#61

RE: MfS bei den Grenztruppen

in Grenztruppen der DDR 09.11.2012 06:52
von Boelleronkel (gelöscht)
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Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #16
Zitat von Duck im Beitrag #15
Übrings wisst Ihr wer noch schlimmer bei der Spindkontrolle war wie die 2000 oder der Hauptfeld?? Richtig die EKs Mir ist das z.B. aus Schussligkeit passiert, hatte meine Balken schon an die Uniform gemacht und die Eks waren noch da und einer musste natürlich in meinen Spind schauen, da konnte ich mir was anhören, durfte auch gleich wieder alle Balken schön ab machen.


Das nannte man Treibhausgefreiter




Gehoert zwar eigentlich nicht in den "Fred"....

Mag sein das ein EK
Kandidat das so meinte,korrekt ist aber der Treibhausgefreite wird "lange"vor dem Normalfall vom Soldaten zum Gefreiten befoerdert.
Das gehts weniger um
Tag/Tage,eher um Monate.

Gruessli BO


P.S.Halloechen Alfred,Raiman hat Recht,nach gewisser Zeit erkennt man die Leuts wirklich am Gang,wenn Du jeden Tag vom "einfachen Soldaten ,bis zum hoeheren Offizier die Leuts vor Augen hast,Du glaubst nicht wie hoch die Trefferquote ist.
Solltest Du doch mal gelernt haben(Gestik, Mimik,da gabs doch sogar in deinem "Verein")Abschlussarbeiten drueber..

Na dann Gruessli BO


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#62

RE: MfS bei den Grenztruppen

in Grenztruppen der DDR 09.11.2012 07:42
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von Boelleronkel im Beitrag #61
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #16
Zitat von Duck im Beitrag #15
Übrings wisst Ihr wer noch schlimmer bei der Spindkontrolle war wie die 2000 oder der Hauptfeld?? Richtig die EKs Mir ist das z.B. aus Schussligkeit passiert, hatte meine Balken schon an die Uniform gemacht und die Eks waren noch da und einer musste natürlich in meinen Spind schauen, da konnte ich mir was anhören, durfte auch gleich wieder alle Balken schön ab machen.


Das nannte man Treibhausgefreiter




Gehoert zwar eigentlich nicht in den "Fred"....

Mag sein das ein EK
Kandidat das so meinte,korrekt ist aber der Treibhausgefreite wird "lange"vor dem Normalfall vom Soldaten zum Gefreiten befoerdert.
Das gehts weniger um
Tag/Tage,eher um Monate.

Gruessli BO






Korrekt.
Hab deshalb auch den Zwinker-Schleimi gesetzt.


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#63

RE: MfS bei den Grenztruppen

in Grenztruppen der DDR 09.11.2012 09:34
von Feind (gelöscht)
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V2000 - das waren die offiziellen Mitarbeiter des MfS bei den Grenztruppen der DDR - oder die eigendliche Führung.
... man hatte kein Vertrauen in die eigenen Leute! Das MfS mischte sich in alles ein.
... die Mitarbeiter der V2000 waren Offiziere im Besonderen Verwendungsgebiet
... liefen in Grenztruppenuniform rum, um nicht gleich auf zu fallen.- aber jeder der mit Ihnen zu tun hatte wusste was los ist
... ihre Vorgesetzte Stelle war das MfS, obwohl Ihr Aufgabengebiet in den Grenztruppen der DDR lag
Die Offiziere V200 hatte besondere Aufträge wie z.Bsp.
- verdeckte Ermittlungen (unter falschem Dienstgrad Oberleutnannt des MfS, aber als Gefreiter in der GK rumlaufen und versuchen die anderen Grenzer auszuspionieren)
- zu denunzieren und auszuspionieren
offene Dienstätigkeit
- Abstimmung der Postenzusammensetzungen, die durch den KC geplant wurden
- kein Grenzsoldat ging ohne Zustimmung der V2000 in den Grenzdienst
- wer ein zu großes Sicherheitsrisiko dar stellte wurde gleich abgezogen von der Grenze und landete in der Pionierkompanie, weit ab vom Kanten
- Befragungen der Grenzsoldaten nach dem Grenzdienst das war täglich Ihre Aufgabe (und viele haben geredet....)
- jeder Vorgesetzte schrieb ab GF aufwärts für die Unterstellten (Soldaten und Gefreiten usw.) aller 14 Tage einen Eintrag in das Führungsbuch (Einschätzung ähnlich einer Beurteilung)
- dies wurde dann vom KC weitergegeben an die V2000
- auch durfte ohne Bestätigung der V2000 kein Grenzer auf das vorgelagerte Hoheitsgebiet
- auch oblag die Werbung für die PKE Einheiten der V2000 aus Grenzern

