als Athaeistin habe auch Sonntag. Ich werde mir jetzt ein Brunch genehmigen, mit leckeren deutschen Broetchen, dicker suesse молоко im Tee und plinis, englischem Syrup und einem Glaeschen US Wein, kalifornischen. Irgendwie bleibt doch einiges haengen im Leben……….


eisenringtheo und EK82I haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 11.11.2012 12:39 | nach oben springen

#56

RE: Das Dunkle Haus der Spionage

in Spionage Spione DDR und BRD 11.11.2012 13:21
von KARNAK | 1.690 Beiträge

Die Frage,die sich mir da natürlich aufdrängt,Wenn Du mit dem Job Dein Geld verdienst hast,ist das völlig o.k.,hätte ich kein Problem mit.
Blos, wie bringst Du dann dieses Leben mit der Auffassung,eine"Überzeugungstäterin"gewesen zu sein,in Einklang?Oder warst Du keine und ich habe das nur falsch verstanden?


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
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#57

RE: Das Dunkle Haus der Spionage

in Spionage Spione DDR und BRD 11.11.2012 13:27
von KID | 234 Beiträge

Bei mir isses Morgen, also Guten Morgen an Alle!

Ich muss Larissa Recht geben. In der Unterwaesche wurden oft viele 'Infos' versteckt. Auch auf Marienfelde wurden Menschen und deren Taschen usw. (besonders beim Verlassen des Objektes) mit den Haenden abgetastet bzw. durchsucht. Fuer mich hiess es also: entweder in die Stiefel oder die Unterhose verschwinden lassen. Und wenn der FO nicht gerade am Tag der Uebergabe nett war, wars mir eine echte Freude, ihm die wichtigsten NATO-Geheimnisse unter der Nase zu halten. "Det iss der Duft des Freidens. Kannste den riechen?"

Wenn man nicht mehr lachen kann, dann hat man aufgehoert zu leben.

Jens


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#58

RE: Das Dunkle Haus der Spionage

in Spionage Spione DDR und BRD 11.11.2012 13:38
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von KARNAK im Beitrag #56
Die Frage,die sich mir da natürlich aufdrängt,Wenn Du mit dem Job Dein Geld verdienst hast,ist das völlig o.k.,hätte ich kein Problem mit.
Blos, wie bringst Du dann dieses Leben mit der Auffassung,eine"Überzeugungstäterin"gewesen zu sein,in Einklang?Oder warst Du keine und ich habe das nur falsch verstanden?



Vollig falsch verstanden mein Gudster. ich kaue noch, aber diese Frage will ich sofort aufklaeren, Mann hilft mit dem Deutschen Rechtschreibung.
Ich habe mit diesem Job nicht mein Geld verdient. Ich habe das ausfuehrlich in meinem Buch beschrieben. Es gab dieses Leben im Nachrichtendienst, das andere einfach abtun als 'Spionage' ich denke ich habe einiges erklaert oben.
Neben, oder hauptsaechlich muss man sagen, zu dieser nachrichtendienstlichen Taetigkeit hatte ich ein voellig normales Leben in einem Job als Verbindungsoffizier und Dolmetscherin. Ich musste meinen Lebensunterhalt wie jeder andere Mensch verdienen.
Vom VSchutz bekam ich ein einziges Mal einen Geldbetrag, der aus persoenlicher Basis entstand. Das wurde mir bei einer ersten Begegnung erklaert. 'Wir bezahlen unserere Agenten nicht'.
Ich erhielt von meinen oestlichen FOs grundsaetzich 'Kosten' erstattet. Diese wurden als Reisekosten etc. deklariert, die ich auch hatte. Groessere Betraege gab es auch, z.B. fuer die Anschaffung eines Fahrzeugs, das ich dringend benoetigte um an gewisse Einrichtungen zu gelangen um dort zu arbeiten (ich lebte auf dem Lande). Ich lehnte es ab fuer Geld zu arbeiten, wollte nur als 'Ueberzeugungstaeterin' fuer den Osten arbeiten. Und mit diesem Thema ist man sehr geschickt umgangen, meine FOs wollten es ebenfalls, dass ich aus Ueberzeugung arbeitete, und ich tat es. ABER, es gab ein gewisses Leben, das ich aufrechthalten musste, dieses Leben wurde unterstuetzt.
Ich war und bin von der MLWA heute noch ueberzeugt. Geld ist fuer mich zweitrangig. Das es ein gutes Leben gab im dunklen Haus, das will ich nicht bestreiten. Hummersuppe auf der einen, Kaviar auf der anderen wurde bezahlt.
Ich musste am Ende trotzdem eine grosse Geldsumme, diese wurde 'vermutet' und entsprach nicht der Richtigkeit, an die BRD zurueckzahlen.


