#41

RE: Die Frauen von Hoheneck

in DDR Staat und Regime 22.10.2012 20:28
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Wanderer zwischen 2 Welten im Beitrag #22
Hier ist eine interessante Videodokumentation zum Thema Hoheneck.


Danke für das Video.
Ich finde die Darstellung der Geschehnisse von damals auch glaubhaft.
Krass war,wo die eine Dame darüber berichtet,dass sie von ihrem eigenen Schwager bespitzelt wurde.
Eventuell sogar von der eigenen Schwester.
Luchs1,2,3...........einfach pervers.
Nun zitiere ich mal noch LO-WAHN. aus #16.
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Zitat LO-Wahnsinn:

"Er hat doch seine Aussage präzisiert, weis nicht wieso man sich nun weiterhin darauf einschiesst.
Ich hatte mich bedankt für seine Aussage, weil mir schon da klar war was er meinte.
Dem neuen, letzten Satz im obigen Zitat, stimme ich aber nicht grundlegend zu, das ist mir zu pauschal.
Und selbst wenn sie Speerspitze sein sollten, ist mir das lieber, als all die, die heute sagen sie waren nie dabei, und die Verantwortung gern auf die Stasi komplett abwälzen.

Und zum Thema, man darf nie vergessen, dass sicherlich die meisten dort nicht ohne Grund einsitzen mussten, ein Knast ist nunmal kein Sanatorium.
Und wer einmal Kenntnis erlangen konnte, welche Art Frauen das dort oft waren, welches Niveau viele hatten, der kann sich vielleicht reinversetzen warum sie dort gelandet sind.

Meine Freundin zu damaliger Zeit, arbeitete in Halle im Roten Ochsen, ja da hab ich mir so manche Geschichten angehört.
Da waren genug Frauen dabei, die ich keinem Mann auf den Bauch wünsche.

Das diese, mit ihrem Niveau, im gesellschaftlichen Leben anecken mussten, war nicht verwunderlich.
Man konnte Gegner der DDR sein, das System ablehnen und ein Ausreiseantrag stellen, sich dann aber noch öffentlich assozial und gesellschaftsfeindlich zu Verhalten, dass ist eine andere Kiste, und genau darum sind viele auch im Knast gelandet oder erst zu verfolgten geworden.
Leider blenden viele, die sich heute als Patrioten hinstellen, diesen Werdegang zum Verfolgten total aus.
Ich hab kein Verständnis für manches Unrecht, was in solchen Anstalten Gefangenen angetan wurde, ich hab aber auch kein Verständnis für die Menschen, die heute jeden in der DDR inhaftierten am liebsten als Opfer darstellen möchten."

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Das von mir Rot hervorgehobene kann ich nicht nachvollziehen.
Es muß für viele ehemalige Insass(in)en heute noch ein Schlag ins Gesicht sein,wenn sie soetwas lesen.
Die gezeigten Frauen kamen mir ganz und gar nicht unglaubwürdig oder gar "asozial" vor.
(Hier wird es mir zu pauschal,@LO-WA,hier endet mein Verständnis.)
Es wird vom Niveau gesprochen,......da hatten wohl genug nur "das falsche politische Niveau"?!
Und der Begriff asozial wurde in der Ex-DDR auch inflationär angewandt!

Ich hatte einen Kumpel,der war in den Augen dieser Greifer auch ein Asozialer.
Warum,weil er sich einfach nicht dieser Diktatur anpassen und seine Träume verwirklichen wollte.
Er war nicht Kriminell und ging Arbeiten,aber er hatte für diese "Obhut" im "Arbeiter und Bauernparadis" nichts übrig.
Und wer nicht für den Staat war,der war in deren Augen gegen ihn.
Das muss man doch nun nicht leugnen,es war doch so!

Außerdem haben die ehem.Verantwortlichen bis heute nicht begriffen,warum sich das Volk gegen sie wandte,oder wollen/können es nicht begreifen.
Sie suchten und suchen bis heute noch die Schuld immer wieder bei anderen........"dem undankbarem Volk,den Konterrevolutionären,den hetzenden Kapitalisten&Imperialisten"..........
Null Einsicht,die Fehler auch mal bei sich selbst zu suchen.

Der "Klassenfeind" hat uns immer höflich an der Grenze gegrüßt,egal ob BGS oder Zivilisten.
Wir Gresos sollten und mussten uns wie stumme Idioten an der Grenze bewegen,die nicht fähig sind&waren zu Grüßen,oder andere allzu menschliche Regungen zu zeigen.
Das war total bekloppt!!!
(Wo es ging wurde trotzdem "Kontakt" aufgenommen und es wurden ein paar Worte gewechselt).

(Jaja,ich hab es bis heute noch nicht begriffen,die haben uns ideologisch Unterwandert und ihr Ziel erreicht und wenn das so ist,dann sag ich zum Glück....)

Gruß ek40


Gert und haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#42

RE: Die Frauen von Hoheneck

in DDR Staat und Regime 09.04.2014 15:43
von Peter42 | 51 Beiträge

Ich finde im nachhinein alles sehr schrecklich, ich bekomme Gänsehaut! Davon haben eben Außenstehende nichts mitbekommen. Ich mache niemanden einen Vorwurf, leider war dieses Regime so.





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#43

RE: Die Frauen von Hoheneck

in DDR Staat und Regime 09.04.2014 16:24
von passport | 2.642 Beiträge

@Peter42

Was muß diese heutige Republik für eine Angst haben vor einen Staat der vor gut 25 Jahren untergegangen ist. Immer wieder werden Dokumentationen gezeigt, nicht nur diese hier, wo bewußt Fälschungen und Verdrehungen gezeigt werden.
Ein Ratschlag von mir bevor man solche Propagandafilme ernst nimmt : Erst das Gehirn einschalten und dann Beitrag schreiben. Und mal überlegen und nachdenken WARUM so etwas produziert wird !


mit freundlichen Grüßen

passport

Das „geheime“ Frauengefängnis Hoheneck und die Wahrheit



Im 20. Jahr der Grenzöffnung (die Mauer fiel erst später) ist ja schon viel Jauche auf die DDR gegossen worden. Wenn es nicht so gefährlich wäre, könnte man es als eine Lach- und Schießgemeinschaft abtun und sich darüber lustig machen. Was soll man auch erwarten, wenn selbst das Amt des Bundespräsidenten herhalten muss, um Lügen unter die Massen zu bringen, in dem man ihm unterschiebt, 1989 hätten in Leipzig Panzer, schießwütige Polizisten und Blutkonserven bereitgestanden.

Nun „beglückte“ uns auf VOX am 14.11. eine Spiegel-TV-Dokumentation: „Eingesperrt, um frei zu sein – Das geheime Frauengefängnis der DDR“.

Gleich zwei dicke Lügen in einem Titel. Was will man auch von einem Spiegelerzeugnis erwarten? In der Strafvollzugseinrichtung Hoheneck verbüßten weibliche Straftäter ihre Freiheitsstrafen für Mord, Totschlag, Kindesmisshandlung, Raub, Erpressung u. a. Delikte, ja auch für versuchte Straftaten gegen die Staatsgrenze der DDR, so genannte Republikflucht. Nach dem Film waren Mörder also eingesperrt, weil sie nur „frei“ sein wollten.

