#21

RE: Das Dunkle Haus der Spionage

in Spionage Spione DDR und BRD 10.11.2012 10:42
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von GilbertWolzow im Beitrag #20
über "romeos" der hv a hatte sich ja anfang der 90´er jahre breit und quer im fernsehen, der ehem. mitarbeiter der hv a, günter bohnsack ausgelassen. mitarbeiter des mfs, die dazu etwas fachlich fundiertes beitragen könnten, dürften wohl an 2 händen abzuzählen sein. ob dazu wirklich ein günter bohnsack gehörte ?



Ja, die Romeo Arbeit wurde getreten breit und in allen Einzelheiten. Sagen muss man auch, obwohl ich diese Frauen bedaure, dass sie nach kurzer wussten, worum es ging. So dumm koennen Bonner Sekretaerinnen nicht gewesen sein. Die Praktiken waren anders, aber sicher nicht so weit entfernt voneinander, denn, Frauen und Maenner wurden fur diese 'Zufuehrungsarbeit' in Geheimdiensten immer missbraucht, nicht nur bei der Staatssicherheit. Dass grundsaetzlich auf die Methoden der Staatssicherheit gedroschen wird ist klar, dafuer gibt es diese genannten und auch ganz andere Praktiken noch heute. Und in Deutschland lassen wir heute zu, dass sich die westlichen Geheimdienste sich der Rechten Szene bedienen. So kann man Menschen fuer alles gebrauchen und ausnutzen, egal welchen Kalibers sie sind.
bis spaeter, einen schoenen Tag wunsche ich Euch, Larissa


zuletzt bearbeitet 10.11.2012 10:43 | nach oben springen

#22

RE: Das Dunkle Haus der Spionage

in Spionage Spione DDR und BRD 10.11.2012 11:38
von eisenringtheo | 9.180 Beiträge

Zitat von Larissa im Beitrag #21
So dumm koennen Bonner Sekretaerinnen nicht gewesen sein. (...)
bis spaeter, einen schoenen Tag wunsche ich Euch, Larissa


Mit Dummheit hat das nichts zu tun. Männer wie Frauen verlieben sich nun mal ab und zu. Besonders auch jüngere, die am Anfang ihrer Karriere stehen und noch keine wichtige Position haben. Wenn du dann engeren Kontakt hast, erfährst du vom Agent, oder der Agentin, dass er für einen feindlichen Dienst arbeitet und wird dann vielleicht "aus Rücksicht zu Dir" den Kontakt abbrechen. Er möchte dir "nicht schaden". Somit wirst du auch den Vorfall nicht melden. Jahre gehen ins Land, du machst Karriere und bist nun Geheimnisträger. Irgendwann wirst du Fotos vom früheren Techtelmechtel zu Gesicht bekommen. Da du jetzt an wichtige Informationen heran kommst, bist du nicht mehr "Schläfer", sondern wirst aufgeweckt.

In den Spionagefilmen ist das so, in Wirklichkeit... vielleicht ganz anders..

Theo


zuletzt bearbeitet 10.11.2012 11:39 | nach oben springen

#23

RE: Das Dunkle Haus der Spionage

in Spionage Spione DDR und BRD 10.11.2012 11:47
von Weichmolch (gelöscht)
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Zitat von eisenringtheo im Beitrag #22

In den Spionagefilmen ist das so, in Wirklichkeit... vielleicht ganz anders..

Theo


In Filmen wird das sicher auch mal so dargestellt, der künstlerischen Freiheit sind da keine Grenzen gesetzt. In Wirklichkeit ist es anders. Greifen wir nicht vor, darauf werden wir in diesem Thread noch kommen.

Weichmolch


eisenringtheo hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#24

RE: Das Dunkle Haus der Spionage

in Spionage Spione DDR und BRD 10.11.2012 11:58
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von eisenringtheo im Beitrag #22
Zitat von Larissa im Beitrag #21
So dumm koennen Bonner Sekretaerinnen nicht gewesen sein. (...)
bis spaeter, einen schoenen Tag wunsche ich Euch, Larissa