zuletzt bearbeitet 11.11.2012 20:11 | nach oben springen

#59

RE: Das Dunkle Haus der Spionage

in Spionage Spione DDR und BRD 11.11.2012 13:38
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Larissa im Beitrag #55
Wie wird man Doppelagent? Die grosse Frage ist bereits, wie wird man Agent?
Ich kann nur fuer mich reden, alle Faelle sind anders. Und wie Ihr lesen koennt, so einfach ist das nicht zu begreifen. Bei mir hatte es mehr mit Zeitgeschehnissen zu tun, als mit einem ‘Umfallen’.
Allgemein: Wenn ein angworbener Agent die Seiten wechselt und trotzdem weiterhin Informationen an seinen ersten Auftraggeber gibt, avanciert er zum Doppelagenten. Das heisst, er gibt an beide Seiten unerkannt und oftmals erkannt, Informationen der unterschiedlichsten Art weiter, das kommt auf seine Zuweisung an. Er kann unbesehen das Ausmass selbst bestimmen, und er ist in der Lage weitaus mehr zu ueberblicken als ein Agent, der nur fuer eine Seite arbeitet. Deshalb sind die Auftraege, die ein Doppelagent von beiden Seiten erhaelt, sicher nicht einfacher. Er muss quasi beidseitig ‘liefern’ und er steht konstant gegen alle Systeme mit dem Arsch zur Wand.
Differieren ist noetig. Vom Maulwurf wird meist gesprochen, wenn dieser in einer der Institutionen, beim CIA, KGB direkt arbeitet. Er kennt dort Kameraden und Vorgesetzte, und ist weitestgehend uber den gesamten Ablauf dieser Eirichtungen im Bilde, und kann erheblichen Schaden anrichten, nicht nur zum zeitpolitischen Geschehen. Wenn er sich zum Endschlag entscheidet, und zwar in einem ganz anderen Umfang als ein angeworbener Agent, der diese Moeglichkeit nicht hat, dann muss er sehen, dass er auf die Seite kommt, fuer die er sich letztendlich entscheidet.
Der angeworbene Agent kennt nur seine Fuehrungsoffiziere, bzw. Beamte, die ihn auf der einen oder anderen Seite leiten. Dieser Angeworbene wird nicht (sage niemals nie) in die inneren Strukturen zugelassen, z.B. war ich nie in der Normannenstrasse, wo mein KGB Offizier zeitweilig auf der Etage sass mit dem deutschen Major, ebenfalls KGB Mitarbeiter. Und ich war auch nie in den beiden VSchutzEinrichtungen. Ein Fuehrungsoffizier/West Beamter, trifft sich mit einem angeworbenen Agenten weit entfernt dieser Institutionen in aller Verschwiegenheit, im Osten hatte ich dafuer spaeter eine sogenannte KW. Mehr spaeter zu dieser sogenannten konspirativen Wohnung.
Ein Doppelagent kann wichtige Informationen ‘schieben”. Hierbei muss er aufpassen, dass ihm von seinen Vorgesetzten bei einem eventuellen Verdacht, nicht falsche Informationen untergeschoben werden, die sofort unter Umstaenden zu seiner Enttarnung fuehren wuerden. Darauf muss er selbst kommen, ein schwieriges unterfangen. Gibt er diese gefaeltschten Informationen weiter, ist es ein sicheres Zeichen, dass sich ein Doppelagent im Haus befindet. Dann sollte er sich schleunigst der Seite offenbaren, die fuer ihn am Ende in Betracht kommt. Aber so einfach ist dieses Spiel auch wiederum nicht; es ist ein Schachern, das bis an die Grenze des Moeglichen ausgereizt wird, aus den verschiedensten Gruenden.
Wie wurde ich also Doppelagentin: ein Weg, der heute noch viele Fragen aufwirft, ich sagte nicht aus. Bekannt war folgendes:
Ich war Liaison Officer, Verbindungsoffizier bei der Kuwaitischen Marine. Waehrend dieser Taetigkeit hatte ich Kontakte zu iranischen und gleichzeitig zu irakischen Staatsbuergern. Einer dieser Iraker war Geheimagent seines Landes und hatte libysche und syrische ‘Freunde’. Dieser Agent war Kurde und Doppelagent. Durch diesen Iraker hatte ich den ersten Kontakt zu einem KGB Anwerber in Dresden, und zwar bereits vor meiner Taetigkeit als Verbindungsoffizier.
Um zu meiner naechsten Station zu kommen, muss ich etwas ausholen. Ich hatte die Aufgabe, alle Mannschaften dieser Marine in Deutschland zu betreuen was Aufenthaltserlaubnisse und sonstige Passangelegenheiten anbelangte. Unter diesen Mannschaften, die in Deutschland von der Deutschen Marine ausgebildet worden sind, wurden auch Pakistani und Iraner eingeflogen, um die Crews ‘aufzufuellen’. Diese Marine Einheiten waren auf niedersaechsischem und auf bremischen Gebiet angesiedelt. Es gab eine spezielle Bearbeitung auf den Auslaenderaemtern in einem Stadtstaat und dem angrenzenden Staat der BRD. Das heisst, es wurden Beamte des Auslaenderaemter eigens fuer die Passbearbeitung abgestellt. Dazu gehoerte eine Ueberpruefung auf den Gesundheitsaemtern und Beibringung aller Dokumente. Ich leitete das Geschehen um alle Visaantraege. Ich habe waehrend dieser Zeit illegal Visa fuer nach Deutschland gefluechtete iranische Staatsbuerger angefordert. Habe sie einfach eingereiht in