jeder Grenzkompanie hatte einen mehr oder weniger führungkräftigen KC, der die tägliche Grenzdienstplannung machte. Aber ohne eine Bestätigung durch die V2000 lief gar nichts. Weder in der Postenpaarzusammensetzung, dem Einsatzort noch in anderen Bereich. Selbst die Stubenbelegung verwaltete die V2000 in jeder Grenzkompnie.


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#64

RE: MfS bei den Grenztruppen

in Grenztruppen der DDR 09.11.2012 09:44
von Pit 59 | 10.153 Beiträge

- kein Grenzsoldat ging ohne Zustimmung der V2000 in den Grenzdienst @feind

Ist schon möglich,nur da haben sie bei uns gepennt oder es waren nur Angelernte (Aussage eines ehemaligen) Eingesetzt.


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#65

RE: MfS bei den Grenztruppen

in Grenztruppen der DDR 09.11.2012 10:58
von 80er | 572 Beiträge

1974/75

Bei uns ging ein Olt. in GT Uniform regelmässig in der GK ein und aus. Spätestens als unser KC, Dienstgrad Hptm., vor ihm Männchen machte, wusste jeder, wo der herkam. Das war es aber auch schon. Der hat den unteren Flur nicht verlassen, ebenso wenig der Spiess und der KC. Unsere Spinte hatten keine Schlösser. Ob Schlösser damals auch Mangelware gewesen sind, oder ob wir - vor wem auch immer - nichts zu verstecken hatten, weiss ich heute nicht mehr. Was sollte man(n) da auch finden? Stones-Poster?, Westschokolade?, Bild der Freundin oder eines aus dem Playboy? Woher , Bild der Freundin ausgenommen, sollten wir dies auch her haben?

Den Begriff "Verwaltung 2000" gab es in meiner Dienstzei noch nicht, den Aufgabenbereich unter anderem Namen schon.

PS:
Im GAR hatte ich den Spruch:
"Seit ich den Menschen kenne, liebe ich die Tiere". Goethe
am Kopfende des Bettes hängen. Den haben sie mir schon damals weg genommen ...


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#66

RE: MfS bei den Grenztruppen

in Grenztruppen der DDR 09.11.2012 11:00
von ddr-bürger (gelöscht)
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hallo,

es gab aber auch ein positives erlebnis für mich,

saß auf dem rohr und der kc und polit standen am urinal (war perfekt getarnt), die zwei ließen sich darüber aus was nun wieder abging und wie sie sich aus der affäre ziehen konnten, die stimmung in der pik warc sehr schlecht, einige offiziere waren dort hin "strafversetzt" oder abgeschoben, so sind sie auch mit den leuten umgesprungen
ich empfand es als positiv, diese typen mal selber "bangen" zu sehen, ansonsten war das die "graue emminenz", keiner wußte von uns was wirklich aber viele gerüchte

sorry für den schreibstil, nur mit einem finger der linken hand getippt


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#67

RE: MfS bei den Grenztruppen

in Grenztruppen der DDR 18.03.2016 00:51
von Niederlausitzer | 291 Beiträge

Zitat von Duck im Beitrag #1
Ich wollte mal das Thema in die Runde werfen, wer speziell auf der GK Erfahrungen bzw Begegnungen mit Offizieren des MfS bzw. 2000 hatte

