#21

RE: Gefangen in Hohenschönhausen

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 22.09.2012 19:53
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #12

Also, wer im Machtbereich war sollte, nach den dafür konstruierten Gesetzen funktionieren.
Wer das nicht tat wurde durch den allgegenwärtigen Überwachungs- und Restrektionsapparat eines besseren belehrt.



Ich schließe aus deinen Worten dass ich heute auch im Widerspruch zu den geltenden Gesetzen funktionieren/leben darf, ohne dann entsprechend "belehrt" zu werden? Nicht schlecht!


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#22

RE: Gefangen in Hohenschönhausen

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 23.09.2012 08:55
von Pit 59 | 10.153 Beiträge

Zum Wirken der Gedenkstätten empfehle ich das Buch "Drachentöter" von Herbert Kierstein. @Merkur

Achja,ging es nicht da um die Röntgen Geräte,welche um die Zeit Unbedingt Nötig waren die Häftlinge oder deren Mitbringsel zu Durchleuchten ?
Für mich immer noch ein Witz,weil auch Heute noch jeder einzelne Häftling Gründlichst bis in jede einzelne Körperöffnung Durchsucht wird.
Aber die Geräte werden schon Ihre Daseinsberechtigung gehabt haben,nur Welche das steht auf einem anderen Blatt.Achja Blätter wurden ja Vernichtet,und jeder schreit nach Beweisen.


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#23

RE: Gefangen in Hohenschönhausen

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 23.09.2012 09:14
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Du sage mal Pit gehst Du jetzt auch unter die Verschwörungstheoretiker? Welchen Sinn sollte es denn machen die Akten und Unterlagen zu den Durchleuchtungsgeräten zu vernichten, um angeblich alles zu vertuschen, und dann ausgerechnet die Geräte an sich in den UHA'en zu belassen?

Irgendwie fehlt mir da jetzt bei deiner Aussage die nachvollziehbare Logik!


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
zuletzt bearbeitet 23.09.2012 09:16 | nach oben springen

#24

RE: Gefangen in Hohenschönhausen

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 23.09.2012 09:22
von Pit 59 | 10.153 Beiträge

Nee,Feliks das hat nichts mit Verschwörungstheoretiker zu tun,aber mir erschließt sich der Sinn dieser Geräte in U-Haftanstalten Überhaupt nicht.
Oder war der Andrang auf diese so Groß,das man es nicht mehr schaffte die "Besucher" dort persönlich zu Untersuchen?
Die Akten für die Geräte werden schon noch dasein,da haste Recht,aber für Was,Warum,und für Wen sie eingesetzt wurden,naja vieleicht wurde das ja auch nicht Notiert.


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#25

RE: Gefangen in Hohenschönhausen

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 23.09.2012 09:27
von Alfred | 6.853 Beiträge

Zitat von Pit 59 im Beitrag #24
Nee,Feliks das hat nichts mit Verschwörungstheoretiker zu tun,aber mir erschließt sich der Sinn dieser Geräte in U-Haftanstalten Überhaupt nicht.
Oder war der Andrang auf diese so Groß,das man es nicht mehr schaffte die "Besucher" dort persönlich zu Untersuchen?
Die Akten für die Geräte werden schon noch dasein,da haste Recht,aber für Was,Warum,und für Wen sie eingesetzt wurden,naja vieleicht wurde das ja auch nicht Notiert.


Falls es dir noch nicht aufgefallen ist, hier geht es nicht um die Röntgengeräte. Hier ist ein anderes Thema angesagt.

Abe sicher kannst du uns informieren, warum auch heute gegenstönde an Flughäfen geröntgt werden ? So war es auch in HSH, bei bestimmten Gegenständen ist dies eben von Vorteil. Falls es weitere Diskussionen gibt, dann im entsprechenden Tread.


zuletzt bearbeitet 23.09.2012 09:49 | nach oben springen

#26

RE: Gefangen in Hohenschönhausen

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 23.09.2012 09:32
von SCORN | 1.456 Beiträge

Zitat von Pit 59 im Beitrag #22

Aber die Geräte werden schon Ihre Daseinsberechtigung gehabt haben,nur Welche das steht auf einem anderen Blatt.




da du schon auf dieses "andere Blatt" eingehst, steht die Vermutung dass du mehr darüber weist! Las uns doch bitte an diesem Wissen teilhaben!