Die nächste Lüge ist die Mär vom „Geheimgefängnis“. Ich habe ja Verständnis, dass die Parteisoldatenjournalisten gerne von den immer noch nicht aufgeklärten Geheimgefängnissen der CIA in der EU ablenken wollen, wohin namenlose, gefesselte, mit einer Kapuze überzogene, gefolterte rechtslose Menschen verbracht wurden. Aber in der DDR gab es keine Geheimgefängnisse. Die Vollzugseinrichtung Hoheneck stand im Verzeichnis aller Strafvollzugeinrichtungen der DDR mit Anschrift und Telefonnummer. Dieses Verzeichnis lag bei den Gerichten und Staatsanwaltschaften vor. Die Anstalt Hoheneck wurde, wie andere auch, durch die Staatsanwälte für Strafvollzugsaufsicht bei der Bezirksstaatsanwaltschaft und beim Generalstaatsanwalt, durch Kontrollgruppen der Verwaltung Strafvollzug, des Innenministeriums und durch die Arbeitsgruppe Strafvollzug der Bezirksbehörde der Volkspolizei regelmäßig kontrolliert. Darüber liegen Kontrollberichte in den Archiven. Ein tolles Geheimgefängnis!

Heute gibt es in Deutschland keine Justizvollzugsanstalt, die durch eine Institution des Bundes kontrolliert wird. Der Strafvollzug ist Ländersache, gehört zum Justizministerium des Landes und wird von diesem kontrolliert. Man kontrolliert sich selbst.

Alle Gefangenen in Hoheneck bekamen regelmäßig Post und Besuch von ihren Angehörigen. Ca 600 – 1000 Verwandte fuhren monatlich aus allen Teilen und Bevölkerungsschichten der DDR nach Hoheneck – und sie fanden das „Geheimgefängnis“!

Für alle Gefangenen in Hoheneck bestand ein Recht auf Arbeit. Sie arbeiteten überwiegend in Produktionsstätten innerhalb der Einrichtung, die Volkseigene Betriebe aus dem Territorium dort errichteten oder ausstatteten und waren in der Zeit renten- und krankenversichert. Ca 120 freie Bürger, Arbeiter dieser Betriebe, leiteten die Gefangenen fachlich an. Sie kamen zu Arbeitsbeginn in die Anstalt und gingen nach Arbeitsschluß wieder in ihr Wohnumfeld. Was für ein „Geheimgefängnis“?

Im Film wird durch Aufnahmen aus einem 100 Jahre altem Gefängnis, das seit mehr als 10 Jahren stillgelegt ist, mit all den in diesen Jahren verfallenen Gemäuern, ein Gefühl des frühen Mittelalters erzeugt: marode, alt, dreckig, verschimmelt, miefig und unmenschlich – totale Hoffnungslosigkeit. Mit solchen Aufnahmen beleidigt man nicht nur die DDR, sondern auch die Frauen, die dort eine Freiheitsstrafe verbüßten. Die Filmemacher haben vergessen, dass auch Mörder und Diebe Menschen sind. Und die Frauen in Hoheneck haben aus eigenem fraulichem Antrieb und durch Anleitung eine solide Ordnung und Sauberkeit gepflegt. Wäre dies in einer Einrichtung, wo viele Menschen auf engem Raum leben, nicht so, es käme zu Seuchen.

Da mancher Leser mir als Kenner des Strafvollzuges der DDR und anderer Länder nicht glauben könnte, will ich auf das Buch einer politischen Gefangenen verweisen, die in Hoheneck eine Freiheitsstrafe wegen Staatsverleumdung verbüßte. In ihrem, auch mich nachdenklich machendem autobiografischen Buch, „Die bröckelnde Festung“ (2002) schreibt Gabriele Stötzer u. a.:

"Essen gibt es immer genug, Kartoffeln, Soße und Gemüse können als Nachschlag geholt werden”, sagte Karla. “Zum Frühstück gibt es Brot und Sirup, manchmal Marmelade, dafür immer ein kleines Stück Butter.”

Sie setzten sich an einen der langen grauen Tische mit ebenso langen Holzbänken. Karla wies auf den Kiosk, der mit seinem Fenster in den Essenssaal reichte und in der Mittagspause geöffnet hatte. Hier konnten die Gefangenen für Knastgeld, das aus Scheinen mit einem Stempel der Strafvollzugsanstalt bestand, einkaufen. Neben Kosmetikartikeln, Obst, Zigaretten, Kuchen, Süßigkeiten, Brötchen, Milch, Quark, Vitamintabletten oder Brause auch Papierbons, für die man sich, da es zu jeder Brotmahlzeit nur Malzkaffee gab, Bohnenkaffee oder schwarzen Tee holen konnte. Außer in der Nachtschicht, da gab es besseres Essen: Leber, alle sechs Wochen ein gegrilltes Hähnchen..”(S. 35)

“..Sachen, die sie sich einmal im Monat zum Sprecher (gemeint ist der Besuch des Mannes) mitbringen lassen konnte oder die sie sich alle zwei Monate in einem Paket schicken ließ. Die Pakete waren auf zwei oder drei Kilo beschränkt, was von der Erzieherin festgelegt wurde. Die Beigaben zum Sprecher waren auf einen Geldwert von fünfzehn Mark begrenzt. Sie bestellte in den Paketen teure und vom Gewicht her leichte Sachen und zum Sprecher schwerere oder leichtverderbliche Dinge. In den Paketen ließ sie sich Parfüm, Zahnbürsten, Wimpernspiralen, Deostifte, Lidschatten und Schreibwaren schicken. Gegen den immer gleichen Geschmack des Essens bestellte sie sich einen runden Plastikstreuer mit mehreren Gewürzen, Knoblauch- und Fischpasten. Zum Sprecher wechselten Äpfel, Zitronen, Erdbeeren, Kirschen, Himbeeren über das Jahr hin zu Pampelmusen, Bananen und Apfelsinen. Manchmal wünschte sie sich weichgekochte Eier, Pfannkuchen oder sinnlose Dinge wie Blumen, die außerhalb der Geldklausel mitgebracht werden durften. Alles mußte gekauft sein, Selbstgebackenes war verboten.”(S.44)

Wenn man diese Schilderung mit dem Spiegel-Film vergleicht, möchte man meinen, Gabriele Stötzer war in einem anderen Gefängnis. Übrigens, wenn Insassen bundesdeutscher Vollzugsanstalten lesen, was ein Gefangener im DDR-Knast beim Besuch seiner Angehörigen erhalten konnte, werden sie staunen. Im heutigen Knast darf der Besucher nichts übergeben was häusliche Gefühle erweckt, sondern nur aus einem Automaten in der Anstalt etwas Abgelagertes ziehen. Auf den 154 Seiten dieses beeindruckenden Buches finden sich keine Hinweise zu Folter, Wasserzelle oder andere Erfindungen in den Hirnen von Geschichtsfälschern.

Es gab in Hoheneck keine Folter und keine Wasserzelle, in der Menschen gefoltert wurden. Die gezeigte „Wasserzelle“ im Kellerverlies ist ein Nachbau und wurde für Filmaufnahmen über die Nazizeit geschaffen. Nun präsentiert der Film eine ehemalige Gefangene, die in den 70 er Jahren Zeuge einer Folter gewesen sei. Also vor rund 40 – 50 Jahren. Auf die Nachfrage, warum sie bisher geschwiegen habe, erklärte sie, sie sei von der Stasi eingeschüchtert worden. Eine Frage, die im Film nicht gestellt wurde, stelle ich: Warum hat sie sich nicht seit 1990 gemeldet oder Anzeige erstattet?

Ich hoffe, dass nach der Ausstrahlung des Films sofort die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen aufgenommen hat.

Die Filmemacher gehen sehr geschickt vor und präsentieren ihre verdrehten Nachrichten auf eine fiese Art im Stile von Propagandafilmen von vor 1945.

Jedes Gefängnis aus der Kaiserzeit, ob Hoheneck oder Celle bei Hannover, ist von seiner baulichen Anlage, der räumlichen Enge, den dicken Mauern und kleinen Knastfenstern für einen Vollzug einer Freiheitsstrafe ungeeignet.