Mit Dummheit hat das nichts zu tun. Männer wie Frauen verlieben sich nun mal ab und zu. Besonders auch jüngere, die am Anfang ihrer Karriere stehen und noch keine wichtige Position haben. Wenn du dann engeren Kontakt hast, erfährst du vom Agent, oder der Agentin, dass er für einen feindlichen Dienst arbeitet und wird dann vielleicht "aus Rücksicht zu Dir" den Kontakt abbrechen. Er möchte dir "nicht schaden". Somit wirst du auch den Vorfall nicht melden. Jahre gehen ins Land, du machst Karriere und bist nun Geheimnisträger. Irgendwann wirst du Fotos vom früheren Techtelmechtel zu Gesicht bekommen. Da du jetzt an wichtige Informationen heran kommst, bist du nicht mehr "Schläfer", sondern wirst aufgeweckt.
In den Spionagefilmen ist das so, in Wirklichkeit... vielleicht ganz anders..
Theo


Vielleicht habe ich es etwas falsch ausgedruckt. Die Dummheit lag darin, auch bei erkennen, dann nicht zu handeln. Diese Frauen waren keine ueberzeugten Kommunistinnen. Fakt war auch, diese waren nicht ungluecklich in dem Leben, dass dann fur sie mit einem Mann ablief. Viele machten weiter, die genau wussten, was sie taten.
Diese waren in der Hauptsache meist Frauen im fortgeschrittenen Alter, ab 30 und weit darueber, wir muessen auch von der 'Traegtheit' der Zeit ausgehen, es gab keine sexuelle Offenheit wie heute. Die MEISTEN heutige junge und auch aeltere Frauen, lassen sich weder etwas aufdiktieren, noch verfallen sie dem mannlichen Geschlecht bedingungslos. Diese Frauen sind heute sehr selbstbewust und auch selbststaendig. Frueher war eine Frau, die mit 30 noch keinen Mann gehabt hatte eine alte Jungfer. Weiss ich nicht Theo, das geht mit den Fotos nicht ganz an dieses Romeo-Thema heran. Schlaefer sind etwas ganz anderes. Darauf kommen wir noch. Und eins ist ganz gewiss. Diese Romeos waren nicht nur darin geschult, dass sie bei dem 'Objekt' ins Hoeschen kamen. Diese waren psychologisch geschulte Manner, die genau wussten genau, wie sie diese Frauen ansonsten zu nehmen hatten. Liebe sicher, aber Verstaendnis, Fuehrung ohne zu diktieren und auf den Menschen eingehen, auch wenn diese Manner von Natur aus, ganz anderen Charakter hatten. Es ist ganz einfach, diese Praktiken zu verdammen und ins Lacherliche zu ziehen, die weitaus tiefergehende Strukturen des menschlichen Miteinanders beinhalten.


zuletzt bearbeitet 10.11.2012 12:58 | nach oben springen

#25

RE: Das Dunkle Haus der Spionage

in Spionage Spione DDR und BRD 10.11.2012 15:50
von KID | 234 Beiträge

@Larissa: Gerade weil Du vorhin Clayton Lonetree erwaehnt hast... Ich hatte Clayton in Leavenworth kennengelernt. Am ertsen Tag nach der sogenannten Reception (also eine Art Eingliederung ins Gefaengnis), durfte ich ihn vor dem abendlichen Sport treffen. Er war sehr zurueckhaltend, ueberhaupt ein ruhiger Mensch. Man hat viel ueber ihn und seinen Fall gelesen. Am Ende - wie ich das leider aus eigener Erfahrung laengst weiss - hat sich der Loewenanteil dieser Infos als falsch bewiesen. Spione in Leavenworth hielten sich in der Regel voneinander fern, im Gegensatz zu vielen anderen Gefangenen, die sich je nach Delikt oft gruppierten. Der Grund dafuer war klar. Jeder Spion wusste nach der Verhaftung, dass er nemandem mehr trauen konnte, auch nicht andern Spionen der 'eigenen Seite'.