Danke!

SCORN


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#27

RE: Gefangen in Hohenschönhausen

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 23.09.2012 09:42
von Grenzwolf62 (gelöscht)
avatar

Zitat von Feliks D. im Beitrag #21
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #12

Also, wer im Machtbereich war sollte, nach den dafür konstruierten Gesetzen funktionieren.
Wer das nicht tat wurde durch den allgegenwärtigen Überwachungs- und Restrektionsapparat eines besseren belehrt.



Ich schließe aus deinen Worten dass ich heute auch im Widerspruch zu den geltenden Gesetzen funktionieren/leben darf, ohne dann entsprechend "belehrt" zu werden? Nicht schlecht!



Nein, auch heute muss man sich selbstverständlich an geltende Gesetze halten, es sind aber andere.


zuletzt bearbeitet 23.09.2012 13:43 | nach oben springen

#28

RE: Gefangen in Hohenschönhausen

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 23.09.2012 09:43
von KARNAK | 1.696 Beiträge

Zitat von SCORN im Beitrag #26
Zitat von Pit 59 im Beitrag #22

Aber die Geräte werden schon Ihre Daseinsberechtigung gehabt haben,nur Welche das steht auf einem anderen Blatt.




da du schon auf dieses "andere Blatt" eingehst, steht die Vermutung dass du mehr darüber weist! Las uns doch bitte an diesem Wissen teilhaben!

Danke!

SCORN


Das Thema hatten wir schon mal woanders.Die ganze Geschichte ist merkwürdig und scheint nicht eindeutig zu klären zu sein.Die Einen sagen so die Anderen so und keiner weiß was genaues oder will was wissen.An der wohl bekannten Theorie habe ich aber mittlerweile auch so meine Zweifel,weil es Richtung Verschwöhrungstheorie geht und irgendwie unlogisch ist.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
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#29

RE: Gefangen in Hohenschönhausen

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 23.09.2012 10:58
von Uleu | 528 Beiträge

Zitat von ek40 im Beitrag #4
Zitat von Uleu im Beitrag #3
Wieder mal Folter in Hohenschönhausen ?
Ich war nie dort, weder heute noch damals, finde aber aus heutiger Sicht den Märchenwald um Längen interessanter. Und der Hubertus Knabe kann sich noch so sehr mit seinen Stories anstrengen, an Pittiplatsch wird er nie herankommen.
"Sauberes Statement",dafür das man selbst noch nicht vor Ort war........da hat Prof. Flimmerich,die Märchenstunde(n),sowie Pitti&Freunde ganze Arbeit geleistet.......



Jup, da ich des Lesens kundig bin ist mir der Eintrittspreis für diese Art von Märchen einfach zu hoch.
Aber jeder nach seiner Fasson, die leute gehen ja auch zum Kartenlegen .. wenns einen intelligent macht


" Die geheime Aufklärung ist ein Dienst, der nur Herren vorbehalten ist " ( Oberst Nicolai, Leiter der dt. Militäraufklärung im 1. WK )
Freundschaft hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#30

RE: Gefangen in Hohenschönhausen

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 23.09.2012 11:10
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Es ist ermüdend zu lesen das auch dieses Thema mal wieder auf die Geschichte "Röntgengerät" reduziert wird.
Was hat der User, der dies Thema in fast manischer Art hier ins Spiel brachte, davon?
Sind Röntgengeräte sein Hobby? Kennt er kein anderes Thema und unterliegt er demzufolge dem Zwang es überall, ob es passt oder nicht, anzubringen?