Das wusste man auch in der DDR und baute trotz geringen finanziellen Spielraums in den 70 er Jahren zwei neue Vollzugseinrichtungen für weibliche Strafgefangene in Berlin-Grünau und Hohenleuben. Auch dort verbüßten wegen Republikflucht verurteilte Frauen ihre Strafe, aber solche moderneren Gefängnisse hätten sich schlecht für die Hetze gegen die DDR geeignet.

In jedem alten Gefängnis, ob Hohenleuben, Brandenburg-Görden oder Celle bei Hannover gibt es Kellerverliese, die nicht für den Vollzug genutzt werden. Sie dienen als Lagerräume, sind mit brandschutzsicheren Türen versehen und sollten in Notfällen genutzt werden (z.B. als Luftschutzbunker). Nun diese seit 10 Jahren verfallenen Kellerräume als Dunkelarrest zu verkaufen, ist gelinde gesagt eine arge Täuschung der Öffentlichkeit. Die Disziplinarstrafe „Dunkelarrest“ gab es in der DDR nicht. Es gab nur den Freizeitarrest, einfachen Arrest und verschärften Arrest in einer Arreststation. Diese Strafen gibt es auch heute noch im Strafvollzug der EU.

Der Zusammenschnitt von Ton- und Bildaufnahmen ist ebenfall geschickt gemacht. Wenn die Frauen von Schikanen, Drangsalierungen und Schlägen berichten, entsteht der Eindruck sie meinten die „Wärterinnen“, „Wächterinnen“. Schon diese unkorrekte Bezeichnung soll Suggestionen an die faschistische Zeit wecken. Im Film erzählen die Frauen aber tatsächlich über die inneren Beziehungen, die Hierarchien und auch Gruppenbildungen im kriminellen Milieu der Gefangenen. Auch keine Besonderheit von Hoheneck, sondern leider Tatsache in jedem Gefängnis.

In jedem Gefängnis der Welt gibt es aus unterschiedlichen Motiven Selbstverstümmlungen, Selbstmordversuche und Selbstmorde und die Bediensteten kämpfen da gegen an, auch gegen den Willen der Betroffenen. Zur Verhinderung dienen als erste Mittel Einzelunterbringung, Zwangsjacke und Fixierungen am Bett, sowie eine verstärkte Kontrolle. Dabei schreien und toben manche Gefangenen über lange Zeit. Wenn man dies im Film nicht sagt, entsteht schnell für den nicht Eingeweihten der Eindruck, dies sei nur typisch für das „Unrechtsregime“ DDR.

Große Empörung will der Film vermitteln, dass in Hoheneck die politischen Gefangenen gemeinsam mit kriminellen Gewaltverbrechern untergebracht waren. Das Normalste im bundesdeutschen Strafvollzug! Man kann dies nachlesen in den Büchern von Egon Krenz oder Klaus-Dieter Baumgarten. Das ehem. Staatsoberhaupt der DDR kam in Moabit in eine verdreckte Zelle, nach Protest sofort in eine andere, auch verdreckte. Er bat dann um Schrubber und Eimer und machte den Dreck weg. Auch wer etwas über Schikanen im heutigen Justizvollzug wissen möchte, lese seine „Gefängnisnotizen“.

Der Spiegelpropagandafilm versucht auch ein negatives Bild über die Strafvollzugsbediensteten in Hoheneck zu zeichnen. Fälschlicher Weise wird behauptet, dort seien Volkspolizistinnen tätig gewesen. Ein Historiker, wahrscheinlich im Solde der Birthler-Behörde, sagt im Film. „In den Strafvollzug kamen die, die wo anders nicht tauglich waren.“ Dies mag auf den Einen oder Anderen zutreffen, ist aber keinesfalls richtig. Die im Aufsichtsdienst beschäftigten Strafvollzugsangehörigen hatten alle die 10. Klasse der Polytechnischen Oberschule abgeschlossen, einen Beruf erlernt und einen mehrmonatigen Lehrgang an der Schule für Neueingestellte besucht. Die für 60 – 80 Gefangene zuständige Erzieherin hatte einen Abschluß einer pädagogischen Fachschule oder der Fachschule des Strafvollzuges (Studienzeit 2 Jahre). Außerdem fanden regelmäßige Weiterbildungen statt, nicht nur in Marxismus.

Da Bundesdeutsche die Welt nur mit ihrer eigenen Nabelschnur messen, verstehen sie nicht, dass die sozialistischen Länder eine ganz andere Herangehensweise an den Vollzug einer Freiheitsstrafe hatten. Man übernahm die sowjetischen Erfahrungen (kollektive gesellschaftlich-nützliche Arbeit, kollektive Unterbringung wie beim Militär, politisch-kulturelle Erziehung, zielgerichtete Wiedereingliederung von Haftbeginn usw.). Das war bis in die UNO bekannt und die erzielten Ergebnisse auch. Dies beweisen die Protokolle der Antifolterkommission der UNO und die alle vier Jahre stattfindenden Kongresse „Zur Kriminalitätsvorbeugung und – bekämpfung und der Behandlung von Strafrechtsverletzern.“ Über das Herangehen beim Vollzug der Freiheitsstrafen kann man unterschiedlicher Meinung sein. Der Strafvollzug der DDR hatte Licht und Schatten und war nicht durch das MfS bestimmt. Er war eine Zwangsmaßnahme des Staates und griff tief in das persönliche Leben jedes Gefangenen ein. Er war nicht unmenschlich. Wer in der DDR im Strafvollzug war, denkt nicht mit Freude daran zurück. Wer heute im Knast sitzt auch nicht.



D. Winderlich


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#44

RE: Die Frauen von Hoheneck

in DDR Staat und Regime 09.04.2014 16:57
von Peter42 | 51 Beiträge

Ich möchte mich hier nicht herum streiten, man kann sicher die Augen vor der Wahrheit verschließen. Wie ich hier schon schrieb, bin ich in einen Heimforum wo viele ihr Schicksal nieder schreiben und ich weiß, das nicht alles so schön war wie du das hier gern sehen möchtest. Ich bin auch ein gebranntes Kind. Manche Dinge liefen in Spezialheimen und Jugendwerkhöfen genauso schlimm ab wie im Gefängnis und ich weiß von was ich rede. Da kann ich mir sehr gut vorstellen, das es im Gefängnis nicht anders lief. Und von einen Notar habe ich erfahren, das er in machen Einrichtungen (Torgau) nichtmal zur Prüfung der Kassen rein kam. Torgau war ein Örtchen für sich. Ich weiß, ich schweife gerade vom Thema ab. Wollte nur klar stellen, das manches nicht ganz so toll war. Man muss auch mal beide Seiten der Medallie sehen. Gut, das mit der Sauberkeit könnte ich auch anzweifeln, da hast du recht. Denn wir mussten immer alles schruppen egal ob es sauber war, das lese ich auch gerade in einen Buch wo die Reinigung oberstes Gebot war. Trotzdem habe ich meine eigene Meinung darüber! Für mich ist das jetzt abgehakt ehe es Ausmaße annimmt.



