#1

Historische Standortbestimmung

in DDR Staat und Regime 18.10.2012 11:30
von Ecki | 408 Beiträge

Meine Lieben,

ich denke darüber nach, wo wir uns eigentlich momentan historisch befinden. Ist es die "Endphase des Kapitalismus mit zyklischen Erholungstendenzen" oder die "Aufstrebende Phase des Kapitalismus mit temporären Schwächeerscheinungen"?

Liebe Grüße

Ecki


Gott sei Dank!


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#2

RE: Historische Standortbestimmung

in DDR Staat und Regime 18.10.2012 12:03
von LO-Wahnsinn | 3.489 Beiträge

Ich meine aufstrebende Phase, im Sinne das er nach und nach, mehr sein wahres Gesicht zeigt, also im negativen Sinne.
Zugleich aber beginnt die Endphase.
Was danach kommt, keine Ahnung, werden wir wohl aber vermutlich nicht mehr erleben, seidenn der Kapitalismus erneuert sich selber.


Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt,
verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit sich selbst.
Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)
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#3

RE: Historische Standortbestimmung

in DDR Staat und Regime 18.10.2012 12:21
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Oder nach dem gezielt verursachten Zusammenbruch des Finanzsystems und langen Bürgerkriegen, finden sich dann die "Retter" weil das Volk nach Ordnung und dem Ende der Anarchie ruft und installieren so etwas: Die "Schöne neue Welt" die Aldous Huxley in seinem Roman beschrieben hat.
http://de.wikipedia.org/wiki/Sch%C3%B6ne_neue_Welt


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#4

RE: Historische Standortbestimmung

in DDR Staat und Regime 18.10.2012 17:22
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Was der Kapitalismus demnächst macht?
Schwere Frage, da müsste man Seher sein um die zu beantworten.
Die Marktwirtschaft wird wohl sehr lange weiterhin bestehen.
So den ultimativen Totalcrash hat ja bisher nur der Sozialismus hingelegt und der war ja mal, jedenfalls propagandistisch, vollkommen auf der Siegerstraße.


zuletzt bearbeitet 18.10.2012 17:26 | nach oben springen

#5

RE: Historische Standortbestimmung

in DDR Staat und Regime 18.10.2012 18:43
von Wanderer zwischen 2 Welten | 2.340 Beiträge

Das heutige System hat schon lange nichts mehr zu tun mit Kapitalismus im eigentlichen Sinne des Wortes. Hier ein interessantes Video zu diesem Thema.