Meine erste Begegnung mit der so genannten 2000 war 1988. Wußte bis dahin nicht was das überhaupt bedeutet.
Ich war erst ein paar Tage auf der GK, und wurde dann mit einem Gefreiten der schon EK war,
als KFZ Streife TS 250 eingesetzt. Wir wurden dann früh vom KGSi zum Tor 83 ( Reuterskuppe ) gerufen, um das Tor zu öffnen.

Ein paar Minuten später kam ein UAS, fuhr durch das Tor in den Grenzabschnitt und hielt kurz bei uns.
Ein Offizier stieg aus, ich glaube ein Major. Der Fahrer blieb noch drin. Wir machten Meldung.
Er meldete sich auf der Füst an. Dann stieg auch der Fahrer aus. Und was für mich ungewöhnlich war, der Fahrer war ein Hauptmann.

Ich kannte bis dahin nur, das Soldaten oder Gefreite als Fahrer eines Offiziers eingesetzt werden. Dann fuhren Sie in den rechten Grenzabschnitt.
Wir verschlossen das Tor und der KGSI sagte uns, das wir die nächsten 2 Stunden im rechten Grenzabschnitt nichts zu suchen hätten.
Wir mußten uns dann im linken Grenzabschnitt aufhalten.

Ich fragte meinen Gefreiten, wer das überhaupt war. Er sagte mir das war die 2000.
Nach ca 2 Stunden wurden wir wieder zum Tor 83 gerufen und öffneten das Tor. Der UAS kam zurück, um wieder aus dem Grenzabschnitt zu fahren.
Was sahen meine Augen. Sie waren nicht mehr zu zweit sondern zu dritt. War schon sehr geheimnisvoll. Heute weiß man natürlich,
was Sie dort im Grenzabschnitt gemacht haben. Auch mit einem Soldaten und einem Nach.Uffz. gab es so merkwürdig Dinge.

Der Soldat war erst einen Tag da und ist schon am nächsten Tag, mit ein paar Offizieren auf dem Vorgelagerten Hoheitsgebiet
als Grenzstreife zur Kontrolle der Grenzsäulen und Grenzsteine eingesetzt worden.

Das konnten sich einige nicht erklären. Es wurde viel getuschelt. Vor allem die schon länger da waren und nie bestätigt waren,
wunderten sich. Einige sind über die Rolle eines WE oder GuvD nie raus gekommen. Mit dem Soldaten wurde man auch nicht so
richtig warm. Nach ein paar Tagen hieß es, er ist wieder versetzt worden. Er hatte vielleicht nur die Aufgabe, die Lauscher aufzumachen
und war vielleicht auch von der 2000.

Der Nach.Uffz. war für die Wartung der Funkgeräte, GMN Hörer, Säubern der Postentabellen u.a. zu ständig.
Er hatte einen kleinen Raum im Keller. Dann war er mal 2 Tage von der GK verschwunden. Urlaub hatte er jedenfalls nicht.
Keiner wußte angeblich wo er war. Nach 2 Tagen war er wieder da. Er selber sagte auch nichts und wich immer den Fragen aus. Dann munkelte man, das er die Zimmer
vom KC und anderen Offizieren angezapft und Gespräche schön mit gehört hatte. Und das lange unbemerkt.

Vor seiner Zeit bei den GT hatte er bei der Post gearbeitet. Da hatte es sich ja auf der GK geradezu angeboten,
seinen Beruf weiter aus zu üben.
Wo er die 2 Tage war und überhaupt noch mal auf die GK zurück gekommen ist, kann man sich ja denken.
Normalerweise wäre man doch bestimmt in irgend einem Knast gelandet.