Ich hatte zwischen August 1992 und dem Dezember 1995 vielleicht drei oder vier Mal mit Clayton gesprochen. Im Dezember 1995 war ich dann in einem anderem Gebaeude, B-5, untergebracht. Dort war auch Clayton untergebracht. Eines Tages (monate spaeter!) kam er zu mir, und bat um Hilfe. "Kannst Du mir vielleicht helfen," sagte er ruhig. "Ich moechte Dir ein Bild zeigen..."
"Na, worum geht's," fragte ich.
"Schau dir mal die Dame im Bild an.... Kennst Du die etwa?"
"Nee, wer ist sie denn?"
"Das ist meine Freundin aus Moskau..." sagte er mir einem heimlichen Laecheln.
"Ich dachte...."
"Nein, Jens, wir lieben uns tatsaechlich... trotz alledem... Erzaehle ich Dir spaeter. Was ich wissen will: Wo hat sie sich fotografieren lassen Sie verriet es im brief nicht?"
Ich schaute auf das Bild. Markante Gebaeude oder andere Dinge waren nicht zu sehen. Doch der Buergersteig kam mir bekannt vor. (Nicht nur mein phonetsiches Gedaechtnis ist gut...) "Das ist, glaube ich, die Vaci Ut in Budapest," sagte ich.
"Gut," sagte er. "Sie ist also nicht mehr in Russland. Ich kriege naemlich Aerger, wenn sie herauskriegen, dass ich mit ihr noch Kontakt habe. Sie kriegt wohl von den Russen auch Aerger..."

Das unglaubliche Ergebnis einer sogenannten 'Honigfalle': Die wahre Liebe, die beiden Seiten trotzten.

Wir sprachen nie wieder drueber. Am Tag vor seiner ueberraschender Entlassung (Aldrich Ames hat Jahre spaeter gestanden, dass er als Ablenkungsmanoever dem fast unschuldigen Lonetree, alles Moegliche in die Schuhe geschoben hatte!) verschenkte Lonetree mir eine Kleinigkeit. "Wenn Du eines Tages hier rauskommst, kannst Du bei uns auf dem Navajo-Reservat in Ruhe leben... "

Ich durfte am naechsten Tag Clayton beobachten, als er das grosse Tor ein letztes Mal durchlief. Er umarmte seinen Vater und seinen Anwalt, und verschwand blitzschnell in einem dunklen unmarkierten Kombi der US-Regierung.

Es gab in Leavenworth zu der Zeit weniger als 10 Mann, die wegen Spionage (oder Verdacht) sassen. 'Echte' Spione, d.h. Menschen, die tatsaechlich dem 'Feinde' was ueberreichten, gabs nur 6: Anzalone, Hall, Peri, Sombolay, Lonetree und ich. Man fragte immer, ob sie uns vorsorglich trennten, ob wir zusammen arbeiten durften or nicht. Wir haben uns von allein getrennt. Da brauchte die Kommandantura nichts zu machen. Nebeneinander gearbeitet haben wir auch. Ueber unsere Taten, ueber unsere ehemalige Dienstherren hatten wir jedoch kaum gesprochen.

Ja, Larissa, das war und ist ein dunkles Haus.


exgakl hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 10.11.2012 15:56 | nach oben springen

#26

RE: Das Dunkle Haus der Spionage

in Spionage Spione DDR und BRD 10.11.2012 18:14
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von KID im Beitrag #25
@Larissa: Gerade weil Du vorhin Clayton Lonetree erwaehnt hast... Ich hatte Clayton in Leavenworth kennengelernt. Am ertsen Tag nach der sogenannten Reception (also eine Art Eingliederung ins Gefaengnis), durfte ich ihn vor dem abendlichen Sport treffen. Er war sehr zurueckhaltend, ueberhaupt ein ruhiger Mensch. Man hat viel ueber ihn und seinen Fall gelesen. Am Ende - wie ich das leider aus eigener Erfahrung laengst weiss - hat sich der Loewenanteil dieser Infos als falsch bewiesen. Spione in Leavenworth hielten sich in der Regel voneinander fern, im Gegensatz zu vielen anderen Gefangenen, die sich je nach Delikt oft gruppierten. Der Grund dafuer war klar. Jeder Spion wusste nach der Verhaftung, dass er nemandem mehr trauen konnte, auch nicht andern Spionen der 'eigenen Seite'.