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#6

RE: Historische Standortbestimmung

in DDR Staat und Regime 18.10.2012 19:29
von DoreHolm | 7.690 Beiträge

Ich meine, sein wahres Gesicht hatte er schon mal in seiner Entstehungsphase in zweiter Hälfte des 19. und der ersten des 20.Jahrhunderts gezeigt. Dann mußte er sich etwas zusammenreißen, weil es für die nicht Produktionsmittel Besitzenden erstrebenswerte Alternativen gab. Nun meint er, das heißt sie (die Großunternehmen), daß diese Zurückhaltung nun nicht mehr brauchen und damit es keine Revolution gibt, wird das Ganze sehr dosiert eingeleitet. Immer ein Stückchen weiter, so wie sich die Massen daran gewöhnt zu haben scheinen.
Olle Marx hat zwar mal eingeschätzt, wie sich Kapital bei soundsoviel % Profit verhält, aber ich vermute, der letzte Teil, bei dem die Strafe des eigenen Untergangs in Kauf genommen wird, tritt nicht so schnell ein. Das Kapital hat es bisher allemal fertiggebracht, immer gerade noch rechtzeitig die Kurve zu kriegen, wenn es weiter existieren und Gewinn machen will. Und wenn es so aussieht, die Kurve nicht mehr zu kriegen, muß ein Militärputsch in ihrem Sinne her. So gesehen, meine ich zwar den Kapitalismus an der Stelle zu sehen, wo er den Zenit seiner Entfaltung bereits gerade überschritten hat. Diese Einschätzung habe ich, weil abzusehen ist, daß es nicht mehr lange ein weltweites Wirtschaftswachstum geben wird. Nicht in Bezug auf den Warenwert. Der ist variabel und abhängig von den Kosten, aber auf die Warenmenge. Bei zunehmender Rohstoffverknappung, die so vor einem halben Jahrhundert noch nicht war, wird das gar nicht anders möglich sein. 1,5 Mio Plasteeimer aus PE (nur mal so als sehr simples Beispiel) waren z.B. vor
30 Jahren ein Warenwert von z.B. 2 Mio Dollar. Heute sind nur 1 Mio dieser Eimer ein Warenwert von 2,5 Mio Dollar. So etwa meine ich das. Der zweite Grund ist, daß inzwischen ein zunehmender Teil der Weltbevölkerung die kapitalistische Gesellschaftsordnung in der heutigen Form nicht mehr als die Beste aller Gesellschaften ansieht und sehr wohl über Alternativen nachgedacht wird. Da wirkt das z.T. hysterische Geschrei über die ach so freiheitsberaubenden, diktatorischen und mißwirtschaftenden Staaten des ehem. Ostblockes, insbes. der DDR und der SU, nur noch bei einem zunehmend geringeren Teil der Bevölkerung. Kommt die nächste große Krise, bei der wieder die untersten Schichten die Zeche bezahlen müssen, könnte es zumindest bei Wahlen langsam eng werden im konservativen Lager und die nächste Krise wird kommen, da bin ich sicher. Nicht umsonst wurde bei den Bankenrettungen von "systemrelevant" gesprochen.
Daß die Marktwirtschaft und das Privateigentum an PM noch sehr lange bleiben wird und da meine 100 Jahre + x, da bin ich mir auch sicher. Da ist das Kapital flexibel genug, viel flexibler als es die Regierungen der sozialistischen Staaten waren.
Was von großer Bedeutung sein wird, die Ungleichmäßigkeit der gesellschaftlichen Entwicklungen weltweit. So lange massive Änderungsforderungen nur immer regional, z.B. nur auf Europa beschränkt stattfinden, wird das Kapital immer dorthin ausweichen, wo diese Forderungen nicht bestehen. Heute hat man das z.B. bei den Kosten für Umweltauflagen. Es werden Produktionsstätten dorthin verlegt, wo es da nicht so genau genommen wird.
Wir hatten mal gelernt, daß Marx eine Revolution die ganze Welt erfassend gesehen hat, Lenin aber der Meinung war, daß das auch erstmal in einem Teil der Welt erfolgen kann. Es hätte so sein können, wenn nicht diese ganzen Fehler in der Wirtschaft und Politik gemacht worden wären. Heute bin ich der Meinung, daß es erst weltweit zu massiven sozialen Unruhen kommen muß, bis sich wirklich etwas dauerhaft in Richtung sozialer Gerechtigkeit ändert. Bis dahin wird noch sehr viel Zeit vergehen, die Kaufkraft in den Entwicklungsländern wird deutlich gestiegen und die in den jetzigen entwickelten Industrieländern deutlich gesunken worden sein, ehe sowas passiert.



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#7

RE: Historische Standortbestimmung

in DDR Staat und Regime 18.10.2012 21:07
von Harra318 | 2.514 Beiträge

Mein lieber @ Ecki, ich, von meiner Seite möchte dir die Frage so beantworten, anhand von einem Beispiel. Fährt eine ältere Frau von Hartmannsdorf nach Chemnitz mit dem Bus, an der Endhaltestelle fragt sie dem Busfahrer,“Wann fährt der letzte Bus nach Wüstenbrand? Der Busfahrer antwortet:“Das erleben sie nicht und ich auch nicht!"
Harra318


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#8

RE: Historische Standortbestimmung

in DDR Staat und Regime 27.10.2012 22:03
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Ecki im Beitrag #1
Meine Lieben,

ich denke darüber nach, wo wir uns eigentlich momentan historisch befinden. Ist es die "Endphase des Kapitalismus mit zyklischen Erholungstendenzen" oder die "Aufstrebende Phase des Kapitalismus mit temporären Schwächeerscheinungen"?