03.11.1987 - 21.04.1988 US VI. Perleberg Uffz. Schüler, UaZ
28.04.1988 - 18.01.1990 GR-15 Sonneberg II.GB/ 6. GK Neuenbau UaZ, Ufw. der Reserve

IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#68

RE: MfS bei den Grenztruppen

in Grenztruppen der DDR 18.03.2016 01:03
von damals wars | 12.186 Beiträge

Ich war irgendwann mal stellvertretener Nachrichten- Uffz geworden. Die Tätigkeit bestand im wesentlichen aus dem Laden der Akkus der Funkgeräte, wenn er mal im Urlaub war, eine Abhöranlage wurde mir nicht übergeben.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#69

RE: MfS bei den Grenztruppen

in Grenztruppen der DDR 18.03.2016 08:19
von Winch | 171 Beiträge

"Bei uns ging ein Olt. in GT Uniform regelmässig in der GK ein und aus. Spätestens als unser KC, Dienstgrad Hptm., vor ihm Männchen machte, wusste jeder, wo der herkam. Das war es aber auch schon."

Komischer KC, man hat sich gegenseitig respektiert und der 2000er hatte schon Einfluß, aber Männchen gebaut ob niederer oder höherer Dienstgrad, gab es nicht


Alfred, Rostocker, werner, IM Kressin, Hanum83, Arthur und LO-Wahnsinn haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#70

RE: MfS bei den Grenztruppen

in Grenztruppen der DDR 18.03.2016 08:58
von Alfred | 6.849 Beiträge

Zitat von Niederlausitzer im Beitrag #67
Zitat von Duck im Beitrag #1
Ich wollte mal das Thema in die Runde werfen, wer speziell auf der GK Erfahrungen bzw Begegnungen mit Offizieren des MfS bzw. 2000 hatte

Meine erste Begegnung mit der so genannten 2000 war 1988. Wußte bis dahin nicht was das überhaupt bedeutet.
Ich war erst ein paar Tage auf der GK, und wurde dann mit einem Gefreiten der schon EK war,
als KFZ Streife TS 250 eingesetzt. Wir wurden dann früh vom KGSi zum Tor 83 ( Reuterskuppe ) gerufen, um das Tor zu öffnen.

Ein paar Minuten später kam ein UAS, fuhr durch das Tor in den Grenzabschnitt und hielt kurz bei uns.
Ein Offizier stieg aus, ich glaube ein Major. Der Fahrer blieb noch drin. Wir machten Meldung.
Er meldete sich auf der Füst an. Dann stieg auch der Fahrer aus. Und was für mich ungewöhnlich war, der Fahrer war ein Hauptmann.

Ich kannte bis dahin nur, das Soldaten oder Gefreite als Fahrer eines Offiziers eingesetzt werden. Dann fuhren Sie in den rechten Grenzabschnitt.
Wir verschlossen das Tor und der KGSI sagte uns, das wir die nächsten 2 Stunden im rechten Grenzabschnitt nichts zu suchen hätten.
Wir mußten uns dann im linken Grenzabschnitt aufhalten.

Ich fragte meinen Gefreiten, wer das überhaupt war. Er sagte mir das war die 2000.
Nach ca 2 Stunden wurden wir wieder zum Tor 83 gerufen und öffneten das Tor. Der UAS kam zurück, um wieder aus dem Grenzabschnitt zu fahren.
Was sahen meine Augen. Sie waren nicht mehr zu zweit sondern zu dritt. War schon sehr geheimnisvoll. Heute weiß man natürlich,
was Sie dort im Grenzabschnitt gemacht haben. Auch mit einem Soldaten und einem Nach.Uffz. gab es so merkwürdig Dinge.

Der Soldat war erst einen Tag da und ist schon am nächsten Tag, mit ein paar Offizieren auf dem Vorgelagerten Hoheitsgebiet
als Grenzstreife zur Kontrolle der Grenzsäulen und Grenzsteine eingesetzt worden.