Es geht hier wohl um Gefangene in der U-Haftanstalt HSH und ihre Haftbedingungen.
So wie sie von ihnen wahrgenommen wurden und von Herrn Knabe in seinem, als Herausgeber fungierend, unters Volk gebracht wurden.

In all den Geschichten taucht nicht einmal das Wort 'Röntgen' auf.

Statt dessen muß oder sollte sich der Leser fragen ob es denn nur eine Untersuchungshaftanstalt in der Welt gebe in der es, so wie beschrieben, dermaßen unmenschlich zuging.
Klar, in allen anderen U-Haftanstalten bewegen sich die U-Häftlinge frei und ungezwungen durch das Gebäude, haben jederzeit unkontrollierten Kontakt zur Außenwelt, eine Haft- und Hausordnung hat höchstens einen gewissen Unterhaltungswert und ist auf keinen Fall bindend und Vorschrift.
Die Vernehmer oder Untersuchungsführer sind echte Kumpeltypen, plaudern zwanglos über Gott und die Welt und wollen auf keinen Fall etwas zu den Vorwürfen wissen die dem Verdächtigem zur Last gelegt werden. Sagt er nichts dazu ist es auch gut.
Keiner der Vernehmer wird mal laut (Folter), keiner knipst Licht an (Folter) usw.
Alle U-Haftanstalten sind nette Orte zum Entspannen und zur Erholung vom Alltagsstress, nur HSH war ganz, ganz böse, weil alle Unschuldig dort einsaßen....

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

Feliks D. und Freundschaft haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#31

RE: Gefangen in Hohenschönhausen

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 23.09.2012 12:00
von SCORN | 1.456 Beiträge

Das wievielte Thema zu Hohenschönhausen und "Dr. Knabilarie" ist das eigentlich? Könnte man doch zusammenlegen sonst wird jedes Schauermärchen zum xten Mal wieder durchgekaut!

Im übrigen ist ein Besuch dort durchaus zu empfehlen! Es ist allerdings wie in einer Lotterie mit dem Führer, von sachlich und glaubhaft bis zur totalen Verdummung ist alles möglich!

SCORN


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#32

RE: Gefangen in Hohenschönhausen

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 23.09.2012 16:07
von Kimble | 397 Beiträge

Das Thema Strahlen passt durchaus auch hier mit rein denn HSH wird damit in Zusammenhang gebracht.
Es ist aber nur ein Teil und mich interessieren auch mal andere Fakten wie das damals so war in HSH.
.
Nur kurz zu den Strahlen. Was Märchen sind läßt sich leider nicht so einfach sagen.

Ich darf doch erinnern, dass in der Endphase der Firma Unmengen von Papier entsorgt wurde und es passierte
bestimmt nicht, weil gerade mal wieder Altstoffsammlung war.

Wenn diese Geräte mißbraucht wurden, dann wird es höchstens eine winzige Anzahl Mitarbeiter gewesen sein.
Und die werden dann wohl kaum in die Akten geschrieben haben " Häftling XYZ erhielt heute für 5 Minuten Rotlicht mit der Dosis X"

Es gibt durchaus Argumente, die so eine Behandlung möglich erscheinen lassen.
Der gescheiterte U- Boot Flüchtling Gerber z.B. berichtete von "Sitzungen und hinter einem Vorhang summte irgend etwas"
Die Ölkühlung von leistungsstarken Röntgengeräten soll ja durchaus solche Geräusche machen.

Dann gibt es wiederum Argumente die gegen einen solchen Einsatz dieser Geräte sprechen.
Welcher Vorgesetzte hätte so etwas verantworten wollen ? Zu unsicher, schlecht zu verstecken, technische Änderungen notwendig.

Bis zum heutigen Tag gibt es für den zweckentfremdeten Einsatz solcher Geräte keine Beweise.
Da können wir noch tausend mal drüber diskutieren und ob die Schnipsel aus den Papiersäcken
neue Erkenntnisse bringen, wird man erst in einigen Jahren wissen.