die grosse Schar meiner Mannschaften. Diesen jungen Leute hatten gegen Ayatollah Khomeini demonstriert in Tehran, ihnen waere bei ihrer Rueckkehr in den Iran der Tod gewiss gewesen; sie bettelten vergebens um Aufnahme in Deutschland, die sie nicht bekamen. Ich habe ihnen die Aufenthaltsgenehmigungen, die ihnen den Weg in die USA ebneten, somit innerhalb meiner Dienste fuer die Kuwaitis besorgt. Diese 5 jungen Leute waren keine Terroristen, alle leben seitdem als unbescholtene Buerger im mittleren Westen der USA. Die Staatsanwaltschaft leitete eine Untersuchung gegen mich ein, und es flog nicht nur meine illegale Visabeschaffung auf, es folgte eine Ueberpruefung des Personenkreises aus dem Irak und Iran, die suspekt erschienen, weil ich eben fuer das kuwaitische Militaer arbeitete. Diese Spuren fuehrten auch nach Berlin.
Wichtig hier, ich hatte perfide gegen die Visa-Bestimmungen fuer Auslaender verstossen. Ich wurde vorgeladen, mein Tun war eindeutig bewiesen. Nach zwei Briefen der Staatsanwalt, in dem mir mitgeteilt wurde, dass ein Gerichtsverfahren gegen mich eingeleitet werden wuerde, bekam ich einen Anruf, dass ‘sich die Angelegenheit erledigt haette.’ Das Verfahren wurde eingestellt. Einfach so. Die Wahrheit war, dass der Verfassungsschutz mich im Visier hatte. Schnell hatte man trotz meiner Straftat erkannt, dass ich mit den bereits vorbestehenden Verbindungen zu Auslaendern ‘zu gebrauchen war’ in nachrichtendienstlichen Kreisen. Fuer das Amt fur Politische Delikte ging ich nach Berlin, in Verbindung mit dem VSchutz Berlin, und holte Informationen zu Auslaendern in Berlin West ein. Mit Kopftuch und einstudiertem Wissen ueber den Koran und der islamischen Weltanschauung. Dass ich dann als ansaessige Berlinerin auch mal Ausfluege in in die Hauptstadt der DDR mit dem kleinen Berlin-ID unternehmen konnte, ohne Kopftuch versteht sich, fiel am allerwenigsten diesen Fanatikern auf.
Ich arbeitete also fuer den VSchutz Berlin und fuer das Amt fuer Politische Delikte, und ging ab und zu mit den russischen Freunden in der DDR чай trinken. Ausser dem Teetrinken in der DDR Hauptstadt und an anderen Orten in der DDR, wurde meine systematische Schulung vorangetrieben. Meine Liebe fuer Marxismus-Leninismus und fuer die Sowjetunion ging fliessend ueber im Sinne von Ernst Thaelmann.
Im Westen ging es ebenfalls weiter: Nach Einstellung des ‘Dienstes’ im islam. Bereich, wurde ich von Berlin nach Bremen zurueckgeschickt. Die Angelegenheit, so sagte man, waere inzwischen zu gefaehrlich. Das hielt sie nicht ab, mich ein paar Monate spaeter wieder zurueckzuholen. Nach Beendigung dieses Auftrags musste ich Berlin sofort verlassen und wurde dem Landesamt fuer Verfassungsschutz in Bremen ueberstellt und nahm Wohnsitz bei Bremerhaven. Meine russischen Auftraggeber war es nur Recht, dass ich wieder in die BRD ging, das passte genau in das fuer mich vorgesehene Arbeitsfeld. Mein Feld sofort eingegrenzt. Bundeswehreinrichtungen wurden uninteressant, sowie auch andere von mir gesicherten Informationen zu Laserstrahlung und in anderen Bereichen. Wenn es nebenbei zu solchen Informationen kam, waren diese weiterhin interessant, aber am Ende hatte das Ausspionieren von US Einrichtungen mitsamt Mann und Maus, Truppenbewegungen etc. Prioritaet.
In dieser Zeit verliess ich also den Berliner Verfassungsschutz und kam zu den Kameraden dieser Institution in Bremen. Damit hatte ich nicht gerechnet, ich wollte weiter fuer den Osten arbeiten und Bewegungsfreiheit haben, das heisst, ohne den Verfassungsschutz. Nun stand ich da und hatte mit diesen Herrschaften einen gefaehrlichen Klotz am Bein. Einen Job beim KGB, gerade entlassen vom VSchutz Berlin und K15 und da kommt der VSchutz Bremen und will mich weiterbeschaeftigen. Ich war jedoch ein sehr zuvorkommendes Maedchen und liess mich anwerben. Dies tat ich auch im Hinblick auf meine Auftraggeber im Osten, die zunaechst nichts davon ahnten. Ich wusste, dass Informationen zu einem anderen Geheimdienst sehr vorteilhaft sein wuerden spaeter. Mir war auch bewusst, dass ich mich meinen Russen irgendwann oeffnen musste.
Ich bekam zwei West-Beamte, die nannte man nicht Fuehrungsoffiziere wie im Osten. Der MfS Mitarbeiter war inzwischen ausgebootet. Bei ihm war es so, dass er die ‘Herren’, wie er die Russen nannte, ablehnte und nicht mit ihrer Arbeitsweise einverstanden war. Er hatte sich selbst sein Grab geschaufelt. Die DDR war fuer ihn hoechste Prioritaet, die Sowjets waren ihm ein Dorn im Auge. Ich entledigte mich seiner, wobei ich dem VSchutz mitteilte, dass ich weiterhin Kontakt mit dem MfS hatte. Dieser liquidierte Mitarbeiter des MfS wurde von mir weiterhin als Pseudonym benutzt. Deshalb, um vom Dienst im KGB abzulenken. Die Westler inzwischen erklaerten mir inzwischen in die geheime Welt der Nachrichtendienste. Eine paradoxe Situation bereits.