Das konnten sich einige nicht erklären. Es wurde viel getuschelt. Vor allem die schon länger da waren und nie bestätigt waren,
wunderten sich. Einige sind über die Rolle eines WE oder GuvD nie raus gekommen. Mit dem Soldaten wurde man auch nicht so
richtig warm. Nach ein paar Tagen hieß es, er ist wieder versetzt worden. Er hatte vielleicht nur die Aufgabe, die Lauscher aufzumachen
und war vielleicht auch von der 2000.

Der Nach.Uffz. war für die Wartung der Funkgeräte, GMN Hörer, Säubern der Postentabellen u.a. zu ständig.
Er hatte einen kleinen Raum im Keller. Dann war er mal 2 Tage von der GK verschwunden. Urlaub hatte er jedenfalls nicht.
Keiner wußte angeblich wo er war. Nach 2 Tagen war er wieder da. Er selber sagte auch nichts und wich immer den Fragen aus. Dann munkelte man, das er die Zimmer
vom KC und anderen Offizieren angezapft und Gespräche schön mit gehört hatte. Und das lange unbemerkt.

Vor seiner Zeit bei den GT hatte er bei der Post gearbeitet. Da hatte es sich ja auf der GK geradezu angeboten,
seinen Beruf weiter aus zu üben.
Wo er die 2 Tage war und überhaupt noch mal auf die GK zurück gekommen ist, kann man sich ja denken.
Normalerweise wäre man doch bestimmt in irgend einem Knast gelandet.









Zu früher Stunde schon Märchen...


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#71

RE: MfS bei den Grenztruppen

in Grenztruppen der DDR 18.03.2016 09:52
von Rostocker | 7.725 Beiträge

Zitat von Winch im Beitrag #69
"Bei uns ging ein Olt. in GT Uniform regelmässig in der GK ein und aus. Spätestens als unser KC, Dienstgrad Hptm., vor ihm Männchen machte, wusste jeder, wo der herkam. Das war es aber auch schon."

Komischer KC, man hat sich gegenseitig respektiert und der 2000er hatte schon Einfluß, aber Männchen gebaut ob niederer oder höherer Dienstgrad, gab es nicht


Also bei uns kam einmal im Monat,so einer mit dem Wartburg angefahren. Man wusste woher er kam--aber das hat niemanden gestört und es hat auch keiner Anstoss dran genommen. Heute tut man ja so,als ob das ne böse Sache war. Aber im Prinzip ist es das gleiche, als wenn bei der Bundeswehr oder BGS; jemand vom MAD im Objekt auftaucht. Also macht mal kein Drama drauß.


1941ziger, Krepp, schulzi, Winch, IM Kressin, DoreHolm, Arthur, vs1400 und LO-Wahnsinn haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#72

RE: MfS bei den Grenztruppen

in Grenztruppen der DDR 18.03.2016 16:54
von Niederlausitzer | 291 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #70
Ich wollte mal das Thema in die Runde werfen, wer speziell auf der GK Erfahrungen bzw Begegnungen mit Offizieren des MfS bzw. 2000 hatte

Meine erste Begegnung mit der so genannten 2000 war 1988. Wußte bis dahin nicht was das überhaupt bedeutet.
Ich war erst ein paar Tage auf der GK, und wurde dann mit einem Gefreiten der schon EK war,
als KFZ Streife TS 250 eingesetzt. Wir wurden dann früh vom KGSi zum Tor 83 ( Reuterskuppe ) gerufen, um das Tor zu öffnen.

Ein paar Minuten später kam ein UAS, fuhr durch das Tor in den Grenzabschnitt und hielt kurz bei uns.
Ein Offizier stieg aus, ich glaube ein Major. Der Fahrer blieb noch drin. Wir machten Meldung.
Er meldete sich auf der Füst an. Dann stieg auch der Fahrer aus. Und was für mich ungewöhnlich war, der Fahrer war ein Hauptmann.