Kannten Sie die DDR ? "Ja, flüchtig"
hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#33

RE: Gefangen in Hohenschönhausen

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 23.09.2012 16:15
von Alfred | 6.853 Beiträge

Zitat von Kimble im Beitrag #32
Das Thema Strahlen passt durchaus auch hier mit rein denn HSH wird damit in Zusammenhang gebracht.
Es ist aber nur ein Teil und mich interessieren auch mal andere Fakten wie das damals so war in HSH.
.
Nur kurz zu den Strahlen. Was Märchen sind läßt sich leider nicht so einfach sagen.

Ich darf doch erinnern, dass in der Endphase der Firma Unmengen von Papier entsorgt wurde und es passierte
bestimmt nicht, weil gerade mal wieder Altstoffsammlung war.

Wenn diese Geräte mißbraucht wurden, dann wird es höchstens eine winzige Anzahl Mitarbeiter gewesen sein.
Und die werden dann wohl kaum in die Akten geschrieben haben " Häftling XYZ erhielt heute für 5 Minuten Rotlicht mit der Dosis X"

Es gibt durchaus Argumente, die so eine Behandlung möglich erscheinen lassen.
Der gescheiterte U- Boot Flüchtling Gerber z.B. berichtete von "Sitzungen und hinter einem Vorhang summte irgend etwas"
Die Ölkühlung von leistungsstarken Röntgengeräten soll ja durchaus solche Geräusche machen.

Dann gibt es wiederum Argumente die gegen einen solchen Einsatz dieser Geräte sprechen.
Welcher Vorgesetzte hätte so etwas verantworten wollen ? Zu unsicher, schlecht zu verstecken, technische Änderungen notwendig.

Bis zum heutigen Tag gibt es für den zweckentfremdeten Einsatz solcher Geräte keine Beweise.
Da können wir noch tausend mal drüber diskutieren und ob die Schnipsel aus den Papiersäcken
neue Erkenntnisse bringen, wird man erst in einigen Jahren wissen.











Hallo,

hier passt es eben nicht her.

Wenn DU möchtest, schreib doch in dem Tread, wo wir das Thema hatten.


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#34

RE: Gefangen in Hohenschönhausen

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 23.09.2012 16:24
von Kimble | 397 Beiträge

Vielen Dank Alfred, für deine eigene, pers. Meinung.


Kannten Sie die DDR ? "Ja, flüchtig"
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#35

RE: Gefangen in Hohenschönhausen

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 23.09.2012 16:28
von glasi | 2.815 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #16
Zitat von glasi im Beitrag #15
Zitat von Alfred im Beitrag #11
Hier noch was zum Thema:

"Stasi-Arzt vom Vorwurf der Körperverletzung an Häftlingen freigesprochen

Das Gericht gesteht seine Ratlosigkeit, als es den früheren Stasi-Haft-Psychiater Horst Böttger am Freitag vom Vorwurf der vorsätzlichen Fehlbehandlung und Köperverletzung mangels Beweises freispricht: "Wir wissen nicht, was im Haftkrankenhaus des Stasi-Untersuchungsgefängnisses in Hohenschönhausen wirklich geschah", sagt der Vorsitzende Richter Karl-Heinz Oplustil. Es könnte sein, dass er den ehemaligen Häftlingen Klaus und Waltraud Krüger Medikamente gegeben hat, die ihre Vernehmungsfähigkeit beeinflussten. Es könnte sein, dass ihnen der Arzt im Sommer 1980 vor und während Verhören gegen ihren Willen und mit Gewalt Tabletten und Spritzen verabreichte, wie sie es als Zeugen vor Gericht schilderten. Es könnte sein, in der Haft war alles möglich, aber kaum etwas ist nachweisbar, sagt der Richter. Die Behandlungsunterlagen seien verschwunden.