Das ich den Russen in die Haende gefallen war habe ich natuerlich verheimlicht. Ich blieb und schwieg, arbeitete weiter, so gut ich konnte. So hatte ich nach kurzer Zeit einiges versammelt und es kamen spaeter noch ein Privatleben dazu. Ich hatte ein Leben im Westen, ein Leben im Osten, Beschaeftigung beim Ami, einen beim KGB, und einen Job beim VSchutz, die weiterin Erfolge bei einer Anbahnung mit dem MfS sich erhofften.. Einen groesseren Schlammhaufen konnte es kaum noch geben, das hielt mich nicht davon ab in weitere Fettnaepfe zu treten. Ich habe mich noch nie fuer etwas besonderes gehalten, aber ich ging gerade meinen Weg und ueber Leichen, und es gehoerte eine Portion Mut und auch eine unverfrorene Art mit dieser Lage umzugehen. Mein oberstes Gebot in diesem Labyrinth war trotzdem, dass ich streng darauf bedacht war, beide Seiten nicht zu unterschaetzen. Mein Lebensmotto. Allerdings unterschaetze man mich im Westen - und dieser Fehler war nicht wieder gut zu machen. Derweil blieb ich meinen russischen Auftraggebern loyal wie eine ‘feste Burg’. So ergab sich von Anfang an mein Leben als Doppelagentin. Im Osten hatte ich die Verpflichtungserklaerung fuer die UdSSR/KGB laengst unterschrieben. So ergab sich der Fall, dass der westliche Geheimdienst voellig unwissend versuchte, eine KGB Agentin in den Osten zu schieben. Die Russen wollten ‘Gewinn’ aus der Affaere, ohne Ruecksicht aus Verluste, aber auch diese ahnten spaeter, dass ich ‘eine Laus im Pelz hatte’, heisst, dass ich mit der anderen Seite involviert war. Kein ungefaehrliches Spiel auf dem Spielplatz im dunklen Haus der Spionage.
Die 'Arbeit' bestand teilweise darin:
Bevor ich fuer den Osten in die US Kasernen ging, uebermittelte ich den westlichen Kameraden interne Angaben zu Offizieren und Soldaten in der BRD aus dem privaten Bereich, das in Verbindung zum dienstlichen Part stand. Hierauf gehe ich nicht ein. Es gibt ueberall Leute, die sich schlecht benehmen und das Ansehen ihrer Zunft in Verruf bringen. Auch das sog. rechtsstaatliche System bekam also Unterstuetzung. Ganz klar, mit diesen Informationen hielt ich die westlichen Kameraden auf Distanz und habe damit meine anderweitige Taetigkeit im Osten zumindest verschleiern koennen.
Bis zu meiner Flucht ging es weiter mit den US Amerikanern, mit dem VSchutz und mit meinen russischen Freunden.
Von meinen Fuehrungsoffizieren wurde mir ueber laengere Zeiten streng untersagt, in den Osten zu reisen, waehrend der Westen mich in den Osten schob um fuer sie zu spionieren…... eine prekaere Situation fuer mich. Zu der Zeit hatte ich glaube ich sechs Paesse. Es ergaben sich Situationen, die kaum noch an Originalitaet zu ueberbieten waren. Ja, so wie der Westen mich titulierte, ich war Doppelagentin, ja das stimmt, ich habe jedoch niemals meine Freunde in der Sowjetunion verkauft, niemals, und in keinster Weise auch nur an meiner Lebensanschauung gezweifelt. Wie meine Richter sagten damals, der Schluessel zum Schloss passte, aber ich bemerke dazu, nur von der einen Seite der Tuer.
In meinem Buch habe ich haenderingend versucht, sowohl die westlichen als auch die oestlichen Kameraden trotz aller Intensitaet der ‘Geschaefte’ im dunklen Haus der Geheimdienste, ein menschliches Gesicht zu geben. Denn diese Fuehrungsoffiziere und Westbeamte waren keine schlechten Kameraden, trotz meiner vielen Identitaeten. Der Spielplatz auf dem wir waren in der heissen Endphase des Kalten Krieges liess keine Gestaendnisse mehr zu. Im Gegenteil, die Bloecke und somit das Wissen, waren heiss umkaempft und der Druck, unter dem MfS, KGB und Westliche Geheimdienste standen ist hier nicht in Worte zu fassen. Meine Westler arbeiteten und taten ihre Pflicht , ebenso wie meine Ost FOs.
Oftmals habe ich spaeter darueber nachgedacht, und habe mir selbst sagen muessen, dass ich in meinem Fall die Bestie war zwischen diesen Fronten, auch wenn mein sonstiges Schicksal unertraeglich hart war, und ich kann und muss heute zugeben, dass ich es selbst herausgefordert habe. Heute verstehe ich alles etwas besser, und dass ich die harten Konsequenzen tragen musste. Hass ist nicht mehr in mir, die Welt hat sich veraendert, nicht wie ich diese haben wollte, aber so ist das Leben. Ich lebe mit guten Erinnerungen von beiden Seiten, die schlimmen habe ich ueberlebt, also was solls. Ich stehe schon lange mit beiden Beinen fest auf dem Boden der Realitaet, es sei denn ich schwebe manchmal vom Himmel. Copyright M.Powell DDH.