Ich kannte bis dahin nur, das Soldaten oder Gefreite als Fahrer eines Offiziers eingesetzt werden. Dann fuhren Sie in den rechten Grenzabschnitt.
Wir verschlossen das Tor und der KGSI sagte uns, das wir die nächsten 2 Stunden im rechten Grenzabschnitt nichts zu suchen hätten.
Wir mußten uns dann im linken Grenzabschnitt aufhalten.

Ich fragte meinen Gefreiten, wer das überhaupt war. Er sagte mir das war die 2000.
Nach ca 2 Stunden wurden wir wieder zum Tor 83 gerufen und öffneten das Tor. Der UAS kam zurück, um wieder aus dem Grenzabschnitt zu fahren.
Was sahen meine Augen. Sie waren nicht mehr zu zweit sondern zu dritt. War schon sehr geheimnisvoll. Heute weiß man natürlich,
was Sie dort im Grenzabschnitt gemacht haben. Auch mit einem Soldaten und einem Nach.Uffz. gab es so merkwürdig Dinge.

Der Soldat war erst einen Tag da und ist schon am nächsten Tag, mit ein paar Offizieren auf dem Vorgelagerten Hoheitsgebiet
als Grenzstreife zur Kontrolle der Grenzsäulen und Grenzsteine eingesetzt worden.

Das konnten sich einige nicht erklären. Es wurde viel getuschelt. Vor allem die schon länger da waren und nie bestätigt waren,
wunderten sich. Einige sind über die Rolle eines WE oder GuvD nie raus gekommen. Mit dem Soldaten wurde man auch nicht so
richtig warm. Nach ein paar Tagen hieß es, er ist wieder versetzt worden. Er hatte vielleicht nur die Aufgabe, die Lauscher aufzumachen
und war vielleicht auch von der 2000.

Der Nach.Uffz. war für die Wartung der Funkgeräte, GMN Hörer, Säubern der Postentabellen u.a. zu ständig.
Er hatte einen kleinen Raum im Keller. Dann war er mal 2 Tage von der GK verschwunden. Urlaub hatte er jedenfalls nicht.
Keiner wußte angeblich wo er war. Nach 2 Tagen war er wieder da. Er selber sagte auch nichts und wich immer den Fragen aus. Dann munkelte man, das er die Zimmer
vom KC und anderen Offizieren angezapft und Gespräche schön mit gehört hatte. Und das lange unbemerkt.

Vor seiner Zeit bei den GT hatte er bei der Post gearbeitet. Da hatte es sich ja auf der GK geradezu angeboten,
seinen Beruf weiter aus zu üben.
Wo er die 2 Tage war und überhaupt noch mal auf die GK zurück gekommen ist, kann man sich ja denken.
Normalerweise wäre man doch bestimmt in irgend einem Knast gelandet.








Zu früher Stunde schon Märchen

Hallo@Alfred

Wenn Du meinen Beitrag als Märchen bezeichnest, dann ist das Deine Sache. Ich habe kein Problem damit.
Jeden Beitrag, den ich hier im Forum schreibe, ist nichts erfundenes.

Alles selber erlebt. Wenn man natürlich nicht gedient hat, kann man vieles als Märchen bezeichnen.


03.11.1987 - 21.04.1988 US VI. Perleberg Uffz. Schüler, UaZ
28.04.1988 - 18.01.1990 GR-15 Sonneberg II.GB/ 6. GK Neuenbau UaZ, Ufw. der Reserve

zuletzt bearbeitet 18.03.2016 17:02 | nach oben springen

#73

RE: MfS bei den Grenztruppen

in Grenztruppen der DDR 18.03.2016 17:08
von Hansteiner | 1.418 Beiträge

Zitat von Winch im Beitrag #69
"Bei uns ging ein Olt. in GT Uniform regelmässig in der GK ein und aus. Spätestens als unser KC, Dienstgrad Hptm., vor ihm Männchen machte, wusste jeder, wo der herkam. Das war es aber auch schon."