Wenige Tage vor der Verjährung

Wenige Tage vor der Verjährungsfrist am 3. Oktober müssen die Richter am Berliner Landgericht ein Urteil sprechen über den heute in Berlin-Hohenschönhausen praktizierenden Facharzt für Psychiatrie und Neurologie, Horst Böttger. Der Arzt hatte sich gleich nach seinem Medizinstudium 1971 zu einer Laufbahn als Berufssoldat der Staatssicherheit verpflichtet und im Auftrag der Stasi die Facharztausbildung zum Psychiater begonnen. In seiner Verpflichtungserklärung hatte der Mediziner erklärt, "mit aller Entschlossenheit den Kampf gegen die Feinde der DDR zu führen". Noch heute wirbt der Arzt mit zwei Doktortiteln an seiner Praxistür, wobei er den einen an der juristischen Stasi-Hochschule erwarb mit einer Dissertation zur Optimierung der Zersetzung Andersdenkender.

Die Anklage hatte dem Psychiater vorgeworfen, dem inhaftierten ausreisewilligen Ehepaar Krüger 1980 vor und während der Vernehmungen vorsätzlich nicht indizierte, bewusstseinsverändernde Medikamente gegeben zu haben, die sie schläfrig und orientierungslos machten. Frau Krüger sei mit einem Medikament behandelt worden, das in der DDR nur in seltenen Ausnahmefällen gegen schizophrene Psychosen verordnet werden durfte. Eine Psychose hatte Böttger bei der Patientin zuvor aber selbst ausgeschlossen.

Das Ehepaar belastete den Mediziner vor Gericht mit seinen Aussagen über Schikanen und Zwangsbehandlung schwer. Böttger konnte sich an die ehemaligen Häftlinge "nicht mehr erinnern", bestritt alle Vorwürfe. "Hier steht Aussage gegen Aussage", wird der Vorsitzende Richter später in seiner Urteilsbegründung resümieren. Es traten die medizinischen Gutachter auf den Plan. Zwei von ihnen erklärten, Böttger habe seine Patienten gegen besseres ärztliches Wissen falsch behandelt. Das Psychosemittel, das er Frau Krüger verabreichte, sei ausschließlich bei akuten Psychosen als "letztes Mittel" zu verwenden gewesen, wie auch aus einer Fachinformation für Ärzte des Dresdner Arzneimittelherstellers aus jener DDR-Zeit hervorgeht. Wegen seiner gefährlichen blutbildverändernden Wirkung war es zu einer Reihe von Todesfällen gekommen. Auch die noch wochenlang nach der Haft andauernde Verwirrtheit Frau Krügers, bei der sie nicht mehr wusste, wer zu ihrer Familie gehört oder wo ihr Postkasten ist, sei auf dieses Medikament zurückzuführen. Das Ehepaar leidet bis heute an Angstzuständen und Schlafstörungen.

Ein von Böttger bestellter russischer Gutachter, der früher in der Sowjetunion praktizierte, erklärte hingegen, in seiner Heimat wie in der DDR sei es "üblich" gewesen, das Mittel auch zur Beruhigung anzuwenden. Am Ende befand das Gericht, eine absichtliche Fehlbehandlung sei "nicht nachweisbar". Die Gabe der umstrittenen Medikamente läge zwar "im Grenzbereich", sei bei einer "Therapiefreiheit des Arztes aber vertretbar".

"Das Gericht hat geprüft - und freigesprochen", jubelten nach dem Urteilverkündung die ehemaligen Stasi-Offiziere im Zuschauersaal, die zuvor die "Siegerjustiz" und die "Treibjagd" gegen den früheren Stasi-Psychiater angeprangert hatten. Der Zusatz "mangels Beweises" ließen sie unbeachtet. Hatte Böttger doch 1995 schon in einem Fernsehinterview erklärt, er habe seine Arbeit als Haftpsychiater stets so "eingerichtet", dass er "in Salzgitter", der Erfassungsstelle für DDR-Unrecht, "nicht unrühmlich auffallen" könne. Auch Böttgers Verteidiger Frank Osterloh, früher selbst Vernehmer bei der Stasi, lobte das Gericht, das das "Stalingrad-Syndrom" der Justiz mit diesem Urteilsspruch überwunden habe.