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#45

RE: Die Frauen von Hoheneck

in DDR Staat und Regime 09.04.2014 17:21
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von passport im Beitrag #43
@Peter42

Was muß diese heutige Republik für eine Angst haben vor einen Staat der vor gut 25 Jahren untergegangen ist. Immer wieder werden Dokumentationen gezeigt, nicht nur diese hier, wo bewußt Fälschungen und Verdrehungen gezeigt werden.
Ein Ratschlag von mir bevor man solche Propagandafilme ernst nimmt : Erst das Gehirn einschalten und dann Beitrag schreiben. Und mal überlegen und nachdenken WARUM so etwas produziert wird !


mit freundlichen Grüßen

passport

Das „geheime“ Frauengefängnis Hoheneck und die Wahrheit



Im 20. Jahr der Grenzöffnung (die Mauer fiel erst später) ist ja schon viel Jauche auf die DDR gegossen worden. Wenn es nicht so gefährlich wäre, könnte man es als eine Lach- und Schießgemeinschaft abtun und sich darüber lustig machen. Was soll man auch erwarten, wenn selbst das Amt des Bundespräsidenten herhalten muss, um Lügen unter die Massen zu bringen, in dem man ihm unterschiebt, 1989 hätten in Leipzig Panzer, schießwütige Polizisten und Blutkonserven bereitgestanden.

Nun „beglückte“ uns auf VOX am 14.11. eine Spiegel-TV-Dokumentation: „Eingesperrt, um frei zu sein – Das geheime Frauengefängnis der DDR“.

Gleich zwei dicke Lügen in einem Titel. Was will man auch von einem Spiegelerzeugnis erwarten? In der Strafvollzugseinrichtung Hoheneck verbüßten weibliche Straftäter ihre Freiheitsstrafen für Mord, Totschlag, Kindesmisshandlung, Raub, Erpressung u. a. Delikte, ja auch für versuchte Straftaten gegen die Staatsgrenze der DDR, so genannte Republikflucht. Nach dem Film waren Mörder also eingesperrt, weil sie nur „frei“ sein wollten.

Die nächste Lüge ist die Mär vom „Geheimgefängnis“. Ich habe ja Verständnis, dass die Parteisoldatenjournalisten gerne von den immer noch nicht aufgeklärten Geheimgefängnissen der CIA in der EU ablenken wollen, wohin namenlose, gefesselte, mit einer Kapuze überzogene, gefolterte rechtslose Menschen verbracht wurden. Aber in der DDR gab es keine Geheimgefängnisse. Die Vollzugseinrichtung Hoheneck stand im Verzeichnis aller Strafvollzugeinrichtungen der DDR mit Anschrift und Telefonnummer. Dieses Verzeichnis lag bei den Gerichten und Staatsanwaltschaften vor. Die Anstalt Hoheneck wurde, wie andere auch, durch die Staatsanwälte für Strafvollzugsaufsicht bei der Bezirksstaatsanwaltschaft und beim Generalstaatsanwalt, durch Kontrollgruppen der Verwaltung Strafvollzug, des Innenministeriums und durch die Arbeitsgruppe Strafvollzug der Bezirksbehörde der Volkspolizei regelmäßig kontrolliert. Darüber liegen Kontrollberichte in den Archiven. Ein tolles Geheimgefängnis!

Heute gibt es in Deutschland keine Justizvollzugsanstalt, die durch eine Institution des Bundes kontrolliert wird. Der Strafvollzug ist Ländersache, gehört zum Justizministerium des Landes und wird von diesem kontrolliert. Man kontrolliert sich selbst.

Alle Gefangenen in Hoheneck bekamen regelmäßig Post und Besuch von ihren Angehörigen. Ca 600 – 1000 Verwandte fuhren monatlich aus allen Teilen und Bevölkerungsschichten der DDR nach Hoheneck – und sie fanden das „Geheimgefängnis“!

Für alle Gefangenen in Hoheneck bestand ein Recht auf Arbeit. Sie arbeiteten überwiegend in Produktionsstätten innerhalb der Einrichtung, die Volkseigene Betriebe aus dem Territorium dort errichteten oder ausstatteten und waren in der Zeit renten- und krankenversichert. Ca 120 freie Bürger, Arbeiter dieser Betriebe, leiteten die Gefangenen fachlich an. Sie kamen zu Arbeitsbeginn in die Anstalt und gingen nach Arbeitsschluß wieder in ihr Wohnumfeld. Was für ein „Geheimgefängnis“?

Im Film wird durch Aufnahmen aus einem 100 Jahre altem Gefängnis, das seit mehr als 10 Jahren stillgelegt ist, mit all den in diesen Jahren verfallenen Gemäuern, ein Gefühl des frühen Mittelalters erzeugt: marode, alt, dreckig, verschimmelt, miefig und unmenschlich – totale Hoffnungslosigkeit. Mit solchen Aufnahmen beleidigt man nicht nur die DDR, sondern auch die Frauen, die dort eine Freiheitsstrafe verbüßten. Die Filmemacher haben vergessen, dass auch Mörder und Diebe Menschen sind. Und die Frauen in Hoheneck haben aus eigenem fraulichem Antrieb und durch Anleitung eine solide Ordnung und Sauberkeit gepflegt. Wäre dies in einer Einrichtung, wo viele Menschen auf engem Raum leben, nicht so, es käme zu Seuchen.

Da mancher Leser mir als Kenner des Strafvollzuges der DDR und anderer Länder nicht glauben könnte, will ich auf das Buch einer politischen Gefangenen verweisen, die in Hoheneck eine Freiheitsstrafe wegen Staatsverleumdung verbüßte. In ihrem, auch mich nachdenklich machendem autobiografischen Buch, „Die bröckelnde Festung“ (2002) schreibt Gabriele Stötzer u. a.:

"Essen gibt es immer genug, Kartoffeln, Soße und Gemüse können als Nachschlag geholt werden”, sagte Karla. “Zum Frühstück gibt es Brot und Sirup, manchmal Marmelade, dafür immer ein kleines Stück Butter.”

Sie setzten sich an einen der langen grauen Tische mit ebenso langen Holzbänken. Karla wies auf den Kiosk, der mit seinem Fenster in den Essenssaal reichte und in der Mittagspause geöffnet hatte. Hier konnten die Gefangenen für Knastgeld, das aus Scheinen mit einem Stempel der Strafvollzugsanstalt bestand, einkaufen. Neben Kosmetikartikeln, Obst, Zigaretten, Kuchen, Süßigkeiten, Brötchen, Milch, Quark, Vitamintabletten oder Brause auch Papierbons, für die man sich, da es zu jeder Brotmahlzeit nur Malzkaffee gab, Bohnenkaffee oder schwarzen Tee holen konnte. Außer in der Nachtschicht, da gab es besseres Essen: Leber, alle sechs Wochen ein gegrilltes Hähnchen..”(S. 35)

“..Sachen, die sie sich einmal im Monat zum Sprecher (gemeint ist der Besuch des Mannes) mitbringen lassen konnte oder die sie sich alle zwei Monate in einem Paket schicken ließ. Die Pakete waren auf zwei oder drei Kilo beschränkt, was von der Erzieherin festgelegt wurde. Die Beigaben zum Sprecher waren auf einen Geldwert von fünfzehn Mark begrenzt. Sie bestellte in den Paketen teure und vom Gewicht her leichte Sachen und zum Sprecher schwerere oder leichtverderbliche Dinge. In den Paketen ließ sie sich Parfüm, Zahnbürsten, Wimpernspiralen, Deostifte, Lidschatten und Schreibwaren schicken. Gegen den immer gleichen Geschmack des Essens bestellte sie sich einen runden Plastikstreuer mit mehreren Gewürzen, Knoblauch- und Fischpasten. Zum Sprecher wechselten Äpfel, Zitronen, Erdbeeren, Kirschen, Himbeeren über das Jahr hin zu Pampelmusen, Bananen und Apfelsinen. Manchmal wünschte sie sich weichgekochte Eier, Pfannkuchen oder sinnlose Dinge wie Blumen, die außerhalb der Geldklausel mitgebracht werden durften. Alles mußte gekauft sein, Selbstgebackenes war verboten.”(S.44)

Wenn man diese Schilderung mit dem Spiegel-Film vergleicht, möchte man meinen, Gabriele Stötzer war in einem anderen Gefängnis. Übrigens, wenn Insassen bundesdeutscher Vollzugsanstalten lesen, was ein Gefangener im DDR-Knast beim Besuch seiner Angehörigen erhalten konnte, werden sie staunen. Im heutigen Knast darf der Besucher nichts übergeben was häusliche Gefühle erweckt, sondern nur aus einem Automaten in der Anstalt etwas Abgelagertes ziehen. Auf den 154 Seiten dieses beeindruckenden Buches finden sich keine Hinweise zu Folter, Wasserzelle oder andere Erfindungen in den Hirnen von Geschichtsfälschern.