Komischer KC, man hat sich gegenseitig respektiert und der 2000er hatte schon Einfluß, aber Männchen gebaut ob niederer oder höherer Dienstgrad, gab es nicht


Genau wie bei uns. KC Major und der andere Hptm. Hatte immer eine altmodische braune Aktentasche unter dem Arm. Schlich lautlos durchs Objekt, auf einmal stand er auf der Bude vor dir.

VG H.



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#74

RE: MfS bei den Grenztruppen

in Grenztruppen der DDR 18.03.2016 17:11
von Alfred | 6.849 Beiträge

Niederlausitzer,

wenn ich solche Passagen wie,

" Nach.Uffz. war für die Wartung der Funkgeräte, GMN Hörer, Säubern der Postentabellen u.a. zu ständig.
Er hatte einen kleinen Raum im Keller. Dann war er mal 2 Tage von der GK verschwunden. Urlaub hatte er jedenfalls nicht.
Keiner wußte angeblich wo er war. Nach 2 Tagen war er wieder da. Er selber sagte auch nichts und wich immer den Fragen aus. Dann munkelte man, das er die Zimmer
vom KC und anderen Offizieren angezapft und Gespräche schön mit gehört hatte. Und das lange unbemerkt."

fällt mir eben nichts anderes als der Begriff Märchen ein.


Pitti53, Arthur und Winch haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#75

RE: MfS bei den Grenztruppen

in Grenztruppen der DDR 18.03.2016 17:32
von Rostocker | 7.725 Beiträge

Also ich hatte damals ein Erlebnis mit den Oberleutnant der hin und wieder kam. Ich glaube ich habe schon mal drüber geschrieben. Also ich war zu Objektwache eingeteilt als GUvD: Kurz vor Dienstantritt bin ich runter in die UvD Hütte und sah mir den neuen Dienstplan an. Irgendwie muss ich wohl etwas gemeckert haben, ohne mitzubekommen das dieser Oberleutnant hinter mir stand. Er wollte wohl von der UvD Bude aus telefonieren. Er fragte, was ich für ein Problem hätte. Ich sagte-wann soll denn die Wache mal zu ruhe kommen, nach der Ablösung. Wenn noch Bereitschaft, Revierreinigen anfällt und dann 1 Std Schlaf und dann wieder aufziehen. Er sah sich den Dienstplan an-nahm ihn und verschwand beim Polit im Zimmer. Einige Minuten später klingelte das Telefon und er ließ ausrichten--das der KC und der Hauptfeld zu ihm kommen sollten. Dann hat es zirka ne Stunde gedauert und es lag ein neuer Dienstplan vor.Zu gunsten des Soldaten,der zwischen den Aufzügen mehr Ruhepausen hatte.


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#76

RE: MfS bei den Grenztruppen

in Grenztruppen der DDR 18.03.2016 17:32
von Pitti53 | 8.789 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #74
Niederlausitzer,

wenn ich solche Passagen wie,

" Nach.Uffz. war für die Wartung der Funkgeräte, GMN Hörer, Säubern der Postentabellen u.a. zu ständig.
Er hatte einen kleinen Raum im Keller. Dann war er mal 2 Tage von der GK verschwunden. Urlaub hatte er jedenfalls nicht.
Keiner wußte angeblich wo er war. Nach 2 Tagen war er wieder da. Er selber sagte auch nichts und wich immer den Fragen aus. Dann munkelte man, das er die Zimmer
vom KC und anderen Offizieren angezapft und Gespräche schön mit gehört hatte. Und das lange unbemerkt."

fällt mir eben nichts anderes als der Begriff Märchen ein.