Das war jetzt reichlich. Es gibt noch viel mehr zu erzaehlen. ABER ich als Athaeistin habe auch Sonntag. Ich werde mir jetzt ein Brunch genehmigen, mit leckeren deutschen Broetchen, dicker suesse молоко im Tee und plinis, englischem Syrup und einem Glaeschen US Wein, kalifornischen. Irgendwie bleibt doch einiges haengen im Leben……….



Würdest Du mit Deinem heutigen Wissen in die damalige Situation zurück versetzt, Dich für eine Seite entscheiden und nur noch für diese arbeiten?

Grüße


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#60

RE: Das Dunkle Haus der Spionage

in Spionage Spione DDR und BRD 11.11.2012 13:47
von KARNAK | 1.690 Beiträge

Zitat von Larissa im Beitrag #58
[quote=KARNAK|p216435]musste meinen Lebensunterhalt wie jeder andere Mensch verdienen.
Ich lehnte es ab, als 'Ueberzeugungstaeterin' fuer den Osten zu arbeiten.

o.k. und warum hast Du es dann getan,aus Abenteuerlust?
Ein bisschen hoffe ich jetzt,Du sagst nicht für die Erhaltung des Weltfriedens


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
zuletzt bearbeitet 11.11.2012 13:49 | nach oben springen



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