Ich hatte zwischen August 1992 und dem Dezember 1995 vielleicht drei oder vier Mal mit Clayton gesprochen. Im Dezember 1995 war ich dann in einem anderem Gebaeude, B-5, untergebracht. Dort war auch Clayton untergebracht. Eines Tages (monate spaeter!) kam er zu mir, und bat um Hilfe. "Kannst Du mir vielleicht helfen," sagte er ruhig. "Ich moechte Dir ein Bild zeigen..."
"Na, worum geht's," fragte ich.
"Schau dir mal die Dame im Bild an.... Kennst Du die etwa?"
"Nee, wer ist sie denn?"
"Das ist meine Freundin aus Moskau..." sagte er mir einem heimlichen Laecheln.
"Ich dachte...."
"Nein, Jens, wir lieben uns tatsaechlich... trotz alledem... Erzaehle ich Dir spaeter. Was ich wissen will: Wo hat sie sich fotografieren lassen Sie verriet es im brief nicht?"
Ich schaute auf das Bild. Markante Gebaeude oder andere Dinge waren nicht zu sehen. Doch der Buergersteig kam mir bekannt vor. (Nicht nur mein phonetsiches Gedaechtnis ist gut...) "Das ist, glaube ich, die Vaci Ut in Budapest," sagte ich.
"Gut," sagte er. "Sie ist also nicht mehr in Russland. Ich kriege naemlich Aerger, wenn sie herauskriegen, dass ich mit ihr noch Kontakt habe. Sie kriegt wohl von den Russen auch Aerger..."

Das unglaubliche Ergebnis einer sogenannten 'Honigfalle': Die wahre Liebe, die beiden Seiten trotzten.

Wir sprachen nie wieder drueber. Am Tag vor seiner ueberraschender Entlassung (Aldrich Ames hat Jahre spaeter gestanden, dass er als Ablenkungsmanoever dem fast unschuldigen Lonetree, alles Moegliche in die Schuhe geschoben hatte!) verschenkte Lonetree mir eine Kleinigkeit. "Wenn Du eines Tages hier rauskommst, kannst Du bei uns auf dem Navajo-Reservat in Ruhe leben... "

Ich durfte am naechsten Tag Clayton beobachten, als er das grosse Tor ein letztes Mal durchlief. Er umarmte seinen Vater und seinen Anwalt, und verschwand blitzschnell in einem dunklen unmarkierten Kombi der US-Regierung.

Es gab in Leavenworth zu der Zeit weniger als 10 Mann, die wegen Spionage (oder Verdacht) sassen. 'Echte' Spione, d.h. Menschen, die tatsaechlich dem 'Feinde' was ueberreichten, gabs nur 6: Anzalone, Hall, Peri, Sombolay, Lonetree und ich. Man fragte immer, ob sie uns vorsorglich trennten, ob wir zusammen arbeiten durften or nicht. Wir haben uns von allein getrennt. Da brauchte die Kommandantura nichts zu machen. Nebeneinander gearbeitet haben wir auch. Ueber unsere Taten, ueber unsere ehemalige Dienstherren hatten wir jedoch kaum gesprochen.

Ja, Larissa, das war und ist ein dunkles Haus.


Thanks Jeffrey. That's right. I know that Lonetree was Navaho, my Cherokee husband knew all about him, The KGB had used Lonetee to cover the 'work' of Ames. And the Navajo have the most strict CIB law. Apart from Lonetree. The Navajo Code Talkers were an interesting aspect of such people within this minority of indigenous people, who were always neglected and yet stood up for Old Glory and their country in World War II. With my Cherokee it was the same, 27 years in the army and after his death, was revealed as my utmost Gegenspieler, and was found to be highly decorated in the fight against communism. Well, he didn't fight against me, and at least he got the taste of some of the honey we had to offer. Медовая ловушка Medovaya lavushka, yeah,
all of these little honey pots.........

Danke Jeffrey, das ist richtig was Du schreibst. Medovaya lavushka. Ich weiss, dass Lonetree ein Navaho war, weil mein Cherokee Ehemann alles ueber ihn wusste. Das KGB hatte den Namen von Lonetree benutzt um Ames zu schuetzen. Die Navajo haben heute noch den strengsten CIB (Certificate of Indian Blood) Ausser Lonetree, wurden die Navajo Code Talkers ein interessanter Aspekt in dem Sinne, dass sie als Eingeborene, wie alle nordamerikanischen Indianer, benachteiligt worden sind, so auch mein Ehemann, und trotzdem stand diese vernachlaessigte Minderheit treu zur Flagge und zur USA. Im 2. Weltkrieg ganz besonders, waren diese wichtigste Utensilien mit der Navaho Sprache, die bis heute nicht entziffert werden konnte. Der Befehl lautete diese sofort toeten, bevor sie in Feindeshand kamen und eventuell den Code preisgeben wuerden. Traurig nur, dass diese inzwischen sehr alten Maenner vor zwei Jahren erstmalig geehrt wurden in den USA. Es stellte sich nach dem Tod meines Ehemannes heraus, dass er hoch dekoriert im Kampf gegen Kommunismus war, mit Orden und Schleifen und Urkunden. Nun, gegen mich hat er dann nicht mehr gekaempft, und wenigstens hat er ein wenig Honig gekostet vau dem Medovaya lavushka.