Wenn es so gewesen sein sollte, wäre der mit Sicherheit NICHT mehr in der GK aufgetaucht


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#77

RE: MfS bei den Grenztruppen

in Grenztruppen der DDR 18.03.2016 20:28
von freddchen | 58 Beiträge

Zurückkommend auf das Posting des Starters:

Ich habe es nie erlebt, dass der betreffende Mitarbeiter in den Soldatenbuden überhaupt unterwegs war. Das hatte sicher seinen Grund und war zudem unnötig. Dass jemand mal in offene Schränke sieht, die vor seiner Flinte sind, war sicher auch keine Spezialität des MfS usw.

Mein Spint wurde nur ein Mal offiziell vom Haupfeld kontrolliert, als (durch Dusslichkeit der Ausgänger vom letzten Abend) der Verbleib von überzähligen Weinflaschen geklärt werden musste. Komischerweise wurde das Getränk eingezogen, ohne dass später auch nur ein Wort darüber fiel. Aus sicherer Quelle (Hauptfeld) weiß ich zumindest, dass der Wein doch noch seinen Zweck erfüllte, die vorgesetzten Herren haben ihn selber vertilgt...

Bei uns war Major D. aller 2-4 Wochen vor Ort, ihn traf man hin und wieder auf dem Flur oder beim Essen gehen. Allein aufgrund des Dienstgrades fiel er natürlich auf einer GK auf, machte aber ganz offensichtlich wenig Aufhebens um seine Person. Mir ist bekannt, dass er Verhalten evtl. drangsalierender Vorgesetzter im Sinne der Soldaten klärte und die Delinquenten dann sicher ruhe hatten...


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#78

RE: MfS bei den Grenztruppen

in Grenztruppen der DDR 18.03.2016 20:43
von DoreHolm | 7.703 Beiträge

Die einzige "Bekanntschaft" die ich mit einem 2000er machen konnte, war ein "Gespräch" hinsichtlich meines Vergehens, mit illegalem Kofferradio einen Westsender gehört und mich dabei erwischen lassen zu haben. Ich hatte den Fall schon mal ausführlich geschildert. In dem Gespräch wurde auch versucht, mich als IM zu gewinnen, habe ich aber zum Glück abgelehnt und es hatte auch keine weiteren Folgen für mich.



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#79

RE: MfS bei den Grenztruppen

in Grenztruppen der DDR 18.03.2016 21:15
von Hanum83 | 4.778 Beiträge

Die 2000 hat den einfachen Grenzer eigentlich gar nicht gekratzt, die waren mal da und dann waren sie auch wieder weg, weiß der Deibel was die mit den Chefs bequatscht haben, bestimmt irgendwelche Einschätzungen und so einen Kram, aber ich glaub für deine Gesundheit waren die im Hintergrund mehr als gut.


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
(Anton Günther)
Niederlausitzer, vs1400, Winch und LO-Wahnsinn haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 18.03.2016 21:16 | nach oben springen

#80

RE: MfS bei den Grenztruppen

in Grenztruppen der DDR 18.03.2016 21:21
von Rostocker | 7.725 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #78
Die einzige "Bekanntschaft" die ich mit einem 2000er machen konnte, war ein "Gespräch" hinsichtlich meines Vergehens, mit illegalem Kofferradio einen Westsender gehört und mich dabei erwischen lassen zu haben. Ich hatte den Fall schon mal ausführlich geschildert. In dem Gespräch wurde auch versucht, mich als IM zu gewinnen, habe ich aber zum Glück abgelehnt und es hatte auch keine weiteren Folgen für mich.


Also so schlimm war das gar nicht mit dem Radio. Hatte meins auf dem Tisch stehen,war auch so ein Westsender gerade drauf,als der Hauptfeld in die Bude kam. Groß ist nichts passiert --14 Tage wurde das Ding eingezogen und dann konnte ich es vom KC wieder abholen.


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