Liebe Grüße

Ecki


Es ist trotz aller Widrigkeiten ziemlich ruhig und friedlich und jeder meint, daß es ihm doch relativ gut geht, gut so.
Man hat vom Ein- Euro- Jobber bis zum Spitzenmanager alles was geht in Arbeitsprozesse eingebunden, so daß kaum noch einen Personenkreis gibt, der über Grundsatzfragen diskutiert und gleichzeitig vollzeitberufstätig ist.
Und wenn man schon mal Zeit zum Nachdenken hätte, sucht man lieber anderweitig Zerstreuung oder kommt privaten Verpflichtungen des unmittelbaren Alltags nach, die man in dieser total bekloppten Arbeitswelt kaum noch im Vorbeigehen erledigen kann.
Das sind beinahe schon Versklavungstendenzen, denen man sich entweder selbst aussetzt (dem sog. Geldsklaven) oder denen man nicht entkommen kann, um nicht vor Nachbarn, Kindern, Verwandten oder wem auch immer als Loser dazustehen (dem sog. Konsumsklaven).
Angesichts der Kartellwirtschaft mit immer weniger Superreichen und immer mehr Absteigern könnte man auch meinen, daß wir uns auf der Zeitleiste der Ökonomie im Rückwärtsgang Richtung Feudalismus befinden, dafür spricht vieles auch die Ängste, die jene Superreichen und ihre Spreemarionetten immer wieder auf die Bevölkerung zu projezieren versuchen und diese Angst ist berechtigt.
Ich meine auch, daß es aus genau diesem Grund auch keine Aktivitäten zur Rückholung unserer Goldreserven geben wird.
Das ist ein Indikator dafür, daß die uns aufgezwungenen Eliten ihrem Volk nicht über den Weg trauen und möglicherweise ahnen, wie es hier weiter gehen würde, falls man dieser Betrügerökonomie eine Inventur nach dem Prämissen der DDR- Abwicklung unterziehen würde.
Ein solcher Kassensturz würde all diesen Gesundbetern das Genick brechen und so macht man lieber weiter mit dem Kettenbrief und betet, daß alles so bleibt wie es ist.
Man sagt immer, daß es doch gar nicht so negativ für ein Volk ist, wenn sich der Reichtum bei bestimmten Leuten vermehrt, weil die ihr Geld ja auch in den Kreislauf einspeisen, da gehe ich bis zu einem gewissen Grade auch mit, nur meint man damit wohl eher die Multimilliardäre, deren Sklaven nun mal die Politmarionetten aller Länder sind, aber für ein System der Realwirtschaft sind 1000 neue Millionäre nun mal wichtiger als ein neuer Milliardär.
Genau das beachten diese Hofberichterstatter und systemtreuen Statistiker eben nicht, weil eben nur ein wirklich freies Spiel der Kräfte zu organisieren ist, wo der Wettbewerb zumindest fürs Erste gerechter verläuft, siehe Wirtschaftswunder BRD.
Solange es global nicht gelingt, dem Unternehmertum weitgehend gleiche Bedingungen aufzuzwingen wird es berechtigte Sozialismusfantasien geben, es ist halt eine Gratwanderung.
Vielleicht kan man die gesellschaftwissenschaftlichen Ansätze Deiner Frage auch auf die Erdgeschichte beziehen, hier gab es auch Millionen von Jahren ohne besondere aktuelle Bedeutung und wenige zehntausend Jahre an denen unsere wichtigsten Rohstoffe entstanden sind und so kann es auch sein, daß wir uns vollkommen umsonst Gedanken über die Zukunft machen, weil im Moment überhaupt nichts wirklich besonderes passiert, z.B. in der späteren Betrachtung, sagen wir mal des Jahres 2050 im Rückblick auf 2012, wer weiß das schon ?



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