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zuletzt bearbeitet 10.11.2012 18:16 | nach oben springen

#27

RE: Das Dunkle Haus der Spionage

in Spionage Spione DDR und BRD 10.11.2012 20:41
von utkieker | 2.925 Beiträge

Nun gab es sicherlich nicht nur Romeos und wenn wir in der Lesart Shakespeares bleiben, wohl auch Julias. Einige werden diese Art geheimdienstlicher Prostitution sicherlich für geschmacklos halten, aber immerhin geschah es doch freiwillig.
In den einschlägigen, der Unterhaltung dienenden Geheimdienstfilmen, kommt irgendwann der Geheimdienstheld fotografiert unter Lebensgefahr mit einer Kamera von der Größe einer Streichholzschachtel brisante Dokumente. Nun muß nur noch der Film irgendwie den richtigen Adressaten finden und übergibt das Teil unauffällig einem Kurier. Manchmal gibt es auch tote Briefkästen in irgend einem Astloch. Wie verhält es sich mit den Spezialisten von "Fotografen" und "Kurieren" und wie mit "toten Briefkästen"?
Es würde sicherlich mein dürftiger geistiger Horizont im dunklen Haus der Spionage aufgehellt werden

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#28

RE: Das Dunkle Haus der Spionage

in Spionage Spione DDR und BRD 10.11.2012 21:09
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von utkieker im Beitrag #27
Nun gab es sicherlich nicht nur Romeos und wenn wir in der Lesart Shakespeares bleiben, wohl auch Julias. Einige werden diese Art geheimdienstlicher Prostitution sicherlich für geschmacklos halten, aber immerhin geschah es doch freiwillig.
In den einschlägigen, der Unterhaltung dienenden Geheimdienstfilmen, kommt irgendwann der Geheimdienstheld fotografiert unter Lebensgefahr mit einer Kamera von der Größe einer Streichholzschachtel brisante Dokumente. Nun muß nur noch der Film irgendwie den richtigen Adressaten finden und übergibt das Teil unauffällig einem Kurier. Manchmal gibt es auch tote Briefkästen in irgend einem Astloch. Wie verhält es sich mit den Spezialisten von "Fotografen" und "Kurieren" und wie mit "toten Briefkästen"?
Es würde sicherlich mein dürftiger geistiger Horizont im dunklen Haus der Spionage aufgehellt werden
Gruß Hartmut!


Oh Hartmut, dieses dunkle Haus ist gross, mit vielen Etagen. Container und Kuriere, das kommt noch alles. Zuerst noch mein Eintritt in die 'Doppelagententaetigkeit'.


utkieker und eisenringtheo haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#29

RE: Das Dunkle Haus der Spionage

in Spionage Spione DDR und BRD 10.11.2012 21:12
von Weichmolch (gelöscht)
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Hier mal eine Variante eines Containers zum Transport von Microfilmen. Das ist ein Original - eben fotografiert.



Weichmolch


utkieker hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#30

RE: Das Dunkle Haus der Spionage

in Spionage Spione DDR und BRD 10.11.2012 21:19
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Weichmolch im Beitrag #29
Hier mal eine Variante eines Containers zum Transport von Microfilmen. Das ist ein Original - eben fotografiert.



Weichmolch


für was ist die Elektronik?

Grüße


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#31

RE: Das Dunkle Haus der Spionage

in Spionage Spione DDR und BRD 10.11.2012 21:23
von utkieker | 2.925 Beiträge

Perfekt getarnt Jürschen!

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#32

RE: Das Dunkle Haus der Spionage

in Spionage Spione DDR und BRD 10.11.2012 21:26
von Weichmolch (gelöscht)
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Die Elektronik ist so einfach wie genial. Am Drehschalter wird ein Code eingestellt. Nur ein "Befugter" kann den Code von außen auch einstellen.
Bei unbefugter Öffnung werden die Filme automatisch vernichtet.

Nun aber weiter mit Larissa.....