Es gab in Hoheneck keine Folter und keine Wasserzelle, in der Menschen gefoltert wurden. Die gezeigte „Wasserzelle“ im Kellerverlies ist ein Nachbau und wurde für Filmaufnahmen über die Nazizeit geschaffen. Nun präsentiert der Film eine ehemalige Gefangene, die in den 70 er Jahren Zeuge einer Folter gewesen sei. Also vor rund 40 – 50 Jahren. Auf die Nachfrage, warum sie bisher geschwiegen habe, erklärte sie, sie sei von der Stasi eingeschüchtert worden. Eine Frage, die im Film nicht gestellt wurde, stelle ich: Warum hat sie sich nicht seit 1990 gemeldet oder Anzeige erstattet?

Ich hoffe, dass nach der Ausstrahlung des Films sofort die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen aufgenommen hat.

Die Filmemacher gehen sehr geschickt vor und präsentieren ihre verdrehten Nachrichten auf eine fiese Art im Stile von Propagandafilmen von vor 1945.

Jedes Gefängnis aus der Kaiserzeit, ob Hoheneck oder Celle bei Hannover, ist von seiner baulichen Anlage, der räumlichen Enge, den dicken Mauern und kleinen Knastfenstern für einen Vollzug einer Freiheitsstrafe ungeeignet.

Das wusste man auch in der DDR und baute trotz geringen finanziellen Spielraums in den 70 er Jahren zwei neue Vollzugseinrichtungen für weibliche Strafgefangene in Berlin-Grünau und Hohenleuben. Auch dort verbüßten wegen Republikflucht verurteilte Frauen ihre Strafe, aber solche moderneren Gefängnisse hätten sich schlecht für die Hetze gegen die DDR geeignet.

In jedem alten Gefängnis, ob Hohenleuben, Brandenburg-Görden oder Celle bei Hannover gibt es Kellerverliese, die nicht für den Vollzug genutzt werden. Sie dienen als Lagerräume, sind mit brandschutzsicheren Türen versehen und sollten in Notfällen genutzt werden (z.B. als Luftschutzbunker). Nun diese seit 10 Jahren verfallenen Kellerräume als Dunkelarrest zu verkaufen, ist gelinde gesagt eine arge Täuschung der Öffentlichkeit. Die Disziplinarstrafe „Dunkelarrest“ gab es in der DDR nicht. Es gab nur den Freizeitarrest, einfachen Arrest und verschärften Arrest in einer Arreststation. Diese Strafen gibt es auch heute noch im Strafvollzug der EU.

Der Zusammenschnitt von Ton- und Bildaufnahmen ist ebenfall geschickt gemacht. Wenn die Frauen von Schikanen, Drangsalierungen und Schlägen berichten, entsteht der Eindruck sie meinten die „Wärterinnen“, „Wächterinnen“. Schon diese unkorrekte Bezeichnung soll Suggestionen an die faschistische Zeit wecken. Im Film erzählen die Frauen aber tatsächlich über die inneren Beziehungen, die Hierarchien und auch Gruppenbildungen im kriminellen Milieu der Gefangenen. Auch keine Besonderheit von Hoheneck, sondern leider Tatsache in jedem Gefängnis.

In jedem Gefängnis der Welt gibt es aus unterschiedlichen Motiven Selbstverstümmlungen, Selbstmordversuche und Selbstmorde und die Bediensteten kämpfen da gegen an, auch gegen den Willen der Betroffenen. Zur Verhinderung dienen als erste Mittel Einzelunterbringung, Zwangsjacke und Fixierungen am Bett, sowie eine verstärkte Kontrolle. Dabei schreien und toben manche Gefangenen über lange Zeit. Wenn man dies im Film nicht sagt, entsteht schnell für den nicht Eingeweihten der Eindruck, dies sei nur typisch für das „Unrechtsregime“ DDR.

Große Empörung will der Film vermitteln, dass in Hoheneck die politischen Gefangenen gemeinsam mit kriminellen Gewaltverbrechern untergebracht waren. Das Normalste im bundesdeutschen Strafvollzug! Man kann dies nachlesen in den Büchern von Egon Krenz oder Klaus-Dieter Baumgarten. Das ehem. Staatsoberhaupt der DDR kam in Moabit in eine verdreckte Zelle, nach Protest sofort in eine andere, auch verdreckte. Er bat dann um Schrubber und Eimer und machte den Dreck weg. Auch wer etwas über Schikanen im heutigen Justizvollzug wissen möchte, lese seine „Gefängnisnotizen“.

Der Spiegelpropagandafilm versucht auch ein negatives Bild über die Strafvollzugsbediensteten in Hoheneck zu zeichnen. Fälschlicher Weise wird behauptet, dort seien Volkspolizistinnen tätig gewesen. Ein Historiker, wahrscheinlich im Solde der Birthler-Behörde, sagt im Film. „In den Strafvollzug kamen die, die wo anders nicht tauglich waren.“ Dies mag auf den Einen oder Anderen zutreffen, ist aber keinesfalls richtig. Die im Aufsichtsdienst beschäftigten Strafvollzugsangehörigen hatten alle die 10. Klasse der Polytechnischen Oberschule abgeschlossen, einen Beruf erlernt und einen mehrmonatigen Lehrgang an der Schule für Neueingestellte besucht. Die für 60 – 80 Gefangene zuständige Erzieherin hatte einen Abschluß einer pädagogischen Fachschule oder der Fachschule des Strafvollzuges (Studienzeit 2 Jahre). Außerdem fanden regelmäßige Weiterbildungen statt, nicht nur in Marxismus.

Da Bundesdeutsche die Welt nur mit ihrer eigenen Nabelschnur messen, verstehen sie nicht, dass die sozialistischen Länder eine ganz andere Herangehensweise an den Vollzug einer Freiheitsstrafe hatten. Man übernahm die sowjetischen Erfahrungen (kollektive gesellschaftlich-nützliche Arbeit, kollektive Unterbringung wie beim Militär, politisch-kulturelle Erziehung, zielgerichtete Wiedereingliederung von Haftbeginn usw.). Das war bis in die UNO bekannt und die erzielten Ergebnisse auch. Dies beweisen die Protokolle der Antifolterkommission der UNO und die alle vier Jahre stattfindenden Kongresse „Zur Kriminalitätsvorbeugung und – bekämpfung und der Behandlung von Strafrechtsverletzern.“ Über das Herangehen beim Vollzug der Freiheitsstrafen kann man unterschiedlicher Meinung sein. Der Strafvollzug der DDR hatte Licht und Schatten und war nicht durch das MfS bestimmt. Er war eine Zwangsmaßnahme des Staates und griff tief in das persönliche Leben jedes Gefangenen ein. Er war nicht unmenschlich. Wer in der DDR im Strafvollzug war, denkt nicht mit Freude daran zurück. Wer heute im Knast sitzt auch nicht.