Fassungslos dagegen hörten die Eheleute Krüger das Urteil. Sie fühlten sich in der Verhandlung zeitweise zurückversetzt in die Tage ihrer Haft, als etwa Verteidiger Osterloh Frau Krüger nach ihrem Selbstmordversuch in der Haft befragte und sie plötzlich mit schneidender Stimme anschrie, ein Suizid sei in dem Gefängnis gar nicht möglich gewesen. Da war der Rechtsanwalt nach zehn Jahren unversehens wieder in seine Rolle als Vernehmer von Staatsfeinden zurückgefallen.

"Das Gericht kann keine Antwort auf die Frage nach dem Missbrauch der DDR-Psychiatrie geben. " Karl-Heinz Oplustil, Richter ROLF ZÖLLNER Im Stasi-Untersuchungsgefängnis in Berlin-Hohenschönhausen war das Ehepaar Krüger im Sommer 1980 inhaftiert. Ein Psychiater im Rang eines MfS-Oberstleutnants behandelte sie hier ärztlich.

Berliner Tageszeitung vom 23.09.2000"



´Wie kann es sein das Behandlungunterlagen verschwinden???


Glasi,

dies müsste man die Verantwortlichen fragen.
Die sind doch bekannt. Auch heute sollen Unterlagen verschwinden ( NSU ).

Wichtig ist doch diese Aussage : "Am Ende befand das Gericht, eine absichtliche Fehlbehandlung sei "nicht nachweisbar". Die Gabe der umstrittenen Medikamente läge zwar "im Grenzbereich", sei bei einer "Therapiefreiheit des Arztes aber vertretbar".


ehrlich gesagt das Ehepaar tut mir leid . Ich glaube ihnen was sie sagen. Aber wenn es keine Unterlagen mehr gibt. Wie heißt es:, Im zweifel für denn Angeklagten.Also nichts mit Siegerjustiz. Da werden im Oktober / November 1989 ja ganz schön der Ofen geraucht haben. Sonst kann ich mir nicht erklären wo die Unterlagen geblieben sind.



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#36

RE: Gefangen in Hohenschönhausen

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 23.09.2012 17:04
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Im November beginnt ja spätestens die Heizperiode, also vollkommen normal wenn da der eine oder andere Schornstein qualmte.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#37

RE: Gefangen in Hohenschönhausen

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 23.09.2012 18:03
von SkinnyTrucky | 1.260 Beiträge

Bah-bah Feliks....du hast eine PN....

groetjes

Mara


Kein Sex mit Nazis...!!!
Feliks D. hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#38

RE: Gefangen in Hohenschönhausen

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 23.09.2012 19:38
von glasi | 2.815 Beiträge

Zitat von Feliks D. im Beitrag #36
Im November beginnt ja spätestens die Heizperiode, also vollkommen normal wenn da der eine oder andere Schornstein qualmte.

Nicht zu vergessen der Reißwolf. Der wurde zu der Zeit auch sehr beansprucht!



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#39

RE: Gefangen in Hohenschönhausen

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 23.09.2012 19:52
von seaman | 3.487 Beiträge

Habe ich auch gelesen.
Weit gedacht damals.
Tolle Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für die Gegenwart.


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#40

RE: Gefangen in Hohenschönhausen

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 23.09.2012 19:52
von Rostocker | 7.728 Beiträge

Zitat von glasi im Beitrag #38
Zitat von Feliks D. im Beitrag #36
Im November beginnt ja spätestens die Heizperiode, also vollkommen normal wenn da der eine oder andere Schornstein qualmte.

Nicht zu vergessen der Reißwolf. Der wurde zu der Zeit auch sehr beansprucht!


Mit den ist man ja heute noch in der Gänge


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