Weichmolch


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#33

RE: Das Dunkle Haus der Spionage

in Spionage Spione DDR und BRD 10.11.2012 21:48
von utkieker | 2.925 Beiträge

Zitat von Weichmolch im Beitrag #32
Die Elektronik ist so einfach wie genial. Am Drehschalter wird ein Code eingestellt. Nur ein "Befugter" kann den Code von außen auch einstellen.
Bei unbefugter Öffnung werden die Filme automatisch vernichtet.

Nun aber weiter mit Larissa.....

Weichmolch

Kein Problem für Egon Olsen! Mächtig gewaltig!

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#34

RE: Das Dunkle Haus der Spionage

in Spionage Spione DDR und BRD 10.11.2012 21:52
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Weichmolch im Beitrag #29
Hier mal eine Variante eines Containers zum Transport von Microfilmen. Das ist ein Original - eben fotografiert.
Weichmolch


Ein sogenannter toter Briefkasten ist leicht zu erklaeren. Davon wissen (ausser den FOs) nur der Ueberbringer oder der Absender, wo dieser sich befindet. Tot also deshalb, weil er ausschliesslich und nur fuer bestimmte Nachrichten von Ueberbringer oder Absender benutzt wurde. Es wurde ein Zeichen an einer anderen, versteckten Stelle gelassen, um dem Empfaenger mitzuteilen, dass ihm eine Nachricht in einem dieser toten Briefkaesten erwartete, auch umgekehrt.
Ich hatte verschiedene Decknamen, auch diese wurden im 'Schriftverkehr' benutzt, und hatten eine bestimmte Bedeutung, wobei andere Woerter Codes ganz bestimmte Aussagen bedeuteten. Das Wort campen war eine eindeutige Aussage fuer meine FOs. Wenn dieses Wort oder ein aehnlichesd vorakm, es waren einige, ging es um eine bestimmte US Einrichtung.
Fotografiert wurde mit einer kleinen japanischen Kamera, habe damit Dokuimente bei der BW und in anderen Einrichtungen, ich sage mal nicht welche, fotografiert.
Es gab andere Moeglichkeiten der Nachrichtenuebermittlung. Ich konnte eine Bundeswehreinrichtung anschauen oder eine Liste mit Namen, oder z.B. etwas lesen oder hoeren und alles, sogar Wochen spaeter, genau meinen FOs wiedergeben. z.B. ich sah mir Verlegungen von Transporte der BW oder USA an. Mein Gehirn war wie eine Kamera. Im Nachhinein konnte ich genau sagen, wie viele Fahrzeuge ich gesehen hatte oder aehnliches und ich konnte, genau wie ich heute schreibe, alles genauestens und ausfuehrlich wiedergeben, was ich wahrgenommen hatte.
Der Besuch eines Kuriers wurde vorher avisiert. Der Kurier und der Agent kannten sich nicht, wussten aber durch nur wenige Angaben, um wen es ging oder es wurde mir z.B. gesagt, genau dort wird er stehen und dann gab es andere Anhaltspunkte, die bekannt waren. Oftmals ging es auch in dunkler Nacht vonstatten. Es war nie der gleiche Kurier, bei mir jedenfalls. In meinem Fall, wenn ich Bedenken hatte den Kurier zu treffen (wegen der Doppelagententaetigkeit) gab es genaue Anhaltspunkte fuer ihn, damit er sich schnellstens entfernen konnte oder ueberhaupt nicht erst an mich herankam. Und die waren einfach. Hatte ich irgend etwas nur im geringsten Rotes an, Schal oder Hose, dann entfernte er sich ganz schnell ohne mir nahezu kommen. Wenn dieser einmal nicht am avisierten Platz erschien, gab es Ausweichmanoever, zu einem anderen Zeitpunkt und an anderer Stelle. Das war auch so bei allen Treffs, auch in der DDR, wenn es eimal nicht klappte mit dem Treffen. Es gab genaue Vorgaben. 5 Minuten genau warten, weggehen, nach 15 Minuten genau wiederkommen, bei Nichterscheinen des FOs, dann sofort den Rueckweg antreten. Den naechsten Termin und den naechsten ausgemachten Treff, der auswendig gelernt werden musste, dann wahrnehmen. Das war manchmal Wochen spaeter. Diese Termine mussten auswendig gelernt werden, oft nach anstrengenden Uebernachtfahrten in die DDR, nichts durfte aufgeschrieben werden, die Termine und andere Angaben mussten wiederholt werden, wie das einmal eins, bis sie im Gehirn festsassen. Spaeter gab es eben die KW.
Ich glaube, wenn ich mit solch einem Kasten zu meinen FOs gereist waere, dann haette es die Peitsche gegeben. Ich habe einmal am Anfang, tuechtig wie ich war, einen packen Unterlagen in meiner Unterwaesche versteckt. Als ich die herausholte, war mein FO ausser sich, ich wurde zusammengefaltet unter lautem Gebruell. Wenn ich in spaeter in Berlin ankam, war mir genau vorgeschrieben, wo ich mich aufzuhalten hatte, wie lange ich mich aufzuhalten hatte und welche Tasche ich zu tragen hatte.