D. Winderlich


@passport, was Du hier schreibst, hast Du ja auch aus einen Buch, was jemand schrieb! Staune nur, das die vielen Zeitzeugen, die im Fernsehen u.s.w.
sich geäußert haben, müssen ja alle lügen oder sich wichtig machen! Weder ich noch Du warst dabei oder kennt jemand persönlich, der einen das erzählt hat! Was soll man glauben? Wer kritisch der DDR gegen über stand, glaubt dieses und wer Freund dieses Staates war und vielleicht noch ist, glaubt eben das andere! Das beste wäre, jemand wurde im Forum sein, der es oder die, am eigenen Leibe erlebt hat und sich dazu äußert! Meine Meinung dazu! Was ist wahr und was erfunden?
Grüsse Steffen52







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#46

RE: Die Frauen von Hoheneck

in DDR Staat und Regime 09.04.2014 17:22
von thomas 48 | 3.580 Beiträge

Habe ja schon mal getippt.
Kiosk, nicht geheim, Besuch und Arbeit stimmt.
Nur viele Frauen die in der Wäscherei gearbeitet haben, haben sich den Unterleib kaputt gemacht..
Manche Frauen hatten auf einmal einen Schlüsselbund ins Gesicht bekommen oder sind plötzlich gestolpert.
Manche Frauen gingen im Gefängnis in die Volkshochschule. Auf dem Zeugnis findet man kein Wort vom Zuchthaus


Peter42 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#47

RE: Die Frauen von Hoheneck

in DDR Staat und Regime 09.04.2014 17:53
von 94 | 10.792 Beiträge

Und falls im Beitrage #44 das Zitat nicht so recht zu erkennen sei, hiermal erstema die Fundstelle ...
http://www.mfs-insider.de/Erkl/Hoheneck1.htm

Und hier mal bissel Hintergrund (oder das was einige dafür halten) zum Urheber des zitierten Textes ...
http://www.tabularasa-jena.de/artikel/artikel_2760/

Irgendwie beschleicht mich das Gefühl hier bemüht man sich werder einer noch andererseits um Sachlichkeit.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#48

RE: Die Frauen von Hoheneck

in DDR Staat und Regime 09.04.2014 18:03
von Peter42 | 51 Beiträge

Zitat
Und falls im Beitrage #44 das Zitat nicht so recht zu erkennen sei

??? Ich stehe vermutlich auf dem Schlauch, verstehe nicht ganz, tut mir leid.
Ich weiß zwar das es ums Urheberrecht geht, aber ich habe kein Zitat im Beitrag 44 benutzt. Du meintest bestimmt Beitrag 43.



zuletzt bearbeitet 09.04.2014 18:18 | nach oben springen

#49

RE: Die Frauen von Hoheneck

in DDR Staat und Regime 09.04.2014 18:20
von 94 | 10.792 Beiträge

Upps, da bin ich um einen Beitrag verrutscht, es war #43 welchem ich die Quelle nachreichen wollte *verdeppert_grins*


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#50

RE: Die Frauen von Hoheneck

in DDR Staat und Regime 09.04.2014 18:23
von Peter42 | 51 Beiträge

Ja das habe ich mir schon gedacht, habs ja auch bemerkt was du meintest....lach.



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#51

RE: Die Frauen von Hoheneck

in DDR Staat und Regime 11.04.2014 10:54
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von passport im Beitrag #43
@Peter42

Was muß diese heutige Republik für eine Angst haben vor einen Staat der vor gut 25 Jahren untergegangen ist. Immer wieder werden Dokumentationen gezeigt, nicht nur diese hier, wo bewußt Fälschungen und Verdrehungen gezeigt werden.
Ein Ratschlag von mir bevor man solche Propagandafilme ernst nimmt : Erst das Gehirn einschalten und dann Beitrag schreiben. Und mal überlegen und nachdenken WARUM so etwas produziert wird !


mit freundlichen Grüßen

passport






Meinst du "die heutige Republik" zeigt aus Angst vor der ehm. DDR solche Dokumentationen? Angst wovor?

Interessant finde ich, dass hier andauernd zu lesen ist, dass beim MfS keine Abteilung von der Arbeit der anderen wusste, zumal ich hier ebenfalls andauernd lese, dass der Strafvollzug Sache des Innenministeriums gewesen sei.
Also nimmst doch auch du, der bei der Zollverwaltung gearbeitet hat, auf Treu und Glauben die Stellungnahme von Winderlich als Wahrheit an, ohne selbst einen Einblick gehabt zu haben.

Ich hätte mir von seiner - Winderlichs Seite - mehr Faktisches auf die prinzipielle Struktur des DDR Strafvollzugs gewünscht, da er ja offensichtlich nicht nur vom Fach war sondern auch eine hohe Position in der DDR hatte. Damit meine ich nicht, dass er beschreiben soll, wer wann wieviele Päckchen in der Haft bekommen durfte.
So empfinde ich seine Stellungnahme lediglich als Verteidigung - von was eigentlich? - und ein bisschen mager. Warum? Er war ein Verantwortlicher in hoher Position!

Zitat Winderlich:
Da Bundesdeutsche die Welt nur mit ihrer eigenen Nabelschnur messen, verstehen sie nicht, dass die sozialistischen Länder eine ganz andere Herangehensweise an den Vollzug einer Freiheitsstrafe hatten. Man übernahm die sowjetischen Erfahrungen (kollektive gesellschaftlich-nützliche Arbeit, kollektive Unterbringung wie beim Militär, politisch-kulturelle Erziehung, zielgerichtete Wiedereingliederung von Haftbeginn usw.).

Was genau bedeutet das?



Zitat Winderlich:
Das war bis in die UNO bekannt und die erzielten Ergebnisse auch. Dies beweisen die Protokolle der Antifolterkommission der UNO und die alle vier Jahre stattfindenden Kongresse „Zur Kriminalitätsvorbeugung und – bekämpfung und der Behandlung von Strafrechtsverletzern.“

Was will er damit sagen?



Zitat Winderlich:
Über das Herangehen beim Vollzug der Freiheitsstrafen kann man unterschiedlicher Meinung sein. Der Strafvollzug der DDR hatte Licht und Schatten und war nicht durch das MfS bestimmt. Er war eine Zwangsmaßnahme des Staates und griff tief in das persönliche Leben jedes Gefangenen ein. Er war nicht unmenschlich.

Zwischen diesen beiden fett markierten Sätzen liegt der Hase im Pfeffer, da mogelt sich Winderlich um etwas herum.


Zitat Winderlich:
Wer in der DDR im Strafvollzug war, denkt nicht mit Freude daran zurück. Wer heute im Knast sitzt auch nicht.

Wer als politischer Häftling im DDR Strafvollzug war, leidet u.U. bis heute unter den Traumata seiner Erlebnisse“. Darüber gibt es nicht nur Zeitzeugenaussagen, sondern empirische Untersuchungen.

------------------------------------------

Das mit dem "Gehirn einschalten" finde ich ziemlich despektierlich. Du bist nicht der einzige im Forum der Denken kann.


Peter42 und Gert haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#52

RE: Die Frauen von Hoheneck

in DDR Staat und Regime 11.04.2014 11:25
von Alfred | 6.861 Beiträge

Zitat von Barbara im Beitrag #51
Zitat von passport im Beitrag #43
@Peter42

Was muß diese heutige Republik für eine Angst haben vor einen Staat der vor gut 25 Jahren untergegangen ist. Immer wieder werden Dokumentationen gezeigt, nicht nur diese hier, wo bewußt Fälschungen und Verdrehungen gezeigt werden.
Ein Ratschlag von mir bevor man solche Propagandafilme ernst nimmt : Erst das Gehirn einschalten und dann Beitrag schreiben. Und mal überlegen und nachdenken WARUM so etwas produziert wird !


mit freundlichen Grüßen

passport






Meinst du "die heutige Republik" zeigt aus Angst vor der ehm. DDR solche Dokumentationen? Angst wovor?

Interessant finde ich, dass hier andauernd zu lesen ist, dass beim MfS keine Abteilung von der Arbeit der anderen wusste, zumal ich hier ebenfalls andauernd lese, dass der Strafvollzug Sache des Innenministeriums gewesen sei.
Also nimmst doch auch du, der bei der Zollverwaltung gearbeitet hat, auf Treu und Glauben die Stellungnahme von Winderlich als Wahrheit an, ohne selbst einen Einblick gehabt zu haben.

Ich hätte mir von seiner - Winderlichs Seite - mehr Faktisches auf die prinzipielle Struktur des DDR Strafvollzugs gewünscht, da er ja offensichtlich nicht nur vom Fach war sondern auch eine hohe Position in der DDR hatte. Damit meine ich nicht, dass er beschreiben soll, wer wann wieviele Päckchen in der Haft bekommen durfte.
So empfinde ich seine Stellungnahme lediglich als Verteidigung - von was eigentlich? - und ein bisschen mager. Warum? Er war ein Verantwortlicher in hoher Position!

Zitat Winderlich:
Da Bundesdeutsche die Welt nur mit ihrer eigenen Nabelschnur messen, verstehen sie nicht, dass die sozialistischen Länder eine ganz andere Herangehensweise an den Vollzug einer Freiheitsstrafe hatten. Man übernahm die sowjetischen Erfahrungen (kollektive gesellschaftlich-nützliche Arbeit, kollektive Unterbringung wie beim Militär, politisch-kulturelle Erziehung, zielgerichtete Wiedereingliederung von Haftbeginn usw.).

Was genau bedeutet das?



Zitat Winderlich:
Das war bis in die UNO bekannt und die erzielten Ergebnisse auch. Dies beweisen die Protokolle der Antifolterkommission der UNO und die alle vier Jahre stattfindenden Kongresse „Zur Kriminalitätsvorbeugung und – bekämpfung und der Behandlung von Strafrechtsverletzern.“

Was will er damit sagen?



Zitat Winderlich:
Über das Herangehen beim Vollzug der Freiheitsstrafen kann man unterschiedlicher Meinung sein. Der Strafvollzug der DDR hatte Licht und Schatten und war nicht durch das MfS bestimmt. Er war eine Zwangsmaßnahme des Staates und griff tief in das persönliche Leben jedes Gefangenen ein. Er war nicht unmenschlich.

Zwischen diesen beiden fett markierten Sätzen liegt der Hase im Pfeffer, da mogelt sich Winderlich um etwas herum.


Zitat Winderlich:
Wer in der DDR im Strafvollzug war, denkt nicht mit Freude daran zurück. Wer heute im Knast sitzt auch nicht.

Wer als politischer Häftling im DDR Strafvollzug war, leidet u.U. bis heute unter den Traumata seiner Erlebnisse“. Darüber gibt es nicht nur Zeitzeugenaussagen, sondern empirische Untersuchungen.

------------------------------------------

Das mit dem "Gehirn einschalten" finde ich ziemlich despektierlich. Du bist nicht der einzige im Forum der Denken kann.


Hallo,

Passport gehörte nicht zur Zollverwaltung, sondern zur PKE.

Die entsprechenden Personen wussten schon, wer für was im MfS verantwortlich zeichnet. So war in den op. Diensteinheiten schon bekannt, um was sich die verschiedenen Diensteinheiten kümmerten. Sonst hätte es ja keine Zusammenarbeite geben können. Es war eben - wenn nicht notwendig - nicht bekannt, um welche konkreten Vorgänge sich zum Beispiel die Hauptabteilung VI kümmerte.

Auch konnte man sich nach 1989 mit verschiedenen Personen austauschen, so dass es einen Zugewinn an Informationen gab.


Peter42 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 11.04.2014 11:26 | nach oben springen

#53

RE: Die Frauen von Hoheneck

in DDR Staat und Regime 11.04.2014 11:42
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von Alfred im Beitrag #52

Hallo,

Passport gehörte nicht zur Zollverwaltung, sondern zur PKE.

Die entsprechenden Personen wussten schon, wer für was im MfS verantwortlich zeichnet. So war in den op. Diensteinheiten schon bekannt, um was sich die verschiedenen Diensteinheiten kümmerten. Sonst hätte es ja keine Zusammenarbeite geben können. Es war eben - wenn nicht notwendig - nicht bekannt, um welche konkreten Vorgänge sich zum Beispiel die Hauptabteilung VI kümmerte.

Auch konnte man sich nach 1989 mit verschiedenen Personen austauschen, so dass es einen Zugewinn an Informationen gab.



Und was heißt das nun konkret? Wer tauschste sich da mit wem aus? Gab es auch einen Austausch zwischen ehemaligen Inhaftierten und Vollzugsbeamten u.ä.? Und wenn nicht, woran scheiterte solch ein Austausch? Gab es überhaupt Bemühungen solche Gespräche zu führen?

Ich weiß, das ist ein schwieriges Thema. Aber vielleicht gibt es auch solche Beispiele, in meinen Augen positive Versuche die Vergangenheit gemeinsam aufzuarbeiten. Ich meine konkret in Hoheneck.

LG von der Moskwitschka


Peter42 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 11.04.2014 11:43 | nach oben springen

#54

RE: Die Frauen von Hoheneck

in DDR Staat und Regime 11.04.2014 11:58
von Alfred | 6.861 Beiträge
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#55

RE: Die Frauen von Hoheneck

in DDR Staat und Regime 11.04.2014 12:16
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von Alfred im Beitrag #54
Da gibt es z.B. dieses Buch:

http://www.buch.de/buch/06633/964_verhei...dition_ost.html


Ich sehe in dem Buch keinen Zusammenhang zu Hoheneck.

Das es unzählige Beispiele für eine persönliche Aufarbeitung gibt, das bezweifle ich auch nicht. Doch ist es nicht so, dass ob nun in Hoheneck oder HSH man keine solche Beispiele findet?

Und wenn es solche Beispiele gab, ist da die Initiative nicht meist von den "Opfern" ausgegangen? Ich kenne bis jetzt nur ein Beispiel, wo ein ehemaliger Mitarbeiter des MfS den Wunsch geäußert hat, sich bei einer ehemaligen "Zielperson" zu entschuldigen. Ansonsten finde ich immer nur Rechtfertigungen, bei denen die "Opfer" Verständnis für die damalige Situation entwickeln sollen.

Aber lassen wir das. Auch hier werden wir zu keinem Ergebnis kommen. Es war nur so ein Gedanke, nachdem das Stichwort "Austausch nach 1989" gefallen ist.

LG von der Moskwitschka


Peter42 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 11.04.2014 12:17 | nach oben springen

#56

RE: Die Frauen von Hoheneck

in DDR Staat und Regime 11.04.2014 12:41
von thomas 48 | 3.580 Beiträge

Ich wollte jahrelang, in der DDR, eine Verbindung zwischen der Frau S. L. und dem Direktor herstellen, leider ohne Erfolg.
Habe mich an das Oberste Gericht der DDR gewandt, auch ohne Erfolg.
Es gibt oder gab ein Verein der Frauen von H. Leider sind oder waren sie sehr einseitig.


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#57

RE: Die Frauen von Hoheneck

in DDR Staat und Regime 11.04.2014 16:11
von Gert | 12.362 Beiträge

Zitat von passport im Beitrag #43
@Peter42

Was muß diese heutige Republik für eine Angst haben vor einen Staat der vor gut 25 Jahren untergegangen ist. Immer wieder werden Dokumentationen gezeigt, nicht nur diese hier, wo bewußt Fälschungen und Verdrehungen gezeigt werden.
Ein Ratschlag von mir bevor man solche Propagandafilme ernst nimmt : Erst das Gehirn einschalten und dann Beitrag schreiben. Und mal überlegen und nachdenken WARUM so etwas produziert wird !


mit freundlichen Grüßen

passport

Das „geheime“ Frauengefängnis Hoheneck und die Wahrheit



Im 20. Jahr der Grenzöffnung (die Mauer fiel erst später) ist ja schon viel Jauche auf die DDR gegossen worden. Wenn es nicht so gefährlich wäre, könnte man es als eine Lach- und Schießgemeinschaft abtun und sich darüber lustig machen. Was soll man auch erwarten, wenn selbst das Amt des Bundespräsidenten herhalten muss, um Lügen unter die Massen zu bringen, in dem man ihm unterschiebt, 1989 hätten in Leipzig Panzer, schießwütige Polizisten und Blutkonserven bereitgestanden.





@Passport , diesen (rot mark) Rat solltest du, bevor du ihn anderen gibst, erst mal selbst beherzigen.
Zunächst mal frage ich mich und dich, woher du überhaupt weisst, wie es in diesem und anderen Gefängnissen zuging ?
Du bist zwar als MfS registriert aber als PKE. Ich habe nun im Hinterkopf dass mir von deinen Genossen bis zu Bewusstlosigkeit die Information gepredigt wurde, im MfS wusst der Einzelne nicht was der Andere macht. Demnach kannst du an der Güst auch keine Infos über die Knäste erhalten haben, ist doch logisch, der?
Abschließend finde ich deine Art wie du über diese Vorgänge sprichst ein Schlag ins Gesicht der Opfer. Man kann dir nicht vorwerfen, das zu zu DDR Zeiten in diesem Terrorapparat MfS mitgearbeitet hast, aber man kann dir vorwerfen, nach 25 Jahren nichts dazu gelernt zu haben. Da gibt es glücklicherweise im Forum andere Beispiele, die hoffen lassen.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
Peter42 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#58

RE: Die Frauen von Hoheneck

in DDR Staat und Regime 11.04.2014 18:06
von passport | 2.642 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #57
Zitat von passport im Beitrag #43
@Peter42

Was muß diese heutige Republik für eine Angst haben vor einen Staat der vor gut 25 Jahren untergegangen ist. Immer wieder werden Dokumentationen gezeigt, nicht nur diese hier, wo bewußt Fälschungen und Verdrehungen gezeigt werden.
Ein Ratschlag von mir bevor man solche Propagandafilme ernst nimmt : Erst das Gehirn einschalten und dann Beitrag schreiben. Und mal überlegen und nachdenken WARUM so etwas produziert wird !


mit freundlichen Grüßen

passport

Das „geheime“ Frauengefängnis Hoheneck und die Wahrheit



Im 20. Jahr der Grenzöffnung (die Mauer fiel erst später) ist ja schon viel Jauche auf die DDR gegossen worden. Wenn es nicht so gefährlich wäre, könnte man es als eine Lach- und Schießgemeinschaft abtun und sich darüber lustig machen. Was soll man auch erwarten, wenn selbst das Amt des Bundespräsidenten herhalten muss, um Lügen unter die Massen zu bringen, in dem man ihm unterschiebt, 1989 hätten in Leipzig Panzer, schießwütige Polizisten und Blutkonserven bereitgestanden.





@Passport , diesen (rot mark) Rat solltest du, bevor du ihn anderen gibst, erst mal selbst beherzigen.
Zunächst mal frage ich mich und dich, woher du überhaupt weisst, wie es in diesem und anderen Gefängnissen zuging ?
Du bist zwar als MfS registriert aber als PKE. Ich habe nun im Hinterkopf dass mir von deinen Genossen bis zu Bewusstlosigkeit die Information gepredigt wurde, im MfS wusst der Einzelne nicht was der Andere macht. Demnach kannst du an der Güst auch keine Infos über die Knäste erhalten haben, ist doch logisch, der?
Abschließend finde ich deine Art wie du über diese Vorgänge sprichst ein Schlag ins Gesicht der Opfer. Man kann dir nicht vorwerfen, das zu zu DDR Zeiten in diesem Terrorapparat MfS mitgearbeitet hast, aber man kann dir vorwerfen, nach 25 Jahren nichts dazu gelernt zu haben. Da gibt es glücklicherweise im Forum andere Beispiele, die hoffen lassen.





@Gert

1. Ganz einfach Gert, aus diversen Berichten, Büchern, Zeitzeugen (auch hier im Forum) und eigenen Erfahrungen in der UHA Magdeburg als WSE-Soldat.

2. Das MfS war ein militärisch strukturiertes Schutz-und Sicherheitsorgan der DDR. Es arbeitete mit Praktiken wie sie alle GD in dieser Welt verwenden. Es ist das Recht und die Plicht eines jeden GD Bedrohungen innerhalb und ausserhalb seines Staates abzuwehren !


Auszug aus :
Die Sicherheit. Zur Abwehrarbeit des MfS, Band 1

Jeder Staat hat Funktionalorgane und Einrichtungen, einen Beamtenapparates mit Zwangs und Gewaltbefugnissen, er unterhält Strafverfolgungsbehörden, Gerichte, Haftanstalten/Gefängnisse, er verfügt meist über eine Armee, hat eine Polizei, Aufklärungs und Staatssicherheitsorgane. Das sind unzweifelhaft vor allem Repressivorgane. »Jeder Staat übt auch repressive Funktionen aus, sonst wäre er nicht Staat (manche meinen, Repression habe es immer nur in der DDR gegeben, jetzt nicht mehr)«, erklärte der Historiker Hans Weber zutreffend. Daß das ein Irrglaube ist, machte auch Bundesinnenminister Schily am 29. März 2001 in der ARD mit aller Deutlichkeit klar: »Das staatliche Gewaltmonopol ist unantastbar. Wer es dennoch tut, den wird die ganze Härte des Gesetzes treffen.«
Die DDR ist nicht anders verfahren. Die Sicherheits und Unterdrückungsfunktion des Staates, und somit insbesondere
die Tätigkeit der mit Schutz, Sicherheit und Justiz befaßten Organe und Einrichtungen, berührt immer Fragen der Ziele, Mittel und Methoden,
der Rechtmäßigkeit von Repression und Prävention, des Verhältnisses dieser beiden Seiten staatlichen Handelns zueinander.

Gert, ich hoffe das Du es gut gelesen und vorallen was dazu gelernt hast !



passport


zuletzt bearbeitet 11.04.2014 18:08 | nach oben springen

#59

RE: Die Frauen von Hoheneck

in DDR Staat und Regime 11.04.2014 19:14
von Sperrbrecher | 1.663 Beiträge

Zitat von passport im Beitrag #43
Die Vollzugseinrichtung Hoheneck stand im Verzeichnis aller Strafvollzugeinrichtungen der DDR mit Anschrift und Telefonnummer.

Das traf auf die KZ's der Nazis ebenfalls zu, die standen auch im Telefonbuch.


Wie war die allgemeine Stimmung in der DDR ? Sie hielt sich in Grenzen !


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#60

RE: Die Frauen von Hoheneck

in DDR Staat und Regime 11.04.2014 21:52
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat von Sperrbrecher im Beitrag #59
Zitat von passport im Beitrag #43
Die Vollzugseinrichtung Hoheneck stand im Verzeichnis aller Strafvollzugeinrichtungen der DDR mit Anschrift und Telefonnummer.

Das traf auf die KZ's der Nazis ebenfalls zu, die standen auch im Telefonbuch.




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