utkieker und EK82I haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 10.11.2012 22:00 | nach oben springen

#35

RE: Das Dunkle Haus der Spionage

in Spionage Spione DDR und BRD 10.11.2012 21:53
von frank | 1.753 Beiträge

Zitat von utkieker im Beitrag #33
Zitat von Weichmolch im Beitrag #32
Die Elektronik ist so einfach wie genial. Am Drehschalter wird ein Code eingestellt. Nur ein "Befugter" kann den Code von außen auch einstellen.
Bei unbefugter Öffnung werden die Filme automatisch vernichtet.

Nun aber weiter mit Larissa.....

Weichmolch

Kein Problem für Egon Olsen! Mächtig gewaltig!

Gruß Hartmut!


nur ging bei 'egon' im endeffekt , wieder mal alles in die 'hose' ! mächtig gewaltig !! !!!



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#36

RE: Das Dunkle Haus der Spionage

in Spionage Spione DDR und BRD 10.11.2012 22:01
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Weichmolch im Beitrag #32
Die Elektronik ist so einfach wie genial. Am Drehschalter wird ein Code eingestellt. Nur ein "Befugter" kann den Code von außen auch einstellen.
Bei unbefugter Öffnung werden die Filme automatisch vernichtet.

Nun aber weiter mit Larissa.....

Weichmolch



Ist das jetzt echt ein Transportbehälter für Microfilme? Das Teil sieht aus wie Teelichter reingestellt in ein Kasten Wie soll da was die Filme vernichten?

Grüße


zuletzt bearbeitet 10.11.2012 22:02 | nach oben springen

#37

RE: Das Dunkle Haus der Spionage

in Spionage Spione DDR und BRD 10.11.2012 22:37
von Weichmolch (gelöscht)
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Ich mach morgen mal ein Bild mit einem Gliedermaßstab daneben. Beim ersten Bild hat man keinen richtigen Größenvergleich. Das habe ich nicht beachtet.

Weichmolch


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#38

RE: Das Dunkle Haus der Spionage

in Spionage Spione DDR und BRD 10.11.2012 22:45
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Vielleicht wurden die Microfilme in einer Dunkelkammer in die Transportbox gepackt und waren noch nicht entwickelt. Dann über einen Kondensator als Energiequelle , bei unberechtigtem Öffnen ein Blitzlicht und die Filme waren wertlos, da überbelichtet.
Ist aber nur meine Theorie, wie das funktioniert haben könnte.


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#39

RE: Das Dunkle Haus der Spionage

in Spionage Spione DDR und BRD 10.11.2012 23:06
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Eisenacher im Beitrag #38
Vielleicht wurden die Microfilme in einer Dunkelkammer in die Transportbox gepackt und waren noch nicht entwickelt. Dann über einen Kondensator als Energiequelle , bei unberechtigtem Öffnen ein Blitzlicht und die Filme waren wertlos, da überbelichtet.
Ist aber nur meine Theorie, wie das funktioniert haben könnte.



So ungefaehr war das, denn ich durfte nie entwickelte Filme mitbringen. Weichmolch, der Kasten ist sehr klein nicht wahr.


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#40

RE: Das Dunkle Haus der Spionage

in Spionage Spione DDR und BRD 11.11.2012 00:09
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Larissa im Beitrag #34
Zitat von Weichmolch im Beitrag #29
Hier mal eine Variante eines Containers zum Transport von Microfilmen. Das ist ein Original - eben fotografiert.
Weichmolch


Ein sogenannter toter Briefkasten ist leicht zu erklaeren. Davon wissen (ausser den FOs) nur der Ueberbringer oder der Absender, wo dieser sich befindet. Tot also deshalb, weil er ausschliesslich und nur fuer bestimmte Nachrichten von Ueberbringer oder Absender benutzt wurde. Es wurde ein Zeichen an einer anderen, versteckten Stelle gelassen, um dem Empfaenger mitzuteilen, dass ihm eine Nachricht in einem dieser toten Briefkaesten erwartete, auch umgekehrt.
Ich hatte verschiedene Decknamen, auch diese wurden im 'Schriftverkehr' benutzt, und hatten eine bestimmte Bedeutung, wobei andere Woerter Codes ganz bestimmte Aussagen bedeuteten. Das Wort campen war eine eindeutige Aussage fuer meine FOs. Wenn dieses Wort oder ein aehnlichesd vorakm, es waren einige, ging es um eine bestimmte US Einrichtung.
Fotografiert wurde mit einer kleinen japanischen Kamera, habe damit Dokuimente bei der BW und in anderen Einrichtungen, ich sage mal nicht welche, fotografiert.
Es gab andere Moeglichkeiten der Nachrichtenuebermittlung. Ich konnte eine Bundeswehreinrichtung anschauen oder eine Liste mit Namen, oder z.B. etwas lesen oder hoeren und alles, sogar Wochen spaeter, genau meinen FOs wiedergeben. z.B. ich sah mir Verlegungen von Transporte der BW oder USA an. Mein Gehirn war wie eine Kamera. Im Nachhinein konnte ich genau sagen, wie viele Fahrzeuge ich gesehen hatte oder aehnliches und ich konnte, genau wie ich heute schreibe, alles genauestens und ausfuehrlich wiedergeben, was ich wahrgenommen hatte.
Der Besuch eines Kuriers wurde vorher avisiert. Der Kurier und der Agent kannten sich nicht, wussten aber durch nur wenige Angaben, um wen es ging oder es wurde mir z.B. gesagt, genau dort wird er stehen und dann gab es andere Anhaltspunkte, die bekannt waren. Oftmals ging es auch in dunkler Nacht vonstatten. Es war nie der gleiche Kurier, bei mir jedenfalls. In meinem Fall, wenn ich Bedenken hatte den Kurier zu treffen (wegen der Doppelagententaetigkeit) gab es genaue Anhaltspunkte fuer ihn, damit er sich schnellstens entfernen konnte oder ueberhaupt nicht erst an mich herankam. Und die waren einfach. Hatte ich irgend etwas nur im geringsten Rotes an, Schal oder Hose, dann entfernte er sich ganz schnell ohne mir nahezu kommen. Wenn dieser einmal nicht am avisierten Platz erschien, gab es Ausweichmanoever, zu einem anderen Zeitpunkt und an anderer Stelle. Das war auch so bei allen Treffs, auch in der DDR, wenn es eimal nicht klappte mit dem Treffen. Es gab genaue Vorgaben. 5 Minuten genau warten, weggehen, nach 15 Minuten genau wiederkommen, bei Nichterscheinen des FOs, dann sofort den Rueckweg antreten. Den naechsten Termin und den naechsten ausgemachten Treff, der auswendig gelernt werden musste, dann wahrnehmen. Das war manchmal Wochen spaeter. Diese Termine mussten auswendig gelernt werden, oft nach anstrengenden Uebernachtfahrten in die DDR, nichts durfte aufgeschrieben werden, die Termine und andere Angaben mussten wiederholt werden, wie das einmal eins, bis sie im Gehirn festsassen. Spaeter gab es eben die KW.
Ich glaube, wenn ich mit solch einem Kasten zu meinen FOs gereist waere, dann haette es die Peitsche gegeben. Ich habe einmal am Anfang, tuechtig wie ich war, einen packen Unterlagen in meiner Unterwaesche versteckt. Als ich die herausholte, war mein FO ausser sich, ich wurde zusammengefaltet unter lautem Gebruell. Wenn ich in spaeter in Berlin ankam, war mir genau vorgeschrieben, wo ich mich aufzuhalten hatte, wie lange ich mich aufzuhalten hatte und welche Tasche ich zu tragen hatte.


sind damit die Zahlensender auf Kurzwelle gemeint?

